Dienstag, 17. September 2019

Mein Lese-Tipp: "Warren Buffett. Das Leben ist wie ein Schneeball" von Alice Schroeder

Warren Buffett predigt gerne aber er lebt auch vor, was er predigt. Und das ist sein Schlüssel zum Erfolg: bleibe bei dem, was du kennst und kannst, und beschränke dich auf deine Kompetenzen. "Das Leben ist wie ein Schneeball" ist ein wirklich tolles Buch über das Leben von Warren Buffett. Ausführlich wird sein Werdegang beschrieben vom Zeitungsausträger und Coke-Verkäufer bis zum "Orakel von Omaha", dem zeitweilig reichsten Menschen der Welt. Dabei kommen auch die Persönlichkeiten, die Buffett nachhaltig geprägt haben, nicht zu kurz, darunter Buffetts Vater, Buffetts Mentor Benjamin Graham und sein kongenialer Partner Charlie Munger bei Berkshire Hathaway.

Das Buch hat mich gefesselt, weil es sehr lebensnah geschrieben ist und das Gefühl vermittelt, man wäre an Warren Buffetts Seite und würde die jeweilige Situation live miterleben. Und natürlich kommen Warren Buffetts Grundsätze und seine Investitionsentscheidungen nicht zu kurz und man erlebt mit, wie er sich vom Zigarrenstummel-Investieren zum Quality Investing entwickelt. Sogar seine (wenigen) gravierenden Fehler werden beleuchtet und auch persönlich belastende Episoden, wie die Trennung von seiner ersten Frau oder die Vorgänge um die Investmentbank Salomon Brothers, bei der Buffetts Reputation maßgeblich zum Überleben der Firma beigetragen hat. Dabei lässt es die Autorin stets so aussehen, als wäre es ganz einfach, ebenso erfolgreich zu investieren wie Warren Buffett.

Von dem Umfang von mehr als 1.100 Seiten sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen. Im Gegenteil: das Werk ist so kurzweilig, dass es ruhig noch einige Seiten mehr hätten sein können. Und obwohl dieses Buch eine Biographie ist, ist es doch viel mehr noch ein Lehrbuch über das richtige und nachhaltige Investieren. Strong buy!

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Titel: "Das Leben ist wie ein Schneeball"
Autor: Alice Schroeder
Taschenbuch: 1.152 Seiten
Verlag: FinanzBuch Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898796027
Neupreis: 24,99 Euro

Kommentare:

  1. Moin Michael,

    Meine Frage passt zum guten alten Warren "Wichtigste Regel: Never loose money!"

    Heute habe ich mich zum ersten Mal mit der Frage beschäftigt, was passiert mit meinem Depot im Insolvenzfall des Brokers oder der Bank. In der nächsten Krise werden sicher einige Banken kippen.
    Leider bin ich zu keiner guten Erkenntnis gelangt: Im Worst Case sind Anlager nur bis zu 20k€ Entschädigung abgesichert. Irgendwie beunruhigt mich das.

    Da ich annehme, dein Depot wäre selbst für einen 3,8 Tonner zu schwer und du über viel Erfahrung verfügst, meine Frage an dich: Wie stellst du sicher, dass in der nächsten Systemkrise deine Aktien da bleiben wo sie sind, nämlich bei dir?

    Danke vorab.:)

    Djerun


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    1. Wenn man Geld auf das Girokonto oder ein Sparbuch legt, dann gibt man der Bank einen Kredit. Geht die Bank pleite, greifen die Sicherungsmechanismen bis zur jeweiligen Höchstgrenze.

      Bei einem Aktiendepot hat man der Bank diese Aktien nicht geliehen, sondern sie verwaltet diese nur treuhänderisch. Gläubiger haben keinen Zugriff auf die Kundendepots und sie gehören auch nicht zur Insolvenzmasse. Die Kundendepots sind also nicht wirklich von der Insolvenz der Depotbank betroffen.

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    2. Hallo Djerun,

      wie kommst Du denn darauf, dass die Bank im Insolvenzfall Deine Aktien zur Befriedigung von Gläubigeransprüchen versilbern darf? So weit sind wir zum Glück noch nicht. Aus welcher Quelle stammt Deine Information?

      Gruß
      Jens

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  2. Hallo Michael, hallo Jens,

    danke für eure Antworten. Michaels Antwort scheint für den Großteil der banken/ broker auch so zu sein. Ich habe aber meinen Großteil des Depots bei degiro um dort einen großen Wertpapierkredit mit nur 1,25% Zinsen in Anspruch zu nehmen. Das bereitet mir keine Sorgen, da ich über einen hohen Gehaltscashflow verfüge und der Markt um ca. 35% abschmieren muss, bevor der Margin Call wirkt.

    Aber nun erinnere ich mich an den Spruch "There is no free lunch". Und degiro ist da keine Ausnahme. Die konkurrenzlos günstigen Zinsen für ein WP-Kredit kommen dadurch zustande, dass degiro die Wertpapiere seiner Kunden an andere Marktteilnehmer verleihen kann.
    Im schlimmsten Szenario, Crash Systemkrise etc., gehen die "anderen Marktteilnehmer" insolvent und die verliehenen Aktien sieht man nicht mehr wieder.
    Meines Wissens verleiht InteractiveBrokers ebenfalls Wertpapiere seiner Kunden, dort gibt es aber höhere Sicherheitsnetze.

    Die Info findet man bei degiro selbst auf der homepage.

    Für mich ziehe ich meine Konsequenzen, werde den WP-Kredit auf eine überschaubare Summe begrenzen und meine Depotgröße soweit eingrenzen, dass das Risiko im Falle einer Insolvenz minimiert wird.

    LG
    Djerun

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