Montag, 21. November 2011

▶ Eure Fragen, Anregungen, Kritik

Hier könnt ihr mir eure Fragen stellen zu einzelnen Aktien und Verbesserungswünsche loswerden. Und natürlich Kritik...

Stellt bitte hier alle Fragen zu Aktienwerten, die nicht direkt mit einem Thema in einem Artikel zu tun haben. Also auch zu (noch) nicht hier im Blog besprochenen Aktien oder zu allgemeinen Themen rund um die Themen Geld, Aktien und Börse.

Ich freue mich darauf, mit euch ins Gespräch zu kommen, denn dieses Blog lebt nicht nur durch meine Beiträge und Meinungen, sondern vor allem auch durch euren Input. Also, legt einfach los...

Kommentare:

  1. Marco Börnsen10.03.17, 23:17

    Hallo Michael,
    ich bin mir nicht sicher, ob ich hier jetzt richtig gelandet bin, aber ich versuche es einfach mal an dieser Stelle. Du hast Dich früher ziemlich verhalten geäußert zum den Aussichten im Immobiliensektor, dann aber eine zeitlang auch Immobilienwerte hier in Deinem Blog vorgestellt. Wenn ich mich recht entsinne, hat es mit WCM angefangen. Inzwischen liest man immer häufiger von einer Blase am Immobilienmarkt und dass steigende Zinsen für die Immobilienwerte Gift seien. Siehst Du hier einen größeren Korrekturbedarf und wenn ja ab wann rechnest Du damit? Welche Auswirkungen wird das auf die Kurse haben und sollte man vielleicht schon jetzt lieber die Reißleine ziehen und die Gewinne realisieren?

    Danke für die ganze Mühe, die Du hier mit Deinem Blog gibst und für die viele Zeit, die Du hier investierst. Du hast meine größten Respekt dafür, vor allem, weil Du uns Dein Wissen und Deine Ideen auch noch kostenlos zur Verfügung stellst. Danke!

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    1. Ich denke, dass es im Immobiliensektor durchaus Übertreibungen gibt, allerdings nicht flächendeckend. Während es in den Ballungszentren wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart schon unbezahlbare Preise und Mieten gibt, sind Eigenheime und Mietobjekte in ländlicheren Regionen kaum oder nur mit erheblichem Wertverlust zu verkaufen. Es gibt in Deutschland nicht zu wenig Wohnraum und auch nicht zu wenig bezahlbare Wohnungen - sie liegen nur nicht unbedingt dort, wo alle hinziehen und wohnen wollen. So gesehen könnten Bestandshalter von B- und C-Lagen künftig Probleme bekommen, weil sie immer häufiger und länger mit Leerstand zu kämpfen haben werden. Und sollten irgendwann die Zinsen wieder anfangen zu steigen, kann sich die zu großen Problemen auswachsen: sinkende Mieteinnahmen und steigende Zinslasten.

      Und da sind wir schon bei den Zinsen. Anders als in den USA; wo wir uns auf mehrere Zinsanhebungen in diesem Jahr einstellen müssen, wird es in der Eurozone in absehbarer Zeit noch keine Zinsanhebungen geben. Zwar phrasisieren einige Gazetten von steigender Inflationsrate, aber die Kernrate (ohne Energie) dümpelt weiter vor sich hin. Und der Teurungseffekt durch die gestiegenen Energiepreise wirkt nur in diesem Jahr und auch nur in den ersten und den letzten Monaten des Jahres, denn nur in diesen Monaten waren die Energiepreise im letzten Jahr deutlich niedriger. Der Teurungseffekt verpufft also bereits in wenigen Wochen und damit der Grund für die EZB, die Zinsen in der Eurozone anzuheben. Denn eigentlich liegt die Konjunktur noch am Boden und auch die Regierungen sind froh, wenn sie sich weiterhin so günstig verschulden können.

      In den nächsten ein, zwei Jahren dürften die Zinsen in Euroland weiter niedrig bleiben. Das bedeutet weitere Probleme für die Banken und die Versicherungen, positive Effekte für die Immobilienwirtschaft und die Unternehmen, die sich günstig ver- oder umschulden können, und natürlich für die Asset-Manager, denen Anleger auf der Suche nach auskömmlichen Renditen immer mehr Geld anvertrauen.

      Auf Sicht der nächsten 12 bis 24 Monate sollten also Aktien von u.a. Immobilienwerten, Asset-Managern, Beteiligungsunternehmen und Finanzinvestoren gute Bedingungen vorfinden. Und die aussichtsreichsten von ihnen finden sich auf meiner Empfehlungsliste.

      Also, Marco, Du bist hier mit Deiner Frage genau richtig gelandet, genau dafür ist dieser Strang gedacht. Und vielen Dank für die netten, lobenden Worte. Da habe ich mich sehr drüber gefreut.

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  2. Hallo Michael,

    Eine kurze Frage an dich.Ich gehe aufgrund deiner Empfehlungsliste davon aus, dass du einigermaßen diversifiziert bist, sprich 30-50 Positionen hälst? (Korrigiere mich wenn ich falsch liege). Buffet hat einmal gesagt er hält es für unnötig mehr als 6 Aktien gleichzeitig zu halten, sofern man sich mit diesen 6 Unternehmen ausgezeichnet auskennt.Zu meiner Frage: Glaubst du deine Performance wäre besser oder schlechter wenn du durchweg ein sehr konzentriertes Portoflio halten würdest. Sprich nur in deine jeweils 6 besten Ideen (besten Ideen zum Zeitpunkt des Investierens) investieren würdest und beim Entecken eines neuen und viel versprechenden Investments die schlechteste dieser 6 Aktien für die Neue rausschmeißen würdest? Freue mich auf deine Antwort.

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    1. Ich habe nicht alle Werte von der Empfehlungsliste in meinem Depot. Mein Depot sieht ein bisschen aus wie bei Buffett: ich habe vier deutlich übergewichtete Ankerinvestments so um und bei 10% Depotanteil (Aurelius, Blue Cap, Deutsche Rohstoff AG, MBB), dann einige mittelgroße Positionen um die 7% und eine ganze Reihe von kleineren Positionen. Insbesondere Turnaroundspekulationen sind zumeist kleine Positionen.

      Bei den kleineren Positionen wechsle ich auch schon mal aus, je nachdem wie ich die kurzfristigen Erwartungen einschätze. Und bei meinen Ankerinvestments trade ich bisweilen kleinere Anteile (bis zu 10% der jeweiligen Position), wenn der Wert eine volatile Phase hat. Eine zeitlang war das besonders Aurelius, nun eher DRAG und vor allem MBB. Gerade bei MBB nutze ich seit Wochen die Schwankungen zwischen €90 und €85 aus und handele 10% meines Bestands.

      Ich muss dazu sagen, dass ich meine Aktien alle in einer GmbH halte und somit die Kursgewinne ganz anders besteuert werden (niedriger) als bei Priavtanlegern. Und ich habe ein Depotmodell, bei dem ich übers Jahr verteilt 1,25% Depotgebühren zahlen, dafür aber keine Transaktionskosten; lediglich Börsenspesen (also bei den Regionalbörsen). Insofern sollte man hieraus keine nachzuahmende Handlungsweise ableiten.

      Und, bevor die Frage (wieder) kommt: ich empfehle nicht, für seine Aktienanlagen eine GmbH zu gründen. Bei mir gab/gibt es eine bestimmte Konstellation, weshalb ich diesen Weg für mich als den zielführendsten erkannt und gewählt habe. Ist keine Blaupause für andere.

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  3. Hallo Michael,

    wann ist für dich der Zeitpunkt für Gewinn-Mitnahmen reif? Würdest du Aktien mit Gewinn verkaufen, falls es zu einem starken Kurseinbruch kommt, ohne dass sich der Unternehmenswert groß geändert hat?

    Wie erklärst das Phänomen, dass nach Präsentation von starken Zahlen, es bei manchen Unternehmen trotzdem zum Kurssturz und Gewinnmitnahmen kommt?

    Danke!

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    1. Gewinnmitnahmen geht ja in Richtung Markt-Timing. Der Grundgedanke ist, die Kurse sind seit dem eigenen Kauf gestiegen und man will diese Buchgewinne nicht wieder verlieren. Der entscheidende Fehler bei diesem Denken ist, dass Deine Gewinne niemanden interessieren, außer Dich und das Finanzamt Deines Vertrauens. Niemand sonst kennt Deinen Einstandskurs und für die Börse und alle anderen hat er keine Relevanz. Er ist schlichtweg egal! André Kostolany sagte einmal, man müsse seine Aktien nach dem Tagespreis bewerten, nicht nach dem eigenen Einstandspreis. Und das ist richtig. Wenn Du ein gutes Unternehmen in Deinem Depot hast, das in den nächsten Jahren fast sicher seine Gewinne steigern wird, dann wird dies fast sicher auch der Aktienkurs tun. Selbst wenn er zwischenzeitlich einmal einbricht. Es wäre also nicht schlau zu versuchen, diese Phase des Kurseinbruchs zu timen. Würdest Du mit Deiner selbstgenutzten Eigentumswohnung ja auch nicht machen, oder? Sie verkaufen, weil Du befürchtest, der Preis könnte demnächst fallen. Und dann hoffst Du, dass Du sie in ein paar Monaten oder Jahren billiger zurückkaufen kannst. Bei guten Aktien ist es genau das selbe. Nur, dass man diese per Knopfdruck und ohne viel Aufwand über die Börse handeln kann, anders als Immobilien. Aber deshalb gelten dabei keine anderen Grundprinzipien.

      Was Kursrückgänge nach guten Zahlen angeht, so liegt es wohl daran, dass einige Leute auf gute zahlen spekulieren und der Kurs daher im Vorfeld steigt. Werden die Zahlen dann veröffentlicht, nehmen sie ihre Gewinne mit. "Buy the rumor, sell the fact" heißt das Sprichwort dazu. Für Value Investoren bieten sich durch den Rückgang dann eher Kaufgelegenheiten, weil wir ja auf die langfristige Entwicklung der Unternehmen setzen, nicht auf die kurzen Kurszuckungen. Schau Dir mal die Charts an von Apple oder Amazon oder Alphabet. Alle paar Monate kommen Quartalszahlen - wie oft wird man da wohl richtig gelegen haben, wenn man versucht hat, diese immer korrekt zu timen? Und wäre es nicht schlauer gewesen, die Aktien einfach nur im Depot liegen zu lassen? Solange die Entwicklung weiterhin stimmt und es im Unternehmen und/oder dessen Markt nicht zu schwerwiegenden Problemen kommt, gibt es eigentlich keinen Grund, sich von den Aktien zu trennen. Egal, ob 5% oder 500% in Deinem Depotauszug als Performance dahinter steht. Der Wert der Aktie ist der heutige Wert. Und wenn dieser nicht massiv unterhalb der heutigen Aktienkurses liegt, sollte man sich nicht am Timing versuchen...

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  4. Hallo Michael,

    ich habe einige grundsätzliche Fragen zum Value Investing. Die Strategie des Value Investings besagt, dass man Aktien mit niedrigem KGV kaufen soll. Wenn ich mir Aktien wie Evotec, NVIDIA, Aumann oder auch Hypoport anschaue, wäre die Empfehlung eines Value Investors die Aktien zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einzukaufen, da die KGVs über 35, sogar über 40 liegen. Betrachtet man aber diese Aktien aus heutiger Sicht ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse weiter steigen, hoch. Die Evotec Aktien zum Beispiel legte innerhalb eines Monats von 17-18 Euro auf 20 Euro, Tendenz steigend, Analystenempfehlung "kaufen". Auch riesige Zukunftsgewinne können so ein KGV nicht rechtfertigen. Also aus meiner Sicht Spekulation pur und extrem überteuert. Als Aktionär kann man aber trotzdem riesige Gewinne mit diesen Aktien einfahren.
    Woran liegt diese Irrationalität auf dem Markt? Welche Risiken siehst Du zum Beispiel beim Kauf einer Hypoport Aktie zum heutigen Kurs und würdest Du die Aktie heute kaufen? Was erwartest Du z.B. im Falle eines Börsencrashes, wie würde sich der Kurs von Hypoport entwickeln und wie von Apple oder Gilead Sciences?

    Danke für Deine Antwort und viele Grüße
    Thomas

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    1. Value Investing bedeutet nicht, Aktien mit niedrigem KGV zu kaufen. Das ist zu kurz gesprungen. Value Investing betreibt, wer Aktien kauft, die weniger kosten als sie wert sind. Entweder heute (Ansatz nach Benjamin Graham) oder in der Zukunft (Philip Fisher). Buffett hat sich von Graham zu Fisher hin entwickelt. Man schaut also auf die Gewinne, die ein Unternehmen in der Zukunft erwirtschaften wird, und zinst diese nach heute hin ab. So erhält man einen auf heute bezogenen Zukunftswert, den man mit dem aktuellen Preis (Aktienkurs) vergleicht. Soviel zur Theorie der Discounted-Cash-Flows...

      Ein wenig simpler ist das Verwenden des PEG, des Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnisses. Man nimmt also nicht nur das aktuelle KGV, sondern man nimmt den Durchschnitt über einen Zeitraum, also 5 oder 10 Jahre. Wie sind in diesem Zeitraum die Gewinne gewachsen? Und die das KGV? Wenn die Gewinne jährlich um 30% wachsen, ist ein KGV von 25 nicht teuer. Legen die Gewinne nur um 3% pro Jahr zu, dann schon.

      Hypoport wächst sehr schnell und profitabel. Man hat sehr viel Geld in die neue Versicherungsplattform Insurtech gesteckt und wenn diese auch nur halb so gut angenommen wird, wie erwartet (und wie es bei der Kreditplattform der Fall war), dann werden die Gewinne explodieren. Der Markt billigt deshalb aktuell ein höheres KGV zu. Und aus meiner Sicht zurecht. Ebsno bei Vectron. Sollte die Coke-Kooperation (GetHappy-App) einschlagen, wird der Gewinn von Vectron explodieren. Dann sind 25 Euro glatt geschenkt. Wird das ein Rohrkrepierer, dann wäre Vectron eher bei 15 Euro angemessen bewertet mit seinem Stammgeschäft.

      Im Falle eines Börsencrashs erwarte ich, dass alle Aktien stark fallen. Denn ein Crash passiert ja aus Irrationalität heraus, wenn Panik herrscht. Ich habe ja schon einige mitgemacht und weiß daher, wie besch... sich so etwas anfühlt und wie schwierig es ist, einen kühlen Kopf zu bewahren. Nur wenige (wie Warren Buffett) schaffen das und kalkulieren; die meisten schmeißen einfach nur ihre Aktien auf den Markt, egal welche, alle. Und Apple? Die werden fallen wie ein Stein. Die sind in jedem Depot, in jedem Fonds und wenn Anleger ihre Gelder abziehen, werden vor allem die großen, liquiden Werte verkauft. Weil die am wenigsten darunter leiden. Da dies dann aber alle gleichzeitig tun, stürzen die ab wie Supermann auf Kryptonit.

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    2. Danke für Deine kompetente Antwort Michael! Wie würdest Du kalkulieren und reagieren, wenn es ein Börsencrash gibt? Ich halte 30% Cash für den Fall, es kann ja jeden Tag passieren.

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    3. Da man einen Crash nicht vorhersehen kann, ist ein zu hohes Cashpolster auch keine Lösung, da es ja bei den Magerzinsen kein Geld verdient in der Zeit, während man auf den Crash wartet. Ich habe daher selten eine Cashquote über 15%. Eigentlich nur, wenn ich Verkäufe tätige und mal keine neuen guten Investmentideen habe. Und dann ist es auch so, dass ein Crash selten von allen Branchen ausgelöst wird, sondern dass der Auslöser meistens ein Bereich ist. Hier kann man dann gezielt reduzieren, da der Abschwung vermutlich länger andauert und stärker ausfällt, während die übrigen Sektoren sich nach kurzer Panik meistens schnell wieder erholen (im großen Crash 200 bis 2003 hat das weniger gut funktioniert, der war ungewöhnlich lange und hat fast alle Branchen erwischt). Mit dem sowieso bestehenden Cashpolster hat man dann genug trockenes Pulver, um sich die Rosinen herauszupicken.

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  5. Hallo Michael,
    hast du eine Meinung zu der Niiio Finance Group aus Görlitz. Der AR ist sehr prominent besetzt, das gefällt mir.
    Anbei eine sehr lesenwertes Interview mit der CEO
    https://www.openpr.de/news/984457/Nachgefragt-Interview-mit-Johann-Horch-CEO-niiio-finance-group-AG.html

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    1. Ich komme mir aktuell ein bisschen wie der André Kostolany vor, als er 1999 vor den Exzessen am Neuen Markt und der "New Economy" gewarnt hat. Niemand hat ihn ernst genommen (den mahnenden Warren Buffett übrigens auch nicht, der galt damals ebenfalls als verstaubtes Auslaufmodell) und auch ich habe Kostolany damals nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Denn auch ich war im Rausch der explodierenden Kurse gefangen und wollte auch gar nicht hören, dass das alles eine gigantische Blase ist. Nun, ob man es hören will oder nicht, die Realität findet trotzdem statt. Und auch das teure Erwachen.

      Nun denn, ich halte überhaupt nichts von den ganzen gehypten Kryptoirgendwasbuden. Das ist reines Gezocke, die meisten von denen werden in ein, zwei Jahren pleite und vergessen sein. Die haben kein Geschäftsmodell (außer "wir machen irgendwas mit Bitcoin oder Blockchain") und kriegen das "Silly Money" der Anleger hinterher geschmissen. Deshalb können die sich eine Zeit lang über Wasser halten. Aber die meisten Firmen weisen hochgradige Parallelen zu Schneeballsystemen auf: solange immer mehr Leute immer mehr Geld rein schmeißen, läuft die Kiste. Sobald der Strom versiegt, gegen die lichter aus und die meisten werden am Ende richtig viel Geld verloren haben. Und dann werden wieder "die Abzocker" schuld sein, oder "die Börse", oder es ergeht der Aufschrei "alle Aktien sind Betrug". Nein, es ist die eigene Gier der "Anleger", an der sie finanziell ersticken. Ich habe es selbst erlebt am Neuen Markt und ich habe es selbst mitgemacht. Und bin selbst an meiner Gier fast erstickt. Ich weiß aber auch, dass es keinen interessiert, was ich hier schreibe. Ihr müsste eure eigenen Erfahrungen machen und diese teuer bezahlen. Wer nicht hören will, muss zahlen. (Nur) so lernt man. Gier frisst Hirn.

      Ach so, wie war die Frage? Niiio Finance? Ne, nix für mich.

      P.S.: Etwas völlig anderes ist die Blockchain-Technologie selbst. Die Blockchain braucht Kryptowährungen nicht, Kryptowährungen aber die Blockchain. Die Blockchain-Technologie ist spannend, die kann etwas Großes werden. So wie der 3D-Druck. Aber welche Firma da wirklich am Ende Erfolg hat (und Geld verdient), kann man heute gar nicht abschätzen. So wie es vor 100 Jahren auch tausende (!) Autohersteller gab. Ein absolutes Erfolgsprodukt, unbestritten. Aber 90 Prozent der Hersteller sind trotzdem pleite gegangen und ihre Aktionäre haben oft all ihr Geld verloren. Man muss bei neuen Technologien auf die Sieger von morgen setzen. Aber eben auch erst dann, wenn man diese relativ sicher identifizieren kann. Und kann man das heute? Ich jedenfalls nicht...

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  6. Hubert Klein27.12.17, 21:04

    Hallo Herr Kissing,

    ich bin vor einiger Zeit über diverse Verlinkungen auf Ihre Seite gestossen und schaue mir Ihre Inhalte ab und zu genauer an. Ich bin beeindruckt, wieviel Arbeit Sie in die Dokumentation stecken.

    Ein kleines Anliegen habe ich an Sie: Könnten Sie event. bei nächster Gelegenheit einmal auf die Bewertung von EPS bzw. Dividendenausschüttung bei den BDCs eingehen? Ich möchte nächstes Jahr wieder verstärkt in diesen Sektor investieren, doch tue ich mich außerordentlich schwer damit einzuschätzen bzw. zu beurteilen, ob die Dividende eines bestimmten BDCs durch den Gewinn gedeckt ist oder aus der "Substanz" bezahlt wird. Konkret: Bei einer BDC habe ich vor ein paar Tagen gelesen, dass die vierteljährl. Earnings nach GAAP nicht ausreichten, die Dividende zu finanzieren. Aber dann war gleichzeitig die Dividende durch Ermittlung von "core earnings" nicht nach GAAP finanzierbar. Ich frage mich daher, welcher Wert nun wirklich relevant ist.

    Gruß
    Hubert Klein

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    1. Bei BDCs (wie auch Immobilienunternehmen und/oder REITs) macht eine Bewertung anhand des EPS keinen Sinn. Das EPS enthält auch Erlöse aus dem Verkauf von Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen und bei BDCs aus der Ablösung von Krediten. Das sind Einmaleffekte, die zwar in der Gewinn- und Verlustrechnung hübsch aussehen, aber da es bei BDCs (und REITs) vor allem auf hohe Dividendenzahlungen ankommt, ist der entscheidende Faktor, ob das operative Geschäft diese Dividenden verdient. Denn wenn man Beteiligungen verkaufen muss, um die Dividenden ausschütten zu können, ist das Ende absehbar. Die Beteiligung bringt einmal Geld, aber die dauerhaften Einnahmen/Gewinne sinken.

      Bei REITs zieht man daher die FFO zu Rate (Funds-from-Operations), bei BDCs das NII (Net-Investment-Income). Das NII ist quasi das netto-Ergebnis aus dem Investmentgeschäft. Und dieses NII sollte mindestens die Dividenden abdecken (die sog. Payout-Ratio sollte also unter 1 liegen), dann sieht das nach einer soliden Sache aus. Sofern... der NAV nicht dauerhaft sinkt. Dieser Nettoinventarwert (Buchwert) ist die zweite wesentliche Einflussgröße, denn wenn z.B. ein Kredit platzt, dann muss er wertberichtigt werden. Und das schlägt sich negativ auf den NAV nieder. Ein stetig sinkender NAV zeigt also an, dass man zu viele faule Kredite vergeben hat und hier immer wieder Ausfälle drohen. Womit auch wieder das NII und die Dividendenzahlungen beeinträchtigt werden. Bis hin zu Dividendenkürzungen.

      Die "ideale BDC" weist folgende Merkmale auf:

      1. konstanter oder sogar steigender NAV über einen längeren Zeitraum
      2. der NAV je Aktie ist genauso hoch wie der Aktienkurs oder sogar niedriger
      3. das NII ist stets so hoch wie die Dividendenausschüttung oder sogar höher
      4. die Dividende sollte seit langem konstant sein oder sogar steigen
      5. die Dividendenrendite sollte möglichst hoch sein

      Dabei ist kaum vorstellbar, dass eine BDC alle Kriterien gleichzeitig erfüllt. Denn dann wäre sie wirklich das ideale Investment. Aber die Mehrheit der Kriterien sollten schon erfüllt sein und die übrigen auch nicht total außerhalb aller Normen.

      Nehmen wir als Beispiel Main Street Capital (MAIN), die wohl beste aller BDCs. Der NAV steigt, die Dividenden steigen, das NII steigt und deckt die Dividenden mehr als ab (daher gibt es sogar Sonderdividenden). Aber... der Kurs ist extrem hoch. Er liegt 75% über dem NAV und die Dividendenrendite ist mit 5,5% vergleichsweise niedrig. Das ist der Preis, den man für diese solide und hervorragend geführte BDC zahlen muss.


      P.S.: Wo kein NII verfügbar ist, wird auch auf das NOI (Net Operating Income) abgestellt, das weitgehend identisch ist und daher eine annähernd gleiche Aussagekraft hat bzgl. der Payout-Ratio.

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  7. Guten Tag Herr Kissig,

    wie ist Ihre persönliche Einschätzung was die Zukunft der großen Tech Werte betrifft? Apple Amazon Alphabet Alibaba Facebook Tecnet werden diese Unternehmen Ihre Dominanz fortsetzen ausbauen... Die Börsenkurse werden ja nicht unendlich steigen. Welche Werte sollte man nach einer Korrektur kaufen? Gibt es eine Möglichkeit alle genannten Werte in einem Fond zu kaufen?
    Ich freue mich schon auf Ihre Meinung
    PS. Kennen sie den Wert Noratis WKN: A2E4MK hohe Dividende
    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen

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    1. Moin Jürgen,
      ich denke, dass die großen Techwerte weiter florieren und ihre Marktposition weiter ausbauen können. Daher habe ich einige von ihnen im Depot. Wie sich ihre Aktienkurse entwickeln, kann ich natürlich nicht sagen, glaube aber an mittel- und langfristig weiter steigende Kurse analog zu r operativen Entwicklung dieser Unternehmen. Die Werte auf meiner Empfehlungsliste halte ich schon für eine gute Mischung und mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis versehen.

      Bzgl. eines Fonds/ETFs stelle ich mal "frech" die Gegenfrage: in welchem sind denn die genannten Techwerte nicht die größte Position? Man bekommt ja kaum einen breiter Aufgestellten ETF/Fonds, der nicht vor allem diese großen Techwerte massiv hoch-/übergewichtet hat.

      Noratis ist als Bestandshalter von Wohnimmobilien für mich nicht interessant; ich habe keinen einzigen Wert aus diesem Sektor im Depot. Grundsätzlich zeichnen sich alle Werte in diesem Sektor durch ein vordergründig niedriges KGV aus und vergleichsweise hohe Dividendenrenditen. Hier sollte man einen Peergroupvergleich vornehmen, ob gerade Noratis besonders attraktiv bewertet ist im Vergleich zu seinen Wettbewerbern. Als Malus weist Noratis jedenfalls auf, dass sie erst vor Kurzem an die Börse kamen und daher eher wenig gute Informationen zu finden sind.

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    2. Mit Fond meinte ich wo nur diese 5 - 10 größten Tech Werte vorhanden sind.
      Danke für Ihre schnelle ausführliche Meinung.

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    3. Da müsste man sich wohl durch einen Fondsselektor (zB bei der comdirect) wühlen und au US-Tech-Werte setzen. In den jeweiligen Beschreibungen finden sich dann ja auch die jeweiligen Gewichtungen. Und da dann einen aussuchen, der 75% oder mehr in diese Schwergewichte investiert. Dabei aber immer auch auf die gebühren achten, vor allem die TER (Total Expense Ratio); die sollte möglichst gering sein. Ansonsten könntest Du ggf. nach einem Wikifolio suchen mit entsprechender Ausrichtung. Schau Dir doch ggf. mal das Wiki "High-Tech Stock-Picking" von Stefan Waldhauser an (klick).

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  8. Hallo Michael,

    hast Du Dir Mutares mal wieder angeschaut? Die haben die Erwartungen des Börsengangs von STS nicht erfüllen können (26-32 Mill € anstatt 50) und haben daher einen Kurssturz sondergleichen erlebt. Das Papier notiert derzit bei 13,20 €. Ich bin gerade erst mal die Nachrichten durchgegangen und muss noch einen Blick in die Finazberichte werfen, doch damit dürfte Mutares wieder mit einem gehörigen Abschlag auf den NAV notieren.
    Zudem scheinen mir die Aussichten insgesamt intakt. Klat, die Analysten ziehen jetzt auch wieder den konfliktreichen Abgang des letzten CEO aus dem Hut, doch das hat bisher nicht viel angerichtet. Da kann noch was kommen, klar, doch die Aktie cheint mir wieder sehr günstig bewertet.
    Ich frage mich, ob die Aktie nicht jetzt wieder fundamental interessant wird?

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    1. Nein, Mutares werde ich nicht mehr anfassen und das liegt daran, dass die verantwortlichen Personen nicht (mehr) vertrauenswürdig sind oder unfähig. Oder beides.

      Oder mit Warren Buffetts Worten: "Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte". Und wer, wie Mutares, seine Aktionäre so hinters Licht führt, fällt für mich in diese Kategorie.

      Das Problem bei Mutares ist doch, dass sich als roter Faden bei Mutares durchzieht, dass sie ständig - und auch jetzt erneut bei STS - den NAV viel zu hoch ausweisen (prozentual zweistellig) und dann beim Verkauf/Exit diese NAV-Bewertung nicht erreichen. Wenn man dann noch sieht wie viele Aktien in den letzten Wochen in den Markt gedrückt wurden (vermutlich von ausgeschiedenen Mitgründer und Vorstand), während der Vorstand mehrere Jubelmeldungen zum STS-IPO mit aufgehübschten Zahlen verbreitet hat und über diverse Gazetten hat verbreiten lassen, kann man sich doch nicht mehr ernsthaft an solche einem aktionärsfeindlichen Laden beteiligen!

      Ergänzend noch ein paar "einfach gedachte" Anmerkungen zu Mutares:

      1. Dr. Greuer hielt 27% der Aktien und er wurde vor die Tür gesetzt als Vorstand. Der Kurs leidet seitdem unter einem stetigen Angebot an Aktien. Rocket Internet hat kürzlich, als ein Großaktionär rund 6% der Aktien loswerden wollte, ein spezielles Aktienrückkaufprogramm aufgelegt und diese Aktien einfach absorbiert. Kann man auch so erledigen.

      2. Mutares will unbedingt eine hohe Dividende zahlen, obwohl es viel sinnvoller wäre, die vorhandenen Mittel ins Business zu stecken. Die Dividenden wurden in der Vergangenheit nämlich selten verdient, da man eher Verluste ausweisen musste und sich bei den Töchtern verhoben/verschätzt/vergriffen hatte.

      3. Es gibt einen schwebenden Rechtsstreit mit Diehl, der Mutares in schlimmsten Fall einen zweistelligen Millionenbetrag kosten kann (Diehl fordert 22,5 Mio. Euro und da kämen ggf. noch Anwalts- und Gerichtskosten sowie Zinsen hinzu). Würde Mutares diesen verlieren und die Forderung 1:1 durchschlagen aufs Eigenkapital, könnte das für Mutares Existenz bedrohliche Ausmaße annehmen. Zumindest wäre das Unternehmen erheblich eingeschränkt.

      4. Mutares hat einige notleidende Unternehmen verkauft (oder verkaufen müssen), die jahrelang Geld vernichtet haben. Man hat also keinen guten Job gemacht, ob nun bei der Auswahl oder bei der Sanierung/Neuausrichtung. Und STS hat man in kurzer Zeit zusammengekauft und nun soll das Unternehmen auf einmal das X-fache wert sein und schnell an die Börse gebracht werden - aber Mutares will die Mehrheit behalten.

      Nimmt man diese Fakten zusammen, sieht es fast so aus, als müsste Mutares des STS-Verkauf durchziehen, koste es, was es wolle. Weil man nur so an dringend benötigtes Geld kommt.

      Ob es so ist, weiß ich nicht. Aber es wäre eine Erklärung für das Verhalten des Mutares-Vorstands. Und ich fühle mich jedenfalls als Aktionär von diesem Management nicht gut behandelt. Und vor allem diejenigen, die aufgrund der vollmundigen Versprechungen kürzlich in Mutares investiert haben, aber auch die Börsenbriefe und -magazine (wie Börse Online), die diese Propaganda ungefiltert verbreitet haben, die sollten sich "verarscht" vorkommen (wie es der Wikifolio-Trader Lukas Spang aka Junolyst so treffend formulierte).

      Mutares? Ne, danke. Die Bude ist für mich verbrannt. Endgültig. So billig kann die Aktie gar nicht werden, als dass der Preis diese Charakterschwäche und Managementschwächen ausgleichen könnte. Und wenn die handelnden Personen irgendwo anders in verantwortlicher Position auftauchen, wäre diese neue Gesellschaft gleich auch ein No-Go für mich. Und ich brauche Mutares ja auch nicht, denn auf dem deutschen Kurszettel finden sich eine ganze Reihe von interessanten und aussichtsreichen sowie seriösen Beteiligungsgesellschaften. Eine ganze Reihe von ihnen finden sich auf meiner Empfehlungsliste.

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    2. Na, vielen Dank für diese knackige Einschätzung. Ich gebe zu, ich habe an einen Wiedereinstieg gedacht, doch die drei Punkte, die Du genannt hast (andauernder Druck durch Greuer, Diehl und möglicher Verkaufsdruck), hatte ich nicht (mehr) auf dem Radar, und die machen Sinn.

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    3. Ein Nachtrag vielleicht noch: mich wundert, dass keiner der Analysten das Problem vor dem Kurststurz (i.e. vor der IPO) gesehen hat. Am 23 April hat Boersengefluester sehr optimistisch zu Mutares berichtet. Die Analysen waren alle sehr positiv, auch Lukas Spang hat sich erst nachher aufgeregt. Ich frage mch wirklich, warum das so schief gelaufen ist. Waren da alle gutgläubig, und warum hat dann Mutares erst überzogene Bewertungen genannt, wenn das bei der IPO ohnehin ans Licht kommt?

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    4. Mutares hat mit Hauck & Auffhäuser und MainFirst zwei renommierte Adressen für Nebenwerte-IPOs für den STS-Börsengang mandatiert und die beiden werden Mutares eingehend beraten haben. Die letzten Börsengänge hatte H&A ja sehr zufriedenstellend abwickeln können und da hat man wohl deutlich zu hoch gegriffen. Die Stimmung für IPOs hatte sich ja jüngst eingetrübt und mehrere Börsenaspiranten hatten ihre Börsengänge vor oder während der Zeichnungsphase abgesagt.

      Was mich im Fall Mutares aber besonders stört, ist die Tatsache, dass Mutares ganzes Geschäftsmodell darauf beruht, Unternehmen zu bewerten. Billig die hoffnungsvollen Sanierungsfälle einkaufen, umstrukturieren und dann gewinnbringend verkaufen. Sie setzen die NAVs aber generell astronomisch hoch an, kriegen die Unternehmen dann nur mit erheblichen Abschlag losgeschlagen und jetzt versauen sie es mit dem Bewertungsansatz auch wieder beim STS-Börsengang. Das ist schlicht Unvermögen! In ihrer eigentlichen Kernkompetenz!

      Was Junolyst so aufgebracht hat ist, dass er kurz vor der Meldung mit dem Vorstand direkt gesprochen hat und dort noch die hohen Werte bestätigt wurden. Um dann einige tage später kassiert werden zu müssen. Maximaler Vertrauensschaden eben. Und passt für mich ins Bild eines Managements, das nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und nicht sauber arbeitet. Muatres ist nicht mehr "koscher".

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    5. Ich kann nur zustimmen, dass der ganze Vorgang nicht für die Kompetenz von Mutares spricht - aber das gilt doch dann sicher in gleichem Masse für die beratenden Banken. Die müssen sich doch die Bücher genau angeschaut haben. Man könnte natürlich auch vermuten, dass, wenn die Stimmung auf die Zeichnungsspanne gedrückt hat (Springer Nature hat abgesagt, wer noch?), die Rücknahme der Bewertung sehr kurzfristig nötig geworden ist. Das wäre dann von niemand so recht vorhersagbar gewesen und würde Mutares wieder besser dastehen lassen.
      Was Spang angeht, so verstehe ich das Gezeter nicht. Er kann doch wohl nicht erwarten, eben mal so einfach Insider-Informationen zugesteckt zu bekommen - so etwas muss entweder veröffentlicht werden oder man muss schweigen - jedenfalls darf man einzelnen Personen keinen geldwerten Vorteil verschaffen. Nach allem was ich weiß, wäre das strafbar.
      Und noch mal, die Einschätzung des Buchwerts von STS scheint ja von jedem geteilt worden zu sein - haben die alle Mutares einfach so geglaubt? Ich zitiere mal Edison Research vom 28.9.2017:
      "Die Erwartungen für einzelne Portfoliopositionen (Norsilk, Cenpa, BSL Pipes &
      Fittings) wurden nach unten geschraubt, doch der Automobilbereich – das größte
      Segment von Mutares (gemessen an den Einnahmen nach den jüngsten Fusionen und Übernahmen) – entwickelt sich gut. Sowohl die STS Group als auch Elastomer
      Solutions werden ihren Betriebsgewinn im FJ17 voraussichtlich verdoppeln... Der Nettoinventarwert des Portfolios belief sich zu Ende Juni 2017 auf 319,4 Mio. €
      (bzw. 20,6 € je Aktie laut unseren Berechnungen). Dies stellt ein Plus von 3,7 %
      gegenüber dem Wert zu Ende des Jahres 2016 dar. Zum aktuellen Kurs von 13,29
      € werden die Mutares-Aktien nach wie vor mit einem deutlichen Abschlag von 36 %
      auf den NAV gehandelt."
      Da ist also durchaus von ein paar Bewertungen die Rede, die zurückgenommen werden mussten, aber insgesamt klingt das doch positiv, und den Abschlag vom NAV stellt Edison nicht in Frage. Und man könnte auch viel neuere Beurteilungen zitieren: alle positiv. Auch der Rechtsstreit mit Diehl scheint niemanden über Gebühr zu besorgen.
      Die wirklich undurchsichtige Sache war der Rausschmiss von Greuer - damals bin ich auch ausgestiegen.
      Konklusio: ich wundere mich immer noch, warum niemand Probleme mit dem STS-Börsengang gesehen hat (inklusive der begleitenden Banken) und frage mich, ob diese Sache wirklich Mutares allein anzulasten ist.

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    6. Nein, Mutares hat nicht alleine Schuld an dem STS-Fiasko. Die beratenden Banken haben hier auch keinen guten Job gemacht und wohl den Preis zu hoch taxiert. Gier frisst Hirn. Aber das wäre ihr Job gewesen, hier nicht nur auf die eigene Provision zu schielen, sondern den Markt und die Bewertung richtig einzuschätzen.

      Aber... Mutares muss selbst Unternehmenswerte einschätzen können, das ist deren Geschäftsmodell!!! Das kritisiere ich. Und darüber hinaus, dass es eben kein Einzelfall ist, sondern dass Mutares seit langer Zeit zu hohe NAVs ausweist und diese sich bisher nie (!) haben realisieren lassen. Ich habe das als "roten Faden" bezeichnet, diese fortgesetzte Politik des Scheiterns an den selbst zuvor geschürten Erwartungen. Mutares verspricht viel und liefert wenig. Und das seit Jahren. Ketzerische Frage: warum sollte es jetzt auf einmal anders/besser werden? Die gleichen Personen, das gleiche Geschäftsmodell, das gleiche Muster? Also... für mich ist Mutares verbrannt. Und ich werde keine weiteren Gedanken mehr an das Unternehmen verschwenden - dazu gibt es zu viele gute und lukrative Beteiligungsgesellschaften, bei denen ich mich als Aktionär ernst genommen fühle und nicht nur ausgenutzt.

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    7. Noch einmal ein Nachtrag zu der Diskussion:
      1) Ich habe vor 2 Tagen bei Mutares angerufen, um deren Standpunkt zu hören. Zu sprechen war niemand, ich solle eine Email schreiben. Habe ich getan - bisher keine Antwort.
      2) Ein Kommentar zu STS/Mutares bei BSGFL: jetzt nur noch begrenzt erhellend, seine Sicht auf die Finanzen von STS hätte Gereon Kruse mal vorher schreiben sollen.
      Wenn ich Mutares nach Greuers Abgang gehalten hätte, wäre ich ziemlich sicher auch voll hereingefallen. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, genau bei den Finanzen von STS nachzuforschen (mal abgesehen von der Frage, ob ich in der Lage gewesen wäre, irgendwas zu finden.)
      Summa Summarum: letztendlich muss ich Dir Recht geben bei Deiner Einschätzung. Ich werde die Finger von Mutares lassen.

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  9. Moin,

    Lang & Schwarz ist dir sicherlich ein Begriff, wurde aber hier von dir noch nie behandelt, zumindest konnte ich nichts finden. Ist zuletzt nach der Dividendenausschüttung wie auch in den Vorjahren "traditionell" unter Druck geraten. Dazu kommt sicher der Ausstieg vom kleinen Chef.
    Auf dem aktuellen Kursniveau mehr denn je ein Unternehmen mit intakter Wachstumsstory und attraktiver Dividendenrendite.
    Was hältst du von Lus?

    Gruß

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    1. Lang & Schwarz ist nicht so mein Fokus. Das Brokergeschäft ist mir zu wechselhaft und Wikifolio betrachte ich als enormes Risiko - wenn denn die Kurse mal stärker und länger einbrechen und das zu einem Nadelöhr wird. Das schaue ich mir lieber von der Seitenlinie an und investiere in Branchen, die mir mehr zusagen.

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    2. Moin und vielen Dank für deine Antwort!
      LuS macht allerdings mehr als nur Brokerage. Was Wikifolio angeht, so wird hier auch seitens des Vorstandes immer wieder betont, dass man die Bedeutung von WF für LuS nicht überbewerten darf. Was vor allem die Anleger gerne tun, da ja auch etwas Phantasie drinsteckt.
      Dass du das Geschäft generell als zu wechselhaft empfindest, kann ich allerdings nachvollziehen. Andererseits, welche Aktie ist bei einem Crash sicher...

      Danke noch mal für deinen Meinung, finde ich toll, dass du den Kontakt zu deinen Followern und Blogbesuchern so stetig pflegst !
      Gruß

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  10. Hallo Herr Kissig,
    ich habe eine Frage zu MPH Health Care. Die Aktie hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Ich habe mir auch den Jahresabschluss 2017 angesehen. Die Gesellschaft hat drei börsennotierte Töchter, deren Aktien sich in 2017 gut entwickelt haben. Das hat zu Gewinnen der MPH in 2017 geführt. So weit so gut.
    Dann gibt es noch die nicht börsennotierte Magnum AG, die 60% an der MPH AG hält. Nun hat die MPH in 2017 ihren Kurs nicht steigern können. Trotzdem hat die Magnum AG in 2017 einen großen Gewinn gemacht. Ich habe das nicht verstanden.
    Gibt es da etwas, was man noch wissen sollte oder mache ich einen Denkfehler.
    Und es würde mich natürlich interessieren, ob Sie die MPH oder eine ihre Töchter für eine gute langfristige Geldanlage halten.

    Vielen Dank und schöne Grüße

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    1. Ich meide Unternehmen aus dem Dunstkreis der Magnum. Haemato war mal die Windsor AG und ein Immobilienunternehmen - mit einer Tochter namens MPH, das im Pharmabereich tätig war und hohe Dividenden liefern sollte. Und zwei weiteren Pharmatöchtern, Pharmigon und Simgen (eine wurde später in Haemato umbenannt, glaube ich). Dann wurde - nach heftigen Misserfolgen bei der Windsor - schlagartig das Immobilienbusiness verkauft und die Windsor übernahm das Pharmageschäft der Haemato und der anderen Pharmatöchter. Das Immobilienunternehmen wurde mal eben so zum Pharmaunternehmen! Und der Immobilienbereich ausgegliedert und verscherbelt. Am Ende dieses ganzen Kuddelmuddels war auf einmal die MPH war die Mutter der Haemato/Windsor.

      Die Aktionäre waren dem Hin- und Her schutzlos ausgeliefert und den besten Schnitt zu jedem Zeitpunkt hat immer die Magnum gemacht. Weiß nicht, ob ich die inzwischen Jahre zurückliegenden Vorgänge korrekt zusammengefasst habe, aber für mich ist seit jener Zeit klar, dass ich mit diesen Leuten (Magnum) keine Geschäfte mehr machen möchte. Als Aktionär bin ich denen nicht wichtig, die agieren ausschließlich aus Eigennutz.

      P.S.: Die Windsor AG war das erste Unternehmen, das ich hier im Blog besprochen habe (Dezember 2011). Ich habe also meine persönlichen Erfahrungen mit der Magnum gemacht, auch als herumgeschubster Aktionär ihrer Beteiligungen.

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  11. Hallo Michael,
    Der Preis der mVISE Aktie ist seit geraumer Zeit auf Talfahrt vom Hoch im Juni. Meinst du es liegt einfach am starken Kursanstieg davor oder auch am Verkauf der Just Intelligence GmbH Beteiligung vor kurzem? Ich kann keine grundsätzliche Veränderung an den Erfolgsaussichten des Unternehmens erkennen und habe heute zugeschlagen.
    Beste Grüße

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    1. Genau. Diese beiden Faktoren erzeugen momentan Unsicherheit bei mVISE. Das Unternehmen ist nicht gerade günstig bewertet, rechtfertigt dies aber durch sein starkes Wachstum und seine zunehmenden Margen. Jetzt hat man die Just Intelligence GmbH Knall auf Fall verkauft, obwohl diese profitabel ist und Teil der (bisherigen) Strategie und des Wachstums. Eine nachvollziehbare Begründung zu dem Verkauf gibt es bisher nicht, finanzielle Details auch nicht. Man tappt also im Dunkeln. Klar ist allerdings, dass die bisher verkündeten Wachstumsziele ohne JI nicht zu erreichen sind. Also müssen dies entweder reduziert werden oder Vorstand Götz hat bereits ein (oder zwei) andere Ziele im Auge. Denn externes Wachstum durch Übernahmen sind ja ebenfalls Teil der Wachstumsstrategie. Solange hier nichts Konkretes kommt, wird der Kursverlauf eher nervös bleiben, denke ich...

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    2. Im Interview mit "Die Vorstandwoche" hat sich mVISE-CEO Götz zum Verkauf der Just Intelligence GmbH geäußert. Danach war die JI letztes Jahr nur durch ein hohes Maß an Aktivierungen profitabel, das in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten war. Der Kaufpreis, so DVW, dürfte daher eher symbolisch gewesen sein. Götz geht davon aus, dass mVISE ohne die JI die Jahresprognose sogar leichter erreichen kann. Den entfallenden JI-Umsatzanteil glaubt man durch zusätzliches organisches Wachstum kompensieren zu können. Die Jahresprognosen wurden daher bestätigt. Und nochmals explizit darauf hingewiesen, dass mVISE auch durch anorganisch wachsen will - und muss, wenn man die mittelfristigen Ziele erreichen möchte.

      Unterm Strich also eine Beruhigungspille. Die Unsicherheit bleibt dennoch vermutlich noch eine Zeit lang Begleiter in diesem Wert. Die Perspektiven stimmen aber und mVISE dürfte auf dem Niveau von €4,50 eine attraktive Chance sein. Die Vorstandswoche geht davon aus, dass der Kurs die vor einiger Zeit erreichten Hochs bei €6 wieder sehen wird...

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    3. wann würdest du nochmal zuschlagen und aufstocken ?

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    4. Mein Investmentcase bei mVISE ist "on track", aber einen Grund, meine Position jetzt aufzustocken zu müssen, sehe ich auch nicht. Momentan warte ich einfach nur ab.

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  12. Hallo Michael, über welchen Börsenplatz handelst Du die Aktien der BDCs wie z. B. Ares Capital oder TPG Specialty Lending? Im Direkthandel (Tradegate) liegen die Spreads oft zwischen 1 und 2 %.

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    1. Ich habe bisher BDCs ausschließlich in Deutschland gehandelt - die Spreads sind deutlich größer, solange die Börse in New York geschlossen ist. Die bessere Handelbarkeit und geringere Spreads bekommt man zwischen 15:30 und 20:00 (Schluss in Frankfurt).

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    2. Bin zwar nicht Michael, aber handle kleine US-Werte wie die BDCs meistens über die NYSE, insbesondere dann wenn die Alternative nur eine Regionalbörse wie Frankfurt oder Stuttgart ist, wo bei OnVista inkl. Handelsplatzgebühr dann 11,50€ pro Order anfallen. In New York hat man den Spread nicht und die Order kostet um die 13€.
      Wenn über Tradegate handelbar (6,50€ bei Onvista), dann würde ich evtl. dort kaufen und das Kauflimit beim Geldkurs setzen.

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  13. Thomas Danner25.08.18, 17:06

    Hallo Herr Kissig,

    ich habe mehrere Fragen und würde gerne mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen.
    1. Wie stellt sich Ihr beruflicher Werdegang dar? Genauer, wie landet man bei einer GmbH mit ausreichend Verlustvortrag und denkt sich: "ich weiß, was ich tue, kenne mich mit den Finanzmärkten aus, also lasse ich mir von der Gesellschaft ein kleines Gehalt auszahlen und versuche darüber hinaus, mit Aktien Geld zu verdienen? So etwas entscheidet man schließlich nicht einfach mal so.. Ich frage rein aus persönlicher Neugier, da ich kurz vor dem Abschluss eines Bachelors stehe und mich für diese "Geschäftsidee" interessiere.. Es ist mein großer Traum, Ihren Weg zu gehen. Mit meiner eigenen Firma und mich mit Bilanzen, Geschäftsmodellen und Bewertungen zu befassen. Nicht primär um so reich wie Buffett zu werden, sondern, weil ich das ganze System, einen Teil von großartigen Unternehmen zu besitzen und damit Geld zu verdienen, toll finde.
    Mir fehlt allerdings eine genaue Vorstellung davon, wie sich das verwirklichen lässt. Fehler, die Sie mit einer Zeitreise vermeiden würden, ungenutzte Chancen oder eventuell ein Ratschlag wären mir viel wert.
    2. Wie ermitteln Sie den inneren Wert einer Aktie? Die bekannteste Methode ist die des discounted cash flows (DCF). Hier stelle ich mir jedoch die Frage, auf welcher Basis man die Cash Flows der Zukunft schätzen will. Zudem ändern sich die Zinssätze und auf wie viele Jahre zinsen Sie die Beträge ab? All das erscheint mir sehr vage. Da es aber das Herzstück des Value Investing bildet, komme ich nicht umhin, das verstehen zu wollen.
    3. Was genau ist Ihrer Meinung nach der Beweggrund Warren Buffetts, in Apple zu investieren. Ja, es ist das mit Abstand profitabelste Unternehmen der Welt. Nichtsdestotrotz ist es kein "typisches Buffettinvestment". Die Aktie war bei seinem Einstieg mit ca 160 USD keinesfalls unterbewertet. Es war aus meiner Sicht mehr eine Growth, denn eine Value-Aktie. Könnte es die erhoffte Wirkung der Steuerreform sein? Ist es aus Ihrer Sicht für einen Einstieg zu spät, jetzt bei ca. 210 USD noch einzusteigen; quasi in der Hoffnung auf gigantische Sonderdividenden und Aktienrückkäufe angesichts der Berge an geparktem Geld im Ausland?


    Schönes Wochenende weiterhin und viele Grüße

    Danner

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    1. Thomas Danner25.08.18, 17:11

      Eine Sache hätte ich fast vergessen:
      Wenn ich in meinem Onlinedepot eine Aktie kaufen möchte, fragt mich die Seite, bei welchem Börsenplatz ich die Aktie kaufen möchte.. Ich verstehe nicht, wie es sein kann, dass ein- und dasselbe Unternehmen an verschiedenen Börsen verschiedene Kurse haben können? Es ist doch derselbe Anteil desselben Unternehmens und müsste folglich an allen Kursen gleich viel wert sein?
      Muss ich bei Investments in zB Dollar-Aktien den Wechselkurs beachten?

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    2. Moin Thomas,
      bei Dir klingt das fast so, als hätte ich in jungen Jahren einen Plan gefasst, mit Mitte 40 eine eigene Firma zu haben und mich mit der Anlage meines eigenen Vermögens in Aktien zu beschäftigen. Dieser Weg war nicht vorgezeichnet und stellt sich so auch nur aus der Rückschau als zielgerichtet dar. So, wie sich meine Lebenskonstellation momentan ergibt, ist sie das Ergebnis der Entwicklung, aber nicht Ergebnis einer konkreten Planung. Es hat sich halt so ergeben. Nach der Schule habe ich eine Banklehre gemacht (gezielt, weil ich mich für das Bankwesen interessiert habe und weil ich der Meinung war, dass diese Ausbildung eine gute Grundlage für jede Art der beruflichen Beschäftigung im kaufmännischen Spektrum wäre). Im Anschluss habe ich mein Volks- und Rechtswissenschaftsstudium aufgenommen, weil mich diese Themen interessierten und andererseits weil ich mir meine Zeit frei einteilen konnte. Ich habe mich parallel mit zwei Freunden selbständig gemacht - im Immobilienbereich und zwar mit einer GmbH. "Der" GmbH. Das lief anfangs ganz gut, dann stieg der eine Partner aus persönlichen Gründen aus und wir beiden verbliebene haben die Firma weitergeführt. Allerdings hatten wir beide parallel auch anderweitige berufliche Aktivitäten, so dass das Immobiliengeschäft von uns beiden eher stiefmütterlich betrieben wurde. Kann sich heute kaum jemand vorstellen, aber der Immobilienmarkt lief nicht immer so wie heute, sondern es war eine lange Zeit eher schwierig. Dann kam die Immobilienkrise und das hat für heftig rote Zahlen gesorgt. Und irgendwann haben wir uns überlegt, dass wir beruflich getrennte Wege gehen wollen - mein Ex-Partner hat das operative Immobiliengeschäft übernommen, die GmbH aber blieb über. Die hätten wir abgewickelt - da kam mir die Idee, dass ich die vielleicht selbst nutzen könnte. Die Gelegenheit war da, aber keine Planung eine solche zu schaffen. Daher kann ich auch nicht beurteilen, ob dies bzw. ein ähnlicher Weg für jemand anderen eine Perspektive darstellen könnte. Oder sollte.

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    3. Zu den Discounted Cashflows habe ich ein zwiegespaltenes Verhältnis. Ich kenne auch keine andere/bessere Methode als das DCF-Modell, um den Wert einer Firma zu bestimmen. Also die erwarteten Gewinnen der Zukunft in die Gegenwart abzuzinsen und das Ergebnis dann mit dem heutigen Preis/Kurs abzugleichen. Aber... da man eine Reihe von Annahmen treffen muss und zwar für einen längeren Zeitraum in der Zukunft, ist das Ergebnis maßgeblich davon abhängig, welche Annahmen man trifft und wie gut/realistisch diese sind. Das macht das Ergebnis (beinahe) beliebig.

      Buffett meinte mal, auch wenn zwei Leute die selben Annahmen träfen und in das gleiche DCF-Modell eingäben, würden sie am Ende unterschiedliche Ergebnisse bekommen. Und Charlie Munger frozzelte mal über Buffett, er würde ihn ständig über Discounted Cashflows reden hören, hätte ihn aber nie einen berechnen sehen.

      Die Ergebnisse beim DCF hängen ausschließlich von den zugrundeliegenden Annahmen ab und auch kleine Abweichungen machen hier große Unterschiede. Mein Hauptkritikpunkt am DCF ist aber nicht dies, sondern dass das Modell am Ende eine Zahl ausspuckt. Und diese Zahl suggeriert, dass es mit mathematischer Genauigkeit (und Unfehlbarkeit) einen absoluten "wahren" Wert gibt. Und das ist Quatsch. Jedenfalls dass die DCF-Methode diesen ermitteln könnte. Eben weil sie aufgrund der Annahmen so beliebig ist.

      "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen", sagte Mark Twain. Genau so ist es und das betrifft auch die DCF-Methode und sogar in erhöhtem Maße. Weil sie auf 10 oder mehr künftige Jahre abzielt, man aber heute Annahmen treffen muss mit denen man das Modell füttert. Ich stelle daher keine solchen konkreten Berechnungen an. Ich mache diese Rechnungen überschlägig um ein Gespür dafür zu bekommen, wie sich der Wert des Unternehmens in die Zukunft entwickeln wird. Und seine Gewinne. Das ist natürlich ungenau, aber objektiv ungenau im Gegensatz zur DCF-Methode, sie ihre Genauigkeit bei der Wertermittlung nur vorgaukelt.

      Wie sklavisch man sich an diese Berechnungsmethode hält, muss jeder für sich selbst herausfinden. Sehr vereinfachend hat Buffett es einmal so dargelegt: "Fügen Sie ein Portfolio von Unternehmen zusammen, deren summierte Gewinne über die Jahre steigen und der Marktwert Ihres Portfolios wird dies ebenfalls tun". Folgt man dem Ansatz, muss man "nur" noch im Blick behalten, ob die Entwicklung sich anhand der Geschäftszahlen auch wie erwartet einstellt, oder ob es schlechter läuft. Dann muss man ggf. eine Neubewertung vornehmen oder die Reißleine ziehen.

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    4. Zu Apple kann ich nur so viel sagen, als dass Buffett sie nicht als Tech-Unternehmen ansieht, sondern als Konsumwert. Apple hat ein eigenes Ökosystem geschaffen, in das man schnell reinkommt, aber kaum wieder raus. Das gefällt Buffett, das versteht er als den Burggraben von Apple und wegen dieser extrem hohen Kundenbindung kauft er Apple. Während ich Apple sehr kritisch sehe wegen der extrem hohen Abhängigkeit vom Iphone. Wenn das Iphone floppt, stehen dreiviertel von Apples gewinnen im Feuer. Dieses Klumpenrisiko ist mir viel zu groß. Daher keine Apple-Aktien (mehr) für mich...

      Und zu den unterschiedlichen Kursen an unterschiedlichen Börsenplätzen: das war früher der Normalfall, damit konnte man Arbitragegewinne einfahren. Kurse sind das Resultat von Angebot und Nachfrage. Bei marktengen Werten sieht man das auch heute noch: ein Provitanleger will in Stuttgart zu 18 Euro verkaufen und seine Order ist so ziemlich die einzige. In Frankfurt will jemand anderes verkaufen und hat dort 17,50 Euro vorgegeben als Limit. Schon hat man den Preisunterschied. Bei größeren Werten tritt sowas kaum mehr auf, weil zu viele Marktteilnehmer die unterschiedlichen Preise im Blick haben und diese auszunutzen versuchen. Und dank des automatisierten Computerhandels erfolgt dies heute in Sekundenbruchteilen. Allerdings eben nicht immer, vor allem bei kleinen Nebenwerten und Nebenbörsen, wie Düsseldorf oder Hamburg. Hier sind die KIs nicht aktiv und daher finden sich manchmal starke Preisunterschiede.

      Wenn Du US-Werte kaufst, hast Du immer ein Wechselkursrisiko, weil Du ja im Euro-Raum lebst. Entweder Du kaufst an einer US-Börse in Dollar. Dann trifft Dich der Wechselkurs nur/erst, wenn Du verkaufst und das Geld wieder auf ein deutsches Konto (in Euro) transferierst. oder Du kauft an einer deutschen Börse in Euro und hast ständig den Wechselkurs "an Bord", weil der maßgebliche US-Kurs in Dollar gestellt wird und ständig in Euro umgerechnet wird, um hier den gleichen Wechselkurs bereinigten Eurokurs anzuzeigen.

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    5. Thomas Danner01.09.18, 18:07

      So eine ausführliche Antwort habe ich erhofft, aber nicht erwartet. Vielen Dank dafür. Ich werde versuchen, Sie so gut ich kann mit Spenden jeden Monat zu unterstützen, damit Ihr tolles Projekt weiterhin Gehör findet.

      Eine Frage noch: wie kann ich mir das vorstellen, wenn Sie sagen, "Ich habe mich parallel mit zwei Freunden selbständig gemacht - im Immobilienbereich und zwar mit einer GmbH". Haben Sie eine GmbH gegründet, mit dieser Immobilien gekauft und quasi versucht, mit den Mietzinsen Gewinne zu erwirtschaften?

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    6. Unsere GmbH war im Bereich Hausverwaltung, Vermietung und Vermittlung von Grundstücken, Wohnungen etc. tätig. Einen eigenen Wohnungsbestand hatte sie nicht - wohl aber wir selbst, mit wechselnden Beteiligungen an den einzelnen Objekten und auch teilweise mit weiteren Partnern an Bord (nicht jeder war an jedem Immobilienprojekt beteiligt). Ein Großteil der Immobilien befand sich in Ostdeutschland und wurde aus Insolvenzverfahren heraus erworben und anschließend saniert. Das wurde dank des wirtschaftlichen Abschwungs im Osten immer schwieriger und 2008/09 dann extrem unerfreulich. Hat nicht jeden von uns gleich stark getroffen, denn jeder hatte ja auch seine weiteren Einnahmequellen. Bei mir waren es vor allem Immobilien und Aktien. 2008/09 keine Traumkombination - da konnte das eine das andere nicht gerade stützen.

      Aus dieser Zeit und meinen gemachten Erfahrungen heraus bin ich bei Immobilien skeptisch; viele Leute glauben, es kann nur steil nach oben gehen mit den Preisen und Mieten. Ich habe es über 20 Jahre hinweg auch anders erlebt. Und meine Einstellung zu Kreditfinanzierungen, Sicherheiten und der vermeintlichen Sicherheit von Zinsbindungen hat sich grundlegend geändert. Die Frage "was kann im schlimmsten Fall passieren?" sollte man sich vor allem auch bei Immobilien stellen mit dem für Otto Normalbürger enormen Investitionsvolumen. "Wird schon gutgehen" ist kein guter Ansatz und schon gar kein solides Fundament. Auch deshalb habe ich heute bei meinem Investment-Portfolio (in der GmbH) keinerlei Fremdfinanzierung (darüber denke ich ja schon seit längerer Zeit nach, bisher ohne Ergebnis) und bei meinem privaten Dividenden-Depot habe ich einen begrenzten Wertpapierkredit in Anspruch genommen,der durch die Dividendeneinnahmen mehr als bezahlt wird (das habe ich mal in dem Artikel "Meine High-Yield-BDC-Dividend-Debt-Strategie. Einfach perfekt oder ziemlich blöd?" dargelegt. Weitere Kredite habe ich nicht und plane ich auch nicht. Immobilien habe ich keine (mehr). Mein Vermögen steckt in Aktien - ggf. auch mal in Immobilienaktien...

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  14. Hallo Michael

    Auch wenn ich nicht der ursprüngliche Fragesteller war, so habe ich nun dennoch eine Folgefrage an dich... Du berechnest bei deinen Immobilienunternehmen und bei deinen Beteiligungsgesellschaften (von welchen du ja einige besitzt) den Fair Value ja auf Basis des Net Asset Value (NAV): Kannst du hierzu auch noch konkreter erwähnen, wie du vorgehst? Leider finde ich auch im Internet nicht gross Angaben zu diesem Thema (ganz im Gegenteil zum DCF-Verfahren) Woran erkennst du, ob der bestehende NAV zu teuer, fair oder zu niedrig ist? Vielen Dank schon im Voraus!

    Beste Grüsse
    David

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    1. Bei den Immobilienunternehmen berechne ich keinen NAV. Bei DIC Asset (z.B.) habe ich immer die Unternehmensangaben verwendet. Hier sind die FFO (Funds from Operations) die Schlüsselkennzahl.

      Bei Beteiligungsgesellschaften kommt es drauf an. Einige Unternehmen geben selbst den NAV an (Aurelius, Blue Cap). Und man kann eine SOTP-Bewertung vornehmen; hier liegt es natürlich auch an der Datenlage und wie viel Aufwand man betreiben will. Handelt es sich ausschließlich um Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind und/oder keine Geschäftsberichte veröffentlichen, ist das natürlich schwierig. Bei börsennotierten Beteiligungen ist es relativ einfach, den NAV zu bestimmen, wenn man die Beteiligungshöhe kennt. Dann muss man sich "nur" noch damit befassen, ob der jeweilige Börsenkurs dieser Beteiligungen gerechtfertigt ist.

      Im Grunde habe ich kein Bewertungsschema, das für jedes Unternehmen passt. Ich gehe zwar grundsätzlich ähnlich vor, aber jedes Unternehmen ist dann doch anders. Und, ich habe das ja schon öfter erwähnt, ich lege einen besonderen Wert auf weiche Faktoren. Die findet man z.B. im Geschäftsbericht oder in den Unternehmensmeldungen. Wie stellt das Management Erfolge dar, wie geht es mit Misserfolgen um. Das ist für mich (fast) noch wichtiger, als ob am Ende auf den Cent genau die Planzahlen/Prognosen erreicht wurden.

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  15. Guten Morgen Herr Kissing,
    erlauben Sie mir bitte Sie mit einer kurzen Frage zu belästigen. Als ich die Chinesischen Aktien (Weibo, JD.com) halbgünstig gekauft habe, dachte ich der Chinesische Handelskrieg mit den USA wäre eher ein Papiertiger. Mittlerweile liege ich schon weit im roten Bereich.
    Da ich Ihrem Blog schon lange folge und über die Qualität Ihrer Tätigkeit sehr erfreut bin, würde ich gerne Ihre Meinung wissen: Die betreffenden Aktien tiefrot abstoßen und in bessere Aktien umschichten, weil der Kurs gen Süden wahrscheinlich weiter mittel- langfristig bestehen wird oder warten bis aus tiefrot blutrot wird in der Hoffnung dass sich der Kurs dieser eigentlich sehr guten Aktien in den nächsten Monaten nach Ihrem Ermessen wieder erholen wird. Ihre persönliche Meinung wäre selbstverständlich nur eine Meinungsäußerung, keine Empfehlung.
    Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen
    Matthias

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    1. Moin Matthias,
      die Frage kann ich Dir so natürlich nicht beantworten, da ich keine Ahnung habe, wie sich die Kurse entwickeln werden. Vor allem nicht bei chinesischen Werten, die ich so gar nicht auf dem Schirm habe.

      Im Grunde ist es allerdings ganz einfach: André Kostolany lehrte uns, dass wir Aktien nie aufgrund unseres Einstandskurses bewerten sollten, sondern immer zum Tagespreis. Damit meinte er, dass es abgesehen von uns selbst und das Finanzamt unseres Vertrauens niemanden interessiert, zu welchem Kurs wir die Aktien gekauft haben und ob wir gerade im Gewinn oder im Verlust sind. Und deshalb sollten wir selbst das auch ignorieren!

      Es kommt einzig darauf an, wie wir die Aktien heute einschätzen. Und zwar so, als hätten wir sie nicht im Depot! Würden wir die Aktien heute als aussichtsreich und/oder unterbewertet einstufen und sie ggf. kaufen? Oder würden wir die Finger davon lassen, weil sie überbewertet sind oder wir damit Bauchschmerzen hätten? Nur auf diese Art sollten wir entscheiden, ob wir Aktien im Depot behalten. Nicht anhand der früheren Performance.

      Und als Value Anleger schauen wir auch auf den fairen Wert der Unternehmen, nicht (so sehr) darauf, wie sich ein Markt entwickeln könnte. Buffett behauptet sogar, er habe noch niemals in seinem Leben eine Aktie aufgrund makroökonomischer Überlegungen gekauft oder verkauft. Und ich glaube ihm.

      Daher die konkrete Gegenfrage: glaubst Du, dass die von Dir genannten Weibo und JD.com heute und auf dem aktuellen Kursniveau ein gutes Investment sind? Bestehen die Gründe noch, weshalb Du sie mal gekauft hattest?

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    2. Hallo Michael,
      herzlichen Dank für Deine Zeilen. Ja, ich habe Bauchschmerzen, weil ich einfach nicht absehen kann, wie lange dieser bereits viel zu lange Handelskrieg noch dauern wird. Im Allg. entwickeln sich die Märkte recht gut, nur die chinesischen werden herunterge"trumpelt".
      Ich habe jetzt alle chinesischen Werte tiefrot verkauft, jetzt ist auch noch der CEO von JD.com verhaftet worden ....
      Zwar bin ich davon überzeugt, dass die o.g. Aktien ein gutes Investment sind bezüglich der Unternehmen, die dahinter stehen, leider überhaupt nicht mehr, dass sie in diesem Aktien-Ökosystem meine Ersparnisse erhalten oder gar vermehren. Einen langen Atem über Jahre hinweg habe ich nicht. Die Kostolany-Lehre habe ich so noch nicht gehört, aber er hat völlig recht. Und ich hätte die Aktien auch gehalten, weil ich denke, dass sie ihren Preis wert sind. Und ich würde sie auch heute zu diesen Kursen kaufen, wenn nicht die sehr reale Gefahr besteht, dass sie noch die nächsten Monate weiter heruntergeprügelt werden. Vielleicht bin ich doch eher eine Mischung aus Trendfolger und Value-Investor, der doch noch makroökonomischer Überlegungen für relevant hält. Aber ich werde die Werte im Auge behalten und falls sich ein besseres Umfeld abzeichnet, werde ich zumindest eine davon wieder kaufen, die JD.com, Weibo fand ich dann doch etwas zu teuer.

      Ich danke Dir recht herzlich für diese wertvollen Denkanstöße.
      Liebe Grüße
      Matthias

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  16. Hierundjetzt20.03.19, 08:33

    Lieber Michael,
    seit langem verfolgst du ja schon Steico. Wie siehst du das Unternehmen aktuell aufgestellt? Neben der weiter guten Baukonjunktur, dem milden Winter klingt ja u.a. auch die das Ausscheiden des Wettbewerbers Homatherm (samt günstiger Übernahme deren Flex-Anlage und Ankündigung, die Preise dadurch Anheben zu können) nicht schlecht. Was sagst du zum Ausblick auf 2019 mit Umsatzprognose +10% und etwa +9% beim Ergebnis? Hat Steico in der Vergangenheit eher konservative Prognosen ausgegeben und diese hinterher getoppt? Abgesehen von den beiden Ausschlägen nach unten zum Jahresbeginn und nach den 2018er-Zahlen Anfang Februar läuft der Kurz relativ seitwärts und mit Abschlag zu den Höhen aus 2018. Siehst du die Aktie auf einem guten Einstiegsniveau mit Potential nach oben, oder ist der Wert aktuelle schon eher Fait bewertet?

    Danke und viele Grüße
    Christian

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    1. Steico hat bisher seine Planungen immer (über-)erfüllen können. Abgesehen vom Brexit, da man rund 15% Umsatz in UK macht, sehe ich momentan wenig Hindernisse für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft bei Steico. Der relativ milde Winter und der anhaltende Bauboom in Deutschland dürften weiter die Umsätze treiben. und dass Steico ständig erweitert, und das dabei gerne auf günstig abzustaubende Maschinen aus Insolvenzen zurückgreift, spricht ebenfalls für das Unternehmen. Ich erwarte keine schnellen Kurssprünge, sondern eher ein stetiges Nachobenklettern - wenn wir endlich wissen, wie es mit dem Brexit ausgeht...

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  17. Moin Michael,

    dein Blog ist leider mit Abstand das beste, was die Bloggerszene in diesem Bereich zu bieten hat. Leider deshalb, weil ich gerne noch mehr Lesestoff hätte. :)
    Habe mir alle anderen DACH-Blogs angesehen und kann nur sagen, dass du mit Abstand diesen Preis abgeräumt hast - die Entscheidung wird für die Jury nicht schwer gewesen sein.

    Kennst du abseits von DACH noch lesenswerte Blogs? Mich interessieren vor allem deutsche Aktienwerte. Börsengeflüster lese ich manchmal noch bei interessanten Werten zB, das Nebenwerte Journal scheint auch interessant, kostet aber Geld.
    Oder gibt es abseits vom Netz noch Print?-Magazine, welche deutsche Aktienwerte beleuchten? Gerne auch Nebenwerte, DAX interessiert mich eher weniger.

    Gruß

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    1. Danke für das nette/fette Lob! ^^

      Ich habe hier im Blog weiter unten in der rechten Spalte eine Blogroll, in der die 10 aktuellsten Artikel "lesenswerter Finanz-Blogs" angezeigt werden. Am Ende der "Box" kann man auf "alle anzeigen" klicken und dann erscheinen noch weitere Blogs/Website (jedenfalls die, die auch über einen RSS-Feed verfügen). Ich denke, da könntest Du fündig werden...

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    2. Werde ich mir mal durchsehen, danke. Vielleicht ist ja was dabei. Schönes Wochenende schon mal !

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  18. Juten Tach !
    Hast du dir schon mal Rosenbauer aus Österreich angesehen? Trotz Weltmarktführerstatus und Nische nicht zu teuer bewertet. Vielleicht auch für dich interessant...
    Gruß!

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    1. Rosenbauer habe ich mir vor knapp 5 Jahren mal näher angesehen, aber dann kam das Kartellverfahren und ich habe die Finger davon gelassen. Heute sehe ich die ganze Kraftfahrzeugbranche skeptisch, weil sie in einem massiven Umbruch steckt und kaum absehbar ist, wie das ausgeht. Das gilt auch für Spezialfabrikanten wie Rosenbauer, auch bei Feuerwehrfahrzeugen können und werden sich die Anforderungen der Kommunen vielleicht stark ändern und inwieweit Rosenbauer hier mithalten kann, kann ich überhaupt nicht abschätzen. Daher lasse ich die Finger davon.

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    2. Solide Argumente, welche gegen ein Investment sprechen könnten. Kann mir zwar grade nicht vorstellen, dass "schweres Gerät" vom Ökowahn erfasst wird, aber vielleicht gilt ja auch für die bald ein Fahrverbot in Innenstädten ;)

      Das Kartellverfahren ist zwar seit fast 10 Jahren abgeschlossen, zeigt aber natürlich auf, dass dort Leute am Werk sind, welche auch illegale Wege gehen würden.

      Danke für deine Meinung zu dem Thema Rosenbauer !

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  19. Hallöchen !

    Du bist ja auch viel im w:o-Forum unterwegs, unter anderem auch im Thread vom kleinen Chef.
    Ich kann mit seinen Werten ehrlich gesagt so gar nichts anfangen - abgesehen von einigen wenigen. 7c Solarparken und Defama haben mir besonders zugesagt - und bin seit dem Kauf auch glücklich. Sogar durchs Krisenjahr 2018 ging es mit 10% Gewinn bei beiden Werten.
    Warum hast du diese Aktien für dich ausgeschlossen? Zu klein oder zu neu? Zu teuer bewertet?

    Gruß

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    1. 7C Solarparken hatte ich mal auf meiner Beobachtungsliste, aber das Unternehmen/Geschäftsmodell haut mich jetzt nicht so vom Hocker, als dass ich hier eine Outperformance ggü. anderen Werten aus dem Bereich regenerativer Energien ausmachen würde. Ich setze hier auf PNE.

      Defama ist nichts für mich. Malls, Einkaufszentren und mit etwas Zeitverzögerung auch Fachmarktzentren werden unter dem massiv zunehmenden Onlinehandel immer stärker leiden und dann stehen irgendwann die Immobilien leer. Das betrifft Defama bestimmt noch nicht auf Sicht der nächsten fünf Jahre, aber ich halte das Chance-Risiko-Verhältnis nicht für attraktiv genug verglichen mit "richtigen" Gewerbeimmobilienwerten. Und von denen habe ich drei absolute Top-Werte auf der Beobachtungsliste und im Depot: DIC Asset, Godewind Immobilien, TTL Beteiligung und Grundbesitz. Ein weiteres Unternehmen aus dem Sektor, das keine bessere Rendite verspricht und auch kein signifikant niedrigeres Risiko aufweist, brauche ich nicht.

      7C und Defama sind keine Flops, aber ich halte andere Werte für attraktiver. Ob*s wirklich so kommt, wird sich zeigen. Gerade PNE bekommt langsam den von mir erwarteten Rückenwind...

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    2. Hallo und danke für deine Meinung zu dem Thema. Finde es immer wertvoll, zu den eigenen Werten auch andere und vor allem kritische Einschätzungen zu hören. In den Foren und auch den Aktienseiten im Netz gibt es ja fast ausschließlich positive Beiträge oder Relativierungen zu lesen.
      Kritische Stimmen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, gibt es so gut wie gar nicht und haben meist auch andere Hintergründe als sachliche Meinungen zu den Werten - zB persönliche Differenzen mit den Mitforisten.
      Ich kann also nur großes Dank und Lob aussprechen für deine Arbeit hier mit diesem Blog. Ich persönlich finde 7c und Solarkraft grundsätzlich interessanter als Windkraft - verfolge aber auch deine Beiträge zu PNE. Ich weiß heute gar nicht mehr, warum ich mich damals gegen PNE und für 7c entschieden habe - nur dass ich es bisher zumindest nicht bereut habe. Werde mich bei PNE aber nochmals einlesen.

      Bei Defama ist der Onlinehandel natürlich ein großer Konkurrent, aber das war er auch schon vor 5 Jahren. Bisher jedenfalls laufen die Geschäfte glänzend, und wie auch du sehe ich auf absehbare Zeit keine großartigen Ereignisse, welche den Fachhandel über Nacht aussterben lassen und die Kunden geschlossen zum Onlineanbieter wechseln lassen würden.
      Zumal ich bestimmte Dinge wie Supermärkte auch einfach nicht wegdenken kann - Food-Delivery ist in meinen Augen kein Geschäftsmodell, was sich großflächig durchsetzen wird.
      Gibt natürlich auch Alternativen, und bei DIC bin ich auch dabei. Auf den Wert bin ich übrigens dank dir aufmerksam geworden :)
      Weiter so !
      Gruß

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    3. Weißte, weshalb ich Food Delivery - anders als Du - als totales Online-Ziel sehe? Das fehlende Shoppingerlebnis. Niemand kauft gerne Lebensmittel oder Waschpulver ein. Da würde man also nichts vermissen (anders als bei z.B. hochwertigen Klamotten oder Uhren oder Schmuck, wo es eben um das Shoppen an sich geht). Nächster Gedanke: es boomen die Smart Speaker, allen voran der Echo von Amazon. Je mehr Menschen sich daran gewöhnen, über Sprachsteuerung ihre Geräte zu steuern, werden auch ihren Einkauf schnell darüber erledigen. Wenn ich meine Einkaufsliste gemacht habe, weshalb sollte ich mich ins Auto setzen und zu REWE oder EDEKA fahren, um dort die Sachen selbst einzukaufen, wenn ich einfach zwei Minuten ganz bequem von der Couch aus mit Alexa sprechen und das erledigen kann? Und dann wird mir der Kram auch noch bis an die Wohnungstür gebracht! Ich bin davon überzeugt, dass sich das total durchsetzen wird - natürlich vor allem in den Ballungszentren; auf dem flachen Land wird das weniger und später passieren. Aber auch dort wird die Entwicklung nicht halt machen. Und genau deshalb investiere ich nicht (langfristig) in Fachmarktzentren. Die laufen dann nämlich genauso gut wie früher die Schlecker-Läden...

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    4. "Niemand kauft gerne Lebensmittel oder Waschpulver ein." - Michael hier irrst Du Dich. Es gibt viele Leute, die gern einkaufen. Meine Frau zum Beispiel oder mein Nachbar, der Rentner, der den ganzen Tag nichts zu tun hat und stundenlang die Kaufland und Lidl Papierprospekte nach Schnäppchen durchsucht, um dann dahin fahren zu können. Es ist sein Hobby. Dann der Einkaufserlebnis noch - frisches Obst muss man anfassen können, dann nach dem Einkauf etwas beim Bäcker für zu Hause holen und beim Imbiss eine Wurst futtern :D Kann man im Internet nicht ;) Nicht jeder sitzt gern zu Hause auf dem Couch und spricht zu einem Lautsprecher seine Wünsche durch :D Leute sind eben unterschiedlich. Und das die Schwarz Gruppe und andere sich vom Online Geschäft zurückgezogen haben, das hat hier in Deutschland Gründe, weil ich eines der Projekte eng mitverfolgt habe. Amazon kann es gern versuchen, sie werden wie Walmart damals mit Ihrem Ami-Konzept scheitern. Keine Chance hier in Deutschland. Woanders vlt. schon. Ich arbeite im Lebensmitteleinzelhandel und ich weiß wovon ich spreche.

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    5. Ich persönlich will ebenfalls das Gemüse vor "inspizieren", bevor ich es kaufe - lässt sich aber sicher nicht auf alle Menschen übertragen. Bin jung und wohne im Ballungsgebiet - und fahre nach der Arbeit mit dem Rad oder PKW beim Edeka vorbei.
      Alles andere ist teurer und unökologisch - nur meine Meinung.
      Komme zwar nicht aus dem EInzelhandel, aber aus der Supply Chain und weiß daher, dass Food Delivery nicht gut angenommen wird - dafür aber viel extra Aufwand bei den Zulieferern bedeutet.

      Grundsätzlich bin ich aber ebenfalls der Meinung, dass man als Inhaber von Gewerbe-Immo-Aktien die Marktentwicklung im kritischen Blick haben sollte.

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    6. Okay, dann differenzieren wir mal und nehmen Gemüse und frische, unverpackte Lebensmittel aus (obwohl Food Delivery ja trotzdem boomt wie bekloppt, wenn man auf Delivery Hero und/oder Hello Fresh blickt). Nehmen wir an, alle wollen die frischen Lebensmittel befühlen und vor dem Einkauf in die Hand nehmen - spricht das aber dann für ein Fachmarktzentrum oder einen Versorger der heutigen Art ala Lidl, Aldi, Edeka? Oder nicht eher (auch) für Wochenmärkte? Denn der Rest des täglichen Bedarfs, den muss man ja kaum anfassen, befühlen, beschnuppern. Ob es nun die Frühstücksflocken sind, die Getränke, das Waschpulver, die Windeln, das Deo, der Rasierschaum, der Kaffee, die Schokolade uswusf. Das alles kann ganz bequem nach Hause geliefert werden, nachdem man es online oder über Alexa/Echo geordert hat.

      Ausgangspunkt unserer Diskussion war ja, ob Malls und vor allem Fachmarktzentren wenig bis keinen Impact durch den Onlinehandel haben werden, so dass man mittel- und langfristig sicher in diesem Bereich investieren kann. Und ich sehe das nicht als sicher an, jedenfalls nicht bei einem Anlagehorizont von mehr als 5 Jahren. Und dann trifft uns das Thema Fristenkongruenz (jaja, ich weiß, diese "goldene Bankregel" kommt aus der Finanzierung und bedeutet, langfristiges Vermögen sollte durch langfristige Schulden finanziert werden, nicht durch kurzfristige). Man kann zwar als Aktionär ganz kurzfristig seine Aktien über die Börse abstoßen, aber der Grundgedanke ist derselbe: das Aktienkapital finanziert die Immobilien und zwar zusammen mit dem zusätzlich aufgenommenen Fremdkapital. Wenn ich also als Anleger in Immobilienaktien investiere, sollte ich dies auch mit langem Anlagehorizont tun und nicht als kurze Spekulation. Denn dann kaufe ich nur die Aktie als Spekulationsobjekt und beteilige mich nicht (wirklich) am zugrunde liegenden Unternehmen. Daher nochmals die Frage: sind Fachmarktzentren langfristig eine gute Geldanlage oder droht ihnen ein zunehmender Leerstand in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren? Und was passiert dann mit den Immobilien, den Flächen, den Mieten, den Werten? Egal? Man muss nur rechtzeitig genug den Absprung schaffen und so lange kann man die Kollekte kassieren und hoffen, dass man nicht als letzter von Bord geht (und die drohenden Wert- und Kursverluste einstecken muss)? Oder alles kein Problem und prosperierendes Businessmodell?

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    7. Bin absolut bei deiner Argumentation und muss auch gestehen, dass ich bei keiner meiner Aktien vorhabe, für immer drin zu bleiben. Wäre zwar schön, aber dafür ist mir der Markt zu wechselhaft. Zu viele disruptive Einflüsse, nicht nur aus den Unternehmen heraus, sondern auch aus der Politik. Leider muss man ja jederzeit mit einer schlechten Nachricht von wo auch immer rechnen. Ich hätte gerne Unternehmen, welche ich kaufen und liegenlassen kann bis zur Rente. Ich traue mir aber noch nicht mal eine politische Vorhersage für diese Legislaturperiode zu, so wie mit Koalitionsverträgen und Wahlversprechen umgegangen wird...
      Wie ein Unternehmen in 5, 10, 20 Jahren da steht und in welchem politischen Umfeld...ob Amazon die Branche dann schon übernommen hat oder oder oder...in Anbetracht dessen fühle ich mich mit einer Defama im Portfolio genau so wohl wie mit allen anderen Werten. Beobachten muss ich die als Anleger leider alle gleich.
      Ein grundsätzlich zum Scheitern verurteiltes Geschäftsmodell erkenne ich nicht bei meinen Depotwerten. Und wenn eine DeFaMa dann (vielleicht) in 10 Jahren nicht mehr mit xx% pro Jahr wächst, sondern stagniert oder leicht schrumpft, bin ich immer noch dick im Plus und kassiere weiter jedes Jahr die Dividende - so zumindest der Plan :)

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  20. Guten Morgen,

    hier auch noch eine Frage zum Bereich Entsorgung/Recycling: Ich finde den Sektor sehr spannend, und denke, dass dieses Thema noch wichtiger werden wird in Zukunft.
    Unternehmen gibt es in dem Bereich ja einige. Umicore, Tomra, etc.
    Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten der Branche und der Unternehmen ein?
    Mich hat bisher einzig und allein die hohe Bewertung der Unternehmen abgeschreckt. Aber der Markt handelt ja bekanntlich die Zukunft? Würde mich über ihre Einschätzung sehr freuen.

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    1. Tomra wird weiter stark profitieren, da die Recycling-Quoten politisch hoch und höher getrieben werden. Als Marktführer hat Tomra hier die besten Aussichten. Und sie erschließen sich angrenzende Geschäftsfelder für ihre Systeme, das ist ebenfalls viel versprechend. Kursrücksetzer waren immer gute Kaufgelegenheiten. Das dürfte auch in absehbarer Zeit so bleiben.

      Umicore ist etwas anders gelagert. Hier ist die Verschuldung ziemlich hoch, was immer ein Risiko darstellt. Nun werden die Zinsen in den nächsten Jahren erstmal wohl nicht ansteigen, das entlastet perspektivisch das Finanzergebnis. Aber Umicore investiert massiv im Bereich Recycling von Batterien und da kommt in nächster Zeit noch kaum was an Umsätzen rein. Liegt daran, dass der Boom bei E-Fahrzeugen ja erst los geht und die Batterien eine Zeit lang halten, bevor sie entsorgt werden müssen. Allerdings gibt es bisher keine Standards, so dass die mit großem händischen Aufwand bearbeitet werden müssen beim Recycling. Und jede Batterie aus einem E-Auto ist "Gefahrgut" wegen der Feuer- und Explosionsgefahr, so dass der Transport extrem teuer ist (und das Handling insgesamt). Auch gibt es Überlegungen, die ausgemusterten Batterien alternativ z.B. als Energiespeicher zu verwenden, weil dort ein Leistungsverlust von 15% bis 20% kein Beinbruch ist/wäre (anders als bei einem Auto, wo 20% weniger Leistung/Reichweite schnell zum KO-Kriterium werden kann, vor allem im Winter).

      Also, das Potenzial ist enorm, aber es ist noch nicht ausgemacht, dass sich die hohen Investitionen von Umicore auch auszahlen. Und dafür ist die Aktie recht hoch bewertet, so dass hier der Turbo wohl erst dann (wieder) zünden wird, wenn die Entwicklung etwas klarer wird. Im Idealfall könnte der Umicore-Kurs dann aber richtig durchstarten.

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    2. Vielen Dank für ihre ausführliche Antwort zu diesen beiden Werten !!
      Die geplante Nutzung als Energiespeicher war mir gar nicht bekannt - das könnte die Investitionen von Umicore natürlich zunichte machen.

      Bei Tomra macht mir Sorge, dass Plastik generell ja ziemlich verteufelt wird zur Zeit und die EU zu Plastikverboten übergeht. Wenn es weniger Plastikartikel gibt, gibt es ja auch weniger zu recyclen...aber noch ist ja nichts konkret.
      Vielleicht schafft Tomra es ja noch auf ihre Empfehlungsliste :)

      Schönen Tag wünsche ich !

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    3. Das mit dem Plastikverbot finde ich einen höchst interessanten und letztendlich richtigen ( Meeresverschmutzung, Microplastikpartikel) Aspekt. Aber was wird dann die Alternativverpackung sein? Wieder mehr Glas? Die Rücknahmeautomaten von Tomra sind auch dafür ausgelegt, benötigen aber bei Glasleergut deutlich mehr Stauraum hinter den Automaten, was in vielen Läden wohl zu echten Problemen führen würde und somit auch für Tomra ein schwierigeres Umfeld schaffen könnte.

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    4. Also, ein allgemeines Plastikverbot kann ich mir kaum vorstellen; aber ein parzielles, bezogen auf bestimmte Plastikteile durchaus. Bzgl. der Plastikflaschen sehe ich kein Verbot; im Gegenteil, eher eine Ausweitung. Allerdings durchaus das bestreben, die Recyclingquoten bei PET-Flaschen deutlich zu erhöhen. Das kann über ein merklich höheres Pfand geschehen oder "ganz einfach" analog der Biosprit-Anteile (E10): da hat man gesetzlich in Deutschland eine Quote vorgeschrieben, wie viel E10 verkauft werden muss am Gesamtbenzinabsatz. Und wird diese Quote unterschritten, müssen die Benzinhersteller heftige Strafen zahlen. Schon gibt es einen Anreiz, z.B. über die Preisdifferenz zwischen E5- und E10-Benzin den Absatz zu fördern, wenn die Quote droht, unterschritten zu werden. Genauso könnte man eine Recycling-Quote festlegen, denn man weiß ja, wie viele Flaschen der Hersteller verkauft hat mit seiner Brause und man weiß auch, wie viele von diesen Flaschen wieder zu ihm zurückgekehrt sind. Legt man hier eine Quote von z.B. 75% fest und belegt das Unterschreiten mit deutlichen Strafzahlungen, werden die Hersteller sich schon was einfallen lassen, wie sie die Käufer zum Pfandflaschen abgeben bewegen können... Der Staat sollte Ziele vorgeben, nicht Maßnahmen!

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    5. Vielen Dank für Ihre Einschätzung. An ein generelles Plastikverbot glaube ich auch nicht, aber mit Sicherheit werden bestimmte Plastiksorten mittelfristig ( zumindest innerhalb der EU) verboten werden. Hier spielt natürlich auch ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel eine Rolle. Die Zahl der Verbraucher, die Plastikverpackungen generell ablehnt, steigt. Gerade bei den großen Lebensmitteldiskountern liest man fast wöchentlich etwas zu diesem Thema. Das wird auch Konsequenzen für Branchen wie chemische Industrie und Verpackungshersteller haben. Ich beobachte schon längere Zeit das französische Unternehmen CARBIOS SA (A1XA4J), die „Kunststoffe“ entwickeln, die nach einer relativ kurzen Zeitspanne, welche je nach Produkt steuerbar ist, zu Milchsäure zerfällt. Habe bisher irgendwie immer den Einstieg verpasst, da der Kurs kein „langer ruhiger Fluss“ ist :-)
      Auf jeden Fall sollte der Staat Ziele vorgeben, sonst würden wir bis zum Sanktnimmerleinstag dreckige Diesel fahren , fossile Brennstoffe verheizen u.ä. Er sollte dies aber immer auch mit einem gewissen Druck machen, nicht nur, weil sonst wichtige Fortschritte verschleppt werden, sondern auch mit dem Gedanken an die Zukunftsaussichten des Industriestandortes Deutschland. In der Automobilbranche fehlte dieser Druck, mit der Folge, dass sie jetzt fast panisch hinterherhechelt, um den Rückstand wettzumachen.Dass Tomra ein norwegisches Unternehmen ist, verwundert darum nicht. Hier werden die Zielvorgaben vom Staat deutlich schneller und konsequenter umgesetzt.
      Das würde ich mir hierzulande manchmal auch wünschen.

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  21. Stark, wie du hier mit deinen Blogbesuchern diskutierst, Hilfe gibst, erklärst,...vorstellst. Darf man fragen, was du beruflich machst? Bin nicht sauer, wenn du das nicht beantworten magst. Mach weiter so !

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    1. Vielen Dank für das freundliche Feedback! =)

      Ich habe mal eine Bankausbildung absolviert und im Anschluss Volks- und Rechtswissenschaften studiert. Während des Studiums habe ich mich mit zwei Partnern im Immobilienbereich unternehmerisch betätigt und wurde einige Jahre später zusätzlich als Unternehmensberater aktiv. Mein liebstes Hobby ist schon seit meiner Schulzeit das Investieren und die Börse - vor einigen Jahren habe ich meine Partner aus der gemeinsamen GmbH herausgekauft und meine unterschiedlichen Geschäftsaktivitäten sowie mein Vermögen (also mein Investmentdepot und -kapital) in die GmbH eingebracht. Seitdem kümmere ich mich hauptberuflich um die Anlage meines Vermögens und nehme meine früheren beruflichen Aktivitäten nur noch dann wahr, wenn ich gerade mal Lust dazu habe. Ich habe also mein Hobby zum Beruf gemacht und freue mich immer noch jeden Tag darüber. Wenn andere Leute über finanzielle Freiheit sprechen, dann weiß ich genau, was sie meinen. ;-)

      Ich betreibe jedoch nicht nur praktische Geldanlage als Investor/Anleger, sondern auch theoretische. Nämlich mit diesem Blog und seit einigen Jahren auch als Kolumnist für das "Aktien Magazin" und mit meiner Online-Rubrik "Portfoliocheck" für aktien-mag.de. Ist eine nebenberufliche Tätigkeit, die sich idealerweise auch um mein liebstes Hobby dreht. =)

      Ein paar weitere Infos zu mir und meiner Motivation findest Du hier: "Impressum & Beachtenswertes"

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    2. Da kommt bei mir ja direkt der deutsch-typische Neidbürger durch :)
      Nur die wenigsten schaffen es, ihr Hobby und ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen.
      Ich freue mich für dich, dass es bei dir geklappt hat, respektive du dich dort hingearbeitet hast. Sei dir gegönnt. Ich habe mit der Börse leider viel zu spät angefangen - ist mir zwar ausbildungsbedingt nicht schwergefallen, der Markt ist mir aber immer noch oft ein Rätsel.
      Ich nehme bei dir jedenfalls eine Menge mit. Am meisten freue ich mich über Analysen zu einzelnen Aktien, aber auch die sonstigen Artikel sind Gold wert.
      Kürzlich hattest du mal einen der hier häufiger auftauchenden Starinvestoren zitiert: Kursgewinne sind ganz plötzlich da, nachdem der Wert lange Zeit nur seitwärts lief.
      Erst heute wieder gemerkt - gut, wenn man dann schon investiert ist!

      Mach weiter so !

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  22. Hallo Herr Kissig,

    ich bin begeisterter Leser Ihrer Artikel und werde durch Sie mehr und mehr Value Anleger, hoffe ich :-)

    Meine Frage:

    Haben Sie sich mal die beiden Beteiliger Mutares (respekt. STS) und Indus angeschaut? Finde die beiden Werte spannend weil jede Menge Turaround Potential hier drin zu sein scheint, leider bin ich bilanztechnisch noch nicht so auf der Höhe, wie ist Ihre Meinung?

    Danke vorab!

    Gruß Eric

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    1. Der Blog ist recht gut sortiert und eine kurze Stichwortsuche unter "Diesen Blog durchsuchen" zeigt die Entwicklung des Autors zu den benannten Werten. Mutares ist bei ihm verbrannt, Indus denke ich mal nicht so, aber durch die Herausforderungen im Automotive-Bereich tatsächlich mehr ein Turnaround. Wobei ich Indus auch deutlich lieber mag als Mutares, da ruhige Führungsart und stetige Weiterentwicklung der Beteiligungen. Bzgl. Focus Investing scheinen andere Beteiligungswerte wie MBB (trotz Automotive mit Aumann) bei Hr. Kissig höher positioniert zu sein und die Entwicklung seit Jahresanfang gibt ihm ja auch recht. Vg Lars

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    2. Moin Eric,
      Lars hat es schon recht gut zusammengefasst: Bei Mutares war ich mal an Bord, habe aber vor etwas mehr als einem Jahr die Reißleine gezogen. Schau Dir bitte mal diesen Artikel an und auch die Diskussion dazu in den Kommentaren. Ich habe das Vertrauen in das Management verloren, komplett, endgültig. Und daher kommt dieses Unternehmen und auch seine Töchter für mich für ein Investment nicht mehr infrage. Bei STS kommt noch hinzu, dass sie im Automobilsektor tätig sind, der gerade total im Umbruch ist. Da werden viele Zulieferer und Hersteller auf der Strecke bleiben! Aber es ist überhaupt nicht klar, wer. Und welche Technik sich durchsetzen wird. Klar ist, dass Mutares kriselnde Zulieferer zusammengekauft hat, bevor (!) die Krise überhaupt losging. Und da die "Erfolge" des Mutares-Managements bzgl. Sanierungen eher unterdurchschnittlich waren in den letzten Jahren, habe ich hier größte Skepsis, was STS angeht und auch Mutares.

      Indus ist eine Beteiligungsgesellschaft, mit der ich immer geliebäugelt habe. Aber jedes Mal, wenn ich sie genauer auf dem Kieker hatte, kam mir eine andere, noch attraktivere Beteiligungsperle dazwischen. Und heute würde ich Indus nicht mehr kaufen, weil sich das Chance-Risiko-Verhältnis massiv eingetrübt hat. Wegen des relativ großen Automotive-Bereichs. Der war mal ein Prunkstück im Portfolio, aber seit einigen Jahren gehen Margen und Gewinne deutlich zurück und nun ist man völlig ins Minus gerutscht. Diese Sparte jetzt auf den Prüfstand zu stellen und ggf. verkaufen zu wollen, ist ja wohl völlig fehlgegriffen. Das hätte man vor zwei Jahren machen müssen oder letztes Jahr. Aber jetzt? Das wird massiv Wert vernichten - oder man schleppt die Sparte mit durch und versucht, sie auf Vordermann zu bringen. Aber... Indus ist kein Sanierungsspezialist! Das wird denen vermutlich nicht wirklich gelingen.

      Und da sind wir wirklich bei MBB und der 38%-Tochter Aumann. MBB halte ich schon seit 2012, als man die Claas Fertigungstechnik gekauft hat (ein Teil der heutigen Aumann AG). MBB ist ein top geführtes Unternehmen und einer meiner Nebenwertefavoriten für 2019. Aumann dürfte ein großer Profiteur der neuen Mobilität werden, egal ob es Elektro- oder Wasserstoffantrieb wird. Wenn Du ganz unten auf dieser Seite bei den Labels auf MBB klickst, findest Du eine Vielzahl an Artikeln zu dem Unternehmen und das seit meinem Einstieg.

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    3. Kann das auch überhaupt nicht nachvollziehen, wie man bei Mutares (wieder) einsteigen kann. Das Vertrauen der Anlieger kann doch nur zerstört sein.
      Leider rühren ja auch einige Meinungsführer wie "kleiner Chef" im W:O-Forum grade wieder die Werbetrommel, obwohl er sich selber damals beim großen Kursrutsch die Finger an mutares verbrannt hat und innerhalb weniger Tage prozentual zweistellige Verluste realisiert hat.

      Gruß

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    4. Mutares kann ja von Seiten der Zahlen und der Bewertung attraktiv erscheinen, so dass ein Einstieg reizt. Aber man kann/sollte sich einfach die Frage stellen, ob es nicht andere Aktien gibt, die mindestens ähnlich gute Aussichten bieten, nur eben mit einem vertrauenswürdigen Management, das nicht auf Kosten der Aktionäre agiert. Anders: wenn ich fünf Werte mit einem 30-prozentigem Potenzial auf der Liste habe, weshalb muss ich dann alle fünf kaufen? Ich kann das gleiche Geld auch auf vier Titel verteilen...

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  23. Moin Chef !
    Mal eine grundsätzliche Frage:
    Wenn die Kurse so steil ansteigen wie seit Jahresbeginn, was machst du dann mit eventuellem Cash? Kaufst du trotzdem nach? Wartest du auf den nächsten unvermeidlichen "Dip"? Oder suchst du dir neue Werte?

    Ich würde aktuell sehr gerne investieren, aber die Kurse gehen ja momentan alle "durch die Decke". Am liebsten würde ich meine schon vorhandenen Werte nachkaufen, aber bei 20-30% Kurszuwachs in nur 4 Monaten, naja, ich kann mir nicht vorstellen, dass das von Dauer ist.

    Oder hast du noch deutsche Geheimfavoriten auf dem Zettel mit Unterbewertung, ohne groß zu spekulieren?

    Gruß

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    1. Ich habe den Großteil meines Cash-Bestands Anfang des Jahres investiert und daher momentan eher "kein Problem" mit zu viel unnütz herum liegendem Geld. ;-)

      Grundsätzlich sollte man nicht so sehr auf den Markt achten. Der Markt war stark abgestürzt, der Markt hat sich genauso schnell wieder erholt. So what? Entscheidend ist der Kurs der einzelnen Aktie im Verhältnis zu ihrem fairen Wert. Nur darauf sollte man achten. Denn auch wenn sich der Markt in den nächsten Monaten eher seitwärts bewegt, werden in dieser Phase Aktien besser oder schlechter performen. Was die Kurse machen, wissen wir nicht. Also konzentrieren wir uns auf die absehbare/erwartbare Entwicklung im Unternehmen.

      Blue Cap ist ganz klar unterbewertet bezogen auf seinen NAV/Buchwert. Allerdings kann ich den jüngsten Kurssprung überhaupt nicht nachvollziehen; Blue Cap hat Zahlen für 2018 präsentiert und eine aktualisierte NAV-Berechnung per 31.12.2018. Und dabei weist man 29,70 Euro als NAV aus. Klar,d er Kurs liegt meilenweit darunter, aber dass der NAV bei knapp 30 Euro liegt, ist doch längst bekannt. Ich selbst habe hier im Blog schon vor Monaten darüber berichtet. Insofern muss jetzt "silly Money" in die Aktie geflossen sein, denn es gibt keinerlei neue Informationen! Auf der anderen Seite besteht die Drohkulisse mit dem schwelenden Streit zwischen Blue Cap/Dr. Schubert und PartnerFonds/Oliver Kolbe weiter fort. Alles offen, alles konfliktbeladen, alles ungelöst. Blue Cap will sich auf einer Kapitalmarktkonferenz präsentieren. Da werden zu genau diesem Themenkomplex eine menge Fragen kommen. Später ist dann Hauptversammlung bei der PartnerFonds AG und dann bei der Blue Cap. Im Hintergrund läuft das Straf- und Schadensersatzverfahren der mic AG gegen ihren ehemaligen Vorstand Oliver Kolbe. Und es ist ja diese Gemengelage, die den Aktienkurs der Blue Cap von 25 auf 15 Euro gedrückt hat. Und hier gibt es keinerlei Aufhellung. Daher ist Blue Cap für mich momentan nur "optisch" günstig. Denn sollte sich PF/Kolbe durchsetzen, wäre das für Blue Cap eine extrem schlechte Nachricht/Perspektive...

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    2. Ein Wert, der sich bisher so gar nicht nach oben entwickelt hat, ist PNE. Ich habe das allerdings auch nicht erwartet, obwohl ich PNE als einen meiner Nebenwertefavoriten für 2019 benannt habe (guckste hier). Die Geschäftszahlen für 2018 waren durchwachsen und am Ende von einer massiven Abschreibung belastet; hier geht es um Projekte, die wegen der geänderten politischen Rahmenbedingungen momentan auf Eis liegen und wo PNE gegen die Bundesregierung klagt. Sollte sich hieraus der erhoffte Schadensersatz einstellen, würden die Rückstellungen später wieder aufgelöst (und den Jahresgewinn entsprechend erhöhen). Viel wichtiger ist aber das "Windparkportfolio 2020", wo PNE wie bereits vor zwei, drei Jahren ein großes Portfolio zusammenbaut, um dieses dann "en bloc" zu verkaufen. Das kostet natürlich erstmal viel Geld, ohne dass man entsprechende Rückflüsse (durch den Verkauf der Einzelprojekte) hat. Im nächsten Jahr ist man aber mit dem Aufbau des Projekts fertig und wird es zum Verkauf stellen. Und zwar genau zu dem Zeitpunkt, wo es bei Windparkprojekten in Deutschland zu einer Flaute kommt! Da die EZB die Zinsen nicht anheben wird in nächster Zeit, haben die großen Investoren und dabei auch die Versicherungskonzerne das Problem, attraktiv rentierliche Anlagen zu finden. Das spielt PNE erneut massiv in die Karten. Das "YieldCo"-Portfolio hatte die Allianz (AGI) gekauft und PNE hat sich dabei finanziell gesund gestoßen. Nun folgt das nächste, noch größere Portfolio. Das erklärt auch, weshalb der Forecast für den 2020er Gewinn bei den Analysten ein KGV von 3 aufweist. Sobald der Verkauf durch ist, winken Aktienrückkäufe, Sonderdividenden oder ähnliche schöne Dinge. Dinge, die den Aktienkurs eher Richtung 4 Euro treiben werden als Richtung 2 Euro. Ich gehe davon aus, dass die Kursphantasie gegen Ende 2019 zurückkehrt, aber wenn der Turbo zündet, dann dürfte es schnell hoch gehen. Das ist meine Erwartung. Und deshalb habe ich PNE bereits jetzt im Depot. "Teuer" sind die jedenfalls nicht...

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    3. Moin, ich hätte ja gerne investiert, als "die Kanonen gedonnert haben", aber da war der Cash-Haufen längst nicht so groß, wie er es jetzt ist. Deshalb die Frage zum jetzigen Zeitpunkt.
      Nimmst du also nur wenig Rücksicht auf politische oder konjunkturelle Begebenheiten? Nach dem Motto, "ja, mag jetzt abwärts gehen, aber bald gehts auch wieder hoch"?

      Und könntest du deine Aussage
      ""Entscheidend ist der Kurs der einzelnen Aktie im Verhältnis zu ihrem fairen Wert. Nur darauf sollte man achten""
      noch einmal genauer ausführen?

      Zu BlueCap: Hier war ich einmal investiert, als es die Kolbe Thematik noch nicht gab. Habe auch lange vorher verkauft und würde zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht wieder einsteigen - unnötiges Risiko, da völlig ungewisser Ausgang. Hier werden Ressourcen auf die Fehde mit Großaktionären ver(sch)wendet, die im operativen Geschäft sicherlich besser verwendet werden könnten - ist aber nur meine Meinung dazu.
      Beteiligungsgesellschaften generell finde ich "schwierig" als Privatanleger, da man so viele Beteiligungen noch mit im Blick behalten muss und der Kurs gerne riesige Sprünge macht - in alle Richtungen. Spätestens nach dem Mutares-Debakel habe ich mich vorerst von den Bet.-Gesellschaften distanziert, beobachte aber, was so passiert, auch über deinen Blog hier!

      Zu PNE: Das ist sicherlich ein interessanter Wert, allerdings lief das Jahr nicht wirklich überragend, und auf den Ausgang eines Gerichtsverfahrens würde ich eine Investition niemals stützen. Der Verkauf des Windparks ist aber tatsächlich ein potentieller Kurstreiber, auch wenn es ja noch zwei Jahre dauert, bis die Zahlen vorliegen und eine eventuelle Dividende ausgeschüttet wird. Bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich da wie du jetzt schon rein möchte, muss mich noch mal genauer da einlesen!

      Oder vielleicht wird ja hier bald wieder ein Wert vorgestellt, den ich schon vergessen habe oder noch gar nicht auf dem Radar hatte... :)

      Xylem fande ich zuletzt eine spannende Story hier, Umicore hast du auf der Liste...
      Oder eine der deutschen Aktien, Steico, Washtec, Jungheinrich,...
      Seufz* Warum müssen die interessanten Aktien alle so teuer sein!

      Vielen Dank für deine Antwort oben, freue mich sehr über deine Meinung und kann und werde hier sicherlich noch einiges lernen!

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    4. Mit meiner Aussage "Entscheidend ist der Kurs der einzelnen Aktie im Verhältnis zu ihrem fairen Wert. Nur darauf sollte man achten." meine ich, dass es nicht auf die allgemeine Börsenstimmung ankommt, sondern alleine auf das Unternehmen und seine Bewertung. Peter Lynch sagte es so: "Wenn die richtige Aktie gefunden ist, ist es nie zu früh und nie zu spät, sie zu kaufen". Value Investing zielt darauf ab, den Wert eines Unternehmens und somit einer einzelnen Aktie zu ermitteln - und sie dann zu kaufen, wenn man sie deutlich unter diesem Wert bekommt. Warren Buffett formuliert das Prinzip so: "Preis ist, was du bezahlst. Wert ist, was du bekommst".

      Was allgemeine Markt- bzw. Branchentrends angeht, ignoriere ich die natürlich nicht völlig. Dass Automobilwerte und Zulieferer nicht laufen, ist ja sei 9 Monaten klar. Dass bei einer Konjunkturabkühlung vor allem zyklischen Werte (wie die Chemiebranche) leiden, ist auch bekannt. Dass wir uns in eine Software-Welt entwickeln, dass wir immer mehr sauberes (Trink-)Wasser benötigen, dass immer mehr Online gekauft und bezahlt wird, dass Gaming und E-Sports zum Trend geworden sind, das sind grundsätzliche Entwicklungen, die man "spielen" kann und ggf. sollte. Dem entsprechend kann man sich schon seine Karten entsprechend legen. Allerdings kommt es dabei immer auch darauf an, die richtigen Unternehmen herauszufiltern. Peter Lynch schlägt zudem vor, Aktien in Kategorien einzuteilen, um eine bessere Vorstellung zu bekommen, was man (bei der Bewertung) von ihnen erwarten kann. Und um sie miteinander vergleichen zu können. So braucht Daimler mit seinen vielen Fabriken eine ganz andere Eigenkapitalausstattung als eine Softwarebude (also ist die Kennzahl Eigenkapitalquote nicht für beide vergleichbar).

      Viele weiterführende Artikel hierzu findest unter den Menüpunkten "Grundsätze des Value Investing" und "Anlagestrategie".

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    5. Nachklapp zu PNE: Ne, auf die Schadensersatzforderung ziele ich nicht ab. Ich meinte nur, dass die Projekte jetzt komplett abgeschrieben sind und hieraus keine weiteren Belastungen mehr drohen (abgesehen von den Gerichtskosten). Sollte PNE allerdings Erfolg haben, würden die Schadensersatzzahlungen natürlich Gewinn erhöhend vereinnahmt werden. Wäre halt ein Goodie on top...

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  24. Hallo Michael

    Hast du dich schon mal mit Aktienunternehmen beschäftigt, welche ihre Kompetenz im Bereich der Wasserstofftechnologie haben? Hierbei denke ich an Ballard Power Systems aus Kanada oder Nel Asa aus Norwegen? Das ist ja eher eine Wette darauf, welche Antriebstechnologie sich durchsetzt, das ist ja schwer vorauszusagen. Bisher liegt der Fokus ja eindeutig auf dem Elektrofahrzeug (öffentliche Debatte und Förderung).

    Vielen Dank für eine Rückmeldung
    Nils

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    1. Eine neue Technologie... in so etwas zu "investieren" fällt mir schwer. Nicht nur bei Wasserstoff, es könnte auch 3D-Druck sein. Wir wissen nicht, ob sich diese Technologie durchsetzt, wir wissen nicht, welches Unternehmen sich dann ggf. durchsetzt. Von den mehreren tausend Automobilherstellern haben nur wenige überlebt. Von den hunderten von Eisenbahngesellschaften auch nur einige wenige.

      Du nanntest Ballard Power, die ist mir ein Begriff. Oder war es früher zumindest. Vor 20 Jahren zu Zeiten der Internetblase, als Daimler an denen beteiligt war und meinte, das zweite Modell der A-Klasse würde mit Wasserstoff betrieben. Tja, bekanntlich wurde daraus nichts.

      Ich habe mich nur mit einem Unternehmen aus der Branche intensiver beschäftigt und das ist SFC Energy. Dieses Unternehmen habe ich im März in Ausgabe 3/19 des Aktien Magazins vorgestellt bei knapp 10 Euro. Ein interessantes Unternehmen und ein echtes Ausnahmetalent in der Branche: SFC Energy ist nämlich profitabel, wenn auch nur knapp. Aber das unterscheidet es von anderen Unternehmen. Ich denke, es ist interessant und aussichtsreich. Womit ich nicht sagen möchte, dass es ein gutes Investment ist. Denn das Chance-Risiko-Verhältnis haut mich jetzt nicht so vom Hocker, dass ich es als besser einstufen würde im Vergleich mit den Werten, die ich im Depot habe. Aus den genannten Gründen wäre auch SFC Energy für mich allenfalls als Depotbeimischung denkbar und zwar in homöopathischer Dosis...

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  25. Guten Tag Herr Kissig , hätt eine kleine frage und ihre Meinung zur BASF,FUCHS PETROLUB,AVES ONE AG ?


    ich liebe ihren Block danke für alles
    MFG

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    1. BASF ist mir zu zyklisch und angesichts der global negativen Tendenzen (Konjunktur, US-Handelskriege, Strafzölle) finde ich Zykliker (noch) nicht interessant als Investment.

      Mit Aves One hatte ich mich für einen überschaubaren Zeitraum auseinandergesetzt, aber die hohe Verschuldung gepaart mit den Vorkommnissen bei P&R haben mich davon wieder Abstand nehmen lassen. Nun hat man den neuen Geschäftsbereich Logistikimmobilien mangels Erfolgs wieder eingestampft; auch wenn man am Ende einen Gewinn herausschlagen konnte. Aves One verfolge ich nur noch mal ab und zu sporadisch.

      Fuchs Petrolub sehe ich in/vor Turbulenzen. Schmierstoffe sind ebenfalls zyklisch, aber Großabnehmer von Fuchs ist die Automobilindustrie. Fuchs-Schmierstoffe kommen vor allem in Kraftstoff getriebenen Motoren mit entsprechenden getrieben zum Einsatz. Bei Elektroautos fehlen hier viele Bauteile, die Schmierstoffe benötigen. Und E-Autos werden mit Macht in den Markt drängen. Insofern steht Fuchs vor einem Absatzproblem, denn die Aktie ist wie ein Wachstumswert bepreist, aber die Wachstumsperspektiven trüben sich mehr und mehr ein. Benzin/Diesel/Wasserstoff-Autos werden zwar weiterhin gebaut und benötigen Schmierstoffe, aber ich denke nicht, dass es absolut große Zuwächse geben wird; im Gegenteil, ich denke deren Marktanteil wird schrumpfend. Langsam, aber stetig und zunehmend. Und diese mittel- und langfristigen Aussichten sind meines Erachtens (noch immer nicht genug) im Kurs eingepreist.

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  26. Moin Michael

    Was sagst du zu der neuesten 60%-igen Übernahme der MBB an der Friedrich Vorwerk KG (GmbH & Co.)? Irgendwie scheint es mir als käme die MBB Kurs-mässig nicht mehr vom Fleck, obschon es operativ gut läuft. Natürlich ist die Aumann AG aktuell zu einem "Problemkind" geworden, aber kann es sein, dass sich der Markt bei der MBB zu sehr auf die Aumann AG fokussiert? Mit den 38% Anteil an Aumann generiert die MBB einen Umsatz von rund EUR 111 Mio. Mit der Akquisition der Friedrich Vorwerk KG (GmbH & Co.) Gruppe kommt man mit EUR 100 Mio. auf einen ähnlichen Umsatz. Die MBB konnte anorganisch somit auf Umsatzebene rund 20% wachsen und wird das Budget fürs 2019 wohl von EUR 550 Mio. auf mind. EUR 650 Mio. anpassen müssen... und dennoch schläft die Aktie. Hast du hierfür eine Erklärung?

    Beste Grüsse
    David

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    1. Wenn du Aumann mit dem MBB Anteil gewichtet, solltest du das auch bei Vorwerk tun (nur 60% der Anteile). Das selbe gilt für das EBIT. Aus verfügbaren Zahlen im Netz deutet sich zudem an, dass Vorwerk nicht sehr profitabel ist und vom Umsatz nicht viel hängen bleibt. Hingegen erzielt Aumann gerade im E-Mobility Bereich sehr gute Margen. Insgesamt dürfte der Anteil wirklich deutlich mehr Cash zu MBB überweisen als Vorwerk es aktuell könnte. Damit ist der Fokus auf Aumann gerechtfertigt. Die SOTP- Bewertung steht nochmal auf einem anderen Blatt. Dieser Bewertungsunterschied könnte sich mit der noch kommenden zweiten Übernahme auflösen.

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    2. Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich hatte mich auf die Ad-hoc-Meldung abgestützt, in welcher es hiess, dass die MBB zusammen mit Vorwerk im 2018 einen Konzernumsatz von über EUR 600 Mio. bei einer EBITDA Marge von mehr als 10 % erwirtschaftet hätte. Und da die MBB im 2018 einen Umsatz von rund EUR 507 Mio. erwirtschaftet hat, dachte ich, dass es sich bei den EUR 100 Mio. nur um den (60%-igen) MBB-Anteil gehandelt hat. Kurz eine doofe Frage: Wo hast du die Zahlen von Vorwerk im Netz gefunden? Ich habe danach gesucht, wurde leider aber nicht fündig. :-(

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    3. MBB gibt beim Umsatz generell die Summe der Umsätze aller vollkonsolidierten Beteiligungen an (müssen sie, alle Beteiligungen werden vollkonsolidiert da die Anteile entsprechend groß sind). Es macht auch wenig Sinn, den Umsatz um die MBB Anteile zu bereinigen bzw. vice versa. Beim EBIT macht MBB das ja in allen Q-Berichten und gibt die bereinigten Ergebnisse an. Welche Beteiligung welche Anteil am Ergebnis der Holding hat, ist zudem auf der aktuellen Investorenpräsentation ersichtlich. Es sticht heraus, dass Aumann die entscheidende Beteiligung ist. Danach mit weitem Abstand Delignit und die DTS (von der man sich zukünftig einiges erhofft, Nesemeier hatte durchblicken lassen, dass er deren aktuellen Wert um die 100 mio€ sieht). BTT: Bei North Data bekommst du die Zahlen von Friedrich Vorwerk. Einfach "Friedrich Vorwerk Gewinn" googlen, der erste Link direkt ;).
      Ich bin gespannt was Nesemeier zur Übernahme demnächst sagt und was man mit Vorwerk vor hat.
      Wenn das nächste Quartal bei Aumann wieder besser aussieht (+Auftragseingänge) und der Aumann Kurs nicht deutlich ansteigt, kann ich mir vorstellen dass MBB hier wieder Anteile zukaufen wird. Aumann ist die profitabelste Beteiligung und auf der HV hat man durchblicken lassen, dass MBB zukünftig als ganzes höhere Margen erzielen möchte. Entweder man kauft dementsprechend noch höhermargige Geschäftsfelder (in Richtung IT) oder man hat konkrete Pläne die Margen bei bestehenden Beteiligungen zu heben (hier denke ich an die neue Beteiligung Vorwerk, wenn die zahlen von North Data stimmen).

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    4. Alles klar, vielen Dank für deine detaillierte Stellungnahme! :)

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  27. Hallo Michael,

    Ich habe eine grundsätzliche Frage.
    Wie gehts Du psychologisch damit um bei "Qulitätsunternehmen" einzusteigen, die einen nahezu ungebrochenen Aufwärtstrend vorweisen? Microsoft, Cisco, McDonalds, Waste Management uvm. - weisen diesen typischen "Raketen"Chart auf der langsam flach beginnt und dann nach rechts immer steiler aufwärts führt.

    Wie geht man damit gedanklich um, hier nicht auf "Rücksetzer" des Kurses zu warten sonder einfach zu akzeptieren, dass man viele gute Jahre verpasst hat und eher die Zukunft betrachtet?
    Ich tue mir da tatsächlich sehr schwer mit, auch mit einer "Berechnung" oder Überlegung ob die aktuelle Bewertung fair / gerechtfertig ist oder nicht und daraus folgernd ob sich ein Einstieg lohnt oder nicht...

    Vermutlich alles wirres Zeug, aber vielleicht verstehst Du mein Problem ja und hast einen Vorschlag :-)

    Danke & Viele Grüße
    Martin

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    1. Wenn Kurse gestiegen sind, dankt man immer, man werde einsteigen, wenn es mal einen Kursrücksetzer von 5% gibt. Wenn der aber dann kommt, dann gibt es meistens ja auch Gründe (weil der Markt generell gerade konsolidiert und/oder die Stimmung schlecht ist) und man denkt dann, "lieber nochmal abwarten, das geht bestimmt noch tiefer". Mit der Folge, dass der Kurs sich wieder erholt und man - mal wieder - nicht eingestiegen ist. Und denkt "beim nächsten Kursrutsch von 5% steige ich ein". Also schaut man den Kursen weiter hinterher.

      Peter Lynch rät daher: "Wenn die richtige Aktie gefunden ist, ist es nie zu früh oder zu spät, sie zu kaufen".

      Bedeutet: auf das Unternehmen schauen, nicht auf die Kurse. Und trotzdem bleibt der Blick natürlich nicht aus. Wenn Du die "Fahnenstange" ansprichst, dann ist das oft ein verzerrtes Bild. Und nach Karl Marx bestimmt der Standpunkt die Perspektive. ^^ Also mal den Standpunkt ändern; hier konkret, den Chart auf "logarithmisch" umstellen. Dann sieht die Fahnenstange gleich nicht mehr so steil aus.

      Die logarithmische Anzeige hat aber nicht nur optische Auswirkungen, sondern es gibt handfeste Gründe, sie zu bevorzugen. Wenn eine Aktie bei 10 Euro gestartet ist und nun bei 100 Euro steht, dann wird im "normalen" Chart der Kursanstieg von 10 auf 20 Euro gleich stark angezeigt wie der Anstieg von 90 auf 100 Euro. Dabei war das erste ein Anstieg von 100%, der zweite nur etwas mehr als 11%. Gäbe es nun zuletzt auch einen Anstieg von 100%, also von 90 auf 180 Euro, dann sieht das wieder wie ein Raketenstart aus.

      Also lieber die logarithmische Darstellung wählen, weil so die prozentualen Kursveränderungen dargestellt werden. Und man so viel eindeutiger die wirklichen Kursveränderungen erkennen kann.

      Und das führt mich zurück zu den Qualitätsunternehmen. Die weisen alle ähnliche Merkmale auf: den starken Burggraben (also Wettbewerbsvorteile), hohe und steigende Free Cashflows, steigende Umsätze, steigende Gewinne und am besten ein ordentliches Cashpolster in der Hinterhand. Dafür kann man guten Gewissens mehr bezahlen. Weil die Unternehmen auch in schwierigeren Phasen solide dastehen und weiterhin gute Geschäfte machen werden. Ihnen brechen nicht schlagartig Kunden weg oder sie haben Liquiditäts- oder Finanzierungsprobleme. Auf diesen Schlitten kann man auch mal mit ins Tal fahren, ohne in großer Gefahr zu sein, und sie schaffen es auch ohne Hilfe wieder aus dem Tal hinaus. Weil in Krisensituationen der Preis (Kurs) viel schneller in den Keller geht, als es der Wert des Unternehmens tut. Also kann und sollte man ganz entspannt sein, denn mit der Aktie hat man einen Anteil am Wert des Unternehmens gekauft, nicht einen Teil an seinem Aktienkurs. ;-)

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  28. Hallo Michael,
    ein paar Bekannte von mir arbeiten in der Verpackungsindustrie. Dort gibt es aktuell starke Tendenzen möglichst jegliche Kunststoff-Verpackungen durch Alternativen (insbesondere Papier/Karton/Pappe)zu ersetzen. Ob das jetzt alles sinnvoll ist sei mal dahingestellt. Ich bin daher aber gerade am überlegen ob man nicht verstärkt in die Papierindustrie investieren sollte. Wie ist deine Meinung hierzu? Siehst du hier einen Trend, auf den es Wert ist aufzuspringen? Danke.

    Viele Grüße, Basti

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    1. Das haste wirklich eine interessante Überlegung ins Spiel gebracht. Auf den ersten Blick sollte die Entwicklung wirklich dazu führen, das mehr Papier/Pappe nachgefragt wird und das würde natürlich die Spezialisten aus der Branche antreiben. Auf der anderen Seite müsste man natürlich überlegen, inwieweit so ein Umschwenkprozess von Kunststoffverpackungen hin zu Kartons etc. auch "einfach" zu weniger Verpackungen führen wird. Dass also das eine wegfällt, ohne durch das andere ersetzt zu werden. Das macht für die Abnehmer ja durchaus Sinn und spart ggf. enorme Kosten. Passens dazu kam gerade gestern die Meldung, dass Amazon in den US (in Zusammenarbeit mit Kohl's und UPS) Retouren ganz ohne Verpackung und Rücksendeetikett ermöglichen wird. Man gibt die Produkte einfach im Amazon-Shop, bei Kohl's oder im UPS-Shop ab, so wie sie sind. Das wird zumindest bei Standardpaketen zu einem Nachfragerückgang führen und könnte einen neuen Trend einleiten.

      Das Thema ist aber wirklich interessant. In den USA hatte ich vor einiger Zeit WestRock auf dem Schirm, die ja auch durch Übernahmen stark wachsen. Die leiden, wie auch die Konkurrenz, momentan aber unter ihrem Preiskampf bei Pappe und das sieht man den Unternehmenszahlen und dem Kurs auch an. Andererseits hat gerade Aurelius seinen gewinnbringendsten Deal aller Zeiten abgeschlossen und die Tochter Solidus verkauft: nach fünf Jahren das eingesetzte kapital versechzehnfacht! Und Solidus ist ein führender europäischer Hersteller von Vollpappe und bedruckten Kartonagen. Zumindest der Käufer scheint hier ja erhebliches weiteres Potenzial zu sehen.

      Da könnte/sollte man noch ein bisschen drauf rumdenken...

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  29. Lieber Michael,

    mich würde Deine Einschätzung zu Delignit interessieren. Die Aktie stürzt nach der Anpassung der Prognose ins bodenlose und das, obwohl der Konzernumatz um 6% gestiegen ist. Nicht so viel, wie erwartet, aber immerhin. Vor allem das Reisemobilgeschäft war wohl problematisch.
    Nachdem die Aktie schon die letzten Wochen im Sinkflug war, kennt der Absturz heute kein halten mehr.
    Aus Deiner Sicht eher Kaufkurse oder eine Halteposition?
    Vielen Dank für Deine Einschätzung!
    Georg

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    1. Dass Delignit als Automobilzulieferer ebenfalls ins Schwitzen kommen würde angesichts der aktuellen Automobilkrise und deren Absatzprobleme, war zu erwarten. Der Kurs hatte da viel vorweggenommen. Man hat zwar Rahmenverträge, aber wenn die Autohersteller weniegr Autos verkaufen, wird auch Delignit weniegr Komponenten los - und man muss ggf. auch flexibel auf die Hersteller reagieren, selbst wenn man vertraglich vielleicht mehr liefern könnte. Denn wenn die Hersteller in der Krise das Gefühl haben, sie würden von einem Zulieferer "ausgenutzt" (wie damals VW von Prevent), dann trennen sie sich baldmöglichst von dem Zulieferer.

      Der Markt hat sich wohl auf das stark geschrumpfte EPS gestürzt und bei einem so marktengen Wert wie Delignit löst das dann einen schnellen, harten Kurssturz aus. Ich fand den Gewinnrückgang gut begründet und die Entwicklung stellt meinen Investmentcase bei/für Delignit nicht infrage. Deren Komponenten werden immer stärker nachgefragt werden, vor allem, wenn der Trend hin zu E-Autos anhält. Deren Achillesferse ist die Reichweite, was nur durch Akkukapazität (und Schnelleres Laden) gelöst werden kann. Da Akkus sehr schwer sind und Gewicht die Reichweite reduziert, muss der Hersteller an anderer Stelle Gewicht einsparen - ohne am Design oder an der Sicherheit und dem Komfort zu viel abzuknapsen. Sonst ist die Karre am Ende auch nicht gut verkäuflich.

      Delignit hat sich die letzten Jahre breiter aufgestellt, da man nicht mehr nur PKW-Hersteller bedient, sondern auch Zughersteller und Wohnmobilhersteller. Des Weiteren gibt es ja Bestrebungen, auch in der Gebäudeherstellung Beton und Stahl durch Holz zu ersetzen; das kann langfristig für Delignit auch noch ein interessanter markt werden.

      Zum Kaufen wäre es mir noch zu früh. Da würde ich, wie bei allen Werten aus dem Automobilsektor, auf ein Ende der Absatzschwäche und mehr Klarheit bzgl. der neuen Antriebstechniken warten wollen. Es ist eine zyklische Branche - ob man nun 30% zu früh einsteigt oder dann 30% zu spät, macht keinen Unterschied - außer, dass man sich im zweiten Fall auf einem gesicherteren Investmentcase bewegt...

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  30. Hallo Michael,
    zuerst einmal ein großes Dankgeschön für die tolle Arbeit und die tollen Artikel auf dem Blog und anderen Magazinen.

    Nun meine Frage zu Naspers. Die Tochter Prosus wurde an die Börse gebracht und erzielte am ersten Tag knapp 100 Milliarden Bewertung - ungefähr so viel wie Naspers vor dem Listing. Nach meiner Recherche hält Naspers noch ca 70 % an Prosus und müsste mit dem Tencent anteil ja bald die 200 Milliarden Bewertung erreichen, oder rechne ich falsch? Ich würde mich jedenfalls über ein Update zur Aktie freuen und ob du dich für die Prosus Aktien entschieden hast.

    Viele Grüße
    H.Postel

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    1. Moin Helge,
      momentan ist noch alles unklar. Aktionäre haben ein Wahlrecht, ob sie zusätzliche Naspers-Aktien zugeteilt bekommen möchten oder Prosus-Aktien. Davon hängt ab, wie hoch der Naspers-Aneil an Prosus künftig sein wird.

      Nach heutigen Meldungen wird Naspers rund 27% von Prosus an die Euronext bringen, also 73% behalten - langfristig möchte man mindestens 25% behalten, so dass in den nächsten Jahren durchaus mit weiteren Abgaben/Verkäufen zu rechnen ist (was aber nicht über die Börse erfolgen muss).

      Prosus hat durch den heutigen Kurssprung einen Teil des Bewertungsabschlags gegenüber dem Beteiligungsvermögen abgebaut und dürfte nun noch etwa 20% darunter notieren. Das ist bei Beteiligungsgesellschaften/Holdings kein unüblicher Abschlag.

      Naspers wiederum hat überproportional verloren heute; die Aktie ist ja nun überwiegend eine Beteiligungsholding, die an einer Beteiligungsholding beteiligt ist, die an börsennotierten Unternehmen beteiligt ist (Tencent, Delivery Hero u.a.). Eins der Ziele des Prosus-Spin-offs war ja eigentlich, den Bewertungsabschlag beim Naspers-Aktienkurs abzubauen; aber das könnte auch genau anders herum laufen. Doppelte Holdings-Struktur mit entsprechend sogar noch vergrößertem Abschlag. Dazu die bekannten politischen Risiken in Südafrika inkl. der Währungsrisiken. Positiv ist hingegen, dass das Gewicht von Naspers an der südafrikanischen Börse sinkt und daher die Naspers-Aktie in Johannisburg für institutionelle Anleger investierbar(er) wird.

      Wenn man davon ausgeht, dass Naspers konsequent seinen Prosus-Anteil reduzieren wird in den nächsten Jahren, dann dürfte dies dazu führen, dass man ggf. nah am Prosus-Aktienkurs Aktien verkauft (also in Geld tauscht), während diese Anteile im Naspers-Bestand mit einem knapp 20%-igen Abschlag enthalten sind. Hier könnte auf mittlere und lange Sicht also der ursprüngliche Investmentcase noch greifen mit einem Abbau des Bewertungsabschlags.

      Interessanter, da "unkomplizierter" ist nun die Prosus NV, denn die ist eine reinrassige Internetholding mit aussichtsreichen Beteiligungen. Hier gehe ich allerdings nicht davon aus, dass der Bewertungsabschlag aufgeholt wird, sondern würde mich auf die Beteiligungen und das operative Geschäft fokussieren.

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    2. Moin Michael,
      vielen Dank für die schnelle und umfassende Antwort. Das macht es für mich einfacher. Naspers wird weiterhin und Prosus wird in Zukunft mein Depot schmücken.

      Weiterhin gutes Gelingen beim Investieren und Mehrwert für Privatanalger schaffen!

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  31. Lieber Michael,
    Du hast ja schon länger BB Biotech auf deiner Beobachtungsliste, auch ich habe das Unternehmen in meinem Depot. Die Dividende ist ja ordentlich (wenn auch etwas mühsam für mich zu bekommen). Doch seit ich Mitte 2017 eingestiegen bin, hat sich der Kurs abgesehen kleinerer Ups and Downs nicht von der Stelle bewegt. Wie schätzt du den Wert, das Geschäftsfeld und die Entwicklung des Unternehmens derzeit ein? Spiele mit dem Gedanken, umzuschichten in andere Unternehmen.

    Viele Grüße
    Christian

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    1. Ich finde die Entwicklung von BB Biotech auch enttäuschend, da habe ich mir deutlich mehr versprochen. Meine Überlegung ist ja, dass ich das teure Management bewusst bezahle, weil ich in dem Sektor kaum/wenig zuhause bin und die Erfolgsaussichten der Unternehmen und Wirkstoffe etc. überhaupt nicht einschätzen kann.

      Nach genau 2 Jahren ergibt sich bisher auf Eurobasis inkl. Dividenden 9% Rendite, das ist ziemlich dürftig angesichts Steigerungen beim S&P oder NASDAQ - und die beiden muss man wohl als Benchmark heranziehen, da die meisten Biotechwerte dort gelistet sind. Betrachtet man allerdings den NASDAQ-Biotech-Index, so hat dieser über die letzten beide Jahre etwas mehr als 15% verloren! BB Biotech kann (auf Eurobasis) also eine Überperformance aufweisen, die allerdings wohl eher auf den starken Dollar zurückzuführen ist.

      BB Biotech war also nicht die schlechteste Wahl im Biotechsektor, aber verglichen mit anderen Branchen war Biotech kein Bringer. SaaS/Software oder Payment haben hier klar outperformt und stehen ja auch für einen Großteil der Kursgewinne der großen US-Indizes. Nachdem es in den beiden Sektoren zuletzt ja eine deutliche Korrektur gab, sind hier viele Werte wieder attraktiver. Sofern es nicht "das große Umschichten" in Value-Aktien bzw. zyklische Werte gibt, auch das ist ja möglich. Was allerdings ebenso wenig den Biotech-Sektor antreiben würde.

      Ich kann daher Deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen. Aufstocken ist für mich auch keine Option und ich bin auch noch unschlüssig, ob man woanders nicht besser investiert wäre...

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    2. Der Biotech-Sektor ist seit 2009 bis 2015 aber auch gerannt wie ein Sprinter. Seitdem findet eben mal wieder eine gesunde Konsolidierung statt. An der Börse laufen manche Branchen übertrieben gut, weil alle dem Trend folgen - solange bis es zu einer Konsolidierung kommt und eine andere Branche zu laufen beginnt. An den langfristigen Aussichten des Sektors hat sich wenig bis nichts geändert. Biotechnologie und Genforschung bleiben Megatrends, die mit steigendem Wohlstand und Forschungsmitteln überdurchschnittliche wachsen sollten, gerade aufgrund des (wirtschaftlichen) Aufstiegs von Ländern wie China. Ständig in die Branchen umzuschichten, die schon länger am laufen sind, kann langfristig nach hinten losgehen. Die Messe ist doch oft dann schon gelesen, die Bewertungen zu hoch und eine Konsolidierung nicht weit. Ähnlich wie nahezu alle Werte der Soft-/ und Hardwarebranche zwischen 2002 und 2017. Der Dow Jones Technology Index brauchte ganze 15 Jahre um ein neues Hoch zu markieren. Das ist natürlich ein Extrembeispiel durch den neuen Markt um 2000, aber dennoch rotieren die Branchen regelmäßig für einige Jahre. Im Moment läuft SaaS & Payment oder Medizintechnik noch, in 3-4 Jahren vielleicht dafür wieder Pharma und Biotech. Langfristig stimmen die Perspektiven und im Moment in diesem Sektor auch die Bewertungen.

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  32. Moin Michael!
    Nov.17 hast Du einen Beitrag über KWS Saat geschrieben. Lange her. Am Mi. kommen die Zahlen. Gerne möchte ich eine akt. Bewertung von Dir zu KWS Saat lesen, wenn für Dich ein Beitrag lohnenswert erscheint.
    Mit freundlichem Gruß, knigge-beatnik

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  33. Hallo Michael. Könntest du eine Liste erstellen in der man sieht bei welchen Aktien du zugekauft bzw. reduziert hast? So könnte man besser einschätzen wie du entsprechende Kursbewegungen berücksichtigst.
    Vielen Dank für deinen tollen Blog.

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    1. Tut mir leid, eine Liste mit meinen Depotveränderungen werde ich nicht online stellen. Nach fast acht Jahren, die ich dieses Blog schon betreibe, ist das eine der wichtigsten Lektionen die ich gelernt habe, denn dann gehen hier die Emotionen bei einigen durch und ich muss mich ständig rechtfertigen. Kann man teilweise noch nachvollziehen anhand der alten Investor-Updates, wo ich früher Depotveränderungen mitgeteilt habe (daneben habe ich das bisweilen auch in "normalen" Artikeln zu Aktienwerten nebenbei erwähnt). Aufgrund der vielen Pöbeleien hatte ich mich entschlossen, überhaupt keinerlei Informationen mehr über mein Depot zu geben, aber wegen der vielen Nachfragen und Bitten habe ich mich dann zu einem Kompromiss durchgerungen: und das sind die vierteljährlichen Investor-Updates, die seit dem dritten Quartal 2018 erscheinen.

      Unter dem Label "Investor-Update" finden sich neben der aktuellen Variante auch die früheren Ausgaben.

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  34. Hi Michael,

    also Pöbeleien sind echt zu viel es Guten klar... aber wenn´s ums Geld geht drehen eben manche durch, leider!

    Hast Du denn gestern die Meldung von der JDC Group wahrgenommen? Ein altes bekanntes Unternehmen aus Deinem Blog ;)! Eventuell kriegt die JDC jetzt aber die Kurve.

    Ich war monatelang bitter enttäuscht auf das Unternehmen zu sprechen - aber wer weiß, vielleicht kommt ja JETZT TATSÄCHLICH die Wende!?!?!?

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    1. Positiv ist natürlich, dass JDC nun auch "liefert", nachdem man die comdirect-Kooperation ja schon vor einem Jahr bekannt gegeben hatte. Allerdings halte ich den Erfolg für fraglich. Ich bin ja privat Kunde der comdirect und mit meiner GmbH bei der Commerzbank, die die comdirect komplett schlucken und sich einverleiben wird. Nur die Marke comdirect soll bestehen bleiben. Ich kann als "Betroffener" sagen, dass ich keinerlei Ambitionen habe, meine Finanz-/Versicherungsdaten der comdirect mitzuteilen - bin da eh nicht so der Schnellste, aber diese CoBa-Übernahme wirkt auf mich sehr abschreckend. Denn ich erlebe ja die Unterschiede zwischen beiden Unternehmen tagtäglich mit, vor allem was die Zuverlässigkeit der IT angeht und die Benutzbarkeit aus Kunden-/Anwendersicht. CoBa ist grottenschlecht!!! Und die gut aufgestellte, erfolgreiche und technisch ausgereifte comdirect wird abgewickelt. Unfassbar.

      Und genau das ist der Punkt in Bezug auf die JDC-Kooperation. Ich fürchte, ich bin nicht der einzige, der da schaumgebremst ist und als comdirect-Kunde erstmal abwartet, was aus der Fusion wirklich wird. Und wird man dann seine Daten an die comdirect und deren App-Lösung übertragen? Mit ungewissem Ausgang und der Frage, ob die CoBa das später fortführt? Das ist für mich überhaupt nicht ausgemacht - denn "logisch" wäre gewesen, dass die CoBa nicht vor einigen Jahren darauf gesetzt hätte, ihr komplett eigenes Wertpapiersystem aufzubauen, sondern sie hätte "einfach" das der Tochter comdirect übernehmen können. Das funktioniert und mit hoher Kundenzufriedenheit läuft.

      Ich habe große Fragezeichen bzgl. dieser Kooperation und auch bzgl. des nachhaltigen unternehmerischen Erfolgs der JDC.

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    2. 2/2

      Ich hatte mich ja vor einem Jahr von JDC verabschiedet und zwar mit folgender Aussage: "In Summe hat mich die Entwicklung dazu veranlasst, mein JDC-Engagement zu beenden. Nach rund 14 Monaten standen knapp 9% Rendite unterm Strich. Stattdessen werde ich mich (wieder) voll auf Hypoport konzentrieren. Hypoport ist zwar relativ hoch bewertet, aber sie verdienen auch richtig Geld mit ihrem Kreditvermittlungsgeschäft; Hypoport kann sich den teuren Aufbau des Insuretechbereichs leisten und hier auf starke Synergieerfolge setzen. Daher bleibt Hypoport meine erste Wahl". Zu dieser Aussage stehe ich weiterhin und das nicht (nur), weil mir die Entwicklung bisher Recht gibt; Hypoport ist seit damals von €165 auf €275 gestiegen und hat gerade erst wieder neue Rekordzahlen vermeldet. Es gibt für mich überhaupt keinen Grund, mir die chronisch erfolglose JDC ins Depot zu legen, wenn ich die seit Jahren mega erfolgreiche Hypoport kaufen kann. Die seit mehreren Jahren massiv in den Bereich Insuretech investiert und jetzt auch noch in den Bereich Unternehmensfinanzierungen, also zwei neuen aussichtsreichen Plattformen mit hohem Skalierungspotenzial, und trotz der massiven Anfangsinvestitionen ihre Margen weiter steigert. Sollten die Investitionen mal auf "normales" Maß runtergefahren werden (wie für die Kreditplattform Europace), werden die Margen stark ansteigen. Und sollten die neuen Plattformen dann in einigen Jahren ähnlich erfolgreich laufen wie die Kreditplattform Europace, hätte die Aktie nochmals Vervielfältigungspotenzial. Aber das ist meine mittel- und langfristige Perspektive und vierstellige Kurse sind weder mein unmittelbares Kursziel noch ohne weiteres in Stein gemeißelt. Auch Hypoport kann mit Ideen und neuen Projekten scheitern. Potenzial zu haben, reicht alleine nicht aus, man muss auch abliefern. Nur... Hypoport kann sich dank der hohen und steigenden Einnahmen aus Europace Investitionen und zur Not sogar Misserfolge leisten, JDC kaum/nicht. Nicht ohne frisches Kapital.

      Ich bevorzuge daher ganz klar Hypoport vor JDC, auch wenn bei oberflächlicher Betrachtung die Bewertungsrelationen Hypoport teu(r)er aussehen lassen. Aber Hypoport rechtfertigt ständig aufs Neue diesen Qualitätsaufschlag.

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  35. Ja ich glaube einfach, dass JDC sich letztes Jahr etwas "verrannt" hatte, es dieses Jahr aber deutlich besser macht. Mit den Abschlüssen dieses Jahr haben Sie auf jeden Fall geliefert - wenn sich das endlich mal im Ergebnis niederschlägt stimmt der Kurs auf jeden Fall.

    Bezüglich der Fusion - gute Frage wohin hier die Reise geht. Allerdings wurde der Vertrag ja nach Ausrufung der Strategie unterschrieben. Von daher hoffe ich einfach, dass dies Berücksichtigt wurde und ein Plan dahinter steckt - immerhin beträgt die Laufzeit 5 Jahre. Man könnte es ja auch so sehen, dass die JDC (nach Fusion) einen Vertrag mit er kompletten Commerzbank hat.

    Hypoport ist schon eine andere Hausnummer gebe ich Dir recht - allerdings hat JDC nun ein paar echte Kracher an Land gezogen mit denen sich auch gut weiteres Geschäft "an Land ziehen" lässt. Die Plattform wird aktuell (zumindest noch) auch von verschiedenen Fachmagazinen deutlich besser bewertet als diese von Hypoport - aber bringt das wirklich was!?!?

    Ich bin gespannt - die Bewertung von JDC ist aber spannend. 76 Mio Marktkapitalaisierung und über 100 Mio Umsatz alleine in 2019 ist schon ein Wort. Wenn dann der Profit hoffentlich noch dazu kommt ist hier auf jeden Fall Musik drin. Un der Markt ist bestimmt groß genug für zwei Player ;)!

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  36. Schöne Ergebnisse von DIC :>
    Auch wenn es nach dem Zukauf keine große Überraschung war, macht es dennoch gute Laune

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    1. Ja, die guten Ergebnisse bei DIC Asset waren und sind absehbar und auch, dass die Prognosen eher konservativ gewählt sind. Interessant ist der NAV-Ausweis des Unternehmens, wo erstmals der Asset Management Bereich als Dienstleistung mit eingerechnet wurde - und somit ein NAV von um die 20 Euro einem Aktienkurs von 12 Euro gegenübersteht. Kann sich jeder seine eigenen Gedanken zu machen...^^

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  37. Hallo Michael, Respekt für die Ausdauer bei KION, es scheint sich auszuzahlen. Als Buffett-Fan finde ich einen solchen Erfolg klasse. Mir geht noch eine andere Idee im Kopf herum, nämlich gerade jetzt KRAFT-HEINZ zu beobachten. Berkshire hat ja nicht auf blauen Dunst investiert, auch wenn W.B. zuviel bezahlt hat. Könnte nicht eine gute Kaufgelegenheit vorliegen, weil ein starkes Unternehmen in vorübergehenden Schwierigkeiten steckt? Der Name zieht, konsumiert wird immer, Geldflüsse fließen, Dornröschen wird irgendwann erwachen und wir sollten dabei sein. Heute Morgen habe ich für 60,80 EUR 300 Stck. KRONES gekauft, die Lage ist nicht ganz so schwierig, aber ansonsten gibt es durchaus vergleichbare Parameter. Ein Aufsichtsrat hat letzte Woche für 30.000 Stck. 1,8 Mio. EUR gekauft, das passiert auch nicht alle Tage. Zu guter Letzt hätte ich gerne noch über BERENTZEN gesprochen, nach der Sanierung durch AURELIUS durchaus auf einem guten Weg wie mir scheint. So, das soll es gewesen sein. Herzlichen Dank für die geleistete Arbeit, es ist immer wieder eine Freude auf dieser Seite zu lesen. Viel Erfolg und schönes Wochenende, Gruß aus dem Emsland, Konrad

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