Donnerstag, 12. Juli 2018

Börsenlegende Philip A. Fisher: Erfolgreicher Growth-Investor, Buffett-Inspirator und Wegbereiter des Quality Investings

Philip Arthur Fisher (* 8. September 1907; † 11. März 2004) war ein US-amerikanischer Wertpapieranalyst und Vermögensverwalter. Er litt unter dem Asberger-Syndrom.

Er schrieb drei Bücher über das Investieren, von denen "Common Stocks and Uncommon Profits" ("Die Profi-Investment-Strategie") das wichtigste ist. Fisher setzt sich darin mit den beiden Werken Benjamin Grahams, des "Dekans der Wall Street", auseinander und vertrat die Auffassung, dass der günstige Preis eines Wertpapiers nicht entscheidend sei, wenn ein wirklich hervorragendes Unternehmen mit nachgewiesener Profitabilität und ausgezeichneten Wachstumsaussichten dahinter stünde. Die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens, um sich vor der Konkurrenz zu schützen und ihr voraus zu sein, sowie ein integeres Management waren für Fisher die entscheidenden Merkmale.

Wegbereiter des Quality Investings
Anstatt beim Kauf der Aktien einige Prozente einzusparen, setzte er darauf, dass sich der Aktienkurs entsprechend der Gewinnentwicklung des Unternehmens über Jahre und Jahrzehnte erhöht und vervielfacht. Dabei propagierte Fisher eine möglichst lange Haltedauer der Geschäftsanteile ("Buy&Hold"), während Benjamin Graham eher auf Gewinnmitnahmen setzte.

Im Grunde war Fisher kein reiner Value Investor, sondern verband in seiner Anlagestrategie die Vorzüge des Value Investings mit denen des Growth Investings; er war somit Wegbereiter des Quality Investings. Fishers Ansatz hat die Investmentstrategie von Warren Buffett und Charlie Munger maßgeblich beeinflusst und ist einer der wesentlichen Faktoren für den herausragenden Erfolg ihrer Investmentholding Berkshire Hathaway.

»Den größten Investmenterfolg erzielt, wer durch Glück oder gesunden Menschenverstand gelegentlich ein Unternehmen findet, das seinen Umsatz und seinen Gewinn über die Jahre weit besser steigern kann als die Industrie als Ganzes. Des Weiteren zeigt sich, dass wir, wenn wir glauben, ein solches Unternehmen gefunden zu haben, besser über einen langen Zeitraum investiert bleiben sollten.«
(Philip A. Fisher)

Der erfolgreich(st)e Sohn: Ken Fisher
Philip Fishers Sohn Ken Fisher ist Gründer und CEO von Fisher Investments, einem Vermögensverwalter in den USA. Er startete 1979 mit $250 in die Investment-Selbstständigkeit und verwaltete Ende 2017 bereits mehr als $100 Milliarden. Der Milliardär gehört zu den reichsten 300 Amerikanern und schreibt seit mehr als 25 Jahren für das "Forbes Magazine". Seine wöchentliche Kolumne wird auch in der deutschen Zeitschrift "Focus Money" veröffentlicht.


Philip Fishers 15 Kriterien für gute Anlageentscheidungen - oder was man besser wissen sollte:
  1. Hat das Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen, die ausreichendes Potenzial haben, um in den nächsten Jahren ordentliches Umsatzwachstum zu garantieren?
  2. Hat das Management die Entschlossenheit, weiterhin Produkte und Prozesse zu entwickeln, die das Umsatzpotenzial erhöhen?
  3. Wie effektiv ist der Bereich Forschung & Entwicklung in Relation zur Größe des Unternehmens?
  4. Hat die Firma einen überdurchschnittlich erfolgreichen Vertriebsapparat?
  5. Hat das Unternehmen eine ausreichend große Gewinnmarge?
  6. Was tut das Unternehmen, um die Gewinnmarge zu halten oder auszubauen?
  7. Pflegt die Firma herausragende Beziehungen zum Personal bzw. zu ihren Arbeitnehmern?
  8. Hat das Unternehmen hervorragendes Führungspersonal?
  9. Hat das Management eine ausreichende Tiefe, um Aufgaben delegieren zu können?
  10. Wie gut sind die Kostenanalyse und das Accounting?
  11. Welche Aspekte heben das Unternehmen von seinen Wettbewerbern ab?
  12. Hat das Unternehmen eine eher kurzfristige oder langfristige Gewinnorientierung?
  13. Benötigt die Firma für ihr Wachstum Kapitalerhöhungen?
  14. Verfügt das Unternehmen über ein Management zweifelsfreier Integrität?
  15. Ist das Management auch in schwierigen Zeiten ehrlich?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen