Montag, 30. Dezember 2013

Börsenweisheit der Woche 52/2013

"Sie müssen wissen, wenn Sie schief liegen. Dann müssen Sie verkaufen."
(Peter Lynch)

Montag, 23. Dezember 2013

Börsenweisheit der Woche 51/2013

"Euphorie und Panik sind die schlechtesten Ratgeber bei Geldanlagen."
(Roland Leuschel)

Montag, 16. Dezember 2013

Scherzer & Co. ist größter Profiteur der IBS-Dividende

Die Scherzer & Co. AG ist eine Beteiligungsgesellschaft, die überwiegend in börsennotierte deutsche Unternehmen investiert, die sich in Sondersituationen befinden. Das können Übernahmen sein oder schlicht Unterbewertungen des Aktienkurses gegenüber dem fairen Wert der Anteile.

Die Softwareschmiede IBS AG hat kürzlich bekanntgegeben, der Hauptversammlung am 14. März 2014 eine Dividendenerhöhung von 0,04 auf 0,18 EUR vorzuschlagen. Aber nicht diese Erhöhung von rund 350% ist das eigentlich Interessante, denn bei einem Aktienkurs von gut 13 EUR entspricht dies noch immer einer recht mageren Dividendenrendite von nur 1,4%. Nein, für die Scherzer & Co., die mit 7,2% des Stammkapitals bei der IBS an Bord ist, ist entscheidend, dass die Siemens AG seit Angang 2012 bei IBS das Sagen und mit dieser einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abgeschlossen hat. Und danach erhalten die IBS-Aktionäre eine Garantiedividende von 0,23 EUR und sofern die IBS-Dividende darunter liegt, zahlt Siemens die Differenz.

Diese Verzinsung versüßt der Scherzer & Co. das Warten und sichert ihr in der Zwischenzeit sichere Einnahmen. Denn die IBS gilt als Squeeze-out-Kandidat; irgendwann wird sich Siemens auch den Rest der Aktien einverleiben wollen. Aktuell notiert die IBS bei rund 13 EUR, im Beherrschungsvertrag wurde seinerzeit ein Abfindungsbetrag von 6,90 EUR vereinbart. Und um an die ausstehenden Aktien der Minderheitsaktionäre zu kommen, müsste Siemens schon ordentlich in die Tasche greifen. Da die Scherzer % Co. AG fast 500.000 IBS-Aktien hält und der Kurs seit dem Übernahmeangebot etwa 6 EUR zugelegt hat, könnten hier bis zu 3 Mio. EUR stille Reserven in der Scherzer-Bilanz schlummern, je nach durchschnittlichem Einstandskurs. Die gesamte Marktkapitalisierung der Scherzer & Co. macht aktuell nur 42 Mio. EUR aus bei einem Aktienkurs von 1,40 EUR und einem fairen Wert (NAV) von 1,69 EUR, wie ihn die Gesellschaft zum 30.11. mitgeteilt hat. Für mich nach wie vor ein interessantes Investment mit langfristig hervorragenden Aussichten.

Börsenweisheit der Woche 50/2013

"Ein Börsianer darf seine Papiere nie im Verhältnis zum Einkaufspreis einschätzen, sondern zum Tagespreis."
(André Kostolany)

Montag, 9. Dezember 2013

Börsenweisheit der Woche 49/2013

"Der einzige Investor, der nicht diversifizieren sollte, ist derjenige der immer 100% richtig liegt".
(Sir John Templeton)

Montag, 2. Dezember 2013

Börsenweisheit der Woche 48/2013

"Dem Geld darf man nicht nachlaufen. Man muss ihm entgegen gehen."
(Aristotilis Onassis)

Montag, 25. November 2013

Börsenweisheit der Woche 47/2013

"Durch Kunstgriffe der Bank- und Währungspolitik kann man nur vorübergehende Scheinbesserung erzielen, die dann zu umso schwererer Katastrophe führen muss."
(Ludwig von Mises)

Donnerstag, 21. November 2013

MAN-Nachbesserung könnte Scherzer & Co. ordentlich Geld in die Kasse spülen

Börse Online spekuliert in seiner aktuellen Printausgabe, es könne bei MAN im Spruchstellenverfahren zu einem satten Nachschlag auf die bisher gezahlte Abfindung an die freien Aktionäre kommen, weil sich MAN optisch arm gerechnet habe. Folgt das Gericht diesem Ansatz, müsste VW bei  seinem Übernahmeangebot nachträglich noch ordentlich Geld auf den Tisch legen. Und die größte Beteiligungsposition von Scherzer & Co. sind aktuell die Stammaktien von MAN. Daher würde Scherzer von der Nachbesserung sehr profitieren - wie kürzlich, als 1,1 Mio. EUR aus einer solchen Nachbesserung auf dem Scherzer-Konto landeten.

Scherzers Aktienkurs bei unter 1,40 EUR liegt weiterhin fast 20% unter dem NAV, dem fairen Wert. Die mögliche MAN-Nachbesserung ist hierin noch nicht enthalten - für mich ist die Scherzer & Co. AG, dieser langweilige und weitgehend unbeachtete Nebenwert, weiterhin ein klarer Kauf für langfristig orientierte Anleger. Dem entsprechend habe ich meine Position auf diesem Niveau weiter aufgestockt.

Jubiläum: seit zwei Jahren wird hier intelligent investiert

Heute feiert dieses Blog seinen zweiten Geburtstag; jeder möge sich ein beliebig großes Stück von der imaginären Geburtstagstorte abschneiden und so ausgelassen feiern, wie er will. Und kann.

Mein Dank geht an all die Leser, die in diesen zwei Jahren mein Blog besucht haben und mich stest auf's Neue dazu zwingen, meine Grundsätze zum Value Investing nicht aus den Augen zu verlieren und ständig zu überprüfen. Denn wenn man darüber schreibt, stößt man auf die vielen kleinen Ungereimtheiten, über die man sonst schnell hinweggehen kann, die man nun aber bedenken muss. Mir hilft das, bei meinen eigenen Investments meine Grundsätze nicht außeracht zu lassen.

"Durch Lehren lernen wir". (Seneca)

Und meine Hoffnung ist (auch aus diesem Grund), dass das Blog auch künftig noch für möglichst viele Interessierte lesenswert genug ist für einen Besuch. Und im nächsten Jahr werde ich auch wieder die Zeit finden, mehr Artikel zu schreiben als zuletzt.

Montag, 18. November 2013

Börsenweisheit der Woche 46/2013

"An der Börse wird immer das gleiche Theater gespielt, nur mit verschiedenen Darstellern."
(André Kostolany)

Montag, 11. November 2013

Börsenweisheit der Woche 45/2013

"Nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann."
(Peter Lynch)

Freitag, 8. November 2013

Scherzer & Co. erzielt weitere 1,1 Mio. EUR aus Squeeze-Out-Verfahren

Die Investment- und Beteiligungsgesellschaft Scherzer & Co. AG vermeldete heute, dass sie einen vertraglich vereinbarten Sonderertrag von 1,1 Mio. EUR zu verzeichnen habe, der aus einer Nachbesserung eines Squeeze-out-Verfahren stammt. Dies entspricht einer Erhöhung des Ursprungsbetrags von 15% und steigert den NAV (Netto-Inventarwert) der Scherzer-Aktie um 3 Cent auf 1,66 EUR, wobei bei dieser Betrachtung weitere Andienungsrechte aus Squeeze-Out-Verfahren unberücksichtigt bleiben. Im Juni lag der NAV noch bei 1,51 EUR je Aktie.

Der heutige Schlusskurs von 1,381 EUR liegt also 20% unter dem "fairen Wert" und auf dieser Basis bietet die Aktie eine interessante Gelegenheit, um an dem lukrativen Geschäft mit Squeeze-out-Verfahren teilzuhaben, ohne selbst Einzelwerte analysieren und im Depot halten zu müssen. Denn bei Squeeze-outs klingelt die Kasse nicht selten zweimal.

Montag, 4. November 2013

Börsenweisheit der Woche 44/2013

"Ich weiß nicht, was morgen sein wird, aber ich weiß, was gestern war und heute ist, und das ist schon sehr viel."
(André Kostolany)

Montag, 28. Oktober 2013

Börsenweisheit der Woche 43/2013

"Jeder kann Geld mit Aktien verdienen, wenn er nur seine Hausaufgaben macht."
(Peter Lynch)

Montag, 21. Oktober 2013

Börsenweisheit der Woche 42/2013

"Im Grunde sind dem Käufer die Kurse immer zu hoch und dem Verkäufer immer zu niedrig."
(Hermann Josef Abs)

Montag, 14. Oktober 2013

Börsenweisheit der Woche 41/2013

"Hat man Aktien, so zittert man, sie könnten fallen; hat man keine, so zittert man, sie könnten steigen."
(André Kostolany)

Montag, 7. Oktober 2013

Börsenweisheit der Woche 40/2013

"Kaufe nicht, wenn der Kurs am niedrigsten ist, verkaufe nicht, wenn er am höchsten ist. Das können nur Lügner."
(Bernard Baruch)

Montag, 30. September 2013

Turnaround bei TwinTec schleppt sich (zu lange) hin

Der Abgasreinigungsspezialist TwinTec fand im Januar Aufnahme auf meine Empfehlungsliste, nicht als Value-Investment, sondern als Turnaround-Spekulation. Denn ein halbes Jahr zuvor war das Unternehmen quasi pleite, nur der Einstieg eines US-Investors verhinderte die am nächsten Tag drohende Insolvenz. Seitdem hat sich vieles gebessert, das Unternehmen steht heute deutlich besser da, als im vergangenen Jahr. Und doch...

Die Halbjahreszahlen, die TwinTec präsentierte, sind schlechter ausgefallen als erwartet und vor allem der Ausblick gibt schwer zu denken. Denn die Fortführungsprognose des Vorstands lautet: "2013 muss die Verlagerung des Hauptgeschäfts von den Nachrüstprodukten für den freien Markt (IAM) zu den Erstausrüstungsprodukten und in die internationalen Märkte gelingen. Der Zusammenbruch des (hiesigen) Nachrüstmarktes führt sonst dazu, dass das Unternehmen ohne diese Verlagerung nicht mehr zukunftsfähig ist“. Fraglich ist, ob der amerikanische Großinvestor nochmals Geld nachschießen würde, wenn absehbar ist, dass TwinTec nicht alleine laufen kann. Und selbst dann wäre das Hauptproblem, das siechende operative Geschäft, nicht gelöst, sondern weiterhin ein Patient auf der Intensivstation.

Fazit: die großen Hoffnungen, die mit dem Einstieg des Ankerinvestors verbunden waren, haben sich nur bedingt realisiert und das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich wieder deutlich eingetrübt. Zeit, die aufgelaufenen Gewinne mitzunehmen. Per Schlusskurs heute zu 1,038 EUR glattgestellt, ergibt sich ein ordentlicher Kursgewinn bei dieser Spekulation von gut 22 Prozent.

Börsenweisheit der Woche 39/2013

"Ich kann die Bahn der Himmelskörper berechnen, nicht aber, wohin eine verrückte Menge die Kurse treibt."
(Isaac Newton)

Freitag, 27. September 2013

RWE / Eon: Dividende aus der Substanz wäre weiterer Sargnagel

Die Kommunen als Anteilseigner von RWE (und ebenso bei Eon) träfe es hart, wenn die Dividenden gekürzt würden, denn sie sind selbst Pleite. Und so begehren sie auf gegen die Pläne RWEs, aufgrund der katastrophalen unternehmerischen Entwicklungen, die Dividende zu kürzen. Die Forderung der Kommunen ist daher zwar unter kurzfristigen haushalterischen Gesichtspunkten verständlich, für alle Aktionäre (und zwar inkl. der Kommunen!) wären derartige Ausschüttungen aus der Substanz jedoch eine Katastrophe. Denn sie reduzieren das Vermögen des Unternehmens und nehmen ihm zusätzlich noch die Mittel, um diesen großen Umwälzungen unternehmerisch begegnen zu können. Dividenden, die nicht aus dem Gewinn ausgeschüttet werden, sind immer schädlich - dies ist die Ausnahme von der Ausnahme, denn bei dieser Regel gibt es keine Ausnahme!

Für die "privaten" Aktionäre sollten daher alle Warnleuchten angehen, denn die Kommunen werden aus reinem Selbsterhaltungstrieb diesen Kurs auch bis zum bitteren Ende durchziehen - ggf. über Jahre hinweg. Der kommunale Einfluss bei RWE und Eon, der früher gern als stabilisierend gewertet wurde, wird in der Krise zu einem weiteren Mühlstein um den Hals dieser Unternehmen. Man darf befürchten, dass RWE und Eon nicht zu Unrecht als "Dinosaurier der Energiebranche" bezeichnet werden. Möglicherweise sogar mit demselben Ende...

Mittwoch, 25. September 2013

BlackBerry: Das war's dann wohl...

Die Aktien des Smartphoneherstellers BlackBerry (vormals RIM) habe ich mal als Turnaroundspekulation auf meine Empfehlungsliste genommen und bisher ist diese Spekulation nicht aufgegangen. Operativ läuft es bei BlackBerry noch immer schlecht und das Unternehmen hat sich selbst zum Verkauf gestellt, zudem werden weitere tausende von Mitarbeitern entlassen. In dieser Situation will der kanadische Finanzdienstleister Fairfax Financial 9 USD pro Aktie zahlen, um Black Berry anschließend von der Börse zu nehmen. Bis zum 4. November hat BlackBerry nun Zeit, einen anderen Investor zu finden, sonst wird man sich in dieses Schicksal ergeben.

Für Aktionäre wird es nun kritisch. 9 USD entsprechen knapp weniger als 7 EUR, der aktuelle Börsenkurs liegt bei 6,30 EUR, also um diesen Wert herum. Sollte Fairfax Financial BlackBerry schlucken, können Aktionäre das Abfindungsangebot annehmen - ansonsten bleiben sie Anteilseigner des Unternehmens, auch wenn es von der Börse genommen wird. Die Anteile allerdings dann noch loszuwerden, dürfte schwierig sein und mit einigen Kosten verbunden, da sie ja nicht mehr an einer Börse gehandelt würden. Vergleichbar wären sie also mit einer Beteiligung an einer deutschen GmbH oder einem geschlossenen Fonds. Selbstredend wird der Informationsfluss deutlich abnehmen und man wenig bis gar nichts von den (operativen) Erfolgen hören, jedenfalls im Vergleich zu heute.

Zu überlegen ist, ob jemand anderes bis zum 4. November ein höheres Gebot abgeben wird. Das ist selbstverständlich möglich, aber eher unwahrscheinlich. Denn Fairfax Financial ist bereits seit langem Großaktionär bei BlackBerry und potenzielle Übernehmer aus der Branche sind bereits positioniert (Google hat Motorola gekauft, Microsoft Nokia, Apple und Samsung haben kaum Bedarf, die BlackBerrys ihrem Produktsortiment hinzuzufügen). Der einfach(st)e Weg für Aktionäre dürfte es also sein, lieber jetzt die Reißleine zu ziehen, die Aktien zu verkaufen und die Verluste hinzunehmen. Diese Spekulation hat sich nicht ausgezahlt.

Montag, 23. September 2013

Börsenweisheit der Woche 38/2013

"Hat man eine schlaflose Nacht wegen eines Börsenengagements, soll man es sofort auflösen."
(André Kostolany)

Montag, 16. September 2013

Börsenweisheit der Woche 37/2013

"Der Kauf in einem steigenden Markt ist die angenehmste Art, Aktien zu kaufen."
(Jesse Livermore)

Montag, 9. September 2013

Börsenweisheit der Woche 36/2013

"Falsche Nachrichten sind gefährlich, aber falsche Auslegung richtiger Nachrichten ist noch gefährlicher."
(André Kostolany)

Freitag, 6. September 2013

Deutschlands Bankenlandschaft stabilisiert sich

Spätestens seit der Finanzkrise, dem Zusammenbruch der HypoRealEstate (HRE), den vielen staatlichen Stützungsmaßnahmen für die IKB, die Commerzbank und die Landesbanken, hat wohl jeder begriffen, dass das Bankensystem in Deutschland anfällig war. Basel III soll es nun richten und die Banken bereiten sich seit Jahren darauf vor - mit Erfolg, wie die Ratingagentur Moodys nun bescheinigt. Die deutschen Banken profitierten von der robusten Wirtschaftslage in Deutschland, mit der eine geringere Anzahl von Privatinsolvenzen und Firmenpleiten einhergeht, und damit weniger Wertberichtigungs- und Abschreibungsbedarf auf Kredite entsteht. Und die Banken haben ihre Eigenkapitalbasis verstärkt, was sie weniger anfällig für Krisen macht.

Vom Eis ist die Kuh allerdings noch lange nicht. Moodys hebt seinen Ausblick für die deutschen Banken von "negativ" auf "stabil" und macht damit deutlich, in den nächsten 12 bis 18 Monaten keine Verschlechterung in diesem Sektor mehr zu erwarten. Eine so gute Perspektive gab es seit 2008 nicht mehr und es ist zu erwarten, dass das Licht am Horizont bald noch heller werden könnte, wenn weitere Großkrisen ausbleiben. Insgesamt ist dies eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Deutschland, nicht nur für seine Banken, denn er zeigt an, wie robust und sicher das System ist. Nicht umsonst hat Deutschland die Finanzkrise und die sich anschließende Euro- und Wirtschaftskrise so unbeschadet überstanden.

Mittwoch, 4. September 2013

Microsoft: die Chancen nutzen...

Vor gut einem halben Jahr habe ich über "Microsoft, das verkannte Value-Investment" geschrieben und nachdem sich in den letzten Tagen die Meldungen bei dem Dow-Jones-Wert geradezu überschlagen, habe ich gestern (erneut) zugeschlagen: 23,80 EUR - das ist der Kurs, zu dem ich heute Microsoft nachgekauft habe, mehr als 6 Prozent tiefer ggü. dem vorherigen Schlusskurs.

Nicht, weil ich davon überzeugt bin, dass Microsoft mit den NOKIA-Handys einen (schnellen) Erfolg feiern wird, sondern aus anderen Gründen: Steve Ballmer räumt den Chefsessel und Mircosoft wird an der Spitze neue Impulse erfahren. Dabei läuft das Kerngeschäft rund, die Spielekonsolen, Windows, Office und vor allem die Verankerung im Businessbereich spülen jeden Monat einen operativen Cashflow von gut 2,5 Mrd. USD in die Kassen, der Cash-Bestand in der Bilanz beläuft sich auf (nach dem Nokia-Kauf) rund 75 Mrd. USD bei nur 12 Mrd USD Schulden und der Jahresgewinn liegt nach Abschreibungen bei 20 Mrd. USD.

Für die NOKIA-Handysparte wurden 5,5 Mrd USD ausgegeben, das hat Microsoft in weniger als einem Vierteljahr wieder eingespielt - allerdings hat Microsoft auch alle dazugehörigen Patente von NOKIA übernommen und diese sind nicht zu unterschätzen, nachdem sich die Tech-Konzerne gerne gegenseitig vor den Kadi ziehen. Google hat übrigens für den Kauf der Motorola-Molbilfunk-Sparte inkl. der Patente gut das Doppelte bezahlt und Motorola hatte nie eine entsprechende Marktstellung wie früher Nokia und war auch nie technologisch führend.

Fazit: Microsoft ist weiterhin ein solides Tech-Basisinvestment mit hoher Dividendenrendite und niedrigem KGV, das über ein "unglaubliches Franchise" verfügt (Originalton Prof. Max Otte). Das wird noch lange schöne Erträge abwerfen und die Wandlung vom Software- zum integrierten Tech-Konzern und mit neuer Spitze bieten darüber hinaus zusätzliche Chancen...

Microsoft befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 2. September 2013

Börsenweisheit der Woche 35/2013

"Geduld ist die oberste Tugend des Investors".
(Benjamin Graham)

Dienstag, 27. August 2013

Niedrigzinsniveau gefährdet Lebensversicherer

Seit rund 30 Jahren sinken die Zinsen und haben ein historisch niedriges Niveau erreicht. Damit wollen die Notenbanken die Auswirkungen der Banken- und Staatsschuldenkrise eindämmen, aber die Mager-Zinsen haben auch negative Auswirkungen und zwar ganz massive.

So werden die Sparer schleichend enteignet, denn ihre Spargroschen bringen weniger Zinsen ein, als ihnen die Inflation an Wert entzieht. Die magere 1%-Zinsgutschrift muss man ggf. sogar noch versteuern, während man mit den 2,5% Geldentwertung alleine klarkommen muss.

Doch auch die Bausparkassen haben Probleme, ihre früheren Zinsversprechen einzuhalten und deutlich schlimmer steht es um die Lebensversicherer. Denn die haben in früheren Zeiten hohe Garantieversprechen bzgl. der Verzinsung abgegeben, die sie heute nicht mehr einhalten können. Denn seit 2003 investieren sie so gut wie gar nicht mehr in Aktien (die Versicherer sind also zu Tiefstkursen nach dem "Dot-Com-Crash" ausgestiegen), sondern sie setzen auf Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere. Was doppelt kritisch ist! Denn aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen nehmen die Versicherer weniger Geld an Zinserträgen ein, als sie eigentlich ihren Kunden gutschreiben müssten. Daher suchen sie nach einträglicheren Einnahmequellen, wie Stromnetzen, Straßenbau, Mauteinnahmen. Und auf der anderen Seite lauert die große Gefahr des Zinsanstiegs, der verbunden ist mit einem Absinken der Anleihekurse (jedenfalls der börsennotierten). Das ist solange kein Problem, wie die Anleihe bis zum Laufzeitende gehalten und dann zu pari, also dem Nominalwert, zurückgezahlt wird. Teuer wird es allerdings, wenn vorher Liquiditätsbedarf besteht und die Anleihen vor dem Laufzeitende veräußert werden müssen - liegt dann Zinsniveau oberhalb des in der Anleihe verbrieften Nominalzinssatzes, notiert der Anleihekurs unter 100%, was bei einem Verkauf zu einem Kursverlust führt.

Doch zunächst versuchen sich einige Lebensversicherer, mit einem Trick über die Runden zu helfen. Sie haben sich an die BaFin gewandt, um die garantierten Zinsen drücken zu dürfen und ihren Kunden weniger ausschütten zu müssen. Zwar müssten die zu wenig gezahlten Zinsen irgendwann nachgezahlt werden, aber ob dies jemals geschehen wird, bleibt abzuwarten. Es ist eher zu vermuten, dass die Kunden ihrem jeweiligen Einzelschicksal überlassen werden und ihrem Geld jeder einzeln hinterherlaufen müssen.

Unter dem Strich zeigt sich immer deutlicher, dass der Deutschen liebste Altersvorsorge, die Lebensversicherung, eine Geldvernichtungsmaschine ist. Erst kostet sie horrende Vermittlungsprovisionen, dann fallen hohe laufen Verwaltungskosten an und die Rendite schafft es nicht einmal mehr, die Inflation auszugleichen. Da eine Kapital-Lebensversicherung aus zwei Komponenten besteht, sollte man diese auch konsequent trennen. Um seine Familie abzusichern, sollte man eine Risiko-Lebensversicherung abschließen. Und den Rest als Sparrate in einen ETF oder Investmentfonds stecken oder sein Geld direkt investieren. Auf jeden Fall in Aktien! Denn Aktien sind keine reine Geldanlage, sondern es handelt sich um eine Unternehmensbeteiligung. Und man nimmt Teil an der Geschäftsentwicklung dieses Unternehmens - der Vorstand arbeitet also für einen und versucht, den Unternehmenswert zu steigern. Und zwischenzeitlich gibt es schöne Dividenden, die zumeist deutlich höher liegen als die aktuellen Sparbuch- oder Termingeldzinsen.

Letztlich führt um Aktien kein Weg vorbei, wenn man langfristig Vermögen aufbauen will. Sie bieten Rendite, Chancen und sie sind eine Versicherung gegen Inflation. Das Risiko von Kursverlusten sinkt mit zunehmender Anlagedauer - doch aktives Trading sollte man sowieso unterlassen, weil daran letztlich nur der Broker und die Börsen verdienen. Buy-and-hold ist die richtige Strategie - investieren in große, substanzstarke und gut geführte Unternehmen mit einer stetigen oder steigenden Dividendenhistorie. Dies bietet auf lange Sicht die beste Chance-Risiko-Verteilung.



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Weitere Artikel zum Thema:

08.11.2012 Dividendenwerte schlagen Lebensversicherungen!

Montag, 26. August 2013

Börsenweisheit der Woche 34/2013

"Banken sind Einrichtungen, von denen man sich Geld leihen kann - vorausgesetzt man kann nachweisen, dass man es nicht braucht."
(Mark Twain)

Freitag, 23. August 2013

Was ist... die Margin of Safety?

Die "Margin of Safety" (Sicherheitsmarge) ist ein Konzept Benjamin Grahams, das er in seinem Buch "Intelligent Investieren" vorgestellt hat. Ein ganzes Kapitel widmet der Urvater des Value Investings der Sicherheitsmarge, die er als die Differenz zwischen dem Preis und dem fairen Wert einer Anlage definiert. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass der Aktienkurs nicht immer den wirklichen Wert eines Unternehmens wiedergibt, und dass man sein Risiko signifikant senken kann, wenn man Aktien kauft, die eine hohe Sicherheitsmarge aufweisen.

Die Höhe dieser Sicherheitsmarge ist dabei individuell festzulegen und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Branche, in der das Unternehmen tätig ist, oder der eigenen Risikobereitschaft des Anlegers. Damit die Sicherheitsmarge ihre Wirkung auch entfalten kann, sollte der Einstiegskurs aber schon mindestens 20 Prozent unter dem ermittelten fairen Wert liegen.

H.P.I. Holding: mit frischem Geld auf Kaperfahrt

Gleich mehrere (kurs-)bewegende Neuigkeiten gibt es bei der H.P.I. Holding AG, dem "schön langweiligen Beteiligungsdornröschen", wie ich es vor anderthalb Jahren formulierte.

Hauptversammlung
Zunächst findet heute die Hauptversammlung statt und es dürfte für das Geschäftsjahr 2012 eine Dividende von 0,06 EUR je Aktie geben, die sich dann am Montag als Abschlag im Aktienkurs bemerkbar machen dürfte.

Kapitalerhöhung
Aber nicht nur die Dividende wird kurzfristig auf den Kurs drücken, sondern auch die lang erwartete Kapitalerhöhung, die das Unternehmen soeben ankündigte: "so soll unter Ausnutzung des Genehmigten Kapitals das Grundkapital der Gesellschaft von gegenwärtig EUR 15.600.000 um bis zu EUR 5.200.000 auf bis zu EUR 20.800.000 gegen Bareinlage erhöht werden. Die Aktionäre haben das Recht, für 3 alte Aktien 1 neue auf den Inhaber lautende Stückaktie (Stammaktie) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 zu einem Bezugspreis von EUR 1,35 je Aktie zu erwerben. Ein börsenmäßiger Bezugsrechtshandel findet nicht statt. Der Mittelzufluss, der bei vollständiger Zeichnung der Kapitalerhöhung gut 7 Mio. EUR in die Kassen des Unternehmens spülen würde, soll für den Ausbau des Beteiligungsportfolios verwendet werden. Die H.P.I. Holding Aktiengesellschaft beabsichtigt, mit dem zufließenden Emissionserlös weitere Unternehmen zu erwerben oder Umfinanzierungen von bereits erworbenen Unternehmen durchzuführen".

Übernahme
Und auch eines dieser Übernahmeziele steht schon fest, wie H.P.I. mitteilte. So soll das Traditionsunternehmen HSM Hans Sauermann GmbH & Co KG erworben werden, "ein Spezialist für Metallbe- und verarbeitung sowie die Herstellung von Anhängerkupplungen. Die HSM entwickelt, konstruiert und fertigt Bauteile, komplette Systeme und Geräte - vorwiegend aus Metall. Das Angebot umfasst diverse Fahrzeugteile, wie z.B. Brems- und Kupplungspedale, Anhängerkupplungen für LKW, Elektrokarren und für Zugmaschinen in der Land- und Forstwirtschaft, Halterungen für Hydraulikkomponenten, Hubmastteile für Flurförderfahrzeuge sowie unterschiedlichste Gussgehäuse und komplexe Schweißbaugruppen. Die Produkte der HSM Hans Sauermann GmbH & Co. KG finden vornehmlich Verwendung in Flurförderfahrzeugen, Maschinen und Geräten für Land- und Forstwirtschaft, Nutzfahrzeugen sowie in der Medizin- und Industrietechnik".

Fazit
Die Kapitalerhöhung um 25 Prozent stellt eine erhebliche Verwässerung des Stammkapitals dar und der Aktienkurs dürfte etwas zu schlucken haben und sich kurzfristig Richtung des Ausgabepreises von 1,35 EUR entwickeln. Andererseits fließt das frische Geld in konkrete Übernahmen, wie der Vorstand ja bereits auf der außerordentlichen Hauptversammlung im April angekündigt hatte. Die neuen Mittel fließen also in den Ausbau der Beteiligungsportfolios und sollen den Unternehmenswert steigern. Und auch wenn über den Kaufpreis für die HSM Stillschweigen vereinbart wurde, so ist doch davon auszugehen, dass die H.P.I. nach der Kapitalerhöhung noch über reichlich Mittel für die weiteren Übernahmepläne verfügt. Daher sollte der Aktienkurs sich in absehbarer Zeit wieder fangen und dem (erwarteten) steigenden Unternehmenswert entsprechend folgen.

Montag, 19. August 2013

Börsenweisheit der Woche 33/2013

"Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn Du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn Du abwartest."
(Charlie Munger)

Freitag, 16. August 2013

Abschied von Celesio

Vor gut einem Dreivierteljahr habe ich Celesio auf meine Empfehlungsliste genommen und heute endet dieses "Listing".

Als ich investierte, ging ich davon aus, dass das Management die "Episode" Doc Morris beenden und aufgrund der früher herausragenden Marktstellung wieder zu alter Stärke zurückfinden würde. Darüber hinaus stand mit Haniel ein Ankerinvestor hinter dem Unternehmen, der nicht nur Stabilität versprach, sondern auch am nachhaltigen Erfolg des Unternehmens Interesse hat(te). Die Parameter haben sich allerdings inzwischen deutlich verändert bzw. einige Überlegungen wurden von der Realität eingeholt.

Haniel hat so massive eigene Probleme, dass sie mal ihren Anteil reduzieren, dann ganz verkaufen wollen und dann doch wieder behalten - ein Schlingerkurs, der Celesio gar nicht guttut. Den Vorstandschef haben sie Knall auf Fall vor die Tür gesetzt, obwohl er ja der Hoffnungsträger war. Das Kapitel Doc Morris wurde zwar abgehakt, aber die gute Stellung ggü. den Apotheken konnte nicht wieder erlangt werden, nicht einmal ansatzweise. Zudem hat sich die Wettbewerbssituation deutlich verschlechtert, nachdem die Österreichische Post unlängst verkündet hat, mit einem eigenen Pharmagroßhändler den deutschen Markt bedienen zu wollen. Und die letzten vorgelegten Zahlen zeigen, dass der Patient Celesio erheblich heftiger erkrankt ist, als es zuvor aussah, und dass die Wettbewerber tougher sind, als gedacht.

All diese Aspekte zusammen lassen für mich das Investment als deutlich weniger aussichtsreich erscheinen, als bei meinem Einstieg. Auch glaube ich, dass eine mögliche Erholung der Unternehmenszahlen - wenn überhaupt - erheblich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als ich damals annahm. Ich denke, es gibt aussichtsreichere Investments als Celesio und spätestens die "goldene Regel" Warren Buffetts, man solle nur Aktien haben, die einen auch ruhig schlafen lassen würden, wenn die Börse für 5 Jahre schlösse, lässt mich den Wert aus meinem Portfolio kegeln. Zumal ich ja einen (sehr) bescheidenen Gewinn mitnehmen kann.

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2013?

Im zweiten Quartal 2013 hat Warren Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway Inc. einige Änderungen an ihrem Portfolio vorgenommen, wie aus einer Pflichtmitteilung (sog. 13-F-Formular) an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht.
Warren E. Buffett

Reduzierungen
Am auffälligsten dürfte die massive Reduzierung der Konsumgüterwerte Kraft Foods und Mondelez International (ein Spin-Off von Kraft Foods im Oktober 2012) sein. Berkshire hielt per 30. Juni noch 192.666 Aktien von Kraft, eine Reduzierung von 88% gegenüber dem gehaltenen Anteil, wie er zum Ende des ersten Quartals berichtet wurde. Und der Bestand an Mondelez wurde sogar um fast 92% abgebaut auf nur noch 578.000 Aktien. Des Weiteren reduzierte Buffett den Anteil an der Ratingagentur Moodys um 12,3% und alle seine 1,7 Mio. Aktien von Gannett.

Keine Hinweise finden sich auf die u.a. vom Handelsblatt behauptete Reduzierung des Anteils an Coca Cola - Berkshire hält nach wie vor 400 Mio. Aktien oder 9,02% an dem Softdrink-Hersteller.

Erhöhungen / Neuengagements
Im Gegenzug erhöhte Buffett seine Position an GM um 60% und hält nun 40 Mio. Aktien des US-Autobauers mit einem Gesamtwert von rund 1,4 Mrd. USD. Ebenfalls aufgestockt wurden US Bankcorp (plus 27,4% auf 78.277.301 Aktien im Wert von 2,9 Mrd. USD) und Bank of New York Mellon (plus 30,1% auf 24.644.029 Aktien im Wert von 747 Mio. USD). Darüber hinaus stieg Buffetts Anteil an National Oilwell Varco um 18,6% und der erst im ersten Quartal begonnene Aufbau einer Position in Chicago Bridge & Iron wurde fortgesetzt um 46,7% auf jetzt 9.550.755 Aktien im Wert von 577 Mio. USD. Und an VeriSign wurde der Anteil glatt verdreifacht auf jetzt 10.897.420 Aktien (533 Mi. USD).

Ganz neu dabei in Berkshires Portfolio sind Dish Network mit 547.312 Aktien (24 Mio. USD) und die kanadische Suncor Energy mit 17.769.457 Aktien (586 Mio. USD).


Fazit
Konsumgüter (und auch Pharma) sind bereits seit einiger Zeit nicht mehr Buffetts bevorzugte Anlagesparte und er reduziert konsequent seine Positionen, während er zunehmend auf US-Banken und auf Energieförderer setzt. Das Handelsblatt schlussfolgert, Buffett setze nicht mehr auf eine schnelle Erholung der US-Konjuntur, doch ich bewerte etwas das anders. Die gut gelaufenen, defensiven Branchen reduziert er zugunsten der konjunktursensibleren Bereiche Energie und Finanzen/Immobilien. Er setzt also weiterhin auf eine anziehende US-Konjunktur und ein Wiedererstarken des US-Immobilienmarktes. Und insgesamt hat er den Aktienanteil in Berkshires Portfolio weiter ausgebaut, was ebenfalls einen gewissen Otimismus erkennen lässt.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 12. August 2013

Börsenweisheit der Woche 32/2013

"Wenn du alle Fakten zusammen hast, kann deine Entscheidung richtig sein; wenn du nicht alle Fakten zusammen hast, kann sie nicht richtig sein".
(Bernard Baruch)

Montag, 5. August 2013

Börsenweisheit der Woche 31/2013

"Stop Loss sind gut für die Nerven, aber sie vernichten Kapital".
(Prof. Max Otte)

Freitag, 2. August 2013

Squeeze-out: wenn die Kasse zweimal klingelt

Wie sich mit Squeeze-outs sicher Geld verdienen lässt, habe ich ja bereits mehrfach angesprochen. Doch den dafür notwendige lange Atem - man muss die Aktien erwerben und so lange behalten, bis der Großaktionär die Entscheidung trifft, alle Aktien einsammeln zu wollen und das kann bisweilen mehrere Jahre dauern - haben nicht alle Anleger. Zumeist gibt es bei den entsprechenden Werten zwar eine satte Dividende, aber Geduld ist nicht jedermanns Sache.

Man kann sich den ganzen Aufwand, die lukrativen und wahrscheinlichsten Kandidaten für eine Übernahme durch den Großaktionär allerdings auch sparen, indem man andere Leute die Arbeit verrichten lässt. Und das ist ganz einfach und die machen es sogar freiwillig: man muss lediglich Aktien einer börsennotierten Gesellschaft erwerben, die sich auf derartige Geschäfte spezialisiert hat. Und auf dem deutschen Kurszettel finden sich mindestens drei, die das sehr transparent und überwiegend erfolgreich machen: die Allerthal-Werke AG, die Scherzer & Co. AG (die auch ein großes Paket von 24,99% an der Allerthal hält) und die Shareholder Value Beteiligungen AG. Zu erwähnen ist hier auch noch die Deutsche Balaton AG, allerdings empfinde ich deren Kommunikation mit dem Kapitalmarkt und deren Methoden als gelinde gesagt massiv ausbaufähig und das Unternehmen für Anleger daher nur bedingt investitionswürdig.

Alle drei genannten Unternehmen sind Beteiligungsgesellschaften, die sich überwiegend an börsennotierten Unternehmen aus Deutschland beteiligen und dabei gerne auf Sondersituationen setzen, wie eben Squeeze-outs. Als kürzlich der italienische Großaktionär den Squeeze-out für die Generali Deutschland verkündete, haben alle drei Beteiligungsgesellschaften davon profitiert, denn alle haben sie Generali seit Jahren in ihren Depots liegen (und in der Zwischenzeit satte Dividenden eingefahren). Und nun kommt die Zeit zum Ernten, denn nachdem die Scherzer & Co. AG sich mit der Mutter auf die Aktienübernahme geeinigt hatte, überschritt diese mit ihrem Anteil die nötige 95%-Marke und gab umgehend den Squeeze-out für die ausstehenden Aktien bekannt. Nun wird der Durchschnittskurs der letzten drei Monate als Abfindung gezahlt und vermutlich wird einer der Beteiligten dann ein Sprungstellenverfahren verlangen, um eine zusätzliche Abfindung zu erstreiten. Das Gute hieran ist, dass die Entscheidung der Spruchstelle allen betroffenen Minderheitsaktionären, die vom Squeeze-out betroffen waren, zugutekommt und das man die Aktien nicht mehr im Depot haben muss. Denn mit dem Squeeze-out werden diese vom übernehmenden Unternehmen eingezogen und man erhält im Gegenzug die Abfindung. Für die Nachbesserung wird also kein Kapital gebunden; dieses kann bereits woanders gewinnbringend investiert werden.

Sowohl die Shareholder Value AG als auch die Scherzer & Co. AG informieren monatlich über den fairen Wert bzw. Nettoinventarwert oder Net-Asset-Value ihrer Aktien. So gab die Scherzer & Co. AG für Juni einen NAV von 1,51 EUR an zzgl. einem Andienungsvolumen von 88 Mio. EUR oder 2,94 EUR je Aktie bekannt, wohingegen der aktuelle Aktienkurs bei 1,29 EUR liegt. Die zehn größten Aktienpositionen der Gesellschaft per 30. Juni 2013 waren (geordnet nach Positionsgröße auf Basis der aktuellen Kurse): MAN SE (Stämme), Generali Deutschland Holding AG, IBS AG, GK Software AG, WMF AG (Vorzüge), Allerthal-Werke AG, Biotest AG (Stämme), MAN SE (Vorzüge), InVision AG, Tipp24 SE und machen zusammen gut 46,5% des Portfolios der Scherzer & Co. AG aus.

Man bekommt also den Wert von 1,51 EUR für den Preis von 1,29 EUR, also mit einem Abschlag von 15%. Hinzu kommt das Andienungsvolumen von 2,94 EUR je Aktie - allerdings sind das nicht mögliche zusätzliche Einnahmen, sondern das gesamte Volumen von bereits erhaltenen Abfindungen, deren Höhe derzeit gerichtlich auf Angemessenheit überprüft wird. Wenn man hier die durchschnittlich erzielten Erträge von gut 15% ansetzt, ergäbe das über den Daumen gepeilt weitere 0,45 EUR je Aktie an Potenzial. Damit dürfte die Scherzer & Co. AG auf dem aktuellen Kursniveau eine attraktive Investitionsmöglichkeit sein, um von künftigen Squeeze-outs profitieren zu können, ohne selbst größeren Arbeitsaufwand hineinstecken zu müssen. Und der soeben erfolgte Generali-Deal hat der Scherzer & Co. AG einen Gewinn von rund 1,5 Mio. EUR eingebracht - in etwa die Hälfte des gesamten Jahresgewinns 2012. Und vor einigen Tagen hat das Unternehmen einen operativen Gewinn von 0,99 Mio. EUR (1,83 Mio. EUR) für das erste Halbjahr vermeldet, so dass der Gewinn je Aktie von 0,13 EUR aus 2012 im laufenden Jahr vermutlich deutlich übertroffen werden dürfte. Vorausgesetzt es kommt im weiteren Jahresverlauf nicht zu stärkeren Verwerfungen an den Aktienmärkten, denn einen erheblichen Teil seiner Gewinne erzielt Scherzer mit der Veräußerung seiner zuvor günstig(er) eingekauften Aktienpositionen. Bei einem EPS von 0,13 EUR beträgt das KGV knapp unter 10, bei einem EPS von 0,16 EUR (wie von Börse Online für 2014 erwartet) sogar nur noch 8.

Fazit
Scherzer ist eine interessante Spekulation und sollte langfristig ein einträgliches Investment sein.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Was ist... das Andienungsvolumen?

Unter dem Andienungsvolumen versteht man das gesamte Volumen von bereits erhaltenen Abfindungen aus durchgeführten Squeeze-out-Verfahren, deren Höhe noch gerichtlich auf Angemessenheit überprüft wird.

In der Regel ergeben sich hieraus Nachschläge von durchschnittlich 15 Prozent auf den ursprünglichen Abfindungsbetrag.

Montag, 29. Juli 2013

Börsenweisheit der Woche 30/2013

"Nicht die Nachrichten machen die Kurse, sondern die Kurse machen die Nachrichten".
(André Kostolany)

Dienstag, 23. Juli 2013

Aurelius will mit frischem Kapital in neue Dimensionen wachsen

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius hat am Montag die Märkte verschreckt mit der Ankündigung einer Kapitalerhöhung - und da Börsianer derartige Maßnahmen gar nicht schätzen, ging der Kurs auch um mehr als 10 Prozent in die Knie, bevor er sich wieder etwas gefangen hat. Denn durch die Ausgabe zusätzlicher Aktien sinkt der Gewinnanteil einer jeden Aktie entsprechend, sog.  Verwässerungseffekt.

Konkret sah die Kapitalerhöhung so aus, dass die Geschäftsführung von Aurelius  das Grundkapital der Gesellschaft unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre durch eine teilweise Ausnutzung des genehmigten Kapitals um bis zu zehn Prozent bzw. 2.880.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 2.880.000 neuen auf den Inhaber lautenden Aktien (Stückaktien) gegen Bareinlage erhöhen wollte. Hinzu kamen 800.000 Aktien aus dem Bestand eines Altaktionärs, die gleich mit unplatziert werden sollen - dem Handelsblatt zufolge handelt es sich um Gert Purkert, der sich damit von einem Drittel seines Aktienpakets von 8 Prozent trennen würde.

Insgesamt sollten so dem Unternehmen so bei einem Platzierungspreis von 20,00 EUR je Aktie 57,6 Mio. EUR an frischen Mitteln zufließen, die es für seine weitere Expansion benötigt. Denn "die Gesellschaft sieht im aktuellen Marktumfeld zahlreiche attraktive Übernahmekandidaten und die Chancen zur Übernahme auch größerer Unternehmen", begründete Aurelius seinen Schritt. Die Aktien sollten bei institutionellen Anlegern im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) platziert werden.

Am selben Abend vermeldete Aurelius dann bereits Vollzug: die neuen Aktien seien auf so großes Interesse gestoßen, dass die Kapitalerhöhung bereits abgeschlossen sei.

Bewertung
Die plötzliche Ankündigung der Kapitalerhöhung war nicht sehr erfreulich, zumal kürzlich erst eine Sonderdividende von 2,30 EUR je Aktie ausgeschüttet wurde. Das hätte man sich sparen können, wenn das Unternehmen Finanzbedarf hat.

Andererseits ist die schnelle Durchführung der Kapitalerhöhung zu 20,00 EUR ein Zeichen, dass die institutionellen Anleger auf diesem Kursniveau die Aktien als aussichtsreich einstufen - was nach dem fulminanten Kursanstieg der Aureliusaktien in den letzten Monaten durchaus beruhigend wirken kann. Die Gewinnverwässerung hingegen, tritt erst einmal ein, da die neuen Aktien bereits ab dem 1.1.2013 gewinnberechtigt sind. Andererseits basiert das Geschäftsmodell von Aurelius gerade darauf, unterbewertete Unternehmen bzw. Randaktivitäten aufzuspüren, zu übernehmen und ihren Wert dann zu heben und deutlich zu steigern. Dass Aurelius sich jetzt auf die Schnelle zusätzliches Kapital besorgt deutet darauf hin, dass die von Aurelius-Chef Dr. Dirk Markus angekündigten Übernahmen von mehreren größeren Zielen unmittelbar bevorstehen sollten. Immerhin will er Aurelius in wenigen Jahren von 1,6 auf 5 Milliarden EUR Umsatz ausbauen. Und dazu braucht es viel Eigenkapital, das nun zur Verfügung steht.

Fazit
Aurelius wächst mit Riesenschritten in neue Dimensionen hinein und die aktuellen Marktlage, vor allem in Südeuropa, bieten dem Unternehmen enorme Chancen. Das Management hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass es in der Lage ist, das Geld der Aktionäre gewinnbringend zu investieren und deutliche Wertzuwächse im Portfolio zu schaffen und daher ist die Kapitalerhöhung ein positives Signal für weiteres profitables Wachstum. Trotz des rasanten Kursanstiegs der vergangenen Monate ist Aurelius noch nicht zu teuer bewertet und es sollte sich lohnen, investiert zu bleiben oder gar weitere Aktien hinzuzukaufen. Ich denke, auf mittlere und lange Sicht überwiegen die Chancen die Risiken deutlich.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungliste.

Montag, 22. Juli 2013

Börsenweisheit der Woche 29/2013

"Wer keine Fehler macht, hat es sich nur zu einfach gemacht".
(Warren Buffett)

Dienstag, 16. Juli 2013

Sind offene Immobilien(fonds) ein Investment wert?

In einer Woche, genauer ab dem 22. Juli 2013, gilt das neue Kapitalanlagegesetzbuch und es bringt einige neue Regelungen bzgl. offener Immobilienfonds. Dabei bestand noch vor einem Jahr die Hoffnung, dass dieser unrühmlichen Anlageklasse ganz der Garaus gemacht wird, aber leider konnte sich die Regierung letztlich nicht gegen die geballten Interessen der Finanzlobby durchsetzen. Wieder einmal nicht.

Offene Immobilienfonds sind eine Mogelpackung, denn sie halten nicht, was sie vollmundig versprechen: sie suggerieren dem Anleger, dass er jederzeit seine Anteile zu Geld machen kann, aber spätestens die Immobilien- und Finanzkrise hat gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Denn als alle gleichzeitig aus ihren Fonds aussteigen wollten, war deren Liquiditätsreserve für Ankäufe der eigenen Fondsanteile schnell verbraucht und der überwiegende Teil des Geldes steckt natürlich in Immobilienwerten. Und die lassen sich nun mal nicht von heute auf morgen verkaufen.

Nachdem bereits zu Jahresbeginn neue Regelungen in Kraft getreten waren, werden diese nochmals verschärft - das gilt allerdings nur für Neuinvestments, für die Altanlagen besteht Bestandsschutz. Seit Januar gelten beim Kauf von Anteilen eines Offenen Immobilienfonds sowohl eine zweijährige Mindesthaltedauer als auch eine einjährige Kündigungsfrist. Die bisherige Ausnahmereglung für Beträge bis 30.000 EUR wird gestrichen, so dass künftig auch Kleinanleger eine erhebliche Wartezeit zwischen Verkaufsentschluss und Auszahlung einplanen müssen.

Hintergrund der Neuregelungen ist der Versuch zu verhindern, dass zu viele Anleger innerhalb kurzer Zeit an ihr Geld wollen und die Fonds so mit enormen Mittelabflüssen konfrontiert werden, die sie gar nicht leisten können, weil sie das Geld ja in - relativ unflexible - Immobilien investiert haben.

Mit der Neuregelung wird das Produkt "Offener Immobilienfonds" ehrlicher gemacht, da es nicht mehr eine Flexibilität suggeriert, die objektiv gar nicht gegeben ist. Soweit so gut. Aber die beiden entscheidenden Fragen darf man trotzdem nicht außeracht lassen:

1. Sind Immobilien ein gutes Investment?
Mit Immobilien verdient man langfristig kein Geld, denn selbst der starke Preisanstieg in Deutschland in den letzten Jahren darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zuvor 20 Jahre lang stagnierende bis sinkende Immobilienpreise gab. Die Durchschnittsrendite liegt um die 4 Prozent p.a. und zwar vor Berücksichtigung der Inflation. Bezieht man die Geldentwertung mit ein, bringen Immobilieninvestments keine Rendite, sondern allenfalls einen Inflationsausgleich. Des Weiteren schmälern etwaige Zinsen die Rendite, falls man die Immobilie nur unter Zuhilfenahme eines Kredites finanzieren konnte. Und wenn man als Normalvermögender eine Immobilie erwirbt und diese vermietet, hat man die laufende Instandhaltung am Bein und das Risiko, dass der Mieter nicht immer oder gar nicht zahlt. Dann wird die Immobilie schnell zum Mühlstein um den Hals, denn dann ist sie auch kaum mehr zu verkaufen.

Sofern man nicht eine Immobilie erwirbt, um selbst darin zu wohnen und so die eigenen Mietzahlungen in Vermögensbildung wandelt, lohnen sich Investments in Immobilien nicht!

2. Sind Immobilienfonds die richtige Anlageform für Investoren?
Möchte man dennoch einen Teil seines Geldes in Immobilien investieren, kann man dies über Immobilienfonds machen oder direkt an der Börse über börsennotierte Immobilien-AGs bzw. REITs (Real Estate Investment Trusts). Vor einiger Zeit hatte ich bereits vor Investments in offene Immobilienfonds abgeraten und an meiner Einschätzung hat sich nichts geändert. Im Gegenteil! Denn inzwischen ist auch bei den börsennotierten Immobilien-AGs ein deutliches Sättigungsgefühl auszumachen, denn in den vergangenen Monaten hat so ziemlich jedes dieser Unternehmen Kapitalerhöhungen durchgeführt oder aber Anleihen begeben. Und darüber hinaus kamen weitere Immobilienschwergewichte an die Börse, wie die LEG Immobilien AG,  und haben viel Anlegergeld in diesen Bereich fließen lassen. Zuletzt war dann auch das Interesse am Börsengang der Deutschen Annington Immobilien SE zu gering, so dass das IPO abgesagt wurde. Erst eine deutliche Reduzierung des Emissionspreises von den gewünschten maximal 21 EUR auf 16,50 EUR veranlasste institutionelle Investoren dazu, zumindest 35 Millionen Aktien zu erwerben und so einen "Börsengang zweiter Klasse" zu ermöglichen. Und mit der IVG AG ringt eine der schillerndsten Immobilienwerte des deutschen Kurszettels aktuell mit der drohenden Insolvenz, wie das Unternehmen gerade verlautbarte - nicht, dass über ein solches Szenario nicht schon seit Monaten spekuliert würde.

Auch im Bereich der börsennotierten Immobilienunternehmen ist also ein genauer Blick auf die Kennzahlen unerlässlich, insbesondere auf die Leerstandsquote und den Verschuldungsgrad. Eine wichtige Bewertungskennzahl ist der NAV (Nettoinventarwert), und der zeigt bei den wenigsten Unternehmen noch einen deutlichen Abschlag ggü. ihrem Börsenwert an, so dass das Potenzial für Kurssteigerungen eher begrenzt zu sein scheint. Zumal sich die Anzeichnen mehren, dass die Zinsen tendenziell eher steigen als sinken und die Notenbanken nicht mehr unbegrenzt Liquidität in den Markt pumpen werden. Beide Faktoren wirken sich unmittelbar begrenzend auf die Nachfrage nach deutschen Immobilien aus.

Fazit: für Investments in "Betongold" bin ich seit jeher eher subeuphorisch eingestellt, die Risiken sind vergleichsweise hoch bei (zu) geringen Chancen. Und die an sich interessanteren Anlagemöglichkeiten in börsennotierte Immobilien-AGs und REITs drängen sich bei den aktuellen Bewertungen und dem doch schon ziemlich ausgereizten Marktumfeld für Immobilien auch nicht auf.

Montag, 15. Juli 2013

Börsenweisheit der Woche 28/2013

„Reiche Menschen sind dadurch reich, dass sie weniger ausgeben, als sie einnehmen.“
(Ferdinand Piëch)

Dresdner Factoring: Übernahmeangebot annehmen oder auf Squeeze-out setzen?

Die Dresdner Factoring AG hat seit meiner Empfehlung im Februar 2012 eine rasante Unternehmens- und Kursentwicklung hingelegt, von 3,80 EUR auf rund 8,80 EUR oder etwa 140 Prozent. Dabei resultiert der Kursanstieg auch aus mehreren Sonderfaktoren: zunächst kaufte Aufsichtsratsmitglied Agerholm sukzessive mehr als 10 Prozent der Anteile zusammen, dann musste ein weiteres Aufsichtsratsmitglied, Jürgen Freisleben, für seine Wegold Holding ein (wohl 4 Jahre versäumtes) Pflichtübernahmeangebot abgeben und schließlich gab die abcfinance Beteiligungs AG im Juni bekannt, die Aktien der Dresdner Factoring für 8,75 EUR komplett übernehmen zu wollen. Seitdem liegt der Aktienkurs knapp über dieser Marke und wird zumindest bis zum Ende der Angebotsfrist am 26. Juli 2013 auch nicht darunter fallen. Die Bedingung, dass mindestens 70 Prozent der Aktien angedient werden müssen, ist bereits erfüllt. Denn die Wegold Holding und mindestens ein weiterer Großaktionär der Dresdner Factoring AG haben bereits zugestimmt und nachdem das Unternehmens selbst seine Aktien aus Rückkaufprogrammen, die es im eigenen Bestand hält, ebenfalls andienen wird, ist die Marke von 70 Prozent deutlich überschritten.

Für die übrigen Aktionäre stellt sich nun die Frage, ob man das Angebot annehmen oder seine Aktien behalten sollte und das sollte man alleine daran festmachen, ob die Dresdner Factoring attraktiv bewertet ist und man künftig von Kursanstiegen ausgehen kann. Ist dies nicht der Fall, sollte man aussteigen und die Aktien entweder über die Börse verkaufen (dann hat man sofort sein Geld) oder aber das Übernahmeangebot annehmen.

Kürzlich hat die DFAG ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht und die können sich sehen lassen. Das Factoringvolumen ist auf 331 Mio. EUR gestiegen und erzielte ein Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) von 1,1 Mio. EUR. Zusätzlich wurde von den Banken erneut das Kreditvolumen angehoben, so dass die DFAG nunmehr über 52 Mio. EUR verfügen kann und durch die Andienung der 279.957 eigenen Aktien (9,87%) fließt der Gesellschaft Liquidität in Höhe von zusätzlichen rund 24,5 Mio. EUR zu. Und da diese Aktien ja zu deutlich niedrigeren Börsenkursen erworben wurde, wird es in 2013 einen deutlichen außerordentlichen Ertrag hieraus geben.

Vereinfacht auf das Jahr hochgerechnet ergäben sich also ein Factoringumsatz von 662 Mio. EUR und ein EBT von 2,2 Mio. EUR. In 2011 hatte die DFAG noch 458 Mio. EUR umgesetzt und einen Vorsteuergewinn von 1,6 Mio. EUR ausgewiesen (2010 lag dieser noch bei 0,8 Mio. EUR). Legt man nun die Konsensschätzung für den Gewinn von 0,69 EUR je Aktie für 2014 zugrunde, kommt man auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,8. Damit liegt das KGV deutlich höher als bei meiner Empfehlung im Februar 2012 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist mit 5,77 ebenso wenig günstig, wie das Kurs-Buchwertverhältnis von 1,68. Allerdings weisen die Kennzahlen insgesamt auf keine Überbewertung hin, zumal Umsatz und Gewinn seit Jahren deutlich steigen. Das Unternehmen ist also bei 8,80 EUR fair bewertet.

Für einen Neueinstieg wäre mir der Kurs inzwischen zu hoch, aber als Aktionäre, der auf Kursgewinnen sitzt, stellen sich ja zwei Frage: möchte man die angefallenen Kursgewinne (jetzt) versteuern und welche Anlagealternativen bieten sich zurzeit? Behält man die Aktien weiter, arbeitet der Steueranteil für einen und fließt (noch) nicht ans Finanzamt. Der Vorteil des Zinseszinsfaktors liegt also aufseiten des Aktionärs. Und richtig günstige Alternativen muss man erst einmal finden. Auf dem erhöhten Kursniveau der Börsen gibt es auch jetzt aussichtsreiche und attraktiv bewertete Unternehmen, aber eben deutlich weniger als noch vor einigen Monaten.

Und ein weiterer Aspekt könnte für die Entscheidungsfindung interessant sein: die abcfinance wird wohl deutlich mehr als 70% der Aktien angedient bekommen und es könnte eine Überlegung wert sein, dass sie sich mittelfristig auch den Rest einverleiben möchte. Dies kann sie über Zukäufe machen, also auch über die Börse, was aufgrund des immer geringer werdenden Streubesitzes, also der frei verfügbaren Aktien, zu steigenden Kursen führen würde. Oder über ein weiteres, dann zu einem noch höheren Kurs, Übernahmeangebot an die übrigen Aktionäre. Am Ende der Entwicklung kann dann sogar ein Squeeze-out stehen, eine relativ sichere und lukrative Spekulation für die freien Aktionäre.

Fazit: wenn ich die Fakten gegeneinander abwäge, erscheint es mir attraktiver, die Aktien der Dresdner Factoring AG zu behalten. Das Unternehmen wächst rasant und wirft in steigendem Maße Gewinne ab, die Börsenbewertung ist angemessen und bietet weiteres Kurspotenzial bei vergleichsweise niedrigem Kursrisiko und es gibt einen Großaktionär, der mittelfristig weitere Aktien - vielleicht sogar alle - einsammeln könnte.

Montag, 8. Juli 2013

Börsenweisheit der Woche 27/2013

"Die fünf teuersten Worte auf dem Gebiet des Geldanlegens sind: dieses Mal ist alles anders".
(Sir John Templeton)

Montag, 1. Juli 2013

Börsenweisheit der Woche 26/2013

"Wenn die Geschichte alle Antworten lieferte, würde sich die Forbes-400-Liste der Reichsten der Welt aus Bibliothekaren zusammensetzen".
(Warren Buffett)

25 Jahre DAX - Feier für einen Überflüssigen?

Der Deutsche Aktienindex (DAX) wurde 25 Jahre alt und das wurde groß gefeiert. Mit seiner Einführung 1988 wurden die 30 größten börsennotierten Unternehmen der Frankfurter Börse in einem Index zusammengefasst und so ein allgemeines Stimmungsbild der Börsenlage in Deutschland abgebildet - und zwar in Echtzeit. Der bis dato bestimmende und breiter aufgestellte FAZ-Index wurde schnell in den Hintergrund gedrängt.

Wie auch beim Dow Jones Index, dem FTSE-100, dem Nikkei oder dem Hang-Seng-Index räumen die Medien in ihrer Berichterstattung dem Auf und Ab des DAX nicht unerheblichen Raum ein und der Beobachter ist geneigt, aus der Indexentwicklung auf die allgemeine Entwicklung an der Börse und in der Wirtschaft zu schließen. Dabei sollte genau dieser Irrtum tunlichst unterlassen werden!

Denn obwohl der DAX die 30 größten Schwergewichte der deutschen Industrie enthält, handelt es sich einerseits nur um die börsennotierten Unternehmen und insbesondere die Wirtschaft in Deutschland wird von einem breiten Mittelstand getragen. Daher bildet der DAX nur unzureichend die allgemeine Entwicklung ab. Hinzu kommt, dass der DAX einige Branchen deutlich übergewichtet (z.B. Automobile) und sich die Zusammensetzung häufig ändert. Was wiederum zur Folge hat, dass der heutige Indexstand mit dem von früher schwer(er) zu vergleichen ist. Und die Entwicklung einzelner Werte kann teilweise erheblich von der Entwicklung des DAX insgesamt abweichen. So stand der DAX bereits im Jahr 2000 bei 8.000 Punkten mit einer Deutschen Telekom bei über 100 EUR. Und im Jahr 2013, bei erneuten 8.000 DAX-Punkten liegt der Kurs der Telekom bei gerade einmal 9 EUR. Während sich der Index also von seinem starken Einbruch (2003 lag er bei nur noch 2.300 Punkten) erholt hat, ist dies nicht bei allen Indexwerten der Fall.

Losgelöst von diesen allgemeinen Unzulänglichkeiten eines Index stellt sich die Frage, inwieweit der Indexstand für einen langfristig anlegenden Investor interessant ist. Und die Antwort ist so kurz wie einfach: überhaupt nicht. Denn ob der DAX bei 1.000 oder 10.000 Punkten steht, ist für mich als Value-Investor belanglos. Ich kaufe keine Aktien, weil der DAX niedrig ist und ich verkaufe keine Aktien, weil er hoch steht. Ich kaufe, weil ich ein Anteile an herausragenden Unternehmen zu einem deutlich unter ihrem fairen Wert liegenden Aktienkurs kaufen kann - und dem entsprechend verkaufe ich die Aktien, wenn sie deutlich über dem fairen Wert notieren. In der Zwischenzeit tue ich nichts, sondern "sitze auf meinem Hintern und warte ab", wie es Charlie Munger, der kongeniale Partner Warren Buffets formulierte. Was der Index währenddessen treibt, hat für mich keine Relevanz! Und daher sehe ich die Veränderungen des DAX-Standes eher als Gradmesser für die allgemeine Stimmungslage am Markt, die den Börsenkommentatoren unermüdlich Munition für (zumeist nichtssagende) Kommentare bietet - mehr hat mir der Index nicht zu bieten. Abgesehen davon, dass ich heute diesen Artikel verfassen kann. Immerhin etwas...

Montag, 24. Juni 2013

Börsenweisheit der Woche 25/2013

"Das Problem zu erkennen ist wichtiger, als die Lösung zu finden, denn die genaue Darstellung des Problems führt fast automatisch zur richtigen Lösung".
(Albert Einstein)

Donnerstag, 20. Juni 2013

Wen interessiert schon die Notenbank?

Nun ist es also passiert. Was alle schon immer wussten, könnte zur Gewissheit werden: die amerikanische Notenbank (Fed) wird die Märkte nicht mehr unbegrenzt mit Geld fluten. Nicht gleich, aber demnächst, wird sie damit beginnen und somit wieder zur Normalität zurückkehren.

Die Börsen gehen heute auf Talfahrt, weil mit dieser Meldung die Auffassung verbunden wird, weniger billiges Geld würde die Aktienkurse drücken. Mag auch so sein, "der Markt" in seiner Gänze läuft sicherlich mit mehr Geld besser als mit weniger Geld. Aber muss mich das als Value-Anleger interessieren?

Klares Nein. Ich suche mir die Aktien, in die ich investiere, doch nicht danach aus, ob die amerikanische Notenbank noch mehr Geld ins System pumpt und ob der Kurs meiner Aktie von dieser Geldschwemme profitieren könnte. Das überlasse ich Hassadeuren, Zockern, Tradern und Charttisten. Ich kaufe Aktien, weil ich ein Unternehmen gefunden habe, das solide gemanagt wird, das prognostizierbare Gewinne abwirft und attraktiv bewertet ist. Die attraktive Bewertung ergibt sich nicht (alleine) aus den künftigen Gewinnen oder der Dividendenrendite, sondern natürlich aus deren Verhältnis in Bezug auf den momentanen Aktienkurs.

"Ein gutes Unternehmen, zu teuer bezahlt,
ist ein schlechtes Investment".
(Roland Könen, Value-Holdings Int. AG)

Der künstliche Nachfrageschub durch die Geldpolitik der Notenbank(en) hat natürlich Auswirkungen auf die Kurse, aber als Langfristanleger interessiert mich die Tagesschwankung meiner Aktien nur insoweit, als dass sie mir entweder günstige Einstiegschancen bietet, oder aber eine lukrative Ausstiegsmöglichkeit. Sprich: der faire Wert der Aktien könnte deutlich unter ihrem aktuellen Kurs notieren oder deutlich darüber. Ansonsten sollte man die Kursschwankungen nicht zu häufig beachten, denn sie verleiten einen schnell dazu, hektisch zu werden und sich zu (unnötigen) Käufen und Verkäufen hinreißen zu lassen. Und das geht ganz schnell, wir Menschen sind evolutionsseitig auf dieses Verhalten gepolt, daher sollte man sich hier nicht auch noch unnötig eine Blöße geben. Denn in Konsequenz führt häufiges Handeln zu Verlusten - die Mehrheit der Marktteilnehmer schneidet schlechter ab als der Mart und man muss ja auch noch die Börsenspesen bezahlen - und so hat man die Wahrscheinlichkeit deutlich gegen sich. Wer dies genauer und konkreter nachlesen möchte, dem empfehle ich das Buch "Gier. Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht" von Jason Zweig.

Die Entscheidungen der Notenbank(en) haben natürlich auch Auswirkungen auf mich als Value-Investor. Allerdings kaufe ich ja nicht bloß Aktien, sondern beteilige mich an gut geführten Unternehmen. Das ist ein erheblicher Unterschied! Denn die mikro- und makroökonomischen Unwägbarkeiten muss ich als Anleger doch nicht für das Unternehmen bewältigen! Dafür hat es ein Management! Und wenn das Management in der Vergangenheit mit Zinsänderungen oder neuen Gegebenheiten in der Gesetzgebung gut klargekommen ist, dann ist davon auszugehen, dass es das auch in Zukunft tun wird. Als Anleger kann ich nur darauf achten, dass ich mir Unternehmen aussuche, die von diesen Einflussfaktoren nicht allzu schnell aus der Bahn geworfen werden. Ich investiere also nicht in Biotechfirmen oder in junge Start-ups aus der Internetbranche, mich reizen auch Anbieter von "revolutionären 3D-Druckern" nicht. Ich setze auf solide und beständige, ja behäbige, Unternehmen und/oder auf Nischen, in denen kleinere Unternehmen eine starke und nicht leicht zu erreichende Marktstellung haben. Und deshalb interessiert mich das Geschnatter der Notenbank als Meldung schon, als Grundlage für meine Investitionsentscheidungen hingegen nicht.

Sollten aber die Kurse von Unternehmen, die mir bisher zu hoch bewertet waren, jetzt auf ein Niveau abrutschen, das um einiges unter dem von mir ermittelten fairen Wert liegt, dann danke ich der Fed für ihre Aussagen und kaufe diese Aktien. Letztlich ist es mir egal, weshalb ich sie so günstig bekomme, das darf dann auch ruhig an der Notenbank liegen. Ich bin da nicht wählerlisch...

Montag, 17. Juni 2013

Börsenweisheit der Woche 24/2013

"Geld veranlasst die Menschen Dinge zu tun, die sie gar nicht tun wollen".
(Zitat aus Oliver Stones Film „Wallstreet“)

Montag, 10. Juni 2013

Börsenweisheit der Woche 23/2013

"Willst du den Wert des Geldes erkennen, versuche dir welches zu borgen".
(Benjamin Franklin)

Donnerstag, 6. Juni 2013

Chancen und Risiken von Mittelstandsanleihen am Beispiel der Gamigo-Anleihe

Das Zinsniveau ist für Anleger ein wahrer Alptraum, fehlen ihnen doch die attraktiven Anlagemöglichkeiten. Während Tagesgeld und Bundesanleihen nicht einmal mehr die Inflation kompensieren können, also unter dem Strich einen realen Vermögensverzehr bedeuten, drängen immer mehr Unternehmen auf den Markt, um den renditehungrigen Anlegern Anleihen zu offerieren, die zumeist mit Zinscoupons aufwarten, die im mittleren oder gar hohen einstelligen Prozentbereich notieren.

"Risiko ist die Bugwelle des Erfolgs."
(Carl Amery)

Hohe Zinsen zahlen die Unternehmen jedoch nicht, weil sie Mitleid mit gebeutelten Anlegern haben, sondern weil sie es müssen. Denn die optisch hohen Zinscoupons sind der Preis für das nicht unerhebliche Risiko, das man bei einer Investition in Unternehmensanleihen eingeht.

Anleihen stellen aus Sicht des Unternehmens Fremdkapital dar, das gegen Zinsaufwendungen für eine festgeschriebene Zeit zur Verfügung gestellt wird und am Ende an den Anleihegläubiger zurückgezahlt werden muss. Dieser wird also nicht Anteilseigner des Unternehmens, wie ein Aktionär, trägt aber ebenfalls das Risiko eines Teil- oder Totalausfalls, wenn die Geschäfte des Unternehmens schlecht laufen. Im Insolvenzfall ist der Anleihegläubiger vor einem Aktionär an der Insolvenzmasse zu beteiligen, was aber in der Praxis jedoch nur das zweitschlechteste Ergebnis ist. Denn wenn ein Unternehmen Insolvenz anmelden muss, steht ein Totalverlust für den Anleger ins Haus und dann ist es unerheblich, ob als Rendite 8,9 oder 12 Prozent versprochen worden sind.

"Regel Nummer eins lautet: nie Geld verlieren. Regel
Nummer zwei lautet: vergiss nie Regel Nummer eins."
(Warren Buffett)

Wichtigster Faktor ist also das Einschätzen des Verlustrisikos. Je höher dieses ist, desto höher muss auch die Rendite sein, mit der man sich dieses Risiko bezahlen lässt. Dabei sollte man sich nicht auf große und bekannte Namen verlassen, denn auch "Blue Chips" können straucheln, wie man z.B. an den US-Investmentbanken oder den US-amerikanischen Automobilherstellern sehen konnte. Um eine genaue Prüfung der Geschäftszahlen des Unternehmens kommt man also nicht herum und es kann auch nicht schaden, jenseits des Emissionsprospekts nach Researchmaterial umzusehen.

Cultures Online

Die Gamigo AG  betreibt und vermarktet online Spiele, sog. Massively Multiplayer Online Games, und tummelt sich dabei in einem rasant wachsenden, aber auch hart umkämpften und sehr kurzlebigen Markt. Gegründet wurde die Gamigo AG im Jahr 2000 als “Gamesweb.de AG”, 2007 stiegen die Axel Springer AG die börsennotierte bmp AG als Investoren ein, bis 2009 dann Axel Springer alle Anteile übernahm. Im Oktober 2012 übernahm die Samarion SE dann diese Anteile. Diese wiederum gehört zu 90 Prozent dem heutigen Chef der Gamigo AG, Remco Westermann. Westermann selbst ist in der Branche kein Unbekannter, war er doch lange Jahre Miteigentümer und Vorstandsvorsitzender der Bob Mobile AG, die heute unter Cliq Digital AG firmiert.
Dino Storm

Das Geschäftsmodell ist relativ simpel: Gamigo erwirbt Lizenzen für Online-Spiele, die für die Spieler grundsätzlich kostenlos sind. Allerdings besteht die Möglichkeit, zusätzliche Goodies zu erwerben gegen Zahlung mit einer virtuellen Währung - die muss natürlich selbst gegen "echtes Geld" eintauschen.

Je mehr Spieler also Gefallen an dem Spiel finden und je länger sie in diese virtuelle Welt abtauchen, desto höher sind die Einnahmemöglichkeiten für die Gamigo AG. Das Risiko besteht also darin, dass die Games nicht genügend Interessenten finden oder aber zu schnell durch vermeintlich interessantere Spiele abgelöst werden. Dann sinken die Einnahmen rapide ab. Der wohl bekannteste Player in diesem Markt, die inzwischen auch börsennotierte Zynga, muss gerade 520 Mitarbeiter entlassen, weil immer weniger Leute "Mafia Wars" oder "Farmville" spielen und entsprechend für zusätzliche Features bezahlen. Nicht jedes Spiel ist so lange so erfolgreich wie World of Warcraft. Die Gamigo AG hat momentan 10 Spiele im Angebot, wie das Strategie Browser Game Cultures Online, das 3D Browser Game Dino Storm oder den Clan-Klassiker King of Kings III.

King of Kings III
Die Gamigo-Anleihe
Die Anleihe soll ein Volumen von 15 Mio. EUR aufweisen, das auf bis zu 25 Mio. EUR aufgestockt werden kann - was schon deutlich mehr als dem Jahresumsatz des Unternehmens entspräche. Mit den neuen Mitteln sollen (neben den Kosten der Emission) Altverbindlichkeiten abgelöst, aber auch Investitionen in die Zukunft getätigt werden, sowohl für organisches Wachstum als auch für Übernahmen. Die Verzinsung von 8,5% pro Jahr wird jeweils nachträglich gezahlt, die Laufzeit beträgt 5 Jahre und die Mindeststückelung liegt bei EUR 1.000. Die Anleihe soll nach der Emission im Entry Standard an der Frankfurter Börse gehandelt werden, was einen börsentäglichen Handel gewährleistet. Sie kann dort im Zeitraum vom 05.bis 18.06.2013 gezeichnet werden; der eigentliche Emissionstermin ist dann der 20.06.2013. Der rechtlich maßgebliche Wertpapierprospekt ist kostenfrei erhältlich über www.gamigo-anleihe.de oder über die gamigo AG, Behringstraße 16b, 22765 Hamburg.

 Ich finde es relativ schwierig, den Markt für Onlinespiele einzuschätzen und auch das Potenzial, das sich hier ggf. in Umsätzen und bestenfalls Gewinnen niederschlagen kann. Einen entsprechenden Versuch haben die Analysten von GBC unternommen, die eine Research-Studie eigens für die Emission dieser Anleihe verfasst haben, und ich lege sie jedem Interessierten ans Herz. Hier sind alle relevanten Informationen zu Historie, Geschäftsverlauf und eine Einschätzung für die Entwicklung der nächsten drei Jahre zu finden - es dürfte nicht überraschen, dass das Urteil der Analysten "überdurchschnittlich attraktiv" lautet.

Fazit
Die Anleihe weist eine attraktive Verzinsung auf, jedenfalls verglichen mit Festgeld oder Bundesanleihen. Das Geschäftsfeld, in dem sich die Gamigo AG tummelt, ist sehr schnelllebig und Trends wechseln in kurzen Abständen. Das Ziel, lange und profitable Kundenbeziehungen herzustellen, ist ambitioniert und nur durch ständige Innovationen in einem hart umkämpften Markt zu erreichen. Ob dies gelingen wird, ist schwer einzuschätzen, so dass die im Verhältnis dann doch lange Laufzeit von 5 Jahren nicht ohne Risiken ist. Vergleicht man hingegen die angebotene Rendite, so liegt sie nicht deutlich höher als Anleihen von Unternehmen, die schon seit Jahren erfolgreich am Markt tätig sind und deren Geschäftsmodell daher zielsicherer einzuschätzen ist. Um sich in der Gamigo Anleihe zu engagieren muss der Anleger also eine erhöhte Risikoaffinität mitbringen; für konservative Anleger oder als sog. "Witwen- und Waisen-Investment" dürfte die Anleihe nicht geeignet sein. Persönlich bevorzuge ich sowieso Direktinvestitionen in Unternehmen und werde mich bevorzugt an Aktien halten. Anleihen können eine attraktive Beimischung im Depot sein, sollten das Risiko des Depots jedoch tendenziell eher senken als erhöhen.


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Montag, 3. Juni 2013

Börsenweisheit der Woche 22/2013

"Wo Geld voran geht, sind alle Wege offen".
(William Shakespeare)

Freitag, 31. Mai 2013

Das Ende der Quartalsberichtsmanie

Börsenlegende Warren Buffett ignoriert Quartalsberichte aus guten Gründen und nun hat EU-Kommissar Barnier eine entsprechende Regelung angekündigt, die dann in nationales Recht umgesetzt und ab 2015 in Kraft treten soll.

Die Reform der Transparenz-Richtlinie wird die verpflichtenden Quartalsberichte für börsennotierte Unternehmen abschaffen und diese somit nicht nur von "überflüssiger Bürokratie" entlasten, sondern die neue Regelung soll Unternehmenslenkern wieder mehr Zeit geben, richtige und sich langfristig auszahlende Entscheidungen zu treffen. Denn während die Quartalsberichte bisher zwar den Hunger der Anleger auf stetige Informationen bedienen, führen sie leider auch dazu, um der besseren kurzfristigen Quartalszahlen wichtige und nötige Entscheidungen, die sich erst mittel- und langfristig auszahlen würden, aber zulasten der kurzfristigen Gewinne gehen, aufzuschieben. Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat sich daher stets vehement gegen Quartalsberichte ausgesprochen. Weiterhin vorzulegen haben Unternehmen die Halbjahreszahlen und die Geschäftsberichte.

Selbst in den USA, wo Quartalsberichte quasi wie Manna verehrt werden, gibt es Unternehmen, die sich diesem Druck entziehen. Zwar berichtet auch Amazon vierteljährlich, aber Jeff Bezos, Gründer und Großaktionär des Online-Händlers, setzt seit einiger Zeit auf die strategische Expansion seines Unternehmens und opfert dafür die Gewinne. Bezos ist überzeugt, dass sich die heutigen Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteile mittel- und langfristig in deutlich höheren Gewinnen auszahlen werden. Diese Strategie kann er fraglos nur deshalb durchziehen, weil er mehr als der Chef ist - ihn gehört ein großer Teil des Unternehmens und daher fällt es Kritikern schwer(er), Wiederstand gegen sein Vorgehen zu organisieren. Diesen Luxus haben aber die wenigsten Unternehmenslenker, meistens sind sie bloß Angestellte mit allenfalls marginalen Beteiligungen an ihren Unternehmen. Dabei wirtschaften inhabergeführte Unternehmen meist besser, weil das eigene Kapital des Chefs im Unternehmen steckt und sein Arbeitsplatzrisiko gleichzeitig mit einem erheblichen Vermögensrisiko verknüpft ist.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Unternehmen ab 2015 entscheiden werden. Denn auch wenn Quartalsberichte nicht mehr vorgeschrieben sind, so können sie doch freiwillig weiterhin vorgelegt werden. Und insbesondere die großen Konzerne, die einen nicht unerheblichen Teil anglo-amerikanischer Aktionäre haben, werden von diesen vermutlich Druck bekommen, auch künftig Quartalsberichte vorzulegen. Was ein zusätzliches Argument für den deutschen Mittelstand ist und die sog. Nebenwerte.

Dienstag, 28. Mai 2013

Gier? Es geht auch anders...

Schon seit längerem kann einem regelmäßig übel werden, wenn man über Raffgier und Skrupellosigkeit in der Finanzbranche liest und es sind nicht mehr nur die Investmentbanken in den USA, die der Welt die Banken- und Finanzkrise eingebrockt haben, unter der wir alle heute noch leiden, sondern es sind auch "normale" Banken von nebenan. Das Geschacher des gefeuerten Ex-Chefs der Hypo Real Estate AG, Georg Funke, der als Dank dafür, dass er die HRE ruiniert und viele Kleinanleger um ihr Erspartes gebracht hatte, auch noch eine satte Abfindung einstecken wollte. Oder die Ex-Investmentbanker der Dresdner Bank, die der Bank mit ihren Finanzwetten eine Milliardenschieflage beschert hatten, die die Commerzbank, die die DreBa auf dem Hochpunkt der Finanzkrise übernommen hatte, Millionenboni kosten. Und natürlich die Deutsche Bank, die gerne über "Kulturwechsel" spricht, aber die Allmacht der Gier in sich schier endlos aneinanderreihenden Skandalen vorlebt. Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren scheint hier leider die Maxime zu sein. Und deshalb verwundert auch nicht, dass zunehmend darüber diskutiert wird, welche Vorstandsvergütungen und welche Boni noch "anständig" sind. Zurecht, denn Eigennutz kann und darf nicht alleiniger Antrieb und vor allem nicht der Maßstab sein!

Dass es auch anders geht, zeigen zum Beispiel Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates, die beide zu den reichsten Menschen auf unserem Erdball gehören. In ihrer Initiative "The Giving Pledge" versammeln sich weltweit Milliardäre, die ihr Vermögen größtenteils spenden werden und nicht einfach nur ihren Erben hinterlassen. Und insbesondere Warren Buffett weist immer wieder darauf hin, wie wichtig ihm die Integrität des Managements bei der Auswahl seiner Investments ist - bisweilen ist sie der ausschlaggebende Faktor für einen Kauf.

Allerdings kann nicht jeder Mensch ein Milliardär sein und riesige Summen spenden. Viele Wohltätigkeitsorganisationen fokussieren sich daher auf eine große Zahl von freigiebigen Kleinspendern, denn Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Vermutlich jeder von uns hat - vor allem kurz vor Weihnachten - schon die Bittbriefe diverser Hilfsorganisationen im Briefkasten gehabt. Doch es gibt auch innovative Unternehmer, die mit indirekten Spenden Gutes tun und gleichzeitig daran verdienen. Das muss nicht unbedingt ein Widerspruch sein. So stellen Unternehmen den Hilfsorganisationen kostenlos Fahrzeuge zur Verfügung, die diese für ihre Zwecke nutzen können. Dadurch bleiben mehr Spenden für die eigentlichen Aufgaben der Organisationen übrig. Ein Geschäft wird aus dem Deal für das Unternehmen natürlich erst, wenn es aus der Aktion auch Erträge generieren kann, also entweder durch eine umfangreiche Presseberichterstattung über diese Freigiebigkeit oder aber zum Beispiel dadurch, dass das kostenlose zur Verfügung gestellte Auto dann über Werbung (re)finanziert wird. So berichtet akzent Sozialsponsoring unter anderem regelmäßig über seine diesbezüglichen Aktivitäten, die inzwischen bundesweit angeboten werden und bei denen die werbetreibenden Kunden den zusätzlichen Wohlfühlfaktor haben, dass mit ihrer Werbung gleichzeitig Gutes erreicht wird.

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom und weniger wichtig ist, was man tut, als vielmehr, dass man etwas tut. Dass man seinen Reichtum mit anderen teilt, dass man nicht die Jagd nach dem letzten Penny zum Lebensinhalt macht, sondern dass man stets bedenkt, dass Geld kein Selbstzweck ist, sondern das Leben lebenswerter machen soll. Und das erreicht man bisweilen auch dadurch, dass man einen Teil seines Geldes anderen überlässt. Und letztlich sind auch Unternehmen, die sich für die Gesellschaft engagieren und soziale oder kulturelle Projekte unterstützen, langfristig erfolgreicher als jene, die nur auf den maximalen Profit aus sind. Denn auch die Unternehmenskultur ist eine Charakterfrage und wie Warren Buffett es formulierte: "mit schlechten Leuten macht mein keine guten Geschäfte". Ich bin mir sicher, dass Buffett keine Aktien der Deutschen Bank kaufen würde, selbst wenn die Zahlen und die Bewertung wieder stimmen sollten.

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Dieser Artikel wurde finanziell gesponsort von akzent Sozialsponsoring.

Montag, 27. Mai 2013

Niedrigzinsen fressen Vermögen auf

Gegen die Finanzkrise, die Bankenkrise, die Wirtschaftsflaute, die Eurozonenprobleme und gegen Crash-Tendenzen wählen die Notenbanken seit mehr als einem Jahrzehnt immer das gleiche Mittel: Geld. Und zwar Unmengen davon. Üblicherweise führt ein starkes - und auch noch globales - Geldmengenwachstum nach der klassischen Lehre zu Inflation, denn wenn (zu) viel Geld im Umlauf ist, sind Preissteigerungen leichter durchzusetzen und Inflation ruft steigende Zinsen seitens der Notenbanken hervor, um die Preissteigerungen wieder in den Griff zu bekommen. Doch diesmal scheint alles anders zu sein, in den führenden Wirtschaftszonen der Welt ist trotz des vielen verfügbaren Geldes die Inflation weit unter den Zielwerten der Notenbanken und dem entsprechend sinken die Zinsen auf Rekordniedrigststände.

Das ruft mehrere Effekte hervor. So wird der Konsum billiger, denn es kostet weniger Geld (Zinsen), sich zu verschulden und selbst Krisenstaaten wie Portugal, Irland oder Italien können sich zu vergleichsweise moderaten Zinssätzen refinanzieren. Bedeutet im Umkehrschluss, dass die Zinscoupons ihrer Staatsanleihen weniger abwerfen, als man es bei dem hohen Risiko erwarten sollte, bedenkt man, dass die Krise nicht ohne Grund "Staatsschuldenkrise" heißt und vor allem Länder der Eurozone betrifft.

Für den deutschen Sparer bedeutet die niedrige Inflation, dass sein Geld nur langsam an Wert verliert. Doch die Freude hierüber verfliegt schnell, wenn man bedenkt, dass die zu erzielen Zinsen teilweise sogar noch unterhalb der Inflationsrate liegen und ggf. sogar noch versteuert werden müssen. "Negative Realzinsen" nennt man dieses Phänomen und es hat zur Folge, dass man zwar Zinsen für sein Erspartes bekommt, am Jahresende aber dennoch weniger Kaufkraft. Deutlich gesagt, man ist trotz Zinsen weniger vermögend als zuvor. Für die deutschen Sparer errechnet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung ein Minus von 14,3 Mrd. Euro pro Jahr, was etwa 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) entspricht.

Um dieser schleichenden Verarmung zu entgehen, suchen die Anleger immer häufiger nach Alternativen. (Auch) deshalb explodieren in Deutschland die Immobilienpreise oder das Geld wandert auf vermeintlich besser verzinste Konten im Ausland. Doch steigt hierbei das Risiko signifikant an, denn Immobilien sind nicht so leicht wieder veräußerbar und wenn dann mit erheblichem Verlust. So gab es zwischen 1991 und 2009 kaum Wertzuwächse, während die Inflation mit fast 3 Prozent pro Jahr am Vermögen knabberte. Und gerade in Irland und Island haben Deutsche Sparer mit "sicheren" Geldanlagen Milliarden verloren, als die Banken infolge der Finanzkrise Pleite gingen.

Als Alternative galten Anleihen, doch Staatsanleihen bergen eben auch erhebliche Risiken, wie man bei griechischen Bonds sehen konnte, wo es einen sog."Haircut" gab und die Anleger auf einen Schlag rund die Hälfte ihres Geldes verloren hatten. Und wenn man von 1.000 eingesetzten Euros nur 500 zurückbekommt, dann tröstet einen darüber ein höherer Zinssatz von 3 oder Prozent kaum hinweg.

Die Anleger stecken also in einer Misere und zuletzt kamen deshalb verstärkt Unternehmensanleihen auf den Markt und fanden zumeist reißenden Absatz. Denn sie bieten nicht selten Zinsen von 6 oder mehr Prozent und verglichen mit Bundesanleihen, die weniger als 1 Prozent bieten, scheinen das echte Schnäppchen zu sein. Allerdings nur, wenn die Firmen solide sind und Zinsen und Anlagekapital auch (Zurück)zahlen können. Schaut man auf die Unternehmen der kriselnden deutschen Solar-Branche, wie Solar World, Solar Millennium, Q-Cells usw. wird schnell klar, dass das Risiko eines Totalverlustes auch bei Unternehmensanleihen allgegenwärtig ist. Und verglichen mit den erheblichen Risiken sind die Renditen der Unternehmensanleihen eben doch viel zu niedrig, warnt Star-Investor Warren Buffett in einem Interview mit dem Finanzdienstleister Bloomberg.

Doch was bleibt Anlegern übrig, wenn sie ihr hart verdientes Geld anlegen wollen? Investmentsfonds schneiden ganz überwiegend schlechter ab als der Markt und bieten sich daher als Alternative nicht unbedingt an, so dass es am Ende auf ein Aktiendepot hinausläuft, in dem man auf große Unternehmen setzt, die seit längerem gute Erträge erwirtschaften und attraktive Dividenden ausschütten. Solche Dickschiffe finden sich nicht nur in Deutschland und Europa, sondern vor allem auch in den USA: Unternehmen der Konsumgüterindustrie, wie Nestlé, Procter & Gamble, Henkel, Beiersdorf, Johnson & Johnson, Reckit Benckiser, oder Chemiegiganten, wie BASF, Lanxess, DuPont. Sicher, deren Kurse sind seit Jahren gestiegen, aber eben auch ihre Umsätze und Gewinne. Und sie gelten als defensive Werte, weil sie Produkte verkaufen, die nicht "in" sind, sondern einfach nur gebraucht werden: Windeln, Rasierer, Zahnbürsten, Toilettenpapier, Waschmittel usw. Ob die Menschen viel oder wenig Geld zur Verfügung haben, an diesen Dingen können sie nur begrenzt sparen. Das neue Auto oder der hippste Fernseher oder das neuste Smartphone wird viel eher mal auf die lange Bank geschoben.

Nun kommt es bei der Geldanlage darauf an, niedrig zu kaufen und - wenn überhaupt - hoch zu verkaufen. Und viele verwechseln dies mit Markttiming. Aber das sollte man den Zockern und Tradern überlassen, den Spekulanten und Finanz-Hasardeuren. Anleger, Investoren, Privatleute sollten sich über Timing an der Börse gar keine Gedanken machen! Vielmehr sollten sie ausschließlich auf die fundamentale Bewertung der Unternehmen schauen, wie sie aus den Geschäftsberichten hervorgehen: steigen die Umsätze, nehmen die Gewinne zu, wird eine attraktive Dividenden ausgeschüttet und das kontinuierlich über viele Jahre hinweg? Wenn diese Unternehmen dann noch zu akzeptablen Aktienkursen gehandelt werden, spricht nichts gegen ein langfristiges Engagement. Achten Sie auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis, auf den Cash-flow und die Dividendenrendite. Sie geben gute Anhaltspunkte dafür, ob ein Unternehmen gerade zu hoch oder zu niedrig von der Börse bewertet wird. Und in letzterem Fall, kaufen sie dessen Aktien. Das ist das "Marktiming" der Langfristanleger, der Value Investoren. Ob die Konjunktur dies macht oder der Dollar jenes oder Gold gegenüber Rohöl eine Korrelation ausbildet - vergessen Sie's einfach. Darüber zerbrechen sich die Vorstände in den Unternehmen, deren Aktien sie kaufen, den Kopf. Und wenn Sie Unternehmen auswählen, die den von mir beschrieben Kriterien entsprechen, dann können Sie (fast) sicher sein, dass sie sich erfolgreich auf die neuen Herausforderungen einstellen. Sie als Anleger brauchen nichts weiter zu tun, als auf ihrem Hintern zu sitzen und die Dividenden zu kassieren, die die Unternehmen für Sie verdienen.