Samstag, 19. September 2020

Kissigs Beobachtungsliste





▶ Denke selbst!

Auf meiner Beobachtungsliste finden sich die Aktien, über die ich hier im Blog schreibe und die ich dann für interessant/ aussichtsreich genug erachte, dass ich sie auch künftig begleiten möchte. Es ist kein Musterdepot und diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist.

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Beobachtungsliste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
(André Kostolany)
Fakt ist allerdings, dass nicht jeder Mensch zum guten Aktieninvestor taugt; z.B. mangels Zeit, mangels Interesses, mangels notwendiger charakterlicher Eigenschaften (wie Geduld und Coolness in Stresssituationen). Ist nun mal so, muss sich niemand für schämen. Entscheidend ist aber, dass man dies für sich erkennt und dann die richtigen Konsequenzen daraus zieht. Warren Buffett, der wohl beste Investor aller Zeiten, rät für diese Fälle, sein Geld nicht in Einzelwerte zu stecken, sondern kostengünstige Indexfonds (auf den S&P 500) zu kaufen und einfach unberührt im Depot für sich arbeiten lassen. Geht auch...

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und stelle meine TOP 10 vor.


▶ RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG

Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Vor allem Nebenwerte und/oder Aktien in Turnaround-Situationen sind oftmals markteng und weisen daher bisweilen sehr hohe Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen aus (sog. Spreads). Bereits kleinere Orders können daher starke Kursschwankungen auslösen. Hier sollte man daher stets mit Limits agieren!

Kommentare:

  1. Hallo,Michael,
    ich überlege meinen Bestand an Aggreko (A1XFZR) aufzustocken, bin aber noch unsicher. Meiner Meinung nach ein einfaches Geschäftsmodell mit temporären Problemen. Eine eher zurückhaltende Einschätzung bei Value&Opportunity hat mich aber verunsichert. Hast du dich vielleicht schonmal mit diesem Wert beschäftigt ? Kannst du eine Einschätzung vornehmen ? Das würde mich dann interessieren.
    Herzliche Grüße
    Maria

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    1. Moin Maria,
      Aggreko kenne ich nur oberflächlich. Die Analyse bei Value and Opportunity habe ich mir angesehen, die wirkt ziemlich stimmig. Insbesondere gibt zu denken, dass das Management selbst davon ausgeht, dass 2015 kein gutes Jahr wird und 2016 noch schlechter. Es stellt sich daher die Frage, weshalb man dann jetzt die Aktien kaufen sollte? Denn ich glaube nicht, dass diese schlechte operative Entwicklung bereits im Kurs enthalten ist - die gerät schnell wieder in Vergessenheit und bei Vorlage der nächsten Zahlen gibt es dann wieder eine negative "Überraschung" und die nächste Abverkaufswelle. Vermutlich ist es ratsam, zunächst einmal abzuwarten, bis das Überangebot nachlässt und die Aktie einen Boden findet. Auf dieser Basis kann man dann schauen, ob Aggreko eine akzeptable Bewertung (für 2016 und danach) aufweist.

      Ein Aspekt, der Aggreko in die Hände spielen könnte, ist das von mir im Blog angesprochene Naturphänomen "El Niño", das wohl in diesem Jahr wieder sein Unwesen treiben wird. Denn Einsatzmöglichkeiten für die Stromaggregate von Aggreko ergeben sich ja vor allem in Kriegs- und Krisengebieten - und die dürften dank "El Niño" zum Jahresende hin weltweit deutlich zunehmen. Das spielt dann Aggreko in die Karten, allerdings erst ab 2016. Hier könnte man also beobachten, wie schlimm "El Niño" wütet und im Wissen, dass dann die Nachfrage nach Aggrekos Generatoren anziehen wird, die Aktien im Vorgriff auf die dann zu erwartenden besseren Zahlen kaufen. Sofern die Bewertung zu dem Zeitpunkt attraktiv ist.

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    2. Ich halte auch folgende Interpretation für möglich, frei nach Kostolany, also eher stimmungstechnisch : Lt. V&O Blog ist die Aktie bei den Analysten schon länger in Ungnade gefallen, vormals Darling-Status, der Kurs dümpelt bereits seit einiger Zeit und jetzt haben viele die Aktie verkauft. Hohe Umsätze, bei fallenden Kursen. Könnte auch eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, gerade weil die schlechten Nachrichten ja zu fallenden Kursen geführt haben, könnten diese jetzt eingepreist sein. Es ist halt die Frage, schmerzt es mich mehr, wenn mir der Kurs davonläuft, weil die Ertragssituation sich plötzlich verbessert, was ich eben nicht voraussehen kann, wann das passieren wird ? Oder schmerzt es mich mehr, wenn der Kurs noch etwas fällt, ich aber von dem Geschäftsmodell überzeugt bin und die Verluste dann halt aussitzen muss ?

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    3. So wie ich Dich verstanden habe, sitzt Du die bereits aufgelaufenen Kursverluste bei Deinem Aggreko-Bestand ja ohnehin aus, denn Du überlegst ja, weitere Aktien hinzuzukaufen. Nur zu kaufen, um den Einstiegskurs zu verbilligen, davon halte ich nichts - in absoluten Zahlen macht es die Verluste ja nicht kleiner. Einen Nachkauf würde ich nur empfehlen, wenn man davon ausgeht, dass sich das Unternehmen operativ wieder erholt. Und das Management selbst davon ausgeht, dass das nächste Jahr noch schlechter wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit recht hoch sein, dass der Kurs noch weiter fällt. Wie gesagt, sollte El Niño zum ersten Mal in der TV-Berichterstattung auftauchen, könnte dies der Startschuss für bessere Geschäfte in 2016 sein. Und vermutlich ein guter Einstiegszeitpunkt (zumal dann ja auch der Börsenherbst hinter aus liegt, der erfahrungsgemäß ja eher eine unterdurchschnittliche Kursperformance aufweist)...

      Wenn Du allerdings total von Aggreko überzeugt bist und der Meinung, dass es dort ab 2017 wieder aufwärts geht bzw. sie wieder an die alten geschäftlichen Erfolge anknüpfen können, und Du das Geld auch über die Durststrecke dazwischen schon in das Unternehmen zu investieren, dann kannst Du natürlich auch sofort nachkaufen, weil Dir dann die letzten 10 oder 15 Prozent Absacker egal sind.

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  2. Hallo Michael,

    ich schätze deinen Blog sehr! Die Einzigartigkeit an deinem Blog ist m.E. vor allem dadurch geprägt, dass du immer offen und ehrlich bist, deiner Linie immer treu bleibst und selber auch Fehler zugibst. Hinzu kommt, dass du dein Wissen, welches du dir über Jahrzehnte mühsam selbst erarbeitet hast, hier weiter gibst. Dein Ursprungsgedanke für diesen Blog war ja, dass du selber immer wieder daran erinnerst wirst, den Regeln des Value-Investments zu folgen. Genau aus diesem Grund lese ich deinen Blog auch so gerne, da man leider des Öfteren, von den 'Leitsätzen' etwas abweichen möchte, obwohl man sich, wenn man Erfolg haben möchte, einfach daran halten muss. Aber ich denke, es ist einfach menschlich, dass man manchmal anders reagieren möchte, als es uns die Leitsätze von Warren Buffett lehren:).

    Und genau hier habe ich nun eine fundamentale Frage an dich, welche mich schon sehr lange beschäftigt. Gem. Warren Buffett und anderen großen Value-Investoren investiert man langfristig in Werte. Die Kurse, also der Preis ist nur interessant, um zu wissen, wann ein Unternehmen vom Markt unterbewertet ist und wann nicht. Was einem jedoch auffällt ist das Sommerloch. Es gibt ja die alte Börsenweisheit - 'sell in May come back in September'. Wenn man sich mal die Kurse der vergangen Jahrzehnte anschaut, trifft diese Börsenweisheit sehr oft zu. Wenn man jedoch auf Warren Buffett hört, müsste man in unterbewertete Unternehmen investieren, die Aktien liegen lassen, Tee trinken und einfach abwarten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Diese Sichtweise schließt mehrere Jahre ein, d.h. sehr langfristiger Ansatz. Dies ist in meinen Augen auch richtig und so habe ich in der Vergangenheit auch investiert.

    Wenn man jedoch die Börsenweisheit nimmt, welche fast jedes Jahr richtig ist, würde dies heissen, dass man sich im Mai von seinen Anteilen verabschiedet und im September wieder investiert. Das Sommerloch ist zumeist von Korrekturmaßnahmen geprägt. Wie handhabst du das? Verkaufst du Anteile noch vor dem Sommerloch, um die Cash-Quote zu steigern und dann nach dem Sommerloch wieder zu investieren oder beachtest du die alte Börsenweisheit überhaupt nicht? Ich bin wirklich am Überlegen, in Zukunft, zumindest die Anteile im Mai herunterzufahren, die Cash-Quote zu erhöhen und dann erst wieder im September nachzukaufen. Das Problem ist, dass dies an sich, eigentlich kein Value-Investment mehr wäre, da ich die Kursschwankungen ausnutzen würde, obwohl ich auch im Mai vom Wert des Unternehmens überzeugt wäre. Wenn man sich aber die Vergangenheit anschaut, ist das Sommerloch in 3 von 4 Fällen von Korrekturmaßnahmen geprägt.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

    Ps. Es könne auch gerne die anderen Blog-Leser antworten. Habe gemerkt, dass hier ein sehr hohes KnowHow-Niveau herrscht:)

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    1. Moin Stefan,
      diese Saisonalität scheint nur zu passen, denn wenn man sich mal die "fiesen" großen Crashs der letzten Jahres vornimmt, fanden die nicht selten im Herbst statt. Allerdings hätten sie auch zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfinden können (Stichwort Asienkrise), daher verzerren diese Ereignisse das Bild schon etwas nach unten.

      Auch stimmt der früher sicher richtige Spruch "Sell in May and go away - but remeber to come back in September" heute nicht mehr ohne Weiteres, denn die Sommermonate sind schon noch gute Börsenmonate. Heute ist man auch im Urlaub ständig erreichbar, das gilt für alle Marktteilnehmer, das ist also völlig anderes als früher, wo man über die Sommermonate dann von der Börse abgeschnitten war und nicht auf Unvorhergesehenes reagieren konnte.

      Als Langfristinvestor halte ich wenig davon, den Markt timen zu wollen. Damit liegt man meistens schief! Die Unternehmen werden ja nicht schlechter, nur weil der Aktienkurs etwas sinkt. Daher kann ich der Überlegung, aus Timinggründen heraus gezielt Aktien zu verkaufen, nichts abgewinnen. Allerdings braucht man die Saisonalität ja nicht zu ignorieren; man erzielt ja in der ersten Jahreshälfte auch Dividendeneinnahmen und da kann man sich mit Zukäufen ja zurückhalten und auf den - vermeintlich - schwachen Herbst warten. Dann hat man Cash auf dem Konto, um bei einem Kurseinbruch überproportional zukaufen zu können. So trennt man sich nicht aus den falschen Gründen von seinen Unternehmensbeteiligungen und kann dennoch die vermeintlich höheren Zukaufchancen im Herbst nutzen. Und ist man grundsätzlich nicht mehr von seinem Unternehmen überzeugt, dann sollte man sich von seine Aktien trennen. Aber eben nicht aus saisonalen Gründen...

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    2. Hi Michael,

      vielen Dank für deine Antwort. Ja du hast völlig recht, es wäre nichts anderes gewesen, als den Markt timen zu wollen. Und das ist wohl einer der größten Fehler, die man machen kann. Da der Markt überwiegend irrational ist, funktioniert das so nicht. Ich werde in Zukunft versuchen die Cash-Quote im Mai durch die Dividenden und die eigenen monatlichen Einzahlungen zu erhöhen und mich mit Zukäufen ab Mai-September erstmal zurück zu halten und den Markt in dieser Phase noch genauer beobachten. Von dem Wert der Unternehmen bin ich ja weiterhin überzeugt.

      Es ging mir darum, noch mehr Anteile von einem Unternehmen zu bekommen. Wenn man immer zu hohen Kursen verkauft und zu niedrigen einkauft, kann man so nach und nach immer mehr Anteile von dem Unternehmen, welches man langfristig halten möchte, gewinnen. Aber dies läuft zu sehr ins Timing rein, was man kaum bis überhaupt nicht beherrschen kann. Um hier das Risiko zu begrenzen, mach ich also doch lieber den easy Weg, behalten, Cash-Quote aus Dividenden u. Einzahlungen erhöhen, und vor allem 'abwarten'. Falls der Markt dann tatsächlich fällt, freut man sich ja auch:). Anders rum hat man nichts falsch gemacht. Danke Michael, ich wäre da vermutlich wieder in etwas hinein getappt, was zu sehr von den Leitsätzen abweicht, obwohl gerade diese langfristig gesehen so gut wie immer Gewinn versprechen.

      Viele Grüße!
      Stefan

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  3. Hallo Michael,

    auch ich möchte Dir für den tollen Blog danken. Die ein oder andere Unternehmung habe ich nicht zuletzt dank dir ins Depot gelegt.
    Ich persönlich hole mir - mittlerweile - zuerst Investmentideen bei diversen Bloggern und anschließend bewerte ich selber anhand der letzten beiden Geschäftsberichte die Unternehmen.

    Der Hintergrund meines Eintrags ist jedoch nicht nur der Lob für Deinen Blog ;-)

    Ich habe mir via Aktienscreening einige Interessante Unternehmen rausgesucht. Wäre folgende Unternehmung für deine Empfehlungsliste geeignet? Insbesondere die Finanzierungssituation lässt mich grübeln. Chancen sind langfristige niedrige Darlehen (kfw), die den EBIT weiter beflügeln könnten.
    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/ktg-agrar-se.htm
    http://www.ktg-agrar.de/fileadmin/Dateien/Investor-Relations/Publikationen/2015/150513_KTG_Agrar_GBPflichtteil_Digital.pdf

    Besten Dank vorab und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Markus Wilms

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    1. Moin Markus, ich wünsche Dir ein frohes Neues Jahr!

      KTG Agrar habe ich mir vor zwei (oder drei?) Jahren mal genauer angesehen, doch ich habe mich auf kein Investment eingelassen und würde das auch weiterhin eher nicht tun. Im Agrarbereich ist wenig zu verdienen, viel hängt von staatlichen Subventionen ab. Und KTG ist enorm verschuldet, das kann der Konzern kaum aus dem laufenden Geschäft bedienen. So verkaufen de immer mal wieder Land, was ihnen recht hohe Erträge bringt, weil die Preise deutlich angezogen sind und weiterhin anziehen. Nur ist diese Einnahmequelle ja endlich und wenn man nachher die eigenen Produktionsflächen teuer pachten muss, kann man schon an der Nachhaltigkeit dieses Weges zweifeln.

      Das sieht wohl auch das KTG-management inzwischen so und hat nach der Phase des Investierens die Phase des Erntens ausgerufen. Markige Worte. Aber es geht im Kern darum, die Verschuldung und den Schuldendienst deutlich zu senken, weil man sonst irgendwann voll gegen die Wand fährt. So hat man ein Joint-Venture mit Tönnies beendet (wobei man rund 20 Mio. EUR erlöst) und die chinesische Fosun soll bereit sein, mit fast 10 Prozent bei KTG einzusteigen - mit den neuen Mitteln sollen (teure) Altschulden getilgt werden, die per Ende 2014 Netto rund 463 Mio. EUR betrugen. Wie z.B. die 2017 anstehende Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 210 Mio. EUR.

      Ich bleibe skeptisch, ob man bei KTG wirklich in ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell investieren kann und daher lasse ich diese Chance (und die damit einhergehenden Risiken) lieber an mir vorüberziehen...

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  4. Hallo Michael,
    zuallererst möchte ich mich mal für deinen Blog bedanken. Als Neuling im Bereich Aktien schaue ich hier immer wieder interessiert herein und habe das Gefühl, dabei eine Menge über die Bewertung von Unternehmen und das Börsenleben zu lernen, ferner nutze ich deine Empfehlungen auch für eigene Investmententscheidungen.
    Seit einer Zeit gehen mir beim Lesen deines Blogs einige Fragen durch den Kopf, die du mir hoffentlich beantworten kannst.
    Meine ersten Börsenschritte habe ich im Bereich Unterhaltungselektronik gemacht und werde da bspw. in Sony investiert bleiben, da ich als junger Mensch das Gefühl habe, den Zeitgeist ganz gut abschätzen zu können und andererseits bei durchaus stabilen fundamentalen kennzahlen des Unternehmens auch Wachstumschancen (VR, sicht festigende Vorherrschaft im Heimspielbereich bei gleichzeitiger Fokussierung auf diesen Bereich) sehe, während ich den materiellen Investmentbedarf eines solchen Unternehmens auch für mich als Laien als halbwegs durchschaubar empfinde. Weil ich die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aber als begrenzt ansehe,da viele Aktien ja schon recht hoch bewertet scheinen und bei einem Börsenbeben wahrscheinlich zuallererst die heiße Luft bei den Aktien mit den überirdischen KGV und KBV entweicht, scheue ich mich, hier noch mehr Geld anzulegen und suche nach anderen Investitionsmöglichkeiten, wobei ich mich mich mit deinen Empfehlungen auseinandersetze.
    Die Aktienauswahl auf deiner Empfehlungsliste erscheint ja wie ein bunter Blumenstrauß, also recht wenig spezialisiert, da vermute ich, wirst du trotz dieser Diversifikation als ausgebildeter Experte auch in verschiedenen Bereichen ein gewisses Hintergrundwissen über die entsprechenden Geschäftsfelder der Unternehmen mitbringen. Als eine deiner "Lieblinge" sticht für mich gerade besonders die Deutsche Rohstoff AG als eine Rohstoffaktie hervor, wo ich zwar bärenstarke fundamentale Kennzahlen erkenne, es mir aber so vorkommt, dass man für das Abschätzen eines derartigen Investments am besten VWL studiert haben sollte, um mögliche Risiken und Chancen (Ölpreisentwicklung, Goldpreisentwicklung auch im Zusammenhang mit allen möglichen politischen Entwicklungen) zu durchschauen. Inwiefern setzt du für deine Investments denn eine breite Kenntnis des Geschäftsfelds über die reinen fundamentalen Kennzahlen hinaus voraus? Beispielsweise war ja für dich als Nicht-Biologe der "Burggraben" von Novo Nordisk vermutlich schwierig abzuschätzen.
    Und wie findest du eigentlich diese Unternehmen und wählst sie aus? Viele davon, gerade die mit erheblichem Kurspotential, findet man wohl nicht einfach so im Supermarktregal, wie es bspw Peter Lynch geschrieben hat.
    Und gibt es für dich (ethische) Ausschlusskriterien bei der Auswahl von Unternehmen? Nachdem ich bei der Deutschen Rohstoff investiert habe, musste ich bei weiterem Recherchieren mit Unmut feststellen, dass dort die "horizontalen Bohrungen" mithilfe von Fracking vorgenommen werden, welches ich eigentlich als kritisch ansehe. Da bin ich jetzt sehr ambivalent bezüglich dem weiteren Halten der Aktie.
    Gibt es tiefergehende Literatur neben den populären Werken zum Valueinvesting, die du interessierten Anlegern empfehlen kannst? Würdest du sagen, dass es sich für private Anleger lohnt, sich intensiv mit Grundlagenbüchern der BWL auseinanderzusetzen?
    Das war jetzt doch ein etwas längerer Post mit einigen Fragen, aber vielleicht findest du ja mal die Zeit, die eine oder andere Frage aufzugreifen.
    Viele Grüße Andreas

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    1. Moin Andreas,
      ein wahrlich umfassender Rundritt, den Du da hingelegt hast...

      VWL muss man nicht studiert haben, um an der Börse investieren zu können. Ich denke, man muss eine gute Allgemeinbildung haben und Spezialkenntnisse in eine oder mehreren Bereichen ist sicherlich nicht verkehrt. Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich Wissen und neuer Erkenntnisse anzueignen, sind durchaus hilfreich. Letztlich muss man bereit sein, Dinge zu hinterfragen, Dinge zu lernen, und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Nur der Meinung anderer Leute hinterherzulaufen, ist nicht ausreichend. Man muss seinen eigenen Verstand einsetzen, denn man investiert ja auch sein eigenes Geld. Entscheidend ist zu erkennen, was man nicht kann, was man nicht weiß, was man nicht versteht. Um diese Bereiche sollte man einen Bogen machen und sich auf die übrig bleibenden konzentrieren. Damit ist man der Mehrzahl der Börsianer schon einen großen Schritt voraus und mächtig im Vorteil. Man muss nicht jede vermeintlich günstige Gelegenheit mitnehmen, man sollte lieber auf die sicheren Sachen setzen. Also die, von denen man überzeugt ist.

      Spezielle BWL-Literatur halte ich nicht für nötig; ein gewisses Grundwissen über Bilanzen und Rechnungslegung, also auch die entscheidenden Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmen/Aktien hingegen schon. Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" finde ich gut verständlich, ebenso Nicolas Schmidlins "Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse".

      Zu DRAG und dem Fracking. Ich weiß gar nicht, was alle Leute gegen diese Fördermethode haben. Sie ist erprobt (in Deutschland wird seit mehr als 50 Jahren auf diese Weise Öl und Gas gefördert) und sie ist vergleichsweise sicher. Die Umweltschäden nehmen sich ziemlich gering aus verglichen mit den anderen Arten der Öl- und Gasförderung. Natürlich hat jeder den Fernsehbericht gesehen, wo des Wasserhahn Feuer gefangen hat. Und die meisten Leute kennen nicht die Klarstellung, dass dies nichts mit dem Fracking zu tun hatte. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, diese Methode sei grundsätzlich abzulehnen, dann kann und sollte er vielleicht auch nicht in derartige Unternehmen investieren. Das ist ja die Entscheidung von jedem selbst.

      Ich habe keine ethische rote Linie, aber ich investiere nicht in bestimmten Bereichen. Rüstungsaktien sind für mich kein No-go, aber ich kaufe keine Tabakaktien. Krebs (durch Rauchen) verursacht unendliches Leid bei den Betroffenen und die Tabakkonzerne verdienen daran, Menschen Gift zu verkaufen und auch noch solches, das sie süchtig macht. Kein Geschäft für mich. Im Grunde gibt es ja bei allen Dingen im Leben Vor- und Nachteile, Positives und Negatives. Und jeder kann für sich entscheiden, wie er die Schwerpunkte setzt.

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    2. Hallo Michael,
      danke für deine ausführliche Antwort. Dass Fracking hierzulande schon ein alter Hut ist, war mir gar nicht bekannt. Ich werde meine bisherige Position erstmal halten, aber trotz der momentanen Kursschwäche erstmal nichts mehr dazukaufen, weil es für mich schwer abzuschätzen ist, wie schädlich Fracking tatsächlich ist, außerdem der Punkt mit dem Wohlfühlen. Da kommen mir beispielsweise Immobilienaktien durchschaubarer vor und deshalb behalte ich gerade vor allem Patrizia und Publity im Auge. Würdest du sagen, dass du dich als Finanzfachmann mit "Finanzaktien" (Assetmanager, Immobilienhandel, Versicherungen) im Allgemeinen versierter/wohler fühlst als mit Rohstoff- und Technologieaktien, wo Dinge wie technisches Know-How eine Rolle spielen?
      Schöne Grüße Andreas

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    3. Moin Andreas,
      es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man in den Weiten Colorados oder Nevadas Fracking betreibt oder im dicht besiedelten Ruhrgebiet mit seinen großen Trinkwasserreserven im Grundwasser. Nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv. Sollte es gelingen, den inzwischen schon sehr geringen Anteil an giftigen Chemikalien vollständig zu ersetzen, wird das in Deutschland die panische Angst vor Fracking nicht lindern, aber objektiv die Methode "annehmbarer" machen.

      Zu Deiner anderen Frage: Buffett nennt das den "Circle of Competence", den man nicht verlassen sollte. Man darf nur innerhalb dieses Kompetenzradius investieren, alles was außerhalb liegt, ist tabu. So stellt man sicher, dass man (viel eher) weiß, was man tut.

      Natürlich habe ich zu einigen Bereichen einen einfacheren Zugang als zu anderen. Ich kann nicht/kaum einschätzen, wie sich bestimmte geologische Formationen auf den Ertrag oder die Kosten auswirken. Ich kann auch nicht einschätzen, wie wirkungsvoll eine Software ist, ob sie am Markt ankommt oder wie leicht es ist, sie einfach nachzuschreiben oder eine noch bessere auf den Markt zu bringen. Hier bin ich auf die Analysen und Einschätzungen anderer Leute angewiesen. Je mehr ich hier lese, um so mehr unterschiedliche Meinungen lese ich und umso besser wird mein Empfinden für das Geschäft. Wenn ich glaube, dass ich eine eigene Einschätzung der Chancen und Risiken vornehmen kann, dann bin ich bereit für ein Investment. Dann muss "nur" noch der Preis stimmen. Erkenne ich jedoch, dass ich nicht wirklich verstehe, was im Unternehmen und seinem Marktsegment vor sich geht, dann darf ich gar nicht investieren! Ich würde ja nur den Kurs kaufen und darauf hoffen, dass der sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Den Wert des Unternehmens, absolut und relativ im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern, kann ich dann ja überhaupt nicht einschätzen. Und Value Investing bedeutet das Ausnutzen des Unterschieds zwischen Wert und Preis. Kennt man einen oder gar beide Faktoren nicht, zockt man, aber man investiert nicht.

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  5. Hallo Michael,

    ich verfolge Deinen Blog schon ziemlich lange. Was mich jedoch immer wundert ist: Warum nimmst Du Deinem schlecht gelaufenen Empfehlungen raus (Beispiel WD)? somit hat die Liste den Anschein, dass alle Deine Empfehlungen Volltreffer. So hatte ich die List am Anfang immer verstanden. Aber sicher präsentierst Du eine andere Definition.

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    1. Es geht mir nicht um die Performance. Die Empfehlungsliste ist nur eine Übersicht, welche Aktien ich im Blick und wann ich sie erstmals empfohlen habe. Wenn aber einer dieser Werte, die ich im Blog vorgestellt habe, nicht mehr meinem Investmentcase entspricht, streiche ich ihn wieder von der Liste. Das kann daran liegen, dass sich das Geschäftsmodell geändert hat und mir nicht mehr gefällt, oder weil meine Erwartungen und/oder die des Unternehmens nicht erfüllt wurden, oder weil sich die Lage der Branche geändert hat. Oder schlicht, weil ich mich geirrt habe und mein Investmentcase nicht eintrat.

      Das führt natürlich in der Konsequenz dazu, dass vor allem die Werte dauerhaft auf der Liste bleiben, die meine Erwartungen erfüllen und die sich über die Jahre gut entwickeln. Also die Werte, wo ich - aus meiner Sicht - richtig lag und liege.

      Andererseits habe ich nach relativ kurzer Zeit die Dresdner Factoring wieder von der Liste genommen, weil diese übernommen wurde und ich nach mehrmaligem Nachbessern des Übernahmepreises kein weiteres Potenzial mehr sah. Damals war sie mit fast 200% Kurszuwachs, wenn ich mich recht erinnere, die mit Abstand beste Aktie auf meiner Liste. Und die DRAG hat zwei Jahre lang bei Kursverlusten von über -30% auf der Liste ausgeharrt, weil ich von ihr überzeugt war, weil ich mir sicher war, dass ich mit meinen Überlegungen richtig lag. Nur beim Timing eben nicht, aber das ist auch überhaupt nicht meine Stärke. Bei Western Digtal bin ich zu früh eingestiegen und als sich durch die SanDisk-Übernahme alles geändert hat, konnte ich die Situation nicht mehr einschätzen. Deshalb habe ich WD von der Liste gestrichen. Dass der Kurs sich danach prima erholt hat und sich letztlich wohl mein ursprünglicher Investmentcase doch noch einstellt, ist Pech (für mich). Oder erneut lausiges Timing, wie auch immer.

      Letztlich investiere ich mein Geld in Aktien und ich berichte hier im Blog darüber. Dabei mache ich Fehler und Verluste und erziele nicht immer Gewinne. Auch darüber berichte ich hier.

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  6. Hi Michael,

    was hälst eigentlich von der Susan Levermann-Strategie. Als Börsen-Neuling habe ich nach diesem System die Aktien Eyemaxx Real Estate und Deutsche Lufthansa gekauft. Und bin bisher nicht enttäscht worden. Beide AKtien sind gut im Plus.

    Emil

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    1. Sie scheint zu funktionieren, wobei ich kein Freund eines solchen starren Systems bin. Zu Eyemaxx ist allerdings zu sagen, dass es ein Wikifolio gibt, das nach der Levermann-Strategie vorgeht. Dieses Wiki ist ziemlich erfolgreich und wird gerade ziemlich stark beworben und in der Presse gehypet. Auch deshalb hat es große Mittelzuflüsse (aktuell sind mehr als 36 Mio. Euro in diesem Wiki investiert) und da es Eyemaxx in seinem Bestand hat (mit 12,3% hoch gewichtet), müssen alleine deswegen immer mehr Eyemaxx-Aktien für dieses Wiki gekauft werden. Inzwischen hält das Wiki einen nicht geringen Anteil des gesamten Streubesitzes. Sollte dieses eine Wiki jemals die Eyemaxx-Aktien verkaufen wollen, dann wird der Kurs vermutlich ins Bodenlose abstürzen, weil diese Menge dann gar nicht mehr am Markt platziert werden kann. Ich betrachte das als ziemlich kritisch und diese Problemstellung ist eine meiner größten Kritikpunkte am Wikifolio-System. Beim Kursanstieg freuen sich alle, beim Ausstieg kann es zu einem Crash in der betreffenden Aktie kommen. Und auch alleine dann schon, wenn zu viele Anleger viel Geld aus diesem Wiki abziehen, denn dann werden entsprechend Aktien des Wikis auf den Markt geworfen. Bei Siemens oder Vonovia ist so etwas kein Problem, bei marktengen Werten wie Pferdewetten.de oder Eyemaxx aber schon.

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    2. Vielen Dank für deine fundierte Einschätzung zu Eyemaxx. Dass ein Wikifolio in Eyemaxx investiert ist, war mir bisher nicht bekannt. Die Problematik sehe ich nun auch. Allerdings habe ich zu dem von dir geschilderten Szenario noch eine grundsätzliche Frage: Wenn der Kursverlust nichts mit dem inneren Wert eines Unternehmens zu tun hat - in unserem Szenario entziehen die Anleger einem Wiki-System ihr Vertrauen, dadurch kommt es zu massiven Kursverlusten eines im Wiki stark gewichteten Unternehmens - dann sollte sich der Aktienkurs mittel- bis langfristig doch wieder erholen und steigen. Oder gilt es nicht für marktenge Werte?

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    3. Theoretisch schon. In der Praxis kann das aber lange dauern, weil es ja zu einem massiven Vertrauensverlust der Anleger in die betreffende Aktie führen kann. Nehmen wir an, es gibt nur 1 Mio. Aktien und davon sind nur 10% in Streubesitz. Von diesen 100.000 Aktien hat inzwischen das Wiki die Hälfte im Bestand, weil ihm immer Mittel zugeflossen sind und daher immer weiter automatisch diese Aktien gekauft wurden. Wodurch der Kurs anstieg. Und auch andere Anleger kauften diese Aktie, weil sie sich prächtig entwickelte. Alle sind im Glück. Bis das Wiki verkauft - oder verkaufen muss, weil z.B. massiv Gelder aus dem Wiki abgezogen werden. Also werden nach Gewichtung im Wiki entsprechend Aktien verkauft, auch unser marktenger Wert. Der Kurs fällt. Und nun verkaufen auch andere Anleger außerhalb des Wikis - immer mehr Aktien kommen auf den Markt, dabei gibt es kaum Käufer. Der Kurs fällt stark. Passiert dies nun noch in einer Phase, wo es allgemein an der Börse stärker abwärts geht, werden Anleger auch noch mehr Geld aus dem Wiki abziehen und der Kurs der einen Aktie damit noch mehr unter Druck gesetzt. Es folgt ein sehr starker Kursverlust - und d Anleger immer hinter den Kursbewegungen irgendein Geheimnis und/oder eine Schweinerei vermuten, könnten sie auf Dauer von dieser Aktie die Nase voll haben. Und wenn das Wiki und die ehemaligen freien Aktionäre die Aktien erst einmal nicht wieder kaufen, dann erholt sich der Kurs auch nicht so schnell wieder - egal, ob das Unternehmen fundamental gut dasteht oder nicht. Das Wikifolio-Prinzip ist bei marktengen Titeln ein Raketenturbo - aber in beider Richtungen!

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    4. Herr Kissig , das mit dem Wikifolio ist schlechtweg falsch! Ein Wikifolio ist ein virtuelles Portfolio, welches durch ein, darauf aufgelegtes Zertifikat ( von Lang & Schwarz), abgebildet wird! Wie geagt, das Wikoflio-Portfolio ist rein virtuell und auch für das ( darauf aufgelegte Zertifikat) real handelbare Zertifikat ist es keine Bedingung , auch nur ansatzweise die Werte des Wikifolios zu beinhalten!! Es bildet als Derivat nur den zugrundeliegenden Index ab und geht evtl. auch Absicherungsgeschäfte ein. Das ein Wikifolio große Bestände eines Wertes hat und diese bei Investition vergrößert ist falsch. Wer das glaubt, hat ein Wikifolio und das darauf handelbare Zertifikat schlechtweg nicht verstanden !!!

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    5. Ich behaupte nicht, dass ich die Hintergründe bzgl. Wikifolio komplett verstanden habe. Aber... was ich hier wiedergegeben habe, sind die Darstellungen einiger Wikifolio-Betreiber aus dem Diskussionsboard wallstreet-online. Ich hatte den Eindruck, dass die ziemlich genau wissen, von was sie reden. Daher habe ich diese Auffassung übernommen und sehe sie als Fakt an.

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    6. Ich betreibe selbst ein Wikifolio! Fakt 1 : Ein Wikifolio ist rein virtuell, also nicht real ! Fakt 2: Das zugrundeliegende real handelbare Zertifikat bildet dieses Wikifolio ( diesen Index) ab, ohne notwendigerweise dessen Werte zu beinhalten. Auch das Investitionsvolumen in dem Zertifikat hat keinen Einfluss auf die Positionsgrößen. Ein Zertifikat ist ein Derivat, und dessen Emittenten bilden immer ein entsprechenden Index ab, der durchaus viele, tolle Aktien beinhaltet. Aber das jeweilige Zertifikat beinhaltet diese Werte nicht, meist keinen einzigen, der Emittent sichert sich anderweitig ab!
      Herr Kissig, ich halte viel von ihnen und sie machen tolle Arbeit, aber hier liegen sie einfach falsch.

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    7. Sehr interessanter Artikel zu Wikifolios; auch die Kommentare sind lesenswert. Insbesondere zur Frage, ob Aktien real gekauft werden (was für Nebenwerte bejaht wird).

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    8. Ist ja nicht zu übersehen, dass der Autor neidisch auf den Erfolg mancher Wikifolios ist und versucht sie schlecht zu reden, weil sie besser performen als er selbst. Speziell bezieht er sich dabei wohl auf die Wikifolios von Junolyst, wie man zwischen den Zeilen rauslesen kann. Fakten präsentiert der Autor jedenfalls keine.

      In den Kommentaren geht der Chefredakteur etwas näher auf das Problem der gekauften Aktien ein, liefert allerdings auch nur Vermutungen, dass Wikifolio die Aktien kaufen müsste, um sich gegen Kurssteigerungen abzusichern.

      Wenn denn die Aktien wirklich real gekauft werden proportional zum investierten Kapital und diese Käufe/Verkäufe so einen großen Einfluss auf den Kursverlauf haben, dass sie die Kurse zweistellig nach oben oder unten treiben können, wie der Autor schreibt, dann würde Wikifolio doch einen enormen Verlust dabei machen, wenn z.B. ein Trader eine Position komplett verkauft und beim Verkauf der realen Aktien der Kurs in den Keller geht.

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    9. Tasächlich kauft Lang& Schwarz im Hintergrund die in den Wikifolios gehaltenen Wertpapiere , Quelle: Bericht des Treuhänders.
      https://www.ls-tc.de/de/wikifolio/treuhand-berichte
      Der Bericht unter Godemodertrader trifft somit wohl zu.

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  7. Lieber Herr Kissig,

    vielen Dank vorab für Ihre tolle Arbeit hier in diesem Blog, für den ich regelmäßig die Werbetrommel rühre.

    Ich spiele derzeit mit dem Gedanken bei Hypoport nach der kleinen Korrektur erstmalig einzusteigen.
    Was sehen Sie hier für eine faire Bewertung an ? Wenn ich Sie richtig verstanden habe ist vor allem Europace als Burggraben zu verstehen, da die Banken in Zukunft nicht drum rum kommen werden dies für sich zu erschließen.

    Wie sehen Sie die Aussichten für die Aktie, wenn in den nächsten Jahren der Bauboom nachlassen sollte und der Zins schrittweise angehoben wird? Sind Sie nach wie vor bullish ob des Geschäftsmodells?

    Vielen Dank und schöne Grüße

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    1. Der Trend, dass immer mehr Menschen in die Metropolen ziehen und dem ländlichen Raum den Rücken kehren, wird noch über viele Jahre weitergehen. Insbesondere auch, weil junge Menschen sich vom Status Symbol Auto abkehren und eher auf andere Dinge größeren Wert legen. Was zur Folge hat, dass sie zur Fortbewegung auf ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz angewiesen sind, was aber allenfalls in den Metropolen zur Verfügung steht.

      Es wird also selbst bei steigenden Zinsen auf absehbare Zeit nicht zu einer deutlichen Nachfrageeintrübung bei Baudarlehen kommen. Und der Kostendruck der Banken sowie das Verhalten der Kunden wird immer mehr dazu führen, dass die Bankgeschäfte online abgewickelt werden. Hypoport ist hier, wie auch Marktführer Interhyp, bestens aufgestellt und wir ein großer Profiteur sein und bleiben. Hinzu kommt die große Phantasie im Versicherungsbereich, wo der Umbruch in der Branche gerade erst losgeht. Für mich bleiben daher schwache Börsentage Kauftage für Hypoport.

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  8. Hallo, warum sind in deinem Depot keine China Technolgie Werte wie Alibaba, Tencent (gut wäre über Naspers abgefeühstückt), JD.com, Baozun und keine E-Mobility Werte wie Geely, BYD, Samsung SDI, Orocobre, Lion E-Mobility ?
    Frohe Weihnachten und beste Grüße

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    1. China-Aktien meide ich. Das Land bietet keine gefestigten rechtsstaatlichen Strukturen, die Bilanzen können/werden geschönt (sowohl bei Unternehmen als auch beim Staat), ich habe keinen Bezug zu Asien und zur dortigen Mentalität und da viele der großen Unternehmen, aber auch schon Mittelständler, in China aktiv sind, habe ich genug China im Depot. Kann Alibaba schneller wachsen und höhere Gewinne einfahren als Amazon? Möglich. Amazon kann ich - subjektiv - aber wesentlich besser einschätzen, warum sollte ich mir ein vergleichbares Unternehmen heraussuchen, nur weil es evtl. noch besser sein könnte? Was ich nicht beurteilen kann? Um es mit Buffett zu sagen. Asien, Südamerika und Afrika befinden sich nicht in meinem Circle of Competence. Und solange ich in Europa und Nordamerika ausreichend interessante und aussichtsreiche Unternehmen finde, verspüre ich nicht den Drang, mich noch woanders umzusehen. Was nicht heißt, dass es dort keine lukrativen Investments gibt. Unbestritten, die gibt es. Aber eher nicht für mich.

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  9. Hallo Michael,

    Du hast Dich bisher als ausgesprochnere Kritiker der Kryptowährungen geoutet. Nun hat Zuckerberg offiziell bestätigt, das er sich mit Blockchain und Kryptowährungen näher auseinandersetzen möchte.

    Ein FacebookCoin scheint zumindest sehr wahrscheinlich zu sein, weil für Facebook nur Vorteile bringen würde. Davon geht auch Florian Homm aus. Amazon und Google sollen angeblich auch entsprechende Planungen haben.

    http://www.chip.de/news/Bitcoin-bei-Amazon-Facebook-und-Google-Kryptowaehrung-sorgt-fuer-schlaflose-Naechte_131451015.html

    Ist es nicht jetzt an der Zeit die Facebook-Aktie zu verkaufen? Ich halte sie auch im Depot, genauso wie Bitcoins.

    Grüße
    Martin

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    1. Also hier verwechseln ständig einige etwas...Michael ist einzelnen Kryptowährungen gegenüber kritisch. Und das sollte man auch, wenn in einigen Anlegermagazinen mittlerweile öfter über Kryptowährungen berichtet wird als über Blue Chips.
      Blockchain als Technologie hingegen ist sehr interessant...!

      Auch ich halte ca. 10 Kryptowährungen, aber nur als reinen Zock!

      Wenn aber die Muddi von nebenan erzählt, sie kauft sich Bitcoins und will damit reich werden, dann ist ihre Motivation vielleicht OK. Wenn sie aber gleichzeitig von Berkshire Hathaway noch nie was gehört hat und dabei wohl eher auf einen amerikanischen Popstar statt auf eine der solidesten Aktieninvestmens weltweit tippen würde, dann läuft gerade etwas gewaltig schief!!

      Djerun!

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    2. Michael hat sich klar gegen Kryptowährungen positioniert. Folglich unterscheidet keine "guten" von "schlechten" Kryptowährungen. Eigentumsübertragung also auch Zahlungsabwicklung ohne Drittparteien ist die primäre Anwendung der Blockchain.

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    3. Ich sehe die Blockchain als eine Technologie der Zukunft an. Krypotowährungen nicht (unbedingt). Welchen Mehrwert bieten Kryptowährungen denn? Es sind private Währungen - aber ich habe kein Problem damit, dass Währungen von Staaten herausgegeben werden. Kaum jemand bezahlt mit Kryptowährungen und kann ich nicht mehr mit Geld bezahlen? Wie bemisst sich denn der "Wert" von Bitcoins oder den anderen? In Geld. Ausschließlich in Geld. In Dollar, in Euro. Funktioniert die Wirtschaft ohne Kryptowährungen? Ja. Und ohne Geld? Nein. Nicht heute, nicht morgen, vielleicht nie. Was kann eine Kryptowährung, das Geld nicht kann? Nichts. Außer eine Unmenge an Energie völlig sinnlos zu verbrauchen. Das Coinmining wird zum ernsthaften Klimaproblem - und alleine deshalb schon wird es zunehmend kritischer betrachtet von jenen, die sich die Klimaerwärmung Sorgen machen.

      Aktuell sind Kryptowährungen fast ausnahmslos Zockeranteile. Der eigentlich sinnvolle Schöpfungsgedanke ist längst pervertiert worden von der Gier derjenigen, die schnell reich werden wollen. Wer einen leeren Börsenmatel sein eigen nennt, firmiert den um in Blockchain-Krypot-Irgendwasmist und die Aktien explodieren um tausend Prozent oder mehr. Und das ist keine Blase? Hallo? Das ist Gier im Endstadium.

      Also, ich stehe der Blockchain-Technologie wohlwollend gegenüber. Ich sehe durchaus mittel- und langfristig Potenzial für Kryptowährungen. Aber ich halte nichts vom gegenwärtigen Hype und wer so etwas als Investment bezeichnet, hat den Neuen Markt nicht mitgemacht. Damals waren es keine Tulpen, sondern IPOs und Medienrechte. Und natürlich B2B- und B2C-Geschäftsmodelle, die alle ohne Kunden, ohne Umsätze und ohne Gewinne auskamen. Aber mächtig PR-Getöne. Und ich wage zu behaupten, dass am Ende der Bitcoinblase einige wenige extrem reich sind und die meisten fast alles verloren haben werden, was sie in die Blase gepumpt haben. So läuft es bei jeder Blase. Es gibt einfach nicht genug goldene Fallschirme für alle, wie bei jedem Schneeballsystem. Die letzten beißen die Hunde. Der Unterschied zu vorherigen Blasen ist allerdings, dass diese platzen kann/wird, ohne das die Realwortschaft mit in den Abgrund gerissen wird. Insofern gönne ich jedem seine Spekulationsgewinne und sehe dem Knall gelassen entgegen. Die Technologie wird die ganzen Zocker überleben, auch das dürfte feststehen...

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    4. "Bitcoin ist Betrug", "Bitcoin ist eine Tulpenzwiebel", "Bitcoin ist ein Energiefresser", "Bitcoin ist ein Pyramidensystem", "Bitcoin ist nur etwas für Kriminelle", "Bitcoin wird platzen", und, und, und.

      Wie bemisst sich der Wert von Fiat-Geld?

      Kannst Du als Normalsterblicher gegen Inflation vorgehen?

      Kannst Du Dir mit deinem Gehalt in 10 Jahren wenigstens die Hälfte von dem leisten, was du Dir heute leisten kannst?

      Sind die Transaktionskosten bei Geldtransfer über Banken vernachlässigbar gering?

      Werden Devisenkurse nicht manipuliert?

      Wem haben wir die Blockchain zu verdanken, nicht etwa dem Bitcoin-Gründer?

      Hätte Blockchain ohne den Hype auch den gleichen Stellenwert wie heute?

      Würde Kryptowährungen überhaupt ernst nehmen, wenn es den Bitcoin-Hype nicht gäbe?

      Lässt sich das Energie-Problem nicht leicht mit Proof of Stake umgehen wenn die Community dazu bereit ist?

      Ist es nicht nur ein Vorwand um Bitcoins loszuwerden (siehe jetzt China)?

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    5. Ah, endlich eine Verschwörungstheorie. Kritik an Bitcoins kann nicht substanziell sein, es müssen finstere Absichten dahinter stecken, ein "Vorwand, um Bitcoin loszuwerden".

      Zu meinen Ausführungen hast Du leider nichts geschrieben.

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    6. Was ich nicht verstehe: Weshalb haben immer alle etwas gegen die Inflation? Diese wied immer als etwas Schlechtes dargestellt, aber sofern sie sich im niedrigen Bereich kiegt (d.h. 1-2%), dann ist das durchaus positiv für die Wirtschaft, welche schlussendlich auch durch die Vergabe von Krediten (und damit zusammenhängend dem Konsum) angekurbelt wird. Wenn wir keine Inflation mehr hätten (oder schlimmer noch: wenn eine dauernde Deflation bestünde), dann würde dies zum Sparen (oder anders formuliert: zur Nicht-Ausgabe des Geldes) animieren. Konklusion: Der Wirtschaft ginge es schlechter und eine höhere Arbeitslosigkeit wären die Folgen. Und als „Normalsterblicher“ kann man insofern gegen die Inflation vorgehen, indem man langfristig in Aktien investiert. Das hingegen ist den meisten Bürger zu riskant... aber bei Kryptowährungen werden sämtliche Bedenken dann doch wieder ausgeblendet (was irgendwo doch paradox ist!?).

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    7. @Michael Auf Deine Ausführungen bin ich indirekt bei meinen Fragen eingegangen. Der "Vorwurf" mit dem Vorwand war nicht auf Dich bezogen sondern auf China. Wer verbietet dort Bitcoin-Mining, weil es zu viel Eniergie kostet? Natürlich die Chinesiche Zentralbank :-) https://www.heise.de/newsticker/meldung/China-nimmt-angeblich-Bitcoin-Miner-ins-Visier-3936191.html

      @dbc1610 Ich sage ja nicht, dass Bitcoin die Ideallösung ist. Bei EOS z.B. wird zunächst eine fixe Coinzahl ausgegeben, danach wird es auch inflationiert. Wieviel Prozent die Inflation betragen darf, entscheidet die Community.

      Mein Ansatz ist, dass die dezentralen Blockchains wie Bitcoin als Community-Lösung übereben werden, weil sie ein Stück Demokratie bedeuten. Genauso wie Linux und die gesamte Open-Source-Bewegung überlebt haben.

      Die kommerziellen Blockchains werden allerdings einen anderen Ansatz fahren, privat und teils zentralisiert. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Facebook eine dezentrale Währung einführt. Wenn es einen FacebookCoin gibt, dann wird er auch von FaceBook ausgegeben. Dazu kann ich dieses hervorragende Buch empfehlen: https://www.amazon.de/Blockchain-Grundlagen-Einf%C3%BChrung-elementaren-Schritten/dp/3958456537

      Mein Problem mit dem Bitcoin ist der fehlende Datenschutz, eine öffentlich transparente Blockchain, macht im Sinne des anonymen Geldtransfers keinen Sinn. Deswegen sind andere Coins für mich interessanter. Will aber nicht ausschließen, dass Bitcoin sich als digitaler Werthalter durchsetzen wird.

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    8. Als erster springt Kodak auf den Zug - der KodakCoin soll bald kommen.

      https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10186619-kodakcoin-aktie-erlebt-spektakulaeres-comeback

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    9. Ich denke wir sind noch nicht in der Endphase der Altcoin-Bubble und ob es eine Bitcoin-Bubble gibt, sei dahin gestellt.

      Ich denke hier muss man ganz klar Unterscheiden:
      - Ideologische Investitionen (das was Bitcoin 7 Jahre lang war)
      - Tokens, welche wirkliche Probleme lösen können (Ethereum, IOTA vielleicht?)
      - Abzocktokens und/oder die welche weder sinnvolle Lösungen für ein Problem anbieten und/oder nur auf dem Papier existieren (EOS, Tron, Cardano..)

      Die Parallelen zur DotCom sind gravierend, jedoch mit einem Unterschied: In der DotCom wurde von vielen Leuten gekauft. In der Crypto-Welt sind es immer noch sehr wenige Leute, da es 1. sehr umständlich ist einzusteigen und 2. die meisten Platformen limitiert (Kaufmenge) sind.

      Dass es für viele ein böses Erwachen geben wird ist klar. Aber als kleine Beistreuung gehören sie für mich unbedingt in ein Portfolio.
      Btw. Die Amazon Aktie war nach der DotCom Bubble nur $5 wert. Ähnliches könnten wir auch hier sehen.


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    10. Also Facebook scheint jetzt ernst zu machen. Laut Medienberichten werden auf dem Weg zum FacebookCoin jegliche Werbeanzeigen zu anderen Kryptowährungen von Facebook verbannt. Angeblich will man Nutzer vor Betrug schützen, tatsächlich werden Zuckerbergs Pläne einen eigenen Coin herauszubrigen wohl konkreter.

      https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10247810-facebook-kriegserklaerung-bitcoin-ethereum

      Ich glaube aber immer noch nicht, dass ein FacebookCoin kommt, so ein riesiger Konglomerat wird doch niemals eine Konkurrenz-Währung zum Fiatgeld schaffen.

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  10. Ich finde die Fintech Group auch sehr günstig zurzeit. Die Firma entwickelt sich weiter, die Kundenanzahl wächst, die Transaktionen auch. Und die neue Partnerschaften mit der Österreichischen Post, das wird zunehmend interessant. Wer weiß wie groß sie noch werden...

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    1. Ja, die FinTech Group ist weiterhin aussichtsreich. Allerdings werden sie in nächster Zeit massiv investieren und dem entsprechend Kostentragen müssen für ihr neues Projekt in Österreich. Hinzu kommt die Verwässerung durch die Beteiligung der Ösi-Post, auch das muss der Gewinn je Aktie erstmal verdauen. Aber mittel- und langfristig bietet die FinTech Group weiteres Potenzial.

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    2. Der Deal mit der Ösi-Post ist geplatzt... Was soll man noch dazu sagen...Damit ist mein Vertrauen in das Management der Fintech Group auch geplatzt. Je nachdem wie die Aussage des Managements ist, werde ich eine Verkaufsentscheidung treffen.

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    3. Der Deal zwischen Fintech Group und Österreichischer Post ist geplatzt, da die österreichische Bankenaufsicht mitgeteilt hat, die Fintech Group werde "die österreichische Banklizenz nicht vor 2020 erhalten". Das hebelt natürlich die bestehende Joint-Venture-Vereinbarung komplett aus, so dass ein einvernehmlicher Rücktritt hiervon der einzig gangbare Weg ist. Nun wird man schauen müssen, ob und ggf. wie man das Ziel doch noch gemeinsam erreichen kann.

      Ich hatte die Kooperation mit der Post von Anfang an eher kritisch gesehen wegen der hohen Anfangsinvestitionen und entsprechendem Druck auf das Ergebnis der nächsten ein, zwei Jahre. Der Kurs ist aber schön zurückgekommen, so dass dieser negative Impact eingepreist sein sollte. Die heutige Meldung hat mich veranlasst, knapp unter 19 Euro meinen Bestand bei der Fintech Group aufzustocken. Auf diesem Kursniveau sollten die Chancen auf mittlere Sicht wieder klar überwiegen.

      Unabhängig davon, wie es jetzt mit der Ösi-Post weitergeht. Selbst wenn es keinerlei Kooperation mehr geben sollte, werden die die Fintech-Aktien nicht über die Börse abladen. Entweder wird aus der strategischen Beteiligung eine Finanzbeteiligung und man verkauft sie irgendwann (als Paket), oder die Fintech Group legt bei Kursen über 30 Euro ein Aktienrückkaufprogramm auf, das sich quasi fast alleine an die Ösi-Post richtet (Rocket Internet hat das vor einem halben Jahr genau so vorgemacht). Mir macht diese Beteiligung daher wenig Kopfschmerzen.

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    4. Na ja die Kooperation wäre ein wichtiger Wachstumstreiber für die Fintech Group. Wenn Du die Mitarbeiterbewertungen auf Kununu verfolgst, dann wirst Du sehen, dass sich Mitarbeiter über die zu hoch gesetzten Ziele beschweren, die nicht erfüllt werden können. Genau so ist es auch hier passiert. Das Management hat große Worte gelegt und vieles im Rahmen der Kooperation versprochen. Jetzt passiert doch nichts. Zum Einen ist das Vertrauen jetzt angeschlagen, zum Anderen ist das Wachstum damit beeinträchtigt. Über eine Aufstockung denke ic überhaupt nicht nach. Solange sie nicht eine weitere Alternative für Wachstum liefern.

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  11. Guten Abend Michael,

    ich wüsste gerne, wie Du zu Scherzer & Co beziehungsweise Deutsche Beteiligung einschätzt?
    Vielen Dank vorab,
    Holger

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    1. Oh, Scherzer und die Deutsche Beteiligung fahren ja zwei völlig verschiedene Geschäftsmodelle. Die DBAG hatte 2017 ein Rekordjahr mit Rekordverkäufen und Rekordgewinnen. 2018 konnte sich das nicht wiederholen und der Absturz der Börsen zum Jahresende hat das Ergebnis zusätzlich verhagelt (da nach IFRS die Buchverluste aus den Abwertungen voll ins Ergebnis eingeschlagen sind; dem entsprechend dürfte das Ergebnis für Q1/19 entsprechend positiv ausfallen). Die DBAG macht einen sehr guten Job und ist eine solide Halteposition auf mittlere und lange Sicht. Aber immer Hinterkopf behalten, dass sie bei einem wirtschaftlichen Abschwung auch ordentlich getroffen wird (schlechte Verkaufspreise, gute Kaufpreise für Beteiligungen, aber eben ergebniswirksame Abwertungen bei den Bestandsunternehmen). Aber der zweiten Jahreshälfte können wir uns langsam wieder auf verstärkte Verkaufsaktivitäten einstellen, weil sich das eine oder andere Unternehmen im Portfolio so langsam der nötigen Exitreife nähert.

      Scherzer hat 2018 keinen wirklich überragenden Job gemacht; der NAv ist deutlich gesunken und man hat einen Verlust ausweisen müssen sowie die Dividende gestrichen. Das ist eben das Risiko, wenn man kreditgehebelt investiert - der Hebel wirkt in beide Richtungen. Scherzer ist eine Depotbeimischung, mit der man vor allem auf die Sondersituationen setzt, in die man alleine nicht investieren kann oder will. Das "normale" Beteiligungsgeschäft im Nebenwertebereich muss aber ebenfalls zumindest durchschnittliche Renditen abwerfen, um ein Engagement zu rechtfertigen (man zahlt ja auch den ganzen Overhead). 2018 hat sich das nicht ausgezahlt, zuvor viele Jahre schon.

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  12. Lieber Michael,
    ich verfolge deinen Blog nun schon seit einigen Jahren mit großer Begeisterung und habe dadurch schon mehrere gute Anregungen für eigene Investments bekommen – vielen Dank an dieser Stelle dafür! Insbesondere die Business Development Companies (BDCs) als schöne Ergänzung meiner Dividendenwerte habe ich erst durch dich kennengelernt. Und genau dazu habe ich auch zwei Fragen.
    Erstens: Man liest in deutschsprachigen Börsenmedien (Magazine, Blogs) bislang sehr wenig bis gar nichts über BDCs. Selbst bei expliziten Dividendentipps werden sie (im Gegensatz zu REITs) völlig außen vorgelassen. Hast du eine Erklärung dafür? (Ich kann mir nicht vorstellen, dass BDCs bei Börsenprofis unbekannt sind!) Werden BDCs vielleicht als zu riskant eingeschätzt?
    Zweitens: Wann können wir denn mit einer aktualisierten Einschätzung zu den einzelnen BDCs auf deiner Beobachtungsliste rechnen?
    Vielen Dank für deine Antworten im Voraus!
    Beste Grüße, Tom

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    1. Moin Tom,
      ich nehme na, dass so wenig über BDCs berichtet wird, weil die schwerer zu verstehen sind als ein REIT - gefühlt jedenfalls. Bei Immobilien/REITs hat jeder 'ne Expertise und meint, er würde sich auskennen. BDCs investieren in Unternehmen bzw. vergeben Kredite an Unternehmen. Da muss man sich schon genauer mit befassen, wenn man halbwegs auf dem Laufenden bleiben will. Des Weiteren gibt es bei einigen BDCs nach wie vor Probleme mit den Abrechnungen seitens der Banken/Broker, vor allem bei den Dividendenausschüttungen. Des Weiteren lassen einige Broker die eine oder andere BDC nicht zu Handel zu, weil sie sie nicht als Unternehmen einstufen, sondern als AIF (Alternativen Investmentfonds). Das scheint willkürlich zu sein, weil die selbe BDC bei verschiedenen Brokern unterschiedlich eingestuft wird. Kann mir vorstellen, dass da viele Redakteure/Schreiber lieber den einfachen Weg gehen...

      Wann ich mal wieder intensiver über BDCs schreibe, weiß ich noch nicht. Vermutlich, wenn ich sie wieder interessanter finde - momentan liefern die ja einfach nur (Dividenden) ab und ich finde andere Unternehmen spannender, um darüber zu schreiben. Die Kurse der BDCs stehen relativ hoch, die Zinsen steigen nicht mehr an, wirklich passieren tut nicht viel. Außer so ein Drops wie bei Hercules Capital, da habe ich dann drüber berichtet, oder über die Dividendenumstellung bei Main Street Capital.

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  13. Hallo Michael,

    es steht ja immer wieder im Raum, dass die großen Tech-Konzerne gezwungen werden könnten sich aufzuspalten. Hälst Du das für uns Aktionäre, z.B. von Amazon, für ein ernstzunehmendes Risiko oder könnte das sogar positiven Einfluss auf die Kursentwicklung haben? Was meinst Du?
    viele Grüße
    Isabella

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    1. Keine einfache Frage, Isabella. Es sind zwar vier Konzerne im Fokus der Ermittlungen (Alphabet/Google, Amazon, Apple, Facebook), aber nicht alle wegen der gleichen möglichen "Vergehen".

      Bei Apple und Alphabet sehe ich durchaus ernsthafte Schwierigkeiten auf die Unternehmen zukommen wegen der Stores. Sie haben ein Duopol bzw. auf ihren Betriebssystemen iOS und Android jeweils Monopolstellungen bei den App-Downloads und nutzen diese Stellung mit horrenden Gebühren maßlos aus. Das ähnelt sehr den Kartellvorwürfen gegen Microsoft von vor 15/20 Jahren, als es um Windows und das Vorinstallieren des Internet Explorers und anderer Dienste ging. Das Verfahren endete erstinstanzlich mit einer Zerschlagung Microsofts, die aber dann nicht umgesetzt wurde, weil sich die Monopolstellung im Laufe der Zeit "von selbst" aufgelöst hat. Hier kann ich mir eine Preisregulierung für die Gebühren vorstellen und/oder die Verpflichtung, alternative Download-Stores zulassen zu müssen (mit alternativen Gebührenmodellen). Was erhebliche negative Einflüsse auf die Einnahmen und Gewinne von Apple und Alphabet hätte.

      Bei Facebook geht es um eine monoplartige Stellung FB/Instagram/Whatsapp/Messenger, die durch das Zusammenwachsen der Dienste im Hintergrund noch verstärkt wird. Zielrichtung der Ermittlungen ist auch, ob FB ggf. Wettbewerber nur deshalb aufgekauft hat, um sich der Konkurrenz zu erwehren und so den Wettbewerb zu schädigen. "Dank" des extrem schlechten Images von FB und der vielen Datenlecks und der Meinungsmanipulationen könnte ich mir hier ebenfalls Einschränkungen seitens der Behörden vorstellen. Ob es, wie manche befürchten, am Ende zu Rückabwicklungen von Zukäufen kommt oder ggf. zu Zwangsabspaltungen (z.B. von Instagram und/oder Whatsapp), bleibt abzuwarten. Ich halte das aber nicht für ausgeschlossen.

      Amazon hat meiner Ansicht nach am wenigsten zu befürchten. Mit 38% am US-Onlinehandel ist man zwar der Dominator, aber es gibt Konkurrenten (eBay) und auch Walmart und andere setzen sich (inzwischen erfolgreich) zur Wehr. Da Amazon beim Vordringen in neue Märkte vor allem für heftige Preiserosionen sorgt, ist hier ein Schaden für Verbraucher schwer dazustellen - dass Menschen ihre geliebten Einkaufsmethoden ändern müssen, weil Angebote wegfallen, ist jedenfalls kein Kartellargument. Sonst hätte man Autos ja auch verhindern können, weil die die Pferdekutschen obsolet gemacht haben.

      Bei Amazon ist das Risiko eher, dass man einerseits als Plattform auftritt und andererseits eben auch als Verkäufer und damit Konkurrent der eigenen Kunden. Hier könnte es zu Regulierungen kommen, um sicherzustellen, dass Amazon sich nicht selbst bevorzugt (was alleine schon wegen des Wissens um Absatzerfolge und Preisgestaltungen der Verkäuferkunden de facto gegeben ist).

      AWS sehe ich nicht als Risiko. Es ist die Cloudsparte, man ist globaler Marktführer, aber mit starken Konkurrenten. Microsoft und Google holen stark auf, IBM hält seine Position, und dann folgt Alibaba, die ebenfalls stark zulegen. AWS verliert Marktanteile, auch wenn man absolut gesehen weiter stark wächst.

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  14. Teil 2/2

    Allen Verfahren ist gemein, dass sie viele Jahre dauern, dass am Ende vielleicht Urteile stehen werden und dass es ggf. Berufungsverfahren geben wird, die nochmals viele Jahre dauern. In der Zwischenzeit bleibt die Welt aber ja nicht stehen, sondern es treten Veränderungen ein; gerade in der schnelllebigen Welt der Internetgiganten. Wie damals bei Microsoft könnte "der Markt" es am Ende selbst schon gerichtet haben, weil Kunden/Konsumenten neuen Trends folgen und sich neue Spieler in den Vordergrund gebracht haben, die heute noch keiner auf der Rechnung hat. Beim Browser-Monopol von Microsoft hatte jedenfalls keiner Google auf dem Schirm bzw. Android. Die Firma gab es bei Start des Kartellverfahrens noch nicht einmal. Und heute dominiert sie den Browsermarkt.

    Sollten Unternehmensteile abgespalten werden müssen, dann dürften diese separat eher deutlich höher bepreist werden, als es heute der Fall ist. Ob Waymo oder AWS, da rufen Analysten ja heftige Bewertungen auf. Daher stehen den möglichen Einschränkungen des heutigen Geschäftsmodells die Zugewinne aus der Abspaltung gegenüber. Was unterm Strich für die Aktionäre kein Nachteil sein muss. Ich bin und bleibe daher überwiegend entspannt. Nur bei den Store-Umsätzen von Apple und Alphabet, da sehe ich echte gefahren für das Geschäftsmodell...

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  15. Moin Michael,

    ich bin etwas erstaunt über den Kurs von UeT, vor allem nach dem Geschäftsbericht, der ja aussagt, dass UeT sich auf einen guten Weg befindet. Habe das Gefühl, dass viele sehr überreagiert haben. Hätte nach dem Bericht eigentlich erwartet, dass der Kurs etwas weiter steigt.

    Was meinst Du zur Zeit zur UeT?

    schöne Grüsse
    Jochen

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    1. Die Halbjahreszahlen von UET waren schwach und dazu hat der Vorstand je einige Erklärungen abgegeben. Im zweiten Halbjahr dürfte es besser laufen, auch angesichts der frischen Finanzmittel, die eine bessere Abarbeitung der Aufträge mit sich bringen sollte. Der Vorstand hat seine Jahresprognose bestätigt und die scheint auch erreichbar zu sein. Wenn alles glatt läuft. Und das ist bei einem bilanziell angeschlagenen Turnaroundwert ja nicht immer der Fall. Hieraus speist sich auch die Unsicherheit und der negative Kursverlauf. UET ist und bleibt eine Turnaroundwette mit erhöhtem Risiko und hohen Chancen. Der Aktienkurs spiegelt nicht (immer) den aktuellen Stand der Entwicklung wider, da die Handelsumsätze zumeist ziemlich dünn sind. Geduld ist auch weiterhin gefragt...

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  16. Ich ergänze die Gedanken meines Vorschreibers: Arista - eine der wenigen günstigen und qualitativen Technologieaktien - aus dem Depot herausgeworfen :D Die Netzwerktechnologie-Expertise ist nicht wirklich deine Stärke :D

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    1. Diesen Bereich (High-Tech) deckt er ja auch mit dem Wiki von Stefan Waldhauser ab und der hat Arista nachgekauft. Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob der Ausstieg aus Arista nicht auch vor dem nun erfolgten Abverkauf Sinn gemacht hätte. Aber da stand Michaels Investmentcase ja auch noch. Ich finde es gut, dass er sich auch konsequent von Aktien trennt, wenn sein Case nicht mehr zutrifft (und dies auch mit einem Artikel begründet) und sich nicht sonst eine Geschichte zurechtdreht warum doch noch alles gut wird. Klar gibt es dann andere Meinungen und das schöne ist ja, dass hier ein schönes Forum (also nicht wörtlich zu sehen, sondern eher wird der Kommentarbereich missbraucht) existiert um über Entscheidungen zu diskutieren. Und ich rechne es Michael hoch an, das er sich diesem Diskurs meist stellt.
      auf fröhliche Diskussionen, Lars

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    2. @Anonym
      Nur weil Stefan Waldhauser anderer Meinung ist als ich, liegt er ja nicht zwangsläufig richtig. Das wird erst die zeit zeigen. Dass ich Stefan sehr schätze und seine hohe Expertise bei Growth-Aktien ausdrücklich anerkenne, dürfte ja bekannt sein.

      @Lars
      Dass es schlauer (?) gewesen wäre, die Aktien vor dem Ausverkauf zu verkaufen als hinterher, ist Fakt. Nur... es war nicht von einem Ausverkauf auszugehen, daher stand das als Option doch gar nicht zur Debatte. Arista hat - wie von mir erwartet - sensationelle Zahlen für Q3 präsentiert. Es gab also keinen Grund, zu verkaufen. Aber der Ausblick auf Q4 ist eine herbe Enttäuschung. Und die Aussage, dass die nächste 400-Gig-Adoption deutlich länger auf sich warten lässt und Arista davon ausgeht, dass Titanen-Kunden ihre alten Devices länger nutzen (und damit Investitionen schieben), das hat doch den Kursrutsch ausgelöst und führt eben auch zu meiner Entscheidung, bei Arista auszusteigen. Erstmal. Es ist der zweite Wirkungstreffer eines Großkunden innerhalb von sechs Monaten und es dürfte bis weit in 2020 hinein eine operative Durststrecke geben - so das Arista-Management. Wie lange die anhält, bleibt abzuwarten. Und solange schaue ich von außen zu. Ob und ggf. wann ich wieder einsteige, ist heute nicht klar. Vielleicht verpasse ich ich auch den richtigen Zeitpunkt, weil ich möglicherweise nicht mitbekomme, dass mein ursprünglicher Investmentcase wieder in die Spur zurückgefunden hat. Aber das Risiko gehe ich ein. Und auch, dass Stefan vielleicht ein besseres Näschen beweist mit seinem Aufstocken. Das halte ich durchaus für möglich... ;-)

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    3. Stefan Waldhauser hat heute seine sehr informative Einschätzung zu Arista abgegeben (hier klicken und er kommt grundsätzlich zu den gleichen Schlüssen wie ich. Abgesehen davon, dass er die Probleme "der nächsten Generation" nicht bei Arista selbst verortet, sondern bei den Kabelherstellern, stellt er fest, dass Aristas Wachstumsstory vorübergehend aus dem tritt geraten ist un man 2020/21 wohl nur mit einstelligem Wachstum rechnen kann. Was ja auch meine Befürchtung/Annahme ist. Anders als ich stockt Stefan Arista aktuell auf und ist bereit, am Anfang der Dürre auf ein mittelfristiges Wiedererstarken zu setzen, während ich auf die Wolken warten möchte, die den dringend benötigten Regen ankündigen, um dann ggf. wieder einzusteigen, wenn der Wachstumsmotor wieder rund läuft.

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  17. Hallo Michael,
    ich halte immer noch Aktien der Genworth und hoffe weiterhin auf eine Übernahme durch Oceanwide. Wie beurteilst du die akutelle Lage bei diesem Merger.
    Ich bin bei meiner Recherche auf die nachfolgende Einschätzung getroffen. Teilst du die Einschätzung dieses Verfassers??
    https://seekingalpha.com/article/4297365-genworths-3_8b-takeover-china-next-victim-trade-war

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    1. General Electric hat unter Jack Welch viele langfristige Pflegeversicherungen (LTC) abgeschlossen und sogar noch welche von anderen Unternehmen zugekauft. 2004 hat man seine Versicherungssparte abgespalten und als Genworth Financial separat an die Börse gebracht. Dass GNW seit Jahren immer mal wieder mit seinen LTCs Probleme hatte, ist ein Grund für den starken Kursverfall, einfach mal auf den Chart seit 2004 schauen. Auch in den letzten Jahren musste man wiederholt Abschreibungen vornehmen - auch das ist ein Grund, weshalb man in die Fusion mit Ocenwide flüchtet.

      Der SA-Autor ist selbst short in GNW, daher hat er ein Interesse daran, Angst zu schüren. Inwieweit die angemerkten Probleme bei Oceanwide wirklich relevant sind und ggf. Auswirkungen auf die Fusion haben können, kann ich schlecht einschätzen.

      Was die Wahrscheinlichkeit angeht, dass der Merger zum Opfer des US-China-Handelskriegs wird, d habe ich eine andere Auffassung. Ich denke, dass die US-Regierung die Fusion unbedingt will. GNW ist der größte nichtstaatliche LTC-Anbieter in den USA. Wenn die Pleite gehen, muss der Staat einspringen. Daran hat natürlich niemand Interesse. Wenn also mit chinesischem Geld die Lage stabilisiert wird, dann dürfte das mögliche Probleme mit datenschutzrechtlichen Fragen überwiegen.

      Es bleibt also die Frage, was passiert, wenn der Merger platzt. So optimistisch bzgl. des (Buch-)Werts von GNW wie Anfang 2016 bin ich nicht mehr. Die Lage bei den LTCs hat sich verschlechtert und auch die Situation am Immobilienmarkt in Kanada und Australien (wo ja die beiden börsennotierten GNW-Hypothekentöchter aktiv sind). Das hat natürlich Auswirkungen auf deren Wert, wenn sie verkauft werden müssten/sollten. In Kanada hat man dies ja bereits aus regulatorischen Aspekten heraus in Angriff genommen, um die Genehmigung für die Fusion zu bekommen.

      Die Fusion halte ich aus heutiger Sicht für die attraktivere Option für die Aktionäre.

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  18. Hallo Michael,

    ich möchte nochmal auf Aurelius zurückkommen. Nicht nur der Kursverlauf seit ca. 4 Jahren, auch die nicht sehr üppigen Umsätze, die geringe Beachtung von Analysten, die fehlende Kursreaktion auf gute Nachrichten gefallen mir schon länger überhaupt nicht. Ich "hoffe" nur auf einen günstigen Ausstiegszeitpunkt für mich.

    Was mich aber wirklich interessiert ist, warum hälst du die Aktie weiterhin? Sie hat dir in den ersten Jahren enorme Gewinne gebracht, nur deswegen sieht die durchschnittliche Jahresrendite bei dir immer noch gut aus. Aber konntest du in den letzten 4 Jahren wirklich gut schlafen mit dieser Aktie? Bist du so optimistisch für die Zukunft, dass sich die lange Durststrecke lohnt? Kannst du die Geschäftstätigkeit von Aurelius so gut einschätzen, dass du die Aktie für stark unterbewertet hälst zur Zeit?

    Vielen Dank für deine tolle Arbeit.
    Isabelle

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    1. Moin Isabelle,
      Aurelius ist aus meiner Sicht eine besonders interessante Aktie. Grundsätzlich sei vorab gesagt, dass Beteiligungsgesellschaften die letzten anderthalb Jahre per se einen schweren Stand hatten, weil sie von den Problemen im Automobilsektor und im Maschinenbau, wo Deutschlands Mittelstand traditionell stark ist/war, massiv betroffen waren. Was die Konjunktur aber auch den Automotivesektor angeht, dürften wir eher langsam Richtung Erholung tendieren, so dass ich es momentan für weniger interessant erachte, in diesem Bereich Aktien zu verkaufen, als eher aufzustocken. Das gilt vor allem für Blue Cap, MBB, mutares.

      Deine Wahrnehmung von Aurelius teile ich nicht ganz. Richtig ist, dass ich den Wert seit 2012 auf der Beobachtungsliste habe und der Kurs in den ersten Jahren besonders stark gestiegen ist. In den letzten beiden Jahren ist davon kaum bis gar nichts zu sehen, soweit liegste völlig richtig. Wenn Du allerdings die Beobachtungsliste genau ansiehst, dann findest Du bei den Performanceangaben zu Aurelius erstaunliche Werte: in den sieben Jahren zwischen 10.2012 und 11.2019 stieg der Aktienkurs (splitbereinigt) von €10,915 auf €36,14, also um €25,225. Im selben Zeitraum zahlte Aurelius €18,87 an Dividenden aus! Fast 43% der Gesamtrendite von 404% stammen also aus Dividenden. Und die musste bei Deiner Bewertung, ob Aurelius ein erfolgreiches Investment ist, unbedingt berücksichtigen.

      Gerade in den letzten Jahren hat Aurelius ja rekordverdächtig hohe Dividenden ausgeschüttet. Die letzten 7 Jahre brachten €18,87, die letzten 5 Jahre €16,45 und in den letzten 3 Jahren gab es €12,0.

      Bis zur Short-Attacke im Frühjahr 2017 kannte der Kurs fast nur den Weg nach oben und das Top lag bei über €66. Wenn ich dieses mit dem heutigen Kurs von €36 vergleiche, dann "fehlen" da €30, das ist eine enttäuschende Kursentwicklung. Hier müsste man un die drei Dividenden von €12 abziehen, so dass "nur" noch €18 an Minus übrig blieben. Dennoch bleibt eine deutliche Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt. Der Chart zeigt uns aber auch, dass der Kurs nach der Short-Attacke in 2018 sich fast wieder an das alte Hoch von €66 herangekämpft hatte und wenn man die zwischenzeitliche Dividende von €5 hinzurechnet, sogar darüber lag. Dann folgte ab Frühjahr 2018 ein brutaler Absturz, von dem sich Aurelius bisher nicht wieder erholt hat.

      Doch auch hier muss man beachten, dass dies nicht Aurelius alleine betrifft. Sie auf die Autowerte, schau auf den Maschinenbau, auf die Banken, auf Beteiligungsgesellschaften, wie MBB, wie Mutares, wie Gesco, wie Indus, schau auf Jungheinrich oder Kion - sie alle haben mehr als 50% gegenüber ihren Kurshochs eingebüßt. Wegen des anhaltenden Brexit-Gezerres, wegen des US-China-Handelskriegs, wegen des Konkjunktureinbruchs.

      Und Aurelius? Aurelius hat in den letzten Jahren seine drei besten Unternehmensverkäufe erreicht und dabei hunderte von Millionen an Gewinnen eingefahren. Ein Teil floss über Dividenden an die Aktionäre zurück, ein Teil in Aktienrückkäufe und mit dem Rest kauft Aurelius sich in interessante neue Unternehmen ein. Es gab in letzter Zeit vor allem Zukäufe, eben weil die Konjunktur stottert und in UK der Brexit die Preise in den Keller treibt. Die Käufe von heute sind die Gewinne von morgen. Auch wenn nicht jede Sanierung ein Erfolg wird.

      Mein Fazit: Aurelius ist nicht stark unterbewertet, aber - wie auch die genannten Mitbewerber - auf Sicht von zwei, drei Jahren sehr aussichtsreich positioniert. Einige Jahre lang wurde Aurelius ein Aufschlag von 20% und mehr auf den NAV zugebilligt, das ist heute nicht mehr so. Die Euphorie hat sich hier gelegt. Was auf der anderen Hand durchaus eine (zusätzliche) Chance bietet bezogen auf den Aktienkurs. Aber ich weise ja gerne darauf hin, dass man sich auf das Unternehmen konzentrieren sollte, da dort die Wertschöpfung stattfindet, und nicht nur auf die Aktie.

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  19. Hallo Michael,

    was ist eigentlich bei TPL los? HORIZON KINETICS ASSETMANAGEMENT LLC kauft die letzten Tage in kleinen Tranchen Papiere auf, wenn ich das richtig gelesen habe. Kann man hieraus etwas ablesen oder ist das nur übliches Marktgeschehen?

    Beste Grüße
    Hannes

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    1. Der Großaktionär kauft weiter Aktien bei Texas Pacific Land Trust zu. Die sehen ja generell eine Unterbewertung; der Streit mit dem Management geht ja "nur" darum, ob man wie bisher das Land behält und durch die Förderrechte Geld einnimmt, oder ob man das Land inkl. der Förderrechte verkauft und so schnell(er) zu Geld kommt. Und zu mehr, da das Land ja dann nicht mehr im Eigentum des Trusts ist.

      Ein echter Trigger könnte sein/werden, wenn sich TPL dazu entschließt, mit der bisherigen Unternehmensform zu brechen und sich als "normale C-Copr aufzustellen. Eine solche Umwandlung hat bei Apollo, KKR oder Blackstone zu ordentlichen Kurssteigerungen geführt.

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  20. Guten Tag Herr Kisig, wie viel Prozent sollte der Anteil von Turnaround-Spektukationen im Portfolio maximal sein?

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    1. Das hängt natürlich von der eigenen Risikoneigung und von der Erfahrung an der Börse und besonders mit Turnarounds ab. Ich denke, 10% Anteil und daher Totalverlustrisiko kann man verkraften im Depot, bei einem höheren Anteil sollte man sich schon wirklich auskennen. Nicht nur mit den Unternehmen, sondern auch mit den emotionalen Fallstricken an der Börse. Denn die sind für Anleger, gerade bei hoch riskanten Aktien, die größte Gefahrenquelle.

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  21. Michael, würde Dich die Aktie von freenet interessieren? Was hältst Du davon?
    z.B. die Pläne, in Deutschland eine nationale Hörfunkkette mit 16 Sendern aufzubauen und die 8%ige Dividende könnten Argumente für diese Aktie sein.

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    1. Telekomanbieter finde ich nicht interessant, dafür kann ich mich überhaupt nicht erwärmen. Hohe Investitionskosten, ruinöser Preiswettbewerb, kaum Alleinstellungsmerkmale (Burggraben aufgrund von Wechselhemmnissen). Mein letztes Invest in diesem bereich war vor vielen Jahren die Deutsche Telekom, als Vectoring eingeführt wurde und auf diese Weise schlagartig das veraltete und zunehmend wertloser werdende Kupferkabelnetz wieder zu einem Cash generierenden Asset wurde. Obwohl meine Überlegungen voll aufgingen und parallel dazu T-Mobile US zu ihrem Erfolgszug starteten, habe ich mit dem Invest unterm Strich viel weniger verdient als mit meinen Alternativen. Ne, das Business lockt mich nicht, die vermeintlich niedrigen Kurse haben aus meiner Sicht ihre (volle) Berechtigung...

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    2. Oh Mann, freenet mit Dividendenaussetzung, es soll nur noch die Mindestdividende von €0,04 je Aktie ausgeschüttet werden. Ich will nicht behaupten, dass das absehbar war, aber es war durchaus zu befürchten. Hohe Dividendenrenditen versprechen eine Sicherheit, die sich in Corona-Zeiten leider als oftmals trügerisch erweist. Ich hatte das Thema ja Anfang April schon mal aufgegriffen: "Value Trap Dividendenrendite: (Ver-) führt die Dividendenstrategie in die Renditefalle?". Die Dividende darf niemals alleiniges Argument für den Kauf einer Aktie sein. Auch Ken Fisher mahnt ja nicht zu Unrecht, dass Dividendenrenditen mit Vorsicht zu genießen sind. Der heftige zweistellige Kurseinbruch bei freenet ist eine ganz bittere Pille für deren ohnehin schon leidgeprüften Aktionäre.

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  22. Guten tag ich bin neu an der Börse und finde deinen Blog echt gut und hilfreich,ich interessiere mich sehr für umicore da ich nur das Unternehmen gefunden habe das aus elektro Müll die Metalle Recyclt und barren zum Verkauf dadurch anbieten. Die EigenkapitalQuote ist bei 40% ich denke das ist vollkommen okay, Jahres Überschuss und Ergebnis pro Aktie steigt auch jährlich an. Da du einmal umicore hattest und etwas dazu geschrieben hast das sie an der Entwicklung von Elektromotoren beteiligt sind und es in dem Bereich allgemein Grade etwas schwierig keiten gibt verkauft haben. Also ich denke das es das Unternehmen nicht schadet da das Haupt Geschäft ja das elektro Schrott und die barren die daraus entstehen das Kern Geschäft sind, würde mich sehr freuen auf eine Antwort da du dich eventuell mehr damit beschäftigt hast vielleicht kennst du ja noch andre Unternehmen mit diesem Geschäfts Modell Recycling von elektro Schrott und die dadurch entstehde barren vertreiben das finde ich sehr gut und auch zukunfts sicher weil es immer mehr elektronische Geräte gibt also Müll und metalle wieder zu verarbeitung gebraucht wird.

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    1. Recycling oder Neudeutsch "Urban Mining" ist ein spannender und aussichtsreicher Industriezweig. Umicore ist hier eines der führenden Unternehmen, Tomra ein weiteres. Bzgl. der Elektrobatterien ist das Hauptproblem, dass es bisher keine Standards gibt, nach denen diese Batterien gefertigt werden. Jeder Hersteller baut sie so, wie sie in sein Auto passen. Daher gibt es auch keine Möglichkeit, sie nachher mit Standardverfahren zu recyclen. Das muss von Hand geschehen und ist dem entsprechend extrem aufwändig und teuer. Solange hier keine verbindlichen Standards vorgeschrieben werden (durch die EU oder weltweit), ist das wenig lukatriv.

      Ein zweites Problem besteht darin, dass die Batteriezellen brandgefährlich sind. Werden sie beschädigt, brennen sie schier unaufhaltsam bei extrem hohen Temperaturen. Daher muss (!) jede Batterie einzeln als Gefahrgut transportiert werden, was auch wieder die Kosten enorm in die Höhe treibt. Daher wird versucht, die Batterien nach ihrem Ableben im Automobilbereich (da wird ein sehr hoher Wirkungsgrad benötigt, da ansonsten die Reichweite zu gering wird) anderen Aufgaben zuzuführen, zum Beispiel als Energiespeicher. Da können sie mit nachlassenden Wirkungsgraden noch einige Jahre weitergenutzt werden, was ihre Umweltverträglichkeit und ihren "ökologischen Fußabdruck" erheblich verbessert. In Bezug auf das Recycling ändert sich hierdurch allerdings nichts.

      Ich denke, dass in diesem Bereich kaum Geld verdient werden kann, solange nicht einheitliche Standards gelten und die Reclingunternehmen sich dann hierauf einstellen und eine automatisierte Bearbeitung/Demontage einführen können. Bis dahin ist jede Investition in diesem Bereich seitens Umicore oder seiner Wettbewerber mit hohen Risiken verbunden und erweist sich ggf. als Fehlinvestition mit dann hohem Abschreibungsbedarf. Für mich daher auf dieser Basis nicht visibel genug für ein Investment.

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    2. Ach so... eine Alternative zu Umicore könnte z.B. Waste Management aus den USA sein. Die sind ja dort der größte Müllverbrennungsanlagenbetreiber, aber auch das größte Recyclingunternehmen. Auch die fahren die Recyclingquote jedes Jahr weiter hoch und verdienen dem entsprechend immer mehr an den wiedergewonnenen Rohstoffen - auch Edelmetallen, z.B. aus Computerschrott und alten Smartphones/Tablets.

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  23. Hallo Michael, was hälst du eigentlich von Slack als SaaS-Unternehmen und langfristigem Profiteur der aktuellen Krise? Denkst du MS Teams wird sich hier langfristig aufgrund der großen Verbreitung von Office durchsetzen, oder hat auch Slack als agiles, junges Unternehmen Chancen?

    Vielen Dank für deine Gedanken zu dem Thema!

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    1. Momentan ist Slack natürlich eine sehr interessante Aktie und ein großer Profiteur der Corona-Krise. Microsoft Teams ist ist nicht das beste und nutzerfreundlichste Produkt am Markt, aber es ist deutlich günstiger als die Konkurrenz - und es ist Teil des Microsoft 365 Angebots, wodurch es den Vorteil hat, dass sich kein Admin/IT-Specht rechtfertigen muss, wenn er Teams im Unternehmen einführt, während er bei Konkurrenzprodukten (Slack, Zoom) immer irgendwen überzeugen muss (und ggf. falsch liegen könnte, wenn irgendwas nicht so läuft wie geplant und dann dumm dasteht). Ich vermute, dass Zoom und Slack auf Dauer nicht als eigenständige "One-Trick-Ponys" am Markt bestehen können, sondern von irgendeinem Big Player übernommen werden. Oder irgendwann gegen Teams keine Chance mehr haben und langsam verenden, wie so viele Yahoo!- oder Google-Angebote.

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  24. Hi Michael,
    denkst du Datagroup ist nach dem Kursrücksetzer wieder kaufenswert oder aktuell zu teuer?
    Danke schonmal!

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    1. Datagroup ist eines der am besten geführten und erfolgreichsten deutschen Softwareunternehmen; ich bin ja schon seit vielen Jahren an Bord und es ist eines meiner erfolgreichsten Investments. Ich habe neulich - endlich - meinen Bestand aufstocken können, als es so rapide und übertrieben in den Keller ging, und fühle mich auf dem aktuellen Kursniveau absolut wohl. Auf mittlere und lange Sicht kann man hiermit kaum etwas falsch machen, denke ich. Ob der Aktienkurs aber nicht vielleicht doch nochmal ein paar Euro runterfällt, das kann ich natürlich nicht vorhersagen... ;-)

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  25. Ahoi Michael,

    ich habe heute mal meine nächsten heissen Kandidaten PNE, SBF und Datagoup angesehen.

    Erste Sichtungen waren bei 30-50% der jetzigen Kurse.

    Meiner Einschätzung nach haben die PNE und die Datagroup ein enormes Potential.
    Bei der Datagroup is der Goodwill Anteil etwas was mir Sorgen bereit, bei der PNE der Staat und die Umsetzung der EEGs der kommenden Jahre, Trassenausbau, Elektromobilität etc.

    Meine Thesen:

    PNE ist mit 4,35 € ca aktuell ordentlich bepreist, es lohnt langfristig ein Einstieg, wenn ich auch erstmal ne Sättigung bei den Investoren auszumachen vermag ( reine Schätzung)

    Bei der SBF wurde seitens der Börse viel reingepumpt und ich ärgere mich, dass ich bei 2,40 € damals nicht rein bin. Aber so recht mag ich an einen Investment Case aka Doppelung innerhalb von 2 Jahren bzw 8 Jahre für nen Ten-Bagger bei stabilen FCFs nicht glauben, auch wenn sie eine stabile Auftragslage haben.

    Die Datagroup KANN für mich in 10 Jahren bei 500 bei 1000 oder bei 0 liegen, ich teile nach vielen Recherchen und Gesprächen mit Mitarbeitern, die Einschätzung, dass sie sehr gut geführt wird, dass man weiss wo man hin will, habe aber Sorge, dass man sich dort bei den nächsten Übernahmen mal "verschluckt".
    Zudem kann ich bei den "IT-Servicedienstleistern", grade nach dem 5-Forces Modell schwer die Konkurrenz wie Bechtle und Cancom nicht klar abschätzen.

    Aktuell würde ich aber bei 55 € ne Position durchaus eröffnen.

    Wie siehst du vor dem unsicheren Wahljahr in Amerika, des konjunkturellen Abschwungs und einer eventuell erneuten Aufflammung von Corona und Überhitzung der eh schon hohen Aktien Bewertungen die aktuellen Nieveaus?

    findest du auch dass man vllt bei Datagroup rein sollte, aber die anderen, ähnlich wie 3U eher nochmal 20 % nachgeben sollten, bevor man sich ne Position aufbaut? Gerade im EE-Bereich hätte ich ( wenn auch eine etwas andere Konzernstruktur) Encavis und die ist von den Tiefs auch wieder erholt.

    Ich habe für mich und meine Ansprüche entsprechend viel fundamentales Research betrieben, allerdings finde ich ist es nochmal etwas anderes, selbst wenn man seine "faire" aktuelle Bewertung der Firmen kennt, die Meinung eines Nebenwerte Investoren wie dir zu hören. als Anregung und Denkanstoss schätze ich die nämlich ungemein.


    Vielen Dank und schönes WE :)

    Grüße, Dagobert

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    1. Bei PNE ist der Trigger für mich, dass man das Windparkportfolio2020 nicht mehr verkaufen will, sondern in den Eigenbestand überführt. Allerdings nicht so, wie ich erst gedacht hatte, nämlich auf einen Schlag, sondern sukzessive. Daher werden sich die positiven Auswirkungen in der Bilanz (und GuV) über einige Zeit hinziehen. Da PNE nicht nur in Deutschland aktiv ist, und hierzulande ja seit zwei Jahren Stillstand beim Ausbau herrscht, dürfte das Negative Deutschland-Szenario weitgehend eingepreist sein. Hier steht eher Besserung an für die nächsten Jahre.

      Bei SBF legen die Aufträge weiter zu und da man mit relativ kleinem Aufwand die Kapazitäten noch knapp verdoppeln könnte, winken hier große Skaleneffekte; also deutlich stärke Zunahmen beim Ergebnis als beim Umsatz. Da die Aufträge über vier Jahre abgearbeitet werden (und erst dann Geld reinkommt), ist der Wachstumspfad für die nächsten Jahre vorprogrammiert. Der zunehmende Auftragseingang zeigt zudem, dass es auch darüber hinaus "mehr" wird.

      Datagroup hat Goodwill durch Firmenübernahmen und durch seine Rechte. Das Unternehmen wächst von Anfang an durch Übernahmen und hat diese fast alle erfolgreich und relativ reibungslos integrieren können. Daher ist davon auszugehen, dass dies auch zukünftig gelingt. Hier einfach nur Zufall oder Glück anzunehmen, dürfte dem Erfolg nicht gerecht werden. Datagroup sehe ich hier eher in einer Position der Stärke, weil sie auch in der Vergangenheit schon Firmen übernommen haben, die in die Insolvenz geschlittert waren. Man hat viele Positionen nicht mehr besetzten können und daher zielt man vor allem auf Personal und Kunden ab, weniger auf neue Technologien. Das SAP-Business schwächelt gerade und man ist seit einigen Jahren sehr stark im Bankenbereich. Hier dürfte sich die Auftragslage eher verbessern, weil der Druck auf die Banken in Richtung digitalem Wandel immer stärker wird.

      Die Präsidentschaftswahl in den USA... abwarten, wie es läuft. Unter Clinton lief die Börse super. Unter Obama letztlich auch. Obwohl beide Demokraten waren und die Börse anfangs skeptisch. Und Trump ist ja nun wahrlich kein guter Präsident; eine zweite Trump-Amtszeit ist der Welt kaum zuzumuten. Da ist Biden aus meiner Sicht wesentlich besser. Zumal er unter Obama Vize war und sich auskennt. Und die Welt kennt ihn.

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  26. Hallo Michael,

    sehr schöner Blog. Bin stiller Mitleser seit geraumer Zeit und freue mich immer über deine Einschätzungen, gerade zu den kleinen Firmen.

    1) Wie kommt es zu dem Sinneswandel in Bezug auf China-Aktien (New Oriental Education)?
    2) Wie hoch ist deine Gewichtung der Nebenwerte beim Einkauf bei den Nebenwerten im Vergleich zu den etablierten US-Werten? Beimischung oder ebenbürtig? Der Börsenpunk empfiehlt eine 80/20 Strategie, aber ein Nebenwert ist nicht automatisch ein Risikowert!?
    3) Woher beziehst du Deine Informationen zu den Nebenwerten (Nebenwerte-Journal, Eigenrecherche, etc.)?
    4) Wie oft legst du nach, z.B. bei einer SBF, die hervorragend läuft, aber weiter steigt?

    Viele Grüße
    Martin

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    1. Moin Martin,
      einen generellen Sinneswandel bzgl. China-Aktien habe ich nicht. Bei New Oriental Education ist es allerdings so, dass die eben in China tätig sind und China ein absoluter Boom-Markt für Online-Bildung ist. Das hat in diesem Fall den Ausschlag gegeben.

      Die Gewichtung von Nebenwerten ist zumeist geringer als die meiner Quality Investments. Wenn man eine zehn Jahre alte Position im Depot hat, mit mehreren hundert Prozent Zuwachs dann kann man mit einer neuen Position kaum auf die gleiche Größe kommen. Des Weiteren hängt es natürlich auch davon ab, wie man die "neue" Aktie einschätzt; ob es eher ein spekulativerer Nebenwert ist oder eine Turnaround-Spekulation. Hier muss man einschätzen, was die richtige/beste Gewichtung ist im Vergleich mit den anderen Positionen im Depot und im Verhältnis zum Gesamtvermögen.

      Aber nein, Nebenwerte sind nicht automatisch Risikowerte. General Motors ging 2008/09 Pleite, die Aktionäre verloren alles. Lehman Brothers als eine der größten Investmentbanken der Welt, ebenfalls. Aktuell würde die Lufthansa ohne Staatshilfe die Segel streichen müssen und General Electric hat die Größe auch nicht gerettet oder die Diversifikation in so viele verschiedene Geschäftsbereiche. Nebenwerte sind zumeist fokussierter auf ihre Branche; das erhöhte Risiko ergibt sich ggf. aus einem (zu) geringen Börsenumsatz, so dass man weder schnell ein- noch aussteigen kann. Was die Positionsgröße dann auch selbst schon beschränkt. Doch das Risiko liegt weniger in dem Status Nebenwert als vielmehr darin, dass man als Anleger genau(er) wissen muss, was man da kauft. Weil man eben nicht wie bei einer Siemens fast jede Positionsgröße sofort und ohne großen Spread abstoßen kann. Ich werte das aber nicht als Risiko, sondern als Qualitätsmerkmal im Hinblick auf den Ausleseprozess (vor dem Aktienkauf).

      Meine Infos beziehe ich u.a. über das Nebenwerte Journal (Abo), aber auch über die HV-Berichte von GSC (kostenpflichtig). Des Weiteren über die Unternehmensnachrichten (finanznachrichten.de, dgap.de) und auch wallstreet-online. Und natürlich aus den Geschäftsberichten der Unternehmen.

      Wie oft ich "nachlege"? Kommt drauf an. Wenn ein Unternehmen "nur" meinem Investmentcase folgt, dann eigentlich gar nicht - sofern nicht Unternehmenswert und Kurs deutlich auseinanderklaffen. Bei SBF zeichnete sich der Turnaround schon länger ab, aber der Kurs zog noch nicht an. Da habe ich aufgestockt. Bei Funkwerk habe ich auch meine Position verdoppelt, als der Turnaround wirklich ins Laufen kam. Aber auch Microsoft habe ich aufgestockt, nachdem Nadella dort angetreten war und seine neue Strategie das Unternehmen wieder nach vorne katapultierte.

      Doch gerade bei den Nebenwerten gibt es oft längere Phasen, wo der Kurs nicht anspringt, obwohl er das sollte. Das muss man einkalkulieren und tolerieren. Der Kurs hat nicht immer Recht, das ist eine dümmliche Annahme. Der Kurs ist nur das Ergebnis der Einschätzung zweier Menschen (oder von Algos) zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er steigt, wenn die Nachfrage steigt - und bei Nebenwerten passiert das oft dann, wenn die Leute auf das Unternehmen aufmerksam werden. Weil sie es vorher nicht auf dem Schirm hatten. Das passiert bei Standardwerten eher selten. Bei Nebenwerten muss man stets die nötige Geduld mitbringen, bis einem der Markt zustimmt. Oder man erkennt, dass man falsch lag (aber das erkennt man nicht am Kurs, sondern daran, dass der Investmentcase nicht "fliegt").

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    2. Wow, sehr ausführlich. Danke!
      Online-Bildung ist nicht meine Branche. Ganz im Gegenteil.

      Mit den richtigen Smallcaps kann man schneller Rendite machen. Bei SBF kam ich auch nur 1x zum Nachlegen. Für meinen Geschmack zog die jetzt sogar etwas zu sehr an in der kurzen Zeit. Die großen Firmen sind gefühlt die sichereren Anlagen, aber eher Langstreckenläufer.

      Das Nebenwerte-Journal finde ich auch gut, allerdings hat man nicht jede Ausgabe seine Wunschunternehmen dabei. GSC ist mir auch positiv aufgefallen. Die Webseite wirkt aber etwas altbacken und ich persönlich finde es dort anstrengend zu lesen. Der Inhalt gefällt mir gut.

      Beate Sander sagt, man solle zwei bis drei Tranchen a 1000 EUR machen. Auch um dasd Risiko zu minimieren. Bei so Durchstarten ist es nicht möglich. Daher kann man auch mal eine Tranche in einem Rutsch anlegen, wenn man von der Story überzeugt ist.

      Mittlerweile muss ich sagen, dass du bei mir die Nr. 1 bist. Stefan Waldhauser war lange Zeit vorne, aber deine Analysen finde ich insgesamt etwas griffiger und kann diese eher nachvollziehen. Mag vielleicht auch an den Unternehmen liegen. In deinem Blog ist weniger Trading. Das kommt wohl durch das wikifolio von Stefan. Bin kein Fan von diesem ständigen hin und her.




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    3. Vielleicht ist für Dich neben SBF auch Funkwerk interessant? Die sind in ihrem Turnaround und der Kursentwicklung gute zwei Jahre weiter als SBF, werden vom markt aber weiterhin sträflich vernachlässigt (auch wenn sie eine der am besten performenden Aktien auf meiner Beobachtungsliste ist).

      Und auch Delignit finde ich spannend; wenn jetzt die Autoproduktion hochfährt, kommt das Delignit sehr zu gute. Und egal welcher Antrieb sich durchsetzt, Benzin, Diesel, E, Hybrid, Wasserstoff, das Thema Reichweite und Gewichtsreduktion sowie nachwachsende/recycelbare Produkte nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Da ist Delignit mit seinen Laubholz basierten Produkten ganz vorne mit dabei, bei PKWs, LKWs, Wohnmobilen, Zügen.

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    4. Funkwerk habe ich auf der Watchlist - wie viele andere Unternehmen. Ist schon stark gestiegen. Ggf. bei starken Rücksetzern. Mit Delignit werde ich nicht warm. Da fehlt mir persönlich etwas die Fantasie.

      Energiekontor gefällt mir noch am besten zurzeit.

      Momentan spare ich. Möchte jedoch vermehrt in Highflyer investieren, wo es mindestens eine Verdoppplung gibt.

      Würde wohl eher bei SBF-Rücksetzern nochmal nachlegen als bei Funkwerk neu einzusteigen. Möchte weiter in aussichtsreiche Firmen investieren, die noch am Anfang stehen, ggf. auch bestehende Firmen im Depot nachlegen. The Trade Desk ist jetzt am ATH, aber wenn die nochmal kräftig fällt, würde ich hier ohne Bedenken nachlegen.

      Viele Werte sind mir zu teuer gerade. Spekuliere auf den Herbst. Es gibt so viele tolle etablierte Aktien, die ich bei Abstürzen nur allzugerne aufsammeln würde.

      Als Investor ohne hohe Cash-Quote war mir dies in der Vergangenheit leider nicht möglich. Jetzt, wo das Depot eine gewisse Größe erreicht hat, kann ich eine höhere Cash-Quote testen. So profitiere ich am Markt von steigenden Kursen, kann aber auch bei sich bietenden Gelegenheiten - im Gegensatz zu früher - darauf reagieren und investieren.

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    5. Jeder muss für sich herausfinden, ob und wie hoch er ggf. eine Cashquote halten will. Ich habe meine jahrelange Praxis geändert, nachdem ich erkannt habe, dass eine üppige Cashquote nicht zu besseren Resultaten führt; im Gegenteil, man verschenkt damit Geld. Weil man sich immer sagt, dass man nachkauft, wenn der Kurs billiger ist, aber wenn er fällt, dann fällt er zumeist aus einem Grund bei dem Unternehmen oder beim Gesamtmarkt und man kauft dann nicht nach - weil zu dem Zeitpunkt die vorherige Sicherheit flöten gegangen ist und man Angst hat, der Kurs könnte noch tiefer fallen. Kannste ausführlich hier nachlesen: "Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?.

      Zu Funkwerk habe ich gerade einen ausführlichen Artikel veröffentlicht - der von Dir benannte Kursanstieg ist nur ein Aufholen des unberechtigten (!) vorherigen Abverkaufs. Man sollte unbedingt den Ankereffekt vermeiden: ganz klassisch passiert der, wenn man einen willkürlichen Punkt als Referenz wählt, also z.B. den Tiefstpunkt einer Korrektur, und dann den jetzigen Aktienkurs damit vergleicht. Ist völlig egal!!! An der Börse wird die Zukunft gehandelt, was gestern war, ist (fast) egal. Bewerte heute das Unternehmen und seine Aussichten in 12, 18, 60 Monaten. Und überlege, was die Aktie dann wert sein dürfte. Und vergleiche dieses Ergebnis (!) mit dem heutigen Aktienkurs. Achte nicht darauf, was der Kurs vielleicht machen wird, ob er morgen steigt oder fällt oder in drei Wochen. Wo wird der Wert der Aktie in 12, 18 oder 60 Monaten stehen? Das ist die entscheidende Frage. Und wenn Du die Aktie heute deutlich tiefer kaufen kannst, dass ist sie ein Kauf. Nicht aufgrund aktueller Börsenschwankungen.

      Und das gilt selbstverständlich nicht nur für Funkwerk, sondern für jede Aktie.

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  27. Hallo Herr Kissig,
    sind Sie bei DIC Assig weiterhin sehr optimistisch oder hat sich die aktuelle Lage verändert (Stichwort Kaufhof) und damit auch Ihre Einschätzung? Die virtuelle Hauptversammlung ist in Kürze. Erwarten Sie aufgrund der nahen Dividendenzahlung kurzfristig noch einen Effekt?
    P.S. CR Capital - Ihre Einschätzung würde mich hier zusätzlich sehr interessieren. Scheint eine atemberaubende Erfolgsstory zu werden. Gruss Mario

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    1. Moin Mario,
      zu DIC Asset habe ich keine veränderte Meinung. Bzgl. Karstadt/Kaufhof sehe ich kein großes negatives Potenzial; die Schließung in der Bremer Innenstadt trifft DIC Asset als Vermieter, allerdings will der Nachbar "Zech-Gruppe") schon länger das Grundstück für seine eigenen Pläne kaufen. Bisher hat DIC sich da wenig gesprächsbereit gezeigt, das könnte sich nun ändern. Da wird DIC also nicht lange drauf sitzen bleiben.

      Dividenden/HV sehe ich jetzt nicht also kurzfristigen Trigger nach oben.

      CR Capital ist nichts für mich. Gehört zum "Magnum-Dunstkreis" (wie MPH M1 usw.) und die haben nur die eigenen Interessen im Auge und lassen dafür auch mal die Aktionäre bluten (eine meiner ersten Aktien, die ich vor rund sieben Jahren hier im Blog mal vorgestellt hatte, war die Windsor AG - heute MPH; damals eine Immobiliengesellschaft, heute Pharmahandel; da kann man viel zu dem Mist lesen, den man damals mit den Aktionären abgezogen hat).

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    2. Vielleicht noch als Ergänzung: DIC besitzt ebenfalls die Immobilien der Kaufhof Filialen in Chemnitz und Leverkusen die nach jetzigem Stand geschlossen werden sollen. Inwieweit sich ein möglicher Leerstand hier auf das Gesamtergebnis auswirken würde, kann man als Aussenstehender nicht so einfach sagen. Auf der DIC webseite wird lediglich angegeben, dass sich die Kaufhof Filiale in Chemnitz unter den Top 20 Immobilien nach Marktwert befindet.

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  28. Moin Michael,
    hast du vielleicht eine Erklärung für die ungewöhnliche Kursbewegung bei Bausch Health am Do 7.8.? Da ging es ja kurzfristig um ca. 30 % rauf und am Fr war alles wieder futsch. Kann das mit Leerverkäufern zusammenhängen? Ich frage mich jetzt, ob ich mal ein Verkaufslimit setze, um beim nächsten Mal diese Kursgewinne realisieren zu können.
    Beste Grüße
    Isabelle

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    1. Bausch Health hat den Spin-off der größten Tochter (Bausch & Lomb) angekündigt und das hat einen kurzen Hype ausgelöst. Die Konditionen sind aber noch völlig unklar, vor allem, wie viel des hohen BHC-Schuldenbergs bei B&L bleibt/landet und welcher Anteil bei BHC selbst. Solange kann die genauen Modalitäten nicht kennt, kann man das Ganze auch nicht wirklich einschätzen. Ich fand es jedenfalls sehr komisch, dass die Ankündigung den Kurs so nach oben getrieben hat, zumal die Quartalszahlen und die aktualisierte Prognose eher durchwachsen waren. Insofern bin ich nicht überrascht, dass am Ende kaum eine Kursveränderung übrig geblieben ist. Da haben einige den Kurssprung zu schnellen Gewinnmitnahmen genutzt.

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    2. Danke für die schnelle Antwort und Erklärung, dann wird es wohl so schnell auch kein "nächstes Mal" geben, und ich kann mir mein Verkaufslimit sparen.
      Isabelle

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    3. Ist Bausch Health denn noch interessant als Turnaround?

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    4. Grundsätzlich ja. Aber auch diese Einschätzung hängt natürlich davon ab, welchen Anteil der Schuldenlast Bausch & Lomb übernimmt. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich Joe Papa und BHC hier nicht selbst ins Knie schießen, denn davon hätten sie ja nichts.

      Die Trennung der beiden Sparten halte ich für sinnvoll und wertschöpfend. Momentan kauft man ja entweder eine forschende Pharmafirma, die auch "irgend so ein Augen-/Linsen-Business" hat, oder man kauft eine führende Optik-Firma, die auch "irgend so was mit Medikamentenforschung" betreibt. Beides passt nicht wirklich zusammen und bietet kaum Synergien. Die beiden fast gleichgroßen Einheiten zu trennen, macht also Sinn. Nach der Trennung kann man sich genau an dem Unternehmensteil beteiligen, den man möchte, ohne den anderen in kauf nehmen zu müssen. Und will man beide, kann man ja beide separat ins Depot legen.

      Der Kurs sollte hiervon jedenfalls zusätzlich profitieren können; aber nicht mit Freudensprüngen von 30%.

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    5. Moin Michael, ich habe mich noch weiter mit Bausch Health beschäftigt und bin auf einen Artikel bei seekingalpha vom 10.8. gestoßen, den ich mir übersetzt habe. Der Autor führt sehr optimistisch aus, zu welch großartigen Effekten die Ausgliederung von Bausch + Lomb führen wird und sieht eine angemessene Bewertung von Bausch Health bei ca. 80 $. Es klingt alles sehr schlüssig, aber jetzt meine Frage an dich: sind die Artikel von seekingalpha grundsätzlich seriös und was hälst du von der Argumentation dieses Artikels (ich gehe davon aus, dass du ihn schon kennst).
      Beste Grüße Isabelle

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    6. Ja, ich habe den Artikel auch gelesen. Seeking Alpha bietet eine Menge guten Content, aber... es sind eben Privatleute, die dort schreiben. Darunter gibt es einige, die wirklich Ahnung haben und deren Analysen Hand und Fuß haben. Und es gibt auch Leute, bei denen hat man das Gefühl da kommt immer wieder nur heiße Luft. Für mich sind die Artikel auf Seeking Alpha lediglich Impulse und Denkanstöße - genauso wie die Leser dieses Blogs meine Artikel.

      Was den genannten Artikel zu Bausch Health angeht, habe ich da mehrfach versuchen müssen, den Ansatz des Autors nachzuvollziehen. Finde ich sehr optimistisch. Er geht davon aus, dass die abgespaltene Einheit Bausch & Lomb fast alle BHC-Schulden mitnimmt und bei BHC nur rund 10% des aktuellen Schuldenlast verbleibt. Er leitet dies aus einigen Annahmen ab: was B&L als Business wert wäre verglichen mit einigen Wettbewerbern und welche Schuldenlast das rechtfertigen würde. Danach nimmt er sich die "Rest-BHC" vor, die er als annähernd schuldenfrei bezeichnet und die dann nur noch ein reines Pharma- und Forschungsunternehmen ist. Und bewertet dies entsprechend höher, kalkuliert ein, dass einige Produkte aus der Pipeline gut einschlagen und blickt ein paar Jahre in die Zukunft. Und dann kommt er auf einen Wert von $80 je (neuer) BHC-Aktie. Also am Ende der Transformation/Abspaltung, der Schuldenübertragung und einiger operativer Erfolge der fortgeführten Unternehmensteile.

      Zu bedenken ist allerdings, dass die Gläubiger der Schulden zustimmen müssen (!), dass die Schulden übertragen werden. Und die werden sich das genau überlegen, ob sich hierbei ihr Risiko vielleicht erhöht und sie daher irgendwelche Zugeständnisse einfordern.

      Um es klar zu sagen: es kann genau so passieren, wie der Autor es sich ausmalt. Über einen Zeitraum von einigen Jahren hinweg. Dazwischen liegen aber einige größere Unwägbarkeiten, wie mindestens eine US-Präsidentschaftswahl und dabei geht es immer um die hohen Medikamentenpreise. Jeder Kandidat verspricht, die zu senken. Gelang bisher eher nicht so, klappt aber vielleicht doch mal. Sorgt zumindest für Unruhe und Unsicherheit.

      Ich denke, der Artikel zeichnet ein "Best Case-Szenario". Das kann eintreffen. Oder auch nicht. Vom Grundtenor teile ich die positive Auffassung; allerdings sehe ich bei BHC nichts, was zum sofortigen Einstieg drängt. Denn die Spin-off-Pläne sind noch ganz jung, das wird frühestens in 2021 stattfinden. Und solange die Konditionen nicht klar sind, ist das eine Black Box. Insofern ist es schwierig, dies adäquat einzupreisen. Grundsätzlich sind die Überlegungen aber positiv und sollten auf mittlere und lange Sicht wertschöpfend sein. Wie lange man als BHC-Aktionär hier geduldig bleiben muss, kann ich nicht abschätzen. Wird aber wohl kaum ein Sprint werden...

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  29. Die Beobachtungsliste hat eine in meinen Augen sehr hohen Fluktuation. Gilt dasselbe auch für die Werte in Deinem Depot und ist das mit einer langfristigen Strategie (buy and hold) vereinbart?

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    1. Die Antworten auf Deine Frage stehen direkt unter der Tabelle mit den Werten.

      Zitate daraus: "Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

      Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

      Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und stelle meine TOP 10 vor.
      "

      Auf der Beobachtungsliste finden sich die Werte, über die ich hier im Blog schreibe und die ich dann für interessant/aussichtsreich genug erachte, dass ich sie auch künftig begleiten möchte. Es ist kein Musterdepot.

      In der Transaktionliste (hier klicken) verlinke ich die Artikel mit meinem Investmentcase und auf mit dem Grund, weshalb ich die Aktie nicht mehr interessant (genug) finde.

      In den Investor-Updates (hier klicken) findet man die vierteljährlich Top-Werte aus meinem Depot mit ausführlichen Erläuterungen. Für manche ist das nicht interessant genug, weil viele TOP-Werte über längere Zeiträume gleich bleiben (Buy & Hold), auch wenn die Gewichtung/Position mal schwankt.

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  30. Hallo Michael,
    erst mal vielen Dank für deinen Seite, immer wieder sehr interessante Beiträge zu finden.
    Außerdem würde mich deine aktuell Einschätzung zu Unternehmen Aurelius interessieren. Sie sind ja in der Corona Krise doch sehr stark unter Druck geraten.
    Grüße
    Holly

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    1. Moin Holly,
      zu Aurelius habe ich seit einem halben Jahr keine veränderte Meinung. Die Industriebeteiligungen von Aurelius gehen durch eine harte Zeit und da man ja überwiegend in Sondersituationen und/oder Restrukturierungen investiert, ist es gut möglich, dass nicht alle von denen überleben werden. Aurelius hat allerdings solide Cashreserven, um ggf. ihre Beteiligungen stützen zu können, aber das macht natürlich nur Sinn, wenn sie auch eine mittelfristige Überlebensperspektive haben. Die Streichung der Dividende stärkt die Cashbasis zusätzlich, enttäuscht allerdings auch viele Anleger, die von den üppigen Ausschüttungen der letzten Jahre verwöhnt waren.

      Andererseits bieten sich natürlich auch auf der Übernahmeseite neue Chancen; inwieweit Aurelius hier aber zugreifen will, hängt sicherlich auch von ihrer internen Einschätzung zur Liquiditätslage ab und ob sie sich ggf. Zugang zu externen Finanzierungen sichern kann.

      Die letzten Teilverkäufe dürften aus meiner Sicht kaum attraktive Renditen eingefahren haben, sondern eher in die Kategorie Schadensbegrenzung fallen. Home Office Europe wird weiter gestutzt und ich bin mal gespannt, was am Ende übrig bleibt (vielleicht nur Viking Deutschland?) und wie werthaltig das dann noch ist.

      Ich denke, Aurelius wird auch in den nächsten Monaten nicht (wieder) zu einem Börsenliebling werden. So eine Wirtschaftsphase ist nicht die Paradezeit für Beteiligungsgesellschaften.

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  31. Hallo,
    bereust du deinen "Ausstieg" aus der McCormick Aktie nicht ein wenig?
    Es läuft doch ziemlich gut, wenn man sich den Kurs ansieht.

    Gruß aus Bayern
    Joe

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    1. Moin Joe, McCormick habe ich ja Ende Januar aussortiert und nun steht die Aktie gut 10% höher. Das Unternehmen schlägt sich ganz gut, sogar besser als von mir erwartet. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie es nach Corona aussehen wird. Rein vom Kursverlauf ärgere ich mich nicht, da ich ja in andere Werte investiert habe und aktuell über 15% im Plus liege verglichen mit Ende Januar.

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  32. Hai,
    Grenke Leasing macht evtl. "krumme Sachen" (wie gesagt, evtl.)
    Holzaugen seid wachsam...

    VG aus Bayern

    Joe

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  33. Lieber Michael, du hast in diesem Monat bereits einige spannende Unternehmen neu auf die Beobachtungsliste gesetzt. Wie ich dich kenne, wirst du bestimmt eigene Blogbeiträge zu deinen Neuaufnahmen schreiben, sobald du die Zeit dafür findest. Aber vielleicht könntest du hier schon mal kurz deine Entscheidung für Kinsale Capital Group begründen, das würde mich besonders interessieren. Danke schon mal und beste Grüße aus Berlin, Tom

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  34. Sehr geehrter Herr Kissig,

    wie Ihnen von mir bereits per Mail mitgeteilt, bitte ich Sie an dieser Stelle nochmals mit Nachdruck doch zu kennzeichnen, in welchen Positionen Sie long und in welchen Sie short sind. Es ehrt Sie, wenn Sie Betrugsfälle wie Wirecard oder Grenke sowie potientiell minder schwere Fälle wie Aurelius und CoStar aufspüren und Ihre Erkenntnisse mit der Öffentlichkeit teilen. Allerdings erscheint mir der Sinn hinter Ihrer Beobachtungsliste, die neben etlichen Short- ja wohl vor allem auch zahlreiche Long-Positionen enthalten dürfte, nicht allzu verständlich, wenn Ihre strategische Ausrichtung dabei nicht ersichtlich ist.

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    1. Ich investiere nicht in Shortpositionen und die Liste enthält auch keine. Unter der Tabelle habe ich erläutert, worum es bei der Liste geht und bin etwas verwundert, wie man auf „etliche Shortpositionen“ kommen kann.

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    2. Sehr geehrter Herr Kissig,

      vielen Dank für Ihre Rückmeldung und Erklärung.

      Ich war beim Anblick Ihrer Liste davon ausgegangen, dass Sie hier gezielt Bilanztricksereien und andere Unregelmäßigkeiten in Unternehmen analysieren, was diverse der in Ihrer Liste enthaltene Titel ja nahelegen; aus diesem Grunde hatte ich vermutet, dass Sie ein aktiver Shortseller sind. Daher hätte ich eine entsprechende Kennzeichnung und Unterscheidung von Long- und Short-Titeln als sehr sinnvoll empfunden. Ich verstehe nun, dass Sie alle Positionen als long betrachten, und bitte um Entschuldigung für meine falsche Annahme.

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  35. Lieber Michael,

    warum hast du den IAC-Anteil im wikifolio reduziert? Vor einigen Wochen hieß es noch, dass IAC einer der spannendsten Tech-Werte überhaupt sei. Bist du von der Gaming-Geschichte enttäuscht?

    Jetzt gibt es doch ein Nebenwerte Wikifolio. Da ist kein SBF drin. Wundert mich etwas. Kann man das so verstehen, dass im Nebenwerte Wiki nur günstig bewertete Firmen aufgenommen werden?

    Bei den Qualität-Investments bist du wohl eher long und kaufst zu fast jedem Wert.

    Anknüpfend an den Beitrag über mir ist nicht unbedingt auf der Liste ersichtlich, welche Firmen Deine Lieblinge sind. Bei den Artikel auf dieser Seite meint man es herauslesen zu können, aber dann wird doch eine andere Gewichtung im wikifolio vorgenommen.

    Nicht, dass man es zwingend bräuchte, aber der eine oder andere User würde die Lieblinge wohl gerne als erstes kaufen ;-)

    Liebe Grüße
    Martin

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    1. Das Wiki ist noch nicht investierbar. Ich habe es so ausgestellt, wie ich es für attraktiv hielt - da ich grundsätzlich voll investiert bin (im Depot, also auch im Wiki) musste ich ein paar Teilverkäufe vornehmen, um noch weitere Werte aufnehmen zu können. An der grundsätzlichen höher Gewichtung einiger weniger Werte ggü. den anderen hat sich nichts geändert. Eine Abkehr von einzelnen Werten bedeutet dies auch nicht.

      Mein Ziel war nicht, den attraktivsten Einstandskurs im Wiki hinzulegen, sondern die von mir im Depot hoch gewichteten Werte im Wiki zu haben. Wie gesagt, bisher ist ja noch kein Cent Anlegergeld investiert, daher ist der Einstandskurs egal, nur fiktiv.

      SBF ist nicht im Wiki, weil Lang & Schwarz keine Kurse für SBF stellt. habe es zweimal versucht, aber die sagen, solange der Börsenumsatz so gering ist, stellen sie keine Kurse. Und daher kann man den Wert nicht ins Wiki aufnehmen.

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    2. Hallo Michael, warum Du gerade IAC reduziert hast, kommt aus deiner Antwort leider nicht heraus. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Fokussierung in deiner Wiki mit der Zeit abnimmt, d.h. es kommen immer mehr Werte hinzu.

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    3. Ich habe zum Start des Wikis Gewichtungen von 10% oder 5% vorgenommen. Da ich noch ein paar Werte mehr aufnehmen wollte, habe ich die 5%er reduziert auf 3% und zwei, drei weitere Werte aufgenommen und ungefähr gleiche Gewichtungen beibehalten. Was auch mit der starken Korrektur der Techwerte zusammenhing und der einen oder anderen Chance. Wie gesagt, bisher ist das Wiki noch nicht investierbar und aus meiner Sicht wird es erst ab dem Zeitpunkt relevant, wo auch Geld drin liegt. Dann werde ich mich auch zu den einzelnen Werten und/oder Positionsveränderungen äußern. Aktuell hat das für mich noch keine Relevanz, weil es nur Trockenübungen sind.

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