Samstag, 16. Oktober 2021

Kissigs Beobachtungsliste

Meine Beobachtungsliste ist eine Anregung. Sie enthält die Aktien, die ich für interessant und aussichtsreich genug erachte, um sie hier im Blog zu begleiten. Trotz vieler Überschneidungen ist sie weder identisch mit meinem Investmentdepot noch mit meinen Wikis und sie ist auch kein Musterdepot.

▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Beobachtungsliste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
(André Kostolany)
Fakt ist allerdings, dass nicht jeder Mensch zum guten Aktieninvestor taugt; z.B. mangels Zeit, mangels Interesses, mangels notwendiger charakterlicher Eigenschaften (wie Geduld und Coolness in Stresssituationen). Ist nun mal so, muss sich niemand für schämen. Entscheidend ist aber, dass man dies für sich erkennt und dann die richtigen Konsequenzen daraus zieht. Warren Buffett, der wohl beste Investor aller Zeiten, rät für diese Fälle, sein Geld nicht in Einzelwerte zu stecken, sondern kostengünstige Indexfonds (auf den S&P 500) zu kaufen und einfach unberührt im Depot für sich arbeiten lassen. Geht auch...

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und stelle meine TOP 10 vor.


▶ RECHTLICHER HINWEIS NACH WPHG

Viele der in meinem Blog erwähnten Werte halte oder handle ich regelmäßig. Die in diesem Blog enthaltenen Beiträge sind meine persönliche Meinung und stellen weder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar, noch sind sie als Beratungsleistung zu werten. Ich übernehme trotz aller Sorgfalt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen; sie beruhen auf Quellen, die ich für vertrauenswürdig und zuverlässig halte.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass der Handel mit Aktien, Optionsscheinen, Zertifikaten, Optionen und anderen Finanzprodukten mit grundsätzlichen Risiken verbunden ist und zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen kann. Gewinne der Vergangenheit können zukünftige Ergebnisse nicht garantieren.

Für Investitionen, die aufgrund meiner Aussagen getätigt werden, übernehme ich keinerlei Verantwortung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko und sollte sich von einem Bank unabhängigen Experten beraten lassen, inwieweit die vorgestellten Wertpapiere zu seinem persönlichen Risikoprofil passen.

Vor allem Nebenwerte und/oder Aktien in Turnaround-Situationen sind oftmals markteng und weisen daher bisweilen sehr hohe Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen aus (sog. Spreads). Bereits kleinere Orders können daher starke Kursschwankungen auslösen. Hier sollte man daher stets mit Limits agieren!

99 Kommentare:

  1. Hallo,Michael,
    ich überlege meinen Bestand an Aggreko (A1XFZR) aufzustocken, bin aber noch unsicher. Meiner Meinung nach ein einfaches Geschäftsmodell mit temporären Problemen. Eine eher zurückhaltende Einschätzung bei Value&Opportunity hat mich aber verunsichert. Hast du dich vielleicht schonmal mit diesem Wert beschäftigt ? Kannst du eine Einschätzung vornehmen ? Das würde mich dann interessieren.
    Herzliche Grüße
    Maria

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    1. Moin Maria,
      Aggreko kenne ich nur oberflächlich. Die Analyse bei Value and Opportunity habe ich mir angesehen, die wirkt ziemlich stimmig. Insbesondere gibt zu denken, dass das Management selbst davon ausgeht, dass 2015 kein gutes Jahr wird und 2016 noch schlechter. Es stellt sich daher die Frage, weshalb man dann jetzt die Aktien kaufen sollte? Denn ich glaube nicht, dass diese schlechte operative Entwicklung bereits im Kurs enthalten ist - die gerät schnell wieder in Vergessenheit und bei Vorlage der nächsten Zahlen gibt es dann wieder eine negative "Überraschung" und die nächste Abverkaufswelle. Vermutlich ist es ratsam, zunächst einmal abzuwarten, bis das Überangebot nachlässt und die Aktie einen Boden findet. Auf dieser Basis kann man dann schauen, ob Aggreko eine akzeptable Bewertung (für 2016 und danach) aufweist.

      Ein Aspekt, der Aggreko in die Hände spielen könnte, ist das von mir im Blog angesprochene Naturphänomen "El Niño", das wohl in diesem Jahr wieder sein Unwesen treiben wird. Denn Einsatzmöglichkeiten für die Stromaggregate von Aggreko ergeben sich ja vor allem in Kriegs- und Krisengebieten - und die dürften dank "El Niño" zum Jahresende hin weltweit deutlich zunehmen. Das spielt dann Aggreko in die Karten, allerdings erst ab 2016. Hier könnte man also beobachten, wie schlimm "El Niño" wütet und im Wissen, dass dann die Nachfrage nach Aggrekos Generatoren anziehen wird, die Aktien im Vorgriff auf die dann zu erwartenden besseren Zahlen kaufen. Sofern die Bewertung zu dem Zeitpunkt attraktiv ist.

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    2. Ich halte auch folgende Interpretation für möglich, frei nach Kostolany, also eher stimmungstechnisch : Lt. V&O Blog ist die Aktie bei den Analysten schon länger in Ungnade gefallen, vormals Darling-Status, der Kurs dümpelt bereits seit einiger Zeit und jetzt haben viele die Aktie verkauft. Hohe Umsätze, bei fallenden Kursen. Könnte auch eine gute Einstiegsmöglichkeit sein, gerade weil die schlechten Nachrichten ja zu fallenden Kursen geführt haben, könnten diese jetzt eingepreist sein. Es ist halt die Frage, schmerzt es mich mehr, wenn mir der Kurs davonläuft, weil die Ertragssituation sich plötzlich verbessert, was ich eben nicht voraussehen kann, wann das passieren wird ? Oder schmerzt es mich mehr, wenn der Kurs noch etwas fällt, ich aber von dem Geschäftsmodell überzeugt bin und die Verluste dann halt aussitzen muss ?

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    3. So wie ich Dich verstanden habe, sitzt Du die bereits aufgelaufenen Kursverluste bei Deinem Aggreko-Bestand ja ohnehin aus, denn Du überlegst ja, weitere Aktien hinzuzukaufen. Nur zu kaufen, um den Einstiegskurs zu verbilligen, davon halte ich nichts - in absoluten Zahlen macht es die Verluste ja nicht kleiner. Einen Nachkauf würde ich nur empfehlen, wenn man davon ausgeht, dass sich das Unternehmen operativ wieder erholt. Und das Management selbst davon ausgeht, dass das nächste Jahr noch schlechter wird, dürfte die Wahrscheinlichkeit recht hoch sein, dass der Kurs noch weiter fällt. Wie gesagt, sollte El Niño zum ersten Mal in der TV-Berichterstattung auftauchen, könnte dies der Startschuss für bessere Geschäfte in 2016 sein. Und vermutlich ein guter Einstiegszeitpunkt (zumal dann ja auch der Börsenherbst hinter aus liegt, der erfahrungsgemäß ja eher eine unterdurchschnittliche Kursperformance aufweist)...

      Wenn Du allerdings total von Aggreko überzeugt bist und der Meinung, dass es dort ab 2017 wieder aufwärts geht bzw. sie wieder an die alten geschäftlichen Erfolge anknüpfen können, und Du das Geld auch über die Durststrecke dazwischen schon in das Unternehmen zu investieren, dann kannst Du natürlich auch sofort nachkaufen, weil Dir dann die letzten 10 oder 15 Prozent Absacker egal sind.

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  2. Hallo Michael,

    ich schätze deinen Blog sehr! Die Einzigartigkeit an deinem Blog ist m.E. vor allem dadurch geprägt, dass du immer offen und ehrlich bist, deiner Linie immer treu bleibst und selber auch Fehler zugibst. Hinzu kommt, dass du dein Wissen, welches du dir über Jahrzehnte mühsam selbst erarbeitet hast, hier weiter gibst. Dein Ursprungsgedanke für diesen Blog war ja, dass du selber immer wieder daran erinnerst wirst, den Regeln des Value-Investments zu folgen. Genau aus diesem Grund lese ich deinen Blog auch so gerne, da man leider des Öfteren, von den 'Leitsätzen' etwas abweichen möchte, obwohl man sich, wenn man Erfolg haben möchte, einfach daran halten muss. Aber ich denke, es ist einfach menschlich, dass man manchmal anders reagieren möchte, als es uns die Leitsätze von Warren Buffett lehren:).

    Und genau hier habe ich nun eine fundamentale Frage an dich, welche mich schon sehr lange beschäftigt. Gem. Warren Buffett und anderen großen Value-Investoren investiert man langfristig in Werte. Die Kurse, also der Preis ist nur interessant, um zu wissen, wann ein Unternehmen vom Markt unterbewertet ist und wann nicht. Was einem jedoch auffällt ist das Sommerloch. Es gibt ja die alte Börsenweisheit - 'sell in May come back in September'. Wenn man sich mal die Kurse der vergangen Jahrzehnte anschaut, trifft diese Börsenweisheit sehr oft zu. Wenn man jedoch auf Warren Buffett hört, müsste man in unterbewertete Unternehmen investieren, die Aktien liegen lassen, Tee trinken und einfach abwarten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Diese Sichtweise schließt mehrere Jahre ein, d.h. sehr langfristiger Ansatz. Dies ist in meinen Augen auch richtig und so habe ich in der Vergangenheit auch investiert.

    Wenn man jedoch die Börsenweisheit nimmt, welche fast jedes Jahr richtig ist, würde dies heissen, dass man sich im Mai von seinen Anteilen verabschiedet und im September wieder investiert. Das Sommerloch ist zumeist von Korrekturmaßnahmen geprägt. Wie handhabst du das? Verkaufst du Anteile noch vor dem Sommerloch, um die Cash-Quote zu steigern und dann nach dem Sommerloch wieder zu investieren oder beachtest du die alte Börsenweisheit überhaupt nicht? Ich bin wirklich am Überlegen, in Zukunft, zumindest die Anteile im Mai herunterzufahren, die Cash-Quote zu erhöhen und dann erst wieder im September nachzukaufen. Das Problem ist, dass dies an sich, eigentlich kein Value-Investment mehr wäre, da ich die Kursschwankungen ausnutzen würde, obwohl ich auch im Mai vom Wert des Unternehmens überzeugt wäre. Wenn man sich aber die Vergangenheit anschaut, ist das Sommerloch in 3 von 4 Fällen von Korrekturmaßnahmen geprägt.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

    Ps. Es könne auch gerne die anderen Blog-Leser antworten. Habe gemerkt, dass hier ein sehr hohes KnowHow-Niveau herrscht:)

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    1. Moin Stefan,
      diese Saisonalität scheint nur zu passen, denn wenn man sich mal die "fiesen" großen Crashs der letzten Jahres vornimmt, fanden die nicht selten im Herbst statt. Allerdings hätten sie auch zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr stattfinden können (Stichwort Asienkrise), daher verzerren diese Ereignisse das Bild schon etwas nach unten.

      Auch stimmt der früher sicher richtige Spruch "Sell in May and go away - but remeber to come back in September" heute nicht mehr ohne Weiteres, denn die Sommermonate sind schon noch gute Börsenmonate. Heute ist man auch im Urlaub ständig erreichbar, das gilt für alle Marktteilnehmer, das ist also völlig anderes als früher, wo man über die Sommermonate dann von der Börse abgeschnitten war und nicht auf Unvorhergesehenes reagieren konnte.

      Als Langfristinvestor halte ich wenig davon, den Markt timen zu wollen. Damit liegt man meistens schief! Die Unternehmen werden ja nicht schlechter, nur weil der Aktienkurs etwas sinkt. Daher kann ich der Überlegung, aus Timinggründen heraus gezielt Aktien zu verkaufen, nichts abgewinnen. Allerdings braucht man die Saisonalität ja nicht zu ignorieren; man erzielt ja in der ersten Jahreshälfte auch Dividendeneinnahmen und da kann man sich mit Zukäufen ja zurückhalten und auf den - vermeintlich - schwachen Herbst warten. Dann hat man Cash auf dem Konto, um bei einem Kurseinbruch überproportional zukaufen zu können. So trennt man sich nicht aus den falschen Gründen von seinen Unternehmensbeteiligungen und kann dennoch die vermeintlich höheren Zukaufchancen im Herbst nutzen. Und ist man grundsätzlich nicht mehr von seinem Unternehmen überzeugt, dann sollte man sich von seine Aktien trennen. Aber eben nicht aus saisonalen Gründen...

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    2. Hi Michael,

      vielen Dank für deine Antwort. Ja du hast völlig recht, es wäre nichts anderes gewesen, als den Markt timen zu wollen. Und das ist wohl einer der größten Fehler, die man machen kann. Da der Markt überwiegend irrational ist, funktioniert das so nicht. Ich werde in Zukunft versuchen die Cash-Quote im Mai durch die Dividenden und die eigenen monatlichen Einzahlungen zu erhöhen und mich mit Zukäufen ab Mai-September erstmal zurück zu halten und den Markt in dieser Phase noch genauer beobachten. Von dem Wert der Unternehmen bin ich ja weiterhin überzeugt.

      Es ging mir darum, noch mehr Anteile von einem Unternehmen zu bekommen. Wenn man immer zu hohen Kursen verkauft und zu niedrigen einkauft, kann man so nach und nach immer mehr Anteile von dem Unternehmen, welches man langfristig halten möchte, gewinnen. Aber dies läuft zu sehr ins Timing rein, was man kaum bis überhaupt nicht beherrschen kann. Um hier das Risiko zu begrenzen, mach ich also doch lieber den easy Weg, behalten, Cash-Quote aus Dividenden u. Einzahlungen erhöhen, und vor allem 'abwarten'. Falls der Markt dann tatsächlich fällt, freut man sich ja auch:). Anders rum hat man nichts falsch gemacht. Danke Michael, ich wäre da vermutlich wieder in etwas hinein getappt, was zu sehr von den Leitsätzen abweicht, obwohl gerade diese langfristig gesehen so gut wie immer Gewinn versprechen.

      Viele Grüße!
      Stefan

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  3. Hallo Michael,

    auch ich möchte Dir für den tollen Blog danken. Die ein oder andere Unternehmung habe ich nicht zuletzt dank dir ins Depot gelegt.
    Ich persönlich hole mir - mittlerweile - zuerst Investmentideen bei diversen Bloggern und anschließend bewerte ich selber anhand der letzten beiden Geschäftsberichte die Unternehmen.

    Der Hintergrund meines Eintrags ist jedoch nicht nur der Lob für Deinen Blog ;-)

    Ich habe mir via Aktienscreening einige Interessante Unternehmen rausgesucht. Wäre folgende Unternehmung für deine Empfehlungsliste geeignet? Insbesondere die Finanzierungssituation lässt mich grübeln. Chancen sind langfristige niedrige Darlehen (kfw), die den EBIT weiter beflügeln könnten.
    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien/ktg-agrar-se.htm
    http://www.ktg-agrar.de/fileadmin/Dateien/Investor-Relations/Publikationen/2015/150513_KTG_Agrar_GBPflichtteil_Digital.pdf

    Besten Dank vorab und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
    Markus Wilms

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    1. Moin Markus, ich wünsche Dir ein frohes Neues Jahr!

      KTG Agrar habe ich mir vor zwei (oder drei?) Jahren mal genauer angesehen, doch ich habe mich auf kein Investment eingelassen und würde das auch weiterhin eher nicht tun. Im Agrarbereich ist wenig zu verdienen, viel hängt von staatlichen Subventionen ab. Und KTG ist enorm verschuldet, das kann der Konzern kaum aus dem laufenden Geschäft bedienen. So verkaufen de immer mal wieder Land, was ihnen recht hohe Erträge bringt, weil die Preise deutlich angezogen sind und weiterhin anziehen. Nur ist diese Einnahmequelle ja endlich und wenn man nachher die eigenen Produktionsflächen teuer pachten muss, kann man schon an der Nachhaltigkeit dieses Weges zweifeln.

      Das sieht wohl auch das KTG-management inzwischen so und hat nach der Phase des Investierens die Phase des Erntens ausgerufen. Markige Worte. Aber es geht im Kern darum, die Verschuldung und den Schuldendienst deutlich zu senken, weil man sonst irgendwann voll gegen die Wand fährt. So hat man ein Joint-Venture mit Tönnies beendet (wobei man rund 20 Mio. EUR erlöst) und die chinesische Fosun soll bereit sein, mit fast 10 Prozent bei KTG einzusteigen - mit den neuen Mitteln sollen (teure) Altschulden getilgt werden, die per Ende 2014 Netto rund 463 Mio. EUR betrugen. Wie z.B. die 2017 anstehende Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 210 Mio. EUR.

      Ich bleibe skeptisch, ob man bei KTG wirklich in ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell investieren kann und daher lasse ich diese Chance (und die damit einhergehenden Risiken) lieber an mir vorüberziehen...

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  4. Hallo Michael,
    zuallererst möchte ich mich mal für deinen Blog bedanken. Als Neuling im Bereich Aktien schaue ich hier immer wieder interessiert herein und habe das Gefühl, dabei eine Menge über die Bewertung von Unternehmen und das Börsenleben zu lernen, ferner nutze ich deine Empfehlungen auch für eigene Investmententscheidungen.
    Seit einer Zeit gehen mir beim Lesen deines Blogs einige Fragen durch den Kopf, die du mir hoffentlich beantworten kannst.
    Meine ersten Börsenschritte habe ich im Bereich Unterhaltungselektronik gemacht und werde da bspw. in Sony investiert bleiben, da ich als junger Mensch das Gefühl habe, den Zeitgeist ganz gut abschätzen zu können und andererseits bei durchaus stabilen fundamentalen kennzahlen des Unternehmens auch Wachstumschancen (VR, sicht festigende Vorherrschaft im Heimspielbereich bei gleichzeitiger Fokussierung auf diesen Bereich) sehe, während ich den materiellen Investmentbedarf eines solchen Unternehmens auch für mich als Laien als halbwegs durchschaubar empfinde. Weil ich die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich aber als begrenzt ansehe,da viele Aktien ja schon recht hoch bewertet scheinen und bei einem Börsenbeben wahrscheinlich zuallererst die heiße Luft bei den Aktien mit den überirdischen KGV und KBV entweicht, scheue ich mich, hier noch mehr Geld anzulegen und suche nach anderen Investitionsmöglichkeiten, wobei ich mich mich mit deinen Empfehlungen auseinandersetze.
    Die Aktienauswahl auf deiner Empfehlungsliste erscheint ja wie ein bunter Blumenstrauß, also recht wenig spezialisiert, da vermute ich, wirst du trotz dieser Diversifikation als ausgebildeter Experte auch in verschiedenen Bereichen ein gewisses Hintergrundwissen über die entsprechenden Geschäftsfelder der Unternehmen mitbringen. Als eine deiner "Lieblinge" sticht für mich gerade besonders die Deutsche Rohstoff AG als eine Rohstoffaktie hervor, wo ich zwar bärenstarke fundamentale Kennzahlen erkenne, es mir aber so vorkommt, dass man für das Abschätzen eines derartigen Investments am besten VWL studiert haben sollte, um mögliche Risiken und Chancen (Ölpreisentwicklung, Goldpreisentwicklung auch im Zusammenhang mit allen möglichen politischen Entwicklungen) zu durchschauen. Inwiefern setzt du für deine Investments denn eine breite Kenntnis des Geschäftsfelds über die reinen fundamentalen Kennzahlen hinaus voraus? Beispielsweise war ja für dich als Nicht-Biologe der "Burggraben" von Novo Nordisk vermutlich schwierig abzuschätzen.
    Und wie findest du eigentlich diese Unternehmen und wählst sie aus? Viele davon, gerade die mit erheblichem Kurspotential, findet man wohl nicht einfach so im Supermarktregal, wie es bspw Peter Lynch geschrieben hat.
    Und gibt es für dich (ethische) Ausschlusskriterien bei der Auswahl von Unternehmen? Nachdem ich bei der Deutschen Rohstoff investiert habe, musste ich bei weiterem Recherchieren mit Unmut feststellen, dass dort die "horizontalen Bohrungen" mithilfe von Fracking vorgenommen werden, welches ich eigentlich als kritisch ansehe. Da bin ich jetzt sehr ambivalent bezüglich dem weiteren Halten der Aktie.
    Gibt es tiefergehende Literatur neben den populären Werken zum Valueinvesting, die du interessierten Anlegern empfehlen kannst? Würdest du sagen, dass es sich für private Anleger lohnt, sich intensiv mit Grundlagenbüchern der BWL auseinanderzusetzen?
    Das war jetzt doch ein etwas längerer Post mit einigen Fragen, aber vielleicht findest du ja mal die Zeit, die eine oder andere Frage aufzugreifen.
    Viele Grüße Andreas

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    1. Moin Andreas,
      ein wahrlich umfassender Rundritt, den Du da hingelegt hast...

      VWL muss man nicht studiert haben, um an der Börse investieren zu können. Ich denke, man muss eine gute Allgemeinbildung haben und Spezialkenntnisse in eine oder mehreren Bereichen ist sicherlich nicht verkehrt. Eine überdurchschnittliche Bereitschaft, sich Wissen und neuer Erkenntnisse anzueignen, sind durchaus hilfreich. Letztlich muss man bereit sein, Dinge zu hinterfragen, Dinge zu lernen, und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Nur der Meinung anderer Leute hinterherzulaufen, ist nicht ausreichend. Man muss seinen eigenen Verstand einsetzen, denn man investiert ja auch sein eigenes Geld. Entscheidend ist zu erkennen, was man nicht kann, was man nicht weiß, was man nicht versteht. Um diese Bereiche sollte man einen Bogen machen und sich auf die übrig bleibenden konzentrieren. Damit ist man der Mehrzahl der Börsianer schon einen großen Schritt voraus und mächtig im Vorteil. Man muss nicht jede vermeintlich günstige Gelegenheit mitnehmen, man sollte lieber auf die sicheren Sachen setzen. Also die, von denen man überzeugt ist.

      Spezielle BWL-Literatur halte ich nicht für nötig; ein gewisses Grundwissen über Bilanzen und Rechnungslegung, also auch die entscheidenden Kennzahlen für die Bewertung von Unternehmen/Aktien hingegen schon. Reinhold Gagels "Wie man eine Bilanz liest" finde ich gut verständlich, ebenso Nicolas Schmidlins "Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse".

      Zu DRAG und dem Fracking. Ich weiß gar nicht, was alle Leute gegen diese Fördermethode haben. Sie ist erprobt (in Deutschland wird seit mehr als 50 Jahren auf diese Weise Öl und Gas gefördert) und sie ist vergleichsweise sicher. Die Umweltschäden nehmen sich ziemlich gering aus verglichen mit den anderen Arten der Öl- und Gasförderung. Natürlich hat jeder den Fernsehbericht gesehen, wo des Wasserhahn Feuer gefangen hat. Und die meisten Leute kennen nicht die Klarstellung, dass dies nichts mit dem Fracking zu tun hatte. Wenn jedoch jemand der Meinung ist, diese Methode sei grundsätzlich abzulehnen, dann kann und sollte er vielleicht auch nicht in derartige Unternehmen investieren. Das ist ja die Entscheidung von jedem selbst.

      Ich habe keine ethische rote Linie, aber ich investiere nicht in bestimmten Bereichen. Rüstungsaktien sind für mich kein No-go, aber ich kaufe keine Tabakaktien. Krebs (durch Rauchen) verursacht unendliches Leid bei den Betroffenen und die Tabakkonzerne verdienen daran, Menschen Gift zu verkaufen und auch noch solches, das sie süchtig macht. Kein Geschäft für mich. Im Grunde gibt es ja bei allen Dingen im Leben Vor- und Nachteile, Positives und Negatives. Und jeder kann für sich entscheiden, wie er die Schwerpunkte setzt.

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    2. Hallo Michael,
      danke für deine ausführliche Antwort. Dass Fracking hierzulande schon ein alter Hut ist, war mir gar nicht bekannt. Ich werde meine bisherige Position erstmal halten, aber trotz der momentanen Kursschwäche erstmal nichts mehr dazukaufen, weil es für mich schwer abzuschätzen ist, wie schädlich Fracking tatsächlich ist, außerdem der Punkt mit dem Wohlfühlen. Da kommen mir beispielsweise Immobilienaktien durchschaubarer vor und deshalb behalte ich gerade vor allem Patrizia und Publity im Auge. Würdest du sagen, dass du dich als Finanzfachmann mit "Finanzaktien" (Assetmanager, Immobilienhandel, Versicherungen) im Allgemeinen versierter/wohler fühlst als mit Rohstoff- und Technologieaktien, wo Dinge wie technisches Know-How eine Rolle spielen?
      Schöne Grüße Andreas

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    3. Moin Andreas,
      es ist natürlich schon ein Unterschied, ob man in den Weiten Colorados oder Nevadas Fracking betreibt oder im dicht besiedelten Ruhrgebiet mit seinen großen Trinkwasserreserven im Grundwasser. Nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv. Sollte es gelingen, den inzwischen schon sehr geringen Anteil an giftigen Chemikalien vollständig zu ersetzen, wird das in Deutschland die panische Angst vor Fracking nicht lindern, aber objektiv die Methode "annehmbarer" machen.

      Zu Deiner anderen Frage: Buffett nennt das den "Circle of Competence", den man nicht verlassen sollte. Man darf nur innerhalb dieses Kompetenzradius investieren, alles was außerhalb liegt, ist tabu. So stellt man sicher, dass man (viel eher) weiß, was man tut.

      Natürlich habe ich zu einigen Bereichen einen einfacheren Zugang als zu anderen. Ich kann nicht/kaum einschätzen, wie sich bestimmte geologische Formationen auf den Ertrag oder die Kosten auswirken. Ich kann auch nicht einschätzen, wie wirkungsvoll eine Software ist, ob sie am Markt ankommt oder wie leicht es ist, sie einfach nachzuschreiben oder eine noch bessere auf den Markt zu bringen. Hier bin ich auf die Analysen und Einschätzungen anderer Leute angewiesen. Je mehr ich hier lese, um so mehr unterschiedliche Meinungen lese ich und umso besser wird mein Empfinden für das Geschäft. Wenn ich glaube, dass ich eine eigene Einschätzung der Chancen und Risiken vornehmen kann, dann bin ich bereit für ein Investment. Dann muss "nur" noch der Preis stimmen. Erkenne ich jedoch, dass ich nicht wirklich verstehe, was im Unternehmen und seinem Marktsegment vor sich geht, dann darf ich gar nicht investieren! Ich würde ja nur den Kurs kaufen und darauf hoffen, dass der sich in die gewünschte Richtung entwickelt. Den Wert des Unternehmens, absolut und relativ im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern, kann ich dann ja überhaupt nicht einschätzen. Und Value Investing bedeutet das Ausnutzen des Unterschieds zwischen Wert und Preis. Kennt man einen oder gar beide Faktoren nicht, zockt man, aber man investiert nicht.

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  5. Hallo Michael,

    ich verfolge Deinen Blog schon ziemlich lange. Was mich jedoch immer wundert ist: Warum nimmst Du Deinem schlecht gelaufenen Empfehlungen raus (Beispiel WD)? somit hat die Liste den Anschein, dass alle Deine Empfehlungen Volltreffer. So hatte ich die List am Anfang immer verstanden. Aber sicher präsentierst Du eine andere Definition.

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    1. Es geht mir nicht um die Performance. Die Empfehlungsliste ist nur eine Übersicht, welche Aktien ich im Blick und wann ich sie erstmals empfohlen habe. Wenn aber einer dieser Werte, die ich im Blog vorgestellt habe, nicht mehr meinem Investmentcase entspricht, streiche ich ihn wieder von der Liste. Das kann daran liegen, dass sich das Geschäftsmodell geändert hat und mir nicht mehr gefällt, oder weil meine Erwartungen und/oder die des Unternehmens nicht erfüllt wurden, oder weil sich die Lage der Branche geändert hat. Oder schlicht, weil ich mich geirrt habe und mein Investmentcase nicht eintrat.

      Das führt natürlich in der Konsequenz dazu, dass vor allem die Werte dauerhaft auf der Liste bleiben, die meine Erwartungen erfüllen und die sich über die Jahre gut entwickeln. Also die Werte, wo ich - aus meiner Sicht - richtig lag und liege.

      Andererseits habe ich nach relativ kurzer Zeit die Dresdner Factoring wieder von der Liste genommen, weil diese übernommen wurde und ich nach mehrmaligem Nachbessern des Übernahmepreises kein weiteres Potenzial mehr sah. Damals war sie mit fast 200% Kurszuwachs, wenn ich mich recht erinnere, die mit Abstand beste Aktie auf meiner Liste. Und die DRAG hat zwei Jahre lang bei Kursverlusten von über -30% auf der Liste ausgeharrt, weil ich von ihr überzeugt war, weil ich mir sicher war, dass ich mit meinen Überlegungen richtig lag. Nur beim Timing eben nicht, aber das ist auch überhaupt nicht meine Stärke. Bei Western Digtal bin ich zu früh eingestiegen und als sich durch die SanDisk-Übernahme alles geändert hat, konnte ich die Situation nicht mehr einschätzen. Deshalb habe ich WD von der Liste gestrichen. Dass der Kurs sich danach prima erholt hat und sich letztlich wohl mein ursprünglicher Investmentcase doch noch einstellt, ist Pech (für mich). Oder erneut lausiges Timing, wie auch immer.

      Letztlich investiere ich mein Geld in Aktien und ich berichte hier im Blog darüber. Dabei mache ich Fehler und Verluste und erziele nicht immer Gewinne. Auch darüber berichte ich hier.

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  6. Hi Michael,

    was hälst eigentlich von der Susan Levermann-Strategie. Als Börsen-Neuling habe ich nach diesem System die Aktien Eyemaxx Real Estate und Deutsche Lufthansa gekauft. Und bin bisher nicht enttäscht worden. Beide AKtien sind gut im Plus.

    Emil

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    1. Sie scheint zu funktionieren, wobei ich kein Freund eines solchen starren Systems bin. Zu Eyemaxx ist allerdings zu sagen, dass es ein Wikifolio gibt, das nach der Levermann-Strategie vorgeht. Dieses Wiki ist ziemlich erfolgreich und wird gerade ziemlich stark beworben und in der Presse gehypet. Auch deshalb hat es große Mittelzuflüsse (aktuell sind mehr als 36 Mio. Euro in diesem Wiki investiert) und da es Eyemaxx in seinem Bestand hat (mit 12,3% hoch gewichtet), müssen alleine deswegen immer mehr Eyemaxx-Aktien für dieses Wiki gekauft werden. Inzwischen hält das Wiki einen nicht geringen Anteil des gesamten Streubesitzes. Sollte dieses eine Wiki jemals die Eyemaxx-Aktien verkaufen wollen, dann wird der Kurs vermutlich ins Bodenlose abstürzen, weil diese Menge dann gar nicht mehr am Markt platziert werden kann. Ich betrachte das als ziemlich kritisch und diese Problemstellung ist eine meiner größten Kritikpunkte am Wikifolio-System. Beim Kursanstieg freuen sich alle, beim Ausstieg kann es zu einem Crash in der betreffenden Aktie kommen. Und auch alleine dann schon, wenn zu viele Anleger viel Geld aus diesem Wiki abziehen, denn dann werden entsprechend Aktien des Wikis auf den Markt geworfen. Bei Siemens oder Vonovia ist so etwas kein Problem, bei marktengen Werten wie Pferdewetten.de oder Eyemaxx aber schon.

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    2. Vielen Dank für deine fundierte Einschätzung zu Eyemaxx. Dass ein Wikifolio in Eyemaxx investiert ist, war mir bisher nicht bekannt. Die Problematik sehe ich nun auch. Allerdings habe ich zu dem von dir geschilderten Szenario noch eine grundsätzliche Frage: Wenn der Kursverlust nichts mit dem inneren Wert eines Unternehmens zu tun hat - in unserem Szenario entziehen die Anleger einem Wiki-System ihr Vertrauen, dadurch kommt es zu massiven Kursverlusten eines im Wiki stark gewichteten Unternehmens - dann sollte sich der Aktienkurs mittel- bis langfristig doch wieder erholen und steigen. Oder gilt es nicht für marktenge Werte?

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    3. Theoretisch schon. In der Praxis kann das aber lange dauern, weil es ja zu einem massiven Vertrauensverlust der Anleger in die betreffende Aktie führen kann. Nehmen wir an, es gibt nur 1 Mio. Aktien und davon sind nur 10% in Streubesitz. Von diesen 100.000 Aktien hat inzwischen das Wiki die Hälfte im Bestand, weil ihm immer Mittel zugeflossen sind und daher immer weiter automatisch diese Aktien gekauft wurden. Wodurch der Kurs anstieg. Und auch andere Anleger kauften diese Aktie, weil sie sich prächtig entwickelte. Alle sind im Glück. Bis das Wiki verkauft - oder verkaufen muss, weil z.B. massiv Gelder aus dem Wiki abgezogen werden. Also werden nach Gewichtung im Wiki entsprechend Aktien verkauft, auch unser marktenger Wert. Der Kurs fällt. Und nun verkaufen auch andere Anleger außerhalb des Wikis - immer mehr Aktien kommen auf den Markt, dabei gibt es kaum Käufer. Der Kurs fällt stark. Passiert dies nun noch in einer Phase, wo es allgemein an der Börse stärker abwärts geht, werden Anleger auch noch mehr Geld aus dem Wiki abziehen und der Kurs der einen Aktie damit noch mehr unter Druck gesetzt. Es folgt ein sehr starker Kursverlust - und d Anleger immer hinter den Kursbewegungen irgendein Geheimnis und/oder eine Schweinerei vermuten, könnten sie auf Dauer von dieser Aktie die Nase voll haben. Und wenn das Wiki und die ehemaligen freien Aktionäre die Aktien erst einmal nicht wieder kaufen, dann erholt sich der Kurs auch nicht so schnell wieder - egal, ob das Unternehmen fundamental gut dasteht oder nicht. Das Wikifolio-Prinzip ist bei marktengen Titeln ein Raketenturbo - aber in beider Richtungen!

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    4. Herr Kissig , das mit dem Wikifolio ist schlechtweg falsch! Ein Wikifolio ist ein virtuelles Portfolio, welches durch ein, darauf aufgelegtes Zertifikat ( von Lang & Schwarz), abgebildet wird! Wie geagt, das Wikoflio-Portfolio ist rein virtuell und auch für das ( darauf aufgelegte Zertifikat) real handelbare Zertifikat ist es keine Bedingung , auch nur ansatzweise die Werte des Wikifolios zu beinhalten!! Es bildet als Derivat nur den zugrundeliegenden Index ab und geht evtl. auch Absicherungsgeschäfte ein. Das ein Wikifolio große Bestände eines Wertes hat und diese bei Investition vergrößert ist falsch. Wer das glaubt, hat ein Wikifolio und das darauf handelbare Zertifikat schlechtweg nicht verstanden !!!

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    5. Ich behaupte nicht, dass ich die Hintergründe bzgl. Wikifolio komplett verstanden habe. Aber... was ich hier wiedergegeben habe, sind die Darstellungen einiger Wikifolio-Betreiber aus dem Diskussionsboard wallstreet-online. Ich hatte den Eindruck, dass die ziemlich genau wissen, von was sie reden. Daher habe ich diese Auffassung übernommen und sehe sie als Fakt an.

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    6. Ich betreibe selbst ein Wikifolio! Fakt 1 : Ein Wikifolio ist rein virtuell, also nicht real ! Fakt 2: Das zugrundeliegende real handelbare Zertifikat bildet dieses Wikifolio ( diesen Index) ab, ohne notwendigerweise dessen Werte zu beinhalten. Auch das Investitionsvolumen in dem Zertifikat hat keinen Einfluss auf die Positionsgrößen. Ein Zertifikat ist ein Derivat, und dessen Emittenten bilden immer ein entsprechenden Index ab, der durchaus viele, tolle Aktien beinhaltet. Aber das jeweilige Zertifikat beinhaltet diese Werte nicht, meist keinen einzigen, der Emittent sichert sich anderweitig ab!
      Herr Kissig, ich halte viel von ihnen und sie machen tolle Arbeit, aber hier liegen sie einfach falsch.

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    7. Sehr interessanter Artikel zu Wikifolios; auch die Kommentare sind lesenswert. Insbesondere zur Frage, ob Aktien real gekauft werden (was für Nebenwerte bejaht wird).

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    8. Ist ja nicht zu übersehen, dass der Autor neidisch auf den Erfolg mancher Wikifolios ist und versucht sie schlecht zu reden, weil sie besser performen als er selbst. Speziell bezieht er sich dabei wohl auf die Wikifolios von Junolyst, wie man zwischen den Zeilen rauslesen kann. Fakten präsentiert der Autor jedenfalls keine.

      In den Kommentaren geht der Chefredakteur etwas näher auf das Problem der gekauften Aktien ein, liefert allerdings auch nur Vermutungen, dass Wikifolio die Aktien kaufen müsste, um sich gegen Kurssteigerungen abzusichern.

      Wenn denn die Aktien wirklich real gekauft werden proportional zum investierten Kapital und diese Käufe/Verkäufe so einen großen Einfluss auf den Kursverlauf haben, dass sie die Kurse zweistellig nach oben oder unten treiben können, wie der Autor schreibt, dann würde Wikifolio doch einen enormen Verlust dabei machen, wenn z.B. ein Trader eine Position komplett verkauft und beim Verkauf der realen Aktien der Kurs in den Keller geht.

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    9. Tasächlich kauft Lang& Schwarz im Hintergrund die in den Wikifolios gehaltenen Wertpapiere , Quelle: Bericht des Treuhänders.
      https://www.ls-tc.de/de/wikifolio/treuhand-berichte
      Der Bericht unter Godemodertrader trifft somit wohl zu.

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  7. Guten Tag Herr Kisig, wie viel Prozent sollte der Anteil von Turnaround-Spektukationen im Portfolio maximal sein?

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    1. Das hängt natürlich von der eigenen Risikoneigung und von der Erfahrung an der Börse und besonders mit Turnarounds ab. Ich denke, 10% Anteil und daher Totalverlustrisiko kann man verkraften im Depot, bei einem höheren Anteil sollte man sich schon wirklich auskennen. Nicht nur mit den Unternehmen, sondern auch mit den emotionalen Fallstricken an der Börse. Denn die sind für Anleger, gerade bei hoch riskanten Aktien, die größte Gefahrenquelle.

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  8. Guten tag ich bin neu an der Börse und finde deinen Blog echt gut und hilfreich,ich interessiere mich sehr für umicore da ich nur das Unternehmen gefunden habe das aus elektro Müll die Metalle Recyclt und barren zum Verkauf dadurch anbieten. Die EigenkapitalQuote ist bei 40% ich denke das ist vollkommen okay, Jahres Überschuss und Ergebnis pro Aktie steigt auch jährlich an. Da du einmal umicore hattest und etwas dazu geschrieben hast das sie an der Entwicklung von Elektromotoren beteiligt sind und es in dem Bereich allgemein Grade etwas schwierig keiten gibt verkauft haben. Also ich denke das es das Unternehmen nicht schadet da das Haupt Geschäft ja das elektro Schrott und die barren die daraus entstehen das Kern Geschäft sind, würde mich sehr freuen auf eine Antwort da du dich eventuell mehr damit beschäftigt hast vielleicht kennst du ja noch andre Unternehmen mit diesem Geschäfts Modell Recycling von elektro Schrott und die dadurch entstehde barren vertreiben das finde ich sehr gut und auch zukunfts sicher weil es immer mehr elektronische Geräte gibt also Müll und metalle wieder zu verarbeitung gebraucht wird.

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    1. Recycling oder Neudeutsch "Urban Mining" ist ein spannender und aussichtsreicher Industriezweig. Umicore ist hier eines der führenden Unternehmen, Tomra ein weiteres. Bzgl. der Elektrobatterien ist das Hauptproblem, dass es bisher keine Standards gibt, nach denen diese Batterien gefertigt werden. Jeder Hersteller baut sie so, wie sie in sein Auto passen. Daher gibt es auch keine Möglichkeit, sie nachher mit Standardverfahren zu recyclen. Das muss von Hand geschehen und ist dem entsprechend extrem aufwändig und teuer. Solange hier keine verbindlichen Standards vorgeschrieben werden (durch die EU oder weltweit), ist das wenig lukatriv.

      Ein zweites Problem besteht darin, dass die Batteriezellen brandgefährlich sind. Werden sie beschädigt, brennen sie schier unaufhaltsam bei extrem hohen Temperaturen. Daher muss (!) jede Batterie einzeln als Gefahrgut transportiert werden, was auch wieder die Kosten enorm in die Höhe treibt. Daher wird versucht, die Batterien nach ihrem Ableben im Automobilbereich (da wird ein sehr hoher Wirkungsgrad benötigt, da ansonsten die Reichweite zu gering wird) anderen Aufgaben zuzuführen, zum Beispiel als Energiespeicher. Da können sie mit nachlassenden Wirkungsgraden noch einige Jahre weitergenutzt werden, was ihre Umweltverträglichkeit und ihren "ökologischen Fußabdruck" erheblich verbessert. In Bezug auf das Recycling ändert sich hierdurch allerdings nichts.

      Ich denke, dass in diesem Bereich kaum Geld verdient werden kann, solange nicht einheitliche Standards gelten und die Reclingunternehmen sich dann hierauf einstellen und eine automatisierte Bearbeitung/Demontage einführen können. Bis dahin ist jede Investition in diesem Bereich seitens Umicore oder seiner Wettbewerber mit hohen Risiken verbunden und erweist sich ggf. als Fehlinvestition mit dann hohem Abschreibungsbedarf. Für mich daher auf dieser Basis nicht visibel genug für ein Investment.

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    2. Ach so... eine Alternative zu Umicore könnte z.B. Waste Management aus den USA sein. Die sind ja dort der größte Müllverbrennungsanlagenbetreiber, aber auch das größte Recyclingunternehmen. Auch die fahren die Recyclingquote jedes Jahr weiter hoch und verdienen dem entsprechend immer mehr an den wiedergewonnenen Rohstoffen - auch Edelmetallen, z.B. aus Computerschrott und alten Smartphones/Tablets.

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  9. Ahoi Michael,

    ich habe heute mal meine nächsten heissen Kandidaten PNE, SBF und Datagoup angesehen.

    Erste Sichtungen waren bei 30-50% der jetzigen Kurse.

    Meiner Einschätzung nach haben die PNE und die Datagroup ein enormes Potential.
    Bei der Datagroup is der Goodwill Anteil etwas was mir Sorgen bereit, bei der PNE der Staat und die Umsetzung der EEGs der kommenden Jahre, Trassenausbau, Elektromobilität etc.

    Meine Thesen:

    PNE ist mit 4,35 € ca aktuell ordentlich bepreist, es lohnt langfristig ein Einstieg, wenn ich auch erstmal ne Sättigung bei den Investoren auszumachen vermag ( reine Schätzung)

    Bei der SBF wurde seitens der Börse viel reingepumpt und ich ärgere mich, dass ich bei 2,40 € damals nicht rein bin. Aber so recht mag ich an einen Investment Case aka Doppelung innerhalb von 2 Jahren bzw 8 Jahre für nen Ten-Bagger bei stabilen FCFs nicht glauben, auch wenn sie eine stabile Auftragslage haben.

    Die Datagroup KANN für mich in 10 Jahren bei 500 bei 1000 oder bei 0 liegen, ich teile nach vielen Recherchen und Gesprächen mit Mitarbeitern, die Einschätzung, dass sie sehr gut geführt wird, dass man weiss wo man hin will, habe aber Sorge, dass man sich dort bei den nächsten Übernahmen mal "verschluckt".
    Zudem kann ich bei den "IT-Servicedienstleistern", grade nach dem 5-Forces Modell schwer die Konkurrenz wie Bechtle und Cancom nicht klar abschätzen.

    Aktuell würde ich aber bei 55 € ne Position durchaus eröffnen.

    Wie siehst du vor dem unsicheren Wahljahr in Amerika, des konjunkturellen Abschwungs und einer eventuell erneuten Aufflammung von Corona und Überhitzung der eh schon hohen Aktien Bewertungen die aktuellen Nieveaus?

    findest du auch dass man vllt bei Datagroup rein sollte, aber die anderen, ähnlich wie 3U eher nochmal 20 % nachgeben sollten, bevor man sich ne Position aufbaut? Gerade im EE-Bereich hätte ich ( wenn auch eine etwas andere Konzernstruktur) Encavis und die ist von den Tiefs auch wieder erholt.

    Ich habe für mich und meine Ansprüche entsprechend viel fundamentales Research betrieben, allerdings finde ich ist es nochmal etwas anderes, selbst wenn man seine "faire" aktuelle Bewertung der Firmen kennt, die Meinung eines Nebenwerte Investoren wie dir zu hören. als Anregung und Denkanstoss schätze ich die nämlich ungemein.


    Vielen Dank und schönes WE :)

    Grüße, Dagobert

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    1. Bei PNE ist der Trigger für mich, dass man das Windparkportfolio2020 nicht mehr verkaufen will, sondern in den Eigenbestand überführt. Allerdings nicht so, wie ich erst gedacht hatte, nämlich auf einen Schlag, sondern sukzessive. Daher werden sich die positiven Auswirkungen in der Bilanz (und GuV) über einige Zeit hinziehen. Da PNE nicht nur in Deutschland aktiv ist, und hierzulande ja seit zwei Jahren Stillstand beim Ausbau herrscht, dürfte das Negative Deutschland-Szenario weitgehend eingepreist sein. Hier steht eher Besserung an für die nächsten Jahre.

      Bei SBF legen die Aufträge weiter zu und da man mit relativ kleinem Aufwand die Kapazitäten noch knapp verdoppeln könnte, winken hier große Skaleneffekte; also deutlich stärke Zunahmen beim Ergebnis als beim Umsatz. Da die Aufträge über vier Jahre abgearbeitet werden (und erst dann Geld reinkommt), ist der Wachstumspfad für die nächsten Jahre vorprogrammiert. Der zunehmende Auftragseingang zeigt zudem, dass es auch darüber hinaus "mehr" wird.

      Datagroup hat Goodwill durch Firmenübernahmen und durch seine Rechte. Das Unternehmen wächst von Anfang an durch Übernahmen und hat diese fast alle erfolgreich und relativ reibungslos integrieren können. Daher ist davon auszugehen, dass dies auch zukünftig gelingt. Hier einfach nur Zufall oder Glück anzunehmen, dürfte dem Erfolg nicht gerecht werden. Datagroup sehe ich hier eher in einer Position der Stärke, weil sie auch in der Vergangenheit schon Firmen übernommen haben, die in die Insolvenz geschlittert waren. Man hat viele Positionen nicht mehr besetzten können und daher zielt man vor allem auf Personal und Kunden ab, weniger auf neue Technologien. Das SAP-Business schwächelt gerade und man ist seit einigen Jahren sehr stark im Bankenbereich. Hier dürfte sich die Auftragslage eher verbessern, weil der Druck auf die Banken in Richtung digitalem Wandel immer stärker wird.

      Die Präsidentschaftswahl in den USA... abwarten, wie es läuft. Unter Clinton lief die Börse super. Unter Obama letztlich auch. Obwohl beide Demokraten waren und die Börse anfangs skeptisch. Und Trump ist ja nun wahrlich kein guter Präsident; eine zweite Trump-Amtszeit ist der Welt kaum zuzumuten. Da ist Biden aus meiner Sicht wesentlich besser. Zumal er unter Obama Vize war und sich auskennt. Und die Welt kennt ihn.

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  10. Hallo Michael,

    sehr schöner Blog. Bin stiller Mitleser seit geraumer Zeit und freue mich immer über deine Einschätzungen, gerade zu den kleinen Firmen.

    1) Wie kommt es zu dem Sinneswandel in Bezug auf China-Aktien (New Oriental Education)?
    2) Wie hoch ist deine Gewichtung der Nebenwerte beim Einkauf bei den Nebenwerten im Vergleich zu den etablierten US-Werten? Beimischung oder ebenbürtig? Der Börsenpunk empfiehlt eine 80/20 Strategie, aber ein Nebenwert ist nicht automatisch ein Risikowert!?
    3) Woher beziehst du Deine Informationen zu den Nebenwerten (Nebenwerte-Journal, Eigenrecherche, etc.)?
    4) Wie oft legst du nach, z.B. bei einer SBF, die hervorragend läuft, aber weiter steigt?

    Viele Grüße
    Martin

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    1. Moin Martin,
      einen generellen Sinneswandel bzgl. China-Aktien habe ich nicht. Bei New Oriental Education ist es allerdings so, dass die eben in China tätig sind und China ein absoluter Boom-Markt für Online-Bildung ist. Das hat in diesem Fall den Ausschlag gegeben.

      Die Gewichtung von Nebenwerten ist zumeist geringer als die meiner Quality Investments. Wenn man eine zehn Jahre alte Position im Depot hat, mit mehreren hundert Prozent Zuwachs dann kann man mit einer neuen Position kaum auf die gleiche Größe kommen. Des Weiteren hängt es natürlich auch davon ab, wie man die "neue" Aktie einschätzt; ob es eher ein spekulativerer Nebenwert ist oder eine Turnaround-Spekulation. Hier muss man einschätzen, was die richtige/beste Gewichtung ist im Vergleich mit den anderen Positionen im Depot und im Verhältnis zum Gesamtvermögen.

      Aber nein, Nebenwerte sind nicht automatisch Risikowerte. General Motors ging 2008/09 Pleite, die Aktionäre verloren alles. Lehman Brothers als eine der größten Investmentbanken der Welt, ebenfalls. Aktuell würde die Lufthansa ohne Staatshilfe die Segel streichen müssen und General Electric hat die Größe auch nicht gerettet oder die Diversifikation in so viele verschiedene Geschäftsbereiche. Nebenwerte sind zumeist fokussierter auf ihre Branche; das erhöhte Risiko ergibt sich ggf. aus einem (zu) geringen Börsenumsatz, so dass man weder schnell ein- noch aussteigen kann. Was die Positionsgröße dann auch selbst schon beschränkt. Doch das Risiko liegt weniger in dem Status Nebenwert als vielmehr darin, dass man als Anleger genau(er) wissen muss, was man da kauft. Weil man eben nicht wie bei einer Siemens fast jede Positionsgröße sofort und ohne großen Spread abstoßen kann. Ich werte das aber nicht als Risiko, sondern als Qualitätsmerkmal im Hinblick auf den Ausleseprozess (vor dem Aktienkauf).

      Meine Infos beziehe ich u.a. über das Nebenwerte Journal (Abo), aber auch über die HV-Berichte von GSC (kostenpflichtig). Des Weiteren über die Unternehmensnachrichten (finanznachrichten.de, dgap.de) und auch wallstreet-online. Und natürlich aus den Geschäftsberichten der Unternehmen.

      Wie oft ich "nachlege"? Kommt drauf an. Wenn ein Unternehmen "nur" meinem Investmentcase folgt, dann eigentlich gar nicht - sofern nicht Unternehmenswert und Kurs deutlich auseinanderklaffen. Bei SBF zeichnete sich der Turnaround schon länger ab, aber der Kurs zog noch nicht an. Da habe ich aufgestockt. Bei Funkwerk habe ich auch meine Position verdoppelt, als der Turnaround wirklich ins Laufen kam. Aber auch Microsoft habe ich aufgestockt, nachdem Nadella dort angetreten war und seine neue Strategie das Unternehmen wieder nach vorne katapultierte.

      Doch gerade bei den Nebenwerten gibt es oft längere Phasen, wo der Kurs nicht anspringt, obwohl er das sollte. Das muss man einkalkulieren und tolerieren. Der Kurs hat nicht immer Recht, das ist eine dümmliche Annahme. Der Kurs ist nur das Ergebnis der Einschätzung zweier Menschen (oder von Algos) zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er steigt, wenn die Nachfrage steigt - und bei Nebenwerten passiert das oft dann, wenn die Leute auf das Unternehmen aufmerksam werden. Weil sie es vorher nicht auf dem Schirm hatten. Das passiert bei Standardwerten eher selten. Bei Nebenwerten muss man stets die nötige Geduld mitbringen, bis einem der Markt zustimmt. Oder man erkennt, dass man falsch lag (aber das erkennt man nicht am Kurs, sondern daran, dass der Investmentcase nicht "fliegt").

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    2. Wow, sehr ausführlich. Danke!
      Online-Bildung ist nicht meine Branche. Ganz im Gegenteil.

      Mit den richtigen Smallcaps kann man schneller Rendite machen. Bei SBF kam ich auch nur 1x zum Nachlegen. Für meinen Geschmack zog die jetzt sogar etwas zu sehr an in der kurzen Zeit. Die großen Firmen sind gefühlt die sichereren Anlagen, aber eher Langstreckenläufer.

      Das Nebenwerte-Journal finde ich auch gut, allerdings hat man nicht jede Ausgabe seine Wunschunternehmen dabei. GSC ist mir auch positiv aufgefallen. Die Webseite wirkt aber etwas altbacken und ich persönlich finde es dort anstrengend zu lesen. Der Inhalt gefällt mir gut.

      Beate Sander sagt, man solle zwei bis drei Tranchen a 1000 EUR machen. Auch um dasd Risiko zu minimieren. Bei so Durchstarten ist es nicht möglich. Daher kann man auch mal eine Tranche in einem Rutsch anlegen, wenn man von der Story überzeugt ist.

      Mittlerweile muss ich sagen, dass du bei mir die Nr. 1 bist. Stefan Waldhauser war lange Zeit vorne, aber deine Analysen finde ich insgesamt etwas griffiger und kann diese eher nachvollziehen. Mag vielleicht auch an den Unternehmen liegen. In deinem Blog ist weniger Trading. Das kommt wohl durch das wikifolio von Stefan. Bin kein Fan von diesem ständigen hin und her.




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    3. Vielleicht ist für Dich neben SBF auch Funkwerk interessant? Die sind in ihrem Turnaround und der Kursentwicklung gute zwei Jahre weiter als SBF, werden vom markt aber weiterhin sträflich vernachlässigt (auch wenn sie eine der am besten performenden Aktien auf meiner Beobachtungsliste ist).

      Und auch Delignit finde ich spannend; wenn jetzt die Autoproduktion hochfährt, kommt das Delignit sehr zu gute. Und egal welcher Antrieb sich durchsetzt, Benzin, Diesel, E, Hybrid, Wasserstoff, das Thema Reichweite und Gewichtsreduktion sowie nachwachsende/recycelbare Produkte nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Da ist Delignit mit seinen Laubholz basierten Produkten ganz vorne mit dabei, bei PKWs, LKWs, Wohnmobilen, Zügen.

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    4. Funkwerk habe ich auf der Watchlist - wie viele andere Unternehmen. Ist schon stark gestiegen. Ggf. bei starken Rücksetzern. Mit Delignit werde ich nicht warm. Da fehlt mir persönlich etwas die Fantasie.

      Energiekontor gefällt mir noch am besten zurzeit.

      Momentan spare ich. Möchte jedoch vermehrt in Highflyer investieren, wo es mindestens eine Verdoppplung gibt.

      Würde wohl eher bei SBF-Rücksetzern nochmal nachlegen als bei Funkwerk neu einzusteigen. Möchte weiter in aussichtsreiche Firmen investieren, die noch am Anfang stehen, ggf. auch bestehende Firmen im Depot nachlegen. The Trade Desk ist jetzt am ATH, aber wenn die nochmal kräftig fällt, würde ich hier ohne Bedenken nachlegen.

      Viele Werte sind mir zu teuer gerade. Spekuliere auf den Herbst. Es gibt so viele tolle etablierte Aktien, die ich bei Abstürzen nur allzugerne aufsammeln würde.

      Als Investor ohne hohe Cash-Quote war mir dies in der Vergangenheit leider nicht möglich. Jetzt, wo das Depot eine gewisse Größe erreicht hat, kann ich eine höhere Cash-Quote testen. So profitiere ich am Markt von steigenden Kursen, kann aber auch bei sich bietenden Gelegenheiten - im Gegensatz zu früher - darauf reagieren und investieren.

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    5. Jeder muss für sich herausfinden, ob und wie hoch er ggf. eine Cashquote halten will. Ich habe meine jahrelange Praxis geändert, nachdem ich erkannt habe, dass eine üppige Cashquote nicht zu besseren Resultaten führt; im Gegenteil, man verschenkt damit Geld. Weil man sich immer sagt, dass man nachkauft, wenn der Kurs billiger ist, aber wenn er fällt, dann fällt er zumeist aus einem Grund bei dem Unternehmen oder beim Gesamtmarkt und man kauft dann nicht nach - weil zu dem Zeitpunkt die vorherige Sicherheit flöten gegangen ist und man Angst hat, der Kurs könnte noch tiefer fallen. Kannste ausführlich hier nachlesen: "Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?.

      Zu Funkwerk habe ich gerade einen ausführlichen Artikel veröffentlicht - der von Dir benannte Kursanstieg ist nur ein Aufholen des unberechtigten (!) vorherigen Abverkaufs. Man sollte unbedingt den Ankereffekt vermeiden: ganz klassisch passiert der, wenn man einen willkürlichen Punkt als Referenz wählt, also z.B. den Tiefstpunkt einer Korrektur, und dann den jetzigen Aktienkurs damit vergleicht. Ist völlig egal!!! An der Börse wird die Zukunft gehandelt, was gestern war, ist (fast) egal. Bewerte heute das Unternehmen und seine Aussichten in 12, 18, 60 Monaten. Und überlege, was die Aktie dann wert sein dürfte. Und vergleiche dieses Ergebnis (!) mit dem heutigen Aktienkurs. Achte nicht darauf, was der Kurs vielleicht machen wird, ob er morgen steigt oder fällt oder in drei Wochen. Wo wird der Wert der Aktie in 12, 18 oder 60 Monaten stehen? Das ist die entscheidende Frage. Und wenn Du die Aktie heute deutlich tiefer kaufen kannst, dass ist sie ein Kauf. Nicht aufgrund aktueller Börsenschwankungen.

      Und das gilt selbstverständlich nicht nur für Funkwerk, sondern für jede Aktie.

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  11. Die Beobachtungsliste hat eine in meinen Augen sehr hohen Fluktuation. Gilt dasselbe auch für die Werte in Deinem Depot und ist das mit einer langfristigen Strategie (buy and hold) vereinbart?

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    1. Die Antworten auf Deine Frage stehen direkt unter der Tabelle mit den Werten.

      Zitate daraus: "Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht und euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

      Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

      Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben und stelle meine TOP 10 vor.
      "

      Auf der Beobachtungsliste finden sich die Werte, über die ich hier im Blog schreibe und die ich dann für interessant/aussichtsreich genug erachte, dass ich sie auch künftig begleiten möchte. Es ist kein Musterdepot.

      In der Transaktionliste (hier klicken) verlinke ich die Artikel mit meinem Investmentcase und auf mit dem Grund, weshalb ich die Aktie nicht mehr interessant (genug) finde.

      In den Investor-Updates (hier klicken) findet man die vierteljährlich Top-Werte aus meinem Depot mit ausführlichen Erläuterungen. Für manche ist das nicht interessant genug, weil viele TOP-Werte über längere Zeiträume gleich bleiben (Buy & Hold), auch wenn die Gewichtung/Position mal schwankt.

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  12. Hallo Micheal,

    Mir fällt gerade etwas auf. Herzlichen Glückwunscch zum Tenbagger bei Steico.

    beste Grüße Hans-Jürgen

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    1. Danke. =)

      Aber im Grunde sind ja die Werte, die bei "Rendite" 900% erreichen, bereits Tenbaggr - sie haben sich verzehnfacht. MBB war war zwei Jahren der erste Wert, der das geschafft hatte; und aktuell exakt wieder mit 900%. Aber auch Funkwerk und SBF lagen schon über 900% Zuwachs, ebenso Datagroup. Hypoprt lag auf dem Jahreshoch noch knapp drunter. Steico ist also in bester Gesellschaft. ^^

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    2. Das schöne daran, dass es deine Investmententscheidungen aus den deutschen Nebenwerten sind. Es muss also nicht immer Tech (Software) sein.

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    3. Ja, Microsoft mit "nur" 750% muss schon noch etwas Gas geben um da aufzuschließen... ;-)

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  13. Hallo Michael,
    ich habe einige Immobilienwerte in der Liste gesehen. Mich würde deine Meinung zu einem Immobilienunternehmen DEFAMA Deutsche Fachmarkt Aktiengesellschaft interessieren.

    Viele Grüße Jonas

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    1. Moin Jonas, DEFAMA wächst und gedeiht prächtig. Das Fachmarktzentrumskonzept funktioniert mit und ohne Corona. Auf lange Sicht bin ich allerdings skeptisch, ob sich Fachmarktzentren gegen Online-Lebensmittelhändler behaupten können. Ich denke, hier werden Amazon, REWE und Co. irgendwann richtig aufdrehen und es dann nach den Innenstädten auch für die Fachmarktzentren schwierig werden. Bisher liege ich mit meinen Bedenken (die ich schon seit Jahren habe) allerdings nicht richtig, das muss ich anerkennen.

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  14. Hallo Michael,

    ich habe zwei Fragen zu deinem Quality Investments Wikifolio:

    1. Warum hast du IAC zu 106 € im September verkauft und jetzt zu 161 € wieder gekauft?
    2. Warum hast du über 100 Trades seit Beginn des Wikis durchgeführt, wenn du eigentlich gar kein Trader bist? Muss man als Langfristinvestor so häufig die Gewichtungen ändern?

    Danke für deine Antworten und viele Grüße
    Sven

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    1. Moin Sven,
      ich bin stets zu 100% investiert, daher muss ich umschichten, wenn ich einen anderen/ weiteren Wert aufnehmen will. Wenn ich nicht unbedingt 1:1 tauschen will, muss ich bei der einen oder anderen Position Teilverkäufe vornehmen, um das benötigte Kapital zusammenzubekommen. Daraus ergeben sich dann mehrere Trades. Des Weiteren bekommt man bei LuS schlechtere Kurse gestellt je größer das Ordervolumen ist. Wenn man anstelle von 30 Aktien drei mal 10 Aktien verkauft, bekommt man so ggf. bessere Verkaufskurse. Auch das erhöht die Anzahl der Trades "künstlich".

      Zu IAC kann ich nur sagen, dass ich falsch lag. Ich habe den Wert vorübergehend aussortiert, weil mich drei Entwicklungen nicht überzeugt haben: der Einstieg bei MGM, die Entwicklung bei ANGI und die angekündigte Abspaltung von Vimeo. Ich habe zu dem Zeitpunkt wenig Potenzial bei IAC gesehen, zumal auch gerade Techwerte per se nicht angesagt waren. Weil ich das Geld für ein anderes Investment benötigte, habe ich IAC verkauft. Später waren dann mehr Informationen zum MGM-Deal verfügbar und ich habe (da erst) nachvollziehen können, was IAC mit dem Investment wirklich bezweckt (nicht Casinobetrieb, sondern MGM Richtung Online-Casino unterstützen). Ich muss also eingestehen, dass ich mich mit meiner vorherigen Einschätzung bei IAC geirrt habe. Aber dann ist mir der Kurs weggelaufen und ich habe auf einen günstigeren Wiedereinstiegskurs gewartet. Der nicht kam. Also habe ich nun in den sauren Apfel gebissen und zu deutlich höheren Kursen die Position zurückgekauft. Im Nachhinein wäre es aus mehreren Gründen besser gewesen, lieber nichts zu tun und gründlicher nachzudenken.

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  15. Hallo Michael,
    vielen Dank für deine vielen Anregungen hier in deinem Blog, die ich immer neugierig verfolge.
    Ich möchte mein Depot nun etwas 'strum-fester' aufstellen aber gleichzeitig voll investiert bleiben, so wie du. Das führt mich zu meiner Frage: welche deiner Watchlist-Werte siehst du im Falle eines (tech-)Crashes als relativ resistent an? Immobilien mit einer DIC bsp.weise? Mir kommen viele deiner WL-Werte als bisherige Highflyer als ziemlich rückschlags-gefährdet vor. Hast du vor dich etwas konservativer aufzustellen?
    Bin gespannt auf deine Meinung!

    Grüße
    Johannes

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    1. Moin Johannes,
      wenn es zu einer deutlichen Korrektur oder gar einem Crash an den Börsen kommt, dann zählen Fundamentaldaten und Rationalität nicht mehr, dann herrscht Angst und Panik, dann werden alle Aktien gnadenlos abverkauft. Es macht daher nach meiner Erfahrung keinen Sinn, sich im Depot auf jene Aktien zu konzentrieren, die vermutlich nicht einbrechen. Was man stattdessen tun kann, ist auf solche Aktien zu setzen, die sich nach einem Einbruch schnell wieder erholen sollten. Weil zwar ihr Aktienkurs in einem Crash leidet, aber das Unternehmen nicht so sehr. Diese Aktien erholen sich nach der ersten Panikreaktion meistens schnell(er), weil Anleger in diese Unternehmen auch schnell wieder vertrauen fassen und hier ihr Geld investieren wollen - zu den dann günstigeren Kursen.

      Ich kann mich daher nur widerholen: man sollte auf Unternehmen mit soliden Bilanzen, Cashpolster und/oder steigenden Cashflows und stetigen Einnahmeströmen sowie einem ökonomischen Burggraben setzen.

      Welche Aktien von einem Crash profitieren oder besonders leiden werden, hängt darüber hinaus davon ab, aus welchem Grund es einen Crash gibt. Bei Corona sind es die Lockdowns. Bei der Immobilien- und Finanzkrise 2008/09 waren es die Ausfälle bei den Immobilienkrediten, die Hauspreise in den Keller trieben und in der Folge dann die Banken und unser gesamtes Finanzsystem. Keine Krise und kein Crash sind genau gleich. Auch deshalb kann man sich nur bedingt auf sie vorbereiten.

      Momentan dürften ja eher die bekannten Gründe (Corona, Lockdowns) Crashauslöser sein. Mit den bekannten Profiteuren und Opfer unter den Unternehmen/Aktien. Ansonsten hilft es, auf die mittel- und langfristigen Trend zu setzen; unter Berücksichtigung der Qualitätsmerkmale, die ich zuvor genannt hatte.

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  16. Danke Michael für deine Einschätzung! Irgendwie will man es ja immer besser wissen als der Markt und das ist natürlich Blödsinn. Von daher kann ich dir gut folgen, einen Crash auszusitzen, wenn man 'seinen' Aktien/Unternehmen und ihren Geschäftsmodellen vertraut.

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    1. Vielleicht noch einen Gedankengang zur Ergänzung: man denkt ja immer, wenn der Markt crasht, kann ich zur Not ja meine Aktien immer noch schnell verkaufen. Wenn man sich von diesem Gedanken jedoch löst und vorstellt, man habe keine börsennotierten Aktien, sondern wäre über Anteile an einer GmbH beteiligt (die man ja nicht ohne Weiteres so schnell verkaufen kann), kommt man weiter. Nur Aktien kaufen von Unternehmen, an denen man auch GmbH-Anteile kaufen würde, die man nicht verkaufen kann und daher mit ihnen notgedrungen einen Crash (von Börse und/oder Wirtschaft) durchstehen müsste. Fühlt man sich bei den Gedankengang mit seinen Aktien im Depot wohl? Dann hat man die richtigen Werte ausgesucht. Die anderen sollte man noch einmal gründlich hinterfragen.

      Oder mit Buffetts Worten: "Ich versuche nie, mit Aktien Geld zu verdienen. Ich kaufe in der Überzeugung, dass die Börse am nächsten Tag auch für fünf Jahre schließen könnte".

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  17. Hallo Michael,
    eine "dumme" Frage zu deinen Wikifolios....
    Sie sind derzeit bei der Comdirect nicht für einen Sparplan freigegeben..
    Hängt dies (auch) von dir ab? oder müssen LS und Comdirect einig werden...
    Ich habe beide aber würde gerne einen Sparplan für meine Tochter (7J) abschließen.
    Vielen dank im Voraus.
    Daniel

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    1. Moin Daniel,
      ich habe keine Ahnung; aber ich habe mal bei Wikifolio nachgefragt, woran es liegt und ob ich/man ggf. etwas daran ändern kann...

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    2. Moin,
      Ich habe mal bei Diba nachgeschaut...als Ergänzung sozusagen:
      - "Sparplan möglich" ist bei "Kissigs Nebenwerte Champions" nicht gesetzt
      - gekauft werden kann "Kissigs Nebenwerte Champions" über die Börse Stuttgart (Euwax)
      Das kann sich aber jederzeit ändern - also keine Garantie dafür.
      Grüsse Franki

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  18. Hallo Michael,

    kannst du dich noch an Moritz erinnern? Ja, genau er - der Contrarian Investor, der Monat für Monat Hunderte Prozente Performance erzielte und immer die tollsten Investment Ideen hatte. Der Moritz, der deine Investmentideen immer wieder auslachte und mit Arroganz hier im Blog auffiel. Das ist sein Wikifolio:

    https://www.wikifolio.com/de/de/w/wfmoonet12

    Anscheinend hat sich unser Moritz verzockt :)

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    1. Ja, ich hab vor ein paar Wochen auch mal aus irgendeinem Grund sein Wiki angesehen und die Vollkatastrophe dort. Er meinte damals ja, er würde nicht nur sein eigenes Geld investieren sondern auch das fremder Leute. Ich hoffe, dass das Wiki nicht repräsentativ für seine Investments ist.

      Ich hatte mit seinem Investmentansatz weniger Probleme und hätte mich durchaus gerne mit ihm darüber ausgetauscht, aber seine Art, alle Andersdenkenden als Vollidioten hinzustellen, war schon sehr nervig. Aber, das muss ich zugeben, er hat mit einigen Kritikpunkten an mir durchaus Recht gehabt. Er hat mich ja mal als "Kontraindikator" fürs Timing hingestellt und das an Western Digital festgemacht, wo ich wirklich zweimal voll versagt habe. Hat mich gewurmt, weil er Recht hatte. Doch ich habe daraus gelernt, dass ich mit Zyklikern, wie der Chipbranche, nicht so zurechtkomme und mich hier lieber zurückhalten sollte mit Investments.

      Wo ich gar einen Nenner mit ihm fand war bzgl. der Bewertungen. Er hat da gerne mit dem KGV argumentiert, was ich ja per se für eine schlechte Kennzahl halte, und dem Quality Investing konnte er gar nichts abgewinnen. GARP-Investing war nicht seine Welt, sondern alleine Pleitekandidaten, Turnarounds, deren Sarg schon fast komplett zugeschüttet worden war. Da ist der Spielraum für Fehler natürlich sehr gering - wie man an seinem Wiki sieht...

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  19. Hallo Herr Kissig, ich hatte letzte Woche die Frage nach Erfahrungen mit dem Valora Effektenhandel im "GmbH-thread" gestellt. Dort hat niemand geantwortet. Ihre Zustimmung vorausgesetzt würde ich die Frage noch einmal hier platzieren. Schönen Abend M.

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    1. Ich stelle hier die konkrete Frage mal ein: "Da Sie ja im Nebenwerte Bereich sehr aktiv sind: nutzen Sie den Valora Effekten Handel beim Aktienhandel Ihrer GmbH? Falls ja, wie funktioniert das und sind Sie damit zufrieden?"

      Meine Antwort war: "Nein, den Effektenhandel bei/von Valora nutze ich nicht. Ist aber eine interessante Frage, vielleicht hat jemand von meinen Bloglesern hiermit Erfahrungen und teilt sie mit uns? Als Privatperson, oder (für mich) noch interessanter, als Firma/GmbH?"

      Wenn also jemand Erfahrungen mit Valora gemacht hat, bitte gerne hier mitteilen...

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  20. Hallo Herr Kissig,
    inwieweit achten Sie auf die Sektorgewichtung, also wenn Sie einen neuen IT-Wert aufnehmen, reduzieren Sie dann eher einen anderen? Vergleichen Sie z.B. Ihre Gewichtung von Immobilien-Aktien mit einem Index?
    Bei Ken Fisher habe ich dazu einen interessanten Ansatz gelesen. Er meint, dass 70% der Rendite von der Assetklasse abhängen (Aktien/Anleihen/Cash), 20% von der Sektorgewichtung und nur 10% von der Auswahl der einzelnen Aktien. Faszinierender Gedanke.
    Und bei Zeit/Aufwand ist es meistens umgekehrt. Doch am Ende ist es fast egal ob Pfitzer oder Merck, da die Kurse sehr ähnlich laufen.

    Ein weiterer Aspekt: er zeigt, dass Nebenwerteperformance sich historisch auch mit den kleinen Werten des S&P500 erzielen ließ, sodass man eigentlich keine Small Caps mit ihren Nachteilen im Depot braucht.

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    1. Ja, die Sektorgewichtung spielt eine entscheidende Rolle. Ist ja auch logisch nachvollziehbar, denn wenn ein Sektor per se boomt, dann können hier auch die zweit- und drittklassigen Unternehmen erfolgreich sein. Investiert man hingegen in einen kriselnden Sektor, muss man schon den Besten herausgepickt haben, um eine Überrendite zu erzielen. Das macht das Stock Picking natürlich viel schwieriger und fehleranfälliger. Die Grundannahme in der Vergangenheit war, dass sich hieraus auch besondere Gewinnchancen ergäben. Doch das altbewährte Muster funktioniert seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, weil der Technologiesektor unaufhaltsam boomt und auch alle anderen Sektoren "infiltriert". Der "adressable market" wächst also beständig an, weil es immer neue Anwendungsgebiete gibt, während sich immer weniger Lebensbereiche finden, in denen Technologie keine Rolle spielt.

      In meinen vierteljährlichen Investor-Updates gehe ich regelmäßig darauf ein, welche Sektoren ich favorisiere und aus diesen rekrutieren sich dann auch die meisten meiner Investments. Dies ist Teil des Quality Investings, denn die boomenden Sektoren sind prinzipiell höher bewertet als die taumelnden. Man muss/sollte daher bereit sein, für Qualität einen entsprechend höheren Preis zu akzeptieren.

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  21. Hallo Michael,
    schreibst Du oder hast Du mal einen Artikel über Kapitalerhöhungen mit Erklärungen geschrieben? SBF führt jetzt eine durch. Soweit ich das lese, kann man jetzt bis max. in Höhe seines Depotbestands zu 7,95 EUR Aktien erwerben, um eine Verwässerung zu vermeiden. Ich hoffe, ich habe es als Laie einigermaßen richtig ausgedrückt. Wie stehst du dazu, machst du mit?

    LG
    Martin

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    1. Moin Martin,
      zum Thema Kapitalerhöhungen habe ich schon öfter Artikel verfasst. Finden sich unter dem Label "Kapitalerhöhung". Insbesondere die beiden zur DBAG von 13.04.21 und 28.04.21 passen zur Situation bei der SBF, weil es sich bei beiden um eine Bezugsrechtskapitalerhöhung handelt. Allerdings ist die SBF-Aktie viel marktenger und der Mehrheitsaktionär zieht nicht mit - weil ja ein Ziel auch ist, den Streubesitz zu erhöhen.

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    2. Ach so... die Kapitalerhöhung ist natürlich erstmal Kursbelastend. Da sie schon länger im Raum stand, und das in einer größeren Größenordnung von bis zu 35%, hat der Kurs ja schon deutlich gelitten im Vorfeld. Ich gehe davon aus, dass nach Ende der Maßnahme, wenn ihre erfolgreiche Durchführung vermeldet wurde, sich alle wieder auf das Operative konzentrieren und der Kurs dem entsprechend dann wieder seinen Aufwärtstrend fortsetzt.

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  22. Moin Michael,
    magst du noch was zum Thema IAC und dem vollzogenen Spin-Off sagen.

    Wie es aussieht hast Du Vimeo abgestoßen. Zumindest führst Du sie nicht in der Beobachtungsliste.
    Bei vielen Brokern ist die Umstellung sehr spät erfolgt oder aber noch nicht komplettiert.

    1) Daher frage ich mich, ob und wo Du die Vimeo Aktien verkaufen konntest (Broker?).

    2) Des Weiteren noch meine Frage, was du von Vimeo im Allgemeinen hältst? Es ging jetzt kurzfristig erstmal an der Börse abwärts, sie soll ja auch teuer bewertet sein. Normalerweise entwickeln sich die neuen Firmen prächtig. Eine Matchgroup hätte ich gehalten, aber da war ich noch nicht an Bord.

    3) Eigentlich war mein Ziel nur an IAC beteiligt zu sein. Ggf. wäre es schlauer vor einem Spin-Off die Aktie komplett zu verkaufen und nach dem Spin-Off wieder zu erwerben. Es sei denn, die neue Firma haut einen wirklich vom Hocker. Die Steuer muss man natürlich im Blick haben. Gibt es irgendwelche Argumente, die sonst gegen diese Vorgehensweise sprechen?

    LG
    Martin

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    1. Moin Martin,
      meine Beobachtungsliste ist ja nicht gleichzusetzen mit meinem Depot. IACs jüngster Spin-off führt also nicht automatisch dazu, dass ich den Wert auf die Beobachtungsliste aufnehme. Ich bin kein Nutzer von Videoformaten, weder bei YouTube noch sonstwo. Ich tue mich daher schwer damit, Unternehmen aus diesem Sektor "greifen" zu können. Als Teil von IAC war Vimeo nur eine von deren Sparten, wo ich mir die Ergebnisse und Entwicklungen im Rahmen der IAC-Berichterstattung angesehen habe. Als separates Unternehmen müsste hier schon eine tiefergreifende Beschäftigung mit dem Geschäftsmodell, dem Zahlenwerk usw. erfolgen, um so einer eigenen Einschätzung und Bewertung zu kommen.

      Ich habe also IAC weiter auf der beobachtungsliste und Vimeo nicht.

      Bzgl. Deiner "Verkaufe-vorher-Strategie"... Ja, die hat was für sich. Habe ich in meinem Quality Investing-Wiki auch so gemacht mit IAC. Der Spin-off der Match Group hat hier ziemlich viele Fragen hinterlassen (also die Umsetzung in Deutschland und bei Wikifolio), das habe ich mir ersparen wollen. Im Wiki von Stefan Waldhauser ist bisher auch nur die ISN getauscht worden, aber es wurde weder dem Cashkonto Geld gutgeschrieben noch Vimeo-Aktien eingebucht. Dafacto "fehlt" hier also Performance/Geld/Wert. Wie das schlussendlich geregelt wird, falls Vimeo nicht in Deutschland an einer Börse (und bei LuS) gehandelt wird, bleibt abzuwarten. Bei MATCH gab es ja zuvor bereits eine Börsennotierung.

      Bei IAC gehört es ja zum Geschäftsmodell, dass sie kleine digitale Unternehmen aufbauen und dann irgendwann als Erwachsene an die Aktionäre verschenken/übertragen. Dies kann man, so wie Du es beschrieben hast, immer durch Verkäufe vor einer solchen Maßnahme umgehen. Dann fällt natürlich ggf. die Steuer auf die bis dahin angelaufenen Kursgewinne an, dessen muss man sich bewusst sein. Ansonsten spricht aus meiner Sicht nichts gegen dieses Vorgehen.

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    2. Jetzt gibt es auch eine Erläuterung von Stefan Waldhauser zu den Vorgängen um IAC/Vimeo und den Problemen bei Wikifolio bzw. Lang & Schwarz und deutschen Brokern mit dem Spin-off. Einfach mal hier reinschauen.

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  23. Hallo Michael!
    Heute hat das Kartellamt grünes Licht für Vonovias und Deutsches Wohnen Zusammenschluss gegeben. Damit wird der Konzern zu einem der größten (wenn nicht sogar der größte?) Immobilienkonzern Europas. Dadurch sollte doch ein gewaltiger Burggraben entstehen. Hältst du Vonovia noch für einen guten Kauf?

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    1. Also einen Burggraben kann ich bei einem großen Immobilienkonzern jetzt nicht erkennen, wohl aber Synergieeffekte und Größenvorteile.

      Die entscheidenden (negativen) Einflussfaktoren, die aus meiner Sicht gegen ein Investment in deutsche Wohnimmobilienaktien sprechen sind [1.] die anstehende Bundestagswahl mit Rot-Rot-Grün als Bedrohung für Wohnungseigentümer (Stichwort Enteignungen) und [2.] die Energiewende, weil hier die Energiestandards massiv hoch geschraubt werden sollen/müssen für Wohngebäude. Dabei ist möglich, dass auch für Bestandsimmobilien eine Nachrüstpflicht auf hohe Energiestandards kommt (Solarpflicht, Dämmpflicht, CO2-Abgabe uswusf.) und diese Kosten ggf. nicht auf die Mieten umgelegt werden können.

      Ob es so kommt, weiß ich nicht. Aber ich sehe die Gefahr, dass die Entwicklung in diese Richtung laufen wird. Die Beteiligung der SPD und/oder der Grünen an der nächsten Bundesregierung ist ja sehr wahrscheinlich und beide tendieren in diese Richtung(en).

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  24. Müsste dieselbe Argumentation nicht auch für DIC Assets zutreffend sein?

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    1. Ne, bei Gewerbe- und Büroimmobilien sehe ich diese Problematik nicht. Es sind keine Menschen, die dort Mieter sind, bei denen man auf die Tränendrüse drücken kann/muss, weil die Nebenkosten und Mieten einen immer größeren Anteil vom Einkommen aufzehren, sondern es sind Unternehmen und die müssen eben sehen, wie sie klarkommen. Wer sich die Mieten nicht mehr leisten kann, muss eben umziehen. So ist doch die Wahrnehmung und Interessenverteilung. Oder haste schon mal Demonstrationen gesehen, bei denen die Enteignung von Gewerbeimmobilien gefordert, um den Gewerbemietenanstieg zu begrenzen wurde oder Mietendeckel für Büromieten?

      Bei Gewerbeimmobilien entsteht der Druck eher durch die Mieter, weil denen die Kosten zu hoch sind (zB für Heizung). Wir heben keinen Vermietermarkt im Gewerbe-/Büroimmobilienbereich, anders als bei Wohnimmobilien in Ballungszentren.

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  25. Hallo Michael,

    ich frage mich regelmäßig, warum in deinen sich stetig aktualisierenden Beobachtungslisten nie die Sartorius AG (VZ) auftaucht. Gibt es dafür spezifische Gründe?

    Viele Grüße
    Tobias

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    1. Moin Tobias,
      Sartorius ist ein unglaublich erfolgreiches Unternehmen. Aber immer dann, wenn ich es mir genauer ansehe, erscheint es mir deutlich zu teuer. Irgendwie habe ich bisher den richtigen Einstiegszeitpunkt immer verpasst. Aber ich hoffe, dass es mir irgendwann noch gelingt, hier einen Fuß in die Tür zu bekommen (und mich damit wohl zu fühlen).

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  26. Hallo,wie ist deine Einschätzung zu BHP Biliton und Rio Tinto? Hälst du ein Investment in diesem Bereich für zielführend? Was sind die Alternativen ggfs? Zudem bin ich schon lange in Henkel investiert aber leider nicht gerade erfolgreich. Vielleicht kannst du hierzu und zu Unilever,Reckitt, Danone etc. eine Meinung abgeben. Was sind hier deine Favoriten?
    Vielen Dank und ich bin auf die Antwort gespannt.
    😀

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    1. Im Rohstoffsektor habe ich nicht gerade eine große Expertise. Die Unternehmen müssen sehr viel Geld ausgeben, bevor sie endlich die Rohstoffe gefördert haben. Und dann muss gerade der Weltmarktpreis passen, damit sie sie gewinnbringend verkaufen können. Sind die Preise aber niedrig, kann es sein, dass die Minen viele Jahre lang keinen Gewinn abwerfen werden und stillgelegt werden müssen. Die Unterhemmen hängen stark vom Rohstoffzyklus ab und können darauf immer nur sehr langsam reagieren. Daher reizt mich der Sektor nicht so sehr.

      Henkel und Reckitt Benckiser sind im Bereich Reinigungsprodukte tätig, Danone und Unilever überwiegend bei Nahrungs- und Lebensmitteln. Alle zählen zu den defensiven Konsumwerten, von denen man ausgeht, dass ihre Produkte "irgendwie immer" gekauft werden. Das ist auch so, allerdings gibt es eben keine Garantie, dass die Menschen immer die Marken/Produkte eines bestimmten Herstellers kaufen. Kraft Heinz hat hier jahrelang Lehrgeld zahlen müssen mit ihren angestaubten Marken, die man nicht gepflegt hat(te).

      Die Wachstumsaussichten sind begrenzt, da der markt verteilt ist und daher lediglich mit dem Bevölkerungswachstum steigt. Daher versuchen die Unternehmen, durch rege M&A-Aktivität sich besser zu positionieren und ihre Margen zu steigern. Schwierig für die Branche ist der zunehmende Erfolg des Online-Lebensmittelhandels. Bisher konnten sich die Unternehmen mit den Supermärkten einigen und sie bekamen höhere Einkaufsrabatte für aussichtsreiche Regalplatzierungen. Künftig wird der Faktor Onlinekauf wichtiger und dort gelten andere Regeln. Ich bin mir nicht sicher, wie sich das auf die Markenherstellern auswirken wird und ob/wie sie hier die Kurve kriegen.

      Vor einigen Jahren wurden die Aktien wahnsinnig teuer bezahlt, weil Anleger auf die stabilen Cashflows und Gewinne setzten und auf die schönen Dividendeneinnahmen. Inzwischen ist der Reiz verflogen und auch die hohen Bewertungen wirken nicht mehr so attraktiv, weil stetige Cashflows eben auch mit wachstumsstarken Unternehmen erzielt werden können. Wie SaaS-Firmen und/oder Microsoft, Amazon, Apple, Facebook usw.

      Ich finde die genannten Aktien nicht übermäßig interessant als Investment. Kann man im Depot haben, sollte man aber nicht zu viel von erwarten. Mein Favorit in diesem Sektor ist Costco (hier klicken). Die wachsen ordentlich und haben mit ihren "Club-Konzept" ein saustarkes Geschäftsmodell, das seit Jahrzehnten funktioniert. Die Dividendenrendite ist auch attraktiv, wenn man die alle paar Jahre ausgeschüttete Sonderdividende mit einbezieht (die erfolgte im November 2020 und lag bei $10 je Aktie). Ab und zu gibt die Aktie mal ordentlich nach, wie im März, das sind dann immer gute Nachkauf- oder Einstiegsgelegenheiten.

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  27. Moin Michael,

    ich habe Deine Liste "mal wieder" durchgeforstet und bin bei Deinen Fintech-Beobachtungen hängen geblieben.

    Nach L&S war ich auf der Suche nach einer weiteren eventuell noch unentdeckten Aktie.

    Nachdem ich mir Lloyd Fonds und aifinyo angeschaut habe bin ich auf die DEWB gestoßen und konnte es kaum glauben - von daher muss ich bei Dir nachfragen ob ich irgendetwas übersehen habe, oder ob das tatsächlich noch eine weitgehend "unentdeckte" Beteiligungsgesellschaft ist.

    Die komplette Marktkapitalisierung der DEWB wird doch bereits durch den Anteil an Lloyd Fonds abgedeckt, korrekt (und das obwohl Lloyd Fonds auch nicht sooo hoch bewertet ist)???

    Sprich alle drei weiteren Beteiligungen - auf die prozentuale Beteiligung der zwei weiteren Fintechs muss man wohl noch bis zum HJ-Bericht warten (Stableton und Nextmarkets) - gibt es aktuell "umsonst" obendrauf!?!?

    Und das Management hat weitere BEteiligungen noch in diesem Jahr angekündigt???

    Ich hab versucht das Haar in der Suppe zu finden, da es fast zu gut klingt um wahr zu sein wurde aber bisher noch nicht fündig...

    Das macht mich stutzig? Sind wir hier wirklich dem MArkt einen Tick voraus oder habe ich etwas übersehen?

    Danke Dir und viele Grüße

    Tobias

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    1. Moin Tobias,
      Deine Beobachtungen sind korrekt: die DEWB ist deutlich unterbewertet. Allein ihr Anteil an Lloyd Fonds deckt die Börsenkapitalisierung ehr als ab. Allerdings hat sich die DEWB in der Vergangenheit einen gehörigen Abschlag zum inneren Wert auch redlich verdient, weil man mit seinen Beteiligungen notorisch und fortgesetzt ins Klo gegriffen hat. Seit einiger Zeit führt nun das Team von Achim Plate Regie bei der DEWB (und bei Lloyd Fonds) und richtet das Unternehmen neu aus. Noch wird das vom Kapitalmarkt nicht wirklich honoriert, weil wohl die Angst vorherrscht, mit den vorhandenen finanziellen Mitteln Verlustbringer und Wertvernichter einzukaufen (also voll in DEW-Tradition zu agieren).

      Mein Investmentcase setzt hier an, weil ich an die Qualität des Managements und an einen nachhaltigen Erfolg der unaufgeregten, aber zielgerichteten Strategie glaube. Die DEWB ist allerdings ein Microcap mit "verbrannter Historie" und daher werden sich die Erfolge und Kurszuwächse hier nicht über Nacht einstellen, sondern man braucht einen langen Atem. Und muss das Investment immer im Auge behalten, ob die Entwicklung auch wirklich eintritt. Dann winken hier starke Renditen. Aber auch nur dann...

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  28. Danke Dir für Deine Einschätzung.

    Von den Beteiligungen bin ich aktuell begeistert. Gut 5 Prozent bei aifinyo ist jetzt nicht so der Hammer aber alleine Lloyds.

    Und dann nextmarkets - ein Neobroker - jeder weiß wie aktuell diese bewertet werden. Ich hoffe die Beteiligung ist möglichst groß :).

    Bekommen wir einen Eindruck über die Höhe der weiteren Beteiligungen erst im Halbjahresbericht, oder?

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    1. Ja, von der Kapitalmarktkommunikation sollte man bei der DEWB nicht zu viel erwarten... ^^

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  29. Moin Michael,

    Zahlen von hypoport sind da. Ich finde sie stabil, ordentlich aber irgendwas stört mich, kann es nciht verifizieren. Die Aktie läuft nach dem 4xx tief wieder hoch, aber glaubst du an den nachhaltigen Aufschwung auch Kurstechnisch in den nächsten 3-6 Monaten bzw 2-3 Jahren mittelfristig?
    Ausführlicher kommts ja im August, aber bei 12% H1 Steigerung im Umsatz, sehe ich da eher Luft nach oben, denn grade die Monetarisierung im Finanzierungsbereich Privatkunden bei z.B Hausbau ist doch ansich stetig hoch, oder übersehe ich ein Detail? Ich bin nciht mehr ganz sooo bullish für die Aktie. Das Unternehmen sit klasse :) Deine Einschätzung interessiert mich da sehr, vielen Dank.

    Viele Grüße, Dagobert

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    1. Moin Dagobert,
      Hypoport gewinnt weiter Marktanteile hinzu bei Europace. Der Umsatz legt nur leicht zu, da war von bisher anderes gewohnt. Aber das hängt v.a. damit zusammen, dass man seit letzten Jahr auf Projektgeschäft verzichtet und auf wiederkehrende Erlöse setzt. Daher entfallen kurzfristig hohe Umsätze, weil sie entweder gar nicht mehr generiert werden (kleiner Teil) oder auf viele Jahre verteilt werden (größerer Teil). Der Effekt wird sich ab dem zweiten Halbjahr "herauswachsen" aus den Zahlen, weil dann nicht mehr mit Vorjahreswerten verglichen wird, in denen die Projektumsätze noch die prozentualen Zuwachsraten gepusht hatten; mit anderen Worten: ab sofort werden wieder Äpfel mit Äpfeln verglichen und dem entsprechend sieht das Wachstum dann nicht mehr so mickrig aus (Wachstumsrate, nicht das absolute Wachstum).

      Daneben sollten die übrigen Bereiche langsam auch mehr Gewicht bekommen; die sind zwar noch alle in der Investitionsphase, aber da sollten sich langsam erste Erfolge einstellen. Besonders die separaten Zahlen für die Versicherungsplattform dürften interessant werden, da steckt ja das größte Potenzial drin.

      Hypoport ist momentan nicht mehr so ein offensichtlicher "Nobrainer", wie vor einigen Jahren, als sich die hohen Investitionen in Europace auszuzahlen begannen. Aber trotzdem noch ein attraktiver Wachstumswert, bei dem man nicht zu sklavisch auf die Quartalszahlen schauen sollte.

      Nach dem starken Anstieg auf über €600 musste die Aktie erstmal verschnaufen. So langsam bereitet sie den Boden vor für den nächsten Schub. Sofern die Zahlen das rechtfertigen. Und davon gehe ich aus...

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  30. Hallo Michael,

    vielen Dank für den Einblick und die schnelle Antwort.
    Die Thematik mit den recurring revenues hatte ich wohl ausgeblendet und stur auf die Quartalsvergleiche geschaut.
    Merkwürdig, denn in USA mache ich das nichtmal bei Tech-Aktien mit dem Corona-highflyer Jahr, aber gut, dass es dir aufgefallen ist :)

    Ich bleib weiter dabei und verfolge natürlich deinen Blog. Qualität und Fachwissen ist unersätzlich, gerade bei der Finanzbildung. Ich empfehle dich weiter, wo ich kann. Mit Recht. Weiter so. Danke

    MFG Dagobert

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  31. Hallo Herr Kissig,

    was halten Sie eigentlich von IBM als Investment? IBM wird dieses Jahr noch Kyndryl abspalten und es bleibt das Cloud-Geschäft übrig. Ich finde es spannend, dass IBM im Bereich Quantencomputer mitmischt und auch das Geschäft mit den Batterien könnte auch spannend werden: https://energyload.eu/stromspeicher/forschung/ibm-daimler-meerwasserbatterie/

    Viele Grüße aus Oberfranken

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    1. IBM gefällt mir nicht besonders. Seit Jahrzehnten wird man von Wettbewerbern abgehängt und verkauft dann das bisherige Kerngeschäft, um auf die vermeintlich attraktiveren Geschäftsbereiche zu setzen. Aber das klappt irgendwie auch nie wirklich. Nun wird mit Kyndryl erneut das verbliebene Kerngeschäft ausgemustert und man setzt auf die Cloud - also eigentlich hauptsächlich auf die "nur" zugekaufte Red Hat. Aber man ist hier kein First Mover und hat keinen signifikanten Burggraben; der Markt ist stark umkämpft und es gibt viele starke Wettbewerber, Tanker und auch Schnellboote.

      Damit IBM ein gutes Investment wird, müssen zwei Dinge vorliegen: (1.). muss "Big Blue" zu einem erfolgreichen und profitablen Wachstumsunternehmen werden und diesen Kurs nachhaltig beibehalten können. Der Markt "Cloud" spricht dafür, weil er selbst enorm wächst und somit die Chance auf gute Geschäfte groß ist. Aber (2.) müsste IBM auch besser dastehen und mehr bieten, als die vielen Wettbewerber. Nur dann lohnt ja ein Investment in ein Unternehmen, dass seit 25 Jahren schlechter agiert als seine Herausforderer. Ich kann nicht einschätzen, ob die neue IBM deutlich besser ist als die anderen Cloudunternehmen. Und solange kommt ein Investment für mich nicht infrage. Aber... sollte sich der nachhaltige Erfolg abzeichnen und IBM zu einem Cloudpowerhouse werden mit steigender Profitabilität und ordentlichen Wachstumsraten, dann würde IBM für mich interessant.

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  32. Hallo Michael,
    Welchen max. Depotanteil würdest Du einer aussichtsreichen Aktie (in meinem Fall ist es Lang & Schwarz) zugestehen? Gibt es da eine Grenze für Dich bis zu der Du nachkaufst und ein Klumpenrisiko (und entsprechend auch eine Klumpenchance) akzeptierst?
    Gruß
    Martin

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    1. Moin Martin,
      das soll jetzt nicht kloogschieterich rüberkommen, aber bei der Frage ist die Unterscheidung zwischen Aktie und Unternehmen elementar. Die Gewichtung einer Aktie impliziert die Frage danach, welche Kursschwankung man auszuhalten bereit ist. Da habe ich kein wirkliches Empfinden zu.

      Zur Frage, wie hoch ich ein Unternehmen in meinem Depot zu gewichten bereit bin, kann ich mehr sagen. Hier habe ich mit 10% oder 15% gar kein Problem. Bezogen auf ein Anfangsinvestment. Ansonsten halte ich nicht viel von "Rekalibrierung" der Gewichtungen, was auf ein Abrasieren der erfolgreichsten Aktienwerte hinausläuft, um damit die schlecht(er) performenden Aktien aufzustocken. Eine Loserstrategie, wie Peter Lynch warnt: "Du wirst Deine Ergebnisse nicht verbessern, indem du die Blumen ausreißt und das Unkraut gießt". Ich befürworte daher, die Gewinneraktien laufen zu lassen und damit können sie tendenziell auch deutlich höhere Gewichtungen im Depot einnehmen. Das gilt solange, wie ich von dem Unternehmen und seinen mittel- und langfristigen Perspektiven absolut überzeugt bin. Dann bin ich auch bereit, eine Gewichtung von mehr als 25% im Depot zuzulassen, ggf. sogar 50%. Das hängt vom jeweiligen Unternehmen ab.

      Wenn man einen Multibagger im Depot hat und der macht dann 50% aus, dann würde mich das bei Microsoft nicht stören. Bei Netflix schon, da wäre mir 50% Gewichtung deutlich zu hoch, weil Bewertung und Chance/Risiko nicht entsprechend zusammenpassen.

      Viele Leute schwören ja auf Diversifikation. Aber die großen Vermögen wurden dort erzielt, wo Leute (Unternehmer) auf nur wenige oder gar eine Aktie gesetzt haben. Bill Gates mit Microsoft, Jeff Bezos mit Amazon, Plattner und Hopp mit SAP, Arnault mit LVMH usw. Wer zu früh oder falsch diversifiziert, beschneidet auch seine potenziellen Multibagger. Dann kann man sich irgendwann überlegen, nicht doch lieber gleich auf ETFs zu setzen und sich die Recherche zu sparen...

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  33. Hallo, würde es schön und hilfreich finden in der Liste ein Merkmal einzubauen, welche Du aktiv in Deinem Depot hast - vielleicht eine Idee für langweilige Winterabende - würde den Rotwein bezahlen ... Alles Gute

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    1. Das mag interessant erscheinen, wird aber nicht passieren. ;-) Ich habe nämlich wenig Lust, über mein Money Management zu diskutieren, weshalb ich zB aus Sektorgewichtungsgründen eine Aktie aussortiere im Depot. Und genau diese Debatten würden kommen - ich weiß das, weil ich vor vielen Jahren mal eine ähnliche Einschätzung (Kaufen/ Halten/ Verkaufen) zu jedem Wert abgegeben habe ich und dann ellenlange Debatten darüber geführt wurden, weshalb zB Jungheinrich jetzt auf K bleibt, während KION auf Halten gesetzt wurde. Dabei hat diese kurzfristige Einschätzung keinerlei Relevanz für den Investmentcase und die mittel- und langfristigen Aussichten.

      Ich denke, mit meinen viertjährlichen Investor-Updates, in denen ich meine 10 größten Positionen und die Veränderung zum Vorquartal aufzeige, erzeuge ich hier genügend Transparenz. Dazu gesellen sich noch meine beiden Wikis, die man ja tagesaktuell einsehen kann. Die enthalten nicht völlig andere Werte als mein Depot; wenngleich es auch hier keine 100%ige Deckungsgleichheit gibt.

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  34. Hallo Michael,

    IAC befindet sich aktuell im Sinkflug. Hatte mir den Quartalsabschluss und den Brief vom Ceo durchgelesen, konnte aber keine schwerwiegenden Fehler oder so erkennen. Das die bisherigen Plattxormen erstmal weiter ausgebaut - sprich dort investiert werden muss ist klar.

    Was ich auch noch nicht gefunden habe, ist der prognostizierte Verlust im nächsten Jahr, wobei eine Beteiligungsfirma ja durch die Assetbewertung Gewinne/Verluste ausweisen muss.

    Auch hast du IAC aus deinem Wiki verkauft, hat das einen bestimmten Grund?

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    1. IAC hat mal wieder den größten Teil seiner Assets an seine Aktionäre "verschenkt". Das ist Teil des Geschäftsmodells und ein Erfolgsfaktor der Unternehmensgeschichte. Klar ist, dass die neuen Plattformen erstmal wieder eine Wachstumsphase benötigen und damit die Wartezeit für die Aktionäre länger werden könnte. Als nächstes Spin-off gilt ANGI, aber dort hat IAC schon länger Arbeit vor sich, das ist kein Selbstgänger.

      Die neuen Beteiligungen kosten erstmal Geld, weil sie noch nicht profitabel und im Aufbau sind. Das stört mich aber nicht wirklich, denn IAC hat ja das nötige Kleingeld, um dieses Wachstum zu finanzieren. Und die Beteiligung an MGM Resorts war ein echter Glücksgriff, eine "Jahrhundertchance", wie IAC damals sagte.

      Für meinen Verkauf aus dem Wiki gab es zwei Gründe. Der erste Grund ist die Geschichte rund um das Spin-off von Vimeo, das für Wiki-Betreiber äußerst unerfreulich verlaufen ist. Stefan Waldhauser hatte hierzu einen interessanten Artikel veröffentlicht: "Vimeo Spin Off - ein Reinfall für viele deutsche Broker". Bei Match und auch ggf. bei ANGI gäbe es dieses Problem nicht, da beide Aktien bereits an der Börse (und in Deutschland) gelistet sind. Aber es gibt ja bereits Gedankenspiele, dass IAC weitere/andere Töchter abspalten könnte und die haben bisher keine Börsennotierung.

      Der zweite Grund ist schlichtweg Geldbedarf, da ich ja zumeist zu 100% investiert bin und dann ggf. bei anderen Positionen Kasse machen muss. Und da ich beim Cashflow-Monster Alphabet zuschlagen wollte, auch wegen der nochmals forcierten Aktienrückkäufe, musste eine andere Position weichen.

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  35. Hallo Michael,
    da du Biontech auf deine Beobachtungsliste gesetzt hast, eventuell kann ich ja auch dir Mal einen Tipp geben, nicht immer umgekehrt, Sanofi will im vierten Quartal einen " herkömmlichen" Covid 19-Impfstoff auf den Markt bringen, die Studien und Anträge laufen und die Aktie ist von der Bewertung ein Schnäppchen und nicht auf dem Schirm der Anleger, bin auch gerade dabei "näheres zu erfahren", eventuell bietet sich hier eine Gelegenheit.
    LG Thorsten

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    1. Vielen Dank, Thorsten. Sanofi sollte man sich durchaus anschauen, wenn man in die großen Pharmawerte investieren will. Werde ich bei Gelegenheit mal tun.

      Ich habe kürzlich zu BioNTech einen Artikel für den Aktien Report verfasst und werde diesen wohl nächste Woche auch hier im Blog einstellen. Mich hat besonders mRNA-Technologie begeistert und der Corona-Wirkstoff ist "nur" das Vehikel, das BioNTech jetzt so viel Kohle in die Kasse spült, dass sie ihre weitere Forschung der nächsten Jahre durchfinanziert haben - die war eigentlich Richtung Krebs, Tuberkulose, aber auch HIV ausgerichtet. Anstelle von hohen Einmaleinahmen für die beiden Impfdurchgänge dürfte es auch jährlich wiederkehrende Boosterimpfungen hinauslaufen. Das würde für die mRNA-Werte Moderna und BioNTch, aber auch für AstraZeneca oder J&J und ggf. weitere zu stetigen Einnahmen führen, auch wenn ich davon ausgehe, dass die Kosten für den Wirkstoff bei einer Normalisierung der Coronalage sowie der Lieferketten und der Produktion reduziert werden und dann ganz normal über die Krankenkassen abgerechnet werden. Auch könnte die mRNA-Technologie bei den jährlichen ganz normalen Grippeimpfungen Anwendung finden, da sie ihre gute/bessere Verträglichkeit ja nun eindrucksvoll nachgewiesen hat - eben mit deutlich weniger Nebenwirkungen als das bei klassischen Impfstoffen der Fall ist. Hier könnte weiteres Potenzial schlummern, nicht im Milliardenbereich, aber für den stetigen Cashflow, um das Unternehmen nachhaltig zu finanzieren. Der nächste große Boost kommt dann, wenn bei der "eigentlichen" Wirkstoffforschung ein Durchbruch gelingt und ein Wirkstoff zugelassen wird. Das wird aber noch ein paar Jahre dauern, zumal die Zulassungsverfahren ja nur wegen der Coronanotlage kurzerhand ausgehebelt wurden und es Notzulassungen gab; das wird ja bei allen anderen Wirkstoffen nicht mehr der Fall sein.

      Das sind im Wesentlichen die Gründe, weshalb ich in BioNTech investiert und den Wert auf die beobachtungsliste genommen habe.

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  36. Guten Abend Herr Kissig,

    ich stelle mir gerade die Frage, ob man über längere Zeit besser als der Markt abschneiden kann. Ich habe vor kurzen das Buch "Aktien für die Ewigkeit" gelesen. Aus der statistischer Sicht werden daran viele scheitern, aber es gibt für mich auch Gründe, die dafür sprechen, dass ich besser als der Durchschnitt sein kann. Welche Gründe sehen sie dafür? Ich lese schon lange Ihren Blog und finde es an sich spannend, sich mit Einzelinvestments zu beschäftigen. Was halten Sie von dem Buch von Jeremy Siegel?

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    1. Jeremy S. Siegels Buch "Aktien für die Ewigkeit" ist ein Klassiker und jeder Anleger sollte das Werk gelesen haben. Ich hatte vor einiger Zeit mal eine ausführliche Rezension dazu verfasst (hier lesen).

      Ich denke auch, dass die meisten Anleger nicht besser als der Marktdurchschnitt abschneiden werden. Weil sie a) sich nicht genau mit den Unternehmen befassen, deren Aktien sie kaufen, sondern b) lieber der heißesten Empfehlung hinterherlaufen und c) viel zu wenig Geduld haben, wenn die Aktie nicht sofort steigt oder gar fällt nach ihrem Kauf.

      Doch genau das Gegenteil führt um Erfolg! Erst ordentlich informieren und nachdenken und erst/nur dann die Aktie kaufen, wenn man wirklich von dem Unternehmen und seinen Zukunftsaussichten überzeugt ist (so Warren Buffett). Man sollte kurz und knackig erklären können, wie das Unternehmen sein Geld verdient (so Peter Lynch). Man sollte auf Unternehmen setzen, die eine solide Bilanz und/oder hohe und wachsende Cashflows aufweisen (so Ken Fisher) und man muss die Geduld haben, sich die Aktien anhand der fundamentalen Entwicklung entwickeln zu lassen (so Benjamin Graham, Warren Buffett, Peter Lynch, Charlie Munger uvm.).

      Beherzigt man diese Grundsätze, hat man schon vieles richtig gemacht. Und trotzdem wird man so nicht nur Outperformer im Depot haben. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn für die Überrendite reichen schon ein oder zwei Multibagger, die dann für das Gesamtdepot die Outperformance einspielen (so Peter Lynch). Und wenn man diese super Gelegenheiten vor sich hat und von ihnen überzeugt ist, sollte man auch eine ordentlich große Position bei ihnen eingehen (so Charlie Munger).

      Im Grunde ist es also ganz einfach. Aber leider scheitern die meisten Anleger daran, weil sie nicht das emotionale Mindset mitbringen und immer wieder gegen eine oder mehrere dieser simplen Regeln verstoßen und so ihre Rendite killen. Und warum? "Value Investing ist der einfachste Weg zum Reichtum, doch nur wenige nutzen ihn. Niemand will langsam reich werden", (so Warren Buffett). Und genau diese Gier, dieser Wunsch, (mit Aktien) schnell reich zu werden, versaut einem die Erfolgsbilanz. Daher sollte und muss man ständig an sich arbeiten, aus seinen Fehlern lernen und dadurch besser werden (so Charlie Munger). Dann klappt's auch mit der Überrendite - nur eben nicht sofort und nur auf lange Sicht.

      Also alles ganz einfach, aber nicht simpel (so Warren Buffett).

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  37. Hallo Michael,
    hast Du eine Auflistung der Watchlist strukturiert nach Quality und Nebenwerte oder kann man diese Info aus Deiner oben zitierten Liste indirekt entnehmen, z.B. anhand der Kapitalisierung des Werts? Und wenn ja, ab bis zu welcher Kapitalisierung würdest Du von einem "Nebenwert" sprechen?
    Vielen Dank im Voraus und Grüße
    Konstantin

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    1. Nein, ich unterscheide auf meiner Beobachtungsliste nicht zwischen Quality Investments und Nebenwerten, sondern lediglich zwischen deutschen und internationalen Unternehmen. Sonderrubriken führe ich nur für Turnaround-Spekulationen, die aber im Erfolgsfalle in die beiden anderen Kategorien wechseln, wie Funkwerk oder SBF, und ganz neu eine Rubrik für (kleine) Fintech-Spekulationen.

      Anhand des Börsenwerts ist ein Quality Investment nicht festzumachen, sondern ausschließlich anhand der entsprechenden Qualitätskriterien. Die können sich bei Großkonzernen ebenso finden wie bei eher unbekannten Hidden Champions.

      Die Einstufung als Nebenwert ist keine feste, sondern eher fließend. Nach der DAX-Reform würde ich nun sagen, dass alle Werte in Deutschland, die nicht DAX-Mitglied sind (oder es auf eine entsprechende Börsenkapitalisierung ab €10 Mrd. bringen), zu den Nebenwerten zählen. Also MDAX abwärts. Im Grunde macht es nun keinen Sinn mehr, zwischen MDAX und SDAX zu unterscheiden. beides sind Nebenwerteindizes und ich denke, dass hier mittelfristig eine weitere Reform ansteht.

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  38. Hallo Herr Kissig,

    ich würde mich sehr über Ihre Einschätzung über Bilfinger interessieren. Kurs zum Buchwert, Dividende 17 Prozent, KGV 12. Ubernahmephantasie. Wo ist der Haken, dass es diese Aktie noch so günstig gibt? Vielen Dank im voraus für die Antwort.

    Gruss
    Mario

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  39. Hallo Herr Kissig,

    da Sie sich als Kenner deutscher Aktien und vor allem von Nebenwerten profiliert haben, würde es mich interessieren, ob Sie sich schon mal mit Binect (der ehemaligen Max21) beschäftigt haben. Nach der düsteren Vergangenheit scheint sich da ein gelungener Turnaround anzudeuten. Auf solche Werte haben Sie ja desöfteren auch ein Auge geworfen.

    Dank und Gruß

    J. Rothmund

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    1. Das ist richtig, ich habe Binect auf der erweiterten Watchlist, mehr aber bisher noch nicht.

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