Mittwoch, 17. Dezember 2014

Mein Gastbeitrag zum Value Investing im "Sachwert Magazin"

In der aktuellen Ausgabe 1/2015 des "Sachwert Magazin" ist ein Kommentar von mir zum Thema "Value Investing" abgedruckt worden - neben so illustren Experten wie Prof. Max Otte und Folker Hellmeyer (der übrigens wie ich aus der schönen Stadt Wedel im Westen Hamburgs stammt und ebenfalls am Johann-Rist-Gymnasium Abitur gemacht hat, wenn auch etwa 10 Jahre vor mir).

Intelligent investieren am Aktienmarkt: Value Investing

Value Investing ist simpel. Aber nicht einfach. Diese Wahrheit stammt von Investmentlegende Warren Buffett und sie bringt das Dilemma auf den Punkt: das Grundprinzip des Value Investings ist nicht schwer zu verstehen, aber es anzuwenden, seine Elemente richtig umzusetzen, hingegen schon. Denn sie prallen auf das menschliche Verhalten und das ist (leider) völlig anders konditioniert, als es für Langfristanleger gut ist.

"Good business, good management, good price".
(Warren Buffett)

Dies sind die drei Kernelemente, die passen müssen für ein gutes Investment. Im Prinzip ist das schon alles.

Good Business
Als Aktionär erwirbt man nicht bloß Aktien, man beteiligt sich an einem Unternehmen. Daher ist es entscheidend, dass dieses über ein erprobtes Geschäftsmodell verfügt, am besten über eine monopolartige Marktstellung und/oder eine Wettbewerbsposition, die Konkurrenten nicht oder nur schwer einnehmen könnten. Und es muss damit gute Geschäfte machen, also eine anständige Eigenkapitalrendite aufweisen, wobei stetig steigende Dividendenausschüttungen ebenfalls positiv zu werten sind.

Value Investoren setzen auf Fakten, auf Unternehmenszahlen, nicht auf Stimmungen und Meinungen, die an der Börse kursieren. Die Psychologie treibt die Kurse kurzfristig, aber langfristig machen die unternehmerischen Erfolge den Kurs(anstieg). Denn der innere, der faire Wert des Unternehmens liegt in seiner Substanz und seiner Ertragskraft begründet, nicht in seinen PR-Meldungen.

Daher ziehen Value Investoren Bewertungskennziffern zu Rate, um ein Unternehmen zu bewerten: Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Umsatz-Verhältnis, Kurs-Cashflow-Verhältnis, Kurs-Buchwert-Verhältnis, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote.

Good Management
Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte! Wenn ein Unternehmen von windigen Leuten geführt wird, kann es durchaus erfolgreich sein. Aber wenn diese Manager bereit sind, Kunden über den Tisch zu ziehen, haben sie wohl auch keine Skrupel, dies mit ihren Aktionären zu machen. Die Presse ist voll von Abzockgeschichten an der Börse. Daher ist es unerlässlich, nur auf Unternehmen zu setzen, die von ehrlichen und fähigen Managern geführt werden.

"Ein gutes Unternehmen, zu teuer bezahlt, ist ein schlechtes Investment".
(Roland Könen)

Good PriceUnd zu guter Letzt muss der Preis stimmen, zu dem man die Aktien erwerben kann. Denn nur wenn man die Aktien deutlich unterhalb ihres fairen Werts kaufen kann, wird daraus ein gutes Investment. Manchmal muss man viele Monate warten, bis der Aktienkurs eines Unternehmens auf das gewünschte Niveau fällt, bevor man einsteigen kann. Dies kann durch eine vorübergehende Unternehmenskrise, eine schlechte Meldung, verhagelte Quartalszahlen oder eine allgemeine Marktpanik eintreten - wichtig ist, dass man geduldig auf den richtigen Moment zum Einstieg. wartet. Zuschlagen, wenn die "Sicherheitsmarge" zum fairen Wert groß genug ist, und das Risiko eines Fehlgriffs entsprechend gering. Denn Buffetts Regel Nummer eins lautet: "Niemals Geld verlieren!".

Der Autor Michael C. Kissig schreibt als Experte für Value Investing für intelligent-investieren.net.

Kommentare:

  1. Früher hat Warren Buffett sicherlich viele Aktien unterbewertet gekauft. Aber als er Coca-Cola 1989 kaufte, war es nicht mehr Value Investing. Denn die Aktie war mit KBV 4.8 zu teuer. Doch die Ratios KGV 14.5, KUV 1.8 und KCV 12.3 waren noch passabel.
    Falls Warren Buffett einmal auch die Aktie Wrigleys gekauft hat, davon gibt es nur wenig zu lesen, da war schon vielleicht KGV 35 und sie war extrem teuer.
    Ein bekannter deutscher Value Investor meint, dass Value Investing die Aktien Berkshire Hathaway zu kaufen bedeutet. Das ist falsch, denn die Aktie ist mit KGV etwas zu teuer und hier ist kein Dollar für 50 Cents zu haben. Dazu noch, ganz egal wie die Aktie BRK-A 1970-20014 wuchs, es ist eine dumme Investition, nur wenig besser als Gold, denn die Aktie BRK-A bietet keine Dividende. Die Aktien BRK-A ohne Dividenden sollen nur dazu dienen, dass Warren Buffett der reichste Mann der Welt wird. Deswegen besitzt er 30% davon. Der Aktionär hat davon Profit nur einmal, wenn er die BRK-A Aktie verkauft. Doch ein intelligenter Investor braucht von seiner Investition Profit in jedem Jahr, deswegen darf er nie in BRK-A, BRK-B oder ins Gold investieren. Das sollten noch die berühmten deutschen Value Investoren lernen.
    Dem Warren Buffett darf man gar nicht trauen. Er lässt sich bestechen von einer krummen Investmentbank mit 10% Dividende, er besitzt die Aktien einer krummen Ratingagentur, er lügt, dass Bernanke FED alles richtig macht. Total verdorben ist Warren Buffett von seinen Milliarden und er will immer mehr und mehr davon haben. Deswegen will er die Armen oder kranken erst nach seinem Tod unterstützen. So lange Warren Buffett lebt, versucht es noch, der reichste Mann der Welt zu werden. Auch seine Frau hat ihn wegen dem ewigen Mammon verlassen.
    Welt zu werden. Auch seine Frau hat ihn wegen dem ewigen Mammon verlassen.
    Also nicht mehr alles von Warren Buffett schlucken, sondern kalt bleiben und kritisieren! Denn „Hinter jedem großen Vermögen ein Verbrechen steckt.“ Damit die Einen Milliarden besitzen können, müssen die Anderen verhungern.

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    1. Deine Abneigung gegen Warren Buffett ist schon etwas befremdlich, immerhin ziert Deine Website ein auffälliges Banner mit seinem Konterfei. Aber nun gut...

      Weißt Du, was Buffett über Aktieninvestitionen sagt? Man solle nicht versuchen, damit Geld zu verdienen, sondern sich für seinen "normalen" Lebensunterhalt einen richtigen Job suchen. Man dürfe sich nicht davon abhängig machen, dass die Investitionen immer zum richtigen Zeitpunkt Geld abwerfen würden. Dein Ansatz eines stetigen Geldstroms als Einkommensersatz bzw.- -ergänzung ist nicht sein Ansatz. Ihn deshalb so zu verteufeln, wie Du es tust, finde ich abwegig.

      Im Übrigen macht Buffett selbst keinen Hehl daraus, dass er nicht mehr strikt nach Benjamin Grahams Methode investiert. Seit er Charlie Munger getroffen hat, hat sich sein Ansatz verändert vom reinen (Under-)Value Investing hin zum Quality Investing. Und wenn man sich seine Erfolge ansieht, gerade der mit Sea's Candys oder Coca Cola, dann sind die beeindruckend und haben ein Zig-faches an Kursgewinnen und Dividenden eingebracht, als Buffett einst in die Unternehmen investiert hat. Und der reine Ansatz von Graham hatte auch keine Komponente eines Burggrabens. Diesen "Moat", auf den Buffett so sehr setzt. Ein Geschäftsmodell, dass nicht einfach mal eben so kopiert werden kann bzw. eine Marke, ein Image, das das Unternehmen von den anderen deutlich abhebt und ihm eine Preisfestsetzungsmacht verleiht. Wie bei Coca Cola. Wie bei Apple. Wie bei Starbucks. Wie bei Nespresso (Nestlé). Wie bei Fielmann. Diese Marke, diesen Wert, wird man kaum einmal zu Ausverkaufspreisen bekommen, also nie zum reinen Value-Preis mit einer Sicherheitsmarge von 20% oder noch mehr zum "inneren Wert". Diese Unternehmen werden immer bewertungstechnisch teurer sein, als andere. Die Kunst des Quality Investings ist, herauszufinden ob diese Markt- und Markenmacht fortdauert und ggf. sogar noch ausgebaut werden kann. DANN liegt hier möglicherweise ein interessantes Investment vor.

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