Montag, 23. Februar 2015

Börsenweisheit der Woche 08/2015

"Die Liste der Eigenschaften, die man als Anleger haben sollte, umfasst Geduld, Selbstvertrauen, gesunden Menschenverstand, Leidensfähigkeit, Offenheit, Hartnäckigkeit, Bescheidenheit, Flexibilität, die Bereitschaft Fehler einzugestehen und die Fähigkeit, allgemeine Panik zu ignorieren."
(Peter Lynch)

Sonntag, 22. Februar 2015

Was ist... Bottom-Fishing?

Bottom-Fishing ("den Grund abfischen") ist eine Auswahlmethode für Wertpapiere, bei der besonders stark abgestürzte Wertpapiere auf die Anzeichen einer Bodenbildung hin beobachtet werden, um dann einzusteigen und den erwarteten Wiederanstieg mitzunehmen.

"Greife nie in ein fallendes Messer."
(Allgemeine Börsenweisheit)

Dieser Methode liegt die Annahme zugrunde, dass die Erholung des Kurses der wirtschaftlichen Erholung des zugrundeliegenden Unternehmens vorangeht und sich deshalb am Boden günstige Einstiegschancen finden. Der alten Börsenweisheit "greife nie in ein fallendes Messer" soll dabei insofern Rechnung getragen werden, als dass nicht in den Kursabsturz hinein gekauft wird, sondern erst dann, nachdem sich der Kursverlauf abgeflacht hat und in eine Seitwärtsbewegung übergegangen ist (also einen Boden bildet).

Mittwoch, 18. Februar 2015

Andere Ansichten zum drohenden Aus für Aktienclubs

Vielen Aktienclubs drohe das Aus, warnt "Euro am Sonntag", denn eine erneute Verschärfung der Gesetzeslage drangsaliere die rund 7.000 deutschen Aktienclubs noch weiter und diese könnten die neuen härteren Anforderungen der BaFin nicht mehr erfüllen. Entweder die Clubs nähmen keine neuen Mitglieder mehr auf und schrumpften, oder sie würden wie Kapitalanlagegesellschaften behandelt mit entsprechenden Auflagen und horrenden Kosten- und Prüfverpflichtungen. Dabei lägen die Vorteile von Aktienclubs auf der Hand. Anleger lernten voneinander und könnten zusammen Fehlentscheidungen Einzelner vermeiden. Stattdessen entschieden sie gemeinsam über Investments und zahlten Geld in ein Gemeinschaftsdepot ein. Überdies mache das Clubleben vielen Freude. Die neue Gesetzeslage drohe nun, die ohnehin siechende Aktienkultur in Deutschland massiv zu beschädigen.

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 4. Quartal 2014?

Value Investor Warren Buffett musste wieder einmal für seine Investmentholding Berkshire Hathaway das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen, ein vierteljährlich vorzulegendes Dokument, in dem er seine An- und Verkäufe offenlegen muss.

Wichtigste Käufe
Nachdem die Position im Landmaschinenhersteller Deere & Co. erst im dritten Quartal 2014 abgestoßen wurde, kaufte Buffett nun wieder massiv zu und hält per 31. Dezember 2013 nun 17,1 Mio. Aktien. Neu ist seine Position in Rupert Murdochs 21st Century Fox, einer Abspaltung von dessen News Corp., an der Buffett 4,7 Mio. Aktien erwarb. Weiter zugekauft hat er auch bei IBM, wo er nach dem Erwerb von fast 6,5 Mio. Aktien inzwischen 76.971.817 Anteile hält. Aufgrund der Kursschwäche ist dies trotzdem hinter American Express nur noch die viertgrößte Position im Berkshire-Portfolio. Doch Kreditkartenunternehmen haben es ihm ohnehin schwer angetan, denn er baute seine Position in Mastercard um 700.000 auf 5,4 Mio. Anteile weiter aus und ebenso wuchs sein Paket an Visa von 2,15 Mio. Aktien auf 2,5 Mio. Stücke. Massiv stockte er auch bei Suncor Energy auf, wo seine Position von knapp 18,5 Mio. Anteilen auf 22,5 Mio. anschwoll sowie beim Öl-Raffinerie-Betreiber Phillips 66, an dem er nun 6,5 Mio. nach 6,2 Mio. Anteilen besitzt. Darüber hinaus kaufte Buffet im Bereich Satelliten- und Kabelnetzbetreiber bei DirecTVViacom und Liberty Global weiter zu und er kaufte weitere 1,2 Mio. Aktien von Charter Communications und hält hier nun 6,5 Mio. Anteile.

Wichtigste Verkäufe
Buffett steigt bei den Öl-Multis aus und hat seine Positionen bei Exxon Mobil und ConocoPhillips komplett veräußert. Ende September war Berkshire noch mit rund 41 Millionen Aktien im Wert von etwa 3,7 Mrd. USD (3,2 Mrd EUR) an Exxon beteiligt und hatte 471.994 Anteilsscheine von ConocoPhillips im Depot gehabt. Aber auch National Oilwell Varco stand weiter auf Buffetts Verkaufsliste, wo er sein Aktienpaket um gut 18 Prozent auf 5,25 Mio. Stücke schrumpfte nach zuvor noch 6,4 Mio. Komplett aus dem Portfolio verschwinden wird demnächst die 4,8 Mrd. USD schwere Position von Procter & Gamble, die Buffett kürzlich gegen Duracell eingetauscht hatte.

Blackstone winkt Milliardengewinn bei Center Parcs-Börsengang

Die Private Equity Gesellschaft Blackstone Group L.P. hat sich in den vergangenen Jahren ein illustres Beteiligungsportfolio zusammengekauft und eine dieser interessanten Töchter ist die britische Ferienanlagenbetreiber Center Parcs, die Ferienparkanlagen in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, England und Deutschland vielen verschiedenen Ländern führt. Bereits 2006 stieg man Blackstone hier ein für 205,4 Mio. Pfund, investierte seitdem weitere rund 100 Mio. Pfund und rückte noch eine Re-Finanzierung von Kreditverbindlichkeiten von 1 Mrd. Pfund heraus für ein Unternehmen, das 2014 ein operatives Ergebnis von 146,8 Mio. Pfund erzielte.

Seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, Blackstone wolle nun die Früchte seiner Bemühungen ernten. Im Herbst wurde Rothshild damit beauftragt, Optionen auszuloten, wie einen Verkauf oder einen Börsengang. Und hier wird es interessant und möglicherweise äußerst lukrativ...

Denn wie Reuters berichtet, soll vor gut drei Monaten eine Offerte von BC Partners und dem Canada Pension Plan (CPP) über 2 Mrd. Pfund an Blackstone herangetragen worden sein, die man allerdings als zu niedrig abgelehnt habe. Konsequenterweise, denn inzwischen sind Bank of America Merrill Lynch und Morgan Stanley als globale Koordinatoren sowie Barclays und die Deutsche Bank als weitere Institute beauftragt worden, einen möglichen Börsengang in London vorzubereiten. Und dieser würde Center Parcs aktuell mit 2,5 Mrd. Pfund bzw. rund 3,3 Mrd. EUR bewerten. Womit Blackstone sein eingesetztes Kapital in 9 Jahre in etwa verneunfachen würde! Eine Wahnsinnsrendite und die Aktionäre von Blackstone dürfen sich nach eine erfolgreichen Center Parks-Börsengang auf weitere Rekorde bei der Quartalsdividende gefasst machen, nachdem soeben erst mit 78 US-Cents die mit weitem Abstand höchste Quartalsdividende der Unternehmensgeschichte ausgeschüttet wurde.

Fazit: Der Finanzinvestor Blackstone Group nimmt weiter Fahrt auf und Anleger sollten sich gut festhalten - vor allem aber ihre Blackstone-Aktien, und zwar jede einzelne davon!

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 16. Februar 2015

Börsenweisheit der Woche 07/2015

"Mit einer hohen Handelsaktivität zerstört man den Hebel des Zinseszinses."
(Tim Schäfer)

Freitag, 13. Februar 2015

Villeroy & Boch hebt nach soliden Zahlen die Dividende an

Der traditionsreiche Keramik-Hersteller Villeroy & Boch hat ein solides Zahlenwerk präsentiert, das den Unruhen in der Ukraine und den Turbulenzen in Russland trotzen konnte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 konnte der Konzernumsatz auf konstanter Wechselkursbasis um 4,0%, nominal um 2,8% auf 766,3 Mio. EUR gesteigert werden. Das operative EBIT wurde um 6,1% auf 38,4 Mio. EUR verbessert und ein weiterer Sonderertrag wurde im Rahmen des Immobilienprojekts in Schweden realisiert. Durch diese 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) wurde ein EBIT von insgesamt 43,2 Mio. EUR. erzielt, so dass das Konzernergebnis mit 24,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 23,9 Mio. EUR liegt. Besonders erwähnenswert ist, dass die operative Nettovermögensrendite von 12,0% auf 13,0% gesteigert werden konnte - hier hatte Villeroy & Boch in der Vergangenheit deutliches Nachholpotenzial aufgewiesen und die neuen Werte zeigen, dass die eingeleiteten Maßnahmen zunehmend ihre Wirkung entfalten.

Für 2015 will man an das gute Abschneiden im Jahr 2014 anknüpfen und den Konzernumsatz erneut um 3 bis 5 Prozent steigern. Beim operativen Ergebnis soll der Zuwachs sogar leicht über der prognostizierten Umsatzsteigerung und somit über 5 Prozent liegen.

Für Anleger weiterhin interessant dürfte die Nachricht sein, dass die Dividenden deutlich um 5 Prozent erhöht werden soll. Stammaktien sollen auf der Hauptversammlung am 27. März mit 0,39 EUR bedacht werden, die Vorzugsaktien sogar mit 0,44 EUR. Auf Basis des derzeitigen Börsenkurses von 13 Euro für die Vorzugsaktie liegt die aktuelle Dividendenrendite bei knapp 3,4 Prozent.

Villeroy & Boch Vz. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

KKR versilbert nach Rekordzahlen weitere Kion-Anteile

Kion, die ehemalige Gabelstapler-Sparte des Linde-Konzerns und hinter dem Marktführer Toyota Industries die Nummer zwei auf dem Weltmarkt, hat vorläufige Rekordzahlen für 2014 vermeldet und das nutzt der Großaktionär Superlift Holding, um sich von weiteren 4,8 Millionen Kion-Aktien zu trennen. Eigentümer der Supferlift Holding sind US-Finanzinvestor KKR & Co. und die US-Investmentbank Goldman Sachs, die damit ihren Anteil an dem MDax-Unternehmen auf 13,9 Prozent verringern. Die Aktien wurden zu durchschnittlich 34,20 EUR oder insgesamt fast 156 Mio. EUR an den Mann gebracht.

Die Finanzinvestoren trennten sich seit dem Kion-Börsengang im Jahr 2013 bereits mehrfach von ihren 2006 erworbenen Anteilen und ihr verringertes Engagement zeigt sich auch in dem Ausscheiden ihrer Vertreter aus dem Kion-Aufsichtsrat zum Jahresende 2014.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Balda gelingt der operative Turnaround

Die Balda AG hat Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015 (bis 30. Juni) vorgelegt und die können sich durchaus sehen lassen. Nachdem im Vorjahr operativ noch ein Verlust von 1,5 Mio EUR zu Buche schlug, kann nun ein Gewinn von 0,4 Mio. EUR ausgewiesen werden. Die Erlöse stiegen im gleichen Zeitraum um knapp 16 Prozent auf 40,4 Mio. EUR. Die prognose für das Gesamtjahr bekräftigte Balda und rechnet bei Erlösen zwischen 73 und 78 Mio. EUR mit einem positiven EBIT - allerdings geht der Vorstand inzwischen davon aus, bei der Umsatzspanne im oberen Bereich zu landen.

Der operative Turnaround ist jedoch nur ein Mosaikstein, wenn es um Balda geht, allerdings ein ganz wichtiger. Der eigentliche Reiz Baldas liegt in der "attraktiven Unterbewertung" der Aktie, der deutlichen Diskrepanz zwischen Buchwert/Liquiditätsausstattung und Marktkapitalisierung. Bei einem Aktienkurs von 3 EUR kommt Balda auf eine Börsenbewertung von rund 177 Mio. EUR, während das Nettoumlaufvermögen bei 195 Mio. EUR anzusetzen ist. Balda notiert hier also mit einem Discount, obwohl das Unternehmen operativ wieder schwarze Zahlen schreibt. Daher sind die Kursziele der Warburg Bank von 3,90 EUR oder von First Berlin bei 4,40 EUR auch mehr als verständlich und zeigen das Potenzial auf, das die Aktie noch bieten könnte.

Der dritte Aspekt sind die Rechtsstreitigkeiten, in die Balda verstrickt ist. Einerseits wird Balda von den ehemaligen Verkäufern des US-Geschäftsbereichs auf Schadensersatz verklagt wegen eines angeblich mutwillig herbeigeführten verminderten Kaufpreisanspruchs und hat nun selbst Gegenklage erhoben und die beiden Verkäufer als Geschäftsführer der US-Tochter abberufen. Des Weiteren ist Balda selbst auf Schadensersatz aus und zwar im zweistelligen Millionenbereich, die man von ehemaligen Vorstands- und Organmitgliedern einfordert. Ihnen werden Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf von Aktien an der TPK Holding Co. im Juli 2011 vorgeworfen, aufgrund derer die TPK-Aktien erst zu einem späteren Zeitpunkt zu einem deutlich geringeren Preis veräußert werden konnten.

Normalerweise sind Rechtsrisiken Anlegers Feind. Im Fall von Balda gehören sie seit Jahren zur Begleitmusik und wenn man sich die potenziellen Auswirkungen auf den Wert der Balda AG ansieht, scheint hier eher Bewertungspotenzial nach oben zu bestehen, als dass man sich größere Sorgen um unangenehme Nachzahlungen machen müsste, die sich deutlich auf den Wert des Unternehmens auswirken würden. Balda scheint auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin erheblich unterbewertet zu sein und der Wermutstropfen, dass sich das Management in absehbarer Zeit nicht alleine auf das Voranbringen des operativen Geschäfts und mögliche Zukäufe konzentrieren kann, sondern sich auch auf die Rechtsstreitigkeiten konzentrieren muss, sollte den Aktienkurs nicht allzu lange mehr bremsen.

Balda befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Cisco Systems surft die digitale Erfolgswelle. Und wie!

Der global agierende Anbieter von Networking-Lösungen für das Internet und die Datenkommunikation, Cisco Systems, hat seine Zahlen für das abgelaufene Quartal präsentiert und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 11,9 Mrd. USD und das Ergebnis je Aktie legte um 70 Prozent auf 2,4 Mrd. USD oder 46 Cents nach 1,4 Mrd USD bzw. 26 Cents im entsprechenden Vorjahresquartal zu. Bereinigt um Sondereinflüsse blieben beim Ergebnis je Aktie sogar 53 Cents übrig, 2 Cents mehr als Analysten erwartet hatten.

Die starken Zahlen resultieren sowohl aus zunehmenden Produktverkäufen also auch Zuwächsen in der Service- bzw. Dienstleistungssparte. Hier kommen Cisco Systems die Investitionsoffensiven der Telekommunikationsanbieter entgegen und gleichzeitig bietet Cisco neuere und profitablere Produkte an. Die digitale Welt spricht eben Cisco. Ergänzend macht sich allerdings inzwischen auch das neuerliche Kostensenkungsprogramm mit der Streichung von bis zu 6.000 Stellen positiv in der Bilanz bemerkbar.

Die hervorragenden Ergebnisse haben natürlich auch Auswirkungen auf die Quartalsdividende. Die nächste Ausschüttung wird von den bisherigen 19 Cents nun um mehr als 10 Prozent auf 21 Cents angehoben, was einer aufs Jahr hochgerechneten Dividendenrendite von 3,1 Prozent entspräche. Der Dividendenabschlag erfolgt am 2. April, die eigentliche Ausschüttung an die Aktionäre, die zum US-Börsenschluss am 31. März die Aktien in ihren Depots hatten, am 22. April.

Das von CEO John Chambers geführte Netzwerkunternehmen bleibt damit sowohl unter Bewertungs- als auch unter Dividendenaspekten einer der Top-Picks im High-Tech-Sektor!

Cisco Systems befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Öl-Investments lassen KKRs Quartalsgewinn abschmieren

Der von Henry Kravis und George Roberts geführte US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) hat Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2014 vorgelegt und die sind deutlich schlechter ausgefallen als vor Jahresfrist und als der Markt erwartet hat. Das Economic Net Income, das unrealisierte Buchgewinne beinhaltet, sank im vierten Quartal auf 46 Mio. US-Dollar oder 5 US-Cents je Aktie, nachdem es im Vorjahresquartal noch 743 Mio. USD oder 1,04 USD je Aktie betragen hatte. Ein Einbruch um 94 Prozent - was sich dramatischer anhört, als es ist, auch wenn Analysten durchschnittlich mit 44 US-Cents je Aktie gerechnet hatten. Denn der Einbruch ist den deutlich verringerten Buchwerten der Öl- und Gas-Beteiligungen von KKR geschuldet, und an denen ist die Halbierung des Ölpreises im letzten halben Jahr natürlich nicht spurlos vorbei gegangen. Auch andere Investoren in dem Bereich mussten schon Federn lassen.

Schaut man auf die ausschüttungsfähigen Gewinne, also ohne Zu- und Abschreibungen, die KKR im letzten Quartal eingefahren hat, dann errechnet sich lediglich ein Absinken auf 376 Mio. USD bzw. um 26 Prozent gegenüber dem entsprechenden Schlussquartal 2013, als KKR fünf Unternehmensverkäufe und ein entsprechendes Rekordergebnis vermelden konnte. Auf das Gesamtjahr gesehen stiegen KKRs ausschüttungsfähige Gewinne in 2014 um starke 39 Prozent und das verwaltete Vermögen lag per Jahresultimo bei rund 98 Milliarden US-Dollar.

Auch zur Quartalsdividende äußerte sich KKR und wird am 6. März 35 US-Cents je Aktie auskehren. Der Dividendenabschlag erfolgt nach US-Börsenschluss am 20. Februar - wer dann die KKR-Aktien im Depot hat, kommt in den Genuss der Ausschüttung.

Fazit
Dass die Energieinvestments kräftige Bremsspuren in der KKR-Bilanz des vierten Quartals hinterlassen würden, war abzusehen. Und auch wenn diese heftiger ausfielen, als allgemein erwartet wurde, zeigen die Zahlen für das Gesamtjahr, dass KKR mit seiner antizyklischen Investitionspolitik unter dem Strich richtig Geld verdient. Der gestrige kräftige Kursrücksetzer sollte sich daher auf mittel- und langfristige Sicht als günstige Nachkaufgelegenheit erweisen.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 9. Februar 2015

Börsenweisheit der Woche 06/2015

"Bewerte das Unternehmen. Vergiss nicht, dass eine Aktie nicht nur ein Stück Papier ist, sondern einen Anteil an einem Unternehmen verkörpert."
(Walter Schloss)

Freitag, 6. Februar 2015

Blackstone zahlt CEO Schwarzman $500 Millionen. Und wie viel Dividende steckst Du ein?

Der Gründer und Chef der Private-Equity-Firma Blackstone Group L.P. bekam Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge für 2014 mehr als 500 Millionen US-Dollar von seiner Firma überwiesen. Das ist eine gewaltige Summe, die Stephen A. Schwarzman zum reichsten Mann in der Private-Equity-Szene macht, und oberflächlich betrachtet könnte man meinen, es müsse nun einen neue Neid-Debatte über viel zu üppige Managergehälter losgetreten werden. Aber nicht dieses Mal, nicht hier.

Denn Schwarzman ist der mit Abstand größte Anteilseigner der von ihm gegründeten Firma und er bekommt nur das, was alle anderen Aktionäre auch bekommen: üppige Dividendenschecks. Und das ist verständlich, denn Blackstone hat 2013 alle Rekorde gebrochen was die von ihr verwalteten Assets angeht und die daraus erzielten Gewinne. Und 2014 konnten die Rekordwerte nochmals deutlich übertroffen werden. Die Aktionäre profitieren gleich doppelt, denn die Quartalsdividenden von Blackstone summieren sich auf das Jahr gerechnet auf deutlich mehr 6 Prozent und die Aktie notiert auf ihrem Allzeithoch. Wer einen genauso großen Dividendenscheck erhalten möchte wie Steve Schwarzmann, kann es ihm gleichtun: er muss "nur" genauso viele Anteile an Blackstone erwerben, wie Schwarzman hält. Dessen Vermögen liegt bei 11,5 Milliarden US-Dollar, daher dürften die wenigsten von uns da mithalten können. Aber wir können zumindest einige Aktien seiner Blackstone Group kaufen und zu seinen Partnern werden. Und uns dann auf ebenfalls üppige Quartalsdividenden freuen - gerade gestern war der Tag, an dem die jüngste Dividende vom Kurs abgezogen wurde. Ein Dividendenabschlag von 0,688 EUR je Aktie, also 2,15 Prozent Rendite - für das Vierteljahr, wohlgemerkt! Und schaut man sich die Gewinnschätzungen für 2015 und 2016 an, wird die Aktie mal gerade mit einem 10er KGV bewertet. Das dürfte sich sich weiterhin lohnen, nicht nur für den Milliardär...

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Deutsche Telekom wird größter Aktionär der British Telecom Group

Die Deutsche Telekom und die französische Orange (die frühere France Telecom) verkaufen ihr gemeinsames Mobilfunk-Joint-Venture "Everything Everywhere" (EE) an die BT Group. Der ehemalige britische Staatsmonopolist hatte sich vor gut zehn Jahren von seinem Mobilfunkbereich getrennt, nachdem inzwischen jedoch Mobil, Festnetz und Kabel-TV zu einer Medieneinheit zusammenwachsen, erfolgt mit der Übernahme nun die Rolle rückwärts.

EE ist Großbritanniens führender Mobilfunkanbieter mit mehr als 30 Millionen Kunden, beschäftigt etwa 15.000 Mitarbeiter und verfügt über 580 Filialen. EE geht inkl. Schulden für 12,5 Milliarden Britische Pfund (rund 16,5 Mrd. EUR) an die BT Group, was einer Bewertung in Höhe des 7,9-fachen operativen EBITDA im Jahr 2014 entspricht. Nach dem Deal wird die Deutsche Telekom eigenen Angaben zufolge mit 12 Prozent größter Aktionär der Briten und erhält einen Sitz im Verwaltungsrat der BT Group, während Orange dann 4 Prozent halten wird. Der Kaufpreis wird zum Großteil in Aktien der BT Group bezahlt, die mit einer 18-monatigen Lock-up-period versehen sind.

Die Deutsche Telekom befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Übernahme: Aurelius ist auf die Jeans gekommen

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius übernimmt das Europageschäft der Tavex-Gruppe. "Die übernommene Einheit produziert Denim-Stoffe für namhafte Jeansproduzenten primär in Süd- und Westeuropa. 580 Mitarbeiter erwirtschafteten 2014 einen Umsatz von 45 Mio. EUR und positive Erträge vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA). Das Europa-Geschäft konzentriert sich ausschließlich auf die Produktion von qualitativ hochwertigen Denim-Stoffen. Mit dem Verkauf fokussiert die brasilianische Mutter Tavex SA konsequent ihre strategische Konzentration auf das Kerngeschäft in Südamerika", heißt es in der Meldung. Die übernommenen Einheiten verfügten über zahlreiche Wettbewerbsvorteile. So sei das Logistikzentrum in Navarres auf dem neusten Stand der Technik und seit 2007 seien hier Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich getätigt worden. Das Werk verfüge heute über beeindruckend niedrige Vertriebskosten und eine hohe Reaktions- und Versandgeschwindigkeit. Mit der geografischen Nähe der Produktionsstätte zu der sich schnell wandelnden Bekleidungsindustrie in Europa könnten in den kommenden Jahren Marktanteile durch Preis, Qualität und Services gewonnen werden, ist sich der Aurelius-Chef sicher. "Die Akquisition des Europa-Geschäfts von Tavex ist ein weiterer Schritt zur Stärkung des internationalen Geschäfts von AURELIUS", so Dr. Dirk Markus.

Noch in der Warteschleife hängt hingegen die erwartete Übernahme einer Schönheitsklinik in Großbritannien, wo die rechtliche Prüfung hinsichtlich möglicher Risiken noch andauere.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 2. Februar 2015

Value Trap Rückversicherungs-Aktien?

Die Aktien von Rückversicherern wie Munich RE, Hannover Rück oder Swiss Re sind seit Jahren eine sichere Bank, ihre Bewertung ist moderat, die KGVs zumeist einstellig, und die Dividendenrenditen zählen zu den höchsten in den großen Indizes. Nachvollziehbar, dass sich die Kurse nahe ihren Höchstständen bewegen. Und Value-Ikone Warren Buffett schwört auf Rückversicherungen, seine Investmentholding Berkshire Hathaway ist ja Mutter von General RE und hält Anteile an der Konkurrenz: seit 2010 alleine 11 Prozent am weltgrößten Rückversicherer Munich Re, aber auch an Swiss Re im mittleren einstelligen Prozentbereich. Da kann ja nichts schief gehen...

Doch seit geraumer Zeit ist das Geschäft der Rückversicherer unter enormen Druck geraten und das hat mit den immer tiefer fallenden Zinsen zu tun. Denn auf der einen Seite bricht den Rückversicherern die Rendite weg, die sie mit den durch ihre Prämien aufgelaufenen Geldern am Anlagenmarkt erzielen können und auf der anderen Seite sehen sie sich einer immer stärker zunehmenden Konkurrenz ausgesetzt. Und zwar nicht aus ihrer Branche, sondern Branchenfremde haben die Rückversicherung als vermeintlich lukrative Anlagezone für sich entdeckt. Die niedrigen Zinsen und das billige Geld der Notenbanken scheuchen immer mehr Kapital auf, das auf dem ganzen Globus verzweifelt nach Rendite sucht. Für die Versicherungsassekuranzen, die sich bei den Rückversicherern ja absichern, bieten sich hier Chancen. Sie bieten immer öfter ihre Erstversicherer-Risiken als verbriefte Versicherungsrisiken (Insurance Linked Securities, kurz: ILS) direkt am Kapitalmarkt an und Investoren greifen dankend zu. Typisches Beispiel sind sog. Katastrophen-Anleihen, die in der Regel von institutionellen Anlegern gezeichnet werden und hohe Renditen versprechen. Doch diese Investoren schauen vor allem auf die vermeintliche Rendite, sie können viel schlechter als die Profis der Rückversicherungen die damit einhergehenden Risiken einschätzen - denn letztlich müssen sie im Schadensfall enorme Beträge zur Verfügung stellen, also bei Tsunamis, Hurricanes, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Kraftwerksunfällen. Und hier lassen die klassischen Rückversicherer immer häufiger Geschäft liegen, weil für sie die zu erzielenden Prämien nicht mehr risikoadäquat sind. Das ist durchaus vernünftig, denn noch vor zehn Jahren war man in der Branche bereit, auch Risiken zu übernehmen, von denen man annahm, dass sie sich nicht rechnen würden. Nur um Marktanteile zu gewinnen oder auch nur zu halten. Die großen Wirbelsturmkatastrophen in den USA (New Orleans, New York) haben die Unternehmen eines Besseren belehrt.

Und doch bringt diese - richtige - Strategie für die Rückversicherer einige Probleme mit sich. Sie verzichten auf Geschäft, auf Prämieneinnahmen, und damit schrumpft ihr Ertragspotenzial. Gleichzeitig verdienen sie selbst mit ihren Kapitalanlagen immer weniger und so erodieren die eigenen Gewinne. Und das bereits seit einigen Jahren und die Lage verschärft sich eher, als dass ein Ende abzusehen wäre. Das führt dazu, dass die scheinbar attraktiven Bewertungen anhand der Kurs-Gewinn-Verhältnisse mit zunehmender Skepsis zu betrachten sind. Das birgt mithin Kursrisiken für alle Branchenvertreter. Und weiteres Ungemach droht, denn die Rückversicherer gelten als Dividendenaristokraten, die seit Jahren mindestens gleichbleibende, meistens aber sogar steigende Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten. Das ist ein echter Vorteil und für viele Anleger sind diese hohen Dividendenrenditen das Anlagekriterium in diesen Aktien schlechthin. Und doch liegt auch gerade hier enormes Gefahrenpotenzial, denn wenn den Unternehmen das Geschäft und die Margen wegbrechen, sie gleichzeitig weniger Geld aus ihren Kapitalanlagen verdienen, dann sinken die Gewinne, die die Grundlage für die Dividendenzahlungen sind. Natürlich werden die Rückversicherer versuchen, die Dividenden mindestens auf gleicher Höhe zu halten, aber diese Zahlungen werden dann aus der Substanz ausgekehrt, also die Rücklagen des Unternehmens angreifen und es so letztlich schädigen. Ein solches Vorgehen kann für ein oder zwei Jahre angebracht sein, um die Dividenden auf einem konstanten Niveau zu halten, obwohl das operative Geschäft stärkeren Schwankungen unterliegt, aber die schwierige Lage der Rückversicherungen ist nicht kurzfristiger Natur, sondern wächst sich seit einigen Jahren zu einem Dauerproblem aus, das das Geschäftsmodell ins Wanken bringt. Denn passen die Unternehmen ihrer Strategie an, nehmen sie höhere Risiken ins Depot mit (viel) zu geringem Prämienaufkommen. Oder sie lehnen dies ab und sehen ihre Umsätze zunehmend schrumpfen und damit auch ihre Gewinne.

Ich kann nicht abschätzen, wie und ob überhaupt die Rückversicherer aus diesem Teufelskreis herauskommen, solange sich das Zinsniveau nicht deutlich erhöht und Anleihen wieder konkurrenzfähige Renditen abwerfen. Ich fürchte allerdings, dass sie das viel Geld kosten wird, so oder so. Und für Aktionäre sind das keine guten Aussichten, nicht auf mittlere und lange Sicht. Ich würde daher die Rückversicherer nicht mehr als Value Investment ansehen, sondern als Branche, die das Zeug zu einer echten Value Trap hat. Von Investments in Rückversicherer würde ich daher absehen; einzig Warren Buffetts Berkshire Hathaway bietet weiterhin gute Chancen, weil das Unternehmen eben weit mehr ist als die Versicherungssparte und so breit diversifiziert ist auch in die Bereiche Energie und Consumer Goods.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.


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Börsenweisheit der Woche 05/2015

"Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen."
(Allgemeine Börsenweisheit)