Sonntag, 12. Juli 2015

Andere Ansichten: Was bringt das neue Kleinanlegerschutzgesetz?

Als "Papiertiger mit Biss" bezeichnet finanzen.net das neue Kleinanlegerschutzgesetz, das Anleger mit Hilfe von Prospekten, Infoblättern und einem standardisierten Warnhinweis vor dubiosen Angeboten schützen soll. Das Kleinanlegerschutzgesetz solle den gesamten Grauen Kapitalmarkt für Privatanleger sicherer machen, denn bisher sei dieser Teil des Finanzmarkts, der außerhalb von Börsen und Banken stattfinde, nur teilweise über das Vermögensanlagegesetz geregelt.

Vermögensanlagegesetz verlange, dass Anbieter von Geschlossenen Fonds und Genussscheinen einen Prospekt erstellen, den sie sich von der Finanzmarktaufsicht Bafin genehmigen lassen müssten. Diese Prospektpflicht gelte seit 1. Juli auch für weitere bislang gar nicht regulierte Produkte, wie gewinnabhängige Darlehen, Nachrang-Darlehen sowie alle wirtschaftlich vergleichbaren Anlagen und Crowd-Iinvestments, bei denen frisch gegründete Unternehmen über das Internet von vielen einzelnen Anlegern Geld einsammelten.

Obwohl diese verschärften Regeln den Anlegern mehr Schutz böten, bleibe eine große Lücke, denn die BaFin prüfe lediglich, ob die Angaben in dem Prospekt verständlich seien und sich nicht widersprächen. Die inhaltliche Richtigkeit werde nicht geprüft und so müsse weiterhin jeder Anleger selbst die Prospekte studieren. Zumindest gäbe es nun einen Warnhinweis, das sog. "Vermögensanlageinformationsblatt", der auch bei allen Werbemaßnahmen gut sichtbar mit erscheinen müsse: "Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen."

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