Mittwoch, 4. November 2015

Andere Ansichten: Deutliches Kurspotenzial bei MBB

Die vorgelegten Quartalszahlen der mittelständischen Beteiligungsgesellschaft MBB SE könnten sich letztlich sehen lassen, urteilt Gereon Kruse von boersengefluester.de und die Aktie berge deutliches Kurspotenzial. Die Erlöse seien auf Jahressicht leicht gestiegen, während der Gewinn zurückgegangen sei, aber im Rahmen der (reduzierten) Prognosen des Managements gelegen habe. Hier zeigten sich momentan zwei Gesichter, denn die mit Abstand größte Tochter, die MBB Fertigungstechnik, schwächele, während sich die Investitionen in andere Töchter nun auszahlten und dies kompensieren würden.

Darüber hinaus säße MBB auf einer Netto-Cash-Position von 20,6 Mio. EUR, die noch immer auf Anlagemöglichkeiten warte. Hier zeige sich MBB-Chef Nesemeier äußert vorsichtig und zurückhaltend und die verhaltene Kursentwicklung der vergangenen Monate sei wohl auch auf dieses abwartende Expansionstempo zurückzuführen.

Gemessen an den Bewertungskennzahlen sei MBB verglichen mit seiner Peer-Group moderat bewertet und für boersengefluester.de ein Kauf mit Kursziel 27 EUR.

MBB befindet sich als Halteposition auf meiner Empfehlungsliste.

Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    ich habe deinen Kommentar beim Kauf 2012 gelesen und trotzdem wird mir nicht klar woher deine Vorliebe für diesen Laden kommt. Ein wirklich bunt zusammengewürfelter Haufen von Firmen mit wenig bis keine Synergien.


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    1. Der zweite Absatz des damaligen Artikels zeigt meine Vorliebe eigentlich ganz klar auf: ein Kauf von MBB war damals ein "No-Brainer", es war offensichtlich, dass der Aktienkurs erhebliches Potenzial hat. Denn MBB hatte die Claas Fertigungstechnik zum Schnäppchenpreis erworben und diese verdoppelte den Konzernumsatz der MBB auf Schlag. Und war hoch profitabel. Daher war abzusehen, dass die folgenden Quartalsberichte jeweils von erheblichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen geprägt sein würden und der Aktienkurs hier nachziehen würde. Und genau so kam es, der Kurs ist jeweils nach den Zahlen massiv angezogen.

      Auch nach den Kurssteigerungen ist MBB nicht teuer bewertet und wirft eine attraktive Dividendenrendite ab. Ich bin allerdings davon ausgegangen, dass man das Geschäft weiter ausbaut und auch zukauft. Es gab kleinere Add-Ons für Tochtergesellschaften und größere Investitionen dort (Delignit, Hanke Tissue), aber einen großen Zukauf erfolgte nicht. Daraus speist sich bei einer Beteiligungsgesellschaft aber auch die (Kurs-) Phantasie. Nun versteht sich MBB zwar als Mittelstandsholding und den Ansatz, nur Zukäufe zu tätigen, wenn alles passt, finde ich richtig. Aber der Preis ist eben nicht alles und mehr Synergieffekte zwischen den Beteiligungen wäre wünschenswert, also eine klare Fokussierung auf zwei oder drei Sparten/Branchen. Phantasie könnte ja auch aufkommen, indem man sich von Randaktivitäten trennt - mit entsprechendem Gewinn. Weil hier (zu) wenig geschieht, sehe ich MBB seit einiger Zeit und trotz des Kursrutsches auch nur als Halteposition an.

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  2. MBB zu empfehlen (heute) - mich trifft der Schlag. Die Anfangsjahre waren sehr gut gedacht, es ging voran. Als Aktionär hatte man bei MBB Fantasien, manch so ein Aktionär sagte zu mir "Berkshire made in Germany". Die ersten Jahre waren wirklich, auch für mich als Aktionär, fantastisch, aber heute: eine Enttäuschung.

    Ich sehe keine Impulse. Ich sehe ebenfalls auch keine fantasievolle Zukunft.

    Die eins hohen Geldbestände sind meiner Meinung nach falsch investiert worden vom Management. Man hätte besser investieren können - auch mit Investments im Ausland z. B. Südafrika, Brasilien, der Türkei und Co. Vor allem Brasilien wäre vielleicht für die MBB durchaus "günstig" gewesen aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage.

    Da gibt es wirklich bessere Unternehmen als MBB. In Gesco oder in Indus sehe ich deutlich mehr "Fantasie" für die Zukunft. Deshalb habe ich auch meine MBB Aktien verkauft, um in Gesco zu investieren.

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    1. Für mich ist MBB momentan kein Kauf, sondern eine Halteposition. Dass sie verfehlt investiert hätten, kann ich allerdings nicht teilen, denn der Zukauf der Claas Fertigungstechnik war ein wahrer Glücksgriff und der Grund, weshalb sich der Aktienkurs vervielfacht hat! Die inzwischen getätigten Investitionen bei Hanke oder Delignit und die kleineren Add-on-Zukäufe bei anderen Töchtern stärken diese und sind durchaus sinnvoll, insofern betrachte ich dies nicht als "Falschinvestitionen". Richtig ist, dass etwas die Phantasie fehlt, weil das Management zu verhalten vorgeht bzw. eben nichts tut. Unternehmer kommt von unternehmen...

      Gesco halte ich für einen der unattraktivsten Werte unter den deutschen Beteiligungen. Da würde ich Indus oder Deutsche Beteiligung deutlich vorziehen. Und natürlich Aurelius.

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