Donnerstag, 30. April 2015

WCM oder wie Milliardäre Milliarden machen

WCM hat eine bewegte Börsenvergangenheit. Man war mal kurz davor, in den DAX aufzusteigen, doch dann verhob man sich beim Versuch, die Commerzbank zu übernehmen. Das war vor vielen Jahren, noch weit vor der Bankenkrise, und die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG engagierte sich damals hauptsächlich im Bereich der Wohnimmobilien und der Firmenbeteiligungen. Dann folgte die Pleite, WCM war jahrelang ein Börsenmantel ohne Inhalt. Fast jedenfalls. Denn in diesem Börsenmantel schlummerten inzwischen Verlustvorträge in Milliardenhöhe und daher ist es nicht verwunderlich, dass der Milliardär Karl Ehlerding, der schon früher hinter WCM stand, alles daran setzte, WCM durch die Klippen der Insolvenz zu lotsen und ihr wieder neues Leben einzuhauchen. Auch mittels eines Kapitalschnitts und späterer Kapitalerhöhung. Dabei blieb Ehlerding nicht alleine, denn die Aussicht, zukünftige Gewinne in großem Stil steuerfrei einfahren zu können, ist einfach zu verlockend.

WCM und das dritte Leben
Im Dezember 2014 fiel dann der Startschuss, die erste großangelegte Kapitalerhöhung wurde in Angriff genommen und zu 1,30 EUR betrieb das Unternehmen seine Wiederauferstehung. Künftig wird man sich allerdings weder an Wohnimmobilien versuchen, noch an Firmenbeteiligungen, der neue Fokus liegt im Bereich der Gewerbe- und Einzelhandelsimmobilien. Hier erkennt WCM noch einen erheblichen Nachholbedarf in Deutschland und lukrative Investmentperspektiven. Denn die Steuerfreiheit der Gewinne bringt ja nur etwas, wenn zuvor auch Gewinne erwirtschaftet wurden. Und wie man Ehlerding kennt, dürfen diese Gewinne ruhig üppig ausfallen. Ehlerding und weitere Betuchte zogen bei der Kapitalerhöhung voll mit und nicht nur das: sie brachten auch eigenes Immobilienvermögen mit ein und dieses wurde gegen WCM Aktien getauscht, wobei diese mit 2,70 EUR bewertet wurden. Also mehr als doppelt so hoch, wie damals der Aktienkurs notierte, aber entsprechend einem Wertgutachten, das eben die Verlustvorträge mit diesem Wert ansetze. Ein großer Vertrauensbeweis Ehlerdings in "seine" neue WCM und ein Signal an alle potenziellen Investoren, sich die WCM mal wieder ernsthaft anzusehen.

Frisches Personal, frische Ideen
Zur operativen Umsetzung der Pläne wurde mit Stavros Efremidis ein absoluter Immobilienprofi ins Boot geholt. Dieser hatte einst die KWG Kommunale Wohnen AG mit Werten gefüllt, und als diese dann von der österreichischen conwert übernommen wurde, freute sich auch KWG-Großaktionär Karl Ehlerding. Aus dieser Verbindung heraus heuerte dann Efremidis bei WCM an und brachte gleich noch zwei Kollegen für die zweite Managementebene mit. Und seitdem geht es Schlag auf Schlag bei der Umsetzung der ehrgeizigen Ziele, denn immerhin will man aus dem Stand ein Immobilienportfolio von 1 Milliarde Euro aufbauen.

Und die Einkaufstour begann...
Zunächst wurden im März drei Gewerbeimmobilien von GE Real Estate erworben im Rahmen eines Share Deals für einen Kaufpreis von 64 Mio. EUR. Die Finanzierung des Erwerbs von 94,9% an den jeweiligen Objektgesellschaften erfolgte durch Mittel aus der erfolgreichen Barkapitalerhöhung sowie durch ein Bankdarlehen. Der Erwerb der drei Büroimmobilien sowie einer Industrieimmobilie in Bremerhaven, der bereits im Dezember 2014 abgeschlossen wurde, führen bei der WCM AG zu Mieteinnahmen von etwa 5,9 Mio. EUR im Jahr.

Im April wurde dann eine Büroimmobilie in Berlin Mitte zugekauft. Der Nettokaufpreis beträgt 22 Mio. EUR, bzw. rund 2.290 EUR pro qm. Der Vollzug der Transaktion wird für August 2015 erwartet.

Nur wenige Tage später sicherte sich WCM durch eine vorvertragliche Vereinbarung den Erwerb eines Gewerbeportfolios von 16 Objekten mit einer Mietfläche von insgesamt circa 88.500 qm, die sich hälftig im Rhein-Main-Gebiet und in Dresden befinden. Die Miet-Anfangsrendite auf den Nettokaufpreis von 116 Mio. EUR beträgt 8%, der Vermietungsstand liegt derzeit bei rund 91% und die durchschnittliche Restmietlaufzeit beträgt 5 Jahre. Der Vollzug dieser Transaktion ist für Oktober 2015 vorgesehen.

Und am Dienstag wurde ein Portfolio bestehend aus Einzelhandelsimmobilien mit 29 EDEKA-Supermärkten übernommen für einen Nettokaufpreis von 95 Mio. EUR. Die Mietanfangsrendite liegt bei 7% und die Mietvertragslaufzeit beträgt 15 Jahre.

Mit diesen Maßnahmen hat WCM sein Gesamtportfolio innerhalb weniger Tage auf 315 Mio. EUR verdreifacht und seine Mieteinnahmen auf 24 Mio. EUR pro Jahr. Und ist dem Ziel eines Bestandes von 1 Milliarde Euro mit Riesenschritten näher gekommen.

Starkes Wachstum braucht frisches Kapital
Der Aktienkurs hat diese Erfolge kräftig honoriert und die Aktie notiert aktuell bei 2,55 EUR, also etwa doppelt so hoch, wie zur Kapitalerhöhung im Dezember. Und da sind wir beim Stichwort: Kapitalerhöhung. Denn das rasante Wachstum kann WCM nicht mit Bordmitteln bestreiten und auch nicht alleine über Bankdarlehen. Das war von vornherein klar und wird seit dem Neustart auch regelmäßig so kommuniziert vom Vorstand. Die Aktionäre dürfen sich bei der anstehenden Hauptversammlung also nicht nur auf Äußerungen zur weiteren Wachstumsstrategie freuen, sondern auch auf Details zu einer deutlichen Kapitalerhöhung. Das dürfte jedoch kaum jemanden schrecken, nach einer Kursverdopplung in weniger als einem halben Jahr. Vor allem, weil es keine Kapitalerhöhung "auf blauen Dunst" sein wird, sondern ja konkrete Projekte damit finanziert werden sollen. Und genehmigt hatte bereits die Hauptversammlung im Dezember ein mehr als ausreichendes Kapital, von dem der Vorstand jetzt "nur" Gebrauch machen muss. Alles wussten schon damals, worauf sie sich einlassen. Und es läuft prächtig...

Dank riesiger Verlustvorträge winken steuerfreie Gewinne
Die erzielten Anfangsrenditen sind jedenfalls attraktiv und lassen vermuten, dass es bald Gewinne geben wird, die den hohen Verlustvortrag von rund 272 Mio. EUR bei der Körperschaftssteuer und 250 Mio. EUR bei der Gewerbesteuer abzuschmelzen beginnen. Und dann gibt es noch ein steuerliches Einlagenkonto von 1,3 Mrd. EUR, das für die zukünftigen Dividenden in Anspruch genommen werden kann. Was bedeutet, dass diese an die Aktionäre ohne Steuerabzug ausgekehrt werden - und erst beim Verkauf der Aktien mit zu versteuern sind (der Einstiegskurs wird um die Dividendenzahlungen reduziert). Und Dividenden, die will WCM künftig ausschütten, das hat Ehlerding von Anfang an klar gemacht. Die erste Ausschüttung dürfen die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2015 erwarten, also im Jahr 2016. Und wenn WCM in diesem Tempo weiter macht, dann ist man dem Ziel eines Immobilienbestands von 1 Milliarde Euro bis dahin noch sehr viel näher gekommen.

WCM ist eine Turnaround-Spekulation wert
WCM ist eine Spekulation auf das Gespür des Milliardärs Karl Ehlerding und auf das Können des Vorstandschefs Stavros Efremidis, weitere Werte für die Aktionäre zu schaffen. Beide sind signifikant an WCM beteiligt und Efremidis hält noch Optionen, die mit steigenden Aktienkursen immer mehr Wert werden. Und es schadet freien Aktionären selten, wenn sie auf den Eigennutz der Großaktionäre und Vorstände setzen. Denn diese verdienen nur, wenn WCM und damit die Kleinaktionäre auch verdienen. Die Steuerfreiheit der Gewinne ist dabei für die Gesellschaft und die Aktionäre ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Auch wenn es um Übernahmen geht, die mit WCM-Aktien bezahlt werden könnten. Ich habe mir jedenfalls einige WCM-Aktien ins Depot gelegt und werde den Wert auf meine Empfehlungsliste setzen.

Mittwoch, 29. April 2015

Leifheit hebt die Prognose an - schon wieder!

Der Haushaltsgerätehersteller Leifheit fiel zuletzt mit einem starken Kurseinbruch auf, weil sich sein bisheriger Mehrheitseigentümer von seinen Anteilspaket verabschiedet und dieses zu 49 EUR bei institutionellen Investoren abgeladen hatte. Heute nun präsentierte Leifheit vorläufige Zahlen für das erste Quartal und die zeigen, weshalb die Neueigentümer so beherzt zugegriffen haben.

Leifheit hat im ersten Quartal 2015 ein EBIT von 7,5 Mio. EUR erzielt (4,0 Mio.), wobei das um das Fremdwährungsergebnis bereinigte EBIT 4,3 Mio. EUR (3,9 Mio.) beträgt. Das Fremdwährungsergebnis liegt aufgrund der Dollarentwicklung zum Quartalsende bei 3,2 Mio EUR (0,1 Mio.). Operativ konnte Leifheit also 10 Prozent besser abschneiden als im letzten Jahr und der starke Dollar pusht das Ergebnis nachhaltig. Nachdem das Unternehmen gegen Ende letzten Jahres deshalb bereits mehrfach seine Prognosen anheben musste, scheint es hier eine Tradition entwickeln zu wollen. Denn vor dem Hintergrund der EBIT-Entwicklung im ersten Quartal hat Leifheit heute die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2015 angepasst: unter der Prämisse eines im Vergleich zum 31. März 2015 unveränderten US Dollarkurses zum Jahresende erwartet Leifheit nun eine Steigerung des EBIT auf etwa 19 bis 20 Mio EUR, nachdem bisher von einem Konzernergebnis in Höhe des bereinigten Vorjahresergebnisses (16,4 Mio EUR) ausgegangen wurde. Die Umsatzprognose für das Jahr 2015 bleibt unverändert: auf Konzernebene erwartet Leifheit ein Umsatzwachstum von zwei bis drei Prozent.

Die Geschäfte laufen also rund unter dem neuen Vorstandschef und die Fokussierungsstrategie trägt Früchte. Hinzu kommt ein mehr als erfreulicher Währungseffekt aus der Dollarstärke und schenkt man den Prognosen von Goldman Sachs Glauben, soll der Euro in diesem Jahr noch auf die Parität zurückfallen. Ein Abwärtspotenzial vom aktuellen Niveau von etwa 10 Prozent. Und das würde sich dann zusätzlich positiv in den Leifheit-Zahlen niederschlagen und man darf schon heute spekulieren, wann die nächste Prognoseanhebung kommen wird. Doch zunächst steht am 21. Mai die Hauptversammlung an und Anleger freuen sich auf die erhöhte Dividende von 1,80 je Anteilsschein. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 50 EUR immerhin eine stolze Dividendenrendite von 3,6%. Und ein weiteres Argument für einen Kauf von Leifheit-Aktien.

Leifheit befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und Langfristanleger bleiben an Bord. Sie setzen auf weiterhin steigende Gewinne, Kurse und Dividenden.

Steico bleibt weiter erfolgreich auf Wachstumskurs

Der Hersteller ökologischer Bauprodukte Steico konnte das vergangene Jahr erfolgreich abschließen und der Gewinn je Aktie von 0,38 auf 0,46 EUR steigern. Dabei konnte mit einem Umsatz von 174,7 Mio. EUR erneut ein zweistelliges Wachstum generiert und die Position als Weltmarktführer bei Holzfaser-Dämmstoffen deutlich ausgebaut werden, vermeldet das Unternehmen. Aufgrund des weiterhin anhaltenden Preisdrucks entwickelten sich das EBITDA und EBIT jedoch leicht unterproportional. Der Konzernjahresüberschuss konnte hingegen um 20,4% auf 5,9 Mio. EUR zulegen (Vorjahr 4,9 Mio. EUR), was insbesondere auf positive Effekte aus der Umstrukturierung der Konzernfinanzierung zurückzuführen sei. Der höhere Jahresüberschuss soll aber nicht zu einer Anhebung der Dividende führen, weil Steico große Investitionen in die Zukunft tätigt. Mithin werden erneut 0,12 EUR je Aktie ausgekehrt, also gut 1,5 Mio. EUR insgesamt. Die Dividendenrendite liegt also knapp oberhalb von 2% - kein Reißer, aber auch nicht zu verachten.

Ausblick
Das erste Quartal des laufenden Jahres verlief für Steico sehr zufriedenstellend. So konnte der Steico-Konzern seinen Umsatz erneut ausweiten und mit 44,8 Mio. EUR eine neue Höchstmarke für ein erstes Quartal ausweisen. Aufgrund des harten Preiswettbewerbs bei Holzfaser-Dämmstoffen konnte die EBIT-Marge jedoch nicht mithalten und fiel auf 3,7% (4,3%). Auch sind die Ergebnisse u.a. durch gestiegene sonstige betriebliche Erträge, höhere Personal- und sonstige betriebliche Aufwendungen beeinflusst, doch die Unternehmensleitung geht davon aus, dass sich die entsprechenden Positionen im weiteren Jahresverlauf normalisieren werden. Folgerichtig strebt der Konzern unter der Annahme, dass die Inbetriebnahme der neuen Furnierschichtholzanlage planmäßig verläuft, für 2015 ein Umsatzwachstum sowie eine Steigerung von EBITDA und EBIT im oberen einstelligen Prozentbereich an.

Mit einem erwarteten 10er KGV für 2016 und den Zahlen des erfolgreichen ersten Quartals im Rücken, können sich Aktionäre auf ein Fortsetzen der Erfolgsstory von Steico freuen. Allerdings sind die Börsenumsätze weiterhin gering und die Aktie vor allem für langfristig orientierte Anleger geeignet, die auf einen dauerhaften operativen Erfolg des Unternehmens setzen. Der Nebenwert ist jedenfalls in einer Wachstumsbranche tätig und hat in den vergangenen Jahren beweisen, dass er klug und umsichtig agiert. Das Vertrauen der Aktionäre in ihr Unternehmen sollte sich also auch künftig auszahlen.

Steico befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 28. April 2015

Apple: Iphonemania geht rekordmäßig weiter

Apple hat mal wieder alle Erwartungen übertroffen und bullenstarke Quartalszahlen präsentiert: im Auftaktquartal hat Apple 58 Mrd. USD umgesetzt und dabei 13,6 Mrd. USD Reingewinn erzielt. Der Umsatz fiel ist damit 27% höher ausgefallen als in der Vorjahresperiode, der Reingewinn sogar 33% höher, was auf die nochmals gestiegene Bruttomarge zurückzuführen ist, die von 39,3 auf 40,8% kletterte. Dabei erzielt Apple inzwischen 69 Prozent seines Umsatzes außerhalb der USA und war daher wie viele andere US-Unternehmen von der Dollarstärke negativ beeinflusst.

Hauptgewinnbringer ist und bleibt das iPhone und Apple streicht weiterhin den Löwenanteil aller im Smartphone-Markt erzielten Gewinne ein. Andere, wie Samsung, verkaufen zwar mehr Geräte, verdienen aber kaum etwas daran. Anders Apple. Doch das ist Segen und Fluch zugleich für das wertvollste Unternehmend er Welt, denn die anderen Sparten und Produkte fallen im Vergleich zu diesem Vorzeigeprodukt deutlich ab. Auch sie bringen attraktive Margen, aber die Gewinne reichen bei weitem nicht an die des iPhoes ran. Und auch deshalb ruhen große Hoffnungen auf der Apple Watch, dem ersten neuen Produkt seit Einführung des iPads. Und dessen ABsatz ging weiter deutlich zurück, um fast ein Viertel auf nur noch 12, 6 Mio. Geräte. Die Verkäufe der Mac-Computer legten hingegen um 10% auf 4,56 Mio. Geräte zu und bringen jetzt wieder etwas mehr Umsatz ein als die iPads.

Für Aktionäre will Apple künftig noch mehr tun, denn der Cashberg des Unternehmens schwoll auf 193,5 Mrd. USD an gegenüber 178 Mrd. USD vor drei Monaten. Daher wird das Aktienrückkaufprogramm auf 200 Mrd. USD aufgestockt und die Quartalsdividende von 47 auf 52 Cents angehoben. Seit August 2012 hat Apple eigene Aktien im Wert von 80 Mrd. USD zurückgekauft. Weitere 10 Milliarden waren noch genehmigt. Nun kommen noch einmal 50 Milliarden hinzu, so dass es bis März 2017 insgesamt 140 Mrd. USD gewesen sein werden. Fast schon schizophren mutet daher an, dass Apple hierzu neue Kredite aufnehmen will. Allerdings liegen rund 171 Mrd. USD außerhalb der USA und die müssten bei einer Einführung in die USA mit 35% versteuert werden. Und das will sich Apple und seinen Aktionären ersparen.

Apple ist ein absolutes Quality Investment, denn es verfügt über eine starke Marke, die es ihm ermöglicht, seine Produkte mit enormen Margen zu verkaufen - und davon immer mehr. Der Dow Jones-Wert wird inzwischen mit einem 15er KGV bewertet, also deutlich höher als vor einem Jahr. Was den deutlich gestiegenen Aktienkurs geschuldet ist, der dem ebenfalls starken Zuwächsen beim Gewinn enteilt ist. Doch auch auf diesem Niveau bleibt Apple ein Muss-Investment, denn der enorme Cashflow wird für immer stärke Aktienrückkäufe genutzt, was den Kurs weiter beflügeln wird. Und natürlich auch das Ergebnis je Aktie und die Dividende.

Apple befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 27. April 2015

Deutsche Lebensversicherungsbranche ist die riskanteste der Welt!

Kapital-Lebensversicherungen sind nach wie vor der Deutschen liebste Geldanlage und nicht Wenige setzen nicht nur für die Altersvorsorge auf dieses Zwitter-Produkt aus Risikoabsicherung und Sparanlage, sondern finanzieren damit sogar ihren Traum vom Eigenheim. Das sollten sie lassen! Dringend! Denn die Katastrophe ist vorprogrammiert und wird für die Versicherten - und die Aktionäre - in etwa so ausgehen, wie die Bankenkrise für Lehman Brothers. Jaja, will keiner hören, ist mir klar. Ändert aber nichts an den Fakten und ich schreibe es trotzdem. Das Schlimmste daran ist, dass es absehbar ist und dass weder die Branche gegensteuert, noch die Regierung handelt. Es wird einfach Vogel-Strauß-Politik betrieben und das Problem ignoriert - sollen sich doch dann in einigen Jahren bitte die Betroffenen selbst kümmern und die dann Regierenden werden dann schon Schuldzuweisungen verteilen können - nur nicht an sich selbst, versteht sich.

Doch weshalb steuert die Branche überhaupt auf diesen finanziellen Abgrund zu? Im Prinzip weiß es jeder und hat es auch schon gehört, aber es will keiner wahrhaben. Es liegt an den dauerhaft niedrigen Zinsen und den von den Versicherungen in der Vergangenheit zugesagten hohen Verzinsungen bzw. garantierten Versicherungsleistungen bei Vertragsablauf. Insbesondere deutsche Lebensversicherer legen ihr Geld bis zu 90% in Staatsanleihen an und da bekommen sie nur mickrige Zinsen - und diese liegen inzwischen deutlich unter dem Garantiezins, den sie ihren Kunden in den 25 und mehr Jahren laufenden Verträgen versprochen haben. Die Lebensversicherer müssen also mehr Zinsen an die Versicherten zahlen, als sie selbst für das gleiche Geld erhalten - und dann müssen sie noch den Vertrieb, die Verwaltung, ihre gesamten Overhead bezahlen. Und natürlich ihre Aktionäre, die vollen Dividenden sehen! Es sollte jedem klar sein, dass ein Geschäftsmodell nicht (mehr) funktioniert, wenn man für jeden ausgegebenen Euro nur 90 Cents einnimmt. Und es kommt noch schlimmer...

Denn sollte sich das Zinsniveau drehen und wieder zu steigen beginnen, hat dies enorme Auswirkungen. Denn die im Bestand befindlichen börsennotierten Anleihen werden dann Kursverluste hinnehmen müssen. Und der IWF hat gerade gewarnt, dass der Anleihemarkt zunehmend austrocknet, immer illiquider wird. Was in dem Szenario steigender Zinsen dazu führt, dass der Abgabedruck größer wird und dem entsprechend die Kursverluste. Diese Verluste werden die Versicherungen und ihre Aktionäre treffen, aber zuvorderst natürlich erst einmal die Versicherten. Deren Ablaufrenditen werden noch dramatischer sinken, als es bisher schon der Fall ist. Und wenn man sein Häuschen mit einer Kapitallebensversicherung finanziert hat, dann hofft man ja auf eine hohen Ablaufleistung, weil man in der Zwischenzeit nur Zinsen gezahlt, aber nicht getilgt hat. Und fällt die Ablaufleistung dann erheblich geringer aus als prognostiziert, und das wird mit Sicherheit (!!!) so sein, dann bleibt am Ende ein riesiger Restdarlehensbetrag über. Beim Renteneintritt ist also nicht das Häuschen abbezahlt, sondern es müssen noch viele weitere Zigtausende von Euros getilgt werden. Zu dann höheren Zinssätzen und bei geringerem Einkommen, denn die Rente ist selten höher als das letzte Nettogehalt. Betroffen sind alle, die klassische Kapitallebensversicherungen abgeschlossen haben - und auch Riester-Renten. Sie werden erheblich Vermögen verlieren bzw. Rendite. Und vielleicht am Ende sogar ihr Eigenheim.

Nun bin ich nicht der einzige Mahner und man sollte vielleicht aufschrecken, wenn die Ratingagentur Moody's Deutschlands Lebensversicherungsbranche als die riskanteste der Welt einstuft"In kaum einem anderen Land würden die Kundenzusagen so hoch und der Anlagemix so ungünstig sein. Auch S&P wies darauf hin, dass die Profitabilität der Lebensversicherer stärker und nachhaltiger leide als bisher in den Jahresabschlüssen erkennbar sei. Ein große Gefahr geht von Anbietern aus, die viele Altverträge in ihren Beständen haben. Als die Zinswelt noch in Ordnung war, haben sie ihren Kunden Renditen von vier Prozent versprochen. Um diese Zusagen einzuhalten, müssen sie sich von den wenigen hochverzinslichen Papieren, die sie noch in den Büchern haben, trennen. Das geht an die Substanz. Besonders betroffen sind Hannoversche Leben, Swiss Life, HDI, Credit Life, Axa, HUK Coburg, Inter und die Familienfürsorge. Sie alle haben ein Drittel oder mehr Policen mit einem Zinsversprechen von vier Prozent in ihrem Bestand. Zählt man noch die Policen mit 3,5 Prozent dazu ist der Anteil sogar 50 Prozent oder mehr."

Doch wie kann das sein, wenn doch die deutschen Versicherer hohe Dividendenrenditen ausweisen und relativ niedrige KGVs? Beides sind in diesem Fall Vorboten der sich abzeichnenden Schieflage. Nicht nur die Rückversicherer haben ernsthafte Probleme, sondern auch die Erstversicherer, also Allianz, Talanx, Ergo, W&W usw. Viele Versicherer haben in der Vergangenheit schon ihr Tafelsilber verscherbelt, um die Durststrecke zu überstehen, aber solche Maßnahmen helfen nur bei kurzfristigen Problemen und sind wenig zukunftsweisend. Die Niedrigzins-Politik der EZB ist jedoch alles andere als ein Strohfeuer, sondern sie hält schon Jahre an und wird es wohl auch die nächsten Jahre weiter tun. Besserung für die Versicherungsbranche ist also nicht in Sicht, aber die finanziellen Probleme werden von Tag zu Tag größer. Im Januar hatte ich Lebensversicherungen bereits als "pure Geldverschwendung" bezeichnet, aber inzwischen sehe ich die Lage noch bedrohlicher. Wer seinen Vertrag kündigen kann, sollte dies ernsthaft in Erwägung ziehen! Ihn lediglich beitragsfrei zu stellen, dürfte nicht ausreichen, will man nicht viel Geld verlieren. Und Aktien von Lebensversicherern oder Rückversicherern würde ich mir auch nicht ins Depot legen bzw. diese zu den heute noch attraktiven Aktienkursen sofort aussortieren. Das dicke Ende kommt, das ist sicher. Die Frage ist nur, wann genau. Doch wenn die Probleme nicht mehr ignoriert werden können, dann wollen alle Anleger (und Kunden) gleichzeitig raus aus ihren Aktien und Verträgen. Und der hieraus resultierenden Absturz wird gewaltig sein.

Die Versicherungen versuchen inzwischen verzweifelt, außerhalb des Anleihemarktes Renditen einzufahren. So drängen sie immer mehr in den Bereich Immobilien und finanzieren immer häufiger Infrastruktur- und Regenerative Energieprojekte, aber das Offensichtliche tun sie nicht: in Aktien investieren. Und so gehen den Versicherten, aber auch den Aktionären, sichere Renditevorteile verloren, weil deutsche Versicherer weiterhin auf ihrer rekordverdächtig niedrigen Aktienquote beharren. Zum Schaden ihrer Versicherten und ihrer Aktionäre! Ein erheblicher Teil der heutigen Probleme wäre vermieden oder zumindest deutlich verringert worden, hätten die Versicherer am Kursaufschwung der letzten Jahre teilgenommen. Und die attraktiven Dividenden eingefahren, die viele Aktien bieten! Wenn die Versicherungen hingegen auf dem aktuellen Kursniveau erst in den Aktienmarkt einsteigen, erkaufen sie sich diese höheren Renditechancen mit vergleichsweise höheren Risiken. Denn die Bewertungen der meisten Aktien ist inzwischen deutlich ambitionierter als noch vor Jahren. Es zeigt sich, dass die Versicherungen nicht gut mit dem Geld ihrer Kunden umgehen und auch nicht mit dem ihrer Aktionäre. Beide Gruppen sollten hieraus die Konsequenzen ziehen und schnell die Reißleine ziehen!

Meine Einschätzung, dass Rückversicherungsaktien eine Value Trap darstellen, muss ich korrigieren: die Versicherungsbranche in Gänze stellt inzwischen eine solche Value Trap dar und Anleger wie auch Versicherte sollten sich aus dieser Branche lieber heute als morgen verabschieden und lieber in Substanzwerte mit Perspektive investieren!


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Weitere Artikel zum Thema:

02.02.2015 Einfach gedacht: Value Trap Rückversicherungsaktien?
15.01.2015 Einfach gedacht: Lebensversicherungen sind die pure Geldverschwendung
02.12.2014 Einfach gedacht: Versicherungsaktien: Renditen runter, Risiko rauf
27.08.2013 Einfach gedacht: Niedrigzinsniveau gefährdet Lebensversicherer
08.11.2012 Dividendenwerte schlagen Lebensversicherungen!

Börsenweisheit der Woche 17/2015

"Es gibt nur gelegentlich einen Grund, um sorgfältig ausgewählte Aktien überhaupt zu verkaufen".
(Philip A. Fisher)

Freitag, 24. April 2015

Microsofts Gewinn steht in den Wolken

Microsoft ist ein taumelnder Software-Riese, aber längst nicht abzuschreiben. Denn seit dem Amtsantritt des neuen CEO Satya Nadella wandelt sich der starre Klotz zu einem flexiblen und an Kundenwünschen ausgerichteten Anbieter mobiler Lösungen. Nadellas Motto "mobile first, cloud first" wird inzwischen vom Unternehmen gelebt und das bringt einen großen Wandel beim Software-Dino mit sich, der sich auch im Zahlenwerk ablesen lässt. So hatten Anleger und Analysten verschnupft auf die vorherigen Quartalszahlen reagiert, denn das Geschäftsmodell für das Erfolgsprodukt Windows wurde umgestellt. Anstelle von Verkaufserlösen soll es nun verschenkt werden, um später an Abo-Gebühren zu verdienen. Dass dieses Modell zukunfts- und gewinnträchtig ist, hat Konkurrent Adobe Systems bereits vorgemacht. Allerdings gab es auch hier eine Übergangszeit, in der zunächst die Gewinne einbrachen, bevor sie sich dann erholten und verstetigten.

Und so sieht es auch bei Microsoft aus, wie der jüngste Quartalsbericht zeigt. In den letzten drei Monaten gab es zunehmende Erfolge im Bereich Cloud, wo mehr Umsätze und Gewinne erzielt wurden, als von Analysten erwartet. Der Umsatz wurde auf 6,3 Mrd. USD mehr als verdoppelt.

Bei Windows gingen Umsätze und Erträge zurück, denn im Vorjahr war durch Beendigung des Supports für das beliebte Windows XP ein erheblicher Zulauf für die aktuellen Versionen des Betriebssystems zu verzeichnen gewesen.

Der Rückgang in der Windows-Sparte konnte durch steigende Umsätze mit Hardware-Produkten ausgeglichen worden, was auch durch die Übernahme des Handygeschäfts von Nokia begünstigt war, auch wenn hier noch Integrationskosten negativ zu Buche schlugen. Hier kletterte der Umsatz im dritten Geschäftsquartal um 6%  auf 21,7 Mrd. USD. Neben den sich immer besser verkaufenden Lumia-Handys ziehen auch die Verkaufszahlen beim Tablet Surface weiter an und es scheint sich auszuzahlen, dass der noch unter Nadellas Vorgänger Steve Ballmer eingeleitete Wandel von einem reinen Softwareanbieter hin zu einem integrierten Tech-Konzern à la Apple konsequent fortgesetzt wird.

Beim Gewinn blieb unterm Strich insgesamt weniger hängen als im Vorjahr, allerdings deutlich mehr, als erwartet. Der Überschuss sank um 12% verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 4,99 Mrd. USD und der Gewinn je Aktie sank auf 61 Cents (68 Cents). Damit wurden die Erwartungen der Analysten von 51 Cents deutlich vaporisiert. Negativ über alle Spaten hinweg hat sich der starke Dollar ausgewirkt.

Die neue Strategie scheint Früchte zu tragen und das miese Vorquartal könnte nur eine Delle gewesen sein. Langfristig dürfte der Software-Dino zu alter Ertragsstärke zurückfinden und durch das Erschließen neuer Geschäftsfelder sowie das flexiblere Anpassen an Marktentwicklungen und Kundennachfragen auch seinen Aktionären weiterhin und zunehmend Freude bereiten. Der Dow Jones Wert glänzt zudem mit einer vergleichsweise attraktiven Dividendenrendite und einem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm. Stoff, aus dem Kursgewinne und Aktionärsträume gemacht sind. Anleger erfreuen sich weiterhin an diesem "verkannten Value-Investment".

Microsoft befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Starbucks mit weiterem Koffeein-Schub beim Gewinn

Die Kaffeehauskette Starbucks hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss Zahlen für das zweites Quartal des Geschäftsjahres 2015 präsentiert und seinen ambitionierten Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt. Der Umsatz stieg um 18% auf 4,56 Mrd. USD und lag damit über den Erwartungen, während der Gewinn um 16% auf 495 Mio. USD (427 Mio. im Vorjahr) zulegen konnte. Unterm Strich bleiben 0,28 USD je Aktie, was die Erwartungen der Analysten genau traf.

Weltweit stieg der "vergleichbare" Umsatz um 7% bei einem globalen Gästezuwachs von 2%. In den Filialen, die in den letzten 13 Monaten eröffnet wurden, stiegen die Umsätze gar um 7%, was zeigt, dass Starbucks mit seinem Konzept die Kundenwünsche trifft. Dabei setzt das Unternehmen auf individuell gestaltete Räumlichkeiten vor Ort, was auch gerade in China und Japan dem Wachstum auf die Sprünge hilft.

Der Ausblick für das nächste Quartal ist ebenfalls erfreulich. So will Starbucks hier 40 bis 41 Cents je Aktie verdienen, ebenfalls deutlich über den Werten des Vorjahres.

Starbucks ist ein absolutes Quality Investment. Das rasante Wachstumstempo rechtfertigt eine im Vergleich höhere Bewertung und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Kaffeehauskette ist bisher hauptsächlich in den USA präsent, wo sich die große Mehrheit ihrer 22.088 Geschäfte befindet, doch die 210 neu hinzugekommenen Filialen finden sich hauptsächlich in Asien und Europa. Die globale Expansionsstrategie geht voll auf und nicht zulasten der Gewinne! Das unterscheidet Starbucks von vielen anderen Wachstumswerten, denn hier ist das schnelle Wachstum höchst profitabel. Das liegt auch daran, das Starbucks es versteht, nicht mehr nur Kaffee in den Abendstunden zu verkaufen, sondern auch andere Produkte und zu anderen Zeiten. Neben dem Wachstum über weitere Filialen wächst Starbucks also auch "intern". Und vermittelt als Marke weiterhin ein Lifestyle-Gefühl, dem sich immer weniger Menschen rund um den Globus entziehen können. Trotz oder gerade wegen der höheren Preise, die man bei Starbucks bezahlen muss. Für Aktionäre weiterhin tolle Perspektiven.

Starbucks befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 23. April 2015

KKR ist zurück in der Erfolgsspur

Der von Henry Kravis und George Roberts geführte US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) hat Zahlen für das erste Quartal 2015 vorgelegt und die sind deutlich besser ausgefallen als von den Analysten erwartet wurde. Das Economic Net Income, das unrealisierte Buchgewinne beinhaltet, fiel zwar auf 526 Mio. US-Dollar und damit um 5,1 Prozent ggü. dem Vorjahreswert, allerdings lag es mit 62 Cents je Aktie über der Konsenserwartung der Anlysten von 60 Cents.

Dabei hat KKR wie auch seine Mitbewerber Apollo Global Management LLC und Carlyle Group LP nach wie vor mit der schwierigen Lage im Öl- und Gassektor zu kämpfen - hier ist die Blackstone Group L.P. besser positioniert, weil sie bisher (noch) gering in diesem Bereich engagiert ist. Allerdings hat sich der Sektor für KKR durchaus stabilisiert, denn das vierte Quartal 2014 hatte den Gewinn aufgrund von Abschreibungen massiv negativ beeinträchtigt. Ein Effekt, der nur noch leicht im Ergebnis dieses Quartals zu spüren ist, denn andere Bereiche konnten dies mehr als überkompensieren.

Bei den Verkäufen von Vermögenswerten und Beteiligungen legte KKR um 16 Prozent zu. Insbesondere die Verkäufe von Fotolia an Adobe Systems, Big Heart Pet Brands, Alliance Boots GmbH, die an Walgreen Co. ging, oder  Nielsen NV spülten hohe Gewinne in KKRs Kassen. Aber auch die Veräußerung von weiteren Kion-Anteilen, die sich auch im zweiten Quartal noch fortsetzten und inzwischen zu einem Komplettverkauf geführt haben. Und KKR geht davon aus, dass seine Pipeline für 2015 noch "robust" gefüllt ist.

Die jüngsten Erfolge sollen auch wieder den Aktionären zugute kommen und die am 18. Mai auszuschüttende Quartalsdividende soll auf 46 US-Cents angehoben werden (Ex-Dividendentag ist der 30. April). Und KKRs Dividendenhistorie kann sich sehen lassen:

2012: 0,32 / 0,15 / 0,13 / 0,24 = 0,84 USD p.a.
2013: 0,70 / 0,27 / 0,42 / 0,23 = 1,62 USD p.a.
2014: 0,48 / 0,43 / 0,67 / 0,45 = 2,03 USD p.a
2015: 0,35 / 0,46

Wie man erkennt, konnte KKR nicht wie üblich im Schlussquartal glänzen, so dass die Vorjahresdividende auf Rekordniveau wohl in diesem Jahr nicht erreicht werden wird. Dennoch bietet KKR & Co. auf dem aktuellen Kursniveau von 22 EUR eine Dividendenrendite deutlich jenseits der 7% bei einem vergleichsweise geringen KGV von um die 10. Damit ist KKR weiterhin sehr attraktiv bewertet, was auch damit zusammenhängt, dass die Aktie in diesem Jahr - auf Dollarbasis - noch nicht recht vom Fleck kam. In EUR gesehen schlagen hier allerdings die Währungsgewinne zu Buche, so dass sich schon eine ansehnliche Rendite ergibt. Vor allem unter Berücksichtigung der hohen Dividendenausschüttungen.

Anleger sollten KKR nicht abschreiben, sondern an schwachen Tagen eher weiter zukaufen. Solange sich die Börsenstimmung nicht deutlich eintrübt, werden die Gewinne der Private Equity Gesellschaft weiter florieren. Und sollte der Ölpreis stärker anziehen, spielt das KKR zusätzlich in die Karten.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Leifheit wechselt den Besitzer

Paukenschlag beim Haushaltsgerätehersteller Leifheit: Mehrheitseigentümer HOME Beteiligungen GmbH, die mit 50,49 Prozent am Grundkapital der Leifheit AG beteiligt ist, hat beschlossen, ihre Leifheit-Aktien an mehrere Institutionelle Investoren zu verkaufen. Der Verkauf wird im Wege eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens in Form einer Privatplatzierung durchgeführt und soll spätestens am 23. April abgeschlossen sein.

Die Familie Schuler-Voith will damit den zweiten großen Schritt bei der Neuordnung ihres Beteiligungsportfolios vollziehen. Bereits im Sommer 2012 hatte die Familie ihre Anteile an dem Maschinenbauer Schuler AG an die österreichische Andritz-Gruppe verkauft. Schon damals wurden auch Überlegungen über den Verkauf ihrer Leifheit-Anteile angestellt und publiziert und ich hatte damals Leifheit als "solides Investment mit Übernahmephantasie" empfohlen. Eine Übernahme gab es bekanntermaßen bisher nicht, jedoch hat sich das Unternehmen unter neuer Führung prächtig entwickelt und verfolgt konsequent einen Weg des "unaufgeregten soliden Wachstums". Zuletzt hatte man mehrfach die eigenen Jahresprognosen angehoben und ganz starke Zahlen für 2014 präsentiert, wobei man auch enorm von der Dollar-Stärke profitierte.

Die neuen Mehrheitsverhältnisse dürften Leifheit stärker ins Bewusstsein der Anleger rücken und das sollte dem Aktienkurs zumindest nicht schaden. Mit der fokussierten Strategie ist Leifheit auf gutem Kurs und sollte seinen Aktionären auch künftig weiterhin große Freude bereiten. Und die Dividende, die dann am 21. Mai, dem Tag nach der Hauptversammlung, ausgeschüttet wird, steigt auf 1,80 EUR (1,65 EUR). Eine satte Dividendenrendite von 3,5 Prozent. Zunächst stehen am 12. Mai aber Quartalszahlen an und die sollten dem positiven Trend der letzten Monate folgen.

Der heftige Kursrutsch auf knapp 50 EUR sollte für Langfristinvestoren eine attraktive Nachkaufgelegenheit darstellen, denn operativ hat sich die Lage für Leifheit durch den Eigentümerwechsel ja keineswegs verschlechtert.

Leifheit befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.



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!!! Ergänzung vom 23.04.2015

Leifheit vermeldete soeben den Vollzug des Verkaufs an "namhafte europäische Investoren". Das Orderbuch sei "gut überzeichnet" gewesen, was die positive Einschätzung zum Unternehmen widerspiegele. Die Leifheit AG hält 4,97% eigene Anteile. Weitere größere Aktienpakete halten die MKV Verwaltungs GmbH (ca. 10%) sowie Joachim Loh (ca. 8%).  Laut Wirtschaftswoche lag der Verkaufspreis bei 49 EUR je Aktie.

Dienstag, 21. April 2015

Aurelius vermeldet schon den dritten Zukauf des Jahres

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius vermeldet mit der Übernahme des Geschäftsbereichs Vollpappe und bedruckte Kartonagen von Smurfit Kappa in den Niederlanden, Belgien und Großbritannien den dritten Zukauf im laufenden Jahr. Die Transaktion umfasst zwei Fabriken für bedruckte Kartonagen, eine komplette Vollpappe-Produktion mit zwei Fabriken sowie vier Verarbeitungswerke. Im Gesamtjahr 2014 erwirtschaftete der Bereich mit ca. 830 Beschäftigten einen vorläufigen konsolidierten Umsatz von mehr als 240 Mio. EUR und ein EBITDA von 14 Mio. EUR. Über genauere finanzielle Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Aurelius will das Unternehmen, das derzeit eines der beiden führenden in Europa für Vollpappe und bedruckte Kartonagen ist, sowohl finanziell unterstützen als auch operativ begleiten. Der Bereich Vollpappe bedient in erster Linie Kunden aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Die schwereren bedruckten Kartonagen finden hauptsächlich als Bucheinbände sowie bei Puzzle-Spielen und Displays Verwendung.

Dr. Dirk Markus, Vorstandsvorsitzender von Aurelius: "Wir freuen uns sehr auf die Arbeit mit unserer Neuerwerbung und wollen ihre starke Marktposition durch die Fokussierung auf Innovation, eine Wiederbelebung des Vertriebs und eine höhere Produktivität weiter ausbauen. Die Transaktion verdeutlicht das Interesse von Aurelius an komplexen Geschäftsausgliederungen sowie unseren gesamteuropäischen Ansatz und unsere Fähigkeit, in verschiedenen Rechtssystemen erfolgreich zu arbeiten.

Aurelius verfügt weiterhin über eine hohe Nettogeldposition und will diese für weitere Zukäufe einsetzen. Die Transaktionspipeline sei weiterhin gut gefüllt, meint Dr. Markus. Hinsichtlich des seit einiger Zeit vermuteten Zukaufs einer Schönheitklinik in Großbritannien gibt es bisher noch nichts Neues und noch lässt auch der erste gewinnträchtigen Exit dieses Jahres auf sich warten. Anleger sollten auf jeden Fall am Ball bleiben und kein Stück aus der Hand geben. Die demnächst anstehende Rekorddividendenausschüttung von 2 EUR dürfte den Kurs zusätzlich stützen.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 20. April 2015

Börsenweisheit der Woche 16/2015

"Die Kunst des Investierens in Aktiengesellschaften ist... einfach, zu einem vernünftigen Preis ein Unternehmen mit hervorragender Wirtschaftlichkeit und einem fähigen, ehrlichen Management zu erwerben. Danach brauchen Sie nur noch zu kontrollieren, ob diese Eigenschaften bewahrt werden."
(Charlie Munger)

Donnerstag, 16. April 2015

Blackstone verdoppelt den Quartalsgewinn

Finanzinvestor Blackstone Group hat Zahlen zum 1. Quartal 2015 vorgelegt und die toppen die Vorjahreswerte bei Weitem. So stieg der Nettogewinn um 99 Prozent auf 1,6 Mrd. USD (1,37 USD je Aktie) und das ausschüttungsfähige Ergebnis sogar um 159 Prozent auf 1,2 Mrd. USD (1,05 USD je Aktie) verglichen mit den Vorjahreswerten. Das verwaltete Vermögen konnte von 226 Mrd. USD auf 290 Mrd. USD gesteigert werden.

Folgerichtig und für Aktionäre besonders erfreulich ist die satte Anhebung der Quartalsdividende, die am 4. Mai ausgeschüttet werden soll. Diese wird um 154 Prozent auf 89 US-Cents steigen nach 35 US-Cents im Vorjahresquartal. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs von 41 USD würde dies bei einer simplen Fortschreibung der beiden Ausschüttungen dieses Jahres auf das Gesamtjahr einer Dividendenrendite von 8,1 Prozent entsprechen. Doch ganz so einfach kann man es sich natürlich nicht machen, denn die Gewinne und damit die vierteljährlichen Ausschüttungen unterliegen deutlichen Schwankungen. Hier lohnt ein Blick auf die Dividendenhistorie der vergangenen Jahre und die Auszahlungsmonate sind stets Februar, Mai, August, November. Seit 2012 wurden folgende Quartalsdividenden ausgeschüttet:

2012: 0,22 / 0,10 / 0,10 / 0,10 = 0,52 USD p.a.
2013: 0,42 / 0,30 / 0,23 / 0,23 = 1,18 USD p.a.
2014: 0,58 / 0,35 / 0,55 / 0,45 = 1,92 USD p.a
2015: 0,78 / 0,89

Damit liegen die Summe der beiden Ausschüttungen dieses Jahres bereits über den Gesamtdividenden der Jahre 2012 und 2013 zusammen. Und ein Ende der Erfolgsstory ist nicht abzusehen, denn die Partner von Blackstone haben dem Unternehmen alleine im letzten Quartal weitere 33 Mrd. USD an frischem Kapital zur Verfügung gestellt, um dieses rentierlich anzulegen bzw. zu verwalten. Insgesamt betreut Blackstone nun 310 Mrd. USD oder 14 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Blackstone profitiert vom niedrigen Zinsumfeld und der Suche der Investoren nach auskömmlichen Renditen. Neben der außergewöhnlich hohen Dividendenrendite schlagen auch noch weitere Kurschancen positiv zu Buche. Insbesondere in den Bereichen Immobilien und Öl- und Gas verstärkt Blackstone seine Investitionen, um einerseits stetige Einnahmen zu generieren und andererseits die sich bietenden antizyklischen Investitionschancen zu nutzen. Und bei seinen Verkäufen spielt das positive Börsenumfeld dem Finanzinvestor in die Karten und ermöglicht ihm, seine eingegangenen Beteiligungen aus früheren Jahren gewinnbringend zu veräußern. Wie man an den jetzt vorgelegten Quartalsergebnissen eindrucksvoll erkennen kann.

Blackstone verfügt über mehr als genug liquide Mittel, um sich die besten Chancen am Markt sichern zu können - auch und gerade, wenn es einmal zu einer deutlichen Kurskorrektur an den Börsen kommen sollte. Die Aktien sollten also weiterhin zu den aussichtsreichsten Investment-Chancen am Markt zählen.

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.


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!!! Ergänzung vom 20.04.2015

Ex-Dividendentag ist der Mittwoch, der 23. April. Wer also zum US-Börsenschluss am 22. April die Blackstone-Aktien im Depot hat, bekommt die am 4. Mai erfolgende Ausschüttung.

Montag, 13. April 2015

Andere Ansichten: Dividenden-Regen für deutsche Aktionäre

Die "ARD Börse" berichtet über den Dividenden-Regen für deutsche Aktionäre, denn nicht nur die Börsenkurse eilten von Rekord zu Rekord, sondern auch die Ausschüttungen der deutschen Aktiengesellschaften würden mit 41,7 Mrd. EUR ein um 13 Prozent erhöhtes und noch nie erreichtes Niveau erreichen. Selbst das bisherige Rekordjahr 2008 vor der Wirtschafts- und Finanzkrise würde um 9 Prozent überboten. Interessant sei, dass die Unternehmen aus DAX, MDAX, TecDAX und SDAX. inzwischen zu rund 90 Prozent eine Dividende zahlten, während Von den 350 Nebenwerten, die schon mindestens zehn Jahre gelistet seien, 148 noch nie ausgeschüttet hätten. Die Kurs-Rally am Aktienmarkt habe allerdings auch einen weniger schönen Nebeneffekt, denn trotz des allgemeinen Anstiegs der Ausschüttungen seien die Dividendenrenditen hingegen tendenziell gesunken.

Börsenweisheit der Woche 15/2015

"Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten - oder umgekehrt".
(André Kostolany)

Donnerstag, 9. April 2015

Starbucks mit Verdoppler

Heute bekommen Anleger für jede Starbucks-Aktie in ihrem Depot gratis eine weitere hinzu, denn das Unternehmen führt seinen kürzlich angekündigten Aktiensplit im Verhältnis 2:1 durch. Mit der Verdopplung der Aktienanzahl geht einher, dass sich der Aktienkurs in etwa halbieren wird, denn durch diese Kapitalmaßnahme wird das Unternehmen ja schlagartig mehr wert - der Wert verteilt sich nun jedoch auf die doppelte Zahl an Aktien.

Aktiensplits sind kein Geschenk an die Aktionäre, aber unter dem Strich beflügeln Aktiensplits den Börsenkurs aber auf mittlere und lange Sicht, weil die Aktien optisch günstiger sind und für Kleinanleger wieder handelbarer werden. Aktiensplits stellen daher eine beliebte Maßnahme zur Kurspflege dar.

Starbucks befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 6. April 2015

Börsenweisheit der Woche 14/2015

"Der Preis ist der wichtigste zu beachtende Faktor in Relation zum Wert".
(Walter Schloss)