Dienstag, 30. Juni 2015

Andere Ansichten: Microsoft mistet online aus

Microsoft steckt mitten im Transformationsprozess, den der (nicht mehr ganz so) neue CEO Satya Nadella dem Software-Dino verordnet hat. Und nun lasse er seinen Worten Taten folgen, indem er bei Microsofts Online-Diensten ausmiste, schreibt die ARD Börse. Der Konzern aus Redmond/New York gebe sowohl seine Sparte für Online-Werbung als auch die Karten-Technologie an Konkurrenten ab.

Während der nächsten 10 Jahre werde die Verizon-Tochter AOL Banner-Anzeigen und weitere grafische Formate für Microsoft verkaufen und im Gegenzug dafür Microsofts Suchmaschine Bing bei AOL zum Einsatz bringen. So solle Bing ab dem kommenden Geschäftsjahr endlich schwarze Zahlen schreiben.

Des Weiteren steige Microsoft aus der Datenerfassung für eigene digitale Karten aus und gebe diese an den Fahrdienst-Vermittler Uber ab. Das Startup bekomme ausgewählte Technologie, ein Rechenzentrum sowie Kameras und einige Patente. Die Karten würde Uber zur Abrechnung der Fahrten über Smartphones benötigen.

Microsoft befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Turbo fürs Depot: Aurelius startet weiteres Aktienrückkaufprogramm

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius betreibt aktive Kurspflege. So wird regelmäßig über das jeweils aktuelle Zahlenwerk berichtet, CEO Dr. Dirk Markus gibt gerne und häufig Interviews in Finanzblättern und seit einiger Zeit werden sogar unternehmerische Entwicklungen der Tochtergesellschaften veröffentlicht. Doch Anlegerherzen schlagen besonders hoch, wenn das Zauberwort Aktienrückkaufprogramm fällt. Denn Aktienrückkäufe sind ein Wundermittel mit Nebenwirkungen für den Aktienkurs. Und zwar überwiegend positiven.

Heute gab das Unternehmen bekannt, man werde ein weiteres Aktienrückkaufprogramm starten. Dazu sollen in der Zeit vom 01. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2016 insgesamt bis zu 2.888.002 eigene Aktien (dies entspricht bis zu 9,1 Prozent des Grundkapitals) zurückgekauft werden, so dass sich das maximale Kaufvolumen des Aktienrückkaufprogramms auf aktueller Kursbasis auf rund 112,5 Mio. EUR beziffert.

 Aurelius (Quelle: comdirect.de)
Nun ist es nicht das erste Mal, dass Aurelius zu diesem Mittel greift und um sich ein Bild zu machen, wie der Einfluss auf den Kurs und den Wert des Unternehmens sein kann, lohnt ein Blick auf das aktuelle Aktienrückkaufprogramm. Bis zum 26. Juni 2015 hat Aurelius bisher 279.998 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 31,884 EUR zurückgekauft. Der aktuelle Aktienkurs von Aurelius steht bei 38 EUR und hierzu muss man noch die 2 EUR Bruttodividende hinzurechnen, die kürzlich als Dividende ausgeschüttet wurden. Aurelius hat also für die Rückkäufe 8,927 Mio. EUR ausgegeben und die Aktien stellen einen Kurswert von 11,2 Mio. EUR dar. Der Mehrwert für die Aktionäre ergibt also 2,273 Mio. EUR. Und das ist nicht der einzige...

Denn durch die verringerte Anzahl von Aktien verteilt sich der erzielte Jahresüberschuss auf weniger Aktien (eigene Aktien im Bestand der Gesellschaft bleiben bei der Gewinnausschüttung unberücksichtigt). Der Gewinn je Aktie (EPS) steigt also, auch wenn der absolute Jahresüberschuss stagniert. Das Aktienrückkaufprogramm wirkt sich also wie ein Turbo auf das EPS aus. Und aufgrund dieser "Nebenwirkungen" kommt diese Maßnahme bei den Aktionären in der Regel sehr gut an.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und bleibt weiterhin einer der Top-Picks in diesem Sektor. Die Aktienrückkäufe dürften den Kurs zusätzlich stützen und beflügeln.

Geld verdienen mit Day Trading? Wirklich?

Investieren und Spekulieren sind nicht zwei Seiten der selben Medaille, es sind zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen an das Ziel, an der Börse Geld zu verdienen. Investieren ist das Kaufen von Werten zu einem möglichst günstigen Preis und das Setzen darauf, dass sich auf mittlere und lange Sicht der Wert dieser Investments erhöht. Value Investoren kaufen Unternehmensanteile, sie spekulieren mit mit deren Aktien. Spekulanten hingegen interessieren sich für fundamentale Daten eines Unternehmens eher wenig, sie setzen auf kurzfristige Trends an der Börse, auf den schnellen Gewinn oder die konsequente Verlustbegrenzung durch Stopp-Losses. Aktien, bei denen sie gestern noch auf steigende Kurse setzten, shorten sie heute, weil sie von fallenden Kursen ausgehen. Und sie interessieren sich nicht wirklich dafür, ob sie Aktien handeln oder Währungen oder Rohstoffe. Hauptsache, es ist ein möglichst volatiler Basiswert, weil Volatilität hohe Kurschwankungen bedeutet.

Als überzeugter Value Investor und Verfechter einer geduldigen Buy-Hold-Strategie glaube ich nicht, dass Day Trading langfristig zum Erfolg führt, sondern dass die meisten bei dem Versuch scheitern, mit wenig Aufwand schnell viel Geld zu machen.

Und dennoch klingt es schon spannend, was Matthias Bachmann sich hier vorgenommen hat. Denn er hat ein Experiment gestartet, mit dem er aus 100 EUR innerhalb eines Jahres durch Day Trading 10.000 EUR machen will. Und das ganze völlig transparent und dokumentiert in seinem Blog "cfd-trader.info". Und daher komme ich gerne seinem Wunsch nach, euch an dieser Stelle sein Projekt vorstellen zu dürfen.


Day Trading - 10.000% in einem Jahr 
Das ist die Vorgabe, die ich mir für meinen großen Selbstversuch gesetzt habe. Genauer gesagt möchte ich aus 100€, innerhalb eines Jahres und allein durch Day Trading, 10.000€ machen. 
Allerdings ist der Ursprung dieses Tests nicht die Frage, ob 10.000% in einem Jahr möglich sind, sondern, ob man als Hobbytrader überhaupt beim CFD Handel auf Dauer Gewinn erzielen kann? Nachdem mir nämlich nicht nur in jeder zweiten Spam-Mail und in jedem dritten Pop-Up, sondern mittlerweile auch immer mehr im Fernsehen erklärt wird, wie einfach sich hier Geld verdienen lässt, sollte ich das als begeisterter Hobbytrader doch auch einmal ausprobieren. 
Der 1-Jahres-Test
Für meinen Selbstversuch habe ich mir einen großzügigen Zeitraum von einem Jahr ausgesucht, in welchem ich jede Woche trade und versuche schlussendlich die 10.000€ Marke zu erreichen. Damit das Ganze auch Hand und Fuß hat, habe ich mir einen 52-Wochen-Plan erstellt, welcher mir Woche für Woche vorgibt, welchen Gewinn ich zu erzielen habe. Natürlich ist das nur eine theoretische Vorgabe, mit welcher sich aber die 10.000€ genau nach einem Jahr ausgehen würden. Alles was ich so an Erfolgen und Rückschlägen zu verzeichnen habe, halte ich im Blog meiner Website fest. Zum einen gibt es da die Zwischenberichte, welche am Ende jedes Tradingtages darüber informieren, wie dieser für mich gelaufen ist und zum anderen die Wochenschlussberichte, welche die Tradingwoche noch einmal ausführlich beleuchten, die Charts meiner Trades aufzeigen und diese soweit möglich analysieren.
Mittlerweile bin ich mit meinem Trading-Projekt schon in Woche 18 angelangt und es sieht überraschender Weise gar nicht einmal so schlecht für mich aus. Den genauen Zwischenstand kann man aber wie gesagt im „DayTrading Blog“ meiner Website einsehen: cfd-trader.info
Werbung vs. Realität
Eines hat sich aber schon nach kurzer Zeit herauskristallisiert: Day Trading ist, entgegen den Aussagen der Werbung, nichts für Anfänger! Zu hoch sind die Risiken und zu unberechenbar der Kurs, als dass man leichtfertig in diese Materie einsteigen könnte. 
Besonders schwerwiegend ist die Tatsache, dass man beim CFD Trading nicht nur das gesamte eingesetzte Kapital verlieren kann, sondern sogar noch darüber hinaus. 
Da beim Handel mit CFDs bzw. beim damit verbundenen Day Trading große Hebel zum Einsatz kommen (d.h. man handelt mit einem Vielfachen des eingesetzten Betrags), damit eben kleine Veränderungen im Kurs bereits gewinnbringende Auswirkungen haben, kann das schneller gehen als einem lieb ist. 
Zwar schließt das System normalerweise automatisch die Position, wenn das Kapital droht zur Neige zu gehen, doch kann es bei abrupten Kursabstürzen vorkommen, dass diese automatische Order nicht rechtzeitig abgesetzt wird, oder der Verkauf eines Werts einfach kurzzeitig nicht möglich ist. In diesem Fall wird die Position dann eben erst zu einem schlechteren Kurs geschlossen, als es das eingesetzte Kapital eigentlich zugelassen hätte. Somit hat man sozusagen Schulden beim Online Broker und muss diese natürlich bezahlen. In diesem Fall spricht man dann von einer sogenannten „Nachschusspflicht“, was natürlich lediglich einen Euphemismus für „Schulden bezahlen!“ darstellt. 
Alles in Allem eine sehr riskante Angelegenheit, da durch solch große Hebel aus einem überschaubaren Einsatz auf einmal ein großer Verlust entstehen kann.


Ich wünsche Matthias bei seinem Experiment alles Gute und ein glückliches Händchen. Ich bin gespannt, ob es ihm wirklich gelingt, seine Vorgabe von 10.000 Prozent in nur einem Jahr zu erreichen, vor allem, wenn die eingesetzten Summen größer werden und sich ein einzelner Verlust bzw. das Risiko nicht mehr in hundert Euro, sondern in tausend oder vielleicht noch mehr darstellt. Dieser zunehmende psychologische Faktor kann ggf. ja auch Einfluss auf das Trading-Verhalten ausüben. Wir werden es sehen...




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Sponsored Post von Matthias Bachmann

Montag, 29. Juni 2015

Investor-Update: GEA, Jungheinrich, MAX Automation, KKR

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Zum heutigen Ausverkauf an den Börsen und einem DAX-Verlust von 3,6% verweise ich auf die Börsenweisheit dieser Woche von Martin D. Sass: "Der Aktienmarkt ist der einzige Markt, vor dem die Leute weglaufen, wenn dort ein Ausverkauf stattfindet".

+ Blackstone Group
Der Euro-Anstieg bot die Gelegenheit, zu 36 EUR noch ein paar weitere Stücke günstig einsammeln zu können.

+ Deutsche Rohstoff
Den Kursrückgang bei der Deutschen Rohstoff AG auf unter 17 EUR habe ich heute morgen im frühen Handel zu einem weiteren Nachkauf genutzt. Die DRAG ist nun die drittgrößte Position in meinem Portfolio nach Blackstone und Aurelius.

+ GEA Group
GEA ist ein deutscher Spezial-Maschinenbauer mit Schwerpunkt in der Nahrungsmittelindustrie. Hier bestehen sehr hohe Eintrittsbarrieren für potenzielle Wettbewerber und GEA ist hervorragend im globalen Markt positioniert, glänzt auch mit der einen oder anderen Übernahme. Einzig der hohe Aktienkurs hat mich bisher von einem Engagement abgehalten, aber der Kurs war die letzten Wochen schon etwas zurückgekommen und heute morgen gab es einen weiteren Abschlag von mehr als 8 Prozent. Bei knapp 38 EUR habe ich mich dann bei dem MDAX-Wert nicht mehr bremsen können und eine erste Position aufgebaut.

+ Jungheinrich Vz.
Unglaublich, ich hätte nicht gedacht, dass ich Aktien von Jungheinrich noch einmal deutlich unter 60 EUR sehen würde. Bei knapp über 58 EUR habe ich heute morgen weitere Stücke eingesammelt.

- KKR & Co. L.P.
Nach dem letzten Investor-Update vom 20.06. bin ich von Alex auf einen sehr interessanten Artikel aufmerksam gemacht worden, bei dem Apollo, Blackstone und KKR miteinander verglichen werden. Zwar geht es vordergründig um die Karrierechancen und die Aussicht auf erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile, aber die Darstellung fußt auf den Geschäften, die die drei Private Equity Firmen seit der Finanzkrise getätigt haben - und welche stillen Reserven in ihren Beständen schlummern. Diese sind die zu erwartenden Gewinne, die in den nächsten 5 Jahren an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Und Blackstone liegt mit großem Abstand weit vorne in diesem Vergleich. Ich habe daher KKR weiter reduziert und setze aufgrund des größeren Potenzials künftig stärker auf Blackstone.

+ MAX Automation
Eine mittelständische Industrieholding mit dem Schwerpunkt auf Automation und Fertigungsprozessen. Die Beteiligungsfirma gehört inzwischen zur Günther-Gruppe, einer der reichsten Familien Deutschlands, und positioniert sich neu. Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, werden verkauft, neue Beteiligungen werden erworben. Die Zahlen für das erste Quartal 2014 waren aussichtsreich, der Auftragsbestand erreichte neue Rekorde und jüngst wurde eine Neustrukturierung der Fremdfinanzierung bekannt gegeben, die für die nächsten 5 Jahre positive Auswirkungen auf die Ergebnislage des Konzerns von jeweils rund 1 Mio. EUR haben wird. Zum Vergleich: der Jahresüberschuss 2014 lag bei 10 Mio. EUR. Das einstellige KGV für 2016 und die Dividendenrendite von über 3% sehen sehr verlockend aus. Die Dividenden wird übrigens am Mittwoch ausgeschüttet, am Tag nach der Hauptversammlung am 30. Juni. Alles zusammen verlockend genug für mich, um das Kursmassaker heute morgen für eine erste Position zu nutzen.

- / + WCM
Ich habe meinen Bestand an WCM letzte Woche mit erheblichem Gewinn veräußert und werde die Kapitalerhöhung über meine Bezugsrechte voll mitgehen. Ich habe sogar noch Bezugsrechte über die Börse hinzugekauft, weil ich glaube, dass WCM aufgrund der Fokussierung auf Gewerbeimmobilien und der enormen Verlustvorträge die wohl aussichtsreichste Spekulation am deutschen Immobilienmarkt ist. Sobald die Kapitalerhöhung abgeschlossen ist, wird sich der Fokus schnell auf die nackten Zahlen der vielen Neukäufe an Gewerbeimmobilien richten und das Potenzial der Gesellschaft deutlicher werden. Inzwischen wird ja bereits über eine mögliche Aufnahme in den SDAX spekuliert. Ich halte das nicht für abwegig, die Entwicklung gibt das her. Einzig die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der WCM seinen Turnaround vorantreibt, lässt einen manchmal nach Luft schnappen.

.: Cashquote weiter angestiegen - aufgrund des WCM-Sondereffekts
Der von mir zuletzt erwartete Abverkauf an den Börsen findet heute statt und ich habe meine erhöhte Liquidität gezielt zu Käufen genutzt. Dennoch ist meine Cashquote unter dem Strich etwas angestiegen, da ich ja KKR und WCM verkauft habe. Allerdings muss ich ja die Kapitalerhöhung berücksichtigen, was zu einem erheblichen Mittelabfluss führen wird. "Frei" ist also meine erhöhte Cashquote wegen der WCM-Bezugsrechte nur bedingt und unter dem Strich habe ich so gesehen inzwischen weniger Cash zur Verfügung als letzte Woche. Dennoch halte ich weiter Pulver trocken, denn es ist nicht gesagt, dass der heutige Absturz sich nicht die nächsten Tage wiederholen könnte. Denn bzgl. Griechenland und Euro ist noch immer keine finale Entscheidung gefallen, das Gezerre und Gewürge wird weitergehen und die Unsicherheit an den Märkten bestehen bleiben. Und hervorragende langfristige Einstiegschancen bieten in Top-Unternehmen.

Da Famila vorhin meine Euros klaglos gegen Waren eingetauscht hat, macht mir Griechenland  nicht wirklich Sorgen. Denn ob die Griechen künftig weiterhin in Euro zahlen können, betrifft mich in Deutschland allenfalls am Rande...

Börsenweisheit der Woche 26/2015

"Der Aktienmarkt ist der einzige Markt, vor dem die Leute weglaufen, wenn dort ein Ausverkauf stattfindet".
(Martin D. Sass)

Freitag, 26. Juni 2015

Andere Ansichten: Cisco und das Internet der Dinge als himmlisches Paar

Das Internet der Dinge und Cisco Systems sind ein himmlisches Paar meint "The Motley Fool" und beschreibt ausführlich, wie sich Cisco Systems in diesem in 2019 rund 1,7 Billionen USD-großen Markt der Vernetzung aller Geräte und Dinge des täglichen Lebens aussichtsreich positioniert hat und seine Position noch weiter ausbaut. Insbesondere der von Cisco maßgeblich mit angestoßene und beeinflusste Trend zu "Smart Cities" und der damit einhergehenden Unterstützung durch die öffentliche Hand spiele Cisco Systems in die Karten, nicht nur bei der Vernetzung der Geräte, sondern auch bei der Speicherung und Verwaltung der Datenmenge. Dieser Bereich erziele zunehmend größere Umsätze und Gewinne und werde zum neuen Wachstumstreiber für Cisco Systems.

Cisco Systems befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Datagroup mit alten und neuen Rekordaufträgen

Als ich Anfang 2012 die Datagroup AG als "IT-Holding mit Cloud-Phantasie" zum Kauf empfahl, steckte die Cloud noch in den Kinderschuhen und die Datagorup war mit einem KGV von etwas über 7 deutlich unterbewertet. Beides hat sich inzwischen geändert, die Cloud ist das Zukunftsthema in der IT-Branche und der Kurs der Datagroup hat sich von etwa 6 auf inzwischen 12 EUR verdoppelt. Und die Bewertung ist mit einem 2016er KGV von 11,5 auch nicht mehr deutlich zu niedrig, sondern auf einem höheren, aber für einen Wachstumswert durchaus noch attraktiven Niveau.

Nachdem Datagroup zuletzt starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren konnte, folgten in kurzen Abständen große Aufträge. Zunächst wurde man neuer IT-Dienstleister für die Sprint Sanierung GmbH, dann gewann man erneut einen IT-Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und heute konnte das Unternehmen die vorzeitige Verlängerung des Vertrags mit der Thales Deutschland vermelden.

 Datagroup (Quelle: comdirect.de)
Insbesondere der letzte Vertrag mit dem international tätigen Technologieunternehmen stellt den größten Auftrag der Firmengeschichte für die Datagorup AG dar und zeigt, dass Datagroup es versteht, sich in einem wettbewerbsintensiven Markt auch bei großen Playern durchzusetzen und mit seinen Produkten und Dienstleistungen zu punkten.

Datagroup befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und Anleger können guten Gewissens bei diesem Nebenwert engagiert bleiben und auf weitere Erfolge setzen, denn Datagroup wächst stark und steigert dabei noch seine Profitabilität.

Crash-Szenario "Hindenburg-Omen"? Führ mich zum Schotter!

Es gibt schon skurrile "Börsenmuster", die für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen herhalten müssen. Eines davon ist das sog. "Hindenburg-Omen", das aus fünf teilweise komplizierten charttechnischen Bedingungen besteht. Und an dieser Stelle kann der konsequente Value Investor sich bereits entspannt zurücklehnen, da er ja aufgrund fundamentaler Daten in Unternehmen investiert und nicht wegen zufälliger Kurvenverläufe des Aktienkurses.

Das Auftreten des Hindenburg-Omens - und es geistert die letzten Tage wieder einmal durch die Medien - soll eine Phase deutlicher Kursabschläge hervorsagen und es hat interessante Treffer zu verzeichnen. So tauchte es vor den Crashs 1987 und 2007/2008 teilweise mehrfach auf und daraus speist sich sein Nimbus. Allerdings ist es keine besonders seltene Erscheinung und wer sich stets auf diesen ominösen Propheten verlassen hat, hat einige langanhaltende Hausse-Phasen verpasst - so im August 2010 oder im Juni 2012. Ärgerlich, wenn man diese Phasen steigender Kurse nur vom Spielfeldrand aus betrachten konnte.

Tatsächlich weist das Hindenburg-Omen nur eine Trefferquote von 25% auf, es liegt also in Dreiviertel aller Fälle falsch. Roulette hat eine Trefferquote von immerhin fast 50%.

Doch was ist, wenn das Omen dieses Mal richtig liegt?
Dann böten sich endlich wieder viele Kaufgelegenheiten bei hervorragenden Unternehmen. Denn wer konsequent unterbewertete Aktien erwirbt, der wird nach einer langen Phase steigender Kurse immer weniger Investitionsmöglichkeiten finden, da tolle Unternehmen (zu) hoch bewertet werden.  Dem entsprechend dürften Value Investoren auf einigen Cash-Reserven sitzen und diese Liquidität wartet auf attraktive Investitionsmöglichkeiten.

"Betrachten Sie die Schwankungen des Aktienmarktes als Ihren Freund und nicht als
Ihren Feind. Profitieren Sie von der Torheit Anderer, statt an ihr teilzunehmen."

Wenn es also - weshalb auch immer - zu einem deutlichen Kursrückgang kommen sollte, wäre das die Sternstunde für langfristig orientierte Anleger, da sie dann hervorragende Unternehmen zu Ausverkaufspreisen erwerben können. Für Value Investoren gibt es also keinen Grund, sich vor dem Hindenburg-Omen zu fürchten. Im Gegenteil, es kann ihnen sogar dabei helfen, ihre Performance zu steigern, denn Liquidität ist eine Call-Option für das richtige Investment zur richtigen Zeit.

Dienstag, 23. Juni 2015

WCM bringt den nächsten Zukauf unter Dach und Fach

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG notiert heute extrem schwach, was aber nicht an den heutigen Nachrichten liegt, sondern daran, dass die Bezugsrechte für die anstehende Kapitalerhöhung separat ins Depot eingebucht werden. Diese haben ja einen eigenen Wert und können die Börse gehandelt werden. Bezogen auf den Freitagsschlusskurs von 3,018 EUR je WCM-Aktie und das Bezugsverhältnis 4 zu 9 zu 2,05 EUR je neuer Aktie ergab sich ein rechnerischer Wert von 0,71 EUR je Bezugsrecht - Stand Freitagabend . Bezogen auf den Eröffnungskurs von 2,80 EUR je WCM-Aktie und das Bezugsverhältnis 4 zu 9 zu 2,05 EUR je neuer Aktie ergab sich ein rechnerischer Wert von 0,50 EUR je Bezugsrecht - Stand Montagmorgen (die Ankündigung der Kapitalerhöhung erfolgte ja am Montagmorgen vor Börseneröffnung). *)

Der deutliche Kursrücksetzer sollte also nicht darüber hinwegtäuschen, dass WCM auf seinem Weg hin zu einem "Bestandshalter von Gewerbeimmobilien im Wert von 1 Milliarde Euro" weiter in Siebenmeilenstiefeln unterwegs ist. Und so wurde heute mitgeteilt, dass der Kaufvertrag für die am 2. Juni angekündigte Immobilienübernahme notariell beurkundet worden ist.
"Die jetzt gekaufte Gewerbeimmobilie wurde 2006 erbaut und verfügt über eine Gesamtmietfläche von ca. 28.400 Quadratmetern. Bei einer Vermietungsquote von derzeit 86,7 Prozent belaufen sich die annualisierten Mieteinnahmen auf rund 4,8 Mio. EUR. Das Objekt befindet sich in exponierter Lage am südlichen Mainufer und hat einen ausgewogenen Mietermix zu dem staatliche Institutionen ebenso gehören wie Tochtergesellschaften bonitätsstarker Großunternehmen. 72 Prozent der Mieteinnahmen werden mit einem noch 24 Jahre laufenden Mietvertrag mit dem Land Hessen erwirtschaftet. Die durchschnittliche Restmietlaufzeit (WALT) der Immobilie insgesamt liegt bei rund 20 Jahren. Der Kaufpreis auf 100%-Basis beläuft sich auf rund 92 Mio. EUR. Das Closing der Transaktion wird im September 2015 erwartet".
Nimmt man die erfolgten und angekündigten Akquisitionen der WCM zusammen, kommt das künftige Portfolio der WCM damit auf insgesamt 51 Immobilien mit einem Marktwert von ca. 437 Mio. EUR. Die Hälfte auf dem Weg zur Milliarde, dem erklärten Ziel, wäre also fast geschafft.

WCM befindet auf meiner Empfehlungsliste und dürfte auf absehbare Zeit "die wohl heißeste Spekulation" im deutschen Immobiliensektor bleiben. Sobald die "Wehen" der Kapitalerhöhung vorüber sind, dürften sich die Anleger wieder mehr auf die operativen Fortschritte des Unternehmens fokussieren und der Kurs seinen Weg Richtung Norden weiter fortsetzen.

*) Die historischen Kursdaten der WCM-Aktie wurden offiziell um 0,50 EUR heruntergesetzt.



!!! Ergänzung
Soeben teilte WCM mit, dass man den Vorstand um ein Mitglied erweitern werde. Der bisherige Alleinvorstand Stavros Efremidis wird zum CEO, sobald sein neuer Kollege ab September die Bereiche Finanzen und Akquisitionen übernehmen wird. Der Name des "international erfahren Immobilienfachmanns mit langjähriger Berufserfahrung" wird bekannt gegeben, sobald sein Vertrag mit seinem bisherigen Dienstherrn aufgelöst ist. Durch diese Personalie bzw. neue Struktur will WCM den Anforderungen Rechnung tragen, die der stetige Wachstumskurs des Unternehmens stelle.

Montag, 22. Juni 2015

Aurelius investiert kräftig in ihre Töchter

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius steht zumeist dann im Fokus, wenn sie einen spektakulären Exit zu verkünden hat, wenn es ihr also gelingt, eine früher zu günstigen Konditionen eingegangene Beteiligung nach erfolgreicher Re- oder Umstrukturierung mit hohem Gewinn wieder zu veräußern. Das brachte bisher durchschnittlich knapp das 9-fache des eingesetzten Kapitals und daher sind Aktionäre regelmäßig elektrisiert, wenn Aurelius hier einen weiteren Vollzug vermelden kann.

Dass diese Erfolge keine Selbstgänger sind, ist nicht immer jedermann klar, aber Aurelius muss dafür nicht nur die richtigen Chancen auftun, sondern im Anschluss auch weiter in die Portfolio-Unternehmen investieren und sie ggf. auch über einen längeren Zeitraum neu ausrichten bzw. unterstützen. Wie unter anderem Berentzen oder Blaupunkt oder auch Hanse Yachts. Die größten Erfolge kann Aurelius verbuchen, wenn konsequent antizyklisch operiert wurde und die Beteiligung operativ die Kurve kriegt. Gerne auch, wenn sich der Zyklus dreht und der Erfolg hier zusätzlichen Rückenwind erfährt. Daher fragt sich manch geneigter Beobachter bei den neuen Investments, ob diese nun wirklich das "Gewinner-Gen" haben oder ob es sich eher um einen Fehlgriff handeln könnte. Immerhin wird in unattraktive Branchen investiert, wo gerade Niedrigstpreise vorherrschen - ob sich diese dann im Nachhinein als Schnäppchenpreise erweisen, das ist das Geheimnis hinter dem Geschäftsmodell von Aurelius. Jedenfalls verirren sich aktuell wenige Investoren in die Branchen Yachtbau, Textilien oder Bildungsangebote - Aurelius allerdings tat und tut dies.

Und da es nicht ausreicht, eine Firma zu übernehmen und darauf zu hoffen, dass einem irgendjemand diese schon irgendwann einmal zu einem höheren Preis wieder abkaufen wird, engagiert sich Aurelius stark in seinen Beteiligungen: mit Know-How, Finanzmittel, Personal. Und jüngst wurden Neuigkeiten bei zwei Beteiligungen vermeldet.

Studienkreis wird weiter ausgebaut
Zunächst wurde die 60. Neueröffnung der Nachhilfe-Tochter "Studienkreis" seit der Aurelius-Übernahme Anfang 2013 gefeiert und Aurelius hat angekündigt, hier weiter massiv zu investieren und das Angebot weiter auszubauen. Bisher habe man jährlich jeweils einen siebenstelligen Betrag in die Hand genommen und auch für die nächsten Jahre plant Studienkreis pro Jahr insgesamt mehr als 50 Neueröffnungen. Dabei sollen vor allem bereits bestehende Nachhilfeinstitute gekauft und unter Studienkreis-Flagge weitergeführt werden.

Komplettübernahme von Tochter Getronics
Seit 2012 gehört die internationale IT-Beratungsfirma Getronics mit 78% mehrheitlich zu Aurelius und nun wurden die restlichen Anteile von der holländischen Royal KPN übernommen. Durch die erfolgreiche Integration der Aurelius-IT-Töchter IDS, Telvent und Steria konnten bei der Getronics/Connectis-Gruppe erhebliche Synergien gehoben, sowie Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert werden. Diesen Wachstumskurs will Aurelius weiter vorantreiben und durch die erfolgreiche Neugewinnung von Namhaften Kunden. Basierend auf strategischen Partnerschaften mit Dell, Cisco oder Microsoft sei das Portfolio konsequent weiterentwickelt und den geänderten Anforderungen der Kunden Rechnung getragen worden. Daher geht das Management davon aus, die Umsätze stärker steigern zu können als der Markt und die Profitabilität steigern zu können. Kommende Synergien durch die effiziente Verknüpfung von Landesgesellschaften und Partnern sollen hierzu die Kosten langfristig weiter senken und strategisch stehe der konsequente Ausbau der internationalen Präsenz dabei im Fokus.

Cloud und IT-Beratung sind aktuell Themen, die "gespielt" werden und Aurelius formt hier eine schlagkräftige Einheit, die in ihrem Bereich mit den Großen mithalten kann. Neben Wachstum ist das Steigern der Profitabilität wichtigstes Ziel von Aurelius, da sich hier in absehbarer Zeit lukrative Chancen für eine Veräußerung der Beteiligung ergeben könnten. Für Aurelius ist immer wichtig, dass sich solche Verkäufe auch positiv auf das Tochterunternehmen auswirken und für dieses eine perspektivisch gute neue Heimat gefunden wird. Daneben geht es aber auch immer um Geld, und zwar möglichst viel Geld, das Aurelius für seine Aktionäre erwirtschaften will. Es bleibt also spannend und wie Aurelius CEO Dr. Dirk Markus so gerne sagt: "Die Pipeline ist weiterhin prall gefüllt".

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und bleibt weiterhin einer der Top-Picks in diesem Sektor.

WCM: Kapitalerhöhung wird "richtig fett"

So, nun liegen die Details zur Kapitalerhöhung bei der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG auf dem Tisch und es wird der erwartete große Schluck aus der Pulle: Die WCM kündigt eine Bezugsrechts-Barkapitalerhöhung über bis zu 155,8 Mio. EUR an.

Zwischen dem 23. Juni und dem 6. Juli soll das Grundkapital der Gesellschaft von 33.782.538 EUR um bis zu 76.010.706 EUR durch Ausgabe von bis zu 76.010.706 neuen auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag, die jeweils einen anteiligen Betrag am Grundkapital von 1 EUR verbriefen gegen Bareinlage auf bis zu 109.793.244 EUR erhöht werden. Das Bezugsrecht lautet demnach auf 4.), so dass jeder Aktionär für jeweils 4 Aktien in seinem Bestand 9 junge Aktien hinzukaufen kann für den festgelegten Bezugspreis von 2,05 EUR je Stück. Dieser Bezugskurs liegt erheblich unterhalb des letzten Börsenkurses von gut 3 EUR und soll die Kapitalmaßnahme zum Erfolg machen.

Bezugsrechtshandel
Die Bezugsrechte, die den Aktionären eingeräumt werden, weisen einige Besonderheiten auf. Zur Glättung des Bezugsverhältnisses wurde das Bezugsrecht auf die Aktienspitze von zwei Aktien ausgeschlossen, der Bezugsrechtshandel wird jedoch für während der Bezugsfrist an der Frankfurter Börse möglich sein. So soll gewährleistet werden, dass keine Bezugsrechte verfallen und Aktionäre ggf. welche zu- oder verkaufen können, um am Ende die gewünschte Zahl junger Aktien aus der Kapitalerhöhung zu erhalten.

Alt-Aktionäre ziehen bei der Kapitalerhöhung mit
Ein ganz wichtiges Signal, wenngleich es für Eingeweihte nicht überraschend kommt, ist die unwiderrufliche Zusage von Alt-Aktionären, bei der Kapitalerhöhung mitzuziehen: sie werden rund 9,2 Mio. junge Aktien im Gegenwert von insgesamt 18,87 Mio. EUR im Rahmen der Ausübung ihrer aus dem Bezugsangebot zur Verfügung stehenden Bezugsrechte erwerben. Unter ihnen ist auch Alleinvorstand Stavros Efremidis, der junge Aktien im Gegenwert von insgesamt 2,1 Mio. beziehen wird.

Und was passiert mit "nichtbezogenen" jungen Aktien?
Sollten nicht alle Aktien über die angebotenen Bezugsrechte platziert werden können, werden diese nicht bezogenen jungen Aktien im Nachgang im Rahmen einer Privatplatzierung, einem sog. "Rump Placement", qualifizierten Investoren zum Bezugspreis angeboten. Auf diese Weise wird bisher externen Interessenten die Möglichkeit geboten, sich an der WCM zu beteiligen, und gleichzeitig ist diese Maßnahme ein weiterer Baustein im Bestreben der Gesellschaft, die Kapitalerhöhung zu einem Erfolg zu machen. Denn das Bezugsverhältnis ist schon ungewöhnlich, die Maßnahme überdurchschnittlich groß im Verhältnis zum bestehenden Eigenkapital. Andererseits dient sie weitgehend der Finanzierung bereits avisierter Investments in neue Gewerbeimmobilien, so dass konkrete Maßnahmen mit konkreten und berechenbaren Erträgen dahinter stehen.

Zum anderen kommt die Maßnahme keinesfalls überraschend, denn die letzte Hauptversammlung hatte derart umfangreiche Kapitalerhöhungen ja genehmigt, um möglichst schnell dem erklärten Ziel, einem Gewerbeimmobilienbestand von 1 Mrd. EUR, nahezukommen. Sollte die Kapitalerhöhung erfolgreich umgesetzt werden können und alle Verträge rechtsgültig werden, hätte WCM die Hälfte dieses sehr ambitionierten Ziels bereits geschafft. In weniger als einem Jahr. Rekordverdächtig!

Fazit
WCM steht auf meiner Empfehlungsliste und dürfte auf absehbare Zeit "die wohl heißeste Spekulation" im deutschen Immobiliensektor bleiben. Die Kapitalerhöhung ruft ein so großes Volumen auf, dass nicht alle Altaktionäre sie voll mitgehen können werden. Der Aktienkurs dürfte daher noch etwas unter Druck bleiben, weil einige vielleicht versuchen werden, ihren Aktienbestand auf das für sie richtige Maß zu verringern. Andererseits werden die Bezugsrechte über die Börse handelbar sein,so dass man hier mit einem Zusatzerlös rechnen kann, wenn man nicht alle ausüben will. Für mich ist jedenfalls klar, dass ich meinen Bestand an WCM weiter erhöhen und meinen Anteil nicht oder jedenfalls nur zum Teil verwässern lassen möchte. Ob dies über die Bezugsrechte der günstigste Weg ist, hängt auch von der Entwicklung des Börsenkurses ab und wie er auf diese Meldung reagiert.

Börsenweisheit der Woche 25/2015

"Große Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig".
(Friedrich Nietzsche)

Sonntag, 21. Juni 2015

Andere Ansichten: Wie viel Quellensteuer in welchem Land zu zahlen ist

Auf "finanzen.net" findet sich ein hervorragender Artikel für alle diejenigen Anleger, die auch in ausländische Wertpapiere investieren und so auch der dortigen Besteuerung unterliegen. Wie viel Quellensteuer wo zu zahlen ist, hänge nicht alleine davon ab, aus welchem Land die Anlage komme, also ob es sich um amerikanische Aktien oder französische Anleihen oder peruanische Genussscheine handelt, sondern auch ob es zwischen Deutschland und dem betreffenden Land ein sog. Doppelbesteuerungsabkommen gäbe. Darüber hinaus sollten Anleger auch berücksichtigen, dass die Bürokratie von Fall zu Fall unterschiedlich und es somit bisweilen nervenaufreibend und nur mit erheblichem Aufwand möglich sei, seine gezahlten Steuern zurückzubekommen. Der Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Länder und was bei Investments dort zu beachten ist.

Samstag, 20. Juni 2015

Investor-Update: Aurelius, Blackstone, Deutsche Rohstoff, KKR, Leifheit, WCM

Im Investor-Update notiere ich ab sofort in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

+ Aurelius
Der Kurs der Beteiligungsgesellschaft war im Vorfeld der Rekorddividende von 2 EUR je Aktie deutlich angezogen und hat in der letzten Woche angesichts der Dividendenzahlung sowie der allgemeinen Marktkorrektur einige Federn lassen müssen. Bei knapp 37 EUR habe ich ein paar Aktien nachgekauft und so die Dividende gleich wieder reinvestiert.

+ Blackstone Group L.P.
Der Kurs ist - auch aufgrund der zwischenzeitlichen Euro-Stärke - von 40 EUR auf knapp 36 EUR um 10 Prozent zurückgekommen und ich habe dieses Niveau genutzt, meine Engagement noch etwas auszubauen. Blackstone ist nun mit deutlichem Abstand die größten Position in meinem Portfolio und weist auch die höchste Dividendenrendite aus, die aufgrund des Geschäftsmodells allerdings von Quartal zu Quartal deutlichen Schwankungen unterlegen sein kann. Erst kürzlich hatte Blackstone den höchsten Quartalsgewinn aller Zeiten ausgewiesen.

+ Deutsche Rohstoff
Den Kursrückgang bei der Deutschen Rohstoff AG habe ich zur deutlichen Aufstockung meiner Depot-Position genutzt. Ich bin davon überzeugt, dass sich hier auf mittlere Sicht eine außerordentliche Chance für risikobereite Investoren bietet. Man kann die Aktie deutlich unterhalb ihres Cash-Bestands kaufen und bekommt das operative Geschäft sogar noch gratis on Top. Dabei investiert die DRAG aktuell antizyklisch in neue Öl-Vorkommen in den USA und profitiert von den stark gefallenen Kosten für Rechte, Ausrüstung, Personal. Wenn diese neu erschlossenen Quellen in Produktion gehen, also in etwa 12 bis 18 Monaten, wäre ein dann höherer Ölpreis ein zusätzlicher Turboeffekt für die Einnahmen und Gewinne der DRAG. Bei 40$ für WTI-Öl fördert die DRAG kostendeckend, aktuell liegt der WTI-Preis bei 60$. Nicht auszudenken, wenn er sich wieder der 100$-Marke nähern sollte, wo er vor einem Jahr noch locker drüber lag. Nach der anstehenden Hauptversammlung wird eine Dividende von 50 Cents ausgeschüttet, was bei einem aktuellen Kurs von 17 EUR einer Dividendenrendite von rund 3% entspricht.

- KKR & Co. L.P.
Die Private Equity-Gesellschaft konnte zuletzt mehrere interessante Deals vermelden und bleibt weiterhin aussichtsreich. Momentan bevorzuge ich allerdings Blackstone, die prinzipiell ein sehr ähnliches Geschäftsmodell aufweisen, aber deutlich größer sind als KKR. Auch ist Blackstone noch nicht im US-Öl- und Gasmarkt aktiv, während KKR hier bereits deutliche Wertberichtigungen auf seine Investments vornehmen musste, als zum Jahresende der Dollar-Absturz die Bilanz verhagelte. Ich habe daher meine KKR-Position verringert und in Blackstone-Aktien getauscht, die die erst kürzlich von Investoren eingesammelten Milliarden noch nicht in den US-Ölmarkt investiert haben, weil sie hier noch günstigere Einstiegsmöglichkeiten erwarten.

+ Leifheit
Und auch bei Leifheit habe ich weitere Aktien hinzugekauft. Der Kursrückgang von 30% seit dem Höchstkurs bei 60 EUR infolge des Ausstieg des Großaktionärs ist übertrieben, denn operativ läuft es bei Leifheit mehr als rund. Die Analysten korrigieren ihre Gewinn-Schätzungen ebenso regelmäßig nach oben wie das Management selbst und der starke Dollar wirkt wie ein Turbo auf Umsatz und Gewinn. Ich rechne mit weiteren positiven Nachrichten in den nächsten Wochen, noch vor der Veröffentlichung des 6-Monatsergebnisses, das offiziell am 12. August ansteht.

= WCM
Das Kursniveau zwischen 2,70 und 3 EUR scheint sich als solider Boden für die anstehende Kapitalerhöhung herauszustellen. Ich gehe davon aus, dass demnächst die Konditionen hierfür präsentiert werden, da sie ja bereits in den nächsten Wochen über die Bühne gehen soll. Je nachdem, wie die Konditionen ausfallen und sich der Aktienkurs verhält, entscheide ich, ob ich über die Bezugsrechte der Kapitalerhöhung aufstocke, oder einfach weitere Aktien über die Börse zukaufe. Dass ich meinen Bestand an dieser aktuell wohl heißesten Immobilienspekulation Deutschlands aufstocken werde, steht für mich außer frage. Denn die vielen in kürzester Zeit abgeschlossenen Deals zeigen, dass bei WCM nicht mit heißer Luft gehandelt wird, sondern den großen Worten ebensolche Taten folgen. Und dabei ist der Neustart der WCM gerade mal erst 6 Monate her...

.: Cashquote 28%
Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten an den Märkten, der doch eher fairen bis ambitionierten Bewertung der Börsen im Allgemeinen sowie der eher negativen Börsenjahreszeit halte ich eine recht hohe Cashquote von 28%. In den nächsten Wochen könnte es durchaus zu dem einen oder anderen übertriebenen Abverkauf in einzelnen Werten oder den Börsen insgesamt kommen und da bin ich dann gerne gut gerüstet - und zur Stelle. Denn langfristig bringt Liquidität die Rendite.

Freitag, 19. Juni 2015

WCM: schneller Vermietungserfolg bei neu erworbener Düsseldorfer Immobilie

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG wartet mit der nächsten Erfolgsmeldung auf. Und auch wenn es sich dieses Mal nicht um einen Neuerwerb handelt, ist sie nicht minder wichtig. Denn es handelt sich um einen Vermietungserfolg in dem erst kürzlich übernommenen Gewerbeobjekt in der Düsseldorfer Kavalleriestraße, wo nun neben dem Land Nordrhein-Westfalen eine Kindertagesstätte als Mieter ab August 2016 gewonnen werden konnte. Bei dem 15-Jahres-Mietvertrag zuzüglich Verlängerungsoption über eine Nutzfläche von 610 Quadratmetern fungiert die Stadt Düsseldorf als Mietgarantiegeber.

Mit diesem Vermietungserfolg steigt der Vermietungsstand des von der WCM AG vor wenigen Monaten erworbenen Objekts in Düsseldorfer Citylage mit einer Gesamtfläche von 2.956 Quadratmetern auf 100 Prozent. Die Mieteinnahmen der Immobilie erhöhen sich um rund 40 Prozent und die durchschnittliche Restmietlaufzeit (WALT) der Immobilie auf mehr als 13 Jahre verglichen mit dem Gesamtportfolio der WCM, wo sie bei 10 Jahren liegt.

WCM legt weiterhin ein rasantes Tempo vor und zeigt, dass es ihr nicht nur um Neuakquise von Gewerbeimmobilien geht, sondern sie mindestens ebenso viel Energie in die Entwicklung der erworbenen Objekte steckt, um hier die vorhandenen Wertschöpfungspotenziale zu heben.

WCM befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und aufgrund der Ankündigung einer großen Kapitalerhöhung zur Finanzierung der vielen Zukäufe ist der Kurs auf rund 3 EUR zurückgekommen, nachdem er bereits an der 4 Euro-Marke geschnuppert hatte. Die noch nicht en Detail genannten Konditionen der für Anfang Juli geplanten Kapitalerhöhung verunsichern zur Zeit die Anleger etwas, das gegenwärtige Kursniveau dürfte sich bald aber als attraktive Einstiegsgelegenheit für Mittel- und Langfristanlager herausstellen. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Wer vorher schlau sein möchte, legt sich die WCM-Aktien ins Depot und freut sich darauf, bald im Zuge der Kapitalerhöhung weiter Stücke zukaufen zu können. Allerdings muss man sich auf eine weiterhin überdurchschnittliche Volatilität dieser Aktie einstellen.

Warren Buffett kriegt gar nicht genug... Ketchup

Warren Buffett, das "Orakel von Omaha" und der Welt erfolgreichster und bekanntester Value Investor hat ein Faible für Konsumwerte. Gemeinsam mit der Brasilianischen Private Equity Gesellschaft 3G kaufte Buffett vor einigen Jahren den Ketchup-Hersteller Heinz und nahm diesen von der Börse, um ihn in aller Ruhe und ab vom Rampenlicht auf Rendite zu trimmen.

Und nun wird dieser in einer spektakulären Übernahme mit der börsennotierten Kraft Foods fusioniert, und Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway wird hier der Mehrheitsgesellschafter sein, noch vor Partner 3G. 12 der damals 23 Milliarden Dollar schweren Heinz Ketchup Übernahme betrug Buffetts Anteil und nun kommen weitere 5,4% hinzu, denn Buffett nutzte eine ihm damals eingeräumte Option, seinen Anteil aufstocken zu können, so dass er nun auf 52,5% der Anteile kommt. Kurz vor Abschluss der Fusion mit Kraft Foods baut Buffett also seine Position aus und wird damit zum größten Aktionär der neuen Kraft Heinz Co., die mit rund 28 Milliarden Dollar Umsatz die weltweite Nummer 5 der Branche sein wird. Spitzenreiter mit weitem Abstand bleibt der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit rund 95 Milliarden.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 16. Juni 2015

Andere Ansichten: Warum alle Investoren Dividenden lieben sollten

Gleich mehrere überzeugende Gründe zählt "The Motley Fool" auf, warum alle Investoren Dividenden lieben sollten. So stellten Dividenden langfristig eine Großteil der Gesamtrendite von Aktieninvestments dar und böten im Niedrigzinsumfeld attraktive Alternativen zu Sparbüchern oder Bundesanleihen, bei denen die Inflation den mageren - auch noch zu versteuernden Ertrag - komplett aufzehre. Darüber hinaus hätten Dividenden den positiven Effekt auf das Management, dass dieses bei der Kapitalverteilung disziplinierter vorgehen müsse und daher stellten Dividenden einen stetigen Cashstrom dar, den man als junger Mensch in Aktien reinvestieren können, um den Zinsenszinseffekt zu nutzen, oder im Alter als zusätzliches Renteneinkommen.

Werden Rohstoffe wie Öl, Gold oder Platin jetzt wieder interessant?

Die Weltkonjunktur stottert, die Eurokrise lähmt, die Zinsen notieren nah am historischen Rekordtief dank der weltweiten Interventionen der Notenbanken. Immobilien und Aktien scheinen die einzigen verbliebenen Anlagen zu sein, die noch zufriedenstellende Renditen versprechen, doch der jahrelange Preisanstieg hat beide Assets auch teuer und anfällig für Korrekturen gemacht. Antizyklisch handelnde Anleger sehen sich also nach Alternativen um und da könnten die Rohstoffe wieder in den Blick geraten, denn sowohl die Aktien der Minenunternehmen als auch die Rohstoffpreise an sich haben schon deutlich bessere Tage gesehen.

Was macht das Öl?
Der Ölpreisverfall kam schnell und massiv, um knapp die Hälfte brach "das schwarze Gold" Ende letzten Jahres ein, als Saudi-Arabien einen Kursschwenk in der OPEC vollzog. Man ist nicht mehr bereit, das insbesondere dank der US-Fracking-Industrie herrschende weltweite Überangebot an Öl durch einseitige saudische Fördermengenkürzungen auszugleichen, um die anderen Staaten am dann folgenden unweigerlichen Anstieg des Ölpreises verdienen zu lassen. Die neue Marschroute der Saudis ist, die neue Konkurrenz durch den Ölpreisverfall aus dem Markt zu werfen und darauf zu setzen, dass das hieraus resultierende geringere Angebot dann zu einem Ölpreisanstieg führen wird - mit den Saudis als größtem Produzenten und Profiteur. Und da die Saudis für etwa 5 Dollar das Öl aus dem Wüstensand holen, die US-Amerikaner aber zu Kosten um die 50 Dollar fracken, sehen sich die Wüstenscheichs am längeren Hebel.

Allerdings nehmen nicht nur die Zahlen für neue Bohrlöcher in den USA und Kanada rapide ab, sondern fast ebenso schnell fallen die Kosten für die dortige Förderung. Es kann also durchaus sein, dass die Saudis die amerikanische Konkurrenz nicht aus dem Markt schmeißen können, sondern sie nur zu erheblich höherer Effizienz gezwungen haben. In diesem Markt ist auch die von mir empfohlene Deutsche Rohstoff AG sehr erfolgreich tätig.

Bleibt der Goldpreis ein Trauerspiel?
Der Hype beim Gold ist schon einige Jahre vorbei, zuletzt konnten nicht einmal mehr die vielen weltweiten Krisen dem Gold und seinem Ruf als Krisenwährung auf die Sprünge helfen. Neue Steuerregelungen in Indien, eine  stark nachlassende Nachfrage aus China und ein zuvor viel zu starker künstlicher Preisanstieg haben den Goldpreis jeder Phantasie beraubt. Value-Ikone Warren Buffett lässt seit jeher kein gutes Blatt an Gold, spricht ihm die Berechtigung ab, in einem Portfolio zu sein und bezeichnet Gold als unproduktive Geldanlage. Und in der Tat, Zinsen wirft Gold nicht ab.

Anders ist dies bei Goldproduzenten, deren Aktien bieten neben der Chance auf Kursgewinne auch zumeist attraktive Dividendenrenditen. Doch in der Boomzeit haben die großen Minengesellschaft viel zu teuer neue Abbaugebiete erschlossen oder sich kleinere Konkurrenten einverleibt. Daraus resultieren extrem hohe Verschuldungsgrade und Zinslasten in den Bilanzen, so dass die Minenaktien von Newmont Mining, Barrick Gold und anderen massiv unter Druck standen. Und stehen. Allgemeiner Lösungsansatz ist für viele, sich von teuren Beteiligungen zu trennen und Minen mit hoher Kostenstruktur zu schließen. Und das, nachdem der Markt eingebrochen ist. Man muss kein Prophet sein um zu erkennen, dass hier sehr viel Geld der Aktionäre in den Sand gesetzt wurde und wird. Da die Aktienkurse dies deutlich widerspiegeln, kann man sich schon die Frage stellen, ob sich erste antizyklische Investments auf mittlere und lange Sicht nicht lohnen könnten, denn mit reduziertem Schuldendienst und niedrigerer Kostenstruktur wäre die Minenunternehmen solide aufgestellt und würden dann bei anziehenden Rohstoffpreisen stark profitieren.

Ungewöhnliche Konstellation zwischen Gold und Platin
Während die meisten Menschen sich unter Silber und Gold etwas vorstellen können und damit einen Wert verbinden, ist dies bei Platin nicht immer der Fall. Dabei ist dieses Weißmetall eigentlich viel wertvoller als Gold und findet insbesondere in der Schmuckindustrie und in Dieselkatalysatoren Verwendung. Äußerst ungewöhnlich ist die Konstellation, dass Platin zur Zeit niedriger notiert als Gold und solche Phasen halten historisch betrachtet meistens nur kurz an, dann kehrt sich das Verhältnis wieder um. Wer hierauf spekulieren möchte, ist sicherlich kein Langfristanleger und kein Investor, was jedoch nicht heißt, dass hiermit kein Geld zu verdienen wäre. Für Spekulanten, die sich hier mit Differenzkontrakten engagieren möchten, kommen z.B. entsprechende Rohstoff-CFDs von IG in Betracht. IG ist nach eigenen Angaben einer der bekanntesten CFD Trader mit Jahrzehnte langer Erfahrung im Handel mit Differenzkontrakten und eigener Nutzerplattform für den Onlinehandel mit CFDs.

Mein Fazit als Value Investor
Die Entwicklung der Rohstoffpreise ist nicht meine Welt, aber Investments in Aktien von Rohstoffunternehmen halte ich durchaus für reizvoll. Bei den Gold- und Minenwerten schreckt mich momentan die hohe Verschuldung und der Zwang, teure Assetts abgeben zu müssen, um den Verschuldungsgrad herunterzufahren. Dies wird zu Abschreibungen und Verlusten führen, bevor die Bilanzen wieder halbwegs solide dastehen werden. Gleichzeitig machen die konjunkturellen Rahmenbedingungen eher nicht Eindruck, dass man hier unter Zeitdruck in die Branche investieren müsste, weil einem ansonsten eine Jahrhundertchance entgehen würde. Die optisch hohen Dividendenrenditen werden zu oft noch aus der Substanz, den stark schrumpfenden Rücklagen und Reserven ausgeschüttet, so dass auch unter diesem Aspekt eher Vorsicht angesagt ist. Für ein Investment scheint es noch zu früh.

Und dann bleibt da noch die Öl- und Gasbranche, die mit enormen Problemen kämpft aufgrund des niedrigen Ölpreises. Mein Favorit als antizyklisches Value-Investment ist die Deutsche Rohstoff AG, die auf viel Geld sitzt und die Schwäche der Branche gnadenlos ausnutzt, um sich eine attraktive Ausgangsposition für den nächsten Ölpreisanstieg zu sichern. Und indirekt bleibt die Blackstone Group eine Empfehlung wert, denn CEO Stephen Schwarzman hat viel Geld von Investoren eingesammelt, das er in die Branche zu investieren gedenkt - sobald die Preise in den Keller gefallen sind, vorher nicht. Für Blackstone gelten die gleichen Argumente hinsichtlich der antizyklischen Chancen, nur dass es bei Blackstone nicht um hundert Millionen Dollar geht, sondern um zweistellige Milliardenbeträge. Beide Aktien können Anleger sich auf diesem Kursniveau durchaus ins Depot legen; ich bin sicher, dass wir mittel- und langfristig deutlich höherer Kurse bei beiden Werten sehen werden.

Blackstone Group L.P. und Deutsche Rohstoff AG befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.


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Montag, 15. Juni 2015

Deutsche Rohstoff: Der Sommer ist zurück und mit ihm der Earl

Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) ist angetreten, einen weltweit operierenden deutschen Rohstoffproduzenten aufzubauen und sie tut dies mal mit kleinerem, mal mit größerem Erfolg. Die Ausflüge in die Welt der Mineralien und Metalle brachte bisher noch keine großen Gewinne, man positioniert sich hier aber aussichtsreich. Den Jackpot knackte die DRAG vor anderthalb Jahren, als man die erst 2011 ins Leben gerufene Tekton Energy äußerst gewinnbringend verkaufte. Seit dem Verkauf der US-Öl- und Gasfördertochter sitzt man auf einem riesigen Cash-Berg, den man nun nach dem starken Absturz des Ölpreises sukzessive wieder beginnt, in entsprechende Projekte in den USA zu investieren. Aber nicht irgendwo, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wattenberg-Feld, wo man bereits so erfolgreich mit der Tekton unterwegs war.

Nun, die noch der DRAG gehörenden Reste der Tekton heißen heute Elster Oil & Gas und ein zweites Standbein gibt es auch, die Cub Creek Energy und beide haben bereits mit neuen Projekten begonnen - es winken auch Steuererstattungen, die unter Umständen die gesamten von der DRAG gezahlten Steuern aus dem Tekton-Deal von 38 Mio. Dollar zurückholen könnten. Ein Bonbon und gleichzeitig eine Sicherheitsmarge für die neuen Projekte.

Maßgeblich am Tekton-Erfolg beteiligt waren die beiden treibenden Kräfte dahinter, die beiden Gründer Jerry Sommer und Earl Norris. Die hatten sich erst einmal eine Pause gegönnt und betreten nun wieder die Bühne - unter DRAG-Führung. Denn die DRAG gab heute bekannt, dass man zusammen mit den beiden Öl-Veteranen die Salt Creek Oil & Gas mit Sitz in Denver, Colorado, gegründet hat. Die DRAG hält dabei die Mehrheit der Anteile und das operative Geschäft wird Tim Sulser als CEO leiten, ein Erdöl-Ingenieur, der seit 15 Jahren erfolgreich in der US Öl- und Gasindustrie arbeitet.
Jerry Sommer, Chairman von Salt Creek Oil & Gas, sagte: "Wir sind begeistert, ein neues Projekt mit dem erfolgreichen Team zu starten, das im Jahr 2011 Tekton Energy gegründet hat. Die Fähigkeiten und Erfahrungen von Tim Sulser ergänzen das Team hervorragend." Tim Sulser, CEO der Salt Creek Oil & Gas, kommentierte: "Ich freue mich darauf, eine erfolgreiche Öl- und Gasgesellschaft aufzubauen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um in den nächsten Jahren einen erheblichen Wert zu schaffen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um in den US Öl- und Gasmarkt zu investieren."
Für DRAG-Aktionäre sind dies weitere positive Nachrichten, denn die DRAG ist aktuell antizyklisch unterwegs und akquiriert zu Tiefstpreisen und niedrigen Kosten neue Explorationsflächen. Dabei kann sie bereits erste Erfolge vorweisen, denn die ersten fünf Bohrungen auf der Magpie-Fläche von Elster laufen bereits und sollen im dritten Quartal 2015 die Produktion aufnehmen. Weitere Bohrungen, sowohl bei Cub Creek als auch Elster, dürften im vierten Quartal 2015 beginnen. Dabei wird der Ölpreis einen wesentlichen Einfluss auf Umfang und Geschwindigkeit der Bohrungen haben, denn der Break-Even liegt in Wattenberg bei rund 40 USD pro Barrel. Mit dem derzeitigen WTI Ölpreis von ca. 60 USD pro Barrel, sind die Bohrungen wirtschaftlich bereits sehr lukrativ, meint DRAG-CEO Dr. Gutschlag.

Im wichtigsten Betätigungsfeld läuft es für die DRAG mehr als rund und sollen die Bohrungen auch nur annähernd die Erwartungen erfüllen, dürfte das KGV für 2016 und 2017 auf mittlere einstellige Werte sinken - bezogen auf die heutigen Schnäppchenkurse um18 EUR. Dabei hat die DRAG den großen Wettbewerbsvorteil, dass sie finanziell aus dem Vollen schöpfen kann: sie investiert eigenes, vorhandenes Kapital in die Projekte, spart sich so nicht nur die Zinsen, sondern kann auch Marktschwankungen beim Ölpreis locker aussitzen und ggf. für sich nutzen. Anderes als viele ihrer Mitbewerber, die auf die sofortigen Öl- und Gasverkäufe aus der Produktion angewiesen sind, um die Liquidität - und den betrieb - am Laufen zu halten. Die Deutsche Rohstoff AG betrachte ich mittel- und langfristig weiterhin als eine der aussichtsreichsten Unternehmen auf meiner Empfehlungsliste und sehe sie bei 18 EUR als deutlich unterbewertet an.

Apropos Zinsen... Mitte nächsten Jahres kann die DRAG vorzeitig eine vergleichsweise teuer verzinste Anleihe zu 103 Prozent des Nominalwerts zurückkaufen. Hier würde sie einiges an Zinsen in den Folgejahren sparen, was der GuV einen zusätzlichen Schönheitsschub verpassen wird.

Zunächst wird es aber 50 Cents Dividende je Aktie geben am Tag nach der Hauptversammlung am 21. Juli. Der Halbjahresbericht wird dann für den 30. September erwartet und dürfte viele interessante Neuigkeiten bringen.

Börsenweisheit der Woche 24/2015

"Ein gesparter Penny ist ein verdienter Penny".
(Benjamin Franklin)

Samstag, 13. Juni 2015

Tiefschlag für Balda: 10 Prozent der Umsätze brechen weg

Freitagabend, kurz vor Börsenschluss, gab die Balda AG bekannt, dass der Hauptkunde ihrer US-Tochtergesellschaft Balda C. Brewer, Inc. im Bereiche Eyewear aufgrund einer internen Strategieentscheidung künftig den wesentlichen Teil der bezogenen Produkte selbst fertigen wird. Diese Nachricht bedeutet einen erheblichen Rückschlag für den Balda-Konzern, denn das Management geht davon aus, dass hiermit 10 Prozent der Umsätze des Gesamtkonzerns wegbrechen werden.

Die 9-Monatszahlen von Mitte Mai sind damit Makulatur, denn die Entscheidung hat für Balda gleich mehrere negative Auswirkungen. Zunächst werden aufgrund des Transformationsprozesses zwar erhöhte Umsätze erwartet, diese gehen jedoch auch mit erhöhten Aufwendungen einher. Ab Mitte 2016 wird der Umsatzanteil dann komplett entfallen und das bringt auch schon Unbill für das laufende Geschäftsjahr mit sich, das am 30. Juni endet. Denn hier wird es eine erhebliche Wertberichtigung auf den Firmenwert der US-Tochter geben, denn diese steht seit der Übernahme mit einem nicht unerheblichen Goodwill (Firmenwert) in der Balda-Konzernbilanz. Dazu kommen Einmalaufwendungen für den Umstrukturierungsprozess. Der operative Turnaround wird also auf unbestimmte Zeit verschoben, die US-Tochter, bisheriger Hoffnungsträger, wird zur Dauerbaustelle.

Die konkreten Auswirkungen auf den Jahresabschluss 2014/2015 sowie die Folgejahre lassen sich noch nicht beziffern, aber sie werden erheblich sein und keineswegs positiv. Balda bleibt weiterhin den Beweis schuldig, dass man gewinnbringend operativ tätig sein kann und zehrt von den großen Rücklagen aus den Verkäufen der ehemaligen Beteiligung am taiwanesischen Apple-Zulieferer TPK. Am der grundsätzlichen Spekulation hat sich durch die Meldung nichts geändert. Baldas Aktienkurs ist durch die hohen Cash-Bestände von rund 200 Mio. EUR solide abgesichert, was nicht bedeutet, dass der Aktienkurs die Marktkapitalisierung nicht unter diese Marke drücken und dort länger verharren kann. Dieses Geld soll für Zukäufe verwendet werden und die blieb Balda bisher schuldig. Nach den gegenseitigen Klagen bei der US-Tochter dürfte dieser Bereich nun zunächst mit sich selbst beschäftigt sein, um wieder auf Kurs zu kommen. Kaum vorstellbar, dass hier ein potenzieller Zukauf erfolgt, der dann bei der ohnehin schwierigen Operation auch noch integriert werden müsste.

Wer also auf schnelle Erfolge und Kursgewinne bei der Balda-Spekulation gesetzt hat, der dürfte zurecht enttäuscht sein. Für Anleger mit langem Atem hat sich "nur" der Zeithorizont nach hinten verschoben. Trotz des deutlichen Kurseinbruchs sollte man von (weiteren) Aktienkäufen aber erst einmal absehen und auf die Vorlage der Zahlen warten. Die konkreten Auswirkungen auf das Jahresergebnis des aktuellen Geschäftsjahres, die Höhe der Wertberichtigungen auf den Goodwill und vor allem die Auswirkungen auf die Folgejahre, insbesondere was das operative Geschäft angeht, müssen zunächst auf den Tisch, bevor eine Neubewertung der Anlageentscheidung vorgenommen werden kann. Balda bleibt daher zunächst auf meiner Empfehlungsliste, allerdings momentan nur als Halteposition mit negativem Ausblick

Mittwoch, 10. Juni 2015

KKR kauft Bayers Diabetes-Sparte

Die Private Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) gab heute bekannt, dass ihre Tochter Panasonic Healthcare die Diabetes-Sparte des deutschen Pharmariesen Bayer für gut 1 Mrd. EUR übernehmen wird. Zum nun verkauften Bereich, der im vergangenen Jahr 909 Mio. EUR Umsatz erzielte, gehören Blutzuckermessgeräte und -sensoren der Marke Contour und weitere Blutzuckermesssysteme wie Breeze oder Elite sowie Microlet-Stechhilfen.

Hinter der auf Medizintechnik spezialisierten Panasonic Healthcare Holdings Ltd. stehen KKR mit 80% Anteil und der Elektronikriese Panasonic, der die restlichen 20% hält.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 8. Juni 2015

Droht Lebensversicherern schon bald die Pleite?

Nachdem kürzlich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor Versicherungspleiten in Deutschland gewarnt hat, kommt nun auch die Ratingagentur Assekurata zu einer sehr kritischen Einschätzung der Branche. Die anhaltende Niedrigzinsphase drohe, die deutschen Lebensversicherer in den nächsten 10 Jahren massiv zu belasten und könne auf breiter Linie zu Finanzierungsengpässen führen.

Senkung des Garantiezinses ist nur Tropfen auf den heißen Stein
Assekurata hat ermittelt, dass die Lebensversicherer die von ihnen an ihre Kunden zu leistenden Garantieverzinsungen absehbar nicht mehr aus eigenen laufenden Kapitalerträgen erwirtschaften können werden, sofern die Niedringzinsphase noch 10 Jahre anhalte. Die für Neuabschlüsse ab 2015 geltende gesenkte Garantieverzinsung von 1,25 Prozent stehe einer Reihe von Altverträgen mit Garantiezinsen bis hin zu 4 Prozent gegenüber.

Da entsprechende Renditen am Kapitalmarkt nicht mehr zu erzielen sind, müssen die Versicherer seit 2011 eine sog. Zinszusatzreserve aufbauen. Um die Garantien laufender Lebens- und Rentenversicherungsverträge abzudecken, müssten die Unternehmen diese Zinszusatzreserve bis zum Jahr 2024 von bislang gut 21 Milliarden Euro im schlimmsten Fall auf rund 150 Milliarden Euro aufstocken. Doch schon heute zehrt die Zinszusatzreserve an den ohnehin sinkenden Überschussbeteiligungen der Lebens- und Rentenversicherungen und für die Kunden würde die Rendite immer unattraktiver werden.

Mit sinkender Attraktivität der Lebensversicherung als Anlage- und Vorsorgeprodukt und entsprechend weniger Neuabschlüssen gehen den Versicherungen nicht nur neue Kunden aus, sondern auch die Mittelzuflüsse werden sich verringern. Für die Aktionäre verheißt diese Gemengelage nichts Gutes, denn sinkende Umsätze bei noch stärker schrumpfenden Gewinnen sind kein Stoff, aus dem Börsianerträume gestrickt sind. Vielmehr laufen die Lebensversicherer in eine Situation hinein, die verheerend an eine Schraubpresse erinnert: sinkende Erträge führen dazu, dass hieraus auch noch eine stärkere Rücklage gebildet werden muss. Was zu zusätzlichen sinkenden Gewinnen führt.

Es liegt klar auf der Hand, dass dieses Szenario auch erhebliche Auswirkungen auf die bisher üppigen Dividenden der Branche haben wird. Wenn die Reserven wie Schnee in der Sonne schmelzen, werden hieraus nicht auch noch Dividenden ausgeschüttet werden können. Und das operative Geschäft wird ohnehin viel weniger abwerfen als bisher. Kaum vorstellbar, dass die Aktienkurse sich dieser katastrophalen Entwicklung entziehen können werden. Einzig ein deutliches und dauerhaftes Anziehen des Zinsniveaus könnte diese Abwärtsspirale beenden. Doch nach einer grundlegenden Zinswende mit Zinsniveaus von 3 oder 4 Prozent sieht es nicht aus. Daher sollte man jetzt und heute sein Engagement in Versicherungsaktien überdenken. Und auch als Versicherter seine Altersversorgung kritisch überprüfen, wenn man denn sein Geld in einer Kapitallebensversicherung anlegt.

Und was ist mit Berkshire Hathaway?
Und so kommen wir zu einer Besonderheit in der Versicherungslandschaft, für die dieses Szenario nur bedingt gilt: Warren Buffetts Berkshire Hathaway. Kürzlich hatte ich bereits spekuliert, ob Buffett nicht damit anfangen würde, seine Versicherungsaktien aus dem Depot zu werfen. Dabei geht es um reine Finanzbeteiligungen, Munich RE oder Swiss Re, nicht um die eigene Berkshire-Versicherungssparte, die aus General RE oder Geico besteht. Der Versicherungsbereich macht bei Berkshire einen erheblichen Anteil an Umsatz und Gewinn aus, unbestritten. Ebenso unstrittig ist, dass der stetige Strom an frischer und zinsloser Liquidität durch die Versicherungsprämien einer der wesentlichen Schlüssel zu Buffetts herausragendem Erfolg als Investor war und ist. Die Niedrigszins-Problematik trifft Berkshire Hathaway aber weit weniger stark als ihre Konkurrenten, denn Berkshire legt das Geld seiner Versicherten ja nicht einfach nur an, sondern zu dem Konglomerat gehören mehr als hundert Unternehmen und Beteiligungen. Aus den Millarden-Beteiligungen an American Express, IBM, Wells Fargo, Coca Cola Walmart, Kraft Heinz und vielen mehr kommen hohe Cashzuflüsse und hohe Renditen, mit denen Berkshire die Phase niedriger Zinsen und sinkender Erträge in der Versicherungssparte kompensieren und wohl länger aussitzen kann, als jeder seiner Konkurrenten. Es ist daher anzunehmen, dass Berkshire künftig niedrigere Renditen erwirtschaften wird, als die durchschnittlich fast 20 Prozent pro Jahr während der letzten 50 Jahre, aber eine finanzielle Schieflage droht hier nicht.

Ganz anders als bei der Konkurrenz, vor allem aus Deutschland. Hier wird es auch für die Riesen Allianz und Ergo kritisch werden können und der mittel- und langfristige Ausblick für die Unternehmen - und die Aktionäre - trübt sich weiter ein. Ich bleibe dabei: die deutsche Versicherungsbranche offenbart sich immer mehr als Value Trap.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und wird hier auf Sicht das einzige Unternehmen aus der Versicherungsbranche bleiben. Als Neu- bzw. Nachkauf sehe ich die Aktie momentan allerdings nicht.



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Weitere Artikel zum Thema:

12.05.2015 Andere Ansichten: BaFin-Warnung vor Versicherungspleiten
07.05.2015 Schmeißt Buffett die Rückversicherungsaktien aus seinem Depot?
27.04.2015 Deutsche Lebensversicherungsbranche ist die riskanteste der Welt!
02.02.2015 Value Trap Rückversicherungsaktien?
15.01.2015 Lebensversicherungen sind die pure Geldverschwendung
02.12.2014 Versicherungsaktien: Renditen runter, Risiko rauf
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08.11.2012 Dividendenwerte schlagen Lebensversicherungen!

Börsenweisheit der Woche 23/2015

"Die meisten Anleger glauben, Qualität und nicht etwa der Preis sei der Maßstab dafür, ob eine Geldanlage riskant ist. Doch qualitativ hochwertige Aktiva können riskant und Vermögenswerte niedriger Qualität können sicher sein. Es ist alleine eine Frage des Preises, den man für sie bezahlt hat."
(Howard Stanley Marks)

Donnerstag, 4. Juni 2015

Bei der Wolfram-Tochter der Deutschen Rohstoff AG tut sich was

Die im Entry Standard notierte Deutsche Rohstoff AG hat sich zum Ziel gesetzt, einen neuen Rohstoffproduzenten aufzubauen. Schwerpunkte sind Öl & Gas und sogenannte Hightech-Metalle wie Wolfram, Zinn und Seltene Erden. Alle Projekte befinden sich in politisch stabilen Ländern mit hohen Umweltstandards. Das Geschäftsmodell gründet auf der (Wieder-) Erschließung von Vorkommen, die bereits in der Vergangenheit gut erkundet worden sind.

Nach dem erfolgreichen Verkauf der US-ÖL- und Gasfördertochter Tekton, aus der für 2014 ein Konzernjahresüberschuss von 54 Mio. EUR erwuchs (bei einer Börsenkapitalisierung der DRAG von 97 Mio. EUR!), liegt der Fokus aller Interessierten natürlich auf diesem Bereich und den möglichen künftigen Projekten. Zumal die DRAG für den Tekton-Verkauf 38 Mio. Dollar an Steuern zahlen musste, die unter bestimmten Umständen ganz oder teilweise zurück an das Unternehmen fließen können, sollte die DRAG wieder in neue Öl- und Gasförder- bzw. Bergbauprojekte in den USA investieren. Und die ersten Projekte wurden bereits angeschoben, wobei der DRAG die stark gesunkenen Preise für Land, Rechte, Equipment und Personal aufgrund der Krise in der US-Schieferöl-Industrie sehr zugute kommen.

Wolfram-Aktivitäten
Mit den jüngst veröffentlichten Zahlen zu Geschäftsjahr 2014 rücken nun aber auch andere Aktivitäten der DRAG wieder stärker ins Blickfeld, zum Beispiel die Wolfram-Aktivitäten. Letzten September hatte die DRAG ihre Mine Wolfram Camp im australischen Queensland an die Almonty Industries, zu der unter anderem die Los Santos Wolfram-Mine in Spanien gehört, verkauft und dabei alle Aktien der beiden zu 100% von der DRAG gehaltenen australischen Gesellschaften Wolfram Camp Mining und Tropical Metals, die die Mine betreiben, veräußert. Im Gegenzug erhielt die DRAG 12,2 Millionen Aktien von Almonty, die gemäß dem 15-tägigen Durchschnittskurs von 0,86 CAD einem Wert von 10,5 Mio CAD bei Vertragsabschluss entsprechen. Darüber hinaus erhielt man eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von 7,5 Mio. CAD mit einer Laufzeit von 2,5 Jahren. Diese wird mit 4 Prozent p.a. verzinst und kann von DRAG ab einem Aktienkurs von 1,45 CAD in Almonty-Aktien umgetauscht werden. Allerdings fällt der Wolframpreis seit 3 Jahren stetig und so musste man im Februar bekanntgeben, dass sich der Wert von Wolfram Camp verringert und sich daher auch der Kaufpreis reduziert habe, wie es im Kaufvertrag vereinbart war. Hiernach reduzierte sich der Betrag der Wandelschuldverschreibung, um 1,5 Mio. CAD auf nunmehr 6 Mio. CAD. Dies hat im Jahresabschluss der DRAG auch zu einem entsprechenden Wertberichtigungsbedarf geführt.

Die DRAG gab ihre eigenen Wolfram-Tätigkeiten also auf und brachte sie in eine andere Gesellschaft ein, die auch das operative Geschäft betreiben soll. Und Almonty strebt an, zum größten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas zu werden. Dazu wollte man mit Woulfe Mining fusionieren, der 100%-Eigentümerin des Sangdong Wolfram/Molybdän-Projekts in Südkorea, das über eine abgeschlossene Machbarkeitsstudie und eine sehr große Wolfram-Ressource verfügt. Dieser Versuch scheiterte jedoch. Allerdings ließ Almonty nicht locker und scheint nun auf einem anderen Weg zum Zuge zu kommen, denn nun kauft man 8 Prozent an Woulfe Mining. Die Investition setzt sich aus einem Aktienkauf von Woulfe Aktien von dem bestehenden Woulfe-Aktionär Dundee Resources Limited, sowie dem Erwerb von Wandelschuldverschreibungen durch Almonty zusammen. Teile der Akquisition wurden mit Aktien von Almonty finanziert. Der Anteil der Deutsche Rohstoff AG ist daher von 24,92% auf 23,54% verwässert worden. Darüber hinaus hat Woulfe Mining eine weitere Wandelschuldverschreibung an Almonty begeben. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf ca. 6,7 Mio. CAD. Sollte Almonty alle Wandelschuldverschreibungen in Aktien von Woulfe umwandeln, liegt der Anteil an Woulfe bei 18,2%. Almonty hat durch die Transaktion und die damit verbundenen Rechte bereits jetzt die Möglichkeit mehr als 50% der Sitze im Board von Woulfe zu besetzen.

Doch nicht nur durch Wachstum will man Erfolge erzielen, sondern auch durch eine bessere Kostenstruktur und mehr Effizienz. So wurde bereits der erste Teil der Restrukturierung der Wolfram Camp-Mine erfolgreich abgeschlossen und bis Ende September will Almonty auch die Aufbereitung komplett überarbeitet haben, sodass die Kostenstruktur auf Wolfram Camp jener auf der rentabel arbeitenden Los Santos-Mine von Almonty in Spanien entspreche.

Unter dem Strich sollten diese Maßnahmen dazu führen, dass die DRAG an einem wettbewerbsfähigen Wolfram-Produzenten maßgeblich beteiligt ist und wenn der Weltmarktpreis für Wolfram seine Talfahrt beendet und bei einer Konjunkturerholung wieder zu steigen beginnt, kann die DRAG auch in dieser Sparte doch noch Erfolge einfahren, die bisher ausgeblieben sind. Und hierbei hat sie keine Hast, denn aufgrund des enormen Cashbergs, auf dem die DRAG dank des Tekton-Verkaufs sitzt, ist sie nicht unter Zugzwang, kurzfristige Erfolge erzielen zu müssen, sondern sie kann ruhig und solide ihre Chancen wahrnehmen.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Ich halte sie für deutlich unterbewertet und für einen Top-Pick im Bereich der deutschen Nebenwerte sowie für eine der besten Chancen, um bei einem Wiedererstarken des Ölpreises mit von der Partie zu sein.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Andere Ansichten: Der Hype rund um Aktienrückkäufe

Es gäbe viele einseitige Betrachtungsweisen um Wohl und Weh von Aktienrückkäufen beklagt Christian Kirchner und versucht eine ausgewogene Darstellung unter "Über den Hype rund um Aktienrückkäufe". So würde durch Aktienrückkäufe zwar die Zahl der ausstehenden Aktien verringert, gleichzeitig würden aber neue Aktien an den Markt kommen, z.B. bei Neuemissionen, Aktienoptionsprogrammen oder in Aktien bezahlten Firmenübernahmen. Die zuletzt öfter kritisierte Aktienreduzierung stünde eine langfristigen Ausweitung des Aktienvolumens gegenüber, denn im Normalfall würden pro Jahr zwischen 2 und 8 Prozent an neuen Aktien an die Börse kommen. Der aktuelle gegenläufige Trend sei daher nur eine Korrektur der sonst üblicherweise stattfinden Verwässerung.

Darüber hinaus seien Aktienrückkäufe für Anleger besser als Dividendenzahlungen, weil es zu keiner jährlichen Steuerbelastung wie bei den Ausschüttungen komme und so der Zinseszinseffekt für den Anleger wirke. Entscheidend sei aber, dass das Unternehmen überhaupt seine Aktionäre am Gewinn beteilige und diese nicht komplett einbehalte, weil ausschüttende Unternehmen im Durchschnitt ihre Gewinne stärker steigerten, als die thesaurierenden.

Andere Ansichten: Aktiensparplan mit Vermögenswirksamen Leistungen

Unter "Aktien für Einsteiger: Vermögenswirksame Leistungen gibt es fast umsonst" erläutert "The Motley Fool" ein leider zumeist unbeachtetes Instrument staatlicher Vermögensbildung und stellt dar, dass sich dieses für Auszubildende, Berufsanfänger und Niedrigverdiener lohnt. Wer mit 19 Jahren anfange, monatlich 34 EUR in einen VL-Aktiensparplan einzuzahlen, komme mit 67 Jahren inkl. der staatlichen Förderung auf ein Vermögen von 150.000 EUR. Und das beste daran sei, dass die VL oftmals sogar vom Arbeitgeber bezahlt werde - je nach tarifvertraglicher Regelung. Aber auch der Arbeitnehmer selbst könne die Raten übernehmen, die dann der Arbeitgeber vom Gehalt einbehalte und direkt in den VL-Vertrag investiere. Fazit: wer VL nicht nutze, verschenke Geld - und die Renditechancen des Aktienmarkts.