Montag, 22. Februar 2016

Was ist... eine Master Limited Partnership ( MLP)?

Eine Master Limited Partnership (MLP) ist eine besondere Art der amerikanischen Kommanditgesellschaft und ihre Anteile werden an einer Börse gehandelt.

In dieser Gesellschaft gibt es  zwei Arten von Partnern: der Kommanditist ist die Person oder Gruppe, die das Kapital der MLP stellt und dafür regelmäßige Ertragsausschüttungen aus den Cashflow der MLP erhält, während die Komplementärin für die Verwaltung der MLP verantwortlich ist und hierfür eine an die Wertentwicklung des Unternehmens gebundene Vergütung bekommt. Von ihrer Art her ähnelt die MLP damit der deutschen Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), die zum Beispiel auch Henkel als Unternehmensform gewählt hat.

Das Ziel, das der amerikanische Gesetzgeber 1987 bei der Einführung der MLPs verfolgte, war die Stärkung der heimischen Infrastruktur, insbesondere im Bereich der Energieversorgung, so dass die entsprechenden Betätigungsfelder mit Steuervorteilen kombiniert wurden. US-Dienstleister aus dem Kohleminen-, Öl- und Gassegment versteuern also maximal zehn Prozent ihrer Gewinne und schütten den Rest quasi brutto für netto an ihre Aktionäre aus. Sie weisen daher nicht selten zweistellige Dividendenrenditen auf.

Betätigungsfeld Immobilien, natürlichen Ressourcen und Rohstoffe
Eines der wichtigsten Kriterien, die für eine Kommanditgesellschaft, um gesetzlich als MLP zugelassen zu werden ist , dass die Partnerschaft den Großteil (also mehr als 90%) ihrer Zahlungsströme aus Immobilien, natürlichen Ressourcen und Rohstoffe erzielen muss.

Steuervorteile für MLPs
Der entscheidende Vorteil einer MLP ist, dass sie die Steuervorteile einer Kommanditgesellschaft (die Partnerschaft zahlen keine Steuern auf den Gewinn; es wird nur das Geld nur besteuert, das die Anteilseigner in Form von Ausschüttungen erhalten) mit der Liquidität eines börsennotierten Unternehmens kombiniert.

Bei der Steuer wird es teuer - und kompliziert
Während US-Amerikaner in den vollen Genuss der Steuervorteile kommen, werden Ausländer bei der Besteuerung der Erträge deutlich höher belastet. Denn neben dem US-Quellensteuer-Abzug kommt auf den deutschen MLP-Anleger die Steuererklärungspflicht in den USA zu. Und das gleich mehrmals, nämlich in allen Bundesstaaten, durch die eine Pipeline führt, so führt es dieser Artikel von Focus Money aus dem Jahr 2009 aus.

Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    Was für eine Gesellschaftsform liegt den bei Blackstone zu Grunde. Bei meiner erster Ausschüttung letzte Woche war ich verwundert, dass ich keine Steuern zahlen musste. Das schien mir bisher unmöglich in Deutschland.

    Beste Grüße und sehr informativer Blog. Ich erfreue mich immer an deinen Infos und Empfehlungen.

    Hannes

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    1. Blackstone ist eine Limited Partnership (L.P.). Es erfolgt kein Pauschalabzug der 25%, aber man muss die Einnahmen im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung angeben (Anlage KAP). Die US-Quellensteuer ist allerdings bei einigen dieser Zahlungen durchaus abgezogen worden. Sollten hier 30% zu Buche schlagen, müsstest Du Dich mit Deinem Broker/Deiner Bank mal in Verbindung setzen, denn diese kann auf 15% reduziert werden.

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    2. Guten Morgen allerseits,

      mein Broker OnVista hat mir bisher nur 0,428 US-$ "Return of Capital" gutgeschrieben. Die übrigen Komponenten aus der unteren Auflistung fehlen noch. Interessantenweise beträgt der nicht ausgezahlte Betrag rund 30%. Kann es die einbehaltene US-Quellensteuer sein? Ich hätte erwartet, dass jede der unteren Positionen mit einem 30%-tigen Abschlag ausgezahlt werden würde... Ich warte noch auf die Rückmeldung von OnVista.

      $0.081 U.S. Portfolio Income - Interest (See Note A below)
      + $0.008 U.S. Effectively Connected Trade or Business Income
      + $0.072 U.S. Effectively Connected Income – Long Term Capital Gains
      + $0.013 Non-U.S. Long Term Capital Gains
      + $0.008 Income Not from U.S. Sources
      + $0.428 Return of Capital
      = $0.610 Total Distribution Per Unit (See Note B below)

      Cheers
      Andrej

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  2. Ich habs gleich geprüft. Es stimmt bei einigen sind 39,6% abgezogen. Ich stand zu diesem Thema schon einmal im Dialog zu meiner Bank DiBa. Die meinten eigentlich, dass Sie wo es geht das Doppelbesteuerungsabkommen umsetzen. LPs etc. seien aber Ausnahmen, wo Sie dies nicht tun würden / könnten (ich hab den Wortlaut nicht mehr im Kopf). Ich habe mich zu der Thematik schon einmal belesen und bin dabei auf ein Dokument gestoßen, welches man seiner Bank geben muss, um dann in der Steuer runter gestuft zu werden. Redest du davon?

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    1. Richtig, es ist ein (englischsprachiges) Dokument - für Firmen ist es 8 Seiten stark, da hat selbst mein Steuerberater noch dran zu knabbern, denn die Amis haben ihre Regelungen 2014 umgestellt. Für Privatleute ist es deutlich kürzer und ich meine mich zu erinnern, dass es sogar eine deutsche Version davon gibt.

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    2. Blackstone ist ja eine deiner wichtigen Positionen. Macht es da nicht Sinn, das Thema Besteuerung mal genauer zu beleuchten, also welcher Satz korrekt wäre, wo es bei Bedarf das Dokument gibt und Erfahrungen von Usern und dir welcher Broker LPs wie handhabt.

      Ich hab bspw. auch meine Schwierigkeiten (Consors): Die Dividende wurde in 6 nicht gleich große Teile gesplittet mit verschiedenen Dividendensätzen, 2 davon mit 39,6% QuSt. Sehr undurchsichtig finde ich.

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    3. Ich habe meinen Steuerberater darauf schon angesetzt. Allerdings ist dies eine "Sondersituation" für mich, da ich meine Aktieninvestments nicht privat halte, sondern in einer GmbH. Und diese US-Steuerdetails sind auch für Steuerberater keine alltäglichen Dinge, daher wird dies wohl noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Am Ende werde ich jedoch auch nur grundlegend einige Dinge dazu schreiben können/dürfen, denn Steuerberatung gehört zu den geschützten freien Berufen, das darf nicht jeder einfach so machen. Ich werde mich dennoch bemühen, rechtskonform etwas Licht ins Dunkel zu bringen...

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  3. "Während US-Amerikaner in den vollen Genuss der Steuervorteile kommen, werden Ausländer bei der Besteuerung der Erträge deutlich höher belastet. Denn neben dem US-Quellensteuer-Abzug kommt auf den deutschen MLP-Anleger die Steuererklärungspflicht in den USA zu. Und das gleich mehrmals, nämlich in allen Bundesstaaten, durch die eine Pipeline führt, so führt es dieser Artikel von Focus Money aus dem Jahr 2009 aus."

    Das klingt für mich so, als ob es da zu einer doppelten Steuerbelastung kommen soll, das kann ich mir aber nicht vorstellen. Ich bin kein Experte für MLPs aber ich hatte mal geschäftlich mit deutschen geschlossenen US Immobilienfonds zu tun. Das sind dann normale LPs und zumindest die zeichnen sich nicht durch eine Doppelbelastung, sondern durch einen echten steuerlichen Vorteil aus. Wie bei den MLPs gibt es eine Quellensteuer und die Verpflichtung eine persönliche Steuererklärung abzugeben. Wenn man letzteres allerdings macht, kann man wie ein US Bürger Freibeträge nutzen. Liegen die steuerpflichtigen Erträge im niedrigen 4-stelligen Bereich zahlt man letztlich gar keine Steuer und bekommt die Quellensteuer erstattet. Es bleibt allerdings der hohe Aufwand eine eigene Steuernummer in den USA zu beantragen und laufende Steuererklärungen abzugeben. Gerade wenn die Erträge so niedrig sind, dass sie steuerfrei bleiben würden, lohnt sich der Aufwand dafür dann wieder nicht so richtig. Deshalb vermeide ich persönlich steuerlich transparente Investments in den USA.

    Was mich trotzdem interessiert, ist die Frage, was passiert, wenn man die Quellensteuer schluckt und einfach keine Steuererklärung abgibt. Offiziell zulässig ist das nach allem was ich bisher gelesen habe nicht, aber bekommt man am Ende Stress wenn man mal in die USA reisen will?

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  4. Hatte bei Breitburn Energy MLP und LinnCo LLC investiert - mit vollem negativen Ergebnis (so bewahrheitet sich wieder einmal der Spruch "Gier frißt Hirn" - die ersten Dividenden in 2015 waren traumhaft). Beide Firmen haben in den vergangenen Tagen "chapter 11 Schutz" beantragt , die Kurse sind in senkrechtem Fall. In einigen US-Foren diskutiert man intensivst den weiteren Verlauf. Einige hoffen auf ein Wunder, andere schüren Panik, indem sie von "2-5$ CODI Steuernachzahlung pro Aktie" schreiben. Also wenn ich mir das vorstelle : erst verliert man sein investiertes Geld, dann zahlt man zig-tausende an Steuern ?? Man stelle sich vor, man kaufte 10.000 Aktien bei 0,5$ und soll nun dafür 2-5$ Steuern zahlen !? Interessant zu sehen, wie in den US-Foren darüber geschrieben (und gepöbelt) wird - auch dort scheint niemand einen Durchblick zu haben.
    Auf Hilfe durch meine Hausbank,über die ich die Aktien bezog, kann ich nicht hoffen. Sollte hier jemand ein paar klärende Infos haben ...danke im voraus ! Auch wenn ich nicht plane in nächster Zeit in die USA zu reisen - Marios Frage vom 25.2.2016 bleibt dennoch interessant.

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  5. Alex Fischer von Dividenden-Alarm.de hat eine Stellungnahme der Consorsbank zum Thema erhalten, das er auf Facebook unter einen meiner Artikel gestellt hat. Ich übernehme diesen Beitrag mal hierher...


    Alex Fischer: "Die Consorsbank hat nach ihrer Recherche nun folgendes geantwortet:

    Gerne haben wir den Sachverhalt für Sie recherchiert.

    Bei dieser Art von Gesellschaften hat sich eine Änderung in der Besteuerung ergeben. Es wird jetzt zusätzlich zu den 39,6% auch noch die deutsche Kapitalertragsteuer einbehalten.

    Das BMF hat im Rahmen des überarbeiteten Anwendungsschreibens zur Abgeltungssteuer vom 18. Januar 2016 (GZ IV C 1 - S 2252/08/10004 :017) in den Randziffern 2 und 3 neue Vorgaben für das Steuerabzugsverfahren bestimmter ausländischer Gesellschaften getroffen, die nach ausländischem Steuerrecht ein Wahlrecht zur Besteuerung als Kapital- oder Personengesellschaft haben. Sofern Anteile solcher Gesellschaften als depotfähige Wertpapiere an einer Börse gehandelt werden, sind deren Erträge für das Steuerabzugsverfahren durch die auszahlende Stelle als Dividendenerträge i. S. des § 20 Absatz 1 Nummer 1 EStG zu behandeln. Dies gilt unabhängig davon, ob und in welcher Form die ausländische Gesellschaft ihr Wahlrecht zur Besteuerung als Kapital- oder Personengesellschaft ausgeübt hat. Die Anrechnung einer ausländischen Quellensteuer auf die deutsche Steuer findet allein im Veranlagungsverfahren des Anlegers statt. Dort wird auch über die tatsächliche steuerliche Einordnung der ausländischen Gesellschaft als Kapital- oder Personengesellschaft gemäß deutschem Steuerrecht entschieden ("Rechtstypenvergleich"). Hierfür gelten die Grundsätze des BMF-Schreibens vom 19. März 2004 (BStBl I S. 411) unter Berücksichtigung der Ausführungen in Textziffer 1.2 des BMF-Schreibens vom 26. September 2014 (BStBl I S. 1258).

    Das BMF-Anwendungsschreiben nennt in den Randziffern 2 und 3 beispielhaft börsengehandelte Anteile an US-amerikanischen Limited Partnerships (LPs), Limited Liability Companies (LLCs) und Master Limited Partnerships (MLPs), deren Erträge für Zwecke des deutschen Steuerabzugs als ausländische Dividenden zu behandeln sind. Außer den USA mit ihrem sogenannten Check-the-Box Verfahren sind WM Datenservice derzeit keine weiteren ausländischen Staaten bekannt, in denen Gesellschaften ein vergleichbares Wahlrecht zur Besteuerung als Kapital- oder Personengesellschaft eingeräumt wird. Somit beschränkt sich der Anwendungsbereich der genannten Randziffern aktuell auf US-Gesellschaften. In allen anderen Fällen einer börsennotierten, ausländischen Personengesellschaft werden die laufenden Ausschüttungen, Veräußerungen von Anteilen und Kapitalmaßnahmen weiterhin als nicht kapitalertragssteuerpflichtig respektive nicht der Abgeltungsteuer unterliegend ausgewiesen. Analog wird bei AIFs in der Rechtsform einer Personengesellschaft verfahren. Hier gelten die spezialgesetzlichen Regelungen gemäß § 18 InvStG (Klassifizierung als Personen-Investitionsgesellschaft, Besteuerung nach den allgemeinen Regelungen für Personengesellschaften). Bei US-amerikanischen LLCs, die als AIFs einzuordnen sind, kommt § 19 InvStG zur Anwendung (Einstufung als Kapital-Investitionsgesellschaft)."



    Das bedeutet unter dem Strich, dass deutsche Anleger sich in einen keinen Privatkrieg mit den amerikanischen Steuerbehörden begeben müssen, oder aber die völlig absurde hohe Steuerbelastung schlucken müssen. Wodurch Investments in MLPs und/oder L.P.s natürlich keine Sinn mehr machen, das ja gerade auch die hohen Dividendeneinnahmen ein wesentlicher Antrieb für dies bezügliche Investments sind.

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