Freitag, 10. Juni 2016

Zahlen & Mehr: 7C Solarparken, Aurelius, Eon, mVISE, Publity

:: 7C Solarparken
Der Solarparkbetreiber konnte heute mit positiven Nachrichten aufwarten. So hat man das letztes Jahr erworbene Miskina-Portfolios mit einer Leistung von 13,7 MWp optimieren können durch eine Verbesserung der Performance Ratio sowie eine Refinanzierung der Projektdarlehen. Zwei der zum Portfolio gehören Anlagen konnten durch technische Optimierung von einem PR-Level von 70% auf nun 79% gehoben werden und durch diese Investition von €0,7 Mio. werden jährliche Erlössteigerungen von €160.000 erzielt.

Bei der Umfinanzierung konnte man ebenfalls einen großen Erfolg verbuchen. Die Nettoverschuldung sinkt per Ende Juni 2016 auf €31,9 Mio. und die durchschnittlichen Festzinsen wurden von 5,5% auf 2,05% reduziert. Die einmalige Vorfälligkeitsentschädigung beläuft sich auf €2,3 Mio.; ihr stehen nun jährliche Einsparungen in Höhe von €1 Mio. gegenüber.

Beide Maßnahmen liefen besser als erwartet und übertrafen die Prognosen des Vorstands vom letztjährigen Investorentag. Die Priorität des Vorstands verlagert sich nun auf Wachstum, um das 105 MWp-Ziel vor dem Jahresende 2017 zu erreichen.

:: Aurelius
Gestern fand die Hauptversammlung des Finanzinvestors Aurelius statt und heute wird die Bruttodividende von €2,45 je Aktie ausgezahlt, die sich aus einer Basisdividende von €0,90 und einer Partizipationsdividende von €1,55 zusammensetzt. Die Ausschüttung wurde damit um 22% gegenüber dem Vorjahr erhöht. Dem entsprechend passte Aurelius auch die Konditionen der begebenen Wandelanleihe an.

Aurelius betreibt inzwischen Büros in München, London, Stockholm und Madrid und zur weiteren Differenzierung des Aurelius-Geschäftsmodells, vor allem im angelsächsischen bzw. internationalen Markt, wurde die Umfirmierung der Gesellschaft in AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA beschlossen.

Ergänzung vom 16.06.2016, 12:03
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In einem Interview mit "Vorstandswoche.de" sagte Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus, Aurelius plane in diesem Jahr noch weitere 2 bis 5 Zukäufe zu tätigen. Zudem werde man sich noch ein paar Firmen trennen. Das zweite Halbjahr werde sehr "aktiv".

:: Eon
Die gestrige Hauptversammlung der Eon hat die Aufspaltung des Unternehmens in zwei Teile beschlossen. Eon will sein Geschäft mit den konventionellen Kraftwerken und den Energiehandel in die Gesellschaft Uniper auslagern, die schon seit Jahresbeginn operativ tätig ist. Eon konzentriert sich dann auf die erneuerbaren Energien, den Vertrieb und das Netzgeschäft. Die Eon-Aktionäre sollen mit der Aufspaltung für jeweils zehn Eon-Papiere zusätzlich eine Uniper-Aktie erhalten. Damit trennt Eon sich zunächst von rund 53% an Uniper, will jedoch auch die restlichen 47% mittelfristig verkaufen. Für den heftigen Kurseinbruch sorgte allerdings der Dividendenabschlag, denn Eon hatte eine Bruttodividende von €0,50 je Aktie ausgekehrt.

:: mVISE
Auch bei der mVISE AG trat die Hauptversammlung zusammen; bei dem Turnaround-Kandidaten gab es allerdings keine Dividende, daher standen die Berichte des Vorstands im Vordergrund.

Im Jahr 2015 konnte die Gesamtleistung der mVISE AG um 174% von €2,1 Mio. auf  €5,9 Mio. gesteigert werden und die Mitarbeiterzahl verdoppelte sich im selben Zeitraum von 32 auf 64, ebenso die Eigenkapitalquote von 24% auf 48%. Die Bereinigung defizitärer Geschäftsfelder ist abgeschlossen und sämtliche Altverbindlichkeiten wurden getilgt.

Der Turnaround setzt sich auch in 2016 fort, wie die voraussichtlichen Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigen. Die erwartete Gesamtleistung steigt um mehr als 50% auf ca. €3,7 Mio. nach 2,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Ebenso erfreulich zeigt sich das erwartete EBITDA mit +€160.000 ggü. -€380.000 bereinigtem EBITDA im Vorjahreszeitraum. Der Vorstand der mVISE AG bestätigt daher die Prognose einer Gesamtleistung von knapp €10 Mio. für das Jahr 2016 bei einer angenommenen Konsolidierung der übernommenen Just Intelligence GmbH, Hamburg ab dem 3. Quartal 2016.

:: Publity
Die aufstrebende Immobilien-AG Gateway Real Estate hat sich durch eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 1:6 brutto 19 Mio. Euro aus dem Kapitalmarkt geholt und mit dem Geld die ersten beiden größeren Deals der Gesellschaft finanziert. Dabei handelt es sich um das an Areva und Siemens vermietete Büroobjekt an der Paul-Gossen-Str. 100 in Erlangen für €76 Mio. und um die Baby-Walz-Zentrale in Bad Waldsee für €32,8 Mio. Verkäufer der beiden Liegenschaften ist die Publity AG, die diese beiden Objekte somit weniger als 6 Monate in ihrem Bestand hatte. Bisher hatte Publity seine Immobilien im Schnitt nach 16 Monaten weiterverkauft und bei diesen bisher gehandelten rund 500 Immobilien machte man einen durchschnittlichen Gewinn von 27%. Ob der Gewinn bei diesen beiden Liegenschaften in einer ähnlichen Größenordnung liegt, ist nicht bekannt - es ist aber davon auszugehen, dass Publity einen schönes Aufgeld hat einstreichen können, denn man erwirbt die Immobilien aus Notsituationen heraus und damit mit erheblichem Abschlag auf ihren Verkehrswert. Und da man zumeist mit 3% an den Objekten selbst beteiligt ist und sowohl beim Ankauf als auch beim (erfolgreichen) Verkauf Provisionen einstreicht, dürfte sich das Geschäft für Publity gelohnt haben.

Am 13.06.2016 stellt die Immobilien-Zeitung richtig, dass ihre Meldung nicht korrekt war. Verkäufer der beiden Liegenschaften war nicht die Publity AG, sondern diese hatte den Deal für Gateway lediglich als Asset-Manager begleitet. Ich gehe davon aus, dass die beiden Immobilien zu einem vom Publity für Finanzinvestoren betreuten Portfolio gehören.

7C Solarparken, Aurelius, Eon, mVISE und Publity befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    investiert Aurelius eigentlich eigenes Geld oder investieren sie über Fonds wie Blackstone oder Deutsche Beteiligungs- ag?

    Was hältst du eigentlich von Partners Group Holding?

    Die Mic ag hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt, trotzdem
    ist der Aktienkurs unter die Räder gekommen weist du warum?

    Danke für die Antworten.

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    1. Aurelius
      ...investiert eigenes Geld, natürlich unter Zuhilfenahme von Fremdkapital (Darlehen).

      Partners Group Holding
      ...dazu habe ich keine Position, weil ich mich nicht näher mit denen beschäftigt habe.

      mic
      ...ist als "Frühphaseninkubator" nie wirklich mein Fall gewesen, das ist mehr so Lotterie statt Investment (also als Geschäftsmodell). Da könnte man auch die Private Equity Group oder Rocket Internet wählen. Nach dem Ausstieg von Maschmeyer dürfte der mic (noch) weniger öffentliche Wahrnehmung widerfahren und die "Erfolge" der letzten Zeit lagen eher darin, dass man ständig "intern" seine Beteiligungen umorganisiert und dann diese "Themenholdings" teilweise an die Börse gebracht hat. Das spült erst einmal Geld in die Kasse, sorgt natürlich künftig für hohe Kosten (Abschlüsse, IR, Börsenzulassung, ggf. Research). Operativ schreiben die noch nicht so gute Zahlen. Positiv ist hingegen, dass man nach langer Zeit endlich mal Exits vorzuweisen hat. Ich bleibe aber lieber bei "Meinen" Beteiligungsgesellschaften.

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  2. Hallo Herr Kissig,
    zu 7c Solarparken und der Konkurrenz habe ich mir hier mal Gedanken gemacht: http://www.wertpapier-forum.de/topic/48462-windenergie/page__view__findpost__p__1032355. So einen interessanten Valuewert finde ich 7c auf Basis meiner Überlegungen nicht - aber vielleicht haben sie ja noch Argumente, die ich vergessen habe.

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    1. Das sieht sehr interessant aus, ich werde mir das bei Gelegenheit gerne mal näher anschauen.

      Heute hat SMC-Research ein Studienupdate zu 7C Solarparken herausgegeben mit Kursziel €3,35.

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    2. Danke für das Update.
      Gerne. Ich freue mich über Ihre Meinung dazu.

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  3. Warum stellt publity dann aber diese Objekte als ihre eigenen dar (siehe Veröffentlichungen der publity) ?

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  4. Stimmt, das ist echt merkwürdig.

    http://www.publity.de/de/investor/immobilienportfolio/item/237-objekt-555-bad-waldsee-steinstrasse-28-biberacher-strasse-104

    Hier steht sogar: publity hat erneut eine vielversprechende Immobilie in Baden-Württemberg erworben. Der Hauptsitz des bekannten Babyausstatters Baby Walz Deutschland...

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    1. Genau das gleiche ist auch bei dem Objekt in Erlangen. Entweder die Immobilienzeitung hat erneut falsch berichtet oder publity hat bewusst falsch die Situation dargestellt. Im Geschäftsbericht 2015 der publity sind auch beide Objekte mit den gleichen Anschriften als Objekt des Portfolios abgedruckt. Hier sollte Publity schnell eine plausible Erklärung (er)finden.

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    2. Vermutlich ist die Erklärung "ganz einfach". Publity hat anfangs Immobilien auf eigene Rechnung gekauft. Inzwischen verwaltet man ja mehr als €2 Mrd. für Finanzinvestoren. Ich gehe davon aus, dass die beiden Objekte zu diesem Bestand gehören, Publity sie also betreut und im (verwalteten) Portfolio hat, sie aber rechtlich betrachtet im Eigentum der Investoren stehen. Die Immobilien-Zeitung hatte hier nicht "trennscharf" genug berichtet und so unterm Strich falsch. Eine ausführlichere und exaktere Darstellung wäre sicherlich besser gewesen...

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