Dienstag, 8. November 2016

Tesla spült der Deutschen Beteiligungs AG den nächsten Millionengewinn in die Kassen

Börsenliebling Tesla Motors, Inc. und der bodenständige Mittelstandsfinanzierer Deutsche Beteiligungs AG haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, aber ihre Wege haben sich nun dennoch gekreuzt. Denn die DBAG hat seit 1987 ein Unternehmen im Portfolio, das das Interesse des Elektromobilitätspioniers geweckt hat.

Die Grohmann Engineering GmbH, die Fertigungsanlagen für die Industrieautomatisierung produziert, wird zu 100% von Tesla übernommen. Die Anteile stammen vom Gründer Klaus Grohmann (74,9 Prozent) sowie die Deutsche Beteiligungs AG (25,1 Prozent). Über den Kaufpreis haben die Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart, allerdings realisiert die DBAG einen Preis, der den jüngsten Wertansatz der Beteiligung übersteigt. Die Veräußerung wird im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017 zu einem positiven Wertbeitrag in mittlerer einstelliger Millionenhöhe führen und nachdem die DBAG schon rekordverdächtige Zahlen für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr vermelden konnte, bei denen die eigenen Prognosen um mehr als 20% übertroffen worden waren, setzt sich der positive Trend ungebrochen fort. Und dieser Verkauf kommt voll den DBAG-Aktionären zugute, denn die Anteile an Grohmann wurden nicht über DBAG-Fonds gehalten, sondern lagen komplett in der AG selbst.

 DBAG (Quelle: fnanzen.net) 
Meine Einschätzung
Die Deutsche Beteiligungs AG ist weiterhin äußerst erfolgreich am Markt unterwegs. Ihre Ausrichtung als Asset-Manager, der Beteiligungs-Fonds auflegt und sich an diesen über Co-Investments auch selbst beteiligt, funktioniert hervorragend. Dabei ist das Risiko begrenzt, während die breite Diversifikation im DBAG-Portfolio die Aktie zu einem "Best-of-Deutscher-Mittelstand-Investment" macht. Die vorgelegten Ergebnisse zeigen, welches Potenzial im DBAG-Ansatz steckt - und damit in der Aktie.

Ich habe die DBAG auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und die Aktie dürfte auch in den nächsten Jahren ihren Anlegern noch viel Freude bereiten. Sie nimmt zurecht einen Anlauf auf neue Allzeithochs, die bisher Anfang 2015 bei knapp über €34 erzielt wurden, als die bis dahin größte Beteiligung, die Homag AG, äußerst gewinnbringend veräußert werden konnte. Und über €34 steht der Himmel weit offen...

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ERGÄNZUNG VOM 09.11.2016
Einen interessanten Artikel zu den Plänen von Tesla bzw. Elon Musk mit Grohman Engineering findet sich auf The Motley Fool: "Tesla kauft in Deutschland ein - die Branche sollte zittern".

Kommentare:

  1. Guten Abend Michael!

    Wie siehst du die Bewertung bei der DBAG? Dazu hast du leider nicht viel geschieben :-)

    Danke

    Oliver

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    1. Moin Oliver,
      ich habe ja in den letzten Wochen mehrfach Artikel zur DBAG verfasst, daher habe ich mich nun nur auf die neuste Meldung beschränkt. Ich denke, die DBAG ist sehr attraktiv bewertet, für 2017 mit einem KGV von rund 10. Wie die letzten Verkäufe aus dem Portfolio zeigen, werden dabei immer wieder über den nach IFRS bereits auf aktuelle Werte hochgeschriebenen Unternehmenswert weitere stille Reserven aufgedeckt, die das Ergebnis noch höher ausfallen lassen können. Die DBAG-Aktie weist eines der attraktivsten Chance-Risiko-Verhältnisse der Branche auf und ist eine nahezu perfekte Langzeitinvestition.

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  2. Langzeitinvestition bei einer IFRS-Bilanzierung sehe ich jedoch dann kritisch, wenn der Markt für Firmenbeteiligungen sich rückläufig entwickelt. Das muss man jedenfalls immer im Auge behalten.

    Ein schönes Wochenende noch.

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    1. Auf den Wert des Unternehmens hat die Bilanzierung keinen Einfluss, sehr wohl aber auf die Darstellung und die Transparenz. Wie ich ja zum dritten Geschäftsquartal bei der DBAG schrieb, als es zu dem deutlichen Quartalsverlust infolge des Brexits und der damit einhergehenden reduzierten Bewertungsansätze bei den Beteiligungen kam, muss man bei IFRS- wie auch bei HGB-Bilanzierung schon genauer hinschauen. Wer nur den ersten Blick wirft, übersieht oftmals das Wesentliche.

      Ein anderer Aspekt ist, dass zum Business immer zwei Seiten gehören, verkaufen und kaufen. Die DBAG hat ihre Depotwerte im Durchschnitt mehr als sieben Jahre an Bord und in Phasen hoher Preise verkauft sie mehr und teurer, während sie in Phasen niedriger Preise verstärkt als Käufer auftritt. Die DBAG hat ja nun schon einen sehr langen Track-Record, der über Wirtschaftsflauten und -booms hinweg starke Resultate eingespielt hat, und daher sollten Anleger schon relativ sicher sein, dass die DBAG das Richtige zur richtigen Zeit tut. Solange das Bewährte fortgeführt wird, ist alles gut. Wenn es aber nicht mehr funktioniert, muss man schauen, weshalb der Wurm drin ist. Und ob das Management offen an die Sache herangeht, die richtigen Schlüsse daraus zieht und dann die nötigen Maßnahmen umsetzt. Eine Garantie für die Zukunft sind die Erfolge der Vergangenheit nicht, da gebe ich Dir Recht. Man muss daher schon die Entwicklungen im Auge behalten, aber das gilt so gut wie für jedes Aktien-Investment.

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