Freitag, 30. September 2016

Patrizia Immobilien macht für Samsung-Konzern Commerzbank-Tower-Deal klar

Die im Nebenwerte-Index SDAX gelistete Patrizia Immobilien ist als bankenunabhängiges Immobilien-Investmenthaus für Investoren und Privatanleger tätig und nun scheint ihr ein echter Coup gelungen zu sein. Denn Patrizia erwirbt den Commerzbank-Tower in Frankfurt am Main als Investment Manager im Rahmen eines Individualmandats für den südkoreanischen Samsung-Konzern. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, allerdings wird über €620 Mio. gemunkelt. Mit der Commerzbank als Mieter wurde ein langfristiger Mietvertrag vereinbart für das Gebäude am Kaiserplatz, das mit seinen 259 Metern das höchste Gebäude in Deutschland ist und als ein Wahrzeichen der Bankenmetropole gilt.

Mit diesem Kauf unterstreicht Patrizia einmal mehr ihre besondere Expertise, die bei immer mehr institutionellen Investoren Anklang findet. Insbesondere Investoren aus Asien setzen bei ihren europäischen Immobilieninvestments verstärkt auf Partizia als Investment-Manager, die allein in den letzten 15 Monaten für asiatische Investoren rund €1,3 Mrd. in Immobilien in ganz Europa investiert hat.

Schon zum Halbjahr hatte Patrizia hervorragende Zahlen präsentieren können. Das operative Ergebnis hatte sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf €231,8 Mio. vervielfacht und auch ohne die sog. Harald-Transaktion wurde das operative Ergebnis um mehr als 90 Prozent auf €23,8 Mio. gesteigert, im Vergleich zu €12,5 Mio. im ersten Halbjahr 2015.

 Patrizia Immobilien (Quelle: finanzen.net) 
Neben dem deutlich gestiegenen Transaktionsvolumen nahm auch das Wachstum des betreuten Immobilienvermögens weiter zu. Dabei spielt Patrizia das Niedrigzinsumfeld immer stärker in die Hände, da immer mehr Anleger, gerade auch institutionelle, händeringend nach rentierlichen Investitionsmöglichkeiten suchen und auf Spezialisten wie Patrizia angewiesen sind. Und so konnten bei institutionellen und privaten Investoren mehr als €900 Mio. Eigenkapital für Investitionen eingeworben werden und damit mehr als doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2015. Insgesamt erhöhte sich das betreute Immobilienvermögen zum 30. Juni 2016 auf €17,2 Mrd. nach €16,6 Mrd. Ende 2015. Nach mehreren kleineren Investments nimmt Patrzia bei den Assets under Management nun mit dem Commerzbank-Tower im Volumen von €600 Mio. einen kräftigen Schluck aus der Pulle.

Meine Einschätzung
Patrizia ist hervorragend positioniert und dürfte auch weiterhin stark davon profitieren, dass die Niedrigstzinsen keine attraktiven Renditen für Geldanlagen mehr bringen und Anleger auf andere Anlagen ausweichen müssen. Der anstehende Brexit und der seit dem Votum massiv einbrechende britische Immobilienmarkt verlagern Anlegergelder in dieser Asset-Klasse weg von den britischen Inseln hin zu den Metropolen Kontinentaleuropas und hier insbesondere in den sicheren Hafen Deutschland. Die angespannte Lage am heimischen Immobilienmarkt bei gleichzeitig günstigen Co-Finanzierungsmöglichkeiten über Kredite birgt enormes Potenzial für das Geschäft von Patrizia. Die Aktuelle Kursschwäche nach der Ausgabe von Berichtigungsaktien im Verhältnis 10:1 sollte für langfristig orientierte Anleger eine gute Einstiegsgelegenheit darstellen.

Patrizia befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 29. September 2016

mVISE übernimmt Mehrheit an Just Intelligence GmbH und bleibt voll auf Kurs

Die mVISE AG ist ein Spezialist für cloudbasierte mobile Digitalisierung und hat einige schwere Jahre hinter sich. Seit 2015 läuft der Turnaround und der nimmt immer mehr Gestalt an.

Im Jahr 2015 wurde die Gesamtleistung der mVISE AG um 174% von €2,1 Mio. auf €5,9 Mio. gesteigert und die Mitarbeiterzahl im selben Zeitraum von 32 auf 64 verdoppelt. Ebenso erfreulich entwickelte sich die Eigenkapitalquote von 24% auf 48%. Die Bereinigung defizitärer Geschäftsfelder ist abgeschlossen und sämtliche Altverbindlichkeiten wurden getilgt.

Der Turnaround setzt sich auch in 2016 fort, wie die Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigten. Die erwartete Gesamtleistung steigt um mehr als 50% auf circa €3,7 Mio. nach €2,4 Mio. im Vorjahreszeitraum. Ebenso erfreulich zeigt sich das erwartete EBITDA mit +€160.000 ggü. -€380.000 bereinigtem EBITDA im Vorjahreszeitraum. Der Vorstand der mVISE AG bestätigte daher die Prognose einer Gesamtleistung von knapp €10 Mio. für das Jahr 2016 bei einer angenommenen Konsolidierung der übernommenen Just Intelligence GmbH, Hamburg ab dem 3. Quartal 2016.

Konsolidierung der Just Intelligence GmbH ab dem vierten Quartal 2016
Und eben diese Übernahme der Just Intelligence GmbH ist nun erfolgt; mVISE gab die Aufstockung seiner Unternehmensanteile an der Hamburger Just Intelligence GmbH auf 78% bekannt, an der man bereits seit 2014 mit zuletzt 33,4% beteiligt war. Die Aufstockung erfolgt durch Barmittel in Höhe von €180.000, die in die Just Intelligence GmbH eingezahlt werden und durch Ausgabe von 210.000 Aktien im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung aus genehmigten Kapital der mVISE AG. Die Barmittel werden aus der eigenen Finanzkraft erbracht, eine Kapitalmaßnahme ist nicht nötig. Für die verbleibenden 22% wurde ebenfalls eine vertragliche Regelung getroffen.

 mVISE AG (Quelle: finanzen.net) 
Damit kann die Just Intelligence GmbH in den Geschäftszahlen der mVISE AG konsolidiert werden, allerdings erst ab dem vierten Quartal. Dies hat allerdings nach Auskunft des mVISE-Vorstands keine negativen Auswirkungen auf die prognostizierten 2016er Jahresziele, da die Geschäfte operativ ziemlich rund laufen und die Ziele auch so erreicht werden dürften; also ein EBTIDA in Höhe von über €1 Mio. bei einer Gesamtleistung von knapp €9 Mio., was zu einer überplanmäßigen Rentabilität führt. Darüber hinaus geht mVISE im Zusammenhang mit der Mehrheitsbeteiligung an der Just Intelligence GmbH von einem positiven Impuls auf das Umsatz- und Ertragswachstum aus, da die ICC Cloud von Just Intelligence eine hervorragende Ergänzung des mVISE SaaS-Produktportfolios darstelle und die Partnerschaft mit Marktführer 4Com das Vertriebspotential der Just Intelligence um über 60% erhöhe.

Meine Einschätzung
Der Vollzug der bereits länger angekündigten Übernahme sollte dazu führen, dass die Jahresziele erreicht werden und diese neue Verlässlichkeit steht der mVISE gut zu Gesicht. Die Übernahme birgt darüber hinaus weitere Vertriebspotenziale und dürfte den mVISE-Konzern stärken.

mVISE befindet sich als aussichtsreiche, aber nicht ganz risikolose Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot und ich bin zuversichtlich, dass die operative Entwicklung weiterhin so positiv fortschreitet.

Startschuss gefallen: Deutsche Rohstoff AG ist bereit für die Rallye

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass ich die Deutsche Rohstoff AG erstmals hier im Blog vorgestellt und als "antizyklisches Value-Investment" auf meine Empfehlungsliste genommen habe. Danach ging es mit dem Kurs im Zuge des Ölpreisverfalls und des andauernden Preisdesasters bei den Rohstoffen, insbesondere bei Wolfram und Kupfer, bergab. Inzwischen hat sich der Aktienkurs soweit erholt, dass er inkl. der zweimaligen Dividendenzahlungen zumindest das Einstiegsniveau meiner Erstempfehlung erreicht hat. Außer Spesen nichts gewesen, könnte man sagen, allerdings habe ich in der Zwischenzeit mehrmals weitere Aktienpakete zu deutlich niedrigeren Kursen gekauft und daher steht die Deutsche Rohstoff AG heute als meine größte Einzelposition und mit einem netten Kursgewinn in meinem Depot.

Auch wenn die DRAG Beteiligungen in anderen Rohstoffen unterhält, insbesondere an Almonty Industries und Hammer Metals, spielt die Musik doch maßgeblich im Bereich des US-Öl- und Gasgeschäfts. Hier ist die DRAG mit ihren beiden neuen Töchter Cub Creek Energy (CCE) und Elster Oil & Gas (EOG) in der Exploration aktiv und schickt sich an, an alte Erfolge anzuknüpfen. Zur Erinnerung: Mitte 2014 hatte die DRAG ihre damalige Tochter Tekton Energy veräußert und einen dreistelligen Millionenerlös erzielt. Quasi zum Hochpunkt der Ölpreise, denn zum Jahresende 2014 hin stürzte der Ölpreis weltweit ab und nahm die ganze Branche mit sich. Nicht so die DRAG, denn die saß ja auf einem riesigen Cash-Berg. Dennoch gab auch der Kurs der DRAG im weiteren Verlauf der Ölpreis-Krise um mehr als 30% nach.

Seit Anfang 2015 hat sich die DRAG über ihre beiden Töchter CCE und EOG wieder auf die Suche nach interessanten Flächen für die Öl- und Gas-Exploration gemacht. Und inzwischen ist man ziemlich weit, denn man hat nicht nur Flächen in unmittelbarer Nähe zum damaligen Feld, das der Tekton so viel Erfolg bescherte, akquiriert, sondern man profitiert generell von den stark gefallenen Kosten für Grundstücke, Bohrrechte, Equipment, Personal - und auch vom Fortschreiten der Technik, denn heute bekommt man viel mehr Öl- und Gas aus dem Schiefergestein als es noch vor zwei Jahren der Fall war.

Das Bohrprogramm ist seit einigen Monaten am Start und seit dem dritten Quartal produzieren die ersten Quellen auch. Das ist insofern entscheidend, weil rund 90% der Kosten für das Bohren anfallen und für das Fördern nur rund 10%. Ist eine Quelle erst einmal produktionsbereit, spielt sie der DRAG schnell Geld ein. Denn die DRAG kann zu Kosten von annähernd $30 je Barrel (WTI) fördern und erzielt damit bereits beim heutigen Ölpreis von $47 schöne Gewinne. Das liegt auch daran, dass die DRAG für den Verkaufsgewinn bei der Tekton vor zweieinhalb Jahren rund $38 Mio. an Steuern in den USA zahlen musste, die man bei Neuinvestments in die Exploration innerhalb der USA sukzessive erstattet bekommt. Ein enormer Wettbewerbsvorteil für die DRAG, den kaum eine andere Gesellschaft in die Waagschale werfen kann.

Halbjahreszahlen erwartungsgemäß im Minus
Der Deutsche Rohstoff-Konzern hat im ersten Halbjahr nach ungeprüften HGB-Zahlen erwartungsgemäß einen Konzernfehlbetrag in Höhe von €-3,9 Mio. erzielt. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) belief sich zum 30. Juni 2016 auf € 3,0 Mio., während das Eigenkapital im Konzern sich gegenüber dem 31. Dezember 2015 leicht um €0,7 Mio. auf €62,5 Mio. erhöhte. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 48,4% gegenüber 48,3% Ende 2015. Die liquiden Mittel beliefen sich auf €74,6 Mio. (31. Dezember 2015: €83,0 Mio.).

Dabei ist zu berücksichtigen, dass für das Bohrprogramm natürlich schon Kosten angefallen sind, die ersten Umsätze aus der Förderung und somit dem Verkauf von Öl und Gas jedoch erst sukzessive anlaufen. Diese Umsätze aus Produktverkäufen betrugen im ersten Halbjahr €1,1 Mio. an.

 Deutsche Rohstoff AG (Quelle: finanzen.net) 
Jahresprognose zeigt die Phantasie
Für das Gesamtjahr 2016 erwartet das Unternehmen einen Nettogewinn im Konzern von €8-10 Mio.. Das Ergebnis wird wesentlich von den Öl- und Gasverkäufen der US-Töchter Elster Oil & Gas und Cub Creek Energy im 4. Quartal sowie von Steuererstattungen in den USA bestimmt sein. Elster Oil & Gas produziert bereits seit Ende Juli aus sechs weiteren Bohrungen. Im ersten Monat hatten diese Bohrungen 2.700 Barrel Öl-Äquivalent (BoE) pro Tag erbracht, von denen wirtschaftlich ca. 1.350 BoE auf Elster entfallen. Cub Creek Energy hatte im ersten Halbjahr noch keine Produktion, wird im Oktober und November aber mindestens 19 Horizontalbohrungen in Produktion bringen, an denen Cub Creek im Durchschnitt einen wirtschaftlichen Anteil von fast 90% hält.

Und nicht nur in 2016, auch im nächsten Jahr wird sich dieser Trend verstärken. Denn die Kosten für die Bohrungen belasten das DRAG-Ergebnis bereits seit 2015, während die Umsätze aus dem Verkauf erst jetzt mit dem Produktionsstart von immer mehr Bohrungen loslegen. Und damit die Gewinne.

Ausweitung des Bohrprogramms
Vor wenigen Tagen hat Cub Creek zusätzlich die Genehmigung für zwei weitere Bohrungen vom Markham-Bohrplatz erhalten, von dem das Unternehmen derzeit bereits zehn Bohrungen niederbringt. Aller Voraussicht nach werden Deutsche Rohstoff und Cub Creek in den kommenden Tagen entscheiden, die beiden zusätzlichen Bohrungen direkt im Anschluss an die derzeit laufenden Bohrungen abzuteufen, d.h. noch im Oktober.

Die Inbetriebnahme aller dann zwölf Bohrungen vom Markham Bohrplatz wird sich gegenüber der bisherigen Planung um circa drei bis vier Wochen auf die erste Dezemberhälfte verschieben. In der Ergebnisprognose ist dieser Effekt bereits berücksichtigt.

Cub Creek und Elster verfügen über ein Inventar von weiteren rund 100 geplanten Bohrungen, die bis 2018 niedergebracht werden sollen. Cub Creek hat darüber hinaus kürzlich die Akquisition weiterer 1.500 Acres netto bekannt gegeben. Für diese Flächen werden derzeit die Genehmigungsverfahren vorbereitet. Nach Ansicht des Managements könnten die Flächen das Potential für weitere 50 Bohrungen mit größtenteils 2 Meilen Länge bieten.

Erste Steuererstattungen stehen bevor
Einen wesentlichen Einfluss auf das Konzernergebnis wird auch das Steuerergebnis haben. Für das Veranlagungsjahr 2015 erwartet die Deutsche Rohstoff USA, die die Beteiligungen der Deutsche Rohstoff AG in den USA hält, eine Steuererstattung in Höhe von $3,9 Mio., die in den kommenden Wochen ausgezahlt werden wird. Für 2016 wird die Erstattung aufgrund des hohen Investitionsvolumens nochmals deutlich steigen.

Dividende soll mindestens stabil bleiben
Die Muttergesellschaft Deutsche Rohstoff AG erwartet für das Gesamtjahr 2016 ebenfalls ein positives Ergebnis. Der Vorstand geht deshalb weiterhin davon aus, eine Dividende mindestens auf dem Niveau des Vorjahres vorschlagen zu können, als €0,55 je Aktie ausgeschüttet wurden, was einer Erhöhung um 5 Cents oder 10% ggü. dem Vorjahr entsprach.

Meine Einschätzung
Die Deutsche Rohstoff AG dürfte eine der heißesten Kandidaten für eine schöne Jahresendrallye sein. Die aktuelle Bewertung preist noch viel Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung des Öl-Preises ein, was aber meiner Ansicht nach unbegründet ist. Die DRAG produziert zu unter $30 je Barrel (WTI) und erzielt daher bereits auf dem heutigen Öl-Preis-Niveau stattliche Gewinne. Die Hälfte der Produktion sichert sie auch durch Terminverkäufe bereits ab, was einerseits das Risiko reduziert, andererseits allerdings auch Chancen nimmt, sollte sich der Öl-Preis wieder Richtung seiner alten Hoch bei über $100 aufmachen.

Inwieweit die Einigung der OPEC auf Förderobergrenzen nachhaltige Auswirkungen auf den Öl-Preis haben wird, bleibt abzuwarten. Dies ist bei meinem DRAG-Investment-Case allerdings auch nur "on top". Denn die Umdrehungen für die nächsten Zahlenwerke kommen daraus, dass die Produktion endlich angelaufen ist und ständig zunimmt. Daher legen Umsätze und Gewinne die nächsten Quartale immer mehr zu, das ist heute schon absehbar. Und sollte der Öl-Preis wirklich einen Beitrag leisten und sich in Gefilde oberhalb von $50 aufmachen oder sogar noch höher, schlägt dies fast 1:1 auf die Gewinne der DRAG durch.

Die DRAG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Ich habe sie durch Zukäufe inzwischen zu meiner größten Depotposition gemacht - zuletzt habe ich gestern nach Vorlage der Zahlen noch einmal zu unter €19 aufgestockt.

Mittwoch, 28. September 2016

Liquidität bringt langfristig die Rendite!

Liquidität, also die kurzfristig verfügbaren Finanzmittel, wird zurzeit so schlecht verzinst, wie noch nie. Ob auf dem Girokonto, als Tages- oder Festgeld, die Zinssätze sind historisch niedrig und decken nicht einmal die - selbst moderate - Inflationsrate ab. Es ist daher für den Vermögensauf- und -ausbau erstrebenswert, sich rentierlichere Assets zu suchen. Nur wenn das Geld arbeitet, also in Anleihen, Aktien, Fonds steckt, kann es dort Erträge in Form von Zinsen, Dividenden, Kursanstiegen erwirtschaften; solange es auf dem Konto schlummert, bringt es keine Rendite und schmälert in der Gesamtbetrachtung die Performance. Man sollte also meinen, stets zu 100 Prozent investiert zu sein, sei der sicherste Weg zu nachhaltigem Reichtum und dass Börsenlegende Warren Buffett stets einige Milliarden Dollar als Liquiditätsreserve hortet, wäre demnach unerklärlich. Es sollte sich also lohnen, mal genauer hinzusehen...

Buffett versteht Liquidität nicht als Anlage, Tagesgelder betrachtet er nicht unter dem Aspekt des Zinsertrages, sondern als schlichte Notwendigkeit. Denn da Buffett langfristig investiert, treffen ihn auch die großen Schwankungen an der Börse stets mit voller Wucht, sowohl in der Hausse als auch in der Baisse. Und gerade, wenn die Kurse stark fallen, hat Buffett gute Laune, obwohl sein Portfolio dann Milliarden an Wert verliert. Die Antwort liegt in einem Wort: Liquidität!

Liquidität bedeutet Handlungsfreiheit
Für Warren Buffett stellt Liquidität Handlungsfähigkeit dar und die benötigt er weniger in steigenden Märkten, wo er seine Positionen weiter ausbaut, sondern vor allem in fallenden Märkten oder gar Krisenszenarios. Denn in diesen Phasen, wo viele Anleger gleichzeitig ihre Aktien auf den Markt werfen, treten die größten Kursabstürze auf und Buffett kauft in der Panik (der anderen) all die Aktien, die ihm bis dato zu teuer erschienen. In der Krise zuzugreifen bedeutet, "den Dollar für 50 Cents kaufen zu können", wie Warren Buffett so gerne sagt. Denn in der Panik werden auch die Aktien von hervorragenden Unternehmen mit in den Keller geprügelt und sind so zu Schnäppchenpreisen zu erwerben. Während andere verkaufen, kauft Buffett, er ist das Paradebeispiel für einen antizyklischen Investor. Und vor allen hieraus speisen sich seine fast 20 Prozent durchschnittlicher Jahresrendite, die er seit nunmehr 40 Jahren erzielt.

»Die meisten Leute interessieren sich für Aktien, wenn alle anderen es tun. Die beste Zeit ist aber, wenn sich niemand für Aktien interessiert.«
(Warren Buffett)

In Krisen kaufen (können)
Die meisten Anleger gehen mit der Masse, folgen dem Trend. Das führt dazu, dass sie dann Aktien kaufen, wenn Aktien gerade "in" sind, und sie dann abzustoßen versuchen, wenn keiner mehr Aktien haben will. Das Grundprinzip des erfolgreichen Kaufmanns, niedrig zu kaufen und hoch zu verkaufen, wird auf diese Art jedoch ausgehebelt und deshalb verlieren nicht wenige Anleger auch in langen Bullenmärkten unter dem Strich Geld. Für Buffett ist es einfach, hier anders zu agieren. Denn er interessiert sich nicht für die Aktie als Geldanlage, sondern er investiert in das Unternehmen. Er sucht nach gut geführten, langfristig erfolgreichen Gesellschaften mit krisenfestem Geschäftsmodell und soliden Zukunftsaussichten sowie hohen Eigenkapitalrenditen. Wenn er ein solches Unternehmen auf dem Schirm und dessen "fairen Wert" ermittelt hat, zieht er hiervon noch eine Sicherheitsmarge ab und kommt zu seinem maximalem Einstiegskurs. Konsequent wartet er ab, bis dieser Kurs erreicht ist, was auch mal mehrere Jahre dauern kann. Doch dann schlägt er zu und kauft so viele Anteile, wie er zu diesem Kurs (oder darunter) kriegen kann. Danach lehnt er sich zurück und lässt das Unternehmen für ihn Geld verdienen.

»Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du wenige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt.«
(Charlie Munger)

Wer nun zu 100 Prozent investiert ist, erzielt auch die maximale Performance, wenn der Markt steigt. Er hat allerdings keine Möglichkeit, bei günstigen Gelegenheiten zuzugreifen - es sei denn, er verkauft einen Teil seiner Anlagen, um Liquidität für die Neuerwerbungen zu haben. Den Broker freuts, denn jeder Umsatz bringt ihm Provisionen. Fällt der Markt nun, bieten sich immer mehr Chancen, doch um diese wahrzunehmen, muss der voll investierte Anleger nun in den fallenden Markt hinein Anlagen veräußern, was die Kurse noch weiter drückt. Das klingt nicht nur nach einer schlechten Strategie, sie ist auch wirklich mies. Es ist aber auch nicht jedermanns Sache, Börsenkrisen auszusitzen und bei auflaufenden Buchverlusten, ruhig zu bleiben. Hier bieten sich nämlich die Chancen, seine Einstandskurse bei herausragenden Unternehmen zu verbilligen. Und genau dafür benötigt man Liquidität, um genau dann flüssig zu sein, wenn es nötig ist. Warren Buffett verdankt einen großen Teil seines Erfolges dem Kauf von ausgebombten Qualitätstiteln, die vorübergehend abgestürzt waren. Und es stört ihn auch nicht, wenn die Kurse um weitere 50 Prozent nachgeben, nachdem er eingestiegen ist. Denn da er deutlich unter dem fairen Wert einsteigt, kann er relativ sicher sein, dass sich der Kurs wieder über diesen Level erhöht. Und als Langfristinvestor ist es Buffet egal, ob dies morgen oder nächstes Jahr geschieht. Denn er hat sich an dem Unternehmen beteiligt, nicht bloß deren Aktien gekauft. Das ist ein erheblicher und äußerst relevanter Unterschied!

»Nicht der Preis, sondern der Wert einer Anlage ist maßgeblich. Preis ist was du zahlst, Wert ist was du bekommst.«
(Warren Buffett)

Wertpapierkredit als Liquiditätsreserve?
Nun lautet einer der Grundsätze erfolgreichen Investierens, niemals auf Kredit zu spekulieren. Und er ist und bleibt richtig - auf eine interessante Ausnahme möchte ich hier eingehen. Ein Wertpapierkredit ist eine von einer Bank eingeräumter Kreditrahmen, für den man je nach Inanspruchnahme Zinsen zahlen muss. Er funktioniert also wie ein Dispokredit, ist aber besichert, denn die Wertpapiere im Depot dienen als Sicherheit für den Kredit. Wertpapierkredite kosten daher in der Regel erheblich weniger also unbesicherte Kredite. Allerdings werden die Wertpapiere nicht zum Nominalwert, also zu 100 Prozent, als Sicherheiten angesetzt, sondern je nach Risikoklasse mit Abschlägen versehen. Deutsche Aktien werden also mit 60 Prozent angesetzt, US-Aktien mit 50 Prozent usw. So ist eine gewisse Sicherheitsmarge eingezogen, falls die Kurse fallen sollten. Denn das große Risiko bei einem Wertpapierkredit ist nicht die Höhe seiner Verzinsung, sondern dass der Wert der Sicherheiten durch einen Kursrutsch unter den in Anspruch genommenen Kreditbetrag fällt. Dann muss man entweder Geld nachschießen (sog. "Margin Call"), um den Kreditbetrag zu reduzieren, oder aber Wertpapiere zwecks Tilgung verkaufen. Und zwar nachdem ihre Kurse stark eingebrochen sind. Ganz entscheidend ist also, selbst noch eine zusätzliche Sicherheitszone einzuziehen, indem man die Höhe des Wertpapierkredites auf 20 oder 25 Prozent des Wertpapierbestandes begrenzt. Und man sollte den Wertpapierkredit nicht bis an die Grenze ausreizen, weil dessen Verzinsung durch die erworbenen Wertpapiere erst einmal erwirtschaftet werden muss. Ein Wertpapierkredit sollte also möglichst nur als zusätzliche Liquiditätsreserve genutzt werden. In "normalen" Börsenzeiten bleibt er ungenutzt, doch wenn es in Krisenzeiten die attraktivsten Einstiegsmöglichkeiten gibt, dann kann er zusätzlich zur vorhandenen Liquidität mit in Anspruch genommen werden. So investiert man in den lukrativsten Momenten mit einem zusätzlichen Hebel und kann seine langfristige Performance erheblich verbessern.

»Halten Sie immer einen guten Teil Ihres Kapitals als Barreserve. Investieren Sie niemals alle Ihre Geldmittel.«
(Bernard Baruch)

Liquidität ist eine Call-Option für das richtige Investment zur richtigen Zeit
Liquidität zu halten, ist also eine Notwendigkeit, um langfristig an der Börse Erfolg zu haben. Nicht die mickrige Verzinsung selbst ist entscheidend, sondern die Möglichkeit, zum richtigen Zeitpunkt auf Einkaufstour gehen zu können. Wenn Aktien in kürzester Zeit um 30 oder 40 Prozent abstürzen und man sie dann einsammelt, erzielt man in der Erholung eine weit überdurchschnittliche Rendite. Denn wenn ein Kurs um 50% fällt, muss er anschließend 100% zulegen, nur um wieder sein Ausgangsniveau zu erreichen.

»Reich wirst du, wenn du 10 Millionen Dollar auf deinem Girokonto lässt. Für den Fall, dass sich ein guter Deal anbietet.«
(Charlie Munger)

In diesen Phasen wird das große Geld an der Börse verdient und genau dann benötigt man die Liquidität. Die übrige Zeit, auch wenn es Jahre sind, in denen die Liquidität nur geringe Zinserträge bringt, werden in diesen Momenten um ein Vielfaches wettgemacht. Hier wird die Performance erzielt, nicht über wenige Prozentpunkte mehr oder weniger auf den Cash-Konto. Liquidität ist also quasi eine Call-Option für das richtige Investment zum richtigen Zeitpunkt.

Dienstag, 27. September 2016

In Aktien investieren oder lieber Finanzderivate kaufen?

Wer eine Aktie kauft, beteiligt sich an einem Unternehmen, nimmt teil an dessen Entwicklung und partizipiert an den Kursgewinnen. Darüber hinaus kann er oftmals auch üppige Dividendenzahlungen vereinnahmen. Und setzt er auf die falschen Aktien, lernt er auf schmerzliche Art und Weise, wie man mit Kursverlusten umzugehen hat. Man sollte meinen, das sei Chance und Risiko genug und doch gibt es eine immer größer werdende Zahl von Finanzderivaten, mit denen man an den Börsen handeln kann. Bisweilen ganz losgelöst von sog. Basiswerten.

Ende der 1980er Jahre, als in Deutschland die Deutsche Terminbörse (DTB) ihre Arbeit aufnahm - und zwar mit einfachen Call- und Put-Optionen - gab es als spekulativere Anlagemöglichkeiten neben Aktien eigentlich nur Optionsscheine. Das waren Zusatzkupons, die an Aktienanleihen hingen und das Recht verbrieften, zu einem festgelegten Termin eine bestimmte Aktie zu einem bestimmten Basispreis zu erwerben. Diese Optionsscheine wurden dann separat an der Börse gehandelt und erhöhten Chancen und Risiken bezogen auf ein Investment in den jeweiligen Basiswert, da der Optionsschein zumeist zu einem Bruchteil des Aktienkurses notierte und somit jede Kursänderung prozentual viel stärkere Wirkung entfaltete. Denn eine Änderung um 1 EUR ist bezogen auf einen Kurs von 100 EUR nur 1% - notiert der entsprechende Optionsschein aber bei 10 EUR macht die Veränderung des Basiswertes um 1 EUR beim Optionsschein eine Veränderung von 10 auf 11 EUR und somit 10% aus. Der Hebel betrüge in diesem Beispiel also 10.

Schnell wurden Optionsscheine aber "zu langweilig" und es wurden weitere Derivate erfunden, von Covered Warrants bis hin zu Zertifikaten. Ihnen allen ist gemein, dass sie sich an einem bestimmten Basiswert orientieren und festgelegte Eintrittsparameter haben, die ihren Kurs und letztlich die Abrechnung am Ende ihrer Laufzeit bestimmen. Dabei gibt es noch Sonderformen, wie z.B. Knock-out-Zertifikate, Bonus-Zertifikate, Discout-Zertifikate oder ganz neue Formen, wie zum Beispiel den Handel mit Binären Optionen, wo es nur Alles oder Nichts als Ergebnis gibt. Über die Unterschiede will ich mich gar nicht großartig auslassen - sie stellen allesamt Wetten dar auf das Eintreten bestimmter Effekte und haben wenig(er) mit Unternehmen und Wirtschaft zu tun, als vielmehr mit (Finanz-)Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Und sie sind allesamt nicht dazu geeignet, lange und unbeobachtet in einem Depot zu schlummern, sondern bedürfen einer ständigen Kontrolle und eines steten Beschäftigens des Anlegers mit seinen Anlageformen.

Vom Grundsatz ist diese Art des Spekulierens nicht neu, auch Börsenlegende Jesse Livermoore hat Zeit seines Lebens Optionen gehandelt und zwar unter Ausnutzung eines größtmöglichen Hebels, also maximaler Leverage. Dabei war ihm egal, ob er Optionen auf Aktien, Getreide, Edelmetalle oder Schweinebäuche hielt. Und obwohl er so mehrfach zum Millionär wurde (und zwar in den 1920ern und 1930ern, als eine Million Dollar noch eine schwindelerregende Summe war), machte er auch mehrmals Pleite.

Es stellt sich die Frage, weshalb immer mehr solcher Finanzderivate auf den Markt kommen und wer die alle kauft. Eine Antwort ist, dass diese Produkte für den Emittenten sehr lukrativ sind und er "nur" ein gutes Rechenprogramm benötigt, um die Eintrittswahrscheinlichkeiten so festzulegen, dass das Risiko möglichst beim Geschäftspartner liegt und der Ertrag beim Emittenten. Auch wenn es hierbei keine absolute Sicherheit für den Erfolg gibt, so kann man diese mit der Rolle der Bank im Casino vergleichen. Und es gilt ja bekanntlich der Grundsatz: die Bank gewinnt immer. Des Weiteren bieten derartige Finanzprodukte die Möglichkeit, mehrere Geschäfte mit ein und demselben Kapitaleinsatz zu betreiben. Wer also 3% an der XYZ AG hält und diese Aktien für einen bestimmten Zeitraum an jemand anderen verleiht, bleibt an dem Unternehmen und an dessen Erfolg beteiligt, während er noch die "Miete" für das Ausleihen kassiert. Das kommt zum Beispiel vor, wenn jemand Leerverkäufe tätigen will. Er leiht sich Aktien (oder Gold oder Weizen) und verkauft diese Werte an der Börse - und hofft, sie bis zu dem Zeitpunkt, wo er sie zurückgeben muss, deutlich günstiger wieder einkaufen zu können. Nach ähnlichem Muster wurden inzwischen viele Finanzprodukte entwickelt, die dazu führen, dass das Geld global schneller umläuft und damit auch das Risiko erhöht, wenn etwas schief läuft. So geschehen bei der Finanzkrise 2008/2009, als die CDS (Credit-Default-Swaps = Kreditausfall-Swaps) beinahe das weltweite Finanzsystem zum Kollabieren brachten, weil irgendwie alle Banken und Versicherungen gegenseitig miteinander verwoben waren und die Pleite des Einen zum Umfallen des Anderen geführt hätte, sog. Domino-Effekt. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers war hier nur die Spitze des Eisbergs.

An diesem Punkt komme ich zurück zur eigentlichen Frage: was aus Anlegersicht das Richtige ist, in Finanzderivate zu investieren oder in Unternehmen, also ihre Aktien direkt zu erwerben. Für die Banken und Hedgefonds ist die Antwort klar: Derivate. Sie ermöglichen es diesen großen Playern, mit kleinstem Eigenkapitaleinsatz enorme Summen zu bewegen und auf alles zu zocken, was sich bewegt. Und die Banken können dabei sogar noch Kundengelder akquirieren und dafür Gebühren oder Provisionen abgreifen, was das Geschäft für sie doppelt lukrativ macht. Und das Risiko ist begrenzt, da bei einer Schieflage ja die Staaten einspringen und die Risiken zulasten der Steuerzahler übernehmen. Nicht umsonst hat Warren Buffett, der legendäre Value-Investor, diese Finanzderivate als "finanzielle Massenvernichtungswaffen" bezeichnet. Und in der Tat, haben diese Produkte mit dem eigentlichen Sinn einer Investition nicht mehr viel gemein, sondern sind eher vergleichbar mit Wetten - allerdings mit einem enormen Hebel und dem entsprechenden Risiken, die uns alle treffen können.

Darüber hinaus ist Warren Buffett kein Spekulant, sondern Investor. Er beteiligt sich langfristig an Unternehmen, weil er dort Partner werden möchte, Eigentümer. Auf Derivate setzt er eigentlich nur, wenn sie ihm eine solche Option ermöglichen - wie Wandelschuldverschreibungen oder Preferred Stocks, die er während der Finanzkrise von Goldman Sachs oder Bank of America erwarb, um diesen mit Milliardensummen beizustehen. Und später noch von Dow Chemical. Diese kann er in Aktien wandeln und bis zu diesem Zeitpunkt erhält er eine attraktive Verzinsung.

»Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!«
(Warren Buffett)

BaFin warnt!
Die BaFin, also unsere deutsche Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde hat gerade erst wieder vor Binären Optionen und CFDs (Contracts for Difference) gewarnt. "Anleger verlieren mit dieser Art von Wetten auf minimale Preisveränderungen bei Aktien, Währungen und Rohstoffen in den allermeisten Fällen“. Das habe mit klassischer Wertanlage nichts zu tun und genau bei solchen Angeboten sehe die BaFin ihre Aufgabe, Verbraucher zu schützen. Die Bafin schließe sich der aktuellen Warnung der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA vor diesen Produkten voll und ganz an.

 Wertentwicklung seit 1802 (Quelle: Focus Money 39/2016) 
Fazit
Für eine sinnvolle Altersvorsorge und zum Vermögensaufbau sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf Investments in solide und ertragsstarke Firmen mit stetiger Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Schon diese Geldanlagen erfordern ein Mindestmaß an Interesse und Kümmern, das jedoch in einem überschaubaren Rahmen bleibt, solange man eben nicht mit kaum durchschaubaren Finanzderivate spekuliert, die letztlich weder die Finanzberater und schon gar nicht die Kunden verstehen. Mit solider Geldanlage haben diese Produkte wenig zu tun, sondern sie befriedigen den Spieltrieb und den Drang, schnelle Gewinne erzielen zu können bei Ausblenden des Risikos. Schmeißt man sein Geld in digitale einarmige Banditen, erzielt man die gleiche Wirkung - allerdings mit deutlich weniger Kapitaleinsatz (und Gewinnchancen), aber eben auch ohne Risiken für das weltweite Finanzsystem einzugehen.

"Schuster, bleib bei Deinen Leisten", ist an dieser Stelle mein gut gemeinter Rat an alle Privatanleger. Konzentriert euch auf die Investments, die ihr auch versteht. Kauft Aktien, sucht sie gewissenhaft aus und prüft die Bilanzen und Kennzahlen der Unternehmen. Erst dann investiert euer Geld. Zum gefahrlosen - und so gut wie chancenlosen - Zocken gibt es die Lotto-Annahmestelle eures Vertrauens...

Montag, 26. September 2016

Börsenweisheit der Woche 39/2016

"Kaufe niemals eine Aktie, nur weil sie gerade gestiegen oder gefallen ist."
(Benjamin Graham)

Samstag, 24. September 2016

Home Office Europe-Übernahme: Aurelius kauft 2 Milliarden Euro Umsatz zu

Dem Münchner Finanzinvestor Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA ist ein Mega-Deal geglückt. In der nach Umsatz größten Transaktion der Aurelius- Unternehmensgeschichte übernimmt er Office Depot Europe, die europäischen Geschäftsaktivitäten des US-Konzerns Office Depot, Inc. Die zu übernehmenden Aktivitäten erwirtschaften mit rund 6.500 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. €2 Mrd. Verkäufer ist die in Florida ansässige Office Depot, Inc., ein Anbieter von Bürobedarf und -dienstleistungen.

Über den Kaufpreis, "der in Höhe und Zusammensetzung der bisherigen Aurelius-Praxis entspricht", wurde Stillschweigen vereinbart. Man kann also davon ausgehen, dass der Kaufpreis eher marginal ausgefallen sein dürfte, das Unternehmen sollte operativ eine schwarze Null fahren und es sollten ausreichend eigene finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die anstehende Umstrukturierung damit begleichen zu können; ggf. erhält Aurelius on Top noch eine "Bargain Purchase", also eine Mitgift für die zu erwartenden Umstrukturierungskosten. Aurelius spricht jedenfalls von "großen Potenzialen für den Aurelius-Ansatz".

Office Depot Europa verfügt über einen starken Markennamen, eine hohe Kundenloyalität und ist mit seinen drei Kernsparten bzw. -marken "Viking", Contract- und dem Retail-Geschäft in 14 europäischen Ländern aktiv. Über die renommierte Marke "Viking" ist das Unternehmen ein führender Anbieter in den sechs Produktbereichen Bürobedarf, Druck- und Dokumentendienste, Papier, Computer und Drucker, Firmendienstleistungen wie Facility Management sowie Büromöbel. Im Direktvertrieb wird an über 1,2 Millionen kleine und mittelständische Unternehmen in zehn europäischen Ländern über den Online-Auftritt, Katalogversand und Call-Center verkauft. Hauptmärkte für "Viking" sind die DACH-Region und Großbritannien. Die Sparte "Contract" verfügt über eine attraktive und loyale Kundenbasis sowie ein stabiles Distributionsnetzwerk und unterhält Verträge für die Belieferung von über 100.000 größeren Firmenkunden und Unternehmen in den Hauptmärkten Großbritannien, Frankreich sowie der DACH-Region. Der Retail-Bereich verkauft unter der Marke "Office Depot" in über 100 Geschäften und im Online-Handel an über 600.000 aktive Kunden. Großes Potenzial für den operativen Ansatz von AURELIUS Die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Neuausrichtung von Office Depot Europa sollen direkt und teilweise durch lokale Partner und das Management vor Ort fortgesetzt werden. Wachstumsinitiativen durch neue Produkt- und Serviceangebote und das paneuropäische Distributions- und Logistiknetzwerk sollen ausgebaut und das E-Commerce-Geschäft weiter forciert werden.

 Aurelius (Quelle: finanzen.net) 
Details zum Deal
Die Aurelius-Konzerntochter Aurelius Rho Invest DS GmbH hat sich heute in einem bindenden Angebot verpflichtet, die europäischen Geschäftsaktivitäten des US-Konzerns Office Depot, Inc. zu erwerben. Nach Ablauf üblicher Konsultationsprozesse mit verschiedenen Arbeitnehmervertretungen des Office Depot Konzerns in Frankreich kann die Verkäuferseite einen bereits ausverhandelten Kaufvertrag abschließen. Die Parteien haben Exklusivität während dieses Zeitraums vereinbart. Die Transaktion, die dann noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörde sowie weiterer Closing-Bedingungen stehen wird, soll voraussichtlich in den nächsten Monaten vollzogen werden.



Meine Einschätzung
Die Aurelius-Konzerngesellschaften erwirtschaften bisher €3 Mrd. Umsatz pro Jahr und mit dem Zukauf von Home Office Europa schnellt dieser auf €5 Mrd. nach oben. Die Größe dieser Transaktion zeigt, in welche Dimensionen Aurelius nach nur 10 Jahren Geschäftstätigkeit hineingewachsen ist und welche finanzielle Power sich in dem Konzern und dem Geschäftsmodell verbergen.

Die Aktien von Aurelius liegen bei knapp über €50 und damit oberhalb des von Aurelius selbst ausgewiesenen NAV, des Nettoinventarwerts - vor Berücksichtigung dieser Mega-Transaktion. Wie diese jüngste Transaktion allerdings aufs Neue belegt, ist dieser Erfolgsaufschlag auch gerechtfertigt, denn Aurelius hat bisher durchschnittlich seinen Einsatz bei allen Transaktionen um den Faktor 9 vermehrt. Die Kursschwankungen der Aurelius-Aktie sollten Anleger in Kauf nehmen und auch, dass es ab und zu längere Phasen ohne große Kurssteigerungen gibt. Entscheidend ist die Entwicklung des Eigenkapitals und an der wird sich der Aktienkurs immer wieder orientieren, wenn auch zeitversetzt. Ich gebe jedenfalls keine meiner Aurelius-Aktien aus der Hand und es bleibt die größte Position in meinem Aktienportfolio. Kursrücksetzer sind immer wieder Kaufgelegenheiten, auch für Dividendenfans, denn Aurelius schüttet neben einer Basisdividende auch eine sog. Partizipationsdividende aus, die die Anleger am operativen Erfolg des Geschäftsjahres teilhaben lässt. Zuletzt kam man so auf Dividendenrenditen oberhalb von 5%.

Aurelius befindet sich in meinem Depot und ist eine der ältesten und erfolgreichsten Werte auf meiner Empfehlungsliste. Langfristig orientierte Anleger bleiben investiert und nutzen Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken ihrer Position.

Freitag, 23. September 2016

Grahams Grundsätze: Kaufe Aktien, als kauftest Du das ganze Unternehmen

Erfolgreiche Value Investoren wie Benjamin Graham und Warren Buffet legen großen Wert auf die langfristige Ausrichtung der Geldanlage, das langfristige Investieren in Unternehmen. Damit setzen sie sich ganz bewusst ab von der Vielzahl an Anleger, die zunehmend Aktien als Roulette-Chips missbrauchen, als Spekulationsobjekte. Weshalb ist aber diese Unterscheidung in Investieren und Spekulieren so entscheidend?

Das liegt vor allem an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Börsenkurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler. Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine überragende Performance zu erzielen.

»Value Investoren sollten ihre Investments nicht als Aktien verstehen, die den täglichen Schwankungen des Marktes unterliegen, sondern als Teileigentum an den zugrundeliegenden Unternehmen.«
(Seth Klarman)

Im weiteren Sinne kauft man mit dem Erwerb einer einzelnen Aktie ein Unternehmen, jedenfalls einen kleinen Teil davon. Man sollte sich dabei an dem Unternehmen beteiligen, als würde die Firma nicht an der Börse gehandelt, sondern man würde einem Fremden Geld dafür geben, dass man Anteile an dessen GmbH erwerben darf. Dazu muss man zum Notar und nach der Beurkundung des Kaufvertrages wird dieser im Handelsregister eingetragen - und man wird die Anteile nur los, wenn man einen Käufer dafür findet.Das bringt eine psychologisch ganz andere Einstellung zu diesem Investment mit sich, denn man ist also langfristig in dem Unternehmen investiert und an das Unternehmen gebunden.

Was würde man tun, bevor man ein solches auf Dauer angelegtes Wagnis einginge?
Man würde sich ausführlich mit dem Unternehmen beschäftigen, sich mit den Alteigentümern unterhalten, dem Geschäftsführer, sich die Bilanzen der letzten Jahre ansehen und sich prägende unternehmerische Entscheidungen erläutern lassen. Kurz: man würde das Unternehmen und seine neuen Partner auf Herz und Nieren prüfen, bevor man ihnen Geld für einen Teil Ihrer Geschäftsanteile gibt.

Und beim Erwerb von Aktien?
Da lassen die meisten Leute eben diese Vorsicht fahren und stürzen sich ohne Analysen, ohne Recherchen und ohne Nachzudenken in ein Abenteuer. Nicht umsonst kritisiert Warren Buffett, dass die Leute sich intensiver mit den technischen Ausstattungsmerkmalen ihres neuen Fernsehers beschäftigen würden, als mit denen ihrer neuen Unternehmensbeteiligung. Doch gibt es dafür eine plausible Rechtfertigung? Nein, es ist schlichtweg Leichtsinn und Unvermögen! Ist denn das entscheidende Kriterium für ein Investment die Rechtsform des infrage kommenden Unternehmens? Ist es entscheidend, ob man sich an einer GmbH oder einer AG beteiligt? Oder kommt es nicht viel eher darauf an, dass es sich um ein erfolgreiches Unternehmen handelt? Mit steigenden Umsätzen, einem gesunden Cash-Flow, steigen Gewinnen und einem wachsenden Unternehmenswert? Ich denke, wir alle kennen die Antwort.

Erfolgreiche Investoren jedenfalls machen ihre Hausaufgaben, bevor sie auch nur einen Cent investieren. Sie kaufen nicht die Aktie aufgrund ihrer Kursbewegungen, sondern das Unternehmen wegen seiner Geschäftsergebnisse. Und das sollten wir auch tun, wenn wir an der Börse langfristig Erfolg haben wollen. Werden wir Partner in einem Unternehmen, begleiten wir es durch schwierige und gewinnträchtige Phasen seines Lebens und profitieren von seiner Entwicklung. Entscheidend für unseren Anlageerfolg ist nicht die kurzfristige Kursbewegung, sondern die langfristige Unternehmensentwicklung. Denn die Wertschöpfung findet im Unternehmen statt, mahnt uns Warren Buffett, und der Aktienkurs wird mit der Zeit diese Entwicklung widerspiegeln. Erfolgreiche Investoren setzen nicht auf schnelle Kurssprünge, sondern geben ihren Investments die Zeit, ihre volle Wirkung zu entfalten, sie bringen die nötige Geduld auf, sie setzen auf Buy & Hold und gehen den Weg des Warren Buffett. Und genau das sollten wir auch tun, um erfolgreich und intelligent zu investieren.

Montag, 19. September 2016

Börsenweisheit der Woche 38/2016

"Der größte Fehler, den Anleger machen können, liegt darin, Kauf- oder Verkaufsentscheidungen von den aktuellen Schlagzeilen abhängig zu machen."
(Warren Buffett)

Sonntag, 18. September 2016

Starbucks bleibt weiter heiß und die Aussichten alles andere als trübe

Es gibt Unternehmen, die wie ein Uhrwerk schnurren, vor sich hin wachsen und erfolgreich ihre Geschäfte tätigen, die sich von den Wirrungen der Ökonomie und der Konjunktur nur bedingt beeindrucken lassen. Dies sind die Unternehmen, die Warren Buffett liebt, wenn sie verlässlich gute Zahlen abliefern, stabile und prognostizierbare Cashflows, aus denen sie ihr Business finanzieren können und die Dividenden für die Aktionäre und am besten noch Aktienrückkäufe. Und da diese Qualitäten gesucht sind, sind es auch die Aktien dieser Unternehmen und entsprechend hoch bewertet sind sie. Für Value-Anleger sind sie damit meist zu teuer, für Anhänger von Benjamin Graham auf jeden Fall. Denn dieser setzte stets auf unterbewertete Schnäppchen. Warren Buffett hingegen setzt auf Qualität und ist bereit, dafür auch einen höheren Preis zu zahlen.

»Es ist besser, ein hervorragendes Unternehmen zu einem guten Preis zu kaufen, als ein gutes Unternehmen zu einem hervorragenden Preis.«
(Warren Buffett)

Und das führt uns zu Starbucks, die ich schon öfter hier vorgestellt und als langfristiges Investment empfohlen habe. Eine Aktie, die 2015 herausragend performte, in diesem Jahr aber bisher nicht an gewohnte Kurserfolge anknüpfen kann. Ein Unternehmen, das Warren Buffett nicht in seinem Portfolio hat, und das mit einem erwarteten 2017er KGV von 25 höher bewertet ist als Durchschnittsaktien. Eine Aktie also, die besonders anfällig ist für konjunkturelle Turbulenzen, einen starken Dollar, chinesische Irritationen - und damit reif ist für einen Kursabsturz. Eigentlich. Denn Starbucks ist anders.

Als Aktionär freut man sich über schöne Zahlen und Erfolge der Vergangenheit, doch der Blick ist natürlich auf die Zukunft gerichtet. Und angesichts der Unsicherheiten an den Märkten und der doch bereits üppigen Bewertung der Starbucks-Aktien stellt sich natürlich die Frage, ob diese durch künftiges hohes Wachstum im operativen Bereich gerechtfertigt ist. Alkohol und Snacks sind einige der erfolgversprechenden Wachstumstreiber, dazu gesellen sich die unter dem Namen "Verismo" verkauften Kaffeemaschinen für Kaffeekapseln sowie das zunehmende Angebot von Starbucks-Produkten in Supermärkten und Tankstellen. Starbucks ist hierbei hochpreisig (und hochmargig!), aber man verkauft eben nicht nur Kaffee, sondern vor allem ein Lebensgefühl.


 Starbucks Corp. (Quelle: finanzen.net) 
Die zweitgrößte Restaurantkette der USA
Der Kaffeehausbetreiber ist inzwischen die zweitgrößte Restaurantkette der USA und hat sich zwischen die nun drittplatzierte Subway's und den schwächelnden Platzhirschen McDonald's geschoben. Nun ist Größe nicht alles, aber Starbucks verdankt seinen Aufstieg seinem starken Wachstum, nicht (nur) der Schwäche der Konkurrenten.

Starkes, profitables Wachstum
Starbucks verfügt über einen ökonomischen Burggraben und damit über die Preissetzungsmacht. Während Konkurrenten Kunden über Rabatte locken, rennen diese Starbucks die Türen ein. Nicht trotz der angehobenen Preise, sondern eben weil diese angehoben wurden. Weil Starbucks es geschafft hat, mehr zu sein als ein Kaffeeausschenker: Starbucks ist zum „Third Place“ geworden, zum dritten Platz, an dem sich Menschen aufhalten neben ihrem Zuhause und ihrem Arbeitsplatz. Starbucks verkauft Lifestyle, ein Lebensgefühl und daher spielt der Preis seiner Produkte für die Kunden nicht die entscheidende Rolle wie Mc Donald‘s oder Burger King.

Starbucks-Kaffee-Pads für Nespresso-Maschinen
Der Kaffeehausgigant möchte den nächsten Schalter auf Wachstum umlegen und startet in Europa mit eigenen Starbucks-Kaffee-Pads für Nespresso-Maschinen. Starbucks bietet weltweit hochpreisigen Kaffee (und mehr) an man hat festgestellt, dass sehr viele Starbucks-Kunden zuhause eine Nespresso-Maschine hätten. Die ebenfalls mit ihren Pads das Hochpreissegment bedienen. Um den perfekten Starbucks-Genuss auch zuhause bieten zu können, hat Starbucks sich viel Zeit gelassen, genauer gesagt gut zwei Jahre. Und erst jetzt ist man mit dem Ergebnis so zufrieden, dass man die Kaffee-Pads den Kunden anbieten mag. Obwohl Starbucks die mit Abstand meisten Kunden in den USA hat, startet man mit dem neuen Produkt in Europa. Was merkwürdig klingt, hat einen profanen Hintergrund, denn die Top-Fünf der Kaffee-konsumierenden Staaten sind die Niederlande, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland. Und hier liegt der Anteil der "Ein-Portionen-Kaffee-Maschinen" am Gesamtverbrauch bei rund 40%, so dass Starbucks sich einem riesigen, noch völlig unerschlossenen, Markt gegenüber sieht, den man nun erobern will.

Tee-Kooperation mit Anheuser-Busch InBev
Zuletzt ging man eine Kooperation mit dem weltgrößten Bierbrauer Anheuser-Busch InBev ein, um künftig beim Vertrieb von Fertiggetränken der Tee-Tochter Teavana zusammenzuarbeiten und hier ähnliche Erfolge zu erzielen, wie bei den Kaffeefertiggetränken. Der Markt für trinkfertige Tees habe in den USA ein Volumen von $1,1 Mrd. pro Jahr und wachse mit durchschnittlich 10 Prozent.

Tee-Offensive in Asien
Darüber hinaus startet Starbucks eine Tee-Offensive in China bzw. der Asien-Pazifik-Region. Dort sollen in mehr als 6.200 Starbucks-Läden speziell auf den dortigen Teegeschmack zugeschnittene Angebote lanciert werden. Vom globalen Tee-Markt, der rund $125 Mrd. ausmacht (auf China alleine entfallen hiervon $9,5 Mrd.), will sich Starbucks so bis Ende 2020 Tee-Umsätze von $3 Mrd. abschneiden.

Starbucks-Geschenkkarte ist ein Hit
Darüber hinaus ist die Starbucks-Geschenkkarte zu dem Top-Weihnachtsgeschenk avanciert. Denn nachdem bereits im Vorjahr jeder siebte Amerikaner eine solche Starbucks-Geschenkkarte auf dem Gabentisch fand, war es 2015 bereits jeder sechste. Für Starbucks ist das Beste daran, dass man das Geld bereits eingenommen hat, egal, ob die Karten auch wirklich eingelöst werden.

Die Marke Starbucks ist der Burggraben
Das Snack-Angebot ist mit 20% Zuwachs einer der Wachstumstreiber. Hier steckt noch eine Menge Potenzial drin, allerdings kein endloses, denn Starbucks wird keine reinrassige Restaurantkette werden, die auf eigene Küchen setzt. Das ausgeweitete Angebot an Bier und Wein wird von den Kunden gut angenommen und füllt die Läden in der Nachmittags- und Abendzeit. Auch hiermit unterstreicht Starbucks seinen Anspruch, der "Third Place" zu sein, und Starbucks ist es gelungen, seine Marke zum Statussymbol zu machen, zur Coca Cola des Kaffees. Auch wenn andere Ketten das Konzept kopieren wollen, werden sie es sehr schwer haben, Starbucks hier Paroli zu bieten. Asien wächst rasant Und dann ist da noch China. Hier trinken die Leute durchschnittlich drei Tassen Kaffee - pro Jahr. Mit mehr Ladenlokalen kann Starbucks den wachsenden Kaffeedurst der Chinesen bedienen und das Wachstum speist sich aus mehr Filialen und höherem Kaffeekonsum pro Gast. Und auch in Indien, dem Teetrinker-Paradies, legt der Kaffeedurst stark zu.

Mobiler Kaffeegenuss
Ein weiterer Wachstumstreiber ist die Starbucks-App. Nun kann man natürlich keinen Kaffe durch sein iPhone trinken, aber die App ist dennoch ein echter Wachstumstreiber für Starbucks. Denn die Stoßzeit bei Starbucks liegt am frühen Morgen, wenn sich sogar Schlangen an den Tresen bilden, weil die Menschen ihren Coffee-to-go bei Starbucks ordern auf dem Weg zur Arbeit. Da das Bestellen, Zubereiten und Bezahlen einige Zeit in Anspruch nimmt, hat Starbucks eine App kreiert, mittels derer die Kunden ihren Kaffee und die sonstigen Starbucks-Angebote bequem vorab ordern und bezahlen können und diese dann nur noch in der Filiale abholen müssen. Die Wartezeiten reduzieren sich hierdurch enorm und es gelingt Starbucks auf diese Weise, selbst die bereits unter Volllast laufenden Geschäftszeiten nochmals viel besser auszunutzen. Und dabei verringert sich noch die Gefahr, dass Kunden aufgrund der langen Wartezeiten genervt sind und ggf. zur Konkurrenz abwandern.

Starbucks ist innovativ
Nicht unterschätzen darf man die Innovationskraft des Managements. Denn Starbucks hat nicht einfach nur ein Konzept, das weltweit kopiert wird und überall den gleich hohen Wiedererkennungswert bietet. Starbucks ist kein McDonald's! Starbucks testet neue Wege, nicht nur mit der individuellen Gestaltung seiner Läden, die sich auch schon mal stark ins heimatliche Kolorit einpassen und wie ein Shinto-Schrein daherkommen. Natürlich mit der gut sichtbaren grün-weißen Starbucks-Nixe am Eingang. Darüber hinaus werden ständig neue Dinge ausprobiert, wie die das Bier- und Weinangebot am Abend, die jüngst gestartete Edelkaffeehauskette "Starbucks Reserve Roastery and Tasting Room", mit der das höherpreisige Segment angesprochen werden soll oder die kleinen 25-Quadratmeter-Shops in New York, die für zusätzlichen Absatz sorgen, ohne die großen Läden zu kanibalisieren. Oder die Kooperation mit Spotify, dem angesagten Musik-Streaming-Dienst, der nun sogar in das Starbucks-Stars-Programm aufgenommen wurde. Diese neuen Ideen halten Starbucks am Leben, bieten den Kunden immer wieder etwas Neues, ohne das Bewährte in den Hintergrund zu drücken.

Und wenn eine der neuen Ideen nicht zündet, dann wird sie ebenso schnell wieder beerdigt. Wie das kurzzeitige Engagement bei der Bäckereikette "la Boulange". Das Konzept mit den eigenen Läden hat sich nicht ausgezahlt, die Erwartungen, die mit der Übernahme verbunden waren, sich nicht erfüllt. Und der Zopf schnell abgeschnitten und sich erfolgversprechenderen Überlegungen zugewandt.

Es gibt auch Schattenseiten
Ende November 2015 markierte der Aktienkurs bei knapp über €59 sein Allzeithoch, bevor es unter Schwankungen bergab ging. Aktuell notiert die Aktie bei gut €48 und damit mehr als 15% niedriger. Und das hat natürlich Gründe, die vor allem in wachsenden Bedenken hinsichtlich der weiteren Wachstumsaussichten begründet sind. Denn die Zahlen zum zweiten Quartal 2016 lagen deutlich unter den Analystenerwartungen und das lastet seitdem auf dem Kurs. Insbesondere im stärksten Markt, den USA, verlangsamte sich das Wachstum. Nicht, dass es einen Rückgang gegeben hätte, nur weniger rasante Zuwächse. So stiegen die "Same-Store-Sales" nur noch um 4%, während die Anzahl der Filialen um 8% wuchs. Was nichts anders heißt, als dass die Stores, die mindestens schon seit 13 Monaten bestehen, ein Wachstum von 4% hingelegt haben. Das wiederum zeigt, dass die Wachstumsstory völlig intakt ist, denn die USA befinden sich in einer Rezession, auch wenn das Wort noch niemand in den Mund nimmt. Fallendes Wachstum, hohe Arbeitslosenzahlen, überall aufkommende Konjunktursorgen. Und dennoch kann Starbucks aus seinen "alten" Läden immer noch mehr Umsatz und Gewinn herausholen. Und man wächst auch über die neu hinzukommenden Läden; alleine in China sollen ja in den nächsten 5 Jahren jährlich 500 weitere Shops hinzukommen. Wachstumssorgen? Wohl eher nicht angebracht, auch wenn die Same-Store-Sales im entsprechenden Vorjahresquartal noch um 7% zugelegt hatten. Insgesamt stieg der Starbucks-Umsatz im zweiten Quartal um 7% auf $5,24 Mrd.- beeindruckend, wenn auch unterhalb der Analstenerwartungen von $5,35 Mrd.

Des Weiteren gab es Verstimmungen, weil Starbucks die Bedingungen für sein Loyality-Programm verändert hat. Anstatt wie bisher die Anzahl der Besuche zu belohnen, wird nun auf den dabei erzielten Umsatz abgestellt. Wer viel Umsatz macht, bekommt viele Punkte. Das führt natürlich bei Kunden, die nur einen simplen Kaffee trinken, zu Unmut, denn sie erhalten künftig viel weniger Punkte. Aber das ist für Starbucks langfristig genau der richtige Weg, denn die Filialen (vor allem in den USA) platzen ja zu Spitzenzeiten aus allen Nähten. Und als "Third Place" ist Starbucks daran gelegen, dass in den Verweildauern möglichst viel Umsatz gemacht wird. Wie bei jeder Änderungen gibt  es Verlierer und Profiteure. Die Kunden, die viel in die Starbucks-Kassen spülen, werden künftig stärker belohnt. Und das wird sich für Starbucks schlussendlich auszahlen, wenn sich die erste Empörung etwas gelegt hat. Und auch die Kunden, die aus Protest nun die Läden gemieden haben, werden wieder zurückkehren.

Meine Einschätzung
All diese Faktoren machen Starbucks nicht immun gegen eine Rezession oder einschneidende Ereignisse, wie die Terroranschläge in Paris, aber sie zeigen auf, dass es Starbucks immer wieder gelingt, sich anzupassen. Und zwar schneller und besser als die Konkurrenz. Weil der Kunde im Mittelpunkt steht, nicht das Produkt alleine. Und daher sind Starbucks-Aktien auch bei einer absolut betrachteten hohen Bewertung ein Top-Pick, der Top-Pick im Restaurant-Sektor. Denn relativ gesehen, also im Verhältnis zum Wachstum, liegt die Bewertung dieses schnell wachsenden Unternehmens im fairen Bereich.

Und da schließt sich wieder der Kreis zu Warren Buffett, der ein solches Unternehmen eigentlich kaufen müsste, weil alle seine Kriterien für ein Quality Investment erfüllt sind. Insbesondere auch eine attraktive Dividendenrendite, denn Starbucks hatte vor einigen Monaten die vierteljährliche Ausschüttung von $0,16 auf $0,20 angehoben, also um 25 Prozentpunkte. Das macht auf das Jahr gerechnet 1,5%, nicht unbedingt üppig, aber auch nicht niedrig für einen Wachstumswert. Und der hohe Free-Cashflow dürfte dafür sorgen, dass Starbucks die Dividende weiterhin deutlich anheben wird in den nächsten Jahren.

Doch der eigentliche Grund dafür Starbucks-Aktien zu kaufen, liegt natürlich in seinem profitablen Wachstum, das mit durchschnittlichen 18% jährlich erwartet wird. Insbesondere in China wird die Musik spielen, denn der starke Dollar sorgt hier nicht für schlechte Ergebnisse, sondern vor allem dafür, dass es für Starbucks immer günstiger wird, neue Läden zu eröffnen. Und Starbucks-CEO Howard Schultz spricht bereits offen davon, dass China irgendwann die USA als wichtigsten Markt ablösen dürfte. 500 neue Shops pro Jahr sind ein ambitioniertes Wachstumstempo und Anleger haben die Chance, dieses Qualitätsunternehmen auf seinem Weg zu begleiten. Als Mitinhaber und damit Profiteur.

Starbucks befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot

Freitag, 16. September 2016

Mit Hypoport richtig verdienen am Umbruch der Bankenbranche

Seit einiger Zeit überrollt eine neue Welle die Börsen, die Fintechs. Klassische Banken ächzen zunehmend darunter, dass immer mehr Kunden lieber online am heimischen PC ihre Bankgeschäfte abwickeln und immer seltener in die personalintensiven Filialen kommen. Vor 15 Jahren wurden die Comdirectbank oder Consors noch als Tagesgeldbanken belächelt, dann schnappten sie den Filialbanken und Sparkassen den Wertpapierhandel weg, da ihre Gebühren weniger als die Hälfte der üblichen Provisionen ausmachten und Abwicklung und Service auch noch reibungsloser gewährleistet wurden. Die Online-Broker von damals sind inzwischen zu Vollbanken herangewachsen und werden kaum noch belächelt. Viel zu stark punkten sie in Sachen Profitabilität und Service im Vergleich zu ihren strauchelnden Mutterkonzernen.

Doch nicht sie sind es, die die Fintech-Revolution ausgelöst haben, sondern überwiegend kleine, innovative Unternehmen im Finanzsektor. Social-Trading-Banking, Peer-to-Peer-Lending, Mobile-Payment sind Schlagworte aus der Fintech-Branche. Die Möglichkeiten und Angebote sind vielfältig und kaum überschaubar und bei vielen muss sich erst noch beweisen, dass sie auf Kundenakzeptanz stoßen und das zeug haben, sich am Markt auch durchzusetzen. Sie haben allerdings eines gemein: sie erodieren das klassische Bankgeschäft. Dabei sind es zumeist keine Killer-Applikationen, die von heute auf morgen die Filialbanken ersetzen, aber sie knabbern Stück für Stück an deren Geschäftsmodell und bringen sie unter enormen Kostendruck. Die Hypovereinsbank als Tochter der italienischen UniCredit ist dabei, die Hälfte ihrer Filialen in Deutschland zu schließen. Die Deutsche Bank dünnt ihr Filialnetz um hunderte von Filialen aus, bei Volksbanken und Sparkassen sieht die Lage nicht anders aus. Einerseits können die Filialbanken so erheblich Personal sparen, andererseits begeben sie sich zunehmend in direkte Konkurrenz zu Onlinebanken – und da können sie mit ihren historisch hohen Kostenstrukturen kaum bestehen. Und aufgrund der reduzierten Filialen und damit persönlichen Kundenkontakte fehlt ihnen die Vertriebsschiene für ihre Provisionsprodukte. Nachdem auch das Investmentbanking mehr Probleme als Gewinne abwirft, schien in den letzten 15 Jahren der Vertrieb von Lebensversicherungen und Bausparverträgen das neue lukrative Standbein der Banken zu sein. Doch auch dieses ist inzwischen mehr als wurmstichig.

Nachdem die Banken also auf mehr und mehr Geschäftsfeldern kräftig Boden verlieren, hatten sie wenigstens auf das Kreditgeschäft gehofft. So eine Immobilienfinanzierung ist schon beratungsintensiv und kann nicht einfach mit ein paar Klicks online erledigt werden. Schließlich geht es auch um große Summen, da ist die Seriosität des persönlichen Kontakts mit dem Bankberater ein echtes Asset. Naja war… dann kam die Bankenkrise, das Image der Banken rauschte in den Keller, immer häufiger werden enorme Skandale und finstere Machenschaften bekannt, wo sie Banken und Banker zulasten der Kunden und Steuerzahler die Taschen vollgestopft haben. Inzwischen sind in Umfragen nur noch Politiker weniger beliebt als Banker und werden als noch weniger glaubwürdig eingestuft. Und das hat auch konkrete Auswirkungen auf das Kreditgeschäft, denn neue Konkurrenten haben es folgerichtig leichter, den Banken den Schneid abzukaufen. Da man diesen nicht mehr vertraut, kann man sich ebenso gut an jemand anderen wenden, denn das Risiko scheint nicht ungleich größer zu sein.

 Hypoport (Quelle: finanzen.net) 
Hypoport: Dienstleister, Partner, Wettbewerber
Und hier treffen wir auf Hypoport,ein Unternehmen, das kaum jemand kennt, denn man tritt gegenüber Endverbrauchern selbst nicht in Erscheinung. Hypoport ist ein Finanzdienstleister und bedient mit seinen drei Sparten unterschiedliche Segmente. Der unbedeutendste Bereich ist die Beratung und Finanzierungsabwicklung für institutionelle Kunden beim Sozialen Wohnungsbau. Daneben ist man hinter Marktführer Interhyp zweitstärkster Anbieter bei der Online-Finanzierungsvermittlung an Privatkunden, die man über die Tochter Dr. Klein bedient. Und man hat über die Tochter Europace, wo man für institutionelle Kunden, vor allem Banken, Finanzierungen und Finanzprodukte online abwickelt, de facto eine Monopolstellung in Deutschland.

Dr. Klein ist online zu erreichen und dort bekommt Otto-Normalverbraucher schnell einen Kredit für seine neue Eigentumswohnung oder sein neues Auto vermittelt. Zusätzlich gibt es in ausgesuchten Großstädten auch richtige Filialen. Das Kreditverfahren ist hochgradig standardisiert und führt für die meisten Fälle schnell ans Ziel. Wo es schwierig wird, weil es bei der Bonität zwickt oder weil Selbständige mehrere unterschiedliche Einkommensarten haben, da wird das Geschäft einfach nicht gemacht. Diese aufwändigen und daher weniger margenträchtigen „Problemfälle“ überlässt man dann der Konkurrenz der Filialbanken.

Zündet die Kursrakete nicht mehr?
Im letzten Jahr hat Hypoport den Kursturbo gezündet und die Aktie hat sich um mehrere hundert Prozent in die Höhe geschraubt. Vom Höchstkurs bei fast €100 ist der Wert inzwischen wieder deutlich zurückgekommen und nach der großen Anfangseuphorie pendelt der Kurs seit einiger Zeit um Kurse von €80. Ein Abstand von 20% zum Allzeithoch ist allerdings kein ausreichender Kaufgrund, da muss es schon bessere Argumente geben.

Während Hypoport im Bereich Business-to-Consumer mit seiner Marke Dr. Klein zwar sehr erfolgreich ist, aber sich auch starken Wettbewerbern wie InterHyp und Check24 ausgesetzt sieht, sollten Anleger ihren Fokus vor allem auf das Quasi-Monopol Europace legen, wo Hypoports Kunden Banken und Finanzdienstleister sind. Hier steigt die Zahl der Partner weiterhin stark an, da immer mehr Banken ihre Geschäfte auch über Europace abwickeln und inzwischen auch verstärkt die Volksbanken und Sparkassen hinzukommen. Damit reduzieren die Filialbanken ihre Kosten und können im Wettbewerb gegen Banken mit hohem Kostenapparat besser bestehen. Diese schließen weitere Filialen und so wandern mehr Kunden in die Onlinevermittlung ab und das erhöht nun selbst wieder den Druck auf die Banken. Das ist für die Banken ein zweischneidiges Schwert, denn sie können ohne Europace kaum noch bestehen, andererseits erhöht der Erfolg von Europace den Druck auf die teilnehmenden Banken weiter.

Für Hypoport als Europace-Mutter ist diese Konstellation hingegen geradezu traumhaft, denn mit jedem abgewickelten Geschäft verdient Hypoport an den Gebühren. Der Clou ist, dass die Plattform digital ist, also zusätzliche Teilnehmer nicht entsprechend höhere Kosten verursachen. Man spricht bei diesem Effekt von Skalierbarkeit. Wachstum bedeutet Ausweitung der Margen und das ist der Traum eines jeden Unternehmers. Und Hypoport wächst.

Erstes Halbjahr mit Rekordwerten
Die Halbjahreszahlen belegen, dass Hypoport weiter auf einer Erfolgswelle schwimmt. Im ersten Halbjahr 2016 konnte der Finanzdienstleister nach vorläufigen Zahlen den Umsatz von €67,5 Mio. auf €73 Mio. steigern und das EBIT von €9,1 Mio. auf €11 Mio. Bei der Tochter Europace dämpften auch im April und Mai noch die negativen Auswirkungen der Wohnraumkreditrichtlinie die Umsätze, die aber gegen Ende des Quartals spürbar anzogen und so für die zweite Jahreshälfte merklich anziehende Zahlen erwarten lassen.

Auch Zukäufe auf dem Schirm
Mit dem Erwerb des Softwareunternehmens NKK Programm Service AG durch die eigene Tochter Insurtech hat Hypoport seine Wettbewerbsposition im Versicherungsmarkt gestärkt. Ich hatte ja kürzlich unter Verweis auf den hohen Kostendruck und die anstehenden enormen Investitionssummen im Versicherungsbusiness Aktien von GFT Technologies und msg life gekauft und auf meine Empfehlungsliste genommen - und Hypoport stößt mit diesem Zukauf ins gleiche Horn. NKK bietet seinen Kunden seit fast 30 Jahren Softwarelösungen zur Verwaltung von Versicherungsverträgen an und diese Software wird von verschiedenen Hypoport-Konzerntöchtern bereits seit mehreren Jahren genutzt. Neben der Weiterführung der Produktentwicklung und dem "Heben von Synergieeffekten aus Technologietransfer und gemeinsamem Marktzugang" soll die Integration von NKK auch neue Geschäftsmodelle im Versicherungsmarkt eröffnen.

Value trifft Growth
Hypoport ist weder eine typische Wachstumsaktie, noch ein klassischer Value-Wert. Das Wachstum ist rasant und wird auf absehbare Zeit auch kaum nachlassen, aber das 2017er KGV von 21 lässt auch nicht sofort auf eine Unterbewertung schließen. Man könnte Hypoport bei €80 also als fair bewertet einschätzen, vor allem nach der Kursvervielfachung im letzten Jahr. Die EBIT-Steigerung von 40% im ersten Quartal spricht allerdings eine andere Sprache und berücksichtigt man, dass die belastenden Effekte aus der Regulierungsumsetzung, die das Neugeschäft gebremst hatten, nun abgearbeitet sind, dann dürfte auch der Umsatz in den Folgequartalen wieder stärker zulegen. Und das bei sich ausweitenden Gewinnmargen.

Meine Einschätzung
Wir sollten uns also an die weisen Worte Warren Buffetts erinnern, der sagte, man solle nicht auf den Einkaufspreis schauen, sondern darauf, was das Unternehmen (und damit seine Aktien) in ein paar Jahren wert sein werden. Und wenn ich diesem Rat folge, dann komme ich zu dem Schluss, dass Hypoport weiter wachsen wird, dass man mit der Technik von Europace ein einzigartiges und kaum kopierbares Produkt hat, das sich hervorragend skalieren und damit die Margen weiter wachsen lässt. Und man hat eine Quasi-Monopolstellung und die Banken müssen sich auf Europace einlassen, um überhaupt noch konkurrenzfähig bleiben zu können. Das nennt man einen ökonomischen Burggraben und es ist ein geradezu klassisches Beispiel für eine disruptive Enwtwicklung!

Treffen meine Annahmen zu, dann wird die Hypoport-Aktie bald auch dreistellige Kurse sehen. Ob dies in einem Monat oder in einem Jahr soweit ist, kann ich nicht abschätzen. Was ich sehe ist jedoch, dass das operative Geschäft stark wächst und zwar profitabel mit weiter wachsenden Margen. Und das ist seit jeher das beste Treibmittel für steigende Börsenkurse. Daher sollte Hypoport auf dem aktuellen Kursniveau für langfristige Anleger ein lohnendes Investment sein, denn es verbindet Wachstum und Werthaltigkeit in idealer Weise.

Hypoport befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 14. September 2016

Deutsche Beteiligungs AG tankt frisches Geld für neue Co-Investments

Die 1965 gegründete Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) ist eine der ältesten deutschen Beteiligungsgesellschaften, bei der mit knapp 20 Prozent die Drogeriefamilie Rossmann mit an Bord ist. Das SDAX-Mitglied ist weniger auf Sanierung und Exit seiner Töchter aus, sondern mehr auf Bestandsauf- und ausbau. Daneben hat man vor einigen Jahren Beteiligungsfonds aufgelegt (ganz klassisch wie die US-Finanzinvestoren KKR oder Blackstone), in die Investoren Geld einbringen können, ohne sich direkt an der DBAG AG beteiligen zu müssen. Die DBAG übernimmt an diesen Fonds auch selbst Anteile bzw. tritt bei Investment des Fonds als Co-Investor auf und erhält von den Fonds Management-Gebühren. Über diese Konstruktion kann die DBAG mit dem gleichen Eigenkapitalanteil wesentlich mehr bewegen, da ja der Großteil der Gesamtinvestitionen von Investoren stammen. Der EK-Hebel bei einem erfolgreichen Verkauf der Beteiligung ist entsprechend geringer, aber über die Beteiligungsdauer fließen der DBAG stetige Erträge aus den Provisionen der Fonds zu. Sie hat also ihr Geschäftsmodell verstetigt, nachdem sie über die letzten 15 Jahre betrachtet 15,2% und über die letzten 10 Jahre immerhin noch 13% an durchschnittlich Erträgen für ihre Aktionäre erwirtschaftet hat.

Kapitalerhöhung für weitere Co-Investments
Soeben hat die DBAG verkündet, frisches Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen. Und zwar soll das Grundkapital der Gesellschaft von €48.533.334,20 aus genehmigtem Kapital gegen Bareinlage um nominal bis zu €4.853.330,23 (entsprechend rund 10% des derzeitigen Grundkapitals) auf bis zu €53.386.664,43 erhöht werden durch Ausgabe von bis zu 1.367.635 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien der Gesellschaft. Das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre der Gesellschaft wird ausgeschlossen und die neuen Aktien sind für das laufende, am 30. September 2016 endende Geschäftsjahr 2015/2016 dividendenberechtigt.

 Deutsche Beteiligungs AG (Quelle: finanzen.net) 
Die DBAG ist in letzter Zeit eine ganze Reihe von Investments eingegangen für ihre diversen Fonds. Und immer ist sie auch als Co-Investor mit einem niedrigen Prozentanteil mit an Bord. Der jüngste Einstieg beim MedTech-Unternehmen Polytech kostet die DBAG bis zu €12 Mio. an Eigenmitteln für einen 18%-Anteil, rund 76% übernimmt der DBAG Fund VI und die übrigen Anteile wird das Management des Unternehmens erwerben. Der Vollzug des Kaufvertrags wird innerhalb der kommenden sechs Wochen erwartet. Polytech ist die zehnte Beteiligung des DBAG Fund VI, der nach dieser Transaktion zu mehr als 75 Prozent investiert ist. Somit bleibt noch Raum für eine weitere Akquisition, da die DBAG-Fonds grundsätzlich nicht mehr als 85% des Kapitals investieren, um noch trockenes Pulver zu haben für Add-on-Zukäufe für die Portfoliounternehmen.

Die DBAG ist also nicht etwa in Schwierigkeiten, sondern sie ist sehr erfolgreich am Markt unterwegs - und dafür benötigt sie frisches Geld. Während sie Investorengelder für die neuen Fonds akquiriert, ist sie auch auf Eigenkapital angewiesen, um selbst ihre Co-Investments leisten zu können. (Nur) so wird auch ein größtmöglicher Mehrwert für die Aktionäre geschaffen.

Mit dem neuen Buy-out-Fonds DBAG Fund VII im Gesamtvolumen von €1 Mrd., der zwischenzeitlich erfolgreich eingeworben wurde, vergrößert sich künftig die Basis für die Erträge aus der Fondsberatung. Zugleich sind höhere Co-Investitionen an der Seite des Fonds vorgesehen; der Eigenanteil der DBAG wird knapp €200 Mio. betragen und somit rund ein Fünftel des Fondsvolumens. Die frisch eingeworbenen Gelder aus der Kapitalerhöhung sind also bereits verplant und werden nicht lange auf dem Girokonto zinslos vor sich hin darben.

Deutlich besseres Quartalsergebnis erwartet
Das dritte Geschäftsquartal war mäßig verlaufen, jedenfalls was das Bewertungsergebnis betrifft, weil das Brexit-Votum die Börsenkurse abschmieren ließ und die DBAG aufgrund ihrer Bilanzierung nach IFRS entsprechend ihre Beteiligungen um satte €12 Mio. abgewertet hat. Inzwischen haben die Börsen den Brexit-Schock verdaut und neue Höchststände erklommen - sollte das jetzige Quartal auf diesem Börsenniveau abschließen, dürften also mindestens diese €12 Mio. an Zuschreibungen das Quartalsergebnis pushen - zuzüglich der ohnehin erfolgreichen operativen Ergebnisentwicklung. Und nachdem das Management kürzlich erst noch seine Jahresprognosen bestätigt hatte und schon einige lukrative Exits erfolgt sind, dürfte die DBAG auf ein weiteres äußerst erfolgreiches Jahr zusteuern.

Meine Einschätzung
Die Kapitalerhöhung verwässert zwar den Anteil der Altaktionäre, aber das frische Geld dient dem Ausbau des Geschäfts und der damit verbundenen Co-Investments. Es schafft also Mehrwert, auch für die Altaktionäre, und daher sollte der Kursdämpfer nur von kurzer Dauer sein. Ich habe ihn jedenfalls genutzt, um meinen DBAG-Bestand etwas auszubauen, denn ich halte die DBAG für eine echte Mittelstandsperle mit mittel- und langfristig hervorragendem Wertsteigerungspotenzial. Die Aktie notiert aktuell mit einem Aufschlag von rund 10% zu ihrem NAV, was aufgrund des hervorragenden Track-Records des Managements, der weiterhin positiven Aussichten und der attraktiven Dividendenrendite oberhalb von 3% mehr als verständlich ist und künftigen Kurssteigerungen nicht im Weg stehen sollte. Zumal seit einiger Zeit, insbesondere dank des Niedrigzinsumfelds, auch die Unternehmen aus der Peer-Group der DBAG an der Börse mit teilweise satten Aufschlägen auf den NAV bepreist werden.

Die DBAG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.


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Ergänzung vom 15.09.2016
Die Deutsche Beteiligungs AG hat die am 14. September 2016 angekündigte Erhöhung des Grundkapitals um rund zehn Prozent erfolgreich abgeschlossen. Die 1.367.635 neu ausgegebenen Stückaktien wurden zu einem Preis von €28,25 pro Aktie bei deutschen und internationalen institutionellen Investoren platziert und damit in etwa auf dem Niveau von vor der Ankündigung der Kapitalerhöhung. Die Platzierung führt zu einem Bruttoerlös von rund €38,6 Mio.


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Ergänzung vom 16.09.2016
Nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung hebt das Analysehaus Warburg Research sein Kursziel auf €35 (€32,50) an; die Empfehlung lautet weiterhin "buy". Bis die neuen Investments zu Ergebnisbeiträgen bei der DBAG führen, vergehe in der Regel ein Jahr. Die Kurszielanhebung erfolge daher auch, weil man nun den Fokus der Value-Indikatoren bereits auf die Erwartungen für 2018 richte und nicht mehr auf 2017.

Dienstag, 13. September 2016

MPC Capital mit frischem Geld für Immobilien- und Infrastruktur-Investments

Die MPC Münchmeyer Petersen Capital AG ist ein Asset-Manager und hat im früheren Leben Kapitalanlagen in geschlossenen Fonds verkauft - und damit bei den privaten Investoren nicht nur Freude verbreitet. Immer mal wieder poppen noch gerichtliche Altlasten hoch, weil viele dieser Fonds aus den Bereichen Immobilien und Schifffahrt in der großen Finanzkrise in Schieflage gerieten. MPC notierte zu ihren besten Zeiten mal mit knapp €350 und stürzte im Zuge der Finanzkrise und sich daran anschließender regulatorischer Drangsalierungswut seitens der Regierung total ab; es drohte die Pleite. Der Kurs implodierte auf €1 und im Jahr 2013 war man fast am Ende. Fast. Es folgten Kapitalschnitt und Rekapitalisierung und nun läuft die Wiederauferstehung.

Inzwischen ist man unternehmerisch anders unterwegs und zwar als Initiator/Projektierer von Investments für institutionelle Anleger, denen man passgenaue Sachwertanlagen vermittelt mit Schwerpunkt Schifffahrt, Immobilien und Infrastruktur.

Wachstum auch über Kapitalerhöhungen
Operativ fährt man wieder in solideren Gewässern, 2016 soll der Umsatz um mindestens 10% steigen, nachdem er 2015 um 38% in die Höhe geschnellt war. Die AUM (Assets und Management) sollen mittelfristig von €5 Mrd. auf €10 Mrd. ausgebaut werden. Und dabei will man selbst mit Co-Investments einsteigen und die nötigen Eigenmittel hierzu wurden durch eine Kapitalerhöhung im März eingeworben. Satte €12 Mio. flossen MPC an frischem Geld zu und die Eigenkapitalquote erreicht inzwischen sehr solide 42%. 2017 sollen das Ergebnis je Aktie (EPS) auf €0,60 steigen und gelingt die AUM-Ausweitung auf €10 Mrd., dürften 2017 vielleicht sogar €0,80 hängen bleiben, denn der Gewinn dürfte dank verbesserter Margen und positiver Skaleneffekte überproportional steigen.

 MPC Capital (Quelle: finanzen.net) 
Und bei Präsentation der Halbjahreszahlen bestätigte MPC Capital nicht nur die eigene Jahresprognose, sondern kündigte auch an, über eine weitere Kapitalerhöhung nachzudenken, um die Bereiche Real Estate und Infrastructure weiter ausbauen zu können. Der üblicherweise auf die Ankündigung einer Kapitalerhöhung erfolgende Kursdämpfer fand nicht statt, was zeigt, dass MPC Capital am Kapitalmarkt wieder als ernsthaftes und interessantes Investment wahrgenommen wird.

Und gestern erfolgte dann bereits die Umsetzung der Kapitalerhöhung. In einem sog. Pre-Placement wurden institutionellen Anlegern Aktien zum Preis von €6 angeboten, bevor dann die bisherigen Aktionäre über Bezugsrechte ebenfalls die Möglichkeit erhalten, junge Aktien zu zeichnen.

Das Pre-Placement der Kapitalerhöhung wurde innerhalb kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen und insgesamt 3.560.229 neue Aktien bei ausgewählten institutionellen Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten von Amerika platziert. Das Buch war zum Platzierungspreis von €6 deutlich überzeichnet. Das Pre-Placement stellt den ersten Teil der gestern bekanntgegebenen Kapitalerhöhung von bis zu 6.085.583 neuen Aktien dar. Aktionäre der MPC Capital AG werden im Rahmen der Bezugsfrist, die voraussichtlich am 14.09.2016 startet und voraussichtlich bis einschließlich 27.09.2016 laufen wird, neue Aktien im Verhältnis 4 zu 1 zum Bezugspreis von €6 je neuer Aktie beziehen können. Sämtliche junge Aktien werden ab dem 1. Januar 2016 gewinnberechtigt sein. Auf Basis dieses Bezugspreises und unter der Annahme, dass sämtliche 6.085.583 neuen Aktien im Rahmen des Angebots platziert werden können, würde MPC Capital aus dieser Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös von rund €36,5 Mio. erzielen.

Neue Asset-Deals voraus
Und MPC Capital hat viel vor mit dem frisch eingeworbenen Geld. Erst letzte Woche hat MPC Capital ihr Portfolio in den Niederlanden und Deutschland ausgebaut und 10 Einkaufszentren mit einem Gesamtvolumen von rund €60 Mio. akquiriert. Damit wird ein Immobilienfonds für Logistik- und Leichtindustrie von rund €115 Mio. auf gut € 150 Mio. ausgebaut. MPC Capital selbst ist mit einem kleineren Anteil von bis zu 5% Co-Investor, verdient künftig aber vor allem an Gebühren und Provisionseinnahmen aus dem Management des Fonds. Und die künftigen Investments werden ebenso in diese Richtung zielen.

Zukunftsmarkt Micro-Appartments für Studenten
Wie auch der Ausbau der Micro-Appartments für Studenten zeigt. Hier hatte MPC Capital Ende Juli verkündet, ein zweites Projekt in Berlin für seine Micro-Living-Plattform Staytoo initiiert zu haben. Hierzu hat man in der Leibnizstraße im Stadtteil Charlottenburg eine Büroimmobilie auf einem 1.231 Quadratmeter großen Grundstück erworben. Der Umbau soll noch in diesem Jahr beginnen und im Frühjahr 2018 abgeschlossen sein. Mit dem Erwerb des sechsten Objekts ist das Vermögen des Spezial-AIF MPC Student Housing Venture I nahezu vollständig investiert, man habe noch Luft für ein bis zwei weitere Projekte. An insgesamt fünf Standorten in Berlin-Kreuzberg, Nürnberg, Bonn, Kaiserslautern und Leipzig befinden sich weitere Staytoo-Projekte, wo sich rund 1.000 Apartments in der Umsetzungsphase befinden. Die ersten hiervon sollen im Herbst in Bonn und Nürnberg eröffnet werden.

Meine Einschätzung
MPC Capital hat aus der Vergangenheit noch einige (Rechts-)Risiken an der Backe, die sich bei Konkretisierung auch erheblich auf die Bilanz auswirken könnten. Für den überwiegenden Teil dieser Risiken gibt es Versicherungsschutz, aber nicht für alle Altproblemfälle. Ob sich hier aus den diversen anhängenden Klagverfahren Zahlungen für MPC Capital ergeben, ist nicht abschätzbar. Wer es genau(er) wissen will, sollte die entsprechenden umfangreichen Risikohinweise aus dem die Kapitalerhöhung begleitenden Wertpapierprospekt (PDF-Download) studieren und sich ein eigenes Bild machen.

Die institutionellen Anleger, die im März und heute wieder die Kapitalerhöhung gezeichnet haben, sehen jedenfalls mehr Chancen als Risiken in Aktien der MPC Capital. Und ich auch. Ich hatte ja vor einiger Zeit schon Aktien zu knapp unter €6 erworben und meine Position bei Schwäche auch noch aufgestockt. Zu diesem Kurs kommen nun auch die jungen Aktien und ich werde bei der Kapitalerhöhung mitziehen, denn MPC Capital profitiert massiv von der Niedrigzinsphase und vom globalen Hunger der Liquidität nach Rendite. Die Neustart der Gesellschaft bietet für risikobewusste Anleger einen interessantes Chance-Risiko-Mix mit der Aussicht auf weitere deutliche Kurssteigerungen - wenn sich das Unternehmen mit dem frischen Geld auch künftig so erfolgreich entwickelt wie in den letzten Jahren.

MPC Capital befindet sich sich als aussichtsreiche Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.


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ERGÄNZUNG vom 27.09.2016

MPC Capital gab heute bekannt, dass die am 12. September 2016 beschlossene Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen wurde. Nachdem im Pre-Placement bereits 3.560.229 Neue Aktien vorab bei institutionellen Investoren platziert wurden, übten die weiteren bestehenden Aktionäre ihre Bezugsrechte für die verbleibenden 2.525.354 Neuen Aktien nahezu vollständig zu rund 90% aus. Die restlichen, nicht bezogenen Aktien werden zum Bezugspreis von der MPC Participia GmbH hat erworben. Aufgrund der erfolgreichen Platzierung der Kapitalerhöhung fließt der Gesellschaft ein Bruttoemissionserlös von voraussichtlich rund €36,5 Mio. zu. Die Neuen Aktien werden voraussichtlich am 30. September 2016 in den Börsenhandel einbezogen und damit steigt der Streubesitz-Anteil auf rund 36%.