Mittwoch, 1. März 2017

Mit Business Development Companies hohe monatliche Dividenden kassieren

▸ Kissigs Kolumne vom 19. Dezember 2016, Aktien Magazin 34/2016 

Die staatliche Rente ist die Altersabsicherung Nummer eins in Deutschland und viele der Älteren haben noch die Worte des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm im Ohr, als er sagte: „Die Rente ist sicher“. Und er hat Recht, bis heute. Allerdings gilt das nicht für die Höhe der Rente und das ist der Knackpunkt. Denn viele haben zu wenig eingezahlt und erhalten dann im Alter einen so niedrigen Rentenbetrag, dass es zum Leben nicht reicht. Im schlimmsten Fall droht ein Abrutschen in die Grundsicherung.

Aus diesem Grund wurde schon vor mehr als 15 Jahren immer stärker auf die private Altersversorgung gesetzt und mit der Riester-Rente ein staatlich subventionierter Moloch geschaffen. Doch die Renditen sind niedrig, die Kosten hoch und sie fressen die staatlichen Zuschüsse wieder auf. Am Ende wird nicht viel Rendite übrigbleiben, ist zu befürchten. Allerdings hat die Riester-Rente dann doch einen Vorteil: die Menschen haben wenigstens Geld fürs Alter zurückgelegt, das wird ihnen etwas helfen.

Eine andere tragende Säule der Altersvorsorge der Deutschen ist seit jeher die klassische Kapitallebensversicherung, eine Kombination aus Lebensversicherung und Sparplan. Doch die anhaltende Niedrigzinsphase hat dazu geführt, dass die früheren vollmundigen Renditeversprechungen der Lebensversicherungen sich in Schall und Rauch aufgelöst haben. Statt fünf Prozent oder mehr kommen die Garantieversprechen heute mit unter ein Prozent geradezu mager daher. Und im Neugeschäft bieten die Versicherer solche Produkte gar nicht mehr an. Das Problem für die Versicherten ist, dass ihre Erwartung an die hohen Renditeversprechen gekoppelt war und der Zinseszinseffekt trägt maßgeblich zum Ergebnis bei Ablauf der Versicherung bei. Doch die gesenkten Renditen lassen die Ablaufergebnisse dramatisch einbrechen. Und wer über eine Lebensversicherung sein Eigenheim finanziert hat, wird im Alter nicht etwa schuldenfrei dastehen, sondern auf einmal einen hohen Betrag zu finanzieren haben, wo das Arbeitseinkommen sowieso schon zusammengeschmolzen ist zur staatlichen Rentenzahlung. Für viele wird das bedeuten, dass sie ihr Häuschen als Rentner aufgeben werden müssen und der Traum vom mietfreien Wohnen im Alter wird für viele Rentner platzen. Wer heute Rentner ist oder es bald wird, hat kaum mehr Möglichkeiten, gegenzusteuern. Zumal die Deutschen ihr Geld am liebsten auf dem Sparbuch horten, wo es auch keine Zinsen mehr gibt. Eine Alternative zu mageren Zinsen sind Dividenden. Auch aus Dividendenzahlungen lassen sich regelmäßige Einkommensströme generieren, die einen Teil des monatlichen Einkommensbedarfs abdecken können.

Nun ist es in Deutschland üblich, dass die Aktiengesellschaften einmal im Jahr eine Dividende ausschütten. In den USA sind Quartalsdividenden eher die Regel, so dass man durch die gezielte Auswahl von US-Werten schon einen regelmäßigen Zahlungsstrom erzielen kann. Natürlich hängt es auch von der Höhe der Dividendenrenditen ab, ob sich dies zum Auffüllen der Rentenlücke eignet. Und hier kommt eine besondere Form der Unternehmen ins Spiel, die Business Development Companies.


Business Development Companies
Eine Business Development Company (BDC) ist ein in den USA tätiger Finanzinvestor für kleine und mittlere nicht-börsennotierte Unternehmen. BDCs stellen etablierten Unternehmen sowie Startups Kapital zur Verfügung. Die geschieht entweder in Form von Eigenkapital, so dass die BDC Miteigentümerin wird, oder durch Fremdkapital als nachrangige Kredittitel.

BDCs vergeben ihre Mittel traditionell an kleine, weniger beachtete Unternehmen, die eine niedrigere Bonität aufweisen als große Standardwerte aus dem Dow Jones Index und die daher auch höhere Finanzierungskosten akzeptieren (müssen). Das höhere Risiko spiegelt sich dabei in höheren Zinssätzen wider, genauso wie bei einer klassischen Bankfinanzierung.

Die BDCs sind also im weiteren Sinn Beteiligungsunternehmen, die jedoch strengen Regularien unterliegen. Sie müssen sich als BDC registrieren lassen und dazu ist erforderlich, dass sie die Voraussetzungen des Investment Company Act von 1940 erfüllen bzw. einer speziell für BDCs im Jahr 1980 geschaffenen Ergänzung. Der US-Kongress wollte nämlich jungen, aufstrebenden Firmen dabei helfen, die nötigen Finanzmittel zu erhalten. Die meisten BDCs wählen aus steuerlichen Gründen die Form der "Regulierten Investment Company" (RIC) und eine Konsequenz hieraus ist, dass sie mindestens 90 Prozent ihrer steuerrelevanten Gewinne an ihre Anteilseigner ausschütten müssen. Hier sind sie mit den inzwischen auch in Deutschland bekannten REITs (Real-Investment-Trust) vergleichbar. BDCs weisen daher nicht selten zweistellige Dividendenrenditen aus und werden insbesondere von Dividendeninvestoren hoch geschätzt.

Chancen, Risiken, Dividendenrenditen
Die hohe Dividendenrendite ist für Investoren nur die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite ist das erhöhte Risiko, das in der Art des Geschäfts begründet ist. BDCs reagieren daher äußerst sensibel auf veränderte Konjunkturbedingungen und Veränderungen des Zinsumfelds. Denn die hohen Dividendenrenditen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern müssen von den BDCs durch Zinsen, Dividenden und/oder Managementgebühren erst verdient werden, bevor sie ausgeschüttet werden können. Das BDC-Management hält also engen Kontakt zu Unternehmen und in der Regel weisen die Verträge Zinsanpassungsklauseln auf, wodurch BDCs bei steigenden Zinsniveaus profitieren. 

Üppige Dividendenrenditen sollten nicht als alleiniges Investmentkriterium dienen, sondern ein wichtiges Merkmal ist die Qualität der Schuldner. Hierüber geben die Quartalsberichte der BDCs Aufschluss, denn sie geben nicht nur den Buchwert bzw. Nettoinventarwert (NAV) ihrer Forderungen an und nehmen ggf. Abschläge vor, wenn sich die Umstände verschlechtert haben, sondern sie zeigen auch auf, in welche Branchen und Regionen die BDC investiert. Und je nach Erfolg der BDC in der Vergangenheit und die Einschätzung des Marktes hinsichtlich ihrer weiteren Aussichten notieren die Aktien von BDCs mit einem Abschlag zum eigenen NAV oder sogar mit einem Aufschlag.

Bei der Auswahl sollte man sich jedoch nicht dazu verleiten lassen, BDCs, die unter ihrem NAV notieren als günstig, und BDCs oberhalb ihres NAV als teuer einzustufen. Denn Benjamin Graham lehrte uns, als erstes auf das Risiko zu schauen und erst im Anschluss auf den möglichen Gewinn. Die Betrachtung des Kurs-Buchwert-Verhältnisses und die Höhe der Dividendenrendite sind also nur zwei Kriterien für die Auswahl.

Main Street Capital Corp.
Die in Kalifornien beheimatete Main Street Capital (MAIN) notiert traditionell mit einem Aufschlag auf ihren NAV. Das führt zu einer im BDC-Spektrum vergleichsweise bescheidenen Dividendenrendite von knapp über 7 Prozent. MAIN notiert bei gut 36 Dollar, also rund 34 Euro. Die monatlichen Dividendenzahlungen betragen 18,5 US-Cents und zweimal im Jahr gibt es eine zusätzliche Sonderausschüttung in gleicher Höhe. In den letzten beiden Jahren hat MAIN dreimal die Dividende angehoben und zwar jeweils um 0,5 Cents.

Seit Trumps Wahlsieg hat sich der Kurs stark entwickelt und das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist auf 1,63 angestiegen und liegt damit sogar über dem langjährigen Durchschnitt von 1,4. Damit gehört MAIN zu den teuersten BDCs und dennoch auch zu den weiterhin aussichtsreichsten. Denn das Management hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie bei der Auswahl ihrer Investments sehr hohe Standards ansetzen und daher selten zu Wertberichtigungen greifen müssen. Zuletzt wurden einige ältere Engagements abgelöst und dabei stattliche Aufschläge verzeichnet. Diese Gelder werden nun sukzessive in neue Kredite und Firmenbeteiligungen investiert, die künftig die Dividendenpipeline von MAIN speisen werden.

Gladstone Capital Corp.
Die Gladstone Capital Corp. zahlt schon seit 2009 die gleiche Dividende, jeden Monat 7 US-Cents. Beim gegenwärtigen Aktienkurs von 8,50 Dollar bzw. 7,80 Euro ergibt sich somit eine Dividendenrendite von 10 Prozent. Jüngst hat man erst neue Aktien ausgegeben und zwar für 7,98 Dollar und damit ohne Abschlag zum NAV.

GLAD ist im Süden der USA tätig und weist einen höheren Bezug zur US-Öl- und Gasbranche auf. 51 Mio. Dollar bzw. rund 14 Prozent aller Kredite sind an drei betreffende Unternehmen gegangen. Anfang des Jahres, als der Ölpreis auf unter 30 Dollar je Barrel sank, knickt der Aktienkurs von GLAD daher kräftig ein und bot all jenen, die nicht an ein Weltuntergangsszenario glaubten eine enorme Chance. Unterhalb von 5 Dollar notierte der Kurs immerhin mit einem Abschlag von 46 Prozent auf seinen Buchwert.

Die drei Portfoliounternehmen sind allerdings nicht in der Förderung aktiv, sondern als Zulieferer und Dienstleister für diese Firmen. Es war also absehbar, dass sie zwar geschäftliche Abstriche würden hinnehmen müssten, aber von einer Pleite waren sie weit entfernt. Losgelöst von den drei Engagements hat Gladstone ein breit diversifiziertes Kreditportfolio von mehr als 40 Unternehmen querbeet durch die amerikanische Wirtschaft und ihre Branchen. Und hier sollen auch die frisch eingeworbenen Gelder investiert werden, breit gestreut, um das Risiko überschaubar zu halten. 

Aussichten
Beide Aktien dürften für langfristig orientierte Anleger, die auf einen stetigen hohen Dividendenstrom aus sind, interessant sein. Trumps Agenda hin zu staatlichen Investitionsmaßnahmen treibt die Zinsen an, was das Geschäftsumfeld für die BDCs verbessert. Darüber hinaus legt Trump den Fokus auf die US-Öl- und Gasbranche und will hier durch Erleichterungen den Boom neu entfachen, denn er will die USA komplett zu energetischen Selbstversorger machen. Dies wird für eine erhöhte Nachfrage nach Personal und Equipment in den betroffenen Regionen sorgen und die profitierenden Unternehmen benötigen frisches Geld, um der Nachfrage nachkommen zu können. Auch hier sollten die BDCs als deren Kapitalgeber bessere Bedingungen vorfinden als in den letzten 18 Monaten und das bietet Raum für Kurs- und Dividendensteigerungen in den nächsten Jahren.

Wer also von steigenden Zinsen profitieren möchte und gleichzeitig auf hohe stetige Dividendenausschüttungen abzielt, sollte bei Main Street Capital und Gladstone Capital richtig liegen.

Gladstone Capital und Main Street Capital befinden sich auf meiner Empfehlungsliste.

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Hr. Kissig

    Dank Ihnen bin ich auf BDCs aufmerksam geworden. Und mittlerweile besteht mein Portfolio zu 30% aus diesen Unternehmen und freue mich über die hohen Dividendeneinnahmen. Sie besitzen ebenfalls Triangle Capital (TCAP) wie sieht hier Ihre Einschätzung aus? TCAP soll meine nächste Investition werden. Ich warte nur noch auf einen günstigeren Einstiegskurs.
    Neben MAIN und GLAD befinden sich ebenso Ares Cap. (ARCC) New Mountain Finance Corp. (NMFC) und Golub Cap. (GBDC) in meinen Depot. Über eine Einschätzung ihrerseits, zu diesen Unternehmen, würde ich mich freuen.

    Danke für Ihren tollen Blog und ihre Arbeit die darin steckt!

    Beste Grüße Hans-Jürgen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. TCAP finde ich nicht ganz so überzeugend wie die beiden anderen (ich habe ja schon mehrfach etwas zu TCAP in meinem Blog geschrieben). Sie ziehen aktuell gerade wieder eine Kapitalerhöhung durch und die Aktie notiert rund 30% über dem NAV. Das sieht mir schon sehr ausgereizt aus unter Chance-Risiko-Betrachtungen.

      New Mountain Finance halte ich für überdurchschnittlich attraktiv und wer auf den Tech-Sektor setzen möchte, könnte bei Hercules Capital mal einen genaueren Blick riskieren.

      Löschen
    2. Vielen Dank für den Tipp! Werde mir dieses BDC näher anschauen. Wenn TCAP eine Kapitalerhöhung macht, dann werden ihre Dividenden ja früher oder später weiter sinken?
      Hans-Jürgen

      Löschen
    3. Warum sollten die Dividenden sinken, wenn das Eigenkapital steigt? Es werden ja keine Schulden gemacht, sondern Assets erhöht. Wenn ich heute 1 Mio Eigenkapital anlege und 10% verdiene und morgen 1 Mio durch neue Aktien dazu bekomme, dann verdiene ich 10% auf 2 Mio.
      Es verteilt sich ja nicht der alte Gewinn auf doppelt so viel Aktien (Verwässerung), sondern der doppelte Gewinn auf verhältnismäßig genau so viele Aktien.

      Wie bei den REITs natürlich auch. Ist doch nur logisch. Wenn ein REIT einen Wolkenkratzer, Einkaufszentrum oder Gewerbegebäude kaufen will, dann kann man das mit Schulden (die Geld kosten) oder neuen Aktien (die nichts kosten) finanzieren. Hauptsache ist eben, dass die neuen Assets dann auch den Gewinn im gleichen Maße strecken, damit es letztlich keine Gewinnverwässerung gibt.

      Löschen
    4. Es kommt eben drauf an, ob man neue Investitionsmöglichkeiten findet, die entsprechende Renditen bringen. Liegt das Geld aus der KE nur auf dem Konto oder bringt geringere Renditen als das zuvor investierte Kapital, mache ich als Anleger einen schlechten Schnitt, weil dann wirklich die Durchschnittsverzinsung sinkt.

      Löschen
    5. Ach ja... und wenn schon Schulden, die müssen bei BDCs mit 200% covered sein. Ist zwar "weniger" als bei anderen regulierten Formen der Closed End Funds (300%), aber bei normalen Firmen laufen einem ja Buden mit negativem Eigenkapital über den Weg.
      Wenn eine BDC also schuldenfrei 1 Mio in Assets hat und sie nimmt 1 Mio Schulden auf, die dann zu Assets werden durch Investments, dann sind die 1 Mio Fremdkapital mit 2 Mio Assets gedeckt.

      Löschen
    6. Konnten Sie schon etwas in Erfahrung bringen, ob MAIN dieses Jahr wieder 2 Sonderdividenden vorgeschlagen wurden / zahlen möchte?
      Und besten Dank für den Tipp mit HTGC, dies wird, höchst wahrscheinlich, mein nächstes Investment werden. Es ergänzt sich gut zu den anderen BDCs und diversifiziert zusätzlich.
      beste Grüße Hans-Jürgen

      Löschen
    7. MAIN zahlt jeweils im Mai und November die Extradividenden und zwar immer dann, wenn das Geschäftshalbjahr sehr gut gelaufen ist. Daher wird diese Sonderdividende immer recht kurzfristig vor dem eigentlichen Zahlungstermin angekündigt, während die monatlichen Dividenden vierteljährlich für drei Monate im Voraus bekanntgegeben werden.

      Löschen
    8. Seit diesem Artikel habe ich HTGC auf dem Radar und beobachte den Wert regelmäßig. Jetzt wird ja vorgeschlagen, dass HTGC extern verwaltet werden soll und der Kurs seitdem gut 15% gefallen ist. Wäre jetzt ein guter Einstiegspunkt?

      Gruß Hans-Jürgen

      Löschen
    9. Das kann ich leider nicht wirklich beurteilen, weil ich die Unterschiede (vor allem hinsichtlich der Qualität) zwischen internen und externen BDC-Managern nicht beurteilen kann.Hier bin ich auch auf andere angewiesen, die sich hier detaillierter auskennen. Insofern kann ich auch nicht sagen, ob Hercules nun ein Schnäppchen ist. Alleine wegen des 15-Prozent-Einbruchs sollte man die Aktie nicht kaufen; man muss schon bewerten können, welche Probleme/Risiken die Entscheidung mit sich bringt. Da ich das nicht kann, ist das für (solange) mich ein K.O.-Kriterium für ein Engagement.

      Löschen
    10. Vielen Danke trotzdem für die ehrliche Antwort.
      Hans-Jürgen

      Löschen
  2. Hallo Herr Kissing,

    sehr guter Artikel, wie sieht es hier mit der Besteuerung der Dividenden aus? Können Sie dazu noch ein paar Worte verlieren?! Es sind ja amerikanische Firmen und damit fällt ja noch die Quellsteuer (15%?) + eventueller Abgeltungssteuer an.

    Danke & Mfg
    Thomas Fricke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Solange es sich nicht um MLPs bzw. LPs handelt, sollten die Dividenden von BDCs in Deutschland genauso zu behandelt werden wie die von anderen US-Unternehmen auch. Man kann sich die Quellensteuer erstatten lassen bzw. vorab bereits bei seinem Broker entsprechende Formulare/Papiere einreichen.

      Löschen
    2. Bei vielen Banken wird dies ohne Zutun des Kunden automatisch erledigt. Die Ing Diba schreibt z.B.:

      Die ING-DiBa hat – wie fast alle deutschen Kreditinstitute – mit den US-Steuerbehörden einen Vertrag abgeschlossen, in dem wir bestätigen, bestimmten Dokumentations- und Legitimationspflichten nachzukommen, das sog. „QI-Agreement“. Dadurch können wir Ihre Erträge aus US-Wertpapieren grundsätzlich mit dem laut DBA gültigem Quellensteuersatz abrechnen.

      Für in Deutschland Steuerpflichtige Personen bedeutet das konkret:
      US-Dividenden: 15% Quellensteuer-Abzug, diese sind vollständig anrechenbar
      US-Zinsen: Kein Abzug von Quellensteuer

      Löschen
  3. Du schreibst, dass BDCs sich an kleinen und mittleren Unternehmen beteiligen oder ihnen Geld leihen. Wie geschäftserprobt sind denn diese Unternehmen an denen sich beteiligt wird? Wie lange exisiteren die schon? Ist von denen auf Dauer eine verläßliche Dividende zu erwarten?
    Beteiligt man sich nicht an Firmen, die schnell wachsen wollen? Ist es da nicht kontraproduktiv, wenn man diesen das Geld für das Wachstum entzieht, weil ja eine Dividende gezahlt werden muss. Stammt das Geld für die Dividenden überhaupt aus den Beteiligungen oder wird es nicht woanders hergenommen?
    Ich sehe nur, dass bei solchen Firmen ständig die Anzahl der ausgegebenen Aktien steigt. Übrigens genauso wie bei REITs. Mir kommt das alles wie ein riesiges Schneeballsystem vor. Solange man neue Aktionäre gewinnen kann und die Zinsen niedrig sind läuft die Maschinerie, aber wehe, wenn die Zinsen steigen und keiner die neu ausgegebenen Aktien mehr kaufen will. Dann bricht das ganze Kartenhaus zusammen.



    AntwortenLöschen
  4. Ich würde die schönen Dividenden auch gerne bei mir begrüßen! Aber vielleicht reden wir nochmal intensiver über BDCs wenn die Kurse geerdeter sind.
    Fundiert über BDCs lesen kann man schon mal bei seeking alpha, v.a. von "BDC-Buzz" und "The Fortune Teller".
    LG, Jörgen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Je niedriger der Kurs, desto attraktiver das Investment und die Dividendenrendite. Das gilt allerdings nicht nur für BDCs, sondern für alle Aktien. ;-)

      Löschen
  5. Danke für den informativen Artikel. MAIN ist praktisch everybodys Darling, GLAD habe ich auch auf dem Schirm. Ich wage mich nur nicht an solche Finanzwerte, weil ich absolut nicht abschätzen kann, wie die sich in der nächsten Rezession schlagen werden. Ich habe unter anderem Gladstone Commercial (GOOD - ein klassischer REIT) in zwei Depots, da bekomme ich auch über 7 % und es stehen Immobilien im Background, ich habe da einfach ein besseres Gefühl als bei BDC´s. Ich beobachte aber weiter.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. BDCs haben im Prinzip in Amerika einen Auftrag. Die sollen kleine US-Firmen (mindestens 70%, also echt patriotisch ... "trumpisch") mit Geld versorgen, und dem Kleinanleger die Möglichkeit geben daran teilzuhaben, am Venture Capital Geschäft.

      Zitat:
      BDCs facilitate the flow of capital from individual investors to U.S. middle market companies. BDCs were created by Congress in 1980, but it was in the years following the 2008 financial crisis—a period of rapid consolidation in the banking industry—that they experienced their greatest period of growth. By pooling investments from individual investors, BDCs help provide many middle market companies with the capital necessary to operate and grow their businesses. A BDC must invest at least 70% of its assets in private U.S. companies or public companies with a market capitalization of less than $250 million." Zitat Ende

      Naturgemäß sind diese kleinen Firmen (Investments der BDCs) z.T. wacklig, eben Wagniskapital. Aber die "average default rate", also die gemittelte Ausfallrate der Loans an die Buden beträgt ca. 2%. Die sind eingepreist wie der Schwund im Supermarkt oder der Ausschuss im Betrieb.
      Es gibt gute Zeiten ohne Ausfall, und Zeiten wie Finanzkrise, als die Ausfallrate bis auf 10% hoch ging! Aber wie gesagt, die Schulden sind zu 200% gedeckt. Es müssten also die Assets um 50% einbrechen um einen Margin Call auf den Plan zu rufen.

      Löschen
  6. Hallo Michael,
    tolle Einschätzung. Wie sehen Sie Ares Capital?
    Ist immerhin nachdem Zukauf jetzt Recht groß geworden.
    Ich weiß, dass Sie ja in Bezug auf Blackstone keine Meinung mehr haben, doch die Entwicklung der letzten Monate ist doch für das Unternehmen auch sehr gut oder?
    Vielen Dank für Ihre Meinung.
    Herzliche Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ares Capital habe ich mir bisher nicht genauer angesehen, daher kann ich zu dem Wert leider nichts sagen.

      Die Finanzinvestoren sehe ich als Branche nach wie vor positiv, also Blackstone, KKR usw. aus steuerlichen Gründen (es sind ja L.P., Limited Partnerships) sind sie für ich inzwischen ein No-Go. Aber es gibt ja auch Fonds/ETFs, die speziell Finanzinvestoren im Bestand haben und da kann man sich durchaus einkaufen.

      Alternativ kann man auch eine PJT Partners einsammeln. Die sind ja aus der Blackstone Group ausgegliedert worden und insbesondere im Bereich der Übernahme- und Fusionsberatung tätig. Läuft es in der Branche der Finanzinvestoren prächtig, floriert auch das Business von PJT. Der Aktienkurs hat sich seit dem Spin-off ja prächtig entwickelt und PJT befindet sich nicht ohne Grund auf meiner Empfehlungsliste.

      Löschen
  7. Von BDCs höre ich tatsächlich zum ersten Mal. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich hierbei um ganz "normale" Venture Capital-Firmen? Gibt es da nicht eigentlich auch deutsche oder gar europäische Alternativen? Die Dividendenrendite sind ja sehr interessant. Aber wir wissen ja alle: Ohne Risiko keine Rendite. Man sollte da zumindest immer mal ein Auge drauf haben, in welchen Geschäftsbereichen die Unternehmen investieren und "fördern"...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nicht ganz, BDCs sind eine besondere Form von Finanzinvestoren. Man könnte sagen, eine Art REIT der Unternehmensfinanzierung.

      >>> Mehr Infos: Was ist eine BDC?

      Löschen
  8. Super Artikel, bitte langfristig mehr über BDC´s und Reit´s bringen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wie wäre es denn mit dem REIT Crown Castle Int. (zum Artikel)?

      Löschen