Samstag, 27. Mai 2017

MBB hat es geschafft und eröffnet den Club der Tenbagger!

Es war nur eine Frage der Zeit und am Ende dieser Woche stand fest: es ist passiert. Mit der MBB SE findet sich der erste "Tenbagger" auf meiner Empfehlungsliste. Seit der Erstaufnahme am 9. September 2012 schlagen 940% an Kursgewinnen und unter Einbeziehung der Dividenden sogar 959,6% Gesamtrendite zu Buche. Innerhalb von weniger als fünf Jahren hat sich das Investment damit also mehr als verzehnfacht. Der Begriff Tenbagger geht übrigens auf den legendären Investor Peter Lynch zurück, den erfolgreichsten Fondsmanager der 1980er Jahre.

Und dabei ist MBB weit entfernt davon, ein "Hot Stock" zu sein, eine dubiose Internet- oder Biotech-Klitsche oder ein Zocker-Pennystock. Schon der damalige Titel "MBB Industries: steigende Substanz- und Ertragskraft", unter dem ich MBB hier im Blog vorstellte, zeigte die wahren Werte der MBB. Man kauft Unternehmen und gibt ihnen im Konzernverbund eine neue, dauerhafte Heimat. Dabei agiert MBB als Industrieholding und nicht als Finanzinvestor, das vordringliche Ziel ist nicht, die Beteiligungen schnellstmöglich aufzupeppen und mit Gewinn wieder zu veräußern. Und man lässt sich zeit bei der Auswahl neuer Targets.

Auf den Schirm bekam ich MBB, weil man im ersten Quartal 2012 gerade die Claas Fertigungstechnik GmbH vom international agierenden Landmaschinenhersteller Claas übernommen hatte, und es schien mir absehbar, dass diese Übernahme MBB in ganz neue Umsatz- und Gewinndimensionen führen würde. Und ich sollte Recht behalten, der Kurs zog zunächst deutlich an, bevor er dann in eine jahrelange Konsolidierungsphase überging. Das ist auch dem vorsichtigen Agieren der MBB-Macher geschuldet, denn erst einige Jahre später erfolgte mit der Aumann-Gruppe der nächste Zukauf. Und wieder war es ein Erfolgsgriff, denn aus der Claas Fertigungstechnik und der Aumann-Gruppe formte MBB die Aumann AG, die für mehr als die Hälfte des Umsatzes und des Gewinns des MBB-Konzern steht. Und brachte die Aumann AG Anfang diesen Jahres erfolgreich an die Börse. Schon zum Börsengang hatte MBB seinen Einstandspreis mehr als verdreißigfacht und seitdem ist der Kurs der Aumann-Aktie um mehr als 50% gestiegen - und da MBB noch 53,6% an der Aumann AG hält, entsprechend auch der Wert der Aumann-Beteiligungen.

 MBB SE (Quelle: finanzen.net
Bemerkenswert ist auch, dass sämtliche MBB-Beteiligungen, die bereits bei meiner Erstempfehlung im September 2012 im MBB-Portfolio waren, dort auch heute noch zu finden sind. In der Zwischenzeit gab es lediglich die beiden genannten Übernahmen und einige Add-On-Zukäufe für die Töchter. Und natürlich Investitionen in die Töchter, wie z.B. bei Delignit und Hanke Tissue.

Schaut man auf den Kursverlauf der MBB, so fällt vor allem der rasante Zuwachs in den letzten Monaten auf. Der ist natürlich der Aumann AG geschuldet und ihrer starken Positionierung im Zukunftsmarkt Elektromobilität. Und dann aber auch dem Vertrauen des Marktes in die MBB-Macher, mit dem vielen Cash weitere ähnlich attraktive Übernahmeziele zu identifizieren und an Land ziehen zu können. Bis es soweit ist, ist der Kurs der MBB bei 120 Euro gut bewertet und ohne weitere Impulse dürfte erst einmal eine Konsolidierung anstehen. Was nach den starken Kursgewinnen der letzten Zeit auch eine gesunde Entwicklung wäre. Kommen die neuen Impulse, bei MBB selbst oder auch bei der größten Tochter Aumann, kann der Kurs seinen Höhenflug auch schnell fortsetzen.

MBB befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und ist inzwischen der größte Wert in meinem Portfolio.

Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    herzlichen Glückwunsch zu deinem Pick!

    Wenn du heute einen Kandidaten wählen müsstest der aus deiner Sicht die besten Chancen hat zum Tenbagger zu werden, welcher wäre das?

    Schöne Grüße

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    1. Die Frage kann man nicht seriös beantworten, denn damit sich der Kurs verzehnfacht, würde das Unternehmen ja völlig anders sein als heute. Das lässt sich nicht prognostizieren. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings bei Werten von meiner Turnaroundliste am höchsten, falls denn der Turnaround wirklich klappt. Auch weil deren Kurse teilweise noch recht ausgebombt sind. Also eine UeT, eine SBF, eine Ernst Russ. Das Risiko, dass diese Turnaroundspekulationen nicht aufgehen und am Ende vielleicht sogar die Insolvenz steht, ist natürlich auch erhöht. Daher sollten sie nur eine kleine Depotbeimischung sein in einem ansonsten eher mit soliden Werten bestückten Depot.

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