Samstag, 30. September 2017

Investor-Update: Blue Cap, Burberry, Corestate Capital, Deutsche Telekom, Goldman Sachs BDC, Greiffenberger, Hypoport, Publity, Rocket Internet, Softship

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

September bezaubert mit Traumfinale
Wir haben den September überstanden und entgegen der allgemeinen und überall verkündeten Meinung, es würde zu einem Crash kommen, weil der September ja der schlechteste Börsenmonat überhaupt sei, rannten die Kurse weiter nach oben. Aktienkurse haben kein Gedächtnis und wenn alle Marktteilnehmer der gleichen Meinung sind, dann haben sie sich auch im Vorfeld bereits entsprechend positioniert. Folgerichtig ist das erwartete Ereignis ausgeblieben. Für die Pessimisten noch schlimmer: die Aktienmärkte schlossen den September nahe an ihren Allzeithochs ab.

»Wenn alle Spieler auf eine angeblich todsichere Sache spekulieren, geht es fast immer schief.«
(André Kostolany)

So markierte der S&P 500 am Freitag ein neues Allzeithoch bei 2.518 Punkten, der Dow Jones bei 22.405 Punkten, der MDAX bei 26.012 Punkten und der DAX liegt nur knapp 40 Zähler unter seinem Allzeithoch von rund 22.880 Punkten. Und wir haben noch immer Niedrigst- und sogar Negativzinsen, so dass es gut möglich ist, dass das Geld der "schlauen" Investoren nun bald in die Aktienmärkte zurückkehrt und eine fette Herbstrallye auslöst. Jenseits aller Bedenken bzgl. der Bewertung der Aktienmärkte.

Donnerstag, 28. September 2017

Sanierungsexperte Blue Cap steigt bei Greiffenberger ein. Mit 10 Prozent. Erstmal...

Greiffenberger und Blue Cap sind zwei Beteiligungsgesellschaften, deren Entwicklung in den letzten Jahren unterschiedlicher nicht hätte sein können. Während sich Blue Cap immer mehr zu einer wahren Gelddruckmaschine gemausert hat, gingen bei Greiffenberger die Lichter aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte das Unternehmen vor vielen Jahren mal auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot, aber als das Siechtum begann und noch bevor das Verhängnis seinen Lauf nahm, hatte ich entnervt die Reißleine gezogen. Jahre später folgte die Insolvenz und die Sanierung durch den Verkauf von zwei der drei Tochterunternehmen, dann Schuldenschnitt sowie Rekapitalisierung. Übrig blieb nur eine Tochter, die J.N. Eberle & Cie. GmbH, ein Premium-Hersteller von industriellen Bandsägen und anderen hochwertigen Bandstahl-Produkten. Heute gab es nun zwei Meldungen bei Greiffenberger, die aufhorchen lassen...

Die Würfel sind gefallen: MAX Automation stärkt Sparte Umwelttechnik

Kürzlich hatte MAX Automation ihre Ergebnisse des ersten Halbjahrs vorgelegt und konnte überzeugen. Die mittelständische Beteiligungsholding ist in den beiden Kernsegmenten Umwelttechnik und Industrieautomation tätig. Das Unternehmen verfügt direkt oder indirekt über 11 Beteiligungsunternehmen, von denen nur noch Vecoplan dem Bereich Umwelttechnik zuzuordnen ist. Doch diese Sparte war bisher das Sorgenkind und hat regelmäßig schwache Ergebnisse eingefahren. Daher forderte ich

"MAX Automation ist sehr gut positioniert im Bereich der Industrieautomation und kann hier erhebliche Synergien zwischen den Konzerntöchtern realisieren. Die Sparte Umwelttechnik, also Vecoplan, ist nach wie vor ein großer Umsatzbringer, aber liefert kaum Ergebnisbeiträge. Sie bindet Geld und Ressourcen, die der prosperierende andere Bereich besser einsetzen könnte. Nachdem man nun den Turnaround geschafft zu haben scheint bei Vecoplan, sollte man zielstrebig auf einen Verkauf hinarbeiten. Denn entweder, man stärkt die Sparte massiv und baut sie zu einer (wieder) tragenden Säule des Konzerns aus, oder man entlässt die stiefmütterlich behandelte Tochter in die Freiheit."

Und nun hat MAX Automation sich entschieden, wie es hier weitergehen soll...

Mittwoch, 27. September 2017

Gratisaktien sind kein Geschenk!

Wenn Unternehmen ihre Aktien splitten, hat dies real keine Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens; dieser verteilt sich nur auf mehr Anteile und dem entsprechend ist jeder dieser Anteile weniger wert. Dennoch erfreut sich die Ausgabe von Berichtigungsaktien (auch Gratisaktien genannt) bei Unternehmen als auch bei Anlegern großer Beliebtheit. Vor allem in den USA. Aber auch zunehmend in Deutschland, wo sich manche Kritiker (ungern) an den Hype am Neuen Markt erinnern, als den damals rasanten Kursanstiegen sehr schnell Aktiensplits folgten, um die Aktien optisch wieder "billiger" zu machen.  Und viele Anleger dachten, dass eine Aktie, die zuvor von 20 auf 100 DM gestiegen und nach dem Split wieder für 20 DM zu bekommen war, erneut auf 100 DM steigen würde. Eine wundersame Geldvermehrung, wie bei einem Schneeballsystem.

Auswirkungen eines Aktiensplits
Ein Aktiensplit bringt einige nicht unwesentliche Änderungen mit sich. Zunächst ist er technisch eine Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln.

In der Bilanz erfasst das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft die Differenz zwischen Vermögen und Schulden und teilt sich wie folgt auf:
  1. Gezeichnetes Kapital
  2. Rücklagen (Kapital- und Gewinnrücklagen)
  3. Gewinnvortrag/ Verlustvortrag und Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag
Bei einem Aktiensplit werden Rücklagen in Grundkapital (Gezeichnetes Kapital) umgewandelt, wodurch dem Unternehmen nicht mehr Geld zur Verfügung steht. Aber die Qualität des Eigenkapitals verändert sich.

Dienstag, 26. September 2017

"Höhere Finanzmathematik" - Kerschhofers Gedicht über Banken und Spekulanten

"Höhere Finanzmathematik" ist ein vor dem Hintergrund der Finanz-, Banken und nun Staatsschuldenkrise mehr als zeitgemäßes Gedicht. Es weist die eine oder andere zynische Zuspitzung auf, legt aber im Grunde den Finger gekonnt in die Wunde. Zumal die Selbstheilungskräfte des Marktes ja - wieder einmal - versagt haben und wir auch heute noch die Folgen der Finanzkrise verspüren in Form von Staatsschuldenkrise in Südeuropa und Niedrigzinsphase rund um den Globus.

Erstmals erschienen ist das Gedicht in der Druckausgabe der Preußischen Allgemeinen Zeitung vom 27. September 2008 und unterzeichnet sind die Verse mit Pannonicus, Richard G. Kerschofers journalistischem Pseudonym.

Montag, 25. September 2017

Börsenweisheit der Woche 39/2017

"Aus 1.000 Dollar zu acht Prozent pro Jahr verzinst werden 43 Quadrillionen Dollar in 400 Jahren. Aber die ersten 100 Jahre sind die schwierigsten."
(Sydney Homer)

Samstag, 23. September 2017

Investor-Update: Corestate Capital, Ernst Russ, FinTech Group, JDC Group, Paul Hartmann

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Lust- und ereignislose Woche
In dieser Woche hat sich irgendwie nichts getan. Die FED hat die Zinsen nicht angehoben, aber eine Zinserhöhung angedeutet und den sukzessiven Ausstieg aus ihrem Anleihe-Ankaufprogramm. Wie erwartet. Der Französische Präsident Macron hat die angekündigte Arbeitsmarktreform auf den Weg gebracht. Wie erwartet. Trump will Nordkorea und den Iran in die Steinzeit zurückbomben. Wie erwartet. Die finden das beide nicht so gut und sich total missverstanden. Wie erwartet. Und meine Parteichefin Angela Merkel hat die Bundestagswahl gewonnen wird die Bundestagswahl gewinnen. Wie erwartet. Und der September-Crash ist (bisher) ausgeblieben. Wie erwartet, jedenfalls von mir. Von einer Vielzahl von Marktteilnehmern, ganz zu schweigen von den seit Monaten und Jahren warnenden Crashpropheten ala Marc Faber, allerdings nicht, die haben sich im Vorfeld schon aus dem Markt verabschiedet, zumindest teilweise. Naja, wenn alle schon verkauft haben und auf den Crash warten, wo soll der dann herkommen?

»An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil.«
(André Kostolany)

Also warten wir doch erstmal das Ende des Septembers ab, bevor wir ein Resümee ziehen. Auch wenn ich dabei bleibe, dass die Wahrscheinlichkeit eines Crashs nicht besonders hoch ist, ausgeschlossen ist sie nicht.

In meinem Depot hat sich in der letzten Woche nicht sooo viel getan. Aber ein bisschen was schon.

Donnerstag, 21. September 2017

Paul Hartmann streicht die Jahresziele. Und ich die Segel...

Paul Hartmann stellt eine breite Palette an medizinischen Produkten her, von Verbandsmaterialien über Pflege- und Desinfektionsmittel hin zur Inkontinenzversorgung. Ich hatte das Unternehmen während meines Krankenhausaufenthalts vor knapp zwei Jahren unter die Lupe und auf meine Empfehlungsliste genommen, weil mir das Geschäftsmodell gefallen hat und die damalige Auslösung des Pool-Vertrags einiger Großaktionäre "mehr Action" im Aktionariat versprach, also einen erhöhten Börsenumsatz und vielleicht mittelfristig sogar eine Übernahmespekulation. Nun, so richtig aufgegangen sind meine Überlegungen nicht. Zwar hat sich der Kurs von Paul Hartmann ganz passabel gemacht und es gab auch schöne Dividenden einzustreichen, aber ansonsten schnarchte das Unternehmen weiter vor sich hin. Das erhoffte Wachküssen ist bis heute ausgeblieben.

PayPal: Mit der Mutter aller Fintechs einfach clever(er) bezahlen

Am Anfang steht die Idee. Und hinter der Idee steckt nicht selten ein Genie. Und aus einer genialen Idee eine weltbewegende Erfindung zu machen, braucht es aber auch Durchsetzungsstärke. Nur dann hat die Idee überhaupt eine Chance, die vielen Hürden zu überwinden, die ihr im Weg stehen. Denn jede Neuerung trifft auf das Althergebrachte und eine Vielzahl von Menschen, die vom Bestehenden profitieren. Und daher kein Interesse an der Veränderung des Status Quo haben. Des Weiteren sind neue Ideen ungewohnt und die meisten Menschen blicken oberflächlich darüber hinweg, befassen sich gar nicht mit dem Gedanken, der dahinter steht, sondern lehnen neue Denkansätze pauschal ab. Und mit ihr auch diejenigen, die die Idee haben und sich auf den Kampf gegen Windmühlen einlassen.

»Ein Mann mit einer Idee ist ein Narr. Bis die Idee sich durchgesetzt hat.«
(Mark Twain)

Von den meisten dieser Genies wird die Welt nie gehört haben, viele tolle Ideen dürften einfach irgendwo versickert sein, ohne dass sie die Chance hatten, je erprobt und umgesetzt zu werden. Doch es gibt auch starke Charaktere, die die Welt mit ihren Neuerungen maßgeblich geprägt haben. Wie James Watt, den Erfinder der Dampfmaschine. Oder Thomas Edison, dem wir die Elektrifizierung verdanken. Oder Alexander Graham Bell, ohne den wir kein Telefon hätten. Oder Nikolaus August Otto, dessen Motor die meisten unserer Autos antreibt. Oder Bill Gates. Oder Steve Jobs. Sie alle haben nicht nur bahnbrechende Ideen gehabt, sondern diese auch in die Tat umgesetzt. Und die Welt verändert.

»Der Wert einer Idee liegt in ihrer Umsetzung.«
(Thomas Edison)

Und dann ist da noch Elon Musk. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass man über Elon Musk etwas lesen könnte. Zumeist über Tesla, sein revolutionäres Elektroautoimperium. Daneben baut er an seiner Gigafactory, um Elektrobatterien massentauglich zu machen. Und mit Space-X möchte er den Weltraum erobern.

Mittwoch, 20. September 2017

Steico geht das Gewinn- und Margenwachstum mit frischem Kapital an

Steico entwickelt sich immer mehr zur echten Nebenwerte-Perle. Nun hat der Hersteller von Holzfaserdämmstoffen geräuschlos eine zehn prozentige Kapitalerhöhung durchgezogen. Insgesamt wurden 1.280.315 neue Aktien zu einem Preis von 19,50 Euro platziert, also nur geringfügig unterhalb des gestrigen Börsenkurses zum Zeitpunkt der KE-Ankündigung. Aufgrund der großen Nachfrage institutioneller Investoren konnte das Orderbuch vorzeitig geschlossen werden und der Kurs hat daraufhin die kleine Delle von gestern wieder wettgemacht. Verständlich, denn Steicos Geschäfte laufen wie geschnitten Brot.

Der Bruttoemissionserlös der Gesellschaft aus der Kapitalerhöhung beläuft sich auf rund 25 Mio. Euro und stärkt die Bilanz. Da Steico einen weiteren zweistelligen Millionenbetrag in eine zweite Anlage für Furnierschichtholz-Platten investiert, und dies bisher rein über Fremdkapital finanzierte, hatte man in letzter Zeit durch die Blume eine Kapitalerhöhung angedeutet. Dieses "Damoklesschwert" sollte nun vom Tisch sein und dem Kurs wieder neue Auftriebskraft verleihen. Denn der Erfolg gibt Steico Recht. Erst neulich hatte man bekanntgegeben, dass man mit der neuen Anlage dem Zeitplan um 9 Wochen voraus sei, innerhalb des geplanten Budgets liege, und der Regelbetrieb im ersten Halbjahr 2018 anlaufen solle.

Meine Einschätzung
Steicos große Millioneninvestitionen sind angesichts der Überkapazitäten und des Preisdrucks in der Branche durchaus mit Risiken verbunden, setzen aber im margenstarken neuen Bereich an, so dass sich das Wagnis auszahlen sollte. Zudem hat Steico beschlossen, eine weitere Produktionsanlage für Holzfaser-Dämmstoffe aus dem Trockenverfahren zu errichten, um auf die kontinuierlich gestiegene Nachfrage in den vergangenen Jahren und die hohe Auslastung der bestehenden Produktionsanlage zu reagieren. Für die neue Anlage sind Investitionen in Höhe von rund 7,5 Mio. Euro vorgesehen und die Inbetriebnahme ist für Anfang 2018 geplant.

Dienstag, 19. September 2017

Ernst Russ mit starkem Ergebnisswing. Der Turnaround nimmt Fahrt auf!

Die Ernst Russ AG kommt bei ihrem Turnaround einen großen Schritt voran, wie die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 zeigen. Der Hamburger Asset Manager mit Schwerpunkt Schifffahrt war früher als Fondsinitiator unter dem Namen HCI bekannt und hat seit der Beinahe-Pleite eine konsequente Wandlung vollzogen. Ich hatte das Unternehmen vor einem Jahr hier vorgestellt und auf als Turnaround-Spekulation auf meine Empfehlungsliste genommen ("Neuausrichtung: Ernst Russ AG (H.C.I. Capital) ist auf dem Weg zu neuen Ufern"). Nachdem der Aktienkurs um den Jahresanfang herum eine Zeit lang knapp über der Marke von 1 Euro konsolidiert hat, kennt er seitdem nur eine Richtung: nach oben. Und heute scheint er auch die Marke von 1,50 Euro zu überwinden - dank der vorgelegten Zahlen.

Montag, 18. September 2017

Investor-Update: Berentzen, Deutsche Rohstoff, Genworth Financial, Gilead, Hercules Capital, Leifheit, Prospect Capital

In meine Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Der September ist da!
Überall ist zu lesen, dass der böse September als schlechtester Börsenmonat nun endlich für den lang herbeigeredeten Crash sorgen wird. Und unisono werden die großen Finanzexperten nicht müde zu betonen, dass sie ihr Geld aus dem Aktienmarkt herausgenommen haben und es lieber in Gold oder sonstwas parken (ja, wo nur, wo es doch auf dem Konto Strafzinsen kostet?). Und die Bewertung der Aktien ist im Schnitt schon ambitioniert, allerdings wird gerne außer Acht gelassen, dass es kaum Alternativen gibt. Dank der Niedrigzinsen. Wer Anleihen kauft, muss sich bei nun leicht steigenden Zinsen mit sinkenden Kursen und unattraktiver Verzinsung herumschlagen. Gold... also bitte! Ich halte nichts von Gold als Geldanlage. Habe ich hier im Blog ja mehrfach ausgeführt, ist noch immer wo, bleibt auch so. Zum Thema Rohstoffe insgesamt hat Warren Buffett es mal schön verdeutlicht.

»Das Problem bei Rohstoffen ist, dass du darauf wettest, dass jemand anderes in einem halben Jahr mehr dafür bezahlen will. Der Rohstoff selbst bringt dir nichts. Etwas zu kaufen und darauf zu hoffen, dass die jemand in zwei Jahren mehr dafür bezahlt, ist etwas komplett anderes, als etwas zu kaufen, von dem du in Zukunft ein Einkommen erwartest.«
(Warren Buffett) 

Nun macht der September aber bisher nicht, was man von ihm erwartet. Denn die Kurse steigen, die Stimmung steigt und da so viele bereits ihr Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen habe - und sich in den USA viele institutionelle Anleger über Puts gegen einen Markteinbruch abgesichert haben - besteht auch gar keine so große Wahrscheinlichkeit, dass viel Material auf den Markt geworfen werden dürfte, sollte es zu einem Negativszenario kommen. Seit anderthalb Jahren erleben wir, dass Abverkäufe immer wieder nach kurzer Zeit zum (Wieder-) Einstieg genutzt werden und der Markt nach kleinen Zwischenkorrekturen von um die 10% zu neuen Höhen strebt. Das muss sich nicht ständig wiederholen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es noch eine Zeit lang so bleibt. Solange die Zinsen so niedrig sind und es keine wirklichen Alternativen zu Aktien gibt, wird das Geld immer schnell wieder in die Aktienmärkte zurückströmen. Trotz Crash-Angst und Crash-Gefahr kann man diese Gemengelage wohl als Sicherheitsnetz betrachten...

Börsenweisheit der Woche 38/2017

"Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um dir eine zweite Einkommensquelle zu schaffen."
(Warren Buffett)

Freitag, 15. September 2017

Gewinnwarnung bei Berentzen: Ausgequetscht, ausgelutscht, ausgezählt...

Der Spirituosen- und Getränkehersteller Berentzen durchlebte eine schwierige Phase und wurde von Aurelius gerettet und wieder auf Vordermann gebracht. Seitdem Aurelius sich im letzten Jahr vollständig von allen Anteilen getrennt hat, steht Berentzen wieder auf eigenen Füßen - und das mit Erfolg. Jedenfalls eine Zeit lang. Denn nun läuft es nicht mehr rund...

Schon bei Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Berentzen vermelden müssen, dass es erhebliche Probleme gäbe. Einerseits mit der Orangenernte und damit im Hoffnungsmarkt Saftpressen und dann auch mit einem wichtigen amerikanischen Distributionspartner. Der Vorstand gab aber die Losung aus, das würde sich im zweiten Halbjahr schon wieder einrenken. Nun, seit gestern Abend wissen wir, dass daraus nichts wird. Im Gegenteil. Denn Berentzen musste die Jahresprognose nach unten korrigieren und zwar nicht nur wegen der bereits bekannten Probleme, sondern auch wegen zusätzlicher Absatzschwächen bei Sinalco, einem ganz wichtigen Standbein des Konzerns und quasi das Brot- und Buttergeschäft.

Dienstag, 12. September 2017

Kann Musterschüler Corestate Capital weiter punkten?

Der Immobilien-Asset Manager Corestate Capital Holding SA ist eine wahre Erfolgsgeschichte, seitdem man holprig an die Börse stolperte. Inzwischen hat man zwei große Übernahmen gestemmt und durch den Erwerb der Hannover Leasing und der Helvetic Financial Services die Assets under Management (AuM) per Ende Juli auf rund 20 Mrd. Euro vervielfacht und die jüngst vorgelegten Halbjahreszahlen lassen erahnen, wohin die Reise geht. Die Gesamtleistung betrug 48,6 Mio. Euro und lag damit um 116% über dem Vergleichswert aus dem ersten Halbjahr 2016. Der um Einmaleffekte im Zusammenhang mit Kapitalmaßnahmen und M&A-Transaktionen bereinigte Konzernjahresüberschuss vervierfachte sich auf 22,8 Mio. Euro (H1 2016: 5,1 Mio. Euro). Dabei bilden diese Zahlen nur das organische Wachstum der Corestate ab, da die Effekte aus den zu Anfang Juli vollzogenen Akquisitionen der HL und der HFS noch nicht in den Halbjahreszahlen berücksichtigt sind.

Montag, 11. September 2017

Börsenweisheit der Woche 37/2017

"In der Geschichte der Menschheit hat es drei große Erfindungen gegeben: das Feuer, das Rad und die Notenbank."
(Will Rogers)

Mittwoch, 6. September 2017

Kurz mal schütteln: Capital Stage munitioniert sich für (noch) stärkeres Wachstum auf

Die Capital Stage AG, ein im SDAX-notierter Hamburger Solar- und Windparkbetreiber, hält die Börsianer momentan auf Trab. Zunächst einmal konnte man vermelden, dass die Übernahme des kleineren Wettbewerbers Chorus Clean Energy nach dem erfolgreichen Squeeze-out abschließend unter Dach und Fach ist und künftig in den Zahlen der Capital Stage auftauchen wird. Und nachdem Dr. Dierk Paskert seit dem 1. September planmäßig die Position des CEO übernommen hat, schob man dann die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017 gleich hinterher.

Starker Start...
Und die ließen aufhorchen. So konnte Capital Stage seinen Umsatz um mehr als 75% auf 113,8 Mio. Euro steigern (6M 2016: 64,9 Mio. Euro) und das operative Betriebsergebnis um ebenfalls 75% auf rund 56 Mio. Euro. Das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich deutlich um 73% von 50,8 Mio. auf 88,0 Mio. Euro, während das operative Betriebsergebnis (EBIT) sich im Vergleich zum Vorjahreswert sogar um 75% verbesserte und 55,9 Mio. Euro erreichte (6M 2016: 31,9 Mio.).

Dienstag, 5. September 2017

Bei Fuchs Petrolub läuft es wie geschmiert

Es gibt Aktien, deren Chart darf man sich gar nicht so genau ansehen. Jedenfalls, wenn man nicht investiert ist. So geht es mir mit Fuchs Petrolub, einem Unternehmen, das ich schon seit Jahren auf meiner Watchlist habe, bei dem ich aber immer irgendwie nicht zum Zug kam. Da uns entgangene Gewinne ja bekanntlich viel stärker schmerzen als erlittene Verluste, schmerzt mich die Verdopplung, die der Kurs in den letzten 5 Jahren hingelegt hat, also durchaus. Andererseits wird ja an der Börse die Zukunft gehandelt und da bietet sich jeden Tag aufs Neue die Chance, die richtige Aktie zu finden. Auch wenn sie nahe an ihrem Allzeithoch notiert. Denn Börsenlegende Peter Lynch lehrte uns, dass man jederzeit kaufen könne, wenn man denn die richtige Aktie gefunden habe.

»Wenn die richtige Aktie gefunden ist, dann ist es nie zu früh und nie zu spät, sie zu kaufen.«
(Peter Lynch)

Dem Kursverlauf zufolge, war Fuchs Petrolub lange Zeit das genau richtige Investment; alleine in diesem Jahr hat der Kurs bereits knapp 20 Prozent zugelegt. Ob das allerdings so weiter geht, steht auf einem anderen Blatt.

Montag, 4. September 2017

Projektverschiebungen, Gewinnwarnung: Lloyd Fonds kann nicht (mehr) überzeugen

Die Hamburger Lloyd Fonds AG, einen seit über 20 Jahren auf sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen spezialisierter Investment- und Asset-Manager, habe ich seit letztem Jahr als Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste. Und die Geschäfte liefen gut an, 2016 musste Lloyd Fonds mehrfach die eigenen Prognosen nach oben schrauben und der Turnaround kam spürbar voran, so dass 2016 mit einem Konzernjahresergebnis von 3,2 Mio. Euro abgeschlossen werden konnte. Und dieses war für 2017 die Messlatte, die sich nun allerdings als deutlich zu hoch erwies. Denn mit Vorlage der Halbjahreszahlen für 2017 musste Lloyd Fonds einräumen, die Prognosen für dieses Jahr deutlich zu verfehlen und sogar unterhalb des letztjährigen Konzernergebnisses abschließen zu müssen.

Börsenweisheit der Woche 36/2017

"Es gibt kein subtileres oder sichereres Mittel, um das bestehende Fundament einer Gesellschaft zum Umsturz zu bringen, als die Währung zu schwächen."
(John Maynard Keynes)

Freitag, 1. September 2017

MPC Capital will und muss im zweiten Halbjahr kräftig zulegen

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure. Nach zwei Kapitalerhöhungen im letzten Jahr zu 6 Euro scheint der Kurs an dieser Marke wie festgetackert zu sein. Und die verhaltenen Halbjahreszahlen dürften daran auch nichts ändern. Dennoch bestätigt MPC Capital seine Jahresziele und erklärt, "bereits kontrahierte und angebahnte Transaktionen dürften in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu einer deutlichen Steigerung der Umsätze und Ergebnisse gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 führen". Für das Gesamtjahr 2017 geht MPC Capital daher weiterhin von einem Konzernumsatzwachstum von mindestens 10% sowie einem überproportionalen Anstieg des EBT aus. Doch der Reihe nach...