Dienstag, 31. Oktober 2017

Legendäre Investoren: Jerome Kohlberg (KKR & Co., KCAP Financial)

Jerome Spiegel Kohlberg, Jr. (* 10. Juli 1925 in New York; † 30. Juli 2015 in Martha’s Vineyard, Massachusetts) war ein amerikanischer Geschäftsmann und Milliardär.

Kohlberg war 1976 Mitgründer der Private Equity Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) und 1987 der Investmentfirma Kohlberg & Company (KCAP).

Bear Stearns
Kohlberg leitete in den 1960ern und frühen 1970ern die Finanzabteilung der 1923 gegründeten Wall Street-Investmentbank Bear Stearns, die im Zuge der Finanzkrise 2008 von JP Morgan Chase übernommen wurde. Zu seinen Schützlingen bei der Bank zählten unter anderem Henry Kravis und George Roberts. Nachdem Bear Stearns den Vorschlag der drei Banker ablehnte, eine firmeninterne Abteilung für Leveraged Buyouts zu bilden, verließen sie die Investmentbank und gründeten KKR.

Montag, 30. Oktober 2017

Börsenweisheit der Woche 44/2017

"Sparsamkeit ist eine Tugend. Sparen nicht."
(Michael C. Kissig)

Dienstag, 24. Oktober 2017

Gesco findet zurück in die Erfolgsspur. Endlich…

Deutschland lebt vom Mittelstand, er ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und schafft die meisten Arbeitsplätze. In den letzten Jahren seit der großen Finanzkrise boomt es und die Arbeitslosenzahlen sind immer weiter gesunken, so dass Experten bereits von Vollbeschäftigung sprechen. Und auch der Außenhandel nimmt wieder Fahrt auf, für den ehemaligen Exportweltmeister Deutschland keine unbedeutende Entwicklung. „Made in Germany“ und insbesondere deutsche Maschinen und Anlagen haben einen hervorragenden Ruf in der Welt und sind heiß begehrt. Was liegt also näher, als in den deutschen Mittelstand zu investieren und an dieser Entwicklung teil zu haben?

Nun, nichts. Und wer meine nun seit zwei Jahren hier erscheinende Kolumne regelmäßig liest weiß, dass ich in dieser Zeit immer wieder Beteiligungsgesellschaften mit Investitionsschwerpunkt auf dem deutschen Mittelstand vorgestellt habe. Die Deutsche Beteiligungs AG, Indus Holding, MAX Automation oder MBB sind Unternehmen, mit denen man als Aktionär gutes Geld verdienen konnte. Und auch mit Aurelius, die zwischenzeitlich Opfer einer Short-Attacke wurden und mit einem heftigen Kurseinbruch zu kämpfen hatten, sind geduldige Aktionäre unter dem Strich sehr gut gefahren, sofern sie sich durch die Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen ließen.

Was erlauben Gesco?
Und doch gibt es ein Unternehmen, an dem die positive Branchenentwicklung komplett vorbei gegangen ist: Gesco. Schaut man auf den Langfristchart, kann man eigentlich zufrieden sein. Denn in den letzten 15 Jahren hat sich der Kurs von 3 Euro auf nun knapp 30 Euro verzehnfacht, obwohl in diese Periode fällt auch die Wirtschaftskrise mit den starken Kurseinbrüchen fällt. Doch beim Blick auf die letzten fünf Jahre offenbart das Kursbild Schwächen, denn der Kurs war in dieser Zeit in der Range zwischen 22 und 28 Euro gefangen. Für Trader rückblickend also durchaus geeignet, für Langfristanleger eher ernüchternd. Denn auch die früher üppigen Dividenden können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesco-Aktie jahrelang nicht vom Fleck kam, während der deutsche Aktienmarkt und insbesondere die Beteiligungsgesellschaften einen Kursrekord nach dem anderen hinlegten. Doch nun mehren sich die Zeichen, dass auch Gesco zurück in die Erfolgsspur gefunden hat. Und damit meine ich nicht nur den Ausbruch aus der fünfjährigen Handelsspanne, der den Kurs in der Spitze bereits bis 32 Euro führte, sondern vor allem die fundamentale Entwicklung.

Montag, 23. Oktober 2017

Börsenweisheit der Woche 43/2017

"Als erstes im Bankwesen lernt man den Respekt vor der Null".
(Carl Fürstenberg)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Investor-Update: Hypoport, Main Street Capital, MBB, mVISE, Steico, Technotrans

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Dreißig Jahre "Schwarzer Montag". Und nix passierte...
In der letzten Woche jährte sich der "Schwarze Montag" zum dreißigsten Mal. An jenem 19. Oktober 1987 brach der Dow Jones Index um um 508 Punkte ein und diese 22,6% waren der höchste prozentuale Kursrückgang eines Tages in der Geschichte des New Yorker Leitindex. Selbstverständlich wurde dieses Jubiläum zum Anlass genommen, weiter ins Pessimismus-Horn zu stoßen und den großen Crash (endlich) herbeizureden. Nun, es kam anders und DAX und DOW markierten neuen Allzeithochs über den magischen Marken von 13.000 und 23.000 Punkten. Es gibt eben keine Gesetzmäßigkeit, nach der alle paar Jahre ein Crash stattfinden muss und nun der Zeitpunkt einfach reif sei, weil wir bereits 9 Jahre Hausse hinter uns hätten. Andererseits gab es auch seit den Tiefstkursen heftige Korrekturen, man schaue nur mal auf 2011. Und dann haben wir noch "den Joker", das Tiefstniveau bei den Zinsen. Das ist eine Variable, die in den Gleichungen bisher nie so vorkam und es tun sich viele schwer damit, sie richtig einzustufen. Warren Buffett allerdings, der hat gerade bei CNBC gesagt, die aktuellen Börsenbewertungen machten absolut Sinn - in diesem Zinsumfeld. Und es gibt kaum jemanden, der mehr Börsencrashs mitgemacht hat als Buffett und der mit Aktieninvestments reicher geworden ist.

Klar ist, dass ein Crash kommen wird. Allerdings weiß niemand genau, wann. Es kann am Montag sein oder in fünf Jahren. Und meistens kann man erst im Nachhinein erkennen, ob es wirklich ein Crash war oder nur eine satte Korrektur. Wir werden, auch diesmal, einfach abwarten müssen...

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Starkes Wachstum und Zukauf: Aumann-Gewinnwarnung belastet auch MBB. Kurzfristig...

Nicht gut kommen heute die Neuigkeiten an, die MBB präsentierte bzw. seine mit Abstand größte Tochter Aumann AG. Ich beginne mal mit dem zweiten Teil der Meldung, dem unschönen. Denn Aumann muss seine Gewinnprognose für das laufende Jahr kappen.

Nach vorläufigen Zahlen wachsen der Umsatz der Aumann AG in den ersten neun Monaten um 24,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 140,3 Mio. Euro und das EBIT um 26,4% auf 15,1 Mio. Euro, während der Auftragseingang bei 135,3 Mio. Euro liegt. Das besonders zukunftsträchtige E-Mobility Segment erzielt dabei einen Umsatz von 40,3 Mio. Euro, ein EBIT von 4,8 Mio. Euro und einen Auftragseingang von 51,1 Mio. Euro.

Als Begründung gibt Aumann das "starke organische Wachstum" an, was auf den ersten Blick kryptisch klingt. Andererseits baut Aumann massiv aus und stellt viel Personal ein, weil insbesondere der E-Mobility-Bereich über der Kapazitätsgrenze agiert. Hier entstehen höhere Kosten als geplant. Heute. Die Aussichten für die Zukunft bessern sich dem entsprechend, weil Aumann ab nächstem Jahr mit mehr Kapazitäten noch mehr Aufträge abarbeiten kann.

Aber zunächst sind die Zahlen ein Dämpfer, keine Frage. Der Aumann-Aktienkurs, der sich seit dem Börsengang im Frühjahr mehr als verdoppelt hatte, steht denn auch tiefrot im Minus und hat sich wieder merklich von der 100-Euro-Marke entfernt.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Was ist... eine Goldene Aktie?

"Eine Aktie, eine Stimme", so lautet der Grundsatz. Doch wie immer gibt es auch Ausnahmen von der Regel, die hier zumeist unter dem Stichwort "Goldene Aktie" zusammengefasst werden. Hierbei werden den Inhabern dieser Aktien mehr oder stärkere Rechte eingeräumt als den übrigen Aktionären, vor allem bzgl. der Ausübung von Stimmrechten. Weitere wichtige Beispiele für „goldene“ Sonderbefugnisse sind Zustimmungs-, Widerspruchs- und Vetorechte bei unternehmerischen Grundsatzentscheidungen (z.B. Satzungsänderungen), sowie beim Eintritt neuer Aktionäre.

Derartige "Goldene Aktien" stammen vorwiegend aus der Phase, als in der Europäischen Gemeinschaft viele Staatsunternehmen privatisiert wurden und sich die Staaten trotz gesunkenen Anteilsbesitzes dennoch größere Mitspracherechte und Einflussmöglichkeiten bewahren wollten. In Deutschland sind derartige Sonderrechte nicht (mehr) gebräuchlich, eine Ausnahme stellt das sog. VW-Gesetz dar, das allerdings immer wieder zu Verstimmungen zwischen Deutschland (bzw. dem Bundesland Niedersachsen) und der EU führt. Die in Deutschland gebräuchlichen Mehrfach- und Höchststimmrechte sind seit 1998 bei börsennotierten Gesellschaften unzulässig. Und nicht nur hierzulande stehen goldene Aktien zunehmend in der Kritik und es dürfte nur eine Frage der zeit sein, bis Gerichte sie endgültig für unzulässig erklären. Und schaut man sich die "Erfolge" der von politisch dominierten Unternehmen und ihren Aufsichtsräten an, sollte man darüber auch nicht traurig sein. VW und sein(e) Skandal(e) ist nur ein Beispiel, die Skandal geschüttelten Landesbanken (WestLB, HSH Nordbank, BayernLB, SachsenLB uswusf.) haben sich längst zum Fass ohne sichtbaren Boden entwickelt.

Nicht zu den "Goldenen Aktien" zählen übrigens die Vorzugsaktien. Bei diesen verzichtet der Aktionär auf sein Stimmrecht und erhält hierfür im Gegenzug einen Bonus, zumeist in Form einer höheren und bevorzugten Dividende ggü. dem stimmberechtigten Stammaktien, die zudem auch bevorzugt ausgezahlt wird.

Montag, 16. Oktober 2017

Börsenweisheit der Woche 42/2017

"Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld".
(Franz Kafka)

Samstag, 14. Oktober 2017

Investor-Update: Deutsche Beteiligungs AG, Gladstone Investment, Gladstone Capital, Goldman Sachs BDC, MBB, TPG Specialty Landing

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Warten auf den Crash - oder auf Godot?
Es gab keinen Crash im September und auch die ersten beiden Oktoberwochen laufen positiv: die internationalen Indizes vermelden neue Allzeithochs und selbst der DAX konnte im Verlauf erstmals Luft oberhalb der 13.000er-Marke schnuppern. Und unisono treten immer mehr Mahner auf den Plan, die eine große Blase und folglich einen Crash herbeireden wollen. Nun, ich sehe das (noch) anders.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Umfrage: Welche BDC haltet ihr für besonders aussichtsreich?

Mein Dividenden-Depot enthält zur Zeit 11 Business Development Companies (BDC) und ich möchte von euch wissen, welche ihr aktuell als besonders attraktiv anseht. Daher habe ich eine Umfrage (in der rechten Menüleiste) dazu gestartet und bitte euch um eure Stimme.

Darüber hinaus würde ich mich freuen, wenn ihr bei diesem Artikel eine Begründung für eure Einschätzung abgeben würdet, damit wir uns über die einzelnen Werte, ihre Chancen und Risiken, austauschen können. Gerne auch über BDCs, die ich (noch?) nicht in meinem Depot habe...

Meine aktuellen Positionen im Dividenden-Depot:

CTS Eventim: Das Zalando der Tickets. Und mehr…

„Schrei vor Glück!“, mit dieser Werbekampagne kam Zalando zu deutschlandweiter Berühmtheit und auch das verhalf Europas führendem Online-Modevermarkter zu einem erfolgreichen Börsendebut.

Vor Glück schreien dürfen auch die Aktionäre von CTS Eventim, die dem Unternehmen seit Jahren die Treue halten und mit einer Vervielfachung des Aktienkurses belohnt wurden. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht viele Gemeinsamkeiten zwischen Mode und Tickets zu geben scheint, fallen einem auf den zweiten Blick durchaus einige Parallelen ins Auge. So setzen beide Unternehmen vor allem auf das Internetgeschäft mit ihren Kunden, beide haben sich in ihrer Nische eine dominierende Stellung herausgearbeitet und beide sehen sich der zunehmenden und möglicherweise bedrohlichen Konkurrenz durch den Onlinegiganten Amazon ausgesetzt.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Gladstone Investment erfreut Anleger mit Dividendenerhöhung und Sonderdividende

Die Gladstone Investment Corp. (GAIN) ist eine intern gemanagte Business Development Company (BDC) und firmiert aus steuerlichen Gründen als "Regulierte Investment Company" (RIC). Eine Konsequenz hieraus ist, dass sie mit mit Einkommensteuern belastet wird, im Gegenzug aber mindestens 90% ihrer steuerrelevanten Gewinne ("Taxable Income") an ihre Anteilseigner ausschütten muss.

Gladstone Investment vergibt Kredit- und Beteiligungsinvestitionen an privat gehaltene Unternehmen, die sich in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Sie ist ein klassischer Frühphaseninvestor und fokussiert sich auf das untere mittlere Marktsegment. Die Investitionen erfolgen zu etwa 75% als Kredite in Form von erstrangigen Darlehen oder Nachrangdarlehen. Wobei das Ausfallrisiko bei den Nachrangdarlehen natürlich größer ist und damit tendenziell auch die Verzinsung höher. Die anderen 25% werden in Form von Beteiligungen vergeben und hier sowohl als Stamm- als auch Vorzugsaktien. Dies erfolgt zumeist im Vorgriff auf Buyouts oder wenn eine Rekapitalisierung und dem entsprechend Eigenkapital nötig ist.

Ziel ist, in Unternehmen zu investieren, die stabile Erträge und einen hohen Cashflow bieten, mit denen Gladstone Investment seine eigenen Betriebskosten abdecken, die ausgegebenen Schuldverschreibungen bedienen und natürlich die Ausschüttungen an seine Aktionäre vornehmen kann. Und diese monatlichen Dividenden wurden jetzt erhöht.

Montag, 9. Oktober 2017

TPG Specialty Lending: diese High Quality BDC ist ein echter Defensiv-Champion

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neulich habe ich über mein Dividenden-Depot berichtet, das ausschließlich Business Development Companies (BDCs) und einen Real Investment Trust (REIT) enthält. Das liegt natürlich an den attraktiven Dividendenrenditen jenseits der 5% und an den regelmäßigen Ausschüttungen. Denn die Dividenden erhalte ich teilweise monatlich, ansonsten zumindest quartalsweise.

»Eine Kuh für ihre Milch, eine Henne für ihre Eier, und eine Aktie, verdammt, für ihre Dividende.«
(Bill Miller)

Damit hat es Bill Miller sehr treffend auf den Punkt gebracht. Doch natürlich ist die Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium, das man beachten sollte. Jedenfalls nicht, wenn man möglichst lange Freude an seinem Investment haben möchte. Daher sollte man schon genau(er) hinsehen, wenn man sich einen "Hochprozenter" ins Depot legt wie TPG Specialty Lending.

Börsenweisheit der Woche 41/2017

"Wenn wir in eine Firma investieren, dann liegt es nicht in erster Linie an den Zahlen. Es liegt daran, dass ich eine Idee habe, wie das Unternehmen in fünf oder zehn Jahren aussieht".
(Warren Buffett)

Sonntag, 8. Oktober 2017

Investor-Update | Mein Dividendendepot: Renditestarke Business Development Companies

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Heute gibt es eine Sonderausgabe (aktualisiertes Update), in dem ich mich ausschließlich mit den Werten in meinem Dividenden-Depot befasse. Das sind allesamt Business Development Companies (BDCs ), denn diese weisen nicht selten zweistellige Dividendenrenditen auf. REITs sind keine mehr enthalten; die Immobilienbewertungen in den USA erscheinen mir inzwischen ambitioniert und die häufige Ausrichtung auf Retail- und Shopping-Mall-Immobilien halte ich für zu risikoreich angesichts der großen Umwälzungen, die der Onlinehandel mit sich bringt. Und hier allen voran Amazon, "the world's most disruptive company".

»Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um dir eine zweite Einkommensquelle zu schaffen.«
(Warren Buffett)

Freitag, 6. Oktober 2017

Aktienrückkauf: Das Wundermittel mit Nebenwirkungen

Sobald ein Unternehmen einen Aktienrückkauf ankündigt, zündet der Kurs ein Feuerwerk. Und das ist verständlich, bildet doch ein Aktienkurs das Ergebnis des Aufeinandertreffens von Angebot und Nachfrage und wenn das Unternehmen seine eigenen Aktien über die Börse zurückkauft, stellt dies zusätzliche Nachfrage dar. Außerdem gehen viele Anleger davon aus, dass das Unternehmen den besten Überblick hat, bei welchem Kurs die eigenen Aktien unter ihrem fairen Wert zu haben sind. Also sind Aktienrückkäufe für die Aktionäre immer eine gute Sache. Oder nicht?

Es gibt allerdings einiges zu beachten. Grundsätzlich verfügt das Unternehmen über Geldmittel, um damit Investitionen zu tätigen und neue Produkte zu entwerfen und zu vermarkten. Das ist der Daseinszweck des Unternehmens und wenn das Unternehmen nun dieses Geld für den Rückkauf eigener Aktien oder für Dividendenausschüttungen an die Aktionäre verwendet, ist das nur dann eine gute Idee, wenn es das Geld nicht besser für sein (operatives) Geschäft einsetzen könnte. Wenn also das Unternehmen selbst eine Rendite von 8% erwirtschaftet und mehrere Übernahmeziele ins Auge gefasst hat, die nur 5% erreichen, dann ist aus Sicht der Aktionäre ein Aktienrückkauf rentierlicher. Sollten neue Investitionen in den Maschinenpark die Rendite im Unternehmen heben, kann dies lohnender sein, als Aktien zurückzukaufen oder Dividenden auszuschütten. Es kommt eben auf den Einzelfall an.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Gilead Sciences: Ist Kite Pharma ein (zu teurer) Befreiungsschlag?

Gilead Sciences Inc. ist eine wahre Erfolgsgeschichte im Biotechsektor. Erst vor 30 Jahren gegründet, bringt das Unternehmen aus dem kalifornischen Foster City immerhin 110 Milliarden Dollar auf die Börsenwaagschale – und es waren vor zwei Jahren mit über 150 Milliarden Dollar schon einmal erheblich mehr. Dabei ist Gilead mit seinen eigenen ursprünglichen Produkten gar nicht so überragend erfolgreich gewesen, sondern setzte vor allem mit seiner gut überlegten und fokussierten Übernahmestrategie Ausrufezeichen. Vor allem auf die hochpreisigen medizinischen Bereiche HIV und Hepatitis konzentriert sich Gilead heute und ist hier mit einigen Blockbusterpräparaten sehr erfolgreich tätig, Doch auch für Atemwegs-, Herz- und Stoffwechselerkrankungen und für die Behandlung verschiedener Krebstherapien hat der Konzern inzwischen Medikamente im Portfolio und weitere in verschiedenen Phasen der klinischen Forschung. Mit derzeit schon mehr als 20 zugelassenen Präparaten und über 40 weiteren Wirkstoffkandidaten in der Erforschung ist aus dem einstigen Biotech-Startup längst ein Pharmakonzern geworden.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Nicht nur die Finger verbrannt: Alles verloren bei und mit Küchenhersteller ALNO!?

Vor etwas mehr als zwei Jahren fragte mich ein Leser meines Blogs, ob der kriselnde Küchenhersteller ALNO eine interessante Turnaround-Spekulation sei. Obwohl ich vermutlich Deutschlands einziger unwilliger Hobbykoch bin, und noch nicht einmal ein guter, habe ich mich der unternehmerischen Perspektiven von ALNO angenommen. Und kam zu keiner günstigen Prognose und ließ die Finger davon.

Leider habe ich Recht behalten, denn ALNO schlidderte immer tiefer in die Krise, der einstige Heilsbringer Max Müller wurde in die Wüste geschickt und die umstrittene bosnische Unternehmerfamilie Hastor übernahm das Ruder. Seitdem findet sich ALNO eher in Boulevardblättern wider als in Wirtschaftsmagazinen, was dem Unternehmen und seinem Aktienkurs auch nicht gut getan hat.

Panikverkäufe: Steckt Genworth Financial jetzt in der Schuldenfalle?

Der US-Versicherer Genworth Financial Inc. (GNW) wird seit einer gefühlten Ewigkeit von der chinesischen China Oceanwide übernommen. Die Konditionen sind fix, die Aktionäre haben der Übernahme mit breiter Mehrheit zugestimmt, es fehlen nur noch einige staatliche bzw. regulatorische Genehmigungen. Und seit gestern ist das "Nur" wieder größer geworden, nachdem zuletzt die Aufsicht aus Virginia grünes Licht für den Deal gegeben hatte.

Was ist passiert?
Nicht viel. Genworth Financial und Oceanwide haben - erneut - ihren Antrag beim Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) zurückgezogen. Das CFIUS ist entscheidend bei Übernahmen von US-Unternehmen durch ausländische Investoren. Und tut sich schwer mit der Entscheidung. Die beiden Partner haben erklärt, an der Übernahme festzuhalten und beim CFIUS einen neuen (den dann dritten) Antrag einzureichen. Dann hat man erneute 30 Tage zzgl. einer Nachfrist von 45 Tagen Zeit, die noch bestehenden Fragen und bedenken zu klären bzw. auszuräumen.

Bis hierhin handelt es sich lediglich um eine weitere, ärgerliche Verzögerung. Der Knackpunkt sind aber die weiteren Ausführungen, die GNW in seinem Statement macht. So sagte Tom McInerney, Präsident und CEO von Genworth:
"At the same time, we are evaluating options to address our upcoming debt maturities and preserve the value of our businesses in the event the transaction with Oceanwide cannot be completed. We have approximately $600 million of debt that matures in May 2018, with no additional maturities until 2020. Options to address the 2018 debt maturity in the absence of a transaction with Oceanside include potential refinancing alternatives, current holding company cash, and/or potential asset sales."
Und das ist der Punkt, wo das Schwein durch den Knick bricht und der Aktienkurs ins Schlingern geriet.

Montag, 2. Oktober 2017

Börsenweisheit der Woche 40/2017

"Die Moderne Portfoliotheorie ist eine Art von nicht begreifbarer Demenz".
(Charlie Munger)

Sonntag, 1. Oktober 2017

Was ist... eine Akquisitionswährung?

Firmenübernahmen nennt man auch Akquisitionen und dabei werden häufig Aktien zur Bezahlung des Kaufpreises eingesetzt, entweder alternativ oder als Ergänzung zur Bar-Komponente. Hier spricht man dann davon, dass diese Aktien als "Akquisitionswährung" eingesetzt werden.

Der Vorteil für das akquirierende Unternehmen ist, dass es verhältnismäßig günstig an diese "Währung" heran kommt, nämlich einfach durch die Ausgabe neuer, sog. "junger" Aktien. Oder es hatte noch eigen Aktien im Bestand, z.B. aufgrund eines zuvor durchgeführten Aktienrückkaufprogramms. Für die Verkäufer besteht der Vorteil darin, dass sie weiterhin an ihrem Unternehmen beteiligt bleiben, auch wenn dieses nun Teil eines Größeren ist bzw. ein Tochterunternehmen von diesem.

Das Bezahlen mit eigenen Aktien kann allerdings ein Nachteil für die bisherigen Aktionäre sein, denn durch diese Ausgabe verwässert sich ihr Anteil am Unternehmen, denn nun gibt es ja viel mehr Aktien als zuvor. Ebenso verhält es sich, wenn zuvor erworbene Aktien aus dem Aktienrückkaufprogramm eingesetzt werden, da diese bei der Verteilung des Unternehmensgewinns nicht mit berücksichtigt werden und der Gewinnanteil ausschließlich auf die "freien" Aktien verteilt wird. Werden die Aktien nun als Übernahmewährung wieder in Umlauf gebracht, entfällt auf sie auch wieder ein Gewinnanteil, eben so, als wären neue Aktien ausgegeben worden. Der Unternehmensgewinn wird also auf mehr Aktien verteilt und fällt dem entsprechend geringer aus.

Es sei denn... die hinzugekauften Unternehmensteile bzw. Töchter erzeugen selbst Gewinne, die erhöhen dann den Gewinnanteil für alle Aktien. Und im Idealfall weisen sie eine höhere Rendite auf, so dass der Gewinn stärker steigt als die Verwässerung durch die neuen Aktien wirkt. Darüber hinaus stellt das erworbene Gesellschaft selbst ja auch einen Wert dar, der ggf. den Buchwert des übernehmenden Unternehmens erhöht.