Mittwoch, 31. Januar 2018

Warren Buffett lehrt: Kursrückschläge sind kein Grund, Aktien zu verkaufen

Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, er steht seit 50 Jahren an der Spitze seiner Investmentholding Berkshire Hathaway und hat bereits davor sehr erfolgreich Investment-Partnerships geleitet. Sein durchschnittlicher Vermögenszuwachs pro Jahr beträgt fast 20 Prozent. Und er ist einer drei reichsten Menschen der Welt.

Das kommt nicht von ungefähr, denn Buffett ist Value-Investor. Er sucht nicht nach Aktien, die schnell steigen, sondern nach Unternehmen, deren Aktien zu niedrigeren Kursen zu kaufen sind, als sie wert sind. Auch aus diesem Grund versucht er nicht, den Markt zu timen, die Börsenkurse vorherzusagen. Er schaut nicht einmal regelmäßig nach ihnen, sondern nutzt die Börse nur als Markt, an dem er Aktien kaufen und verkaufen kann. Nach ganz klar definierten Grundsätzen und nicht aufgrund makroökonomischer Überlegungen oder Börsenstimmungen.

»Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin.«
(Warren Buffett)

Und so erklärt sich auch sein gutes Verhältnis zu Marktkorrekturen, denn während andere Anleger aus dem Markt heraus strömen, beginnt Buffett mit dem Kaufen. Er investiert in solide Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell und gut prognostizierbaren Umsätzen und Gewinnen. Und vor allem Cashflows. Denn Buffett liebt Cashflows, aus denen speisen sich Dividenden und Aktienrückkäufe, die Buffett für eine entscheidende Komponente hält auf dem Weg des Anlegers zu Wohlstand.

Dienstag, 30. Januar 2018

Und es ward (wieder) Licht, dank Osram...

Der Name ist jedem bekannt, Osram steht für Tradition, für Licht. Der 111 Jahre alte Traditionskonzern hat viele von uns durch die Welt der zunehmenden Elektrifizierung geführt und noch heute haben die meisten von uns Osram-Leuchtmittel im Schrank und in ihrem Lampen. Sobald wir einen Baumarkt betreten, strahlen sie uns an, diese Leuchtmittel – dabei sind die meisten gar nicht mehr von Osram und wo heute Osram drauf steht, ist nicht mehr Osram drin.

Der Spin-Off
Osram war lange Zeit eine Siemens-Sparte, doch in dem Konzern entschloss man sich, sich vom absehbar schwächelnden Geschäft mit Beleuchtungsmitteln zu trennen. Das war 2013 und Siemens führt Osram seinerzeit mit einem Wert von rund 3,2 Milliarden Euro in den Büchern. Nachdem man lange geprüft und abgewogen hatte, entschied man sich gegen einen eigenen Börsengang von Osram, sondern für einen klassischen Spin-Off. Siemens selbst behielt noch 19,5 Prozent der Anteile und wollte wohl zeigen, dass man Osram für eine eigentlich gute Investition hielt.

Neben der reinen Kurspflege stand aber noch ein anderer Gedanke im Vordergrund und der heißt Geld. Genauer gesagt Wertschöpfung. Denn bei Mischkonzernen nimmt die Börse oft Konglomeratabschläge vor, so dass diese Mischkonzerne nicht selten an der Börse unter dem Wert ihrer einzelnen Sparten gehandelt werden. Dahinter steckt der Gedanke, dass ein eigenständiges und von Konzernzwängen befreites Unternehmen agiler am Markt agieren kann, während es als in die Konzernstrukturen eingebundene Sparte mit zu langen Entscheidungswegen und zurückzustellenden Eigeninteressen gegenüber anderen Konzerntöchtern konfrontiert ist.

Durch den Spin-Off von Osram wollte Siemens also auch den Konglomeratabschlag abschmelzen, der üblicherweise zwischen 10 und 20 Prozent liegt. Denn nach Untersuchung von 500 Spin-Offs aus den Jahren 2000 bis 2010 kamen die Analysten des US-Researchhauses „The Spinoff Researcher“ zu dem Ergebnis, dass die Aktien der abgebenden Muttergesellschaft innerhalb eines Jahres nach dem Spin-Off im Schnitt um 17 Prozent stiegen, während die neuen Aktien im gleichen Zeitraum sogar durchschnittlich um 23 Prozent zulegten. Zwei Jahre nach den Spin-Offs war der Kurs der neu an die Börse gebrachten Unternehmen im Mittel sogar um 37 Prozent geklettert.

Und natürlich hatte Siemens auch im Blick, dass das EU-Verbot klassischer Glühbirnen auch bei Osram zu heftigen Strukturveränderungen und Personalabbau führen würde. Und dies würde in einem eigenständigen Unternehmen Osram nicht mehr so sehr Siemens angelastet werden. Was dann aber folgte, damit hat niemand gerechnet…

Montag, 29. Januar 2018

Investor-Update: Deutsche Rohstoff, DIC Asset, Ernst Russ, MPC Capital, TTL Information Technology, TLG Immobilien, VTG, WCM

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Verschnaufen ist angesagt...
Kursrallye zum Jahresende, Kursrallye zum Jahresanfang, da müssen die Börsen auch mal zwischendurch Luftholen. Und genau das erleben wir aktuell. Der Dollar hat neue Mehrjahreshochs markiert, die amerikanischen Börsen streben Richtung Rekordhochs und auch der DAX erreichte im Wochenverlauf neue Höchstmarken. Bewegung könnte nun aber in die Märkte kommen, da in den USA wieder die Earnings-Season ansteht und reihenweise Unternehmenszahlen zum vierten Quartal und ggf. zum Gesamtjahr 2017 präsentiert werden. Und dabei wird es die eine oder andere Überraschung gebe, auch gerade wegen der US-Steuerreform. Vor allem richtet sich der Blick hierbei auf die großen Tech-Werte, denn diese haben die Hausse zuletzt massiv befeuert und daran dürfte sich absehbar auch nichts ändern: Straucheln die Tech-Riesen, strauchelt die Börse. Und umgekehrt. Doch gerade auch in Zeiten dieser trendfolgenden Tech-Werte-Börse finden sich bei den kleinen und hässlichen Mid- und Smallcaps vernachlässigte und unentdeckte Perlen, die einen Überrendite versprechen. Wenn man die nötige Geduld mitbringt, auf ihre Entdeckung durch die breite Masse zu warten...

Börsenweisheit der Woche 05/2018

"Der Wert des Geldes ist der Pulsschlag des Staates."
(Voltaire)

Freitag, 26. Januar 2018

VTG: Kurs vor den Entgleisung...

Der Schienenlogistik-Konzern VTG hat Anleger in den letzten Jahren mit tollen Kurszuwächsen verwöhnt und sich bereits der Marke von 50 Euro angenähert. Doch jetzt gab es eine Vollbremsung und der Zug droht zu entgleisen - der Kurs ist innerhalb weniger Tage bis auf 40 Euro abgestürzt. Und die gestern Abend seitens des VTG-Vorstands herausgegebene Ad-hoc-Meldung bietet dafür nun eine Erklärung und bestätigt Gerüchte, die seit einigen Tagen am Markt kursieren. Doch das Vorgehen des Vorstands wirft einige Fragen auf und erschüttert das Vertrauen in das Management erheblich. Und es sollte nicht verwundern, wenn sich die BaFin dieser Sache annehmen würde...

Mittwoch, 24. Januar 2018

Was ist... der Graumarkt?

Grau ist die Farbe des Zweifels, des Zwielichts, nicht weiß (gut), aber auch nicht schwarz (böse), sie liegt irgendwo dazwischen.

Als weißen Kapitalmarkt bezeichnet man die Bereiche des Finanzmarktes, die staatlicher Aufsicht und Regulierung unterliegen, als schwarzen Kapitalmarkt, wo erlaubnispflichtige Geschäfte illegal betrieben werden, wie illegales Glücksspiel oder Wetten.  Die überwiegend genutzten Vertriebswege sind die Postalische Prospektwerbung, Telefonwerbung, Anzeigenwerbung, E-Mail-Werbung, Fax-Werbung. Gerade unaufgeforderte Telefonwerbung und Abschlussverhandlungen durch persönlichen Besuch sind relativ häufig vertreten. Aber aus dem Vertriebsweg alleine lässt sich kein Schluss über die Seriosität der Anbieter und Produkte ziehen.

Der Graumarkt umfasst staatlich nicht kontrollierte Finanzgeschäfte und zieht daher auch dubiose Geschäftemacher und Abzocker an, die es nicht selten auch gerade auf Schwarzgeld der potenziellen Opfer abgesehen haben, da hier die Verfolgung durch offizielle Stellen selbst bei Totalverlusten oftmals unterbleibt aus Angst vor den eigenen steuerstrafrechtlichen Konsequenzen auf Seiten des Opfers. Schutz gegen unseriöse Abzocker in der Finanzbranche bietet alleine, sich vor Vertragsabschluss gründlich zu informieren und bei Zweifeln, die Finger davon zu lassen. Getreu dem Motto: "Wenn ein Geschäft zu gut klingt, um wahr zu sein, dass ist es meistens auch nicht wahr".

Dienstag, 23. Januar 2018

Cisco Systems erfindet sich immer wieder neu und das sehr erfolgreich

Es gibt sie wirklich, die Dinosaurier des Internetzeitalters. Cisco Systems ist einer von ihnen, kurzfristig während der Dot-Com-Blase war es sogar mal mit 555 Milliarden Dollar das nach Börsenkapitalisierung wertvollste Unternehmen der Welt. Und wie alle Dinosaurier wurde Cisco schon mehrfach totgesagt, denn seine Produkte sind antiquiert. Zumindest im Maßstab der schnelllebigen Zeit des digitalen Wandels.

Cisco Systems ist der weltweit führende Entwickler und Hersteller von High-Performance-Multimedia- und Multiprotokoll-Internetworking-Produkten für Computernetzwerke. Die Produkte, insbesondere Router und Switches, decken eine große Bandbreite an End-to-End Netzwerk-Hardware, -Software und -Services ab und die Hauptkunden sind Telefongesellschaften, Internet-Service-Anbieter, Energieversorger, der Staat und kleine bis mittelständische Unternehmen. Der normale Anwender bekommt die Geräte und Dienste von Cisco eigentlich gar nicht direkt zu sehen, er nutzt sie allerdings ständig, wenn er sich ins Internet einloggt oder über sein Smartphone surft.

Das Kerngeschäft von Cisco ist noch immer Hardware, die Router und Switches stellen das Rückgrat der Netzwerkinfrastruktur dar. Doch der Trend geht schon seit einigen Jahren weg von dieser Hardware, die Cisco seine Dominanz einbrachte, hin zu Softwarelösungen. Und wie alle Dominatoren hat auch Cisco diesen Trend anfangs belächelt, dann bekämpft und erst (zu) spät versucht, auf den Trend aufzuspringen. Und hat seitdem Mühe, auch hier an die Spitze zu gelangen. Ein Milliardenkonzern und Dow Jones Schwergewicht ist eben kein Schnellboot, sondern ein Ozeandampfer: weder leicht zu steuern, noch schnell zu wenden. Und doch gehören schnelle und konsequente Entscheidungen und Richtungsänderungen seit jeher zu Ciscos Geschäftsmodell und zu seinem Erfolgsgeheimnis.

Montag, 22. Januar 2018

Börsenweisheit der Woche 04/2018

"Der Weg zum Reichtum hängt hauptsächlich an zwei Wörtern: Arbeit und Sparsamkeit."
(Benjamin Franklin)

Freitag, 19. Januar 2018

Mit Spin-offs einfach Extrarenditen einfahren

Als Spin-off bezeichnet man die Abspaltung eines Unternehmensteils. Eine Gesellschaft möchte sich einer Sparte entledigen und verkauft diese nicht, sondern formt aus ihr ein eigenständiges Unternehmen in Form einer Aktiengesellschaft und "verschenkt" diese Aktien an ihre Aktionäre. Die Aktionäre der Alt-AG bekommen also entweder die Aktien des neuen Unternehmens einfach in ihr Depot übertragen und sind dann an beiden Unternehmen beteiligt. Oder sie erhalten zumindest ein Bezugsrecht für die Aktien der Neu-AG. Und hieraus ergeben sich durchaus Chancen. Für alle Beteiligten...

Bereits Benjamin Graham, der Urvater des Value Investings und Lehrmeister von Warren Buffett, lehrte uns, dass Spin-offs oft zu Sondersituationen führen, bei man Unternehmensanteile unter Wert einsammeln kann. Das liegt daran, dass ein Spin-off kein normaler Börsengang ist, bei dem sich Anleger aktiv um die neuen Aktien bemühen, sondern bei einem Spin-off bekommen Aktionäre des abgebenden Konzerns die Aktien der abgespaltenen Unternehmenseinheit einfach in ihre Depots eingebucht. Und haben nun also Anteile an einem Unternehmen, das sie vielleicht gar nicht haben wollen. Da diese Situation bei allen Anlegern zur gleichen Zeit auftritt, handeln auch vielleicht entsprechend und verkaufen ihre neuen Aktien umgehend - oder werfen ggf. ihre Bezugsrechte billigst auf den Markt. Es kommt also kurzfristig zu einem Angebotsüberhang an Aktien und das drückt auf den Kurs.

Und auch in der Folgezeit hat es das neue Unternehmen zunächst schwer, sich die nötige und vielleicht verdiente Beachtung zu sichern. Denn es ist am Markt unbekannt, der neue Name ist nicht geläufig und es gibt vergleichsweise wenig Informationen zu dem Unternehmen, da die Historie seiner Unternehmenszahlen noch kurz ist und es nur wenige Analysten gibt, die sich bereits mit dem Unternehmen befassen. Doch nach dieser vorübergehenden Schnäppchenkursphase beruhigt sich die Lage und es rücken zunehmend die fundamentalen Daten in den Vordergrund.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Ströer: Werbung und noch viel mehr...

Das Unternehmen Ströer ist nur wenigen Leuten bekannt, dabei kommen wir fast täglich mit seinen Dienstleistungen in Kontakt. Denn Ströer ist vor allem im Bereich der Außenwerbung aktiv und hier Marktführer für Plakatwände und –aufsteller. Und auch wenn wir eher die Werbung als den kleinen Schriftzug am Rand des Werbemediums wahrnehmen, so lassen sie doch die Kassen von Ströer klingeln. Doch im Zeitalter zunehmender Digitalisierung muss auch Ströer sich die Frage stellen, ob man langfristig noch in einem aussichtsreichen Markt unterwegs ist, oder man sich nicht beizeiten neue Geschäftsfelder erschließen sollte.

Dienstag, 16. Januar 2018

Kostolanys Know-how: An der Börse ist zweimal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins

Der erfolgreiche Börsenspekulant, Bonvivant und Autor André Kostolany hat zahlreiche Bücher verfasst über seine große Leidenschaft, die Börse, und er war viele Jahre lang gern gesehener Gast in allen Fernsehtalkshows. Denn er schaffte es nicht nur erfolgreich sein Geld anzulegen, sondern auch das komplexe und verwirrende Börsengeschehen in kurzen, knackigen und sehr oft auch humoristischen Weisheiten und Anekdoten zusammenzufassen. Sein Buch "Kostolanys Börsenseminar" war das erste Buch, das ich jemals über das Thema Börse gelesen habe. Und ich habe nicht nur viel über sie gelernt, sondern es hat mich auch mit dem bis heute anhaltenden Börsenfieber angesteckt. Über eine seiner vielen Weisheiten möchte ich heute sprechen, denn es geht um die Schwankungen der Börsenkurse, ihren nicht linearen Verlauf und wie Anleger sie bei ihrer Aktienanlage als etwas Natürliches akzeptieren sollten.

»An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins. Und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten.«
(André Kostolany)

Ich halte ja nichts von Charttechnik, aber wenn man sich den Verlauf von Börsenkursen ansieht erkennt man schnell, dass sie nicht linear von einem Punkt zum anderen führen, sondern ein ziemliches Hin- und Hergezucke sind. Auch wenn sich aus ihnen eine Tendenz ablesen lässt und man sie durch Verbinden des Startpunkts der Ansicht mit dem Endpunkt "glätten" kann. Manche Kurscharts vermitteln den Eindruck, als würde es mit der Aktie nur nach oben gehen, schnurgerade von links unten nach rechts oben. Aber natürlich gibt und gab es unterwegs immer Schwankungen, meistens sogar deutliche Kurseinbrüche, die sich im Nachhinein beim Betrachten des Kursverlaufs als Kaufgelegenheiten entpuppen. Aber Hinterher ist man ja bekanntlich immer klüger.

Montag, 15. Januar 2018

Börsenweisheit der Woche 03/2018

"Wenn Sie nicht schnell verstehen, was ein Unternehmen tut, dann tut es das Management wahrscheinlich auch nicht."
(Seth Klarman)

Sonntag, 14. Januar 2018

Investor-Update: Deutsche Balaton, Deutsche Rohstoff AG, Gladstone Capital, Lloyd Fonds, Marenave, Newtec Business Services, Technotrans

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Starker Jahresstart
Nachdem uns die Börsen eine solide Jahresendrallye hingelegt hatten, machten sie in der ersten Woche des neuen Jahres unverändert weiter. Die Kurse zogen deutlich an und vor allem bei den deutschen Nebenwerten gibt es nicht selten prozentual zweistellige Kurszuwächse zu feiern. Und die Rahmenbedingungen für Aktien sind weiterhin gut: niedrige und nur moderat ansteigende Zinsen, steigende Unternehmensgewinne (mit einem zusätzlichen Schub dank der US-Steuerreform), nur moderate Inflation von unter 2%, trotz gestiegenen Ölpreises. Und die politischen Gegebenheiten liefern auch nur geringes Störfeuer...

Donnerstag, 11. Januar 2018

Umfrage: Welches ist die aussichtsreichste Turnaround-Spekulation?

Auf meiner Beobachtungsliste befinden sich eine ganze Reihe von Unternehmen in Tunraround-Situation und ich berichte in unregelmäßigen Abständen über sie. Doch mich würde interessieren, welche dieser Turnaround-Spekulation(en) ihr für besonders aussichtsreich haltet und ob ihr ggf. eine andere lukrative auf dem Schirm habt.

Ich habe deshalb eine entsprechende Umfrage gestartet und würde mich freuen, wenn ihr daran teilnehmt - es sind natürlich Mehrfachnennungen möglich und sie endet am 28. Januar.

Des Weiteren wäre es toll, wenn ihr hier einen Kommentar abgeben würdet, weshalb ihr die eine Turnaround-Spekulation bevorzugt oder weshalb eine andere für euch ein No-Go ist, wo ihr die Chancen seht, aber auch die Risiken. Und natürlich, welches nicht genannte Unternehmen einen zweiten Blick lohnen könnte...

Mittwoch, 10. Januar 2018

Wie Squeeze-outs bei Deutsche Balaton, Shareholder Value Beteiligungen, Scherzer & Co. die Kasse zweimal klingeln lassen...

Wie sich mit Squeeze-outs sicher Geld verdienen lässt, habe ich ja bereits mehrfach angesprochen. Doch den dafür notwendige lange Atem - man muss die Aktien erwerben und so lange behalten, bis der Großaktionär die Entscheidung trifft, alle Aktien einsammeln zu wollen und das kann bisweilen mehrere Jahre dauern - haben nicht alle Anleger. Zumeist gibt es bei den entsprechenden Werten zwar eine satte Dividende, aber Geduld ist nicht jedermanns Sache.

Man kann sich den ganzen Aufwand, die lukrativen und wahrscheinlichsten Kandidaten für eine Übernahme durch den Großaktionär allerdings auch sparen, indem man andere Leute die Arbeit verrichten lässt. Und das ist ganz einfach und die machen es sogar freiwillig: man muss lediglich Aktien einer börsennotierten Gesellschaft erwerben, die sich auf derartige Geschäfte spezialisiert hat. Und auf dem deutschen Kurszettel finden sich mehrere Werte, die das sehr transparent und überwiegend erfolgreich machen...

Dienstag, 9. Januar 2018

Aurelius, Corestate Capital, Deutsche Beteiligung und Muehlhan punkten mit Übernahmen

Zum Jahresstart gibt es gleich bei mehreren Unternehmen positive Nachrichten auf der Akquisitionsseite zu vermelden.

▶ Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA
Conaxess Trade ist ein exklusiver Distributor von Fast Moving Consumer Goods (FMCG) für den großflächigen europäischen Einzelhandel und gehört seit 2016 zu Aurelius. Conaxess beschäftigt in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Deutschland, Österreich sowie der Schweiz insgesamt rund 500 Mitarbeiter und erreicht als exklusiver Distributor von FMCG mehr als 130 Mio. Endverbraucher. Nun erwirbt Conaxess die Galleberg AS, einen in Norwegen führenden Distributor von Markenartikeln für Lebensmittel- und Gemischtwarenläden sowie für Gastronomie (HoReCa) und Reformhäuser und verdoppelt mit dieser Add-on-Akquisition in etwa den Jahresumsatz der Conaxess Trade Group in Norwegen auf mehr als 45 Mio. Euro. Die deutliche Ausweitung des FMCG-Angebots und Nutzung neuer Vertriebskanäle in Kombination mit einer starken Sales-Mannschaft soll den Marktanteil von Conaxess in Norwegen erhöhen. Olaf J. Styrmoe, bisheriger Eigentümer und Vorstandsvorsitzender von Galleberg, wird Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtunternehmens und bringt dabei seine Erfahrung im Umgang mit Markeninhabern und Kunden ein. Über den Kaufpreis der Transaktion wurde, wie üblich, Stillschweigen vereinbart.

Montag, 8. Januar 2018

Börsenweisheit der Woche 02/2018

"Wenn Sie in eine Firma investieren wollen, sollten Sie in der Lage sein zu erklären, warum. Und zwar in einer einfachen Sprache, die ein Fünftklässler verstehen könnte, und schnell genug, damit der Fünftklässler sich nicht langweilt."
(Peter Lynch)

Sonntag, 7. Januar 2018

Was ist... ein Schwarzer Schwan?

Als Schwarzen Schwan (Black Swan) bezeichnet man ein unerwartetes Ereignis von enormer Tragweite, das die Finanzmärkte abrupt aus der Bahn werfen kann.

Geprägt hat den Begriff der Publizist und Börsenhändler Nassim Nicholas Taleb in seinem 2007 erschienen Buch "Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. Taleb beschreibt, dass Menschen es sich in einer "Zone des Vorhersagbaren" bequem machen und so extrem unwahrscheinliche Ereignisse kaum eine Rolle in der Risikobetrachtung spielen. Allerdings treten diese häufiger auf, als man annimmt, wie z.B. bei der Subprime-Krise in den USA, der Lehman-Pleite oder dem Tsunami in Japan mit der anschließenden Atomkatastrophe von Fukushima.

Auch wenn es im Nachhinein Anzeichen und Hinweise auf das dann zurückliegende Großereignis gab, so sind diese doch nicht (sicher) prognostizierbar. Und deshalb führen sie bei ihrem Auftreten zu großen Verwerfungen an den Finanzmärkten. Daher sollten Anleger stets risikobewusst agieren und nicht einseitig nur auf die vermeintlichen Chancen bzw. Renditen schauen. Und für alle Fälle immer etwas Cash in der Hinterhand behalten, denn langfristig bringt Liquidität die Rendite!

Samstag, 6. Januar 2018

Bernard Baruch erinnert: "Die Bären machen Schlagzeilen, die Bullen machen Geld!"

Angst und Gier sind die vorherrschenden Emotionen an der Börse und sie sind die Triebfedern für die großen Übertreibungen bei den Aktienkursen, in völlig überzogene Höhen als auch in ungerechtfertigte Tiefen. Unsere evolutionsbedingte Grundkonditionierung legt hierfür die Basis und so neigen wir Menschen dazu, negative Dinge viel stärker wahrzunehmen als positive. Gefahr, Risiko, Angst das weckt unseren Fluchtinstinkt und sollte so unser Überleben sichern. An der Börse hingegen ist rationales, kühles Agieren der Schlüssel zum Erfolg. Und dennoch reizt uns die Gefahr, dieses Gefühl, alles verlieren zu können. Wir sehen deshalb Horrorfilme oder suchen den Kick bei Extremsportarten - natürlich immer in der Überzeugung, dass es am Ende gut ausgehen wird.

Wenig überraschend ist daher, dass auch (selbsternannte oder von Medien wichtig geschriebene) "Börsengurus" viel eher Gehör finden, wenn sie vor der unmittelbar bevorstehenden Finanzapokalypse warnen und uns den heraufziehenden finalen Crash ankündigen. Selbstverständlich nicht, ohne dazu passende Tipps, wie man doch noch glimpflich aus der Nummer herauskommt.

Und Finanzcrash-Gurus gibt es einige und sie tauchen in regelmäßigen Abständen auf und erklären, weshalb die Börsen zu hoch stünden, die Bewertungen übertrieben seien und die Kurse ins Bodenlose abstürzen müssten. Mark Faber ("Dr. Doom") ist einer dieser Sorte und er wird sicherlich Recht behalten. Wie immer. Denn es wird zum Crash kommen und Anleger werden viel Geld verlieren an der Börse. Das ist sicher! Jeder weiß es. Es liegt am System und an unserer Natur, am Wechselspiel aus Euphorie und Panik. Nur... wir wissen nicht, wann es soweit ist.

Freitag, 5. Januar 2018

Micro-Living: Immobilien-Deal mit Harrison Street treibt MPC Capital weiter an

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure. Und aus der Sparte Real Estate gab es nun erfreuliche Nachrichten. Schon wieder...

MPC Capital hat in den letzten fünf Jahren Entwicklungs- und Managementkapazitäten im Bereich Micro Living aufgebaut und betreut seit 2014 einen Development-Fonds für studentisches Wohnen. Hierfür hatte man skandinavische institutionelle Investoren gewonnen und MPC Capital beteiligte sich sich als Co-Investor. Und dieser Bereich des studentischen Wohnens gewinnt bei MPC Capital kräftig an Fahrt, denn man hat soeben ein Portfolio mit mehr als 1.000 Studentenapartments in deutschen Universitätsstädten an den US-amerikanischen Investor. Zwei dieser STAYTOO-Apartmenthäuser befinden sich in Berlin, die übrigen in Bonn, Kaiserslautern, Leipzig und Nürnberg. Dabei haben die Häuser in Nürnberg und Bonn ihre Türen bereits zum Wintersemester 2016/2017 geöffnet. Leipzig und Kaiserslautern sind seit Herbst 2017 bezugsfertig und die Eröffnung der beiden Standorte in Berlin ist für 2018 geplant.

Strategische Partnerschaft mit Harrison Street
Harrison Street Real Estate Capital zählt mit mehr als 73.000 Betten in den USA und in Europa zu den größten privaten Investoren im Bereich studentisches Wohnen. Und für MPC Capital zahlt sich dieser Deal gleich doppelt aus, denn er ist der Auftakt für ein europaweites Joint Venture mit Harrison Street.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Turnaround-Spekulation: Lloyd Fonds, Marenave und Valeant vor der Wiederauferstehung?

Turnaround-Spekulationen üben auf Anleger eine ganz besondere Magie aus, obwohl sie nur selten erfolgreich sind. Der Reiz liegt darin, Aktien eines Unternehmens zu ausgebombten Kursen zu kaufen, die früher in ganz anderen Spähren zuhause waren. Was so stark abgestürzt ist, muss ja eine Riesenchance darstellen, der Kurs muss sich ja wieder erholen, so lautet eine gängige Ansicht. Und die ist falsch!

Der Kurs muss sich nicht wieder erholen, denn es gibt zumeist sehr gute Gründe, weshalb Aktienkurse abstürzen. Und nicht selten folgt auf den Kursabsturz die Pleite und damit der Totalverlust des investierten Geldes. Anleger tun also gut daran, sich an Turnaround-Versuche nur unter größter Vorsicht und Sorgfalt heranzuwagen. Denn er kommt darauf an, auch eine "Turnaround-Spekulation als Value Investment" anzugehen. Nur so kann es funktionieren, will man sich nicht auf den Zufall verlassen.

Ich habe mich in drei ausführlichen Artikel bereits diesem Thema gewidmet. Anfang 2013 ("Turnaround: Profitieren, wenn gefallene Engel wiederauferstehen"), Anfang 2016 ("Turnaround-Spekulation: Wenn Totgesagte länger leben") und Ende 2016 noch einmal ("Deutsche Forfait, SBF AG, United Electronic Technology: Turnarounds seldom turn. But if..."). Die in den Artikeln vorgestellten Werte haben die Hoffnungen nicht alle erfüllt, doch zumindest ist kein Totalausfall darunter.

Neben diesen vier Artikeln habe ich ab und zu auch Einzelwerte in Turnaround-Situationen hier im Blog besprochen und bisweilen auf meine Empfehlungsliste gesetzt. Und darum geht es auch heute, um drei Unternehmen, deren Business total abgestürzt ist und ihr Aktienkurs ebenso. Bei denen aber die Hoffnung besteht, dass sie die Kurve kriegen und den latenten Krisenmodus wieder verlassen können und wieder zu stinknormalen Unternehmen mit funktionierendem Geschäftsmodell werden. Also werfen wir einen Blick auf die drei Turnaround-Kandidaten, auf neue Hoffnungsträger und alte Bekannte...

Was ist... ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit, auch Lombardkredit benannt, ist eine besondere Form des  Kredits, denn seine Besicherung erfolgt durch die Wertpapiere in einem Depot. Die Höhe des Kreditrahmens errechnet sich hierbei an dem Kurswert der zugrundeliegenden Wertpapiere und schwankt daher. Zinsen fallen allerdings nur für den Betrag an, der auch als Kredit in Anspruch genommen wurde, nicht für den maximalen Höchstbetrag des eingeräumten Wertpapierkredits.

Zusätzlich verlangen Banken einen Abschlag auf diesen Kurswert, um einen Risikopuffer zu haben. Inländische Aktien werden z.B. mit 60% ihres Kurswertes angerechnet, ausländische Aktien mit 50%, Optionsscheine oder Derivate gar nicht.

Risiken
Und diese Abschläge sind durchaus sinnvoll, denn im Fall eines deutlichen Kursrückgangs kann der Beleihungswert des Depots unter den Wert des in Anspruch genommenen Wertpapierkredits fallen - die Bank fordert dann den Kreditnehmer auf, Geld nachzuschießen (sog. "Margin Call"), um die den Kredit zu verringern und so wieder in Einklang mit der Beleihungsobergrenze zu bringen. Erfolgt dieser Nachschuss nicht, muss der Kunde Wertpapiere verkaufen. Und sollte er dieser Pflicht nicht nachkommen, kann im Extremfall sogar die Bank den Verkauf veranlassen, meist nach einer Schonfrist von vier Wochen.

Chancen
Auf der anderen Seite stehen die Chancen, die mit einem Wertpapierkredit verbunden sind. Denn er ist aufgrund der Besicherung zumeist deutlich günstiger als herkömmliche Kredite, oftmals mehrere Prozentpunkte. Und der Anleger erzielt einen Hebeleffekt mit seiner Wertpapieranlage, indem er auch dieses Fremdkapital in Anspruch nimmt. Dieser Hebel wirkt allerdings in beide Richtungen: steigen die Kurse der gekauften Wertpapiere, erzielt der Kreditnehmer eine Überrendite, fallen sie hingegen, muss er entsprechend höhere Kursverluste hinnehmen, als ohne Kreditinanspruchnahme.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Turnaround-Spekulation als Value Investment?

Spricht man an der Börse von einem Turnaround, hat man es mit einem Unternehmen zu tun, das in erheblichen Schwierigkeiten steckt. Das kommt gar nicht so selten vor und Peter Lynch klassifiziert deshalb in seinem Buch "Der Börse einen Schritt voraus" Turnaround-Werte gar als eigene Aktienkategorie. Bei diesen wankenden Unternehmen hat sich der Aktienkurs zumeist entsprechend negativ entwickelt und ist entweder stetig oder plötzlich deutlich zurückgegangen. Die Unternehmen reagieren überwiegend mit den selben Maßnahmen darauf: Stilllegung von Fabriken, Freisetzung von Personal, Veräußerung von Randbereichen, radikale Kostenreduzierung, Konzentration auf das Kerngeschäft. Wenn Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen und ihr Börsenkurs abstürzt, kann dies eine lukrative Chance für Anleger sein. Und zwar nicht nur für Spekulanten, die der Nervenkitzel reizt, sondern auch für langfristig orientierte Value-Investoren.

»Sanierungen sind keine aufregenden Equity-Storys, aber bei Erfolg überaus ertragreich.«
(Hendrik Leber)

Doch es gibt bestimmte Voraussetzungen, damit das Chance-Risiko-Verhältnis für ein Engagement spricht. Denn "nur weil eine Aktie fällt, heißt das nicht, dass sie nicht noch weiter fallen kann", warnt Peter Lynch.

Deutsche Rohstoff AG profitiert von US-Steuerreform und stockt bei Cub Creek auf

Die Deutsche Rohstoff AG hat zum Jahresstart gleich einiges an Nachrichten zu bieten zum Thema Steuern, Beteiligungen und Personal. Ach ja, zu Fördermengen und Abschreibungen auch noch. Aber der Reihe nach...

Cub Creek Energy
Zunächst schauen wir auf eine der drei US-Öl-Töchter der DRAG, Cub Creek Energy (CCE). Hier lief es im letzten Jahr nicht ganz so rund erhofft und auch deshalb hatte die DRAG ihre Jahresprognose für 2017 nach unten korrigieren müssen. Inzwischen hat man die Probleme weitgehend im Griff und die Produktion hat stabilisiert. Allerdings passt die DRAG sich den neuen Gegebenheiten an und die niedrigeren Fördermengen werden auch bei den Abschreibungen auf die Investitionen berücksichtigt, was dort zu einem negativen Effekt führt. Denn die zuletzt schwächer als erwartete Produktion der Vail- und Markham-Bohrungen wird sich auf die für die Bohrungen ausgewiesenen Reserven auswirken und damit im Konzernabschluss zu einer etwas erhöhten Abschreibung der Investitionen, die für diese beiden Bohrplätze getätigt wurden.

Am Ende trennt man sich nun vom CEO Robert Gardner und übernimmt dessen Anteile an CCE, wodurch der DRAG-Anteil von 80% auf 88,5% ansteigt. Für die DRAG-Aktionäre ist dies positiv, da auch bei CCE unterm Strich richtig gutes Geld verdient wird bei aktuellen Ölpreisen jenseits der Marke von $60.

Dienstag, 2. Januar 2018

2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen...

In meinem Jahresrückblick "2017 im Rückspiegel: Was trumpelt so laut durch Nacht und Wind..." habe ich mich mit den Entwicklungen des letzten Jahres befasst und dieser Jahresausblick auf 2018 schließt hier nahtlos an.

Nach einer Reihe von Allzeithochs bei weltweit führenden Aktienindizes wie Dow Jones, S&P 500, NASDAQ, DAX, MDAX, und vielen mehr dürfte auch 2018 eher positiv starten, denn die Haupttriebfeder der steigenden Aktienkurse sind niedrige Zinsen und die Aussicht auf höhere Unternehmensgewinne. Und gerade letztere schüren die Phantasie, denn Donald Trump hat nach mehr als einem Jahr im Amt seinen ersten großen Erfolg feiern können: die große und lang angekündigte Steuerreform.

Und die ändert einiges. Vor allem die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 35% auf 21% wird sich sehr positiv auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken. Denn wenn die Steuerbelastung sinkt, steigt der Jahresgewinn  und entsprechend der Gewinn je Aktie. Ein höheres EPS erzeugt ein niedrigeres KGV und wenn die Unternehmensgewinne durchschnittlich zwischen 15% und 20% ansteigen, haben die Bewertungen der Aktien wieder mehr Luft nach oben. Also die Kurse.

Montag, 1. Januar 2018

Sollte man gerade jetzt Aktien kaufen?

Seit jeher treibt Anleger die Frage um, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Aktien zu kaufen. Und diese Frage stellt sich fast täglich neu, nie scheint wirklich klar zu sein, ob es endlich soweit ist.

Blicken wir auf das vergangene Jahr zurück, notieren viele Börsenindizes nahe ihren Allzeithöchstständen. Und daher tendieren viele Anleger dazu, Gewinne mitzunehmen und damit ihre Börsenerfolge des Vorjahres zu sichern. Doch ist das wirklich eine sinnvolle und gewinnbringende Strategie?

Weltuntergangsapologeten gibt es immer. Die Marc Fabers ("Dr. Doom") dieser Welt werden nicht müde zu verkünden, ein gewaltiger Crash stehe unmittelbar bevor und würde alles und jeden an der Börse mit in den Abgrund reißen. Doch "Dr. Doom" vertritt diese Ansicht jedes Jahr, teilweise sogar mehrfach. Schaut man auf die Börsen, dann sieht man schnell, dass er damit fast immer falsch liegt. Die Kurse steigen, langfristig betrachtet, nur alle 8 bis 10 Jahre gibt es wirklich einen "fetten Crash". Dann liegt "Dr. Doom" richtig. Alle 10 Jahre. In der restlichen Zeit hat er kein Geld verdient und wer ihm folgte, auch nicht. Während alle anderen an der Börse große Gewinne einstreichen konnten. Jedenfalls, wenn sie sich denn nicht allzu dumm angestellt haben...

Doch was bedeutet das für uns heute? Werden die Kurse steigen oder werden sie fallen, wohin tendieren die Börsen in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren?

Börsenweisheit der Woche 01/2018

"Der Markt ruiniert immer die Schwachen, nämlich die Investoren, die keine fundierten Überzeugungen haben."
(Victor Niederhoffer)