Samstag, 31. März 2018

Benjamin Graham lehrt: Geduld ist die oberste Tugend des Investors!

Beim Erwerb von Aktien das richtige Timing zu erwischen, ist fast unmöglich. Daher sollte man es gar nicht erst versuchen. Ist man von einem Unternehmen überzeugt und bekommt man die Aktien zu einem guten Preis, sollte man zugreifen. Und die Aktien halten, auch wenn der Kurs erst einmal fallen sollte.

Denn sobald man Aktien erworben hat, ist man darauf angewiesen, dass andere ihren Wert erkennen und ebenfalls kaufen. Sonst steigen die Aktienkurse ja nicht, denn sie basieren auf Angebot und Nachfrage. Man kann aber nicht beeinflussen, ob und wann andere Anleger den wahren Wert des Unternehmens erkennen und dessen Aktien kaufen. Daher sollte man seine eigene Einschätzung nicht vom Aktienkurs abhängig machen und auch nicht nervös werden, wenn der Kurs einige Zeit - manchmal Jahre - benötigt, um auf seinen fairen Wert zu steigen.

»Geduld ist die oberste Tugend des Investors.«
(Benjamin Graham)

Der üblichste Fehler der Anleger ist es, heißen Nachrichten und anspringenden Kursen hinterherzulaufen. Aber das funktioniert nicht, denn damit bezahlt man nur die Kursgewinne der Anderen. Denn nachdem der Kurs einen Luftsprung gemacht hat, konsolidiert er meistens einige Zeit. Und die Anleger, die nur wegen der heißen Nachrichten in die Aktien gestürmt sind, kriegen kalte Füße, wenn die Kurse nicht mehr weiter steigen - und verkaufen wieder. Nicht selten mit Verlust.

Donnerstag, 29. März 2018

Peter Lynch mahnt: Stopp-Loss-Orders sind als Absicherung einfach unsinnig!

"Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen" lautet eine in korrigierenden Marktphasen gerne zitierte Börsenweisheit und sie klingt nicht nur sinnvoll, sie ist es auch. Schon Warren Buffetts Regel Nummer 1 lautet: "Niemals Geld verlieren", auch das klingt nur vernünftig. Der Teufel liegt aber, wie so oft, im Detail. Oder genauer gesagt in der Anwendung. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass niemand weiß, wohin sich die Börsenkurse entwickeln werden, alles beruht alleine auf Annahmen und Einschätzungen. Und zwar nicht nur unsrer eigenen, sondern der von allen Marktteilnehmern.

Daher hat irgendjemand mal den Stop-Loss erfunden, eine automatisierte Verkaufsorder, die vor (weiteren) Kursverlusten schützen soll. Auch das klingt wieder vernünftig, ist aber beim zweiten Hinsehen eher eine Mogelpackung mit weiteren Nebeneffekten.

»Es ist ganz einfach unsinnig, sich auf Stopp-Orders als Absicherung gegen Kursverfälle zu verlassen, ebenso wie auf künstlich gesetzte Kursziele in Aufwärtsphasen.«
(Peter Lynch)

Was bewirkt eine Stopp-Loss-Order eigentlich?
Der Durchschnittsanleger denkt, mittels einer Stopp-Loss-Order würde er sich einen garantierten Mindestverkaufspreis für seine Aktien sichern. Fällt der Aktienkurs auf den Stopp-Loss, wird automatisch verkauft. So weit, so klar. Oder eben unklar. Denn es wird nicht, wie gemeinhin angenommen, zu diesem Stopp-Loss-Kurs verkauft! Es wird beim erreicht der Stopp-Loss-Marke lediglich eine unlimitierte Verkaufsorder ausgelöst. Soll heißen: wenn die Aktien einbrechen und den Stopp-Loss-Kurs erreichen, werden sie auf den Markt geschmissen, zu jedem Preis!

Montag, 26. März 2018

Warren Buffett rät: Ignoriere kurzfristige Unternehmensergebnisse, investiere langfristig!

Es ist Berichtssaison und die Wall Street wird heftig durchgeschüttelt, weil etliche Unternehmen mit ihren Quartalsergebnissen die Erwartungen des Marktes und/oder der Analysten nicht ganz erreichen bzw. teilweise auch recht deutlich verfehlen. Das muss ein schlechtes Zeichen sein, sollte man meinen, und doch sollten gerade langfristig orientierte Value-Anleger sich der Worte Warren Buffetts erinnern und genauer hinsehen.

»Solange unsere Investments in jedem Jahr 15 Prozent zulegen, mache ich mir um Quartalszahlen keine Sorgen.«
(Warren Buffett)

Damit meint das "Orakel von Omaha", dass Quartale zu kurze Zeitspannen sind, um die Entwicklung eines Unternehmens exakt zu planen und zu bewerten. Liegen ein paar Feiertage mehr auf Wochentagen in dem Quartal oder verschiebt sich ein größerer Zahlungseingang um wenige Tage, kann dies das Quartalsergebnis beeinflussen, ohne dass es für das Jahresergebnis wirklich Relevanz hätte. Deshalb liest Warren Buffett keine Quartalsberichte, er schwört auf den jährlichen Geschäftsbericht und den darin mit enthaltenen Lagebericht des Vorstands. Und er geht sogar noch weiter, indem er Anlegern rät, nicht nur auf ein Jahr zu schauen, sondern sich mindestens vier, fünf Jahre vorzunehmen, um ein Gespür für das Unternehmen und seine Geschäfte zu bekommen.

Börsenweisheit der Woche 13/2018

"Kursgewinne entstehen zwischen dem Kauf und dem Verkauf von Wertpapieren. Sonst machst du was falsch."
(Michael C. Kissig)

Freitag, 23. März 2018

Charlie Munger rät zu Buy & Hold: Du verdienst kein Geld mit traden, sondern mit abwarten!

Charles Thomas Munger ist der kongeniale Geschäftspartner von Warren Buffett und beide setzen seit jeher bei ihren Investments auf Buy & Hold. Diese Anlagestrategie zielt darauf ab, Wertpapiere langfristig zu halten, womit das Risiko durch die Schwankungen an den Märkten gesenkt und die Erfolgsaussicht auf hohe Renditen erhöht werden.

Historische Daten belegen für für den S&P 500 zwischen 1926 und 2010 eine durchschnittliche jährliche Aktienrendite von 9,7 Prozent, während Staatsanleihen nur 5,6 Prozent p.a. brachten. Dabei unterliegen die Kurse in einzelnen Jahren durchaus heftigen Schwankungen, die auch schon mal 50 Prozent und mehr ausmachen können. Auch in diesen Phasen kann und sollte man nicht panisch verkaufen und versuchen, den Markt zu timen. Mit Geduld und Ruhe hat man in den letzten 90 Jahren jedenfalls nichts falsch gemacht am Aktienmarkt. Denn die durchschnittliche Überrendite von 4 Prozent pro Jahr erzielte man durch Nichtstun.

Donnerstag, 22. März 2018

Benjamin Graham rät: Kaufe Aktien, als würdest Du das ganze Unternehmen kaufen

Erfolgreiche Value Investoren wie Benjamin Graham und Warren Buffet legen großen Wert auf die langfristige Ausrichtung der Geldanlage, das langfristige Investieren in Unternehmen. Damit setzen sie sich ganz bewusst ab von der Vielzahl an Anleger, die zunehmend Aktien als Roulette-Chips missbrauchen, als Spekulationsobjekte. Weshalb ist aber diese Unterscheidung in Investieren und Spekulieren so entscheidend?

Das liegt vor allem an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Börsenkurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler. Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine überragende Performance zu erzielen.

»Kaufe eine Aktie, als würdest Du das ganze Unternehmen kaufen. Strebe nicht nach dem schnellen Dollar. Suche nach Unternehmen, deren Aktien du ein ganzes Leben lang halten kannst.«
(Benjamin Graham)

Im weiteren Sinne kauft man mit dem Erwerb einer einzelnen Aktie ein Unternehmen, jedenfalls einen kleinen Teil davon. Man sollte sich dabei an dem Unternehmen beteiligen, als würde die Firma nicht an der Börse gehandelt, sondern man würde einem Fremden Geld dafür geben, dass man Anteile an dessen GmbH erwerben darf. Dazu muss man zum Notar und nach der Beurkundung des Kaufvertrages wird dieser im Handelsregister eingetragen - und man wird die Anteile nur los, wenn man einen Käufer dafür findet.Das bringt eine psychologisch ganz andere Einstellung zu diesem Investment mit sich, denn man ist also langfristig in dem Unternehmen investiert und an das Unternehmen gebunden.

Mittwoch, 21. März 2018

WashTec: Gewaschen wird immer…

Die Börsen befinden sich in Turbulenzen, so viel ist mal sicher. Ob es sich um den von einigen herbeigeredeten Crash handelt, wird sich erst noch zeigen. Zumindest handelt es sich um eine deutliche Korrektur, denn der DAX gab innerhalb weniger Tage um mehr als 10 Prozent ab.

Einige Mahner weisen darauf hin, dass sich die Börsen seit neun Jahren in einem anhaltenden Kursaufschwung befänden, der ohne nennenswerte Korrekturen ausgekommen sei. Und daher wäre die Zeit einfach reif für einen Crash. Da ist etwas dran. Doch bei näherer Betrachtung nicht wirklich viel. Denn schaut man auf den Verlauf des DAX seit dem Tiefpunkt der Finanzkrise im Jahr 2009, dann findet man in dieser Zeit schnell eine ganze Reihe von scharfen Rücksetzern und in vier Phasen waren diese sogar bemerkenswert: im Sommer 2011 verlor der DAX zwischen Hoch- und Tiefpunkt 34 Prozent und während der zehnmonatigen Korrekturphase von April 2015 bis Februar 2016 ebenfalls knapp 30 Prozent. Und auch die beiden mehrwöchigen Einbrüche im Sommer 2012 und im Herbst 2014 mit jeweils rund 17,5 Prozent waren durchaus spürbare Korrekturen, die mit panikartigen Verkaufswellen einher gingen.

Darüber hinaus gibt es Marktbeobachter, die Börsenphasen nicht vom jeweiligen Tiefpunkt aus berechnen, sondern ab dem Zeitpunkt, als der Index sein vormaliges Hoch überschritt. Für den DAX würde dies bedeuten, dass er erst im Jahr 2013 seine Vorkrisenhöchststände bei 8.000 Punkten überwurden hätte und wir uns nach dieser Lesart erst seit fünf Jahren in einem Bullenmarkt befänden. Was wiederum eine vergleichsweise kurze Zeitspanne wäre und auch unter diesem Aspekt noch keinen Crash als „zwingend erforderlich“ an die Wand malen würde.

Was ist... das Price-Earnings-Growth-Ratio?

Das Price-Earnings-Growth-Ratio (PEG) soll dem traditionellen KGV Dynamik einhauchen (es wird daher auch 'Dynamisches KGV' genannt). Es setzt das KGV ins Verhältnis zum Gewinnwachstum und macht es so zum Kurs-Gewinn-Wachstum-Verhältnis. Als fairer Wert gilt ein PEG von eins, denn dann ist das KGV genauso hoch wie das durchschnittliche Ertragswachstum des Unternehmens. Je kleiner also das PEG, desto günstiger ist der Aktienkurs.

Schnell wachsende Technologiefirmen weisen meist ein deutlich höheres KGV auf als Standardwerte; sie sind daher über das PEG besser zu bewerten. Denn ähnlich wie das KGV greift auch das PEG auf den Gewinn je Aktie zurück. Allerdings nicht auf den eines bestimmten Jahres, sondern auf die Gewinn mehrerer Jahre.

Montag, 19. März 2018

Börsenweisheit der Woche 12/2018

"Der Markt ist ein Pendel, das für immer zwischen unhaltbarem Optimismus (der Aktien zu teuer macht) und ungerechtfertigtem Pessimismus (der sie zu billig macht) schwankt. Der intelligente Investor ist ein Realist, der an Optimisten verkauft und von Pessimisten kauft."
(Jason Zweig)

Mittwoch, 14. März 2018

Mit Jungheinrich und KION vollautomatisch mitverdienen

Die Anlagephilosophie von Peter Lynch lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Kaufe, was du kennst“. Lynch war der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre und übernahm mit nur 33 Jahren den Magellan-Fonds. Dieser wurde das Flaggschiff von Fidelity, da es Lynch gelang, Jahr um Jahr deutlich bessere Renditen einzufahren, als der Gesamtmarkt. Mit Mitte 50 zog er sich dann aus dem aktiven Fondsmanagement zurück und verfasste Bücher über sein Lieblingsthema. Am bekanntesten ist „Der Börse einen Schritt voraus“, in dem er den Anlegern rät, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und auf die Trends in ihrer Umgebung zu achten. So entdeckte er Gilette, den ersten Wegwerfrasierer der Welt. Weil immer mehr Menschen in seiner Umgebung diese Rasierer kauften, erkannte Lynch das große Potenzial. Und kaufte nicht nur selbst die praktischen Rasierer, sondern vorher gleich noch eine große Menge Gilette-Aktien.

Nun könnte man sagen, dass so ein Trend rückwirkend leicht zu erkennen ist, in der Vorausschau dies aber sehr viel schwerer gelingt. Klar, ist so. Wie Mark Twain schon anmerkte, sind Prognosen immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Trotzdem ist es möglich, man muss noch nicht einmal ein Experte sein. Schauen wir mal auf Smartphones. Spätestens als das Iphone auf den Markt kam und plötzlich jeder eines haben wollte, als sich endlose Schlangen vor den Apple-Stores bildeten und die Menschen sogar tagelang vor diesen kampierten, nur um eines der Geräte kaufen zu können, da konnte jeder erkennen, dass hier ein neuer Megatrend ins Rollen kam. Der erste Schritt war also getan, der zweite ist allerdings schon schwieriger.

Montag, 12. März 2018

Börsenweisheit der Woche 11/2018

"Diversifikation begünstigt die Ignoranz."
(William O´Neil)

Mittwoch, 7. März 2018

Wer den Zinseszinseffekt nutzt, wird reich. Alle anderen zahlen drauf...

  Zinseszinseffekt über 30 Jahre betrachtet
Das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Anlage ist die erzielte Rendite. Diese kann aus Zinsen stammen, aus Dividenden oder aus Kursgewinnen. Während man Kursgewinne einfach laufen lassen kann, fließen Zinsen und Dividenden aufs Konto und können dann für andere Zwecke als das Investieren verwendet werden. Es zahlt sich aber aus, diese Ausschüttungen wieder zu investieren, damit sie selbst auch Renditen abwerfen. Das nennt man Zinseszinseffekt. Er besteht darin, dass Zinsen, die aufgrund einer verzinslichen Kapitalanlage am Ende eines bestimmten Zeitraums gutgeschrieben werden, ab Beginn der darauffolgenden Periode die Einlage erhöhen und sich somit in der Zukunft selbst verzinsen.

Beim Investieren wirkt das Prinzip des Zinseszinses in einer ähnlichen Art und Weise. Die von einem Investor erworbenen Vermögensgegenstände generieren Gewinne, werden reinvestiert und produzieren zukünftig mehr Gewinn. Und je mehr Zeit man dem Zinseszinseffekt gibt, desto gewaltiger wird seine Kraftentfaltung, denn das Zinseszinswachstum macht aus einem kleinen Betrag einen großen, ganz von alleine.

Der Faktor Zeit ist ganz entscheidend, was an einem Beispiel schnell deutlich wird. Wenn man heute 100.000 Euro in Aktien investiert und 6 Prozent Ertrag annualisiert, hat man nach 30 Jahren fast 575.000 Euro zusammen. Und nach 60 Jahren sind es dann schon etwa 3,3 Millionen Euro. Also konkret: in den ersten 30 Jahren erwirtschaftet der Zinseszinseffekt auf unsere ursprünglich eingesetzten 100.000 Euro satte 475.000 Euro Rendite, in den weiteren 30 Jahren dann nochmals 3,2 Millionen Euro oben drauf. Ja länger wird das Geld und den Zinseszinseffekt für uns arbeiten lassen, desto gewaltiger die Summe, die am Ende dabei herauskommt. Kein Wunder, dass ein Zahlengenie wie Albert Einstein von diesem Zinseszinseffekt dermaßen angetan war, dass er ihn als das achte Weltwunder bezeichnete.

Dienstag, 6. März 2018

Covestro: Hier stimmt die Chemie einfach...

Es war einmal ein deutscher Chemiekonzern, der wollte sich vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan wandeln. Also begann er, vermeintlich hässliche Teilbereiche abzuspalten, um vom Chemiekonzern zu einem Life-Science-Unternehmen zu werden. Und dies ist seine Geschichte. Obwohl er eigentlich gar nicht die Hauptrolle in unserem Börsenmärchen spielt…

Die Rede ist natürlich von Bayer und nachdem bereits im Jahr 2004 die ehemalige Polymersparte abgespalten und später unter dem Namen Lanxess an die Börse gebracht wurde, folgte im Herbst 2015 die auf Kunststoffe spezialisierte Sparte MaterialScience, die heute unter dem Namen Covestro im Mittelstandsindex MDAX notiert.

Und sowohl Lanxess als auch Covestro laufen seit ihrer Eigenständigkeit der Bayer-Aktie den Rang ab. Was Börsenkenner allerdings nicht wirklich verwundert, denn Spin-offs sind überwiegend erfolgreich. Obwohl man eigentlich denken sollte, dass so eine Abspaltung eines großen Konzerns keine aussichtsreiche Zukunft haben dürfte, da der Konzern ansonsten diese Sparte ja selbst behalten hätte. Doch die Gründe für die Abspaltung können vielfältig sein und daher sollte man sich von diesem Vorurteil lösen und sich lieber das neue Unternehmen separat anschauen.

Montag, 5. März 2018

Börsenweisheit der Woche 10/2018

"Die meisten Leute verdienen an der Börse kein Geld, weil sie dem Gefühl den Vortritt vor dem Verstand lassen."
(Wieland Staud)

Freitag, 2. März 2018

Warren Buffett und der unterschätzte Mehrwert von Aktienrückkäufen

"Einfallslos und langweilig" sind die nicht selten zu vernehmenden Einschätzungen, wenn Unternehmen Aktienrückkaufprogramme verkünden. Der freie Cashflow solle doch lieber im eigenen Unternehmen investiert werden, in die Entwicklung neuer Produkte oder gezielt in Zukäufe. Und diese Sichtweise hat durchaus etwas für sich, sofern das Unternehmen etwas Sinnvolles mit dem Geld anstellt.

Nicht selten werden aber Zukäufe getätigt, die sich dann als Rohrkrepierer erweisen und unter dem Strich das Geld der Aktionäre vernichten. Oder so teuer sind, dass sie in absehbarer Zeit eigentlich keine Rendite einfahren können. Abschreckende Beispiele gibt es zuhauf, wie die Time Warner Übernahme durch AOL oder das Skype-Experiment von Ebay, die Pleite von Rupert Murdochs News Corp. mit MySpace oder die gescheiterte Rover-Übernahme durch BMW. Ganz zu schweigen von dem traurigen Einkaufsmix, den sich Yahoo über die Jahre zusammenschustert und der nie zu einer erfolgreichen Strategie geführt hat. Konsequenz ist, dass man sein Stammgeschäft nun an Verizon verkauft hat und dass Yahoo nur noch eine Holding für die Alibaba-Beteiligung und den Anteil an Yahoo Japan. Passend dazu ist neue Firmenname Altaba ist eine einfallslose Verquickung aus "Alternative" und "Alibaba". Was für ein Trauerspiel für diesen Internet-Pionier, der die Internetsuche noch vor Google beherrschte - und sich dann die Butter vom Brot nehmen ließ, weil man sein Kerngeschäft zugunsten vermeintlicher Wunderideen vernachlässigte.

Wie man anhand dieser Beispiele sehen kann, fahren Aktionäre unter Umständen besser, wenn die liquiden Mittel des Unternehmens in die eigenen Aktien investiert werden, als irgendetwas Dummes mit dem Geld anzustellen. Doch auch Aktienrückkäufe sind kein Selbstgänger, die immer Mehrwert für Aktionäre schaffen. Es kommt eben drauf an...