Dienstag, 31. Juli 2018

Unterstützenswerte Petition: Kursgewinne nach 5 Jahren steuerfrei stellen!

Mit Einführung der Pauschalversteuerung auf Dividenden und Zinsausschüttungen wurde auch eine äußerst sinnvolle Steuerregelung gestrichen. Denn bis dahin konnten Anleger Kursgewinne steuerfrei vereinnahmen, wenn zwischen An- und verkauf mindestens 365 Tage vergangen waren. Dies schuf für Privatanleger einen nicht unwichtigen Anreiz, ihre Aktien über einen längeren Zeitraum zu halten und nicht nach kürzester Zeit wieder zu verkaufen.
Die Abschaffung hat vor allem den Brokern/Banken genützt, denn diese kassieren bei jeder Order Gebühren/Provisionen. Und die Börsenplätze natürlich ebenfalls. Der Gedanke, den langfristigen Vermögensaufbau zu unterstützen, den der Staat sogar mit Zulagen auf Vermögenswirksame Leistungen unterstützt, scheint man hier leider völlig au den Augen verloren zu haben. Doch nun gibt es vielleicht Abhilfe...

Finanzinvestor KKR: Geläuterte Barbaren erzielen heute zivilisiert(er) hohe Renditen

Finanzinvestoren haben einen schlechten Ruf. Den haben sie sich auch redlich verdient, allerdings ist das rund 30 Jahre her. Allen voran ist hier der US-Gigant Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR, WKN: A1C10P) zu nennen, der Ende der 1980er Jahre mit der feindlichen Übernahme des Tabak- und Nahrungsmittelkonzerns RJR Nabisco Schlagzeilen machte und es in dem Buch "Barbarians At The Gate - The Fall Of RJR Nabisco" zu unrühmlicher Berühmtheit brachte. Es war die Blütezeit der fremdfinanzierten Übernahmen (Leveraged Buyouts, LBOs) und dank der Junkbond-Maschinerie von Michael Milken von Drexel Burnham war kein Konzern mehr sicher vor einer Übernahme. Auf einmal konnten die Kleinen ganz einfach die Großen schlucken! Es war die Zeit schier unerschöpflichen Geldes, nur dass Junkbonds ("Ramschanleihen" oder freundlicher: Hochzinsanleihen) zweistellige Renditen abwarfen und die "Corporate Raiders" die enormen Schulden schnellstmöglich dem übernommenen Unternehmen aufbürdeten, das diese dann aus seinem Cashflow abbezahlen musste. Was unweigerlich zu Massenentlassungen und zum Filetieren des Übernahmeopfers führte. Michael Douglas verkörpert in seiner Rolle Gordon Gekko in Oliver Stones Epos "Wall Street" jenen Typ des gewissenlosen Corporate Raiders, der auch dank Insiderinformationen unermessliche Reichtümer anhäufte.

Der ausufernde Insiderhandel erschütterte Ende der 1980er Jahre die Wall Street und führte zu spektakulären Verhaftungen und hunderten Millionen Dollar an Strafzahlungen. So gut wie jede führende Wall Street-Adresse war mehr oder weniger involviert: Goldman Sachs, Lehman Brothers, Bear Stearns, Morgan Stanley, Drexel Burnham, Bankers Trust, Salomon Brothers, Ivan Boesky, Michael Milken (Lesetipp hierzu: "Club der Diebe" von James B. Stewart). KKR allerdings nicht. Und vermutlich ist es der vielen negativen Publicity mindestens ebenso sehr zu verdanken wie der verschärften Gesetzgebung, dass sich KKR von der anfänglich allesfressenden Raubkatze zum weitgehend stubenreinen Salontiger gewandelt hat. Wenngleich man dem Schnurren nicht zu sehr trauen sollte, denn seine Krallen hat KKR noch immer, auch wenn man diese nicht mehr so häufig einsetzt. Denn es geht ums Business, um Rendite. Und dabei ist KKR heute erfolgreicher als jemals zuvor, so dass ein Blick auf das Unternehmen lohnen dürfte. Auch und wegen des gerade erreichten Allzeithochs...

Montag, 30. Juli 2018

Warren Buffett rät Anlegern zum Diversifizieren. Aber nicht zu sehr...

Die Börse lebt von Extremen, Langeweile und Ruhe sind ihr zuwider. Und damit befriedigt sie die Bedürfnisse des Menschen nach Abwechslung, nach Aufregung - und seine Gier. Investoren sollten sich bei ihren Investmententscheidungen dieser Gefühle entledigen und sie vielmehr für ihre eigenen Vorteile nutzen. Denn wenn Panik herrscht, werden auch die besten Aktien zu Ausverkaufspreisen auf den Markt geworfen und wenn Gier vorherrscht, erzielen auch Ramsch-Titel ungeahnte Preise.

»Die Märkte können länger irrational bleiben, als du solvent.«
(John Maynard Keynes)

Die Börse ist alles, nur nicht rational. Und da Übertreibungen auch lange anhalten können, sind sie auch dazu geeignet, Anlegers Geldbörse stark zu schrumpfen. Daher ist es wichtig, seine Anlagen zu streuen, um das Risiko eines Totalverlusts zu verringern. Denn man sollte nicht zuerst nach den Chancen sehen, sondern zuvorderst die Risiken bedenken.

Börsenweisheit der Woche 31/2018

"Nur die Rendite zählt."
(Gottfried Heller)

Sonntag, 29. Juli 2018

PennantPark Investment: Buchwert-Schnäppchen mit fast 10% Dividendenrendite und Öl-Kick

In meinem Dividendendepot setze ich auf hoch rentierliche Business Development Companies (BDCs). Die dahinter liegende Strategie hatte ich vor knapp einem Jahr ausführlich erläutert und vor einiger Zeit auch ausgeführt, weshalb ich dabei sogar in begrenztem Umfang auf einen Wertpapierkredit zurück greife.

BDCs profitieren gleich von mehreren Entwicklungen: zum einen durch die US-Steuerreform, dann durch die Aufweichung der Kreditbeschränkungen und zusätzlich noch durch das steigenden Zinsniveau in den USA, da die meisten BDCs den Großteil der von ihnen ausgegebenen Mittel mit variablen Konditionen versehen haben.

Nachdem im Februar und März der BDC-Sektor deutlich unter Druck geraten war, konnten sich die Kurse wieder kräftig erholen und es fällt schwer, hier noch günstige Aktien zu finden. Kürzlich hatte  ich bei TPG Specialty Lending (TSLX, WKN: A1XF0Q) zugeschlagen, die ich für sehr aussichtsreich positioniert und attraktiv bewertet halte.

Aus Mangel an preisgünstigen Alternativen war ich fast soweit, meinen Bestand bei Gladstone Capital (GLAD, WKN: 797937) aufzustocken. Doch da geriet mir PennantPark Investment (PNNT, WKN: A0MVG5) auf den Schirm, das Schwesterunternehmen von PennantPark Floating Rate Capital (PFLT, WKN: A1JQAB), welches ich ebenfalls im Depot habe. Und wie GLAD weist PNNT ein überdurchschnittlich hohes Engagement im US-Öl-Sektor auf, was Chancen, aber auch Risiken birgt. Da der Aktienkurs fast 20% unterhalb des Buchwerts notiert, war mein Interesse geweckt...

Freitag, 27. Juli 2018

KION Group: Antizyklische Einstiegschance mit einem Schuss Übernahmephantasie

Bei der KION Group (WKN: KGX888) lief es zuletzt nicht mehr ganz so rund, wie man auch am Aktienkurs ablesen kann. Gestern gab es nun eine Umsatzwarnung und das schickt die Aktie weitere 10% in den Keller.

Irgendwie unverständlich, denn der Vorstand bekräftigte seine Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr, weil er sich sicher ist, die vorübergehenden kleineren Schlaglöcher im Jahresverlauf ausbügeln zu können. Als zyklischer Wert ist KION natürlich besonders von der konjunkturellen Lage abhängig und die sich zuspitzenden Handels- und Zollkonflikte dürften das eigentliche Problem sein, so dass Anleger die gestrige Meldung eher als willkommenen Anlass zur Depotbereinigung genutzt haben, als dass er fundamental (gut) begründet wäre.

Doch auf dem aktuellen Kursniveau von 56 Euro könnte sich der Einstieg (wieder) lohnen, denn KION ist - wie auch Wettbewerber Jungheinrich (WKN: 621993) - sehr gut aufgestellt und ein großer, wenn auch indirekter, Profiteur des Onlinehandels. Und dann gibt es da noch diese chinesische Komponente...

Bekommt die Naspers-Aktie jetzt endlich den verdienten Rückenwind?

Der südafrikanische Medien- und Internetkonzern Naspers Ltd. (WKN 906614) ist Afrikas größtes Unternehmen und macht im Johannisburger Aktienindex stolze 19% aus. Das allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern weil man clever genug war, sich in einer ganz frühen Phase an dem jungen chinesischen Unternehmen Tencent zu beteiligen. Der Anteil am heutigen Internetgiganten wurde unlängst um einige Prozente reduziert, Naspers hält aber immer noch rund 31% an Tencent. Doch notiert der eigene Aktienkurs knapp 40% unterhalb des Kurswertes dieses Tencent-Anteils und der übrigen Assets von Naspers.

Daher sieht sich der Naspers-Vorstand zunehmender Kritik von Aktionären ausgesetzt, sich endlich um eine Reduzierung des enormen Abschlags auf den Buchwert zu kümmern. Ich war im Dezember 2017 bei Naspers eingestiegen, als die ersten Bemühungen sichtbar wurden und jetzt hat Naspers die nächste viel versprechende Runde eingeläutet...

Amazon bleibt einfach unfassbar!

Der Online-Handelsgigant Amazon (WKN: 906866) hat es wieder getan, er hat die Gewinnerwartungen im zweiten Quartal deutlich übertroffen. Dabei gibt es nicht Wenige, die auf eine Enttäuschung gesetzt und sich - wie bereits vor drei Monaten - kräftig verzockt haben, als Amazon die Märkte schockte. Und die Konkurrenz.

Und nun das: während Amazon beim Umsatz leicht hinter den Markterwartungen zurückblieb (Punktlandung in den USA, im Rest der Welt wohl auch währungsbedingt etwas darunter), konnte der Gewinn verzwölffacht werden! Während die Umsatzerlöse um 39% auf $52,9 Mrd. Dollar stiegen und damit etwas weniger stark als im ersten Quartal, legte der Gewinn von $197 Mio. im Vorjahresquartal auf nun $2,53 Mrd. rasant zu. Und das trotz der weiterhin enormen Investitionen, die Amazon in sein Geschäft pumpt.

Doch auch wenn Amazon der größte Onlinehändler der westlichen Hemisphäre ist, die Gewinne macht erzielt er woanders...

Donnerstag, 26. Juli 2018

Was ist... eine Collateralized Loan Obligation (CLO)?

Collateralized Loan Obligations (CLOs) sind verbriefte Unternehmenskredite und gehören damit zu den strukturierten Finanzprodukten. Die haben bekanntlich seit der Finanzkrise 2008/2009 einen ganz miesen Ruf. Allerdings haben CLOs nichts mit den damaligen Problemauslösern zu tun, den "Ramsch-Krediten", also jenen fast schon Ausfall gefährdeten Immobilienfinanzierungen, die zusammengefasst und an gutgläubige Investoren weiterverkauft wurden.

Dennoch sind CLOs damals ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden, obwohl es kaum Ausfälle zu verzeichnen gab. Ihr Markt ist allerdings ziemlich illiquide und während der Finanzkrise traf ein in die Höhe schnellendes Angebot auf eine kaum mehr vorhandene Nachfrage. Mit der Folge, dass die Kurse zusammenbrachen und der Markt austrocknete. Schlecht für die Investoren, die schnell an ihr Geld wollten, grundsätzlich unerheblich für alle anderen, insbesondere die Unternehmen, denen das Geld zur Verfügung gestellt worden war.

In einer CLO werden bis zu 90 verschiedene Unternehmenskredite zusammengefasst (das ist die sog. Strukturierung) und dann Investoren zur Beteiligung angeboten. Diese können so in den höher verzinsten Markt der Unternehmensfinanzierungen einsteigen, ohne den Unternehmen direkt Geld leihen zu müssen. Die komplette Abwicklung, das Forderungsmanagement usw., wird vom CLO-Manager übernommen, wofür dieser natürlich eine Entlohnung erhält. Ein weiterer Vorteil ist, dass die CLOs das Risiko streuen, indem sie verschiedene Unternehmen, Branchen und Laufzeiten enthalten. Gegenüber einem Investment in klassische Unternehmensanleihen bieten CLOs den Vorteil, dass sie eine höhere Sicherheit aufweisen, da sie in der Regel mit den Unternehmenswerten besichert sind. Die sog. Wiedergewinnungsrate möglicher Ausfälle (also die Recovery Rate) liegt so etwa bei 60 bis 70 Prozent und bietet einen zusätzlichen Risikopuffer.

Der Reiz für Investoren liegt darin, dass sie mit CLOs deutlich bessere Renditechancen wahrnehmen können als sie sonst am Kapitalmarkt für ihre Anlagen erzielen. Durch externe Ratings und die Verwaltung durch professionelle CLO-Manager sinkt das Risiko nochmals ggü. einem Direktinvestment. Und zu diesen Investoren gehören u.a. auch einige Business Development Companies (BDCs)...

Dienstag, 24. Juli 2018

Der etwas andere Rentenplan: Steter Dividendenstrom aus Business Development Companies

Die staatliche Rente ist die Altersabsicherung Nummer eins in Deutschland und viele der Älteren haben noch die Worte des früheren Arbeitsministers Norbert Blüm im Ohr, als er sagte: „Die Rente ist sicher“. Das stimmt, auch heute noch. Allerdings gilt das nicht für die Höhe der Rente und das ist der Knackpunkt. Denn viele haben während ihres Arbeitslebens zu wenig eingezahlt und erhalten dann im Alter einen so niedrigen Rentenbetrag, dass es zum Leben kaum reicht; schon gar nicht, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Abrutschen in die Grundsicherung.

Daher wurde schon vor mehr als 15 Jahren immer stärker auf die private Altersversorgung gesetzt und mit der Riester-Rente ein staatlich subventionierter Moloch geschaffen. Doch die Kosten sind hoch und fressen die staatlichen Zuschüsse wieder auf, während die erzielten Renditen niedrig sind. So niedrig, dass ein Gericht gerade erklärte, Riestersparer müssten auch eine negative Verzinsung in Kauf nehmen. Im Klartext heißt das, man zahlt Geld ein und am Ende bekommt man nicht nur keine Zinsen auf das Geld, das durch die Inflation auch noch weniger wert ist, sondern auf das angesparte Geld werden einem auch noch Zinsen abgezogen! Ein bürokratischer Molloch verreckt im Renditetal und der Leidtragende ist mal wieder der Durchschnittsbürger.

Allerdings hat die Riester-Rente dann doch einen (kleinen) positiven Effekt: die Riestersparer haben wenigstens überhaupt Geld fürs Alter zurückgelegt. Das wird ihnen etwas helfen, aber es reicht leider nicht, um die immer größer werdende Rentenlücke aufzufüllen. Doch es gibt andere Möglichkeiten, gute und schlechte...

Montag, 23. Juli 2018

Börsenweisheit der Woche 30/2018

"Offensichtlich muss man nicht in der Lage sein, den Aktienmarkt vorherzusagen, um mit Aktien wirklich Geld zu verdienen."
(Peter Lynch)

Sonntag, 22. Juli 2018

TPG Specialty Lending: Top Aussichten und fast 10 Prozent Dividendenrendite

In meinem Dividendendepot setze ich auf hoch rentierliche Business Development Companies (BDCs). Die dahinter liegende Strategie hatte ich vor knapp einem Jahr ausführlich erläutert und vor einiger Zeit auch ausgeführt, weshalb ich dabei sogar in begrenztem Umfang auf einen Wertpapierkredit zurück greife.

BDCs profitieren gleich von mehreren Entwicklungen: zum einen durch die US-Steuerreform, dann durch die Aufweichung der Kreditbeschränkungen und zusätzlich noch durch das steigenden Zinsniveau in den USA, da die meisten BDCs den Großteil der von ihnen ausgegebenen Mittel mit variablen Konditionen versehen haben.

Nachdem im Februar und März der BDC-Sektor deutlich unter Druck geraten war, konnten sich die Kurse seitdem wieder kräftig erholen. TPG Speciality Lending (TSLX, WKN: A1XF0Q) notiert allerdings weiterhin prozentual zweistellig unterhalb der Kurse von Ende 2017 und ich habe dies zur Aufstockung meines Bestands genutzt. Denn TSLX weist ein überaus attraktives Chance-Risiko-Verhältnis auf und dürfte einiges Nachholpotenzial haben.

Freitag, 20. Juli 2018

"Value Investing ist simpel, aber nicht einfach". Was will Buffett uns damit sagen?

Das Bonmot "Value Investing ist simpel, aber nicht einfach" von Investorenlegende Warren Buffett bringt das Dilemma auf den Punkt: das Grundprinzip des Value Investings ist nicht schwer zu verstehen, es aber anzuwenden, seine Elemente richtig umzusetzen, hingegen schon. Denn sie prallen auf das menschliche Verhalten und das ist (leider) völlig anders konditioniert, als es für Langfristanleger gut ist. Und Value Investing ist nichts anderes, als langfristige Investitionen in beständige, ertragsstarke Unternehmen, die zu einem attraktiven Aktienkurs zu kaufen sind.

»Aktien sind einfach. Man kauft bloß Anteile an einem großartigen Unternehmen mit höchst integerem und fähigem Management für weniger als seinen inneren Wert. Dann behält man diese Anteile für immer.«
(Warren Buffett)

Dies sind die drei Kernelemente, die passen müssen für ein gutes Investment. Im Prinzip ist das schon alles:

»Good business, good management, good price.«
(Warren Buffett)

Good Business
Als Aktionär erwirbt man nicht bloß Aktien, man beteiligt sich an einem Unternehmen. Daher ist es entscheidend, dass dieses über ein erprobtes Geschäftsmodell verfügt, am besten über eine monopolartige Marktstellung und/oder eine Wettbewerbsposition, die Konkurrenten nicht oder nur schwer einnehmen könnten. Und es muss damit gute Geschäfte machen, also eine anständige Eigenkapitalrendite aufweisen, wobei stetig steigende Dividendenausschüttungen ebenfalls positiv zu werten sind.

Dienstag, 17. Juli 2018

Buy & Hold: Geh den Weg des Warren Buffett und investiere erfolgreich(er)

Warren Buffett liebt und lebt das Prinzip des Buy & Hold, des Kaufens und Behaltens. Seine bevorzugte Anlagedauer sei für immer, hat er öffentlich verkündet. Und wenn man sich die größten Positionen in dem Portfolio seiner Investmentholding Berkshire Hathaway ansieht, so sind sie teilweise seit Jahren und Jahrzehnten unverändert: Wells Fargo, American Express, Coca Cola. Auch seine im lukrativen Duracell-Deal eingetauschten Procter & Gamble-Aktien hielt er weit mehr als 10 Jahre - sie resultierten aus seinem Einstieg bei Gillette, die dann später von P&G übernommen wurden.

Seine Einstellung zum langfristigen Investieren legt Buffett auch immer wieder in seinen Jahresberichten dar, die er den Berkshire-Aktionären und Anlegern weltweit zur Verfügung stellt. Zwei besonders bemerkenswerte Passagen aus Jahresberichten von Mitte der 1990er Jahre möchte ich heute mal aufgreifen und in Erinnerung rufen.

Montag, 16. Juli 2018

Börsenweisheit der Woche 29/2018

"Es braucht drei Bärenmärkte, um zu wissen, was zu tun ist. Der erste löscht dich fast aus, im zweiten lernst du zu überleben und den dritten packst du am Genick und genießt es."
(Crispin Odey)

Sonntag, 15. Juli 2018

Legendäre Investoren: Benjamin Graham, der "Dekan der Wall Street"

Benjamin Graham (* 9. Mai 1894 in London als Benjamin Grossbaum; † 21. September 1976) war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor. Er gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value Investing.

Zwischen 1928 und 1957 lehrte Graham an der Columbia University, wo auch Warren Buffett zu seinen Schülern gehörte. 1934 veröffentlichte Graham gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel für Value-Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis".

Freitag, 13. Juli 2018

Schnäppchenjäger aufgepasst: It's Prime Day - bei Blue Cap!

Die Beteiligungsgesellschaft Blue Cap (WKN: A0JM2M) habe ich ja schon länger auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Nach einer mehrmonatigen Konsolidierungsphase war der Kurs in kurzer Zeit stark gestiegen und konsolidiert nun diesen Kursanstieg. Doch nach dem Hauptversammlung und der Dividendenausschüttung lastet erheblicher Abgabedruck auf der Aktie und viele Anleger fragen sich nach den Gründen. Nun, die kenne ich nicht. Aber ich habe so meine Vermutungen...

Es gibt aktuell Verunsicherung bzgl. der gemeinsamen Zukunft mit der PartnerFonds AG und wie das alles laufen wird. Vielleicht hatte sich der eine oder andere hier mehr Infos auf der Hauptversammlung am Freitag versprochen? Und gestern gab es bei wallstreet-online ein Interview mit Oliver Kolbe, dem CEO von PartnerFonds - auch da ist nicht viel Substanzielles zur Zukunft der Blue Cap-PF-Zukunft herauszulesen. Das ist aber auch nicht wirklich wichtig! Denn die Aussagen von Blue Cap waren eindeutig...

Donnerstag, 12. Juli 2018

Börsenlegende Philip A. Fisher: Erfolgreicher Growth-Investor, Buffett-Inspirator und Wegbereiter des Quality Investings

Philip Arthur Fisher (* 8. September 1907; † 11. März 2004) war ein US-amerikanischer Wertpapieranalyst und Vermögensverwalter. Er litt unter dem Asberger-Syndrom.

Er schrieb drei Bücher über das Investieren, von denen "Common Stocks and Uncommon Profits" ("Die Profi-Investment-Strategie") das wichtigste ist. Fisher setzt sich darin mit den beiden Werken Benjamin Grahams, des "Dekans der Wall Street", auseinander und vertrat die Auffassung, dass der günstige Preis eines Wertpapiers nicht entscheidend sei, wenn ein wirklich hervorragendes Unternehmen mit nachgewiesener Profitabilität und ausgezeichneten Wachstumsaussichten dahinter stünde. Die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens, um sich vor der Konkurrenz zu schützen und ihr voraus zu sein, sowie ein integeres Management waren für Fisher die entscheidenden Merkmale.

Wegbereiter des Quality Investings
Anstatt beim Kauf der Aktien einige Prozente einzusparen, setzte er darauf, dass sich der Aktienkurs entsprechend der Gewinnentwicklung des Unternehmens über Jahre und Jahrzehnte erhöht und vervielfacht. Dabei propagierte Fisher eine möglichst lange Haltedauer der Geschäftsanteile ("Buy&Hold"), während Benjamin Graham eher auf Gewinnmitnahmen setzte.

Im Grunde war Fisher kein reiner Value Investor, sondern verband in seiner Anlagestrategie die Vorzüge des Value Investings mit denen des Growth Investings; er war somit Wegbereiter des Quality Investings. Fishers Ansatz hat die Investmentstrategie von Warren Buffett und Charlie Munger maßgeblich beeinflusst und ist einer der wesentlichen Faktoren für den herausragenden Erfolg ihrer Investmentholding Berkshire Hathaway.

Dienstag, 10. Juli 2018

TTL Beteiligung und Grundbesitz: Auf dem Weg zum Big Player bei Gewerbeimmobilien

Die Aktie der TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG (WKN: 750100) habe ich ja schon einige Zeit auf meiner Empfehlungsliste sowie in meinem Depot und die Entwicklung übertrifft alle Erwartungen. Großaktionär Prof. Dr. Schmidt hat den Umbau der TTL noch schneller umgesetzt, als es abzusehen war und durch mehrere Kapitalerhöhungen - zumeist gegen Sacheinlage - den Anteil an der GEG German Estate Group immer weiter erhöht. Allerdings nie direkt, sondern über das Einbringen und Kaufen von Anteilen an den Gesellschaften, denen die GEG-Anteile gehören.

Seit dem Neustart der TTL vor knapp einem Jahr hält das Unternehmen die Schlagzahl hoch und stockt in kurzen Abständen seine Positionen weiter auf. Der Kurs folgt diesem Ausbau bisher mühelos, obwohl die Beteiligungsstruktur der DIC Asset-Gruppe und der Zwischenholdings mit fast identischen Namen vermutlich auch Profis bisweilen den Überblick verlieren lassen. Und auch ich hatte Schwierigkeiten, den vielen Meldungen noch folgen zu können. Doch damit ist nun Schluss...

Montag, 9. Juli 2018

Börsenweisheit der Woche 28/2018

"Menschen können nur sehr schwer mit der Unsicherheit leben. Um damit fertig zu werden, flüchten sie sich gern in ein falsches Gefühl der Sicherheit, indem sie Sicherheit an die Stelle von Unsicherheit setzen. Daraus entsteht der Herdeninstinkt."
(Bennett W. Goodspeed)

Freitag, 6. Juli 2018

Vectron Systems feuert den Hoffnungsträger: Das war's dann jetzt wohl, oder?

Vectron Systems (WKN: A0KEXC) war ein Highflyer der Börse, weil man mit Coca Cola (WKN: 850663) einen Weltkonzern als Partner gewinnen konnte für seine BonVito-App. Unter dem Namen "GetHappy" sollte nun das große Rad geschwungen werden, doch der Start verzögerte sich immer weiter und liegt inzwischen gut ein Jahr hinter den ersten vollmundigen Ankündigungen.

Zum Jahresanfang kam dann ein neuer, frischer Wind ins Unternehmen, als der Gründer und CEO Thomas Stümmler seinen Posten räumte und in den Aufsichtsrat wechselte. Als neuen CEO und Hoffnungsträger gewann man Oliver Kaltner, der dem ausgepowerten Kassensystemhersteller neue Energie einhauchte. Und eine grundlegend überarbeitete Strategie. Kaltner präsentierte das Unternehmen und seine Vision dann auch auf diversen Kapitalmarktkonferenzen und wurde als durchgehend überzeugend, mitreißend und kompetent wahrgenommen. Der Kurs erholte sich auch schnell von seinen zwischenzeitlichen Tiefstständen und lag bisweilen mehr als 20% im Plus. Doch damit ist jetzt Schluss...

Mittwoch, 4. Juli 2018

Christopher H. Browne mahnt: "Es ist so gut wie unmöglich, mit Markt-Timing zuverlässig Geld zu verdienen!"

Die Börsen schwanken heftig und die meisten Anleger starren gebannt auf die Aktienkurse. Sie denken, "hätte ich mal da bloß verkauft" oder "wäre ich zu dem Zeitpunkt mal eingestiegen".

Doch diese Gedanken sind müßig, weil sie sich mit der Vergangenheit beschäftigen und zeigen, dass wir es nicht mit einem Investor zu tun haben, sondern einem Zocker. Denn er betrachtet die Aktienkurse als Chance, schnell reich zu werden, die Kursschwankungen sind für ihn der Gradmesser. Dabei orientieren sich die erfolgreichen Value Investoren nicht am Kurs, sondern am Wert einer Aktie.

»Es ist so gut wie unmöglich, mit Markt-Timing zuverlässig Geld zu verdienen; es lohnt sich mehr, langfristig zu investieren und Unebenheiten auszuhalten.«
(Christopher H. Browne)

Dienstag, 3. Juli 2018

Das neue Leben des Finanzinvestors KKR & Co.

Den US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. (WKN: A1C10P) hatte ich früher mal im Depot und auf meiner Empfehlungsliste - mit durchwachsenen Ergebnissen. Ich habe ihn dann aber gestrichen, wie auch den größeren Mitbewerber Blackstone Group (WKN: A0MSM5), weil die Rechtsform der Limited Partnership (L.P.) zu erheblichem Ungemach mit dem deutschen Fiskus und ständigen Hin- und Herbuchungen sowie Stornierungen bei den Orders und Dividendenausschüttungen geführt hatte. Leider nicht der beste Ausstiegszeitpunkt, aber für mich damals unvermeidlich.

Von den Tiefstständen Anfang 2016 bei knapp 11 Euro hat sich der Kurs inzwischen glatt verdoppelt. Allerdings war der Absturz zuvor auch heftig gewesen, da KKR besonders stark im US-Öl- und Gasmarkt engagiert war/ist und der Ölpreisabsturz forderte damals seinen Tribut.

Doch KKR &Co. wurde für mich als Investment wieder interessant und und das liegt nicht an der neuen ISIN (US48251W1045), die das Unternehmen seit Anfang Juli ziert, sondern hat viel handfestere Gründe...

Montag, 2. Juli 2018

Welche Auswirkungen hat die Börsengötterdämmerung im Automobilsektor auf Zulieferer wie Aumann, Delignit, H&R, Leoni, MAX Automation, MBB, MS Industrie, Osram und Technotrans?

Der Automobilsektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland: Dreiviertel der Autos werden exportiert, fast 8% der Wirtschaftsleistung Deutschlands geht auf den Automobilsektor zurück, die einen Jahresumsatz von mehr 400 Mrd. Euro erzielt. Das beinhaltet nicht nur die Global Player BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766400), sondern auch die Zulieferbranche, wie Continental (WKN: 543900), Osram (WKN: LED400) oder Schaeffler (WKN: SHA015). Insgesamt sind hier rund 800.000 Menschen beschäftigt. Und die Gewinnwarnungen bei einigen von ihnen zeigen, dass sich hier großes Ungemach zusammenbraut, das seinen Ursprung im aufziehenden Wirtschaftskrieg hat, den Donald Trump dem Rest der Welt aufzwingt. Die US-Steuerreform, die Strafzölle auf Stahl und Automobilimporte zeigen erste negative Wirkungen und gerade die US-Strafzölle auf Autos könnten Deutschlands Wirtschaft hart treffen.

Jenseits der großen DAX-und MDAX-Konzerne gibt es auf dem deutschen Kurszettel eine Reihe von Unternehmen, die im Automobilsektor tätig oder vom ihm abhängig sind. Enige davon habe ich auf meiner Empfehlungsliste, wie Aumann (WKN: A2DAM0), H&R (WKN: 775700), Leoni (WKN: 540888), MAX Automation (WKN: A2DA58), MBB (WKN: A0ETBQ), MS Industrie (WKN: 585518) oder Technotrans (WKN: A0XYGA) und wenn sich das Sentiment einer ganzen Branche eintrübt, wäre es fahrlässig, seine Positionen nicht zu überdenken. Und das habe ich...

Börsenweisheit der Woche 27/2018

"Der Zinseszinseffekt ist kein Argument für oder gegen Dividenden, sondern für das Wiederanlegen der Erträge."
(Michael C. Kissig)

Sonntag, 1. Juli 2018

Gegenwind bei Greiffenberger nimmt wieder zu

Bei der angeschlagenen Beteiligungsgesellschaft Greiffenberger (WKN: 589730) habe ich auf die Übernahme durch Blue Cap (WKN: A0JM2M) gesetzt, nachdem diese eine zehnprozentige Kapitalerhöhung gezeichnet hatte. Das war nötig, weil Greiffenberger sich seit Jahren an der Insolvenz vorbei hangelt und stark überschuldet ist. Nun war Hauptversammlung und das Unternehmen hat keinerlei Aussagen zum Einstieg von Blue Cap oder dem Fortgang der Übernahmegespräche getätigt. Gleichzeitig hat allerdings Blue Cap-CEO Dr. Hannspeter Schubert zuletzt noch bekräftigt, man sei weiterhin in Gesprächen. Jedoch sei Blue Cap nicht an der Greiffenberger AG interessiert, sondern ausschließlich an der einzig verbliebenen Tochter Eberle.

Was mich veranlasst, Greiffenberger von meiner Empfehlungsliste zu streichen, sind allerdings gleich mehrere Faktoren...

Fielmann: Das ist nicht mehr viel, Mann...

Die Optikerkette Fielmann (WKN: 577220) reiht sich ein in die länger werdende Schlange der Unternehmen, die mit Gewinnwarnungen den Markt negativ überraschen. Der Aktienkurs brach darauf hin zweistellig ein auch ich habe meinen Investmentcase überdacht - und musste feststellen, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Ich hatte das "Family-Business mit Durchblick" vor gut einem Jahr auf meine Empfehlungsliste genommen, weil ich davon überzeugt war, dass Fielmann seine Erfolgsgeschichte weiter fortschreiben könnte. Die Menschen werden immer älter und brauchen immer früher eine Sehhilfe; dazu hatte Fielmann begonnen, auch Hörgeräte in seinen Läden anzubieten - sehr clever, denn die kann man kaum über das Internet verkaufen, sondern die müssen ganz individuell angepasst und eingestellt werden. Hierzu kommen die Kunden persönlich in den Laden und damit schlägt Fielmann zwei Fliegen mit einer Klappe, denn die Online-Konkurrenz von Mr. Spex oder Brille24 setzt Fielmann schon zu. Auch wenn deren Marktanteilsgewinne bisher hauptsächlich die kleinen Mitbewerber getroffen haben und nicht Fielmann selbst. Darüber hinaus weitet Fielmann sein Erfolgsmodell auch auf die angrenzenden Staaten aus.

Nun hat Fielmann Zahlen zum ersten Geschäftshalbjahr präsentiert und kam mit einer saftigen Gewinnwarnung um die Ecke...