Montag, 31. Dezember 2018

Was ist... die "Foolish Four" Dividendenstrategie?

Diese Dividendenstrategie wurde ursprünglich von der Investmentseite "The Motley Fool" entwickelt und stellt eine Abwandlung der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie nach Benjamin Graham und insbesondere der "Low Five" Dividendenstrategie nach Michael O'Higgins da.

Es stellte sich heraus, dass sich der Titel mit dem niedrigsten Kurs häufig schlecht entwickelt. Dies könnte daran liegen, dass sich ein Unternehmen in einer schlechten Lage mit einem sinkenden Aktienkurs konfrontiert sieht, während dem entsprechend gleichzeitig  die Dividendenrendite steigt, sofern die Firma die Dividendenausschüttung beibehalten kann. Zwar ist ein substanziell starkes Unternehmen meist in der Lage, die Schwierigkeiten zu überwinden, doch kann sich der Turnaround über Jahre hinziehen und der Aktienkurs lange darnieder liegen.

Aus diesem Grund wird bei den “Foolish Four” nicht einfach nur in die Aktie mit dem niedrigsten Kurs der fünf Werte der “Low Five” investiert...

Was ist... Michael O´Higgins "Low Five" Dividendenstrategie?

Vermögensverwalter Michael O´Higgins beschrieb die "Low Five Dividendenstrategie" erstmals 1991 in seinem Buch "Beating the Dow" und stellte damit eine Abwandlung der "Dogs of the Dow Dividendenstrategie von Benjamin Graham aus den 1930er Jahren vor.

Dieser hatte vorgeschlagen, jeweils zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite auswählen und zu gleichen Geldanteilen kaufen. Nach einem Jahr solle man die Zusammensetzung prüfen und anhand der Kriterien das Depot neu zusammenstellen.

O’Higgins macht es etwas komplizierter, aber auch differenzierter...

Was ist... Benjamin Grahams "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie?

Der Urvater der Fundamentalanalyse und Begründer des Value Investings, Benjamin Graham, gilt als Begründer der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie, die er in seinem Standardwerk "The Intelligent Investor" vorstellte.

Graham hielt Emotionen für den größten Feind eines erfolgreichen Investors und wollte diese durch ein stringentes und einfaches Handlungskonzept ausschalten. Und darüber hinaus setzte er auf Substanzwerte, die ein geringeres Kursrisiko aufweisen und Rückschläge besser verkraften können.

Die "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie folgt einigen wenigen, klaren Regeln...

Börsenweisheit der Woche 53/2018

"Man kann einen Haufen Geld verdienen, indem man in Spin-offs investiert. Die Fakten sind überwältigend. Aktien von Spin-off-Unternehmen übertreffen die Marktdurchschnittswerte signifikant und konstant."
(Joel Greenblatt)

Freitag, 28. Dezember 2018

2018 im Rückspiegel: Rekord, Korrektur, Allzeithoch, Börsencrash - und ein Rekordminus

2018 lief nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte. Und mit diesem Fazit stehe ich vermutlich nicht allein. Mein Jahresausblick auf dieses Jahr lautete "2018 laufen die Börsen weiter. Soweit die Kurse tragen..." und darin hatte ich die Erwartung geäußert, dass die Börsen gut ins Jahr 2018 starten würden, getragen von der US-Steuerreform und den daraus resultierenden höheren Gewinnen der US-Unternehmen.

Im Jahresverlauf hatte ich aufkommende Schwierigkeiten verortet bzgl. der anziehenden Inflation und der auch deshalb steigenden Zinsen in den USA, während es in der Eurozone keine Zinsanhebungen geben würde. Bzgl. der Immobilienpreise hatte ich steigende Mieten und Preise erwartet, bei den Rohstoffen ein anziehen der Preise aufgrund der guten Konjunktur und für Öl (WTI) hatte ich Preise zwischen 50 und 60 Dollar im Jahresmittel erwartet - was auch nicht wirklich daneben lag, auch wenn die Spitzen deutlich außerhalb dieses Bandes lagen und der Ölpreis nach Kursen von gut 75 Dollar im Jahresverlauf nun am Ende bei 45 Dollar notiert. Für Gold hatte ich nicht viel erwartet, was auch so eingetreten ist. Absolut gesehen jedenfalls; relativ betrachtet wäre man mit Gold und Geld in 2018 besser gefahren als mit Aktieninvestments, das steht nun fest. Für Banken war ich sehr negativ eingestellt und was die deutschen/europäischen Banken angeht, lag ich völlig richtig. Die US-Banken stehen hingegen prächtig dar, das habe ich so nicht erwartet bzw. nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Und der große Einbruch bei Anleihen blieb bisher auch aus, trotz der anziehenden Zinsen. Das Damoklesschwert in den Bilanzen der Banken und Versicherungen (und der EZB) schwebt aber weiterhin latent über uns... Und dann war da noch meine Prognose für Bitcoins und Kryptowährungen, die lautete: "Diese Blase wird platzen und eine Reihe von Kryptowährungen in den Abgrund reißen. Zuvor dürften aber noch eine Reihe von Bitcoin-Börsen gehackt werden und/oder einfach ihre Kunden/Anleger abzocken und auch so für Ernüchterung sorgen". Geradezu prophetisch richtig lag ich hier.

Tja, alles irgendwie ziemlich gut getroffen. Und am Ende habe ich doch kräftige Kursverluste einstecken müssen dank der Korrektur im vierten Quartal. Das betraf zunächst vor allem die deutschen Nebenwerte, während die US-Techwerte mein Depot über Wasser hielten. Aber dieser Zwischenstand erwies sich als trügerisch, wie die letzten Wochen zeigten...

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Mein Lese-Tipp: "Der Börse einen Schritt voraus" von Peter Lynch

Peter Lynch war der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre und das wurde er mit dem Value Investment-Ansatz, den auch Benjamin Graham und Warren Buffett verfolgen.

1977 übernahm Lynch bei Fidelity den damals recht unbekannten "Magellan Fonds" mit einem Volumen von gerade einmal 18 Millionen Dollar. Als Peter Lynch 1990 seine Karriere als Fondsmanager beendete, lag das verwaltete Fondsvolumen bei mehr als 14 Milliarden Dollar und er hatte für seine Anleger eine durchschnittliche Jahresrendite von 29,6% erzielt.

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Aber weshalb sollte man nun sein Buch "Der Börse einen Schritt voraus" lesen? Ganz einfach, dieses Buch ist anders, erfrischend anders...

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Charlie Munger lehrt: "Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt."

"Kaufe niedrig, verkaufe nie" hat Warren Buffett mal gesagt und damit die sog. Buy & Hold-Strategie beschrieben. Er wird hiermit seitdem oft bewusst fehlinterpretiert und daher wird der so elementare Grundgedanke hinter seiner Aussage viel zu oft ignoriert. Leider. Dabei weiß der gute Kaufmann, dass der Gewinn im Einkauf liegt und je besser der Einkaufspreis, desto höher ist die Chance auf einen Gewinn. Und umso niedriger ist auch das Risiko, die Ware nicht zu einem guten Preis wieder loszuwerden, also einen Verlust realisieren zu müssen.

Manche Kritiker bezeichnen Buy & Hold als veraltet, antiquiert, unzeitgemäß und als Beleg verweisen sie auf Aktien wie die der Deutschen Telekom. Die hatten Anleger im Jahr 2000 zu Mondpreisen von über €100 gekauft und wer sie noch immer hat, sitzt auf massiven Verlusten von bis zu 85%. Und das nach 18 Jahren und trotz Steter Dividendenzahlungen.

Buy & Hold bedeutet nicht Buy & Forget

Doch "Kaufen & Halten" bedeutet eben nicht, zu jedem Kurs zu kaufen und starrsinnig daran festzuhalten, sondern es bedingt, zu niedrigen Kursen einzusteigen und die Aktien dann nicht (zu schnell) wieder aus den Händen zu geben. Warren Buffett hält einige Aktien in seinem Portfolio bereits seit über 40 Jahren und genau diese Aktien haben ihn zum Multimilliardär und einem der reichsten Menschen der Welt gemacht.

»Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt.«
(Charlie Munger)

Entscheidend ist also, niedrig zu kaufen. Und niedrig ist ein Aktienkurs nach Value-Gesichtspunkten immer dann, wenn der faire Wert des Unternehmens deutlich über dem aktuellen Börsenkurs liegt. In die Suche nach dem richtigen Unternehmen muss man die größte Sorgfalt und die meiste Zeit investieren. Das Analysieren der Aktien ist das A&O beim Investieren, nicht das Kaufen, nicht das Verkaufen...

Dienstag, 25. Dezember 2018

Buffett warnt: Spekuliere niemals auf Kredit, denn Kredit ist wie Sauerstoff!

Fremdfinanzierung ist ein wichtiges und nötiges Treibmittel unseres Wirtschaftssystems. Unternehmen nutzen Fremdkapital, der Staat begibt Anleihen, Privatleute finanzieren Möbel, Autos, Häuser über Kredite. Weshalb sollten Anleger nicht auch auf Kredite zurückgreifen, um an der Börse zu spekulieren? Immerhin gibt es speziell zugeschnittene Wertpapierkredite, bei denen man zu vergleichsweise attraktiven Zinskonditionen Kredit erhält gegen Verpfändung von Wertpapieren. Also eigentlich eine sichere Sache, oder?

»Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. Schon eine kurze Phase ohne Kredit kann ein Unternehmen in die Knie zwingen.«
(Warren Buffett)

Jedenfalls so lange, bis die Aktienkurse zu fallen beginnen. Denn dann sinkt auch der Wert der als Sicherheit hinterlegten Papiere und wenn er unter den des Kreditbetrages fällt, fordert die Bank zum Nachschießen auf (sog. Margin Call). Dann muss man entweder frisches Geld auftreiben, um den Kreditbetrag zu senken, oder Wertpapiere veräußern. Das klingt extrem ungeil. Ist es auch...

Montag, 24. Dezember 2018

Psychologie der Massen: Buffett erklärt, weshalb Lemminge keine guten Anleger sind

Immer wieder erleben wir Korrekturen an den Finanzmärkten, teilweise heftige. Nachdem S&P 500 und DOW vor kurzem noch neue Allzeithochs markierten, sind sie in den letzten Wochen deutlich unter die Räder gekommen und der Dezember 2018 dürfte als zweitschlechtester Börsen-Dezember in die Geschichte eingehen - nach 1931, auf dem Hochpunkt der Weltwirtschaftskrise, als Massenarbeitslosigkeit, Hunger und Massenverelendung herrschten.

Davon ist heute nichts zu spüren, trotz aller Probleme leben heute mehr Menschen in Wohlstand und weniger Menschen als jemals zuvor mussten ihr Dasein unterhalb der Armutsgrenzen fristen. Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich also grundlegend von 1931, nicht aber die Börsenentwicklung. Momentan dominieren also nicht die Fakten das Börsengeschehen, sondern die Emotionen. Und viele Anleger müssen eine der ältesten Lektionen des Börsengeschäfts neu lernen...

Börsenweisheit der Woche 52/2018

"Wir kaufen großartige Unternehmen, weil man relativ leicht herausfinden kann, was wahrscheinlich passieren wird. Aber nicht, wann. Wir wollen uns nicht zu sehr auf das Wann konzentrieren, wir konzentrieren und auf das Was. Denn wenn wir mit dem Was richtig liegen, müssen wir uns über das Wann nicht allzu viele Sorgen machen."
(Warren Buffett)

Freitag, 21. Dezember 2018

Was ist... ein Schwarzer Schwan?

Als Schwarzer Schwan (Black Swan) wird ein unerwartetes Ereignis von enormer Tragweite bezeichnet, das die Finanzmärkte abrupt aus der Bahn werfen kann.

Geprägt hat den Begriff der Publizist und Börsenhändler Nassim Nicholas Taleb in seinem 2007 erschienen Buch "Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. Taleb beschreibt, dass Menschen es sich in einer "Zone des Vorhersagbaren" bequem machen und so extrem unwahrscheinliche Ereignisse kaum eine Rolle in der Risikobetrachtung spielen. Allerdings treten diese häufiger auf, als man annimmt, wie z.B. bei der Subprime-Krise in den USA, der Lehman-Pleite oder dem Tsunami in Japan mit der anschließenden Atomkatastrophe von Fukushima.

Auch wenn es im Nachhinein Anzeichen und Hinweise auf das dann zurückliegende Großereignis gab, so sind diese doch nicht (sicher) prognostizierbar. Und deshalb führen sie bei ihrem Auftreten zu großen Verwerfungen an den Finanzmärkten. Daher sollten Anleger stets risikobewusst agieren und nicht einseitig nur auf die vermeintlichen Chancen bzw. Renditen schauen. Und für alle Fälle immer etwas Cash in der Hinterhand behalten, denn langfristig bringt Liquidität die Rendite!

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Charlie Munger steht auf Focus Investing. Ziel des Investierens sei, Situationen zu finden, wo es sicher ist, nicht zu diversifizieren.

Benjamin Graham war ein großer Befürworter des Diversifizierens. Seiner Überzeugung nach kann eine möglichst breite Streuung im Portfolio das Risiko deutlich reduzieren, Opfer von hochemotionalen Kurseinbrüchen zu werden.

Und Peter Lynch kaufte für seinen Fonds immer mehrere Werte eines ganzen Sektors, wenn er bei einem Unternehmen auf eine Perle gestoßen war. Allerdings war dies vor allem dem enormen Investitionsvolumen des Magellan-Fonds geschuldet, für den die Börsenkapitalisierungen vieler Einzelwerte einfach zu klein waren und darüber hinaus hatte er hier strikte zu befolgen, die eine stärkere Fokussierung auf einige wenige Titel erschwerten.

Warren Buffett und Charlie Munger hingegen lehnen die Strategie des Diversifizierens ab und sind klare Verfechter des "Focus Investing". Einige wenige sehr gute Werte sollen das Portfolio beherrschen und weitere Titel allenfalls Beimischungen sein. Sie sind der Überzeugung, dass man nur die besten Unternehmen auswählen und von diesen dann so viele Aktien wie möglich kaufen sollte.

»Warum sollte ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich die beste haben kann?«
(Warren Buffett)


Sie spekulieren nicht mit Aktien, sie investieren in Unternehmen, sie beteiligen sich, werden Partner. Diese qualitative Selektion schließt eine zu große Streuung faktisch aus und im Portfolio ihrer Investmentholding Berkshire Hathaway hatten sich die vier größten Positionen mehr als 20 Jahre lang nicht verändert. Bis Bank of America und Apple ganz schnell ganz groß in die Spitze drängten. In Summe stehen die sechs größten Werte für gut 70% des Berkshire-Depotvolumens.

Dienstag, 18. Dezember 2018

Peter Lynch hält Aktienrückkäufe für die einfachste und beste Art, wie ein Unternehmen seine Anleger belohnen kann

Sobald ein Unternehmen einen Aktienrückkauf ankündigt, zündet der Kurs ein Feuerwerk. Verständlich, bildet doch ein Aktienkurs das Ergebnis des Aufeinandertreffens von Angebot und Nachfrage und wenn das Unternehmen seine eigenen Aktien über die Börse zurückkauft, stellt dies zusätzliche Nachfrage dar. Außerdem gehen viele Anleger davon aus, dass das Unternehmen den besten Überblick hat, bei welchem Kurs die eigenen Aktien unter ihrem fairen Wert zu haben sind. Und so sind Aktienrückkäufe für die Aktionäre immer eine gute Sache, findet Börsenlegende Peter Lynch.

»Aktienrückkäufe sind die einfachste und beste Art, wie ein Unternehmen seine Anleger belohnen kann. Wenn ein Unternehmen an seine eigene Zukunft glaubt, warum sollte es dann nicht in sich selbst investieren, genauso wie die Aktionäre?«
(Peter Lynch)

Doch wie wie bei allen Wundermitteln, gibt es auch bei Aktienrückkäufen einige Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen, über die man sich vorher ein Bild machen sollte. Damit sich der gewünschte positive Effekt auch wirklich einstellt...

Montag, 17. Dezember 2018

Portfoliocheck: Wird Tom Russos Depot nach dem BAT-Rauswurf zur rauchfreien Zone?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem fünfzehnten Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von 15,2% einbrachte.

Im dritten Quartal hat Tom Russo nur wenig in seinem Depot verändert; er setzt weiter auf die Schwächen und Vorlieben der Menschen. Zugekauft hat er im Luxusgütersegment, während er bei Lebensmittel- und Konsumgüterherstellern seine Positionen verringert hat, ebenso bei Spirituosenherstellern. Und auch beim Zahlungsdienstleister Mastercard [WKN: A0F602], seiner mit Abstand größten Position, reduzierte er erneut um etwas mehr als 3%.

Besonders auffällig ist, dass sein Ausverkauf bei Tabakaktien weiterging. Philip Morris [WKN: A0NDBJ] ist die letzte Aktie dieses Segments in seiner Top 10, während er bei Altria [WKN: 200417] nur noch in homöopathischer Dosis engagiert ist. Konsequent fortgesetzt hat Russo den Rausschmiss von British American Tobacco [WKN: 916018], die nun ganz in seinem Depot fehlen. Aus offensichtlichen Gründen...?

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
MasterCard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 51/2018

"Die häufigste Ursache für niedrige Preise ist Pessimismus; manchmal allgegenwärtig, manchmal spezifisch für ein Unternehmen oder eine Branche. Wir wollen in einem solchen Umfeld Geschäfte machen. Nicht weil wir Pessimismus mögen, sondern weil wir die Preise mögen, die er produziert. Der Optimismus ist der Feind des rationalen Käufers."
(Charlie Munger)

Freitag, 14. Dezember 2018

Crashkurs bei Blue Cap: "Partnerschaftliches Zusammengehen" eskaliert in Machtkampf

Mitte Juli gab es eine (böse) Überraschung beim Münchner Beteiligungsunternehmen Blue Cap [WKN: A0JM2M], das damals vermeldete, Großaktionär und Chef Dr. Hannspeter Schubert habe seine Anteile in Höhe von 44% an die PartnerFonds AG verkauft. Der Aktienkurs brach daraufhin deutlich ein, denn der Erfolg von Blue Cap ist eng mit Dr. Schubert verknüpft.

Ziel des Zusammenschlusses war, "die beiden Gesellschaften mittelfristig zusammenzuführen und unter dem Dach der Blue Cap AG in Richtung Geregelten Markt zu entwickeln", verkündete Dr. Schubert damals. Dass dies nicht ganz einfach werden würde aufgrund von steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Gründen, stand sofort außer Frage. Und auch, dass es bis zu zwei Jahre dauern könnte bis zur endgültigen Umsetzung. Das Ziel war relativ klar, nur der Weg dorthin nicht. Und dies führte zu Verunsicherung der Anleger, so dass der Aktienkurs von Blue Cap trotz positiver operativer Meldungen weiter unter Druck stand.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte die Gemengelage, dass Alphatier Dr. Schubert nach seinem Anteilsverkauf nur noch CEO von Blue Cap blieb, während Großaktionär nun die PartnerFonds AG ist. Dort hatte Dr. Schubert zwar einen erklecklichen Anteil der Aktien erworben, aber einen maßgeblichen Einfluss konnte er bisher nicht auf das Unternehmen nehmen. Auch wenn immer wieder mal über sein Bemühen berichtet wurde, sich von abgabewilligen Altaktionären bei PartnerFonds Aktien zu sichern.

Seit gestern Abend ist jetzt allerdings klar, dass aus dem "partnerschaftlichen Zusammengehen" nichts mehr wird. Denn PartnerFonds hat Dr. Schubert den Fehdehandschuh vor den Latz geknallt und der Blue Cap AG das Verlangen zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zugestellt. Mit dem Ziel, den Aufsichtsrat mit PartnerFonds-Getreuen zu besetzen und Dr. Schubert das Vertrauen entziehen zu lassen. Nachbörslich brach der Aktienkurs schon mal um weitere 20% ein...

Mittwoch, 12. Dezember 2018

An der Börse kriegt man nichts geschenkt. Auch Gratisaktien nicht!

Wenn Unternehmen ihre Aktien splitten, hat dies real keine Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens; dieser verteilt sich nur auf mehr Anteile und dem entsprechend ist jeder dieser Anteile weniger wert. Dennoch erfreut sich die Ausgabe von Berichtigungsaktien (auch Gratisaktien genannt) bei Unternehmen als auch bei Anlegern großer Beliebtheit. Vor allem in den USA. Aber auch zunehmend in Deutschland, wo sich manche Kritiker (ungern) an den Hype am Neuen Markt erinnern, als den damals rasanten Kursanstiegen sehr schnell Aktiensplits folgten, um die Aktien optisch wieder "billiger" zu machen.  Und viele Anleger dachten, dass eine Aktie, die zuvor von 20 auf 100 DM gestiegen und nach dem Split wieder für 20 DM zu bekommen war, erneut auf 100 DM steigen würde. Oder gar müsste. Eine geradezu wundersame Geldvermehrung also, wie bei einem Schneeballsystem.

Auswirkungen eines Aktiensplits
Ein Aktiensplit bringt einige nicht unwesentliche Änderungen mit sich. Zunächst ist er technisch eine Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln.

In der Bilanz erfasst das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft die Differenz zwischen Vermögen und Schulden und teilt sich wie folgt auf:
  1. Gezeichnetes Kapital
  2. Rücklagen (Kapital- und Gewinnrücklagen)
  3. Gewinnvortrag/ Verlustvortrag und Jahresüberschuss/ Jahresfehlbetrag
Bei einem Aktiensplit werden Rücklagen in Grundkapital (Gezeichnetes Kapital) umgewandelt, wodurch dem Unternehmen nicht mehr Geld zur Verfügung steht. Allerdings verändert sich die Qualität des Eigenkapitals...

Montag, 10. Dezember 2018

Portfoliocheck: Kalifornisches Inferno lässt PG&E abstürzen. Value Investor Seth Klarman kauft.

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem vierzehnten Portfoliocheck schaue ich Seth Klarman über die Schulter, einem herausragenden Value Investor Graham'scher Schule, der sogar von Warren Buffett lobend erwähnt wird - und dennoch vielen Anlegern nicht bekannt ist. Zu Unrecht, denn seit 1982 erzielte er mit durchschnittlich 19% pro Jahr überragende Renditen.

Im dritten Quartal verkaufte er seine während der Time Warner-Übernahme erhaltenen Aktien von AT&T [WKN: A0HL9Z] komplett und stockte vor allem im Medienbereich weiter auf, den er ohnehin bereits sehr hoch gewichtet hat in seinem Portfolio.

Größte Beachtung verdient jedoch dieses Mal Klarmans massiver Einsatz beim Energieversorger PG&E, denn Pacific Gas & Electric [WKN: 851962] wird nach 2017 auch in diesem Jahr für einen nicht geringen Teil der verheerenden Waldbrände in Kalifornien verantwortlich gemacht. Und die auf das Unternehmen einprasselnde Klageflut sowie bereits verhängte Strafen und Schadensersatzforderungen haben den Kurs in den Keller geknüppelt. Während öffentlich über die mögliche Pleite des größten kalifornischen Energieversorgers spekuliert wird, geht Contrarian Investor Seth Klarman auf Shoppingtour...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 50/2018

"Hinfallen wird man an der Börse immer wieder. Die Kunst dabei ist, so zu fallen, dass man wieder aufstehen kann."
(André Kostolany)

Freitag, 7. Dezember 2018

John Templeton und die spannende Frage, ob man gerade jetzt Aktien (ver)kaufen sollte

Seit jeher fragen sich Anleger, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Aktien zu kaufen. Und diese Frage stellt sich fast täglich neu, nie scheint wirklich klar zu sein, ob es endlich soweit ist.

Blicken wir auf das laufende Jahr zurück, markierten einige Börsenindizes neue  Allzeithöchststände, während andere bereits in einen Korrekturmodus umschwenkten. In den letzten Wochen neigen die Börsen nun weltweit zur Schwäche und viele Anleger werden nervös und versuchen, Gewinne mitzunehmen und damit ihre bisherige Börsengewinne zu sichern. Begleitet wird das Ganze mit einer bisweilen schon fast panikartigen Stimmungslage. Doch sind Verkäufe zum jetzigen Zeitpunkt wirklich eine sinnvolle und gewinnbringende Strategie?

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Kostolany lehrt uns: An der Börse ist zweimal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins

Der erfolgreiche Börsenspekulant, Bonvivant und Autor André Kostolany hat zahlreiche Bücher verfasst über seine große Leidenschaft, die Börse, und er war viele Jahre lang gern gesehener Gast in allen Fernsehtalkshows. Denn er schaffte es nicht nur erfolgreich sein Geld anzulegen, sondern auch das komplexe und verwirrende Börsengeschehen in kurzen, knackigen und sehr oft auch humoristischen Weisheiten und Anekdoten zusammenzufassen. Sein Buch "Kostolanys Börsenseminar" war das erste Buch, das ich jemals über das Thema Börse gelesen habe. Und ich habe nicht nur viel über sie gelernt, sondern es hat mich auch mit dem bis heute anhaltenden Börsenfieber angesteckt. Über eine seiner vielen Weisheiten möchte ich heute sprechen, denn es geht um die Schwankungen der Börsenkurse, ihren nicht linearen Verlauf und wie Anleger sie bei ihrer Aktienanlage als etwas Natürliches akzeptieren sollten.

»An der Börse sind zwei mal zwei nicht vier, sondern fünf minus eins. Und man muss die Nerven haben, dieses minus eins auszuhalten.«
(André Kostolany)

Ich halte ja nichts von Charttechnik, aber wenn man sich den Verlauf von Börsenkursen ansieht erkennt man schnell, dass sie nicht linear von einem Punkt zum anderen führen, sondern ein ziemliches Hin- und Hergezucke sind. Auch wenn sich aus ihnen eine Tendenz ablesen lässt und man sie durch Verbinden des Startpunkts der Ansicht mit dem Endpunkt "glätten" kann. Manche Kurscharts vermitteln den Eindruck, als würde es mit der Aktie nur nach oben gehen, schnurgerade von links unten nach rechts oben. Aber natürlich gibt und gab es unterwegs immer Schwankungen, meistens sogar deutliche Kurseinbrüche, die sich im Nachhinein beim Betrachten des Kursverlaufs als Kaufgelegenheiten entpuppen. Aber Hinterher ist man ja bekanntlich immer klüger.

Montag, 3. Dezember 2018

Portfoliocheck: Daniel Loeb erringt mit United Technologies-Aufspaltung Etappensieg

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem dreizehnten Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und daher sorgt sein Einstieg bei Unternehmen dort nicht unbedingt für Freudentränen. Denn Loeb kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die seiner Meinung nach richtige Spur zu treiben.

Mit seinem Einstieg bei United Technologies [WKN: 852759] scheint er ein sehr gutes Näschen gehabt zu haben. Dort hat er schon länger eine Aufspaltung gefordert und das Management immer stärker unter Druck gesetzt. Im dritten Quartal hatte Third Point seine große Position weiter aufgestockt und nun gab es Ende letzter Woche gleich zwei Meldungen vom Unternehmen, die die Herzen der Aktionäre höher schlagen lassen dürfte. Und für Daniel Loeb eine weitere Bestätigung darstellen und seinen Investoren eine satte Rendite einbringen sollten...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 49/2018

"Börsianer haben einen Geduldsfaden, der in Minuten zu messen ist und nicht in Monaten."
(Heiko Thieme)