Dienstag, 31. Dezember 2019

2019 im Rückspiegel: Wie der Januar so das Jahr. (M)eine Rekordjagd, trotz Wirecard-Fiasko

2019 haben die Aktienmärkte neue Rekordmarken erzielt, zumindest in den USA. Aber auch in Deutschland erholten sich DAX & Co. von dem heftigen Einbruch, der Ende 2018 die Börsen heimgesucht hatte. Der DAX legte sein bestes Jahr seit 2012 hin, der S&P 500 sein sechst bestes Jahr seit 1928.Und wenn man jetzt den einen oder anderen Rückblick liest, dann haben es wieder alle gewusst, 2019 war ein "einfaches" Jahr, das Geld "leicht verdient". Quatsch, das war es nie und das wird es nie, nicht in dieser Welt!

Montag, 30. Dezember 2019

Mein Lese-Tipp: "Die Lehr- und Wanderjahre eines Value-Investors" von Guy Spier

Guy Spier ist ein äußerst erfolgreicher Value Investor. Große Aufmerksamkeit erlangte er, als er Mitte 2008 gemeinsam mit Mohnish Pabrai ein Mittagessen mit Warren Buffett ersteigerte.

Er wuchs in England auf und besuchte dort das Brasenose College an der Oxford University, wo er Kommilitone des späteren Premierministers David Cameron war.

Als seinen größten Fehler im Leben beschreibt Guy Spier seinen Einstieg in die Finanzwelt, als er sich für eine windige Bude entschied, die an die Drückermethoden bekannt aus dem Blockbuster "Wolf of Wall Street" mit Leonardo DiCaprio in der autobiografischen Rolle des Jordan Belfort erinnert. Mit Value Investing hatte das überhaupt nichts zu tun. Es dauerte eine ganze Zeit, bis Spier akzeptieren konnte, dass er den falschen Weg eingeschlagen hatte - und die Konsequenzen zog. Er nahm sich Warren Buffetts frühere Partnerships als Vorbild für seinen eigenen Aquamerine Fonds, in dem er seit vielen Jahren erfolgreich eigenes Geld und das seiner Kunden investiert. Mit überdurchschnittlichen Renditen...

Börsenweisheit der Woche 52/2019

"Oft befinden sich die besten Investitionsmöglichkeiten bereits in deinem Depot. Vergleiche etwas Neues immer mit dem, was du bereits besitzt. Es darf nicht nur ein bisschen besser sein. Es muss viel besser sein, weil du in etwas Neues investierst und nicht in etwas, das du kennst und dem du vertraust."
(Ian Cassel)

Samstag, 28. Dezember 2019

Mein Abschied von Square und Shopify

Zum Jahresende habe ich mir die Zeit genommen und meine Positionen überdacht unter mittelfristigen Gesichtspunkten. Dabei sind mir zwei Werte unter das Messer geraten, die ich noch gar nicht so lange an Bord habe, die ich allerdings auch überwiegend als Ergänzung zu bestehenden Sektorpositionen aufgenommen hatte. So ein bisschen im Widerspruch zu Warren Buffetts Ratschlag, sich nicht auf die zweit- und drittbesten Unternehmen einzulassen, wenn man auch die besten kaufen kann.

In diesem Fall trifft es den Zahlungsdienstleister Square und den kanadischen Webshop-Plattformbetreiber Shopify, die nun beide von meiner Beobachtungsliste fliegen.

Freitag, 27. Dezember 2019

Ken Fisher mahnt: Kurssteigerungen zu verpassen kostet Anleger mehr als ein Crash!

Psychologie bestimmt die Aktienkurse deutlich stärker als die Faktenlage. Und die menschliche Natur neigt dazu, Negatives deutlich stärker zu gewichten, als Positives. Das liegt in unseren Genen, die auf Überleben getrimmt sind - bei Gefahr schüttet unser Körper Adrenalin aus und aktiviert unseren Fluchtreflex. Diese Reflexe sicherten unserer Spezies das Überleben, doch in unserer modernen Welt benötigen wir diese Überlebenstechniken immer seltener. Und beim Investieren stehen sie unserem Erfolg sogar im Weg.

Wenn die Aktienkurse steigen, will jeder dabei sein und die Kursgewinne mitnehmen. Und wenn die Börse abwärts rauscht, will jeder aussteigen, möglichst schnell und zu jedem Preis. Was psychologisch nachvollziehbar ist ("Behavioral Finance"), ist dann allerdings auch der Grund, weshalb Anleger nicht besser, sondern überwiegend schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Sie folgen der Herde und können daher nicht besser sein. In der Wahrnehmung konzentrieren sich immer mehr Anleger auf die gleichen Risiken und Themen und überhöhen somit ihre Bedeutung (sog. "Attention Bias") - mit entsprechend starken Auswirkungen auf die Aktienkurse. Dabei neigen wir Menschen dazu, Negatives deutlich intensiver wahrzunehmen, als positive Erlebnisse. Auch negative Nachrichten geben wird wesentlich häufiger weiter als positive. Dass wir also Verluste viel stärker empfinden als Gewinne, nennt man "Dispositionseffekt". Und diese Erkenntnis führt uns zurück zu den Bullen und Bären...

Montag, 23. Dezember 2019

mVISE schockt mit Umsatz- und Gewinnwarnung. Doch das war leider abzusehen...

Den IT-Dienstleister mVISE [WKN: 620458] habe ich eine Zeit lang begleitet und es war für mich eine erfolgreiche Turnaround-Spekulation. Ende August habe ich mich dann von dem Wert verabschiedet, als die Halbjahreszahlen enttäuschten und der Vorstand dennoch an seiner kaum mehr haltbaren Prognose für das Gesamtjahr festhielt. Die Qualität des Managements und das Vertrauen, das man in es setzen kann, haben für mich einen hohen Stellenwert und wenn ich das Gefühl habe, dass das Management eher von Wunschträumen getrieben ist als von Realitätssinn und dem Kapitalmarkt und mir als Aktionär keinen reinen Wein einschenkt, dann breche ich dort meine Zelte ab. So geschehen bei mVISE und nun wurden meine damaligen Befürchtungen leider vollauf bestätigt.

Börsenweisheit der Woche 51/2019

"Ein zu hoher Kaufpreis für die Aktie eines exzellenten Unternehmens kann dem Investor die Auswirkungen eines Jahrzehnts positiver Geschäftsentwicklung zunichte machen."
(Warren Buffett)

Samstag, 21. Dezember 2019

Aktienrückkäufe erzeugen positive Effekte - mit Nebenwirkungen und Besonderheiten

Wenn die Aktionäre auf der Hauptversammlung dem Vorstand grünes Licht geben, im genehmigten Umfang eigene Aktien kaufen zu können, und das Unternehmen dies dann umsetzt, spricht man von einem Aktienrückkauf. Dieser ist in der Regel auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt und oft wird ein Höchstkurs für die zurückzukaufenden Aktien vorgegeben. Und nach geltendem deutschem Recht darf eine Aktiengesellschaft nicht über mehr als 10% ihres eigenen Grundkapitals verfügen.

Anleger lieben Aktienrückkäufe

Aktienrückkaufprogramme sind bei Anlegern aufgrund ihrer positiven Nebenwirkungen in der Regel sehr beliebt, weil sie durch die zusätzliche Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens tendenziell zu steigenden Kursen derselben führen. Jedenfalls, wenn der faire Wert des Unternehmens oberhalb des aktuellen Aktienkurses notiert. Darüber hinaus repräsentiert nun jede andere Aktie einen höheren Anteil am Unternehmensgewinn, weil das Unternehmen ja keine Gewinne an sich selbst ausschüttet, und die Gewinn bezogenen Bewertungskennziffern sinken entsprechend, wie zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Als direkte Folge steigt auch der faire Wert der Aktien.

Daher werden Aktienrückkäufe von vielen Anlegern auch als Alternative zu Dividenden angesehen. Sie bleiben zunächst auch steuerfrei, bis die Aktien irgendwann verkauft werden und dann auf die erzielten Kursgewinne Kapitalertragsteuer anfällt.

Einige Aspekte sind aber schon zu beachten, damit die Freude über Aktienrückkäufe nicht getrübt wird...

Freitag, 20. Dezember 2019

Portfoliocheck: Daniel Loeb verdoppelt seinen Einsatz bei Salesforce.com

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 66. Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die gewünschte Richtung zu treiben.

Im dritten Quartal hat Dan Loeb eine ganze Reihe seiner Positionen geschlossen, darunter Netflix und Ross Stores Beim Botox-Hersteller Allergan PLC versucht er mit großem Einsatz eine schnelle Arbitrage-Spekulation. Und dann hat er seine Position beim Customer Relationship-Management-Software-Spezialisten und SAP-Konkurrenten salesforce.com annähernd verdoppelt, dessen Kurs seit Monaten unter der Übernahme der teuren Übernahme von Tableau leidet. Noch...

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Salesforce befindet sich auf meiner Beobachtungsliste.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Jungheinrich: Angezählt oder ausgeknockt? Wie schlimm ist es wirklich?

Der Lager und Logistik-Spezialist Jungheinrich hat gestern die Anleger verschreckt, weil er eine Umsatz- und Gewinnwarnung für 2020 rausgehauen hat, die die schlimmsten Befürchtungen noch übertraf. Dass es mit der Konjunktur nicht wirklich rund läuft zur Zeit, das dürfte inzwischen jeder wissen, und auch Jungheinrich selbst hatte im Sommer die eigenen Prognosen für das laufende Jahr eingedampft. Und es war auch absehbar, dass es wohl in der zweiten Jahreshälfte zu keiner wesentlichen Verbesserung gekommen sein würde, so dass die deutliche Kursrallye der letzten Wochen schon unter Vorbehalt beäugt werden musste. Aber nun... nach 25% Kurseinbruch kann man wohl kaum einfach nach dem Motto "Mund abputzen, weitermachen" verfahren, oder?

Mittwoch, 18. Dezember 2019

DIC Asset: TTL Beteiligung überschreitet 5-Prozent-Marke und will mehr als 10 Prozent

Die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG, die sich mehrheitlich im Eigentum von Prof. Dr. Gerhard Schmidt befindet, hat heute vermeldet, dass sie weitere Aktien an der DIC Asset AG erworben und nunmehr die Schwelle von 5% der Anteile überschritten hat. An der DIC Asset Ag selbst hält Dr. Schmidt über sein Family Office bereits mehr als 30% der Anteile und ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, sowohl bei der TTL als auch bei der DIC.

Mit den bereits vor einigen Wochen angekündigten Zukäufen hat es sich aber nicht, denn TTL teilte heute darüber hinaus mit, man strebe eine weitere Aufstockung bis mindestens 10 Prozent an, eine sog. Schachtelbeteiligung. Und das sind gute News - für alle Beteiligten...

Dienstag, 17. Dezember 2019

Kissigs "Stars of Cash-Strategie": Börsengewinne simplified - Einfach nur auf die Cash-Sparschweine Microsoft, Berkshire Hathaway, Alphabet, Apple und Facebook setzen?

"Cash is King" ist so eine geflügelte Redensart, die in Zeiten von Negativzinsen und Bargeldverboten ziemlich antiquiert klingt. Anleger lieben hingegen Cashcows, die Gelddruckmaschinen der Unternehmerwelt, weil sich aus den Cashflows Investitionen in Forschung & Entwicklung, Dividenden und Aktienrückkäufe speisen. Und dann gibt es noch die Unternehmen, bei denen sich trotz aller Bemühungen über die Jahre enorme Cash-Bestände aufgebaut haben, so dass sich der Gedanke aufdrängen könnte, die wüssten nichts Sinnvolles damit anzufangen. Oder liegt genau hierin vielleicht eine unterschätze Chance auf außerordentliche Renditen für die Anleger?

Montag, 16. Dezember 2019

Portfoliocheck: Ken Fisher setzt mit Union Pacific auf die US-Konjunktur und ein Ende des Handelskriegs

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 65. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Fisher sah die Märkte längere Zeit im Schlussakkord eines Bullenmarktes und in solchen Phasen performen Technologiewerte stets besonders gut. Doch nun vollzieht sich gerade ein Trendwechsel hin zu Konjunktur sensibleren Unternehmen, die von niedrigen Zinsen, niedrigen Energiepreisen und einem möglichen Ende des US-China-Handelskriegs besonders stark profitieren. Dem entsprechend stockt Fisher vor allem in diesen Sektoren seinen Bestand auf, ohne sich vom Technologiesektor abzuwenden.

Aber Ken Fisher redet nicht nur, er handelt auch entsprechend und so hat er auch im dritten Quartal 2019 vor allem bei Caterpillar, Home Depot und den beiden US-Eisenbahngesellschaften CSX Corp. und Union Pacific [WKN: 858144] aufgestockt, des Weiteren bei PayPal und Adobe Systems.

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Disclaimer
Adobe Systems und PayPal befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Nun ist es amtlich: Danaher wird alle Envista-Aktien los - gegen 7,7% der eigenen Aktien

Die Danaher Corp., ein global tätiges Beteiligungsunternehmen mit weltweit mehr als 20 operativ tätigen Tochterfirmen aus den Bereichen Diagnostik, Biowissenschaften, Umwelt- und Anwendungslösungen, trennt sich von seiner Dentalsparte. Nachdem diese bereits unter Envista Holdings an die Börse gebracht worden war, hat Danaher die verbliebenen 80,6% nun den eigenen Aktionären zum Tausch gegen Danaher-Aktien angeboten. Und das mit durchschlagendem Erfolg...

Börsenweisheit der Woche 50/2019

"Handle nie wie die breite Masse."
(Bernard Baruch)

Samstag, 14. Dezember 2019

Kissigs Klookschieterei: Der Brexit kann kommen. Endlich...!

Die Wahlen in Großbritannien sind gelaufen und es gab einen Erdrutschsieg der Konservativen unter Premierminister Boris Johnson. Und ich freue mich darüber, denn nun herrschen endlich klare(re) Verhältnisse was den Brexit angeht, denn das Patt im britischen Parlament ist nun überwunden und die Brexiteers geben gang klar den Ton an.

Worüber ich mich überhaupt nicht freue, und was ich für eine der dümmsten Entscheidungen der jüngeren Geschichte halte, ist der Brexit an sich. Die Europäische Union und ihre Vorgängerin die Europäische Gemeinschaft haben Europa 75 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht, eine längere Phase ohne verheerende Kriege gab es in Europa noch nie. Aber die Separatisten, die Nationalisten, die Egoisten haben in der Politik das Ruder übernommen und da kann man insofern noch froh sein, dass der Rest der EU sich dank der Briten zusammengerauft hat und ihm wieder klar(er) wurde, welche Vorteile die EU uns allen bringt.

Doch nach der Wahl ist vor der Arbeit und der Brexit zum 31. Januar 2020 ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Denn jetzt geht es darum, das theoretische Machwerk mit Leben zu füllen und die vielen Schwachstellen, die unseren Alltag erschweren werden, dann nach und nach zu beheben. Und dann reißt der Brexit natürlich noch andere Gräben auf, als die entlang des Ärmelkanals, nämlich den zwischen den Nationen auf den britischen Inseln, den Engländern, den Schotten, den Walisern und den Iren. Der K(r)ampf ist also noch lange nicht vorbei...

Freitag, 13. Dezember 2019

Capsensixx trennt sich von Coraixx und ich mich von Capsensixx

Capsensixx [WKN: A2G9M1] ist eine Ausgliederung aus der PEH Wertpapier AG [WKN: 620140], die ihre ehemalige Sparte separat an die Börse gebracht hat. Seit dem IPO geht es mit dem Kurs stetig bergab, weil die Hoffnungen der Anleger nicht erfüllt werden konnten. Und nun hat capsensixx mitgeteilt, man werde den eigentlichen Hoffnungsträger Coraixx im Wege eines Management-Buyouts komplett abgeben. Dadurch entfallen künftig die spürbaren Belastungen aus diesem Bereich, so dass sich die Ergebnisse bei capsensixx verbessern werden, aber es wird eben auch der Bereich abgestoßen, der die eigentliche Phantasie bei capsensixx ausmacht(e). Für mich heißt es daher Abschied nehmen...

Schon wieder 20% mehr: American Tower ist ein erstklassiger Dividendenwachstumswert

Mit American Tower setzte ich auf einen Spezial-REIT, der zu den großen Gewinnern des Mobil- und Smartphone-Booms gehört. Die neuste Netz-Generation (5G) wird gerade weltweit ausgerollt und für diese sind viel mehr Standorte nötig als für die vorangehenden Generationen, da die Funkzellen wesentlich kleiner sind und die Antwortzeiten wesentlich schneller ("Latenz"). Da American Tower sein Wachstum auch über Schulden finanziert, spielen dem Unternehmen die weltweit wieder sinkenden und dauerhaft niedrigen Zinsen zusätzlich in die Karten und pimpen das Finanzergebnis - und die Gewinne - zusätzlich.

Für Einen REIT (Real Investment Trust), der seine Gewinne nicht versteuern muss, solange er im Gegenzug mehr als 90% seines Gewinns an seine Aktionäre ausschüttet, bietet American Tower mit knapp 2% eine eher magere Dividendenrendite. Doch die Aktionäre dürften dennoch hoch erfreut sein, da die Entwicklung des Aktienkurses kaum Wünsche offen lässt und weil American Tower enorme Wachstumssprünge bei seinen Dividendenausschüttungen aufweist.

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Euromicron rutscht in die Pleite. Und nicht nur Funkwerk dürfte Chancen wittern...

Eine Unternehmenspleite selbst ist kein Grund zur Freude, denn es geht um Ängste der Mitarbeiter, um Nöte, um Existenzen. Und doch sind Pleiten unausweichlich, sie sind nötig, damit die besseren Unternehmen und Ideen sich durchsetzen können. Dieser darwinistische Gedanke birgt somit auch Chancen.

Euromicron [WKN: A1K030] hat gestern Abend angekündigt, dass man heute "beim zuständigen Amtsgericht Offenbach am Main einen Antrag auf Einleitung eines Schutzschirmverfahrens" stellen werde. Das "vorläufige Eigenverwaltungsverfahren soll sich dabei ausschließlich auf die Holding euromicron AG beziehen. Alle in- und ausländischen Tochtergesellschaften werden nicht am Schutzschirmverfahren teilnehmen und werden nach gegenwärtigem Stand ihren operativen Geschäftsbetrieb fortführen" heißt es weiter.
»Kapitalismus ohne Bankrott ist wie eine Religion ohne Hölle.«
(Charlie Munger)
Der Aktienkurs der euromicron AG rauscht heute natürlich um 90% in die Tiefe und auch für die Funkwerk AG [WKN: 575314] hat die Ankündigung Konsequenzen, denn man hatte ja erst im Juli im Rahmen einer Kapitalerhöhung in zwei Schritten 15,36% der Anteile an der euromicron AG zu €3,40 je Aktie übernommen. Auf den ersten Blick sieht das nicht (mehr) nach einem guten Geschäft aus, aber da steckt vielleicht noch mehr dahinter...

Dienstag, 10. Dezember 2019

Sei schlau wie Buffett: Rechthaben bringt Aktionären die Rendite, nicht Aktionismus!

Beim Aktienkauf wird vor allem auf den Kaufkurs geachtet, den sog. Briefkurs. Er ist entscheidendes Kriterium, wie teuer - oder preiswert - ein Engagement letztlich ist und ab dem Kauf für die meisten Anleger der Maßstab, ob sie eine kluge Entscheidung getroffen haben oder nicht.

Zum reinen Aktienkurs kommen aber noch Nebenkosten hinzu, denn sowohl beim Ankauf müssen noch Provisionen und Börsenentgelte gezahlt werde. Ebenso beim späteren Verkauf, wo noch ggf. zusätzlich die eventuell erzielten Kursgewinne versteuert werden müssen.

Üblicherweise werden Aktiengeschäfte von Privatpersonen über Börsenhandelsplätze abgewickelt in Deutschland zumeist über das XETRA-System der Deutschen Börse. Und die Börsen haben ebenso wie die Depotbanken ein großes Eigeninteresse, wenn die Anleger ihre Aktien häufig handeln, denn diese Provisionen fallen bei jeder Transaktion jedes Mal aufs Neue an. Anders die Depotgebühren, die auf den Bestand erhoben werden, egal wie oft dieser in der Zwischenzeit umgeschichtet wurden.
»Investoren werden nicht für Aktionismus bezahlt, sondern fürs Rechthaben.«
(Warren Buffett)

Montag, 9. Dezember 2019

Börsenweisheit der Woche 49/2019

"Fallende Aktienkurse sind kein überraschendes Ereignis. Es wiederholt sich. Wenn man in einem kalten Klima lebt, erwartet man Frost und wenn die Temperaturen unter null fallen, denkt man nicht, dass dies der Beginn der nächsten Eiszeit ist. Man weiß, der Sommer wird wieder warm. Aktien machen das gleiche."
(Peter Lynch)

Sonntag, 8. Dezember 2019

Warum ich mich an der Börse öfter mal bremsen muss. Und wie...

Es gibt viele Börsenweisheiten und Bonmots berühmter Investoren und doch stelle ich leider viel zu häufig im Nachhinein fest, dass ich eine ganz entscheidende mal wieder nicht beherzigt habe: cool bleiben. Das ist ärgerlich und nicht selten kostet mich das Geld, weil ich entweder total auf's falsche Pferd gesetzt habe, oder mich mit einem Investment einfach nicht wohl fühle. Und es deshalb verkaufe, mit den entsprechenden Folgen wie Gebühren und Spesen und, im besseren Fall, mit Steuern auf den Gewinn.

Grundsätzlich sollte man langfristig investieren und nicht schnell kaufen und verkaufen. Denn dieses schnelle Hin- und Her ist einer der häufigsten Anfängerfehler und einer, den man sich noch am einfachsten sparen kann. Man muss schlicht bei der Auswahl seiner Investments behutsamer vorgehen, sich selbst ein wenig bremsen. (Viel) mehr braucht es nicht...

Freitag, 6. Dezember 2019

Bill Ackman hält Berkshire Hathaway am Allzeithoch für total unterbewertet. Spinnt der?

Wenn man über den aktivistischen Investor Bill Ackman spricht, muss man sein Armageddon erwähnen: Valeant Pharmaceuticals (heute Bausch Health, WKN: A2JQ1X). Er sah in der kanadischen Pharma-Beteiligungsgesellschaft "das neue Berkshire Hathaway" und kaufte große Anteile an dem Unternehmen, bevor dieses dann total abstürzte - und Milliardensummen von Ackman und seinen Investoren vernichtete.

Dieses Fiasko bedeutet allerdings nicht, dass der frühere Anlegerliebling das Investieren nicht (mehr) drauf hätte. Ebenso wenig, wie ein großer Erfolg nicht belegt, dass Investoren dauerhaft einen goldenden Daumen für Investments hätten. Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist das genaue Gegenteil von Ackman: er warnte rechtzeitig vor dem Platzen der US-Immobilienblase und wettete viel Geld darauf - und verdiente Milliarden. Seitdem sieht es allerdings trübe aus, seine weiteren Investments erweisen sich eher als schlecht bis unterdurchschnittlich.

Doch zurück zu Bill Ackman. Aus seiner Verehrung für Warren Buffett macht er keinen Hehl und seit einigen Monaten kauft er auch fleißig Aktien von dessen Beteiligungskonglomerat Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2]. In seinem nur auf wenige Werte fokussierten Portfolio ist die Buffett-Aktie nach dem Aufstocken im dritten Quartal inzwischen mit mehr als 13% gewichtet. Das macht Ackmann nicht etwa aus Nostalgie oder Verklärung, sondern weil Berkshire Hathaway "derzeit mit einem der größten Abschläge auf seinen inneren Wert seit vielen Jahren" gehandelt würde und das zu einer Zeit, wo sich operative Verbesserungen bei einigen schwächelnden Tochterunternehmen einstellen würden.

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Portfoliocheck: General Electric setzt Stanley Druckenmiller unter Strom

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 64. Portfoliocheck geht es um Stanley Druckenmiller. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als George Soros' rechte Hand 1992 die Bank of England und das britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren kein einziges Jahr mit Verlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit nur einigen wenigen, ausgesuchten Werten. Auch im dritten Quartal 2019 hat er sein Portfolio wieder erheblich umgekrempelt und kam auf eine Turnoverrate von 29%, wobei er auch seine Cash-Quote erhöhte. Daher bleibt Microsoft [WKN: 870747] seine mit Abstand größte Position und konstant bei 21,6% Depotanteil - obwohl er fast ein Viertel seiner Anteile verkauft hat. Unter den nun noch 43 Werten finden sich gleich 13 neue Aktien - darunter Shopify [WKN: A14TJP]. Und dann hat Druckenmiller seine Wette auf einen erfolgreichen Turnaround bei General Electric [WKN: 851144] deutlich erhöht. Aus guten Gründen!?

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Disclaimer
General Electric, Microsoft und Shopify befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

MasterCard-Aktionäre im Glück: mehr Gewinn, mehr Dividende, mehr Aktienrückkäufe

Der Zahlungsdienstleister MasterCard [WKN: A0F602] hat neulich mal wieder beeindruckende Quartalszahlen veröffentlicht und nun kommen diese Erfolge auch wieder direkt den Aktionären zugute.

Im dritten Quartal waren die Erlöse um 15% auf $4,5 Mrd. gesteigert worden und der Gewinn legte im Jahresvergleich um 11% $2,1 Mrd. zu, umgerechnet rund €1,9 Mrd. Dank dieser Rekordwerte kann es sich MasterCard leisten, seine Aktionäre weiter zu verwöhnen, und zu wird nun die Quartalsdividende um gute 21% auf $0,40 je Aktie angehoben (bisher $0,33). Aber auch bei den Aktienrückkäufen will Mastercard nochmals eine Schippe drauflegen...

Dienstag, 3. Dezember 2019

Mein Lese-Tipp: "Das Tao des Warren Buffett" von Mary Buffett und David Clark

Mary Buffett hat gemeinsam mit dem Rechtsanwalt und Fondsmanager David Clark ein weiteres Buch über ihren früheren Schwiegervater geschrieben, den legendären Value-Investor Warren Buffett. Doch in diesem Buch dreht es sich nicht um Strategien oder die Bewertung von Investments; stattdessen haben die beiden Autoren eine Sammlung unterschiedlichster Zitate Warren Buffetts zusammengetragen und diese anhand von exemplarischen Beispielen aus dessen Leben angereichert.

Ich bin ja ein großer Freund von Börsenweisheiten, wie regelmäßige Leser meines Blog bestimmt schon mitbekommen haben. Denn durch die oftmals pointierte Zuspitzung eines komplizierten Sachverhalts auf eine kurze, schlüssige Logik, kann die eigentliche Botschaft noch eingänglicher vermittelt werden.
»Ein guter Spruch ist wie die Wahrheit eines ganzen Buches in einem Satz.«
(Theodor Fontane)
Gerade Warren Buffett hat dies zur Perfektion erhoben, da er seine Lehren vorlebt...

Montag, 2. Dezember 2019

Börsenweisheit der Woche 48/2019

"Investiere niemals, niemals in die Gegenwart! Es spielt keine Rolle was ein Unternehmen verdient oder was es verdient hat. Stell dir die Situation in 18 Monaten vor, denn was immer dann sein wird, dort wird der Kurs sein, nicht da, wo er heute ist. Du musst in die Zukunft schauen, denn wenn du in die Gegenwart investierst, kommst du unter die Räder."
(Stanley Druckenmiller)

Sonntag, 1. Dezember 2019

Peter Lynch warnt: Market Timing ist eine totale Zeitverschwendung und kostet Rendite!

Schaut man sich die Charts des Dow Jones oder des DAX über einen langen Zeitraum an, dann sieht man einen eigentlich immerwährenden Anstieg. Zwischen drin gibt es mal Rücksetzer, die aber auf die lange Sicht kaum ins Gewicht fallen. Aus heutiger Sicht, wohlgemerkt, denn die Kurseinbrüche waren zu ihrer Zeit bisweilen dramatisch. 1929 mit annähernd 90 Prozent oder 1987 mit einem Verlust von mehr als 22 Prozent an nur einem einzigen Tag. Als Muster zeichnet sich das Bild, dass es eher gemächlich nach oben geht und dann fast regelmäßig eine panikartige Missstimmung auftritt mit entsprechenden emotional getriebenen Kursmassakern. Und auf ein solches warten Anleger derzeit weltweit, denn seit dem letzten Tiefpunkt während der Finanzkrise stiegen die Aktienbörsen weltweit stark an. Bis heute. Wobei gerne übersehen wird, dass es auch in diesem Zeitraum heftige Korrekturen gab, wie beispielsweise 2011, als es fast 40 Prozent abwärts ging. Jedenfalls vorübergehend, auch dank des billigen Geldes der Notenbanken.

Anfang 2016 und Ende 2018 gab es ebenfalls heftige Einbrüche und erkennen wir sehen als roten Faden, dass die Volatilität der Märkte grundsätzlich zugenommen hat, also dass die Kursausschläge extremer werden, in beide Richtungen. In Deutschland gibt es den VDAX, der die Volatilität misst. Und wenn wir diesen betrachten, so weist er - erstaunlicherweise - seit Monaten ein niedriges Niveau auf, ist geradezu entspannt. Von kurzen Ausreißern nach oben einmal abgesehen. Und das, wo weltweit Krisen toben: Trump, US-China-Handelskrieg, Strafzölle, Automobilkrise, Brexit-Querelen, Euro-Zerreißprobe. Doch die Börsianer blieben entspannt - wenn sie schlau waren…

Samstag, 30. November 2019

Match Group ist die am meisten geshortete Aktie im Russel 1000. Zeit für Panikattacken?

Die Match Group ist der führende Anbieter von Dating-Plattformen und -Apps. Man hat knapp 45 im Bestand, darunter 20 Eigengründungen, während 25 zugekauft wurden. Zu den bekanntesten gehören Zu den Angeboten gehören heute neben Match.com, OKCupid, Plenty of Fish, neu.de, LoveScout24 und Tinder. Relativ frisch an Bord ist Hinge, eine App, die als „Anti-Tinder“ gilt, da sie nicht auf Seitensprünge spezialisiert ist, sondern sich ganz klar für dauerhafte Partnerschaften positioniert hat. Und dieser Trend zur Spezialisierung trägt weitere Blüten. So gibt es BlackPeopleMeet für Afroamerikaner, Chispa für Latinos oder OurTime für Menschen ab 50.

In einem aktuellen Artikel über die 30 am stärksten geshorteten Aktien im Russel 1000-Index führt Andreas Haslinger auf aktien-mag.de die Match Group mit einer Short Interest-Rate von 58,8% auf und Anleger sollten sich schon Gedanken machen, was dies für Folgen haben kann - und wird...

Freitag, 29. November 2019

Mein Lese-Tipp: "So macht es Warren Buffett. 24 einfache Anlagestrategien des weltweit erfolgreichsten Value Investors" von James Pardoe

In seinem Werk "So macht es Warren Buffett" stellt James Pardoe 24 einfache Anlagestrategien des weltweit erfolgreichsten Value Investors vor und erläutert diese ausführlich. Und zwar auf eine eingängige Weise, dass sie für jeden verständlich sind, insbesondere auch für Neulinge in der Materie des Investierens und Bewertens von Unternehmen.

Pardoes Schreibstil ist umgänglich und kommt das ganze Buch über weitgehend ohne Fachchinesisch aus. Und ohne Zahlen! Auf Kennzahlen oder Bilanzen wird nur sehr allgemein eingegangen, was auf den ersten Blick verwundert. Doch erklärt sich dies aus der Absicht des Autors, das besondere Augenmerk auf die Strategie des Value Investings zu legen und anhand von Warren Buffetts Herangehensweise das Verständnis für diesen Investmentansatz beim Leser zu verankern. Zu diesem Zweck werden zentrale Kernbotschaften öfter wiederholt, ohne dass dies störend wirken würde. Wie ein Mantra, das Mantra des Value Investings.

Mein Fazit: ein einfaches aber sehr effektives Handlungskonzept, das auch für Anfänger leicht verständlich ist. Pflichtlektüre!

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Titel: "So macht es Warren Buffett"
Autor: James Pardoe
Seiten: 167, Gebundene Ausgabe
Verlag: Linde, Wien
1. Auflage (Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709303478
Neupreis: 19,90 Euro

Gastartikel: Und weiter geht's... über den Boulevard in den Papierkorb - Eine Fortsetzung des Essays über die Gegenwart und Zukunft der deutschen Finanzpresse

Vor einigen Wochen betrat dieses Blog Neuland, denn zum ersten Mal veröffentliche ich hier einen Gastartikel, also einen Beitrag, der nicht aus meiner Feder stammt.

Heute findet der Artikel "Über den Boulevard in den Papierkorb - Ein Essay über die Gegenwart und Zukunft der deutschen Finanzpresse" seine Fortsetzung und erneut ist für den Inhalt alleine der Autor Stephan Gemke verantwortlich.

Hierin widmet er sich insbesondere der medialen Berichterstattung zu Wirecard und greift erneut die Frage nach "Paid Content" auf bzw. den zunehmenden Anspruchsdenken, alles jederzeit zu bekommen und einfordern zu können. Und das - selbstverständlich - immer kostenlos. Ein Plädoyer im Sinne von "darf sich Leistung auch wieder lohnen?" und gegen die in unserer Konsumgeilgesellschaft immer weiter um sich greifende "Geiz-dich-dumm-Mentalität".

Da ich die kritische Richtung des Essays grundsätzlich teile, musste ich nicht lange überlegen, diesen Artikel auf meinem Blog zu veröffentlichen und hier(mit) die Diskussion weiterzuführen.

Portfoliocheck: Occidental Petroleum ist Buffetts jüngster Kauf und irgendwie auch seine älteste Aktienliebe

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 63. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Warren Buffetts Performance ist atemberaubend. Er konnte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20 Prozent pro Jahr hinlegen und den S&P 500 fast in jedem einzelnen Jahr schlagen. „Das Orakel von Omaha“, wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Im dritten Quartal hat Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] nur wenige Aktienpositionen verändert und nur zwei neue Positionen aufgenommen. Zum einen Restoration Hardware, ein Einrichtungshaus der gehobenen Preiskategorie und zum anderen Occidental Petroleum [WKN: 851921]. Was auf den ersten Blick als eine Kompensation für sein auslaufendes Phillips 66-Engagement [WKN: A1JWQU] aussehen könnte, offenbart auf den zweiten Blick einige interessante Aspekte - und ein 77 Jahre zurückliegendes "Kindheitstrauma" Buffetts...

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Disclaimer
Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 27. November 2019

Verisk Analytics macht mit gut kalkulierten Risiken anderer die besten Geschäfte

Verisk Analytics [WKN: A0YA2M] ist ein Vorreiter der digitalen Revolution. Insurance Services Office Inc., wie das Unternehmen damals hieß, wurde 1971 als Non-Profit-Organisation von einer Vereinigung von Versicherern gegründet. Ziel war die Aufbereitung statistischer Daten für versicherungsmathematische Auswertungen und die Entwicklung von Analyse-Software für die Versicherungswirtschaft. Das war vor 40 Jahren eine ganz andere Herausforderung als heute, denn Daten waren damals zwar verfügbar, aber sie wurden nicht zentral in einer Datenbank gespeichert, sondern in irgendwelchen endlosen Computerlisten abgelegt. Zumeist in staubigen Keller- und Lagerräumen. Jedes Unternehmen hatte seinen eigenen Datenbestand und sein eigenes Ablagesystem und auch eine individuellen Herangehensweise, was es mit seinen Daten anfing.

Inzwischen arbeiten wir mit PCs, Notebooks, Tablets und Daten werden über Cloud-Anwendungen gespeichert, abgerufen und zur Verfügung gestellt. Und die exponenziell wachsenden Datenmengen müssen analysiert werden, was immer häufiger durch Künstliche Intelligenz geschieht. Versik Analytics als Spezialist für die Datenanalyse für Versicherungen ist hier in einer Vorreiterrolle und einer fast einzigartigen Marktstellung. Klingt interessant? Aber natürlich...

Mein Lese-Tipp: "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht" von Jason Zweig

Jason Zweig ist einer der renommiertesten Finanz- und Wirtschaftsjournalist der USA und erlangte durch Buchveröffentlichungen zu den Themen Value Investing, Verhaltens- und Neuroökonomie weltweit Bekanntheit. Und natürlich mit seiner regelmäßigen Kolumne für das Wall Street Journal.

Dieses Buch ist der Hammer und absolut lesenswert! Auch wenn der reißerische Obertitel "Gier" der deutschen Ausgabe eher abschreckend wirkt - er ist alleine der Gier des Verlags geschuldet; wer darüber hinwegsehen kann, wird mit einem Buch der Extraklasse zum Thema Behavioral Finance belohnt.

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Denn das Buch erläutert ausführlich, weshalb wir keine guten und schon gar keine besseren Anleger sind, warum wir die dummen Fehler begehen, die wir rational immer ausschließen würden. "Neuroökonomie" nennt sich das noch recht neue Forschungsgebiet, bei dem Wissenschaftler dem Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem (überwiegend schlechten) Umgang mit Geld und Geldanlagen nachgehen. Und was uns Statistiken und Erfahrung schon gelehrt hat, wird schonungslos belegt: wir Menschen und unser Gehirn sind nicht für die Finanzmärkte geschaffen. Wir können uns nur schlecht Fehler ein gestehen und daher halten wir zu lange an den falschen Aktien fest. Andererseits neigen wir zu Selbstüberschätzung und wenn wir denn ein paar Erfolge vorzuweisen haben, schreiben wir das unserem außergewöhnlichen Können zu und halten uns schnell für unfehlbar. Mit oft fatalen Auswirkungen bei unseren Börseninvestments.

Dienstag, 26. November 2019

HSBC verdoppelt Kursziel: Steht DIC Asset jetzt vor einer kompletten Neubewertung?

Die britische Investmentbank HSBC hat die Aktien des Gewerbeimmobilien-Spezialisten DIC Asset von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von €11 auf €20 Euro annähernd verdoppelt.

Diese Kurszielverdopplung ist für sich alleine schon bemerkenswert, aber die Begründung sollte allen zu denken geben, die das Unternehmen bisher eher stiefmütterlich behandelt und als reinen Bestandshalter von Immobilien (ab-)klassifiziert haben. Denn Analyst Thomas Martin ließ nicht nur deutlich erhöhte Schätzungen für das operative Ergebnis bzw. die FFO (Funds from Operations) aufgrund der Übernahme der German Estate Group in sein Bewertungsmodell einfließen, sondern er bewertet in seinem Studien-Update erstmals separat das Geschäft mit Immobilienfonds für institutionelle Investoren ("Institutional Business") - und das alleine ergäbe einen zusätzlichen Wertbeitrag von €6 je Aktie.

Dies könnte der Auftakt zu der längst fälligen Neubewertung der DIC Asset-Aktie an der Börse sein, denn erstmals hat ein Analyst das wachstumsstarke und hoch profitable Fondsgeschäft mit seinen stetigen Erträgen in seine Bewertung mit einbezogen, während es bisher niemand auf dem Radar gehabt hat. Ich freue mich hierüber insofern, als dass ich genau auf diesen Umstand schon länger hinweise und er ja auch ein Teil meines Investmentcases für die DIC Asset ist. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch andere Analysten diesen Aspekt aufgreifen und ihre Wertansätze deutlich erhöhen werden (müssen). Eine Neubewertung der Aktie ist eigentlich unvermeidlich - und die üppigen Insider-Käufe geben dem Kursauftrieb noch zusätzliche Nahrung...

Disclaimer
DIC Asset befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 25. November 2019

eBay mit Teilerfolg: StubHub-Verkauf bringt die ersten Milliarden ein

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert". Was für ein blöder Spruch von einem blöden Charakter in einer blöden B-Serie. Aber nichtsdestotrotz stimmt er.

Bei eBay stimmt seit einiger Zeit nicht mehr wirklich viel, denn der einstige Internetpionier hat die Zeichen der Zeit verpennt und wird gnadenlos ausbeschleunigt von seinen Mitbewerbern; nicht nur hinsichtlich der Kursentwicklung, sondern vor allem im operativen Geschäft. Gerade Online-Gigant Amazon lässt eBay immer weniger Raum zum Atmen. Deshalb haben sich aktivistische Investoren bei eBay eingekauft und drängen das Unternehmen, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren und vernachlässigte und vermeintlich unterbewertete Randaktivitäten lukrativ zu verkaufen. Und dabei scheint eBay nun einen ansehnlichen Teilerfolg verzeichnen zu können, der Lust auf mehr macht. Viel mehr...

Ist die Exceet Group nach der Rekorddividende jetzt (noch) ein Schnäppchen?

Die in Luxemburg beheimatete exceet Group ist eine Beteiligungsgesellschaft. Ihr "Fokus ist das Halten von Beteiligungen in strukturell wachsenden Märkten, wie Gesundheit, Software und Technologie" und dabei "entwickelt und investiert exceet in bestehende Aktivitäten und beteiligt sich opportunistisch in neuen oder angrenzenden Geschäftsfeldern". Soweit die Selbstdarstellung und -wahrnehmung des Unternehmens, das 2006 gegründet und 2010 an die Börse geführt worden war.

Wer auf den Langfristchart blickt, sieht den enormen Absturz, der Mitte 2011 einsetzte, als sich alles gegen das Unternehmen wandte, aber auch den seit 2017 eingesetzten Turnaround. Der allerdings vor allem durch das Übernahmeangebot durch den heute bestimmenden Großaktionär Active Ownership (AOC) getrieben wurde und wird. Zählt man die Anteile von deren Investmentvehikel "White Elephant" und die von Klaus Röhrig, Gründungspartner von AOC und Vorsitzender des Exceet-Verwaltungsrats zusammen, liegt AOC inzwischen wohl deutlich über 70% der Anteile. Daneben gesellen sich weitere Großaktionäre, u.a. die zur Deutschen Balaton AG gehörende Heidelberger Beteiligungen AG, so dass der Streubesitz nur noch magere 13% ausmachen dürfte. "Markteng" ist der Nebenwert also allemal. Aber auch interessant?

Ist McDonald's nicht gerade jetzt ein Investment wert?

McDonald's kennt wohl jeder, jedermann hat schon das knallgelbe M gesehen, dieses Firmenlogo, das Pommes nachempfunden ist und jeder hat schon vom Bic Mac oder McRib gehört. Warren Buffett ist einer der treusten Kunden; jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit kauft er bei Mc Donald's sein Frühstück - für exakt $3,17, Tag für Tag.

Nun erreichte mich diese Leserfrage von Marc B.: "Ich würde gerne wissen, warum Sie bisher nicht in McDonalds investiert sind? Eine solide Aktie, die sich doch gerade jetzt nach dem Rausschmiss des CEO und dem Kursrücksetzer zum (Nach-)Kauf empfehlen würde."

Wer meine Beobachtungsliste betrachtet, erkennt mit schnellem Blick, dass sich keine einzige Aktie aus dem Bereich Systemgastronomie darauf findet - und die berechtigte Frage ist, weshalb nicht...?

Börsenweisheit der Woche 47/2019

"Wenn sich die Story ändert und man anfängt, eine Position zu verkaufen, muss man konsequent bleiben. Sobald die Überzeugung weg ist, wenn das Vertrauen verloren ist, ist es weg. Verschwende keine mentale Energie, indem du Positionen hältst, an die du nicht glaubst. Schau nach dem Verkauf nicht mehr zurück. Blick nach vorne."
(Ian Cassel)

Sonntag, 24. November 2019

Turnaround-Spekulationen als Value Investment? Ernsthaft?

Spricht man an der Börse von einem Turnaround, hat man es mit einem Unternehmen zu tun, das in erheblichen Schwierigkeiten steckt. Das kommt gar nicht so selten vor und Peter Lynch klassifiziert deshalb in seinem Klassiker "Der Börse einen Schritt voraus" Turnaround-Werte gar als eigene Aktienkategorie. Bei diesen wankenden Unternehmen hat sich der Aktienkurs zumeist entsprechend negativ entwickelt und ist entweder stetig oder plötzlich deutlich zurückgegangen. Die Unternehmen reagieren überwiegend mit den selben Maßnahmen darauf: Stilllegung von Fabriken, Freisetzung von Personal, Veräußerung von Randbereichen, radikale Kostenreduzierung, Konzentration auf das Kerngeschäft.

Wenn Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen und ihr Börsenkurs abstürzt, kann dies eine lukrative Chance für Anleger sein. Und zwar nicht nur für Spekulanten, die der Nervenkitzel reizt, sondern auch für langfristig orientierte Value-Investoren...

Samstag, 23. November 2019

Intuit: Endlich an Steuern richtig mitverdienen!

Intuit, ein führender Anbieter von Buchführungs- und Steuersoftware, hat Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vorgelegt und die Erwartungen des Marktes zum fünften Mal in Folge deutlich übertroffen. Und der Kurs fiel fast 5%. Was war passiert? Der Ausblick auf das vierte Quartal war dem Markt zu verhalten, zu konservativ, und daher gab es einen kleinen Sell-off. Und das passiert nicht zum ersten Mal, denn Intuit prognostiziert regelmäßig eher zurückhaltend, um am Ende nicht zurückrudern zu müssen, sondern lieber überzuerfüllen. Mir gefällt das, das Unternehmen, die Art des Managements, das Business und die Aktie. Und die Aussichten sehen weiterhin prächtig aus, wenn man genauer hinsieht...

Blue Cap ohne Dr. Schubert? Kann das wirklich sein? Vielleicht...

Nach den Querelen mit dem Großaktionär PartnerFonds und dem Rausschmiss von deren CEO Oliver Kolbe war zuletzt wieder etwas Ruhe eingekehrt bei der Münchener Beteiligungsholding Blue Cap [WKN: A0JM2M]. Deren CEO und ehemaliger Großaktionär Dr. Hannspeter Schubert hatte zwar seinen Rückzug vom Amt des CEOs zum Jahresende 2019 erklärt, aber viele Aktionäre hatten gehofft, dass die vom neuen Aufsichtsrat eingeleitete Suche nach geeigneten Nachfolgern doch noch zu einem guten Ende führen würde. Das hat es nun, doch Dr. Schubert wird dem Vorstand ab 1.1.2020 nicht mehr angehören, so viel steht ab heute fest. Denn Blue Cap hat gleich drei neue Vorstände benannt. Doch damit muss das Kapital Dr. Schubert bei Blue Cap noch nicht beendet sein...

Freitag, 22. November 2019

Portfoliocheck: Brookfield Asset Management bewegt nun auch Chuck Akres Depot

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 62. Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger: hektische Betriebsamkeit ist ihm fremd; er denkt er lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im dritten Quartal hat Chuck Akre nur wenig in seinem Depot verändert; es dominieren mit einem Anteil von 47% die Finanzwerte vor Immobilienwerten mit 21,5% und zyklischen Konsumwerten mit 13%.

Nachdem Akre sich vor einiger Zeit bereits bei Finanzinvestor KKR & Co. eingekauft hatte, erwarb er in annähernd gleicher Größe nun Aktien von Brookfield Asset Management, die einen ganz besonderen Fokus auf Infrastrukturinvestments legen. Und das aus gutem Grund...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
KKR & Co. befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Großaktionär stockt bei DIC Asset auf und kündigt weitere Aktienkäufe an

Seit mehr als drei Jahren begleite ich den Spezialisten für Gewerbeimmobilien DIC Asset AG nun bereits und inkl. Dividenden stehen aktuell rund 85% Rendite zu Buche - vor einem halben Jahr waren es noch 15% und dazwischen liegen Welten, nicht nur was die Kursentwicklung angeht.

Mein ursprünglicher Investmentcase war, mich auf eine "lohnende Substanzwertspekulation" einzulassen, denn damals wie heute glänzt die DIC Asset-Aktie mit einem erheblichen Discount auf ihren Vermögenswert, den NAV. Bei allen operativen Fortschritten war es doch der unterjährige Kauf der GEG German Estate Group von der TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG, der die Entwicklung massiv beschleunigte und bei der DIC Asset inzwischen sogar zu einer Prognoseanhebung für das laufende Geschäftsjahr führte. Die TTL Beteiligung wiederum schüttete den Erlös aus dem GEG-Verkauf als üppige Sonderdividende an ihre Aktionäre aus und mit dem Rest des vielen Geldes geht sie seitdem auf Aktienkauf: vor allem bei der DIC Asset. Und dahinter steckt deren Großaktionär, der anscheinend noch Größeres vorhat...

Donnerstag, 21. November 2019

Jubiläum: Seit acht Jahren wird hier intelligent investiert

Vor genau acht Jahren, am 21.11.2011, habe ich das Blog "Intelligent investieren" ins Leben gerufen. Und ich habe es bisher (fast) keinen Tag lang bereut, denn ich schreibe über ein Thema, mit dem ich mich ohnehin viel befasse, weil es inzwischen mein Beruf ist: die Börse. Naja, eigentlich eher Berufung, denn es ist kein "Job", sondern es ist mir vor sechs Jahren gelungen, mein liebstes Hobby zu meinem Beruf machen zu können und daran habe ich nach wie vor viel Freude.
»Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.«
(Karl Lagerfeld)
Besser als Karl Lagerfeld kann ich es gar nicht ausdrücken, wie ich das Börsengeschehen und meine Möglichkeit, mich "rund um die Uhr" damit zu beschäftigen, empfinde. Und dieses Blog ist zu einem ganz wichtigen Teil dessen geworden, was ich an positiven Assoziationen mit dem Börsengeschehen verbinde und dazu trage natürlich nicht allein bei, sondern dahinter steckt wesentlich mehr...

Bausch Health: Shortseller Citron wechselt die Seiten und sieht erhebliches Kurspotenzial

Bausch Health hieß früher Valeant Pharmaceuticals und wurde von Hedgefonds-Manager Bill Ackmann mal als "die neue Berkshire Hathaway" tituliert. Er setze einen zweistelligen Milliardenbetrag auf das kanadische Unternehmen und dabei fast alles in den Sand. Ich habe das Unternehmen seit Anfang 2017 als Turnaround-Spekulation im Depot und der Kurs lag in diesen fast drei Jahren bereits um die 50% im Minus, aber auch schon um die 50% im Plus. In den letzten Wochen scheint sich die Turnaround-Spekulation nun aber endlich richtig Fahrt aufzunehmen und bei Kursen um €25 liege ich rund 70% im Plus. Und das dürfte noch nicht das Ende gewesen sein. Noch nicht einmal das Ende des Anfangs...

Mittwoch, 20. November 2019

Wirecard? Die muss man jetzt doch kaufen, oder nicht!?

Ach ja, die "daily dose" Wirecard... Als ich gestern Abend den Handelsblatt-Artikel "Weitere Unregelmäßigkeiten bei Singapur-Tochter von Wirecard" gelesen habe, war mein erster Gedanke "Prima Nachkaufkurse bei Wirecard".

Doch der Reihe nach... Das Handelsblatt berichtet, dass der Wirecard-Wirtschaftsprüfer Ernst & Young das Testat für den Jahresabschluss 2017 der Wirecard-Tochter in Singapur verweigert hätte. Alarmsirene quengelt! Das Testat sei verweigert worden, weil Unterlagen nicht vorgelegt worden wären und sich die Prüfer daher keinen ausreichenden Blick auf die Geschäftsvorgänge hätten verschaffen können und ihre Fragen nicht beantwortet wären. Alarmsirene wird schrill! Und diese Aussagen stünden im Widerspruch zu der von Wirecard, man habe von Ernst & Young ein uneingeschränktes Testat für den Konzern-Jahresabschluss von Wirecard erhalten. Alarmsirene kollabiert fast!

Bis hierhin sieht es so aus, als würde das Handelsblatt auf den Spuren der Financial Times wandern und nun hätte sich eine zweite renommierte Finanzzeitung in Wirecard verbissen, so dass an den bisher von der FT erhobenen Vorwürfen wohl doch mehr dran sein müsse, als bisher vermutet. Doch ist das wirklich so?