Freitag, 24. Mai 2019

Portfoliocheck: Ja doch, Buffett kauft jetzt auch Amazon. Doch da steckt viel mehr dahinter...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem sechsunddreißigsten Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Die Performance dieses wohl weltbesten Investors ist atemberaubend; er legte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20% pro Jahr hin. In dieser Höhe und über eine solch langen Zeitraum ist das fast unerreicht.

Im vierten Quartal hat Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway nur wenige Aktienpositionen verändert, aber dafür durchaus Interessantes offenbart. Denn nachdem Buffett sich wiederholt sehr beeindruckt über Jeff Bezos und seinen visionären Erfolg geäußert hat, offenbarte Berkshire nun erstmals einen milliardenschweren Kauf von Amazon-Aktien. Und dahinter steckt doch einiges mehr, als einfach nur "Buffetts neue Lust auf Technologieaktien"...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Altersarmut dank Immobilienfinanzierung über Lebensversicherung. Wirklich? Wirklich!

Dass ich nicht viel vom Produkt Kapitallebensversicherung halte und dass es für die Versicherten eine Entreicherungsanlageform ist, habe ich in den letzten Jahren wiederholt geschrieben. Die Niedrigzinsphase hat den Assekuranzen kräftig zugesetzt, weil sie selbst keine auskömmlichen Geldanlagen mehr finden und inzwischen müssen sie sogar eine Zinszusatzreserve aufbauen, um die üppigen Garantieverzinsungen aus der Vergangenheit gewährleisten zu können. Doch die Zinszusatzreserve geht zulasten der Rendite der Versicherten und senkt deren heutigen Ablaufleistungen weiter. Des Weiteren mussten die Assekuranzen ihre Garantieverzinsung immer mehr absenken und der Staat strich die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven oder Schlussüberschüssen der Versicherungen, was die Rendite weiter abschmolz. Die Folge dieser Gemengelage ist, dass inzwischen die Überschussbeteiligungen fast komplett ausfallen. Dabei waren doch gerade sie in der Vergangenheit das ziehende Verkaufsargument für "der Deutschen liebste Anlageform".

Nun ja, wird mancher sagen, da bekommen nun Leute nach 25 Jahren eben weniger Zinsen ausgezahlt und dem entsprechend fällt die Ablaufleistung geringer aus. Pech gehabt. passiert eben. Und so oberflächlich betrachtet, kann man das fast so stehen lassen. Jeder ist für sein Geld und auch seine Absicherung im Alter selbst verantwortlich. Und doch...

Dienstag, 21. Mai 2019

Portfoliocheck: Chuck Akre investiert auf lange Sicht und noch mehr in American Tower

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem fünfunddreißigsten Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger und hält nichts von hektischer Betriebsamkeit; er denkt lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im ersten Quartal 2019 hat Chuck Akre nur bei wenigen Positionen Änderungen vorgenommen; es dominieren mit einem Anteil von 45% weiterhin die Finanzwerte vor Communication Services mit 20% und zyklischen Konsumwerten mit 12%. Seine zweitgrößte Position ist mit American Tower einen Spezial-REIT, mit dem er auf den anhaltenden Boom beim mobilen Internet setzt - und auf 5G...

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Montag, 20. Mai 2019

Warren Buffett warnt: "Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte!"

Dass man mit schlechten Leuten keine guten Geschäfte machen kann, ist ein wichtiger Grundsatz des Value Investings, denn man bindet sich ja langfristig an ein Unternehmen. Und wenn dieses von Menschen geführt wird, denen man nicht trauen kann, sollte - nein muss! - man die Finger davon lassen.

Eine Regel, die man gar nicht oft und laut genug betonen kann, denn an der Börse war es Jahrhunderte lang üblich, Investoren über den Tisch zu ziehen. Ob es mit "Orient-Compagnien", Eisenbahnen, Stromhändlern (Stichwort Enron) oder mit beinahe jeder Neuer Markt-Klitsche war, es wurde immer erstunken und erlogen was das Zeug hielt. Da wurden Umsätze und Gewinne vom Vorstand frei erfunden, oder es wurden Kurse vorsätzlich in ungeahnte Höhen manipuliert, weil die Initiatoren zuvor diese Penny-Stocks günstig eingesammelt hatten und dann in die aufgrund ihrer eigenen geschaffenen künstlichen Nachfrage teuer verkauften. Am Ende war immer der Anleger, der diesen schlechten Leuten auf den Leim ging, der Dumme.

Wer nun glaubt, die immer strenger werdenden Regeln der Börsen und die Börsenaufsichten würden Betrugs- und Manipulationsversuche ganz verhindern können, liegt falsch. So lief es auch beim weltweit zweitgrößten Möbelkonzern Steinhoff (nach IKEA), der kurz nach dem Börsengang überführt wurde, über Jahre seine Bilanzen geschönt und Scheinumsätze und -gewinne ausgewiesen zu haben. Das Nachsehen haben die Aktionäre denn die Papiere stürzen ab und bei den Verantwortlichen Schadensersatz zu holen, stellt sich oftmals als schwierig bis unlösbar dar. Wenn diese dann für relativ kurze Zeit ins Gefängnis müssen, ist das weder Trost noch Genugtuung. Und schon gar nicht gerecht. Daher sollten Anleger dem Charakter und dem Leumund des Managements durchaus ausreichend Beachtung schenken - bevor sie die Aktien des Unternehmens kaufen...

Börsenweisheit der Woche 20/2019

"Man wird nicht über Nacht zu einem großartigen Investor, da die wichtigsten Lektionen nicht unterrichtet werden können. Sie müssen erlebt werden. Der beste Weg das Investieren zu lernen, ist das Investieren."
(Ian Cassel)

Sonntag, 19. Mai 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 20/2019 im Rückspiegel mit Arista, Aumann, Cisco, Fintech Group, Hello Fresh, IAC InterActiveCorp., Match Group, MBB, Nynomic, Rocket Internet, SBF, Teva Pharmaceuticals

Nach dem "Aussetzer" am letzten Wochenende gibt es in dieser Woche wieder meine Klookschietereien. Und man kann feststellen, dass die "politischen Börsen" zurück sind, nachdem Donaldissimo zunächst den US-China-Handelskrieg zugespitzt hat, mit Börsenturbulenzen im Gefolge, um wenig später wieder etwas zurückzurudern. Die - nicht ganz so starke - Erhöhung an den Weltbörsen zeigt, wie psychisch instabil die Märkte sind, und was ein Egomane an der Spitze einer Weltmacht anrichten kann.

Daneben läuft die "Earnings Season" in den USA weiter und in Deutschland nimmt die Dividendensaison Fahrt auf. Mit entsprechenden deutlicheren Kursschwankungen bei den betroffenen Werten. Und auch wenn Quartalsergebnisse kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sind, prägen sie doch auf kurze Sicht den Kursverlauf einer Aktie. Und das bietet Chancen und Risiken...

Samstag, 18. Mai 2019

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste.



















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.


▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.


▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Donnerstag, 16. Mai 2019

Blue Cap und PartnerFonds: So oder so könnte das noch was werden...

Gerade erst haben sich die Gewitterwolken bei Blue Cap etwas aufgehellt, nachdem man auf Entspannungskurs zum Großaktionär PartnerFonds AG gegangen ist und sich ein einvernehmlich(er)es Vorgehen abzeichnet: Dr. Schubert wird als Blue Cap-CEO von Bord gehen und der Vorstand bis zum Jahresende auf bis zu drei Mitglieder ausgeweitet. Daneben wird der Aufsichtsrat um einen auf vier Posten erweitert und die beiden jetzt von PartnerFonds vorgeschlagenen Kandidaten finden auch die Unterstützung von Dr. Schubert/Blue Cap. Einer von ihnen gehört zum Evoco-Team, die seit Kurzem mit 18,34% der Anteile neuer größter Aktionär bei der PartnerFonds AG sind (vor Dr. Schubert mit rund 8%).

Anlässlich des Frankfurter Eigenkapitalforums hat Dr. Schubert sich zur künftigen Zusammenarbeit der beiden drei Unternehmen geäußert und deutlich gemacht, dass eine wie auch immer geartete Verschmelzung von Evoco oder Blue Cap mit PartnerFonds ausgeschlossen sei. Soweit so gut. Doch es bleibt - vor allem aus Sicht der Blue Cap-Aktionäre - die Frage, wie es dann weitergehen soll, zumal der hohe Abschlag des Aktienkurses auf den NAV (17,50 zu 30 Euro) ja maßgeblich an diesen unsicheren Zukunftsaussichten hängt. Und genau dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht...

Mittwoch, 15. Mai 2019

Navigator Equity Solutions: Gewinne und Geldsegen mit Folgen - kommen Aktienrückkäufe oder eine (feindliche) Übernahme?

Die Beteiligungsgesellschaft Navigator Equity Solutions SE hat ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht und im Anschluss auch über die wichtigsten anstehenden Veränderungen, nachdem sie im ersten Quartal 2019 den überwiegenden Teil (51%) ihrer größten Beteiligung IT Competence Group  verkauft hat.

Des Weiteren hat sich Navigator im ersten Quartal von weiteren Beteiligungen getrennt und dabei weitere Gewinne eingefahren. Da bisher die ITC in der Navigator-Bilanz konsolidiert wurde, wird die Entkonsolidierung natürlich kräftige Auswirkungen haben. So entfallen die Umsätze und Gewinne (oder ggf. Verluste) der ITC; die nicht der Navigator zuzurechnenden Anteile des Gewinns waren zuvor als Minderheitenanteile am Ende abgezogen worden. Für den verbliebenen restlichen ITC-Anteil in Höhe von 22% gibt es eine Verkaufsvereinbarung, so dass diese auch in absehbarer Zeit ganz aus den Navigator-Büchern verschwinden wird - bis auf den Verkaufspreis natürlich, und den daraus nochmals zu erwartenden Gewinn, der je nach Preis zwischen 2,0 Mio. und 3,6 Mio. Euro liegen wird. Bleibt die Frage, was nun mit dem ganzen Geld passieren soll...

Dienstag, 14. Mai 2019

Portfoliocheck: Value Investor Frank Sands heißester Flirt ist die Match Group

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem vierunddreißigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Frank Sands, der auf dominierende Unternehmen mit starkem, profitablem Wachstum setzt. Diese müssen stets Sands sechs Kriterien für "dominierende Wachstumsunternehmen" erfüllen: nachhaltiges überdurchschnittliches Gewinnwachstum, Marktführerschaft in ihrer jeweiligen Branche, bedeutende Wettbewerbsvorteile (Burggraben) sowie ein einzigartiges Geschäftsmodell, eine klare Philosophie sowie einen Wert schöpfenden Fokus, Finanzstärke und eine angemessene Bewertung im Hinblick auf Markt- und Geschäftsaussichten.

In seinem Portfolio setzt er den Schwerpunkt bei den großen Profiteuren des boomenden Internethandels wie Amazon, Alibaba und VISA, aber auch auf Netflix und die Google-Mutter Alphabet. Seit Kurzem setzt Frank Sands auch auf die zu 81% der Beteiligungsgesellschaft IAC InterActiveCorp. gehörende Match Group, den führenden Dating-Spezialisten mit 45 Tochterunternehmen und Apps wie Tinder, Hinge, LoveScout24 oder neu.de. Da haben sich zwei gefunden...

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Disclaimer
Alphabet, Amazon, IAC InterActiveCorp. Match Group befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 13. Mai 2019

Blue Cap: Neuer Player mischt die Karten neu. Deeskalation oder (nur) die Ruhe vor dem Sturm?

Bei der Beteiligungsgesellschaft Blue Cap ist richtig Leben drin. Weniger im operativen Business, das gewohnt souverän läuft, wie die 2018er Jahreszahlen belegt hatten, als vielmehr im Ringen um Macht und Einfluss.

Denn nachdem Dr. Hannspeter Schubert, Macher und CEO der Blue Cap AG, mit 44% den größten Teil seines Aktienpakets an die PartnerFonds AG verkauft hatte, war eigentlich ein einvernehmliches Zusammengehen der beiden Gesellschaften unter dem Dach der Blue Cap AG angedacht. Daraus wurde bekanntlich ja nichts; es gab vielmehr eine unschöne Eskalation, bei der auch mit harten Bandagen gekämpft wurde. In den letzten Tagen gab es nun gleich mehrere Entwicklungen, die aufhorchen lassen...

Börsenweisheit der Woche 19/2019

"Der beste Weg, um über Investitionen nachzudenken, ist, alleine in einem Raum zu sein und zu lesen und dann darüber nachzudenken, was man gelesen hat. Wenn Sie denken, dass es so nicht funktioniert, entgegne ich, dass es anders nicht funktioniert."
(Warren Buffett)

Freitag, 10. Mai 2019

Benjamin Graham warnt Anleger vor Selbstüberschätzung. Denn der schlimmste Feind des Investors sei wahrscheinlich er selbst...

Menschen neigen dazu, sich selbst zu überschätzen, im Straßenverkehr wie an der Börse. So meinen 70 Prozent der Autofahrer, sie würden überdurchschnittlich gut fahren - was natürlich nicht sein kann so ist. Was die eigenen Erfolgsaussichten an der Börse angeht, liegt die Selbstein- und überschätzung noch höher. Gefühlt scheint jeder "den Markt" schlagen zu können. Dabei versagen sogar die meisten Fondsmanager und schneiden schlechter als ihr Vergleichsindex ab. Wie die amerikanische Investmentgesellschaft Vanguard in einer Studie herausfand, hinkten 85 Prozent der aktiv verwalteten Anlagefonds im Zeitraum zwischen 1999 und 2013 ihrem Vergleichsindex hinterher. Im Umkehrschluss lagen also nur 15 Prozent der Fondsmanager besser als der Markt oder zumindest gleichauf.

»Der schlimmste Feind des Investors ist wahrscheinlich er selbst.«
(Benjamin Graham)

Die meisten Fehler an der Börse entstehen, weil Anleger zu wenig Geduld mitbringen und glauben, durch ein gutes Timing schlauer zu sein als die übrigen Anleger. Meistens schauen sie sich dazu Charts an und rückblickend betrachtet liegt klar auf der Hand, wann man kaufen und verkaufen hätte müssen. Und diese "Erkenntnis" wird dann gerne in die Zukunft fortgeschrieben. Aber das funktioniert eben nur selten bis gar nicht. Wenn es so einfach wäre, könnte es ja jeder und jeder würde an der Börse ein Vermögen verdienen. Und das möchte man nur zu gerne glauben...

Donnerstag, 9. Mai 2019

Softbank im (News-) Rausch: Starke Zahlen, IPO-Pläne, neuer Fonds, Dividendenverdopplung...

Der japanische Beteiligungs- und Venture Capital-Konzern Softbank Group hat hervorragende Zahlen für das am 31.3.2019 abgelaufene Geschäftsjahr 2018 vorgelegt.

Noch interessanter dürften allerdings einige im Umfeld der Zahlenvorlage lancierte weiterer Nachrichten und Entwicklungen sein, die sich um ein IPO drehen, einen Aktiensplit, einen Dividendenverdopplung, einen neuen 100-Milliarden Venture Capital Fonds und ein Aktientauschgeschäft bei Yahoo! Japan. Und jede einzelne dieser Meldungen könnte sich merklich auf das Business von Softbank auswirken und dürfte dem entsprechend auch für die Kursentwicklung nicht unerheblich sein. Schon gar nicht in Summe...

Dienstag, 7. Mai 2019

Warren Buffett rät: "Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!"

Mit dem Erwerb einer Aktie kauft man ein Unternehmen - jedenfalls einen Teil davon. Weshalb legen Value Investoren wie Warren Buffett auf diese Unterscheidung dann so viel Wert?

Das liegt an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Börsenkurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler.

»Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!«
(Warren Buffett)

Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine wirklich gute, überdurchschnittliche Performance zu erzielen.

Montag, 6. Mai 2019

Portfoliocheck: Bill Nygren kauft sich bei Ölausrüster Halliburton ein. Gegen den Trend, versteht sich...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem dreiunddreißigsten Portfoliocheck geht es um Bill Nygren, den Portfolio Manager und CIO des Oakmark Funds, mit dem er seit dessen Gründung 1991 eine beeindruckende durchschnittliche jährliche Rendite von 13 Prozent vorweisen kann.

Bill Nygren fährt einen fokussierten Investmentstil mit einigen wenigen, ausgesuchten Werten. Er lag vor einigen Monaten mit seiner Meinung goldrichtig, dass nicht das Ende des Bullenmarktes bevorstünde, sondern sich das aufziehende Börsengewitter als vorübergehende Verschnaufpause erweisen sollte. Im vierten Quartal 2018 hat Bill Nygren sich ganz frisch beim strauchelnden Ölausrüster Halliburton eingekauft und agierte damit mal wieder gegen den Trend. Bisher hat sich das ziemlich oft richtig ausgezahlt...

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Börsenweisheit der Woche 18/2019

"Wie wird man zum Spekulanten? Wie ein unschuldiges Mädchen zum ältesten Gewerbe der Menschheit kommt. Man fängt an aus Neugierde, dann macht man es aus Spaß und zum Schluss für das Geld."
(André Kostolany)

Sonntag, 5. Mai 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 18/2019 im Rückspiegel mit Alphabet, Berkshire Hathaway, Corning, Funkwerk, KKR, MasterCard, Softbank, Steico, Xylem

Die "Earnings Season" in den USA hat die Börsen weiterhin im Griff und es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens ein Unternehmen heftigen Kursschwankungen ausgesetzt ist, weil es die Erwartungen des Marktes verfehlt. In die eine oder andere Richtung.

Beste Beispiele dafür sind Alphabet, die enttäuschten, oder Funkwerk, die überraschten, und MasterCard, die mal wieder einfach "nur" lieferten.

Quartalsergebnisse dürfen kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sein. Die Ergebnisse, aber vor allem auch die Erläuterungen des Managements, wie die sich ihre Zahlen erklären (oder schönreden), das sind jedoch durchaus nützlich für die Überprüfung des eigenen Investmentcases. Stimmt die Richtung noch, passen die Zahlen ins große Bild, deuten sich Entwicklungen an, über die man sich genauere Gedanken machen sollte? Oder sind schlechte Zahlen nur eine einmalige Sache und vielleicht eher stichtagsbezogen? Sind erwartete Aufträge evtl. nur um ein paar Tage oder Wochen verschoben? Dann besteht kein Grund zur Panik, das Unternehmen scheint weiterhin auf Kurs. Und dann bieten kurzfristige Kurseinbrüche eine willkommene Chance, um den eigenen Aktienbestand etwas aufzustocken...


Freitag, 3. Mai 2019

Buffett hat nun Amazon-Aktien: steht das Ende von Amazons Wachstum bevor?

Amazon ist das wohl disruptivste Unternehmen der Gegenwart und hat seit seinem Bestehen kaum Gewinne gemacht. Alles wurde und wird dem Wachstum untergeordnet und erst in den letzten Jahren bleiben auch unterm Strich Gewinne hängen und zwar stark steigende.

Warren Buffett hat nie in Amazon investiert, doch vor einiger Zeit bekannte er, dass es ein Fehler gewesen sei, nicht in die Kraft von Amazon zu investieren. Und gestern Abend, kurz vor der diesjährigen Hauptversammlung seiner Investmentholding Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2], platze Buffett bei CNBC damit heraus, dass Berkshire im letzten Quartal "einige" Amazon-Aktien gekauft habe. Doch was bedeutet das nun? Immerhin stieg Buffett vor einiger Zeit auch groß bei Apple [WKN: 865985] ein und zwar mit den Worten, dass Apple in seinen Augen kein Wachstumsunternehmen mehr sei, sondern eher ein Konsumwert. Denkt Buffett also, die Wachstumszeiten lägen hinter Amazon?

Donnerstag, 2. Mai 2019

Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?

Ich bin inzwischen seit gut 30 Jahren an der Börse aktiv und habe meinen Investmentstil seit meinen Anfängen erheblich verändert. Aus meiner Sicht weiterentwickelt, weg vom Kurs getriebenen eher kurzfristig orientierten Anleger hin zu einem Value und Quality Investor.

Seit einiger Zeit habe ich nun wachsende Zweifel an einer meiner seit vielen Jahren bestehenden Investmentgrundsätze und musste sogar feststellen, dass ich ihn schon länger nicht mehr konsequent befolge. Höchste Zeit also, mich zu disziplinieren oder aber den Ursachen auf den Grund zu gehen. Oder beides. Das Ergebnis, meine Selbsterkenntnis ist, dass ich mich - erneut - weiter entwickelt habe. Ob ich meinen Investmentstil auch verbessert habe, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

Aber es geht natürlich nicht um einen Trial-and-Error-Feldversuch, sondern ich habe die Argumente sorgsam gegeneinander abgewogen und - zu meiner Erleichterung - am Ende die besseren Argumente auf meiner (neuen) Seite. Oder mit Churchills Worten: "Dass ich meine Meinung geändert habe, ändert nichts an der Tatsache, dass ich immer noch Recht habe". ツ

So, nun aber zum Eingemachten: bei meinem Umdenken geht es um die Cash-Quote und die Frage, ob das dauerhafte Halten einer hohen Cash-Quote, um bei starken Kursrückschlägen günstig Aktien einsammeln zu können, wirklich besser ist, als stets weitgehend investiert zu sein, sowohl im Börsenaufschwung wie auch im -absturz. Und dabei geht es mir nicht um Market-Timing, das gleich vorab, sondern um ganz pragmatische Überlegungen und Erfolgsaussichten, um langfristig höhere Renditen einzufahren.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Wird Rocket Internet jetzt zum Immobilienkonzern? Ernsthaft? Oder wie jetzt?

Die Rocket Internet SE agiert als Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft und hat mit Immobiliengeschäften wenig am Hut. Bis jetzt. An mich wurde - vielleicht nicht ganz ernst gemeint - die Frage herangetragen, ob Rocket Internet jetzt sein Geschäftsmodell ändere hin zu einem Immobilienunternehmen.

Basis für diese Andeutung/Vermutung ist die Einladung zur Hauptversammlung, wo es in der Tat um eine Änderung der Satzung der Gesellschaft geht und worüber die Aktionäre auf der anstehenden Hauptversammlung abstimmen sollen. Aber was steckt denn nun wirklich dahinter...?

Dienstag, 30. April 2019

Peter Lynch mahnt: "Verliebe dich nie in eine Aktie. Bleibe immer aufgeschlossen!"

Menschen neigen zu selektiver Wahrnehmung; sie gewichten Argumente, die ihre eigene Meinung stützen als jene, die dem eigenen Standpunkt widersprechen. Man nennt das auch "Confirmation Bias" oder Bestätigungsfehler. Doch da uns Benjamin Graham schon lehrte, vor allem unser Kapital zu erhalten, also an die Risiken zu denken, muss sich ein Anleger dieser eigenen Schwäche bewusst sein, wenn er langfristig Erfolg an der Börse haben möchte. Oder wie Johann Michael Sailer es ausdrückte: "Sich selbst zu erforschen ist das erste Studium"...

Montag, 29. April 2019

Warren Buffetts goldene Regeln des Value Investings

"Good business, good management, good price", das sind die Kernelemente einer guten Investition. Damit hat es Warren Buffett schon treffend auf den Punkt gebracht, denn mehr ist es im Grunde nicht.

Investiere langfristig

Der Anlagehorizont sollte mindestens fünf Jahre betragen. Das erfordert Disziplin und Geduld, die Benjamin Graham als die oberste Tugend eines Investors bezeichnet. Warren Buffetts bevorzugte Anlagedauer ist "für immer" und so hält er seine großen Positionen American Express, Coca Cola oder Wells Fargo schon seit Jahrzehnten, durch alle Börsenturbulenzen hindurch. Er meint, "wer nicht bereit ist, eine Aktie zehn Jahre zu halten, sollte sie keine zehn Minuten besitzen". Und Charlie Munger, Buffetts Partner bei Berkshire Hathaway, bemerkt: "Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn du abwartest. (...) Investieren ist, wenn du einige großartige Unternehmen findest und dann auf deinem Hintern sitzt".

Börsenweisheit der Woche 17/2019

"Man kann sich Investmentideen bei anderen ausleihen, aber wenn man Aktien nicht auf Basis eigener Überlegungen kauft, bleibt man immer auf die Einschätzung von anderen angewiesen."
(Ian Cassel)

Sonntag, 28. April 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 17/2019 im Rückspiegel mit Amazon, Blue Cap, Dr. Hönle, Microsoft, PayPal, Umicore

Es liegt eine weitere politisch weitgehend unaufgeregte Woche hinter uns und die Börsen zahlen das mit steigenden Kursen zurück.

In den USA nimmt die "Earnings Season" langsam richtig Fahrt auf und immer mehr Schwergewichte präsentieren ihre Ergebnisse des ersten Quartals. Von überbordendem Optimismus kann weiterhin keine Rede sein, trotz des optisch wieder hohen Kursniveaus. Zu viel Geld wartet noch immer an der Seitenlinie, während die Aussicht auf Zinssenkungen in den USA weiter zunimmt. Und noch immer picken sich Anleger gerne das eine Pünktchen heraus, das ihnen an den vorgelegten Quartalszahlen nicht passt und das bestimmt dann die Schlagzeilen.

»Die Bären machen Schlagzeilen, die Bullen machen Geld.«
(Bernard Baruch)

Exemplarisch nenne ich mal Amazon, wo hauptsächlich über das nachlassende Umsatzwachstum berichtet wird. Hätten wir eine euphorische Stimmungslage an der Börse, wären die Nachrichten voll von der Gewinnverdopplung. Aber davon hat kaum jemand etwas mitbekommen und der Börsenkurs ist auch nicht zweistellig in die Höhe gesprungen. Die Börse scheint also Bernard Baruchs weisen Gedanken zu folgen und das kann auch noch eine ganze Weile so weitergehen...

Freitag, 26. April 2019

Portfoliocheck: Value Investor Chris Davis stockte bei Facebook weiter auf. Trotz oder wegen der Skandale...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem zweiunddreißigsten Portfoliocheck beschäftige ich mich mit Chris Davis, dessen familiengeführte Investmentfirma Davis Advisors seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stets ein und dieselbe bewährte Anlagephilosophie verfolgt: man versteht Aktien als Eigentumsanteile an realen Unternehmen und nicht als Wettscheine auf Kursschwankungen. Daher investiert Davis Advisors viel Zeit und Ressourcen in gründliche fundamentale Analysen der Unternehmen und setzt den Schwerpunkt auf dem Konzept der „Owners Earnings“, das auch Warren Buffett bei der Auswahl von Aktien für Berkshire Hathaway bevorzugt.

Im vierten Quartal hat Chris Davis es wieder etwas ruhiger angehen lassen und nur einige Aktienbestände verändert; seine Turnoverrate lag bei 4,66 Prozent. Reduziert hat er unterm Strich in den Sektoren Finanzen, Industrie und Gesundheit, während er netto bei Technologie, Energie, zyklischen Konsumwerten und Immobilien bzw. REITs aufgestockt hat. Und bei Facebook hat er quasi beim Kurs- und Stimmungstief weiter aufgestockt und das scheint sich richtig auszuzahlen...

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Disclaimer
Berkshire Hathaway und Facebook befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 23. April 2019

Warren Buffett meidet Neuemissionen und vergleicht IPOs mit Lottospielen

Wagt eine Aktiengesellschaft den Sprung aufs Börsenparkett, nennt man diesen Börsengang neudeutsch Initial Public Offering (IPO). Medienwirksame IPOs der letzten Jahre waren u.a. Facebook, Alibaba, Rocket Internet, Zalando oder Delivery Hero.

Für ihr IPO erstellen die Unternehmen einen umfassenden Emissionsprospekt, der alle relevanten Informationen enthalten muss, vor allem aber erläuternde Hinweise zu den Risiken und in den diversen Börsenblättchen - und Blogs - wird über den Börsengang berichtet, zumeist mit Handlungsempfehlungen. Also eine sichere Sache, sollte man meinen, oder?

Montag, 22. April 2019

Börsenweisheit der Woche 16/2019

"Ein gutes Leben hat nur selten einen Menschen ruiniert. Was den Menschen in den Ruin treibt, sind die dummen Geschäfte."
(Carl Fürstenberg)

Sonntag, 21. April 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 16/2019 im Rückspiegel mit Amazon, DIC Asset, Softbank Group, Technotrans, Zalando

Die letzte Woche ging an Deutschland; während der Dow Jones und der NASDAQ jeweils knapp 1% gewannen, legten DAX und MDAX jeweils deutlich über 2% zu. Dabei ist Berichtssaison und bei den US-Werten kann man bisher feststellen, dass nur wenige ihre oft eher zurückhaltenden Prognosen nicht erreicht haben; allerdings ist das Gewinnwachstum auch auf das niedrigste Niveau seit 2016 zurückgefallen. Die vielen Handelskonflikte auf der Welt, aber vor allem die spürbar nachlassenden Wachstumsraten in China zeigen also durchaus ihre negative Wirkung.

Hieraus abzuleiten, dass nun der große Börsenabschwung unmittelbar bevorsteht, könnte aber überzogen sein. Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, sieht jedenfalls umgekehrte Anzeichen, wenn auch aus anderen Gründen. Fink argumentiert nicht so sehr mit den Unternehmenszahlen, sondern mit Liquidität. Nach seiner Auffassung stehen die Börsen vor einem "Melt-up", also einem Vulkan artigen Ausbruch. Denn, so Fink, der bisherige Anstieg der Börsenkurse im laufenden Jahr sei an vielen Großinvestoren vorbei gegangen, die weiterhin auf hohen Cash-Quoten säßen und dank der wieder sinkenden Zinsen keine attraktiven Investitionsmöglichkeiten fänden für ihr Geld. Dieser Liquiditätsberg würde in absehbarer Zeit zurück in Aktien fließen, die als einzige Anlageform attraktive Renditen verspreche. Und dieser liquiditätsgetriebene Schub wird die Aktienkurse massiv nach oben treiben.

Diese Ansicht hat vieles für sich. Andererseits muss jedem klar sein nach fast zehn Jahren Börsenaufschwung, dass dieser massive Push dann auch das Finale der derzeitigen Hausse sein könnte dürfte. Denn ein solcher zu erwartender starker Anstieg wird unweigerlich dazu führen, dass die Boulevardpresse das Thema aufgreift und sobald BILD & Co. auf den Titelseiten zum Einstieg blasen, ist es Zeit, aus dieser dann losgetretenen "Dienstmädchenhausse" auszusteigen und sein Geld vom Tisch zu nehmen. Doch bevor es soweit ist, warten wir mal erstmal ab, ob es überhaupt und ggf. wann zum "Melt-up" kommt...

Samstag, 20. April 2019

Was ist... eine Wandelanleihe?

Manche Leute sehen in Wandelanleihen die Allzweckwaffen der Finanzanlage, denn diese Wertpapiere kombinieren die Sicherheit einer Anleihe mit den Kurschancen einer Aktie. Als Zwischenlösung zwischen Anleihe und Aktie stellt die Wandelanleihe ein Nischenprodukt dar.

Begibt ein Unternehmen eine Wandelanleihe, stellt dies zunächst einen normalen Kredit dar, den der Käufer der Anleihe dem Unternehmen gewährt. Er erhält für diese Schuldverschreibung regulär Zinsen, allerdings kann er ab einem bestimmten Zeitpunkt (spätestens zum Ende der Laufzeit der Wandelanleihe) entscheiden, ob er anstelle der Rückzahlung des Nominalwertes der Anleihe diesen in Aktien erhalten möchte. Die Anzahl der Aktien ist hierbei bereits bei der Emission der Wandelanleihe festgelegt - für den Käufer lohnt sich also die Rückzahlung in Aktien (Wandelung) in der Regel dann, wenn die Aktien zwischenzeitlich im Kurs gestiegen sind. Sind sie hingegen gefallen, lässt er sich den Anleihebetrag in bar zurückzahlen - und kann ggf. die Aktien billiger über die Börse kaufen. Eine Wandelanleihe ist also dann ein interessantes Investment, wenn man von mittelfristig steigenden Kursen des Basiswerts ausgeht, aber zuvor mit einem Kursrücksetzer rechnet. In diesem Fall streicht man zunächst die sicheren Zinsen ein und wandelt ggf. die Anleihe, wenn der Aktienkurs sich wieder erholt hat.

Eine besondere Form der Wandelanleihe ist die Pflichtwandelanleihe (oder auch Zwangswandelanleihe), bei der von vornherein festgelegt ist, dass die Rückzahlung in Aktien erfolgt, spätestens am Laufzeitende. Für das Unternehmen hat dies den Charme, dass bei dem aktuellen niedrigen Zinsniveau Fremdkapital günstiger ist als Eigenkapital, das ja einen Anteil am Gewinn erhält, die Mittel aus einer Pflichtwandelanleihe von den Ratingagenturen allerdings von Anfang an als Eigenkapital bewertet werden. Und je höher die Eigenkapitalquote, desto besser die Bonität. Eine Pflichtwandelanleihe stellt also eine Kapitalerhöhung dar, da am Ende junge Aktien zu ihrer Begleichung ausgegeben werden - mit dem entsprechenden Verwässerungseffekt für die Altaktionäre.

Donnerstag, 18. April 2019

Was ist... eine Dienstmädchenhausse?

Aktienkurse entstehen aus Angebot und Nachfrage, ganz klassisch. Und wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigt der Aktienkurs. Über die Jahrzehnte hinweg erzielen Aktien Kurssteigerungen von durchschnittlich rund sieben Prozent pro Jahr und sich damit eine der rentierlichsten Anlageformen überhaupt. Auf lange Sicht sogar ungeschlagen; nur auf kurze Sicht kommt es bisweilen mal zu einer schlechteren oder gar negativen Performance. Zum Beispiel in Zeiten eines Börsencrashs. Doch diese Phasen sind in der Regel viel kürzer als die Phasen steigender Kurse und die Kursrückschläge, selbst die heftigen, sind zumeist nach relativ kurzer Zeit wieder aufgeholt.

Von einer Hausse spricht man, wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum deutlich ansteigen. Doch was haben Dienstmädchen damit zu tun und weshalb sind sie so bedeutsam für unseren Anlageerfolg? Oder -misserfolg?

Mittwoch, 17. April 2019

Mein Lese-Tipp: "Gierig. Verliebt. Panisch. Wie Anleger ihre Emotionen kontrollieren und Fehler vermeiden" von Jessica Schwarzer

Börse ist zu 90% Psychologie verrät uns der Volksmund. Und wer dem teilweise hektischen Auf und Ab der Börsenkurse über einen längeren Zeitraum folgt, kann dem nur beipflichten. Längst gibt es hierfür eine eigene Börsendisziplin, die "Behavioral Finance".

Dabei sind die den Börsenbewegungen zugrunde liegenden Fakten alles andere als emotionsgetrieben, sondern vielmehr nackte, langweilige Fakten. Wie das eben so ist bei der Bewertung von Unternehmen anhand von Kennzahlen und Geschäftsberichten. Und doch ist da noch mehr, denn bei der Interpretation dieser Fakten, die kann alles andere als emotionslos erfolgen. Gerade in Marktphasen, wo sich die Nachrichten überschlagen und Unsicherheit die Menschen treibt.

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Und genau hier setzt Jessica Schwarzer an mit ihrem Buch...

Dienstag, 16. April 2019

Weshalb ich auf Stock-Picking setze und nicht in Fonds, Wikis oder ETFs investiere

Unter Stock-Picking versteht man das Investieren in einzelne Aktien (Engl.: Stocks) und es ist die Grundlage der Strategien sowohl von Value Investoren als auch von Quality Investoren.

Durch gezieltes Investieren in Aktien einer bestimmten Gesellschaft, eines bestimmten Marktes oder Sektors wird eine überdurchschnittliche Rendite erwartet. Dabei ist der Grundgedanke, dass anhand einer fundamentalen Analyse der Kennzahlen eines Unternehmens und des Marktes, in dem es sich bewegt, diejenigen herausgefiltert werden können, die sich langfristig besser entwickeln werden als der Gesamtmarkt bzw. ihr Vergleichsindex. Entweder aufgrund ihrer besonders attraktiven Bewertung oder wegen ihrer herausragenden Marktstellung , dem sog. ökonomischen Burggraben" (Engl.: "Moat"). Oder Beidem.

»Die Kunst des Investierens in Aktiengesellschaften ist... einfach, zu einem vernünftigen Preis ein Unternehmen mit hervorragender Wirtschaftlichkeit und einem fähigen, ehrlichen Management zu erwerben. Danach brauchen Sie nur noch zu kontrollieren, ob diese Eigenschaften bewahrt werden.«
(Charlie Munger)

Das Stock-Picking steht damit in Konfrontation zu der Erkenntnis, dass die meisten Anleger schlechter abschneiden als der Markt. Auch und vor allem die Profis! Allerdings gibt es eine Reihe von Investoren, die über lange Zeiträume bessere Ergebnisse abliefern, wie Bernard Baruch, Warren Buffet, Benjamin Graham, Philip A. Fisher, Peter Lynch, George Soros, Charlie Munger, Walter Schloss oder John Templeton. Es kann also als erwiesen gelten, dass Stock-Picking erfolgreich ist - wenn man es denn richtig macht.

Montag, 15. April 2019

Mein Lese-Tipp: "Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes" - ein ganz besonderes Kinderbuch

Über Geld spricht man nicht! So ist das in Deutschland. Man zeigt seinen Reichtum nicht und wenn man schon Statussymbole öffentlich präsentiert, schweigt man sich dennoch über ihre Bezahlung aus. Vieles wird auf Pump finanziert, gerade die Jugend kennt hier keine Halten mehr beim Konsumwahn, und die Zahlen der Privat-Insolvenzen schnellt weiter in die Höhe, während kaum Termine zu bekommen sind bei den Schuldnerberatungsstellen, die aus allen Nähten platzen. Von Hilfe ganz zu schweigen.

Über Geld spricht man nicht! Das gilt für unser Elternhaus, wo möglichst niemand in der Familie wissen darf, was der Papa oder die Mama denn so verdienen. Das gilt ebenso für die Schule, wo es kein Unterrichtsfach gibt, das Kindern und Jugendlichen beibringt, wie man mit Geld richtig umgeht und wie hart man es sich erarbeiten muss. Geld ist einfach immer da und steht jederzeit für den Konsum zur Verfügung. Das ist die Botschaft, das ist das Empfinden. Die Schulen sollen die Heranwachsenden auf die Lebensrealität bestens vorbereiten - nicht nur beim Thema Geld versagen sie.

Über Geld spricht man nicht! Die Kinder bekommen (nicht nur bei diesem Thema) keine Werte mehr vermittelt. Und "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr", das besagt schon eine altbekannte Deutsche Lebensweisheit. Dabei wäre so wichtig, wenn unsere Kleinen frühzeitig das Wichtigste über Geld erfahren würden. Obwohl oder gerade weil dieser Stoff nicht einfach zu vermitteln ist. Doch nun gibt es Abhilfe. Anna Prinz wagt mit ihrem Buch "Joscha Pietsch und das Geheimnis des Geldes" das Undenkbare: sie hat eine wundervolle Geschichte verfasst, die sich an die Kleinen wendet und ihnen geradezu spielerisch die wichtigsten Lektionen zum Thema Geld vermittelt.

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Doch dieses Buch ist weit mehr als eine nette Geschichte über einen Jungen, der auszog, das große Geld zu machen...

Börsenweisheit der Woche 15/2019

"Meine größten Positionen sind nicht die, mit denen ich das meiste Geld zu verdienen hoffe, sondern die, bei denen ich glaube, mit ihnen kein Geld zu verlieren."
(Joel Greenblatt)

Sonntag, 14. April 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 15/2019 im Rückspiegel mit Amazon, Blue Cap, DIC Asset, Jumia, Microsoft, Rocket Internet

Unterm Strich notieren die großen Indizes der Welt unverändert nach der vergangenen Woche. Zur Wochenmitte waren DAX und Dow Jones zwar deutlich unter Druck, ebenso der MDAX, doch das hat sich am Freitag wieder gegeben. Lediglich der technologielastige NASDAQ zeichnet ein etwas anderes Bild: er hat in der letzten Woche gut 1% zugelegt und ist eigentlich die ganze Woche über moderat angestiegen. Hiermit zeichnet sich die jetzt schon seit einigen Jahren auffällige Entwicklung weiter fort, dass die US-Technologiewerte zulegen und alle Indizes mitreißen. Beim NASDAQ ist das sehr ausgeprägt, da diese viele der großen Technologiewerte beinhaltet, aber auch S&P 500, DOW oder der MSCI World würden ohne die Kursstärke der US-Techgiganten ein ziemlich düsteres Bild zeichnen.

Und genau das ist der Punkt: Skeptiker orientieren sich gerne an den vermeintlichen Höchstständen der Indizes, dabei ist der breite Markt gar nicht großartig angestiegen in den letzten zwei Jahren. So notierte der breite Russel 2000 Ende Dezember 2018 mit knapp 1.337 Punkten leicht unterhalb seines Wertes vom 30. Dezember 2016, als er bei 1.357 Punkten lag. Zwei Jahre ohne Zugewinn. Natürlich auch dank des allgemeinen Börseneinbruchs Ende 2018; Ende August 2018 hatte der Russel 2000 einen Höchststand von rund 1.740 Punkten markiert. Und damit notiert er aktuell, trotz des fulminanten Jahresauftakts, noch gut 10 Prozent unter seinen alten Hochs.

Es ziehen also die großen Technologiewerte und das nicht ohne Grund. Denn sie legen weiterhin Wachstumsraten im prozentual zweistelligen Bereich vor und kaufen mit ihren enormen Cashflows weiterhin massiv eigene Aktien zurück, so dass ihr Ergebnis je Aktie überproportional profitiert. Ohne dass sie dabei auf Investitionen in Forschung & Entwicklung verzichten würden oder auf Firmenzukäufe. In anderen Bereichen der Wirtschaft läuft es allerdings nicht (mehr) ganz so rund...

Freitag, 12. April 2019

Portfoliocheck: Buffetts neue Lust auf Technologiewerte - oder was läuft da mit Red Hat?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem einunddreißigsten Portfoliocheck blicke ich Warren Buffett über die Schulter, einem Investor der Superlative. Seine Performance ist atemberaubend; er legte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20% pro Jahr hin.

Im vierten Quartal hat die Beteiligungsholding Berkshire Hathaway des "Orakels von Omaha“, wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, nur wenige Aktienpositionen verändert, aber dafür durchaus Interessantes offenbart. Neben einer irritierenden Reduzierung bei Apple flogen die Aktien von Oracle nach kurzem Gastspiel wieder aus dem Depot. Dafür tauchte urplötzlich ein anderer Technologiewert in Buffetts Portfolio auf: der Open-Source-Anbieter Red Hat. Keine Sorge, Buffett glaubt jetzt nicht ernsthaft, etwas von Software oder Netzinfrastruktur zu verstehen, sondern sein Kauf hat andere Gründe. Und der hat auch wieder mit IBM zu tun, (s)einer einstigen ersten großen Technologie-Liebe...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Apple und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 11. April 2019

Mein Investor-Update mit Amazon, Cisco, Funkwerk, MasterCard, MBB, Microsoft, PayPal, Xylem und dem High-Tech Stock Picking-Wiki

Investor-Update zum 1. Quartal 2019

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende des Quartals auf die Entwicklungen in den vergangenen Monaten zurück und gebe aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben.

Darüber hinaus beschäftige ich mich auch mit Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden. Des Weiteren berichte ich über die Gewichtung der größten Werte in meinem Investmentdepot und in meinem Dividendendepot.

Mein Investmentdepot

Die größten Positionen in meinem Investmentdepot waren Ende März PayPal, MasterCard, Amazon, Cisco Systems, MBB, Xylem, Microsoft, Funkwerk sowie das High-Tech Stock Picking Wiki von Stefan Waldhauser. Und damit gab es durchaus einige wesentliche Veränderungen, die nicht alleine auf die heftigen Schwankungen der Börsenkurse zurückzuführen sind...

Dienstag, 9. April 2019

Portfoliocheck: Wenn sie fallen, fallen sie tief. Und Mason Hawkins kauft... DowDuPont

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem dreißigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Mason Hawkins, der mit seinem Longleaf Partners Funds seit mehr als 40 Jahren überdurchschnittliche Renditen für seine Investoren einfährt. Hawkins vertritt einen klassischen Value-Investing-Stil und setzt auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht en vogue sind an der Wall Street. Sein konträrer Ansatz zahlt sich aus seine Investoren haben ihm inzwischen $35 Mrd. anvertraut. Nachdem er seine Cash-Quote über mehrere Quartale immer weiter hochgefahren hatte, reduzierte er sie im vierten Quartal signifikant auf 2 Prozent. Das führte zu einer Turnover-Rate von immerhin 15,7 Prozent in seinem Depot und mit 32 Positionen hielt er zum Jahresende fünf mehr als im vorherigen Quartal.

Nachdem die beiden US-Chemiegiganten Dow Chemical und DuPont vor drei Jahren ihre Fusion und die sofort anschließende Aufspaltung in drei Teilkonzerne bekanntgegeben haben, ist die Fusion zu DowDuPont inzwischen abgearbeitet und im vierten Quartal hat sich Mason Hawkins nun rechtzeitig in Stellung gebracht, um bei dieser Sondersituation gutes Geld zu verdienen. Und soeben ist die erste Abspaltung über die Bühne gegangen: mit der Dow Inc. firmiert die Sparte "Material Science" ab sofort separat an der Börse. Demnächst folgt der Bereich "Agriculture“ als Corteva Agriscience, so dass als DuPont der Bereich "Speciality Products" verbleibt. Und Hawkins spekuliert darauf, auch mit diesen Spin-offs ganz einfach Extrarenditen einfahren zu können...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Montag, 8. April 2019

Investieren ist... wie das Pflanzen eines Baumes!

Investieren ist wie einen Baum zu pflanzen: man pflanzt und anfangs muss man sich ein bisschen drum kümmern, vielleicht düngen, ab und zu mal gießen. Dann der erste Spross, die Freude ist groß! Niemand würde doch jetzt das Bäumchen ausreißen, oder? Man lässt ihn einfach wachsen, bei Sonne, Sturm und Schnee. Ab und zu schaut man ihn sich mal an, erfreut sich an seinem Wachstum, bisweilen erstaunt darüber, wie weit er schon gediehen ist. Man lässt ihn wachsen und ab und zu denkt man sich, man könnte ihn auch fällen, das Holz verkaufen und damit schöne Profite einstreichen. Oder einfach nur Platz schaffen für einen anderen Baum. Weil der vielleicht noch schneller wächst und noch schöner wird. Aber ist das wirklich eine gute und schon gar die beste Idee?

Börsenweisheit der Woche 14/2019

"Ich studiere die Börse seit über 50 Jahren und ich glaube nicht, dass sich meine Intuition wirklich wesentlich verbessert hat."
(Daniel Kahneman)

Sonntag, 7. April 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 14/2019 im Rückspiegel mit Amazon, Aurelius, Deutsche Beteiligungs AG, Eckert & Ziegler, MBB

Die vergangene Woche war die Woche der (deutschen) Nebenwerte. Während die Wachstumswerte sich eher gelangweilt durch die Woche schleppten, drehte so mancher Nebenwert richtig kräftig auf. Das lag nicht nur daran, dass einige von ihnen Jahresergebnisse präsentiert haben, die die zuvor äußerst negativen Markterwartungen übertroffen haben, sondern die allgemeine Stimmung am Markt hat sich auch weiter aufgehellt. Ken Fisher schrieb jüngst, Anleger sollten sich auf steigende Kurs einstellen, da in den USA langsam die Zeit des politischen Nichtstun beginnen würde, also die Phase, wo sich im zweiten Halbjahr einer Präsidentschaft Kongress und Präsident gegenseitig lahm legen. Und dieses Nichtstun wäre für die Börsen zumeist eine Phase des Wachstums, weil die Unternehmen und die Wirtschaft relativ frei von (dummen) Entscheidungen der Politik ihren Weg gehen könnten. Was soll man sagen, dieses "Konzept" scheint aufzugehen...

Freitag, 5. April 2019

Ein Margin Call? Das ist ja wohl das allerletzte... Warnsignal!

Kredite aufzunehmen, um dann mit diesem Geld Aktien oder sogar noch spekulativere Finanzprodukte zu kaufen, wie Optionen, ist verlockend, denn man kann mit geringem Einsatz eigenen Geldes große Spekulationssummen bewegen. Solange die Kurse in die gewünschte Richtung laufen, wachsen die Buchgewinne schnell an. Doch wo Chancen sind, da lauern auch Risiken. Wenn nämlich die Spekulation nicht aufgeht und sich die Kurse anders als erwartet entwickeln, dann türmen sich sehr schnell große Buchverluste auf. Unter Umständen so schnell, dass sie größer sind als das ursprünglich eingesetzte Kapital. Der Hebel bei Kredit finanzierten Spekulationen wirkt in beide Richtungen. Und schon Archimedes sagte: "Gebt mir einen festen Punkt und einen genügend langen Hebel, und ich werde die Erde aus den Angeln heben". Wobei wir nicht übersehen dürfen, dass Kredite eben kein fester Punkt im Sinne der Naturgesetze sind...

Mittwoch, 3. April 2019

Ken Fisher mahnt: Dividendenrenditen sind manchmal auch mit Vorsicht zu genießen

In Zeiten niedriger Zinsen gehen Anlegern langsam die Alternativen aus, wollen sie ihr Geld noch halbwegs rentierlich anlegen. Immer häufiger wird dazu geraten, auf dividendenstarke Aktien zu setzen, um so eine attraktive Verzinsung zu erzielen. Doch so ganz ohne Risiko ist auch dieser Rat natürlich nicht...

Aktienkurse schwanken

Aktien sind bekanntlich Unternehmensanteile und diese kann man über die Börse handeln. Daher entsteht der Eindruck, der Wert des Unternehmens würde sich täglich ändern. Aber das tut er nicht! Lediglich der Preis, den man für einen Anteil am Unternehmen bezahlen muss und damit der Preis des gesamten Unternehmens verändert sich mit jeder neuen Kursfeststellung. Für mittel- und langfristig orientierte Anleger sind die Kursschwankungen mithin kein Hinderungsgrund, sich Aktien zuzulegen.

Darüber hinaus sollte man auch nicht vergessen, dass die Dividenden am Tag der Ausschüttung vom Aktienkurs abgezogen werden, sog. Dividendenabschlag. Denn das Unternehmen verliert ja die gezahlten Gelder und dieses ist ein Wertverzehr. Den Rest des Jahres - bzw. Quartals bei amerikanischen Unternehmen, die zumeist Quartalsdividenden zahlen - wird die nächste Dividende wieder im Kurs "angesammelt".

Auch Dividenden schwanken

Die absolute Höhe der Dividende ist weit weniger interessant, als ihr Verhältnis zum jeweiligen Aktienkurs. Denn hieraus ergibt sich die auf das Jahr berechnete Dividendenrendite - die man dann mit dem Jahreszinssatz für Spareinlagen oder Bundesanleihen vergleichen kann. Je höher die Dividendenrendite ist, desto attraktiver ist die betreffende Aktie unter diesem Aspekt. Doch hier gibt es Einiges zu beachten, damit man auch sicher Freude an seinem Investment hat...

Montag, 1. April 2019

Bernard Baruch rät zum Focus Investing: Besser nur auf einige wenige Aktien setzen, die man gut im Blick behalten kann!

An der Frage, ob man auf einen breiten Strauß von Anlagen setzen sollte, oder eher auf einige wenige, sorgfältig ausgewählte Investments scheiden sich seit jeher die Geister. Schon der Volksmund rät bekanntlich, nicht alle Eier in einen Korb zu legen - also das Risiko zu streuen. Und das ist durchaus vernünftig, denn zuerst sollte man immer das Risiko im Blick haben, bevor man auf die möglichen Renditen schaut, das lehrte uns schon Benjamin Graham, der Urvater der Fundamentalanalyse.

Auf der anderen Seite nimmt einem eine zu breite Streuung auch Chancen, denn wenn man mal einen wirklichen Outperformer erwischt und dieser aufgrund der breiten Streuung nur gering im Depot gewichtet ist, verpufft der positive Effekt und zeigt kaum Auswirkungen. Es ist also eine Abwägungsentscheidung und wie Bernard Baruch hat sich Warren Buffett klar positioniert, in dem er zu einer starken Konzentration rät. Allerdings nicht jedem...

Börsenweisheit der Woche 13/2019

"Value Investoren gleichen Landwirten. Sie pflanzen Samen und warten, bis die Ernte wächst. Wenn der Mais wegen des kalten Wetters etwas später blüht, reißen sie die Felder nicht auf und pflanzen etwas anderes. Nein, sie lehnen sich einfach zurück und warten geduldig darauf, dass der Mais aus dem Boden sprießt, in der Gewissheit, dass er irgendwann sprießen wird."
(Christopher H. Browne)

Sonntag, 31. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 13/2019 im Rückspiegel mit 1&1 Drillisch, Apple, Lyft, Naspers, Rocket Internet, Jumia, MasterCard, Wirecard

Unterm Strich ist wenig passiert in der letzten Woche; DAX und NASDAQ gingen am Freitag in etwa unverändert aus der Woche, während der Dow Jonex Index sogar 2% zugelegt hatte.

Über das Brexit-Chaos kann man schon nicht einmal mehr lachen. Das britische Parlament hat es doch wohl ernsthaft geschafft, wiederholt nur festzustellen, dass man alle möglichen Wege nicht beschreiten will. Kein neues Referendum, keine Abkehr vom Brexit, kein Brexit ohne Abkommen, aber auch das Abkommen samt einiger "Behelfsbrücken" wurde abgelehnt. Was die Parlamentarier dabei zu vergessen scheinen: die Kündigung ist doch längst erfolgt, wenn sie nichts tun, kommt es zum harten Brexit. Und die EU stuft dieses Szenario ab sofort als das wahrscheinlichste an. Denn die EU wird den Stecker ziehen, weil die Wahlen zum Europäischen Parlament anstehen und die Briten als Mitglied eine Wahl abhalten müssten. Was sie nicht wollen, was die EU nicht will, was auch gar nicht geht, da die Zeit zur Vorbereitung fehlt und wenn die Briten einfach nicht wählen alle Beschlüsse des künftigen EU-Parlaments mindestens anfechtbar wären. Die EU muss sich also selbst schützen und den Brexit exekutieren, so oder so.

Ansonsten herrschte eher Lethargie an den Börsen, denn auch beim größten Thema, dem Handelsstreit zwischen den USA und China, gibt es kaum konkrete Fortschritte. Zumindest werden beide Seiten nicht müde zu betonen, dass man gut vorankomme. Der Börse reicht das - momentan. Insofern könnte man die allgemeine Lage als stabil bezeichnen und den Blick auf die Unternehmen richten, von denen ja momentan so einiges zu hören ist...

Freitag, 29. März 2019

Portfoliocheck: Bei Microsoft geht Selfmade-Milliardär Stanley Druckenmiller jetzt (fast) all-in

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem neunundzwanzigsten Portfoliocheck geht es um Stanley Druckenmiller. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als George Soros' rechte Hand 1992 die Bank of England und das britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren kein einziges Jahr mit Verlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit wenigen, ausgesuchten Werten. Im vierten Quartal 2018 hat Druckenmiller einige gewichtige Veränderungen in seinem Portfolio vorgenommen und dabei fast ein Drittel seines Depots umgeschichtet. Technologiewerte reduzierte er, doch sie machen noch gut 51% seines Depot aus. Völlig Rausgekegelt hat er Alphabet, seine vormals viertgrößte Position; reduziert hat er Salesforce, Amazon und PayPal. Nochmals massiv aufgestockt hat Druckenmiller bei Microsoft die nun rund 27% seines Portfolios ausmachen, dem in der Breite vielleicht am besten aufgestellten Technologierkonzern...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Adobe, Alphabet, Amazon, Microsoft, PayPal und Salesforce befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mit Xylem sauber vom Megatrend Wasser profitieren!

Bei der Aktienauswahl setze ich bevorzugt auf Unternehmen mit einem erprobten Geschäftsmodell, die sich in einem wachsenden Markt überdurchschnittlich gut behaupten. In einem solchen Umfeld sind auch - unweigerliche - Fehlentscheidungen leichter zu verschmerzen und gehen nicht gleich ans Eingemachte oder stellen sogar die Existenzfrage für das Unternehmen.

Des Weiteren sollte das Unternehmen eine starke und stark abgesicherte Marktstellung haben, also einen tiefen und breiten ökonomischen Burggraben ("Moat"), der das Unternehmen auf längere und lange Sicht vor Konkurrenten schützt.

Aber das ist natürlich nicht alles. Neben den Umsätzen sollten auch die Margen, der Cashflow und die Gewinne steigen - und dieses Paket am Ende dann noch zu einem vernünftigen Preis/Kurs zu bekommen sein. Wenn dies alles zusammenpasst, dann kann man von einem Quality Investment sprechen, für dessen Qualität man bewusst einen höheren Kaufpreis akzeptiert.

»Qualität hat ihren Preis, aber sie rechtfertigt nicht jeden Preis.«
(Michael C. Kissig)

Ich denke, mit Xylem Inc. [WKN: A1JMBU] bin ich bei meiner Suche fündig geworden. Das US-amerikanische Unternehmen ist auf Wassertechnologie spezialisiert: es entwirft und produziert Produkte und Systeme für den Wasser- und Abwassertransport, die Aufbereitung von Wasser- und Abwasser, zur Analyse der Wasserqualität, zur Prozessoptimierung und für die Rohrleitungs-Zustandsanalyse. Nachdem Xylem seit einigen Wochen meine Beobachtungsliste ziert, erläutere ich heute, weshalb...

Dienstag, 26. März 2019

Mitarbeiteraktien: Warum Angestellte unbedingt Aktien haben sollten...

Die Deutschen setzten auf Erwerbsarbeit und auf Sparbuchzinsen. Angesichts von Negativzinsen ist das Sparbuch offensichtlich eine ganz miese Idee, aber es spricht nichts dagegen, für Geld zu arbeiten. Es kommt eben darauf an, was man dann mit diesem Geld anstellt. Und das macht einen großen Unterschied.

Einfach gedacht bekommen Arbeiter und Angestellte für ihre Erwerbstätigkeit einen Lohn/Gehalt, aber das ist weniger, als sie erarbeitet haben. Denn ein Teil des von ihnen erwirtschafteten Ertrags fließt an das Unternehmen, das sie beschäftigt. Für die meisten Deutschen ist hier schon das Ende des Geldes erreicht. Leider. Doch andere sind etwas cleverer...

»Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns.«
(Bernard Baruch)

Wenn wir verstanden haben, dass nicht alles erarbeitete Geld an uns fließt, sondern ein Teil einbehalten wird, können wir ja auch darüber nachdenken, wie wir an diesen zweiten Teil kommen. Lenins Antwort war Revolution, aber wie grandios das gescheitert ist, kann jeder in den Geschichtsbüchern nachlesen. Lenins Erben heißen nämlich Putin, Lukatschenko, Maduro und sind "gewählte" Diktatoren, die das Volk nach Strich und Faden ausbluten und sich möglichst viel in die eigene Tasche stecken. Aber das ist eine andere Geschichte. Zum Glück gibt es auch einfachere und unblutigere Wege, um an mehr Geld zu kommen...