Montag, 25. März 2019

Börsenweisheit der Woche 12/2019

"Wenn Ihnen ein Unternehmen vollständig gehört, haben Sie kein Interesse daran, den offiziellen Gewinn zu maximieren; Sie müssten darauf nur mehr Steuern zahlen. Was Sie wirklich interessiert, ist stetiges Wachstum und Wertzuwachs."
(Tom Russo)

Sonntag, 24. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 12/2019 im Rückspiegel mit Hornbach Baumarkt, MBB, WashTec

Stetig kletterten die Kurse in der letzten Börsenwoche und markierten neue Jahreshochs; der DAX überschritt sogar kurz die 11.800er Marke, bevor ihm die Luft ausging. Vor allem der starke Einbruch von Bayer wegen eines neuen Glyphosat-Urteils setzte dem DAX schwer zu, bevor dann am Freitag alle Märkte kräftig einbrachen, weil sich ein Anflug von Panik an den Bond-Märkten breit machte, was die Bank-Aktien stärker unter Druck brachte. Denn die Zinskurve sendete ein Rezessionswarnzeichen und das macht aus Börsianern schnell Bärsianer (ha, der Preis der Woche für den schlechtesten Wortwitz geht ja wohl klar an mich!). Kurz erklärt: normaler weise liegen die Zinssätze für langlaufende Anleihen über denen für kurzlaufende; kehrt sich dieses Verhältnis um, spricht man von einer "inversen Zinsstrukturkurve" und das ist ein sehr schlechtes Signal für die kurzfristige wirtschaftliche Entwicklung. Meistens. Wenn dies denn länger anhält, aber das muss sich erstmal zeigen. Und wie die Börsenkurse darauf reagieren, bleibt auch abzuwarten. Denn es erhöhen sich momentan deutlich die Zeichen, dass die amerikanische Notenbank wohl nicht nur keine weiteren Zinsanhebungen mehr vornehmen wird, sondern dass es sogar in den nächsten Monaten zu Zinssenkungen kommen könnte. Und die sind seit jeher das größte Treibmittel für steigende Börsenkurse...

Samstag, 23. März 2019

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste.



















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.


▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.


▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 22. März 2019

Portfoliockeck: Scheidung bei Ebay? Value Investor Seth Klarman wittert (s)eine Chance!

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem achtundzwanzigsten Portfoliocheck schaue ich Seth Klarman über die Schulter. Der Deep Value Investor kauft gerne Unternehmen, die von der Börse verschmäht und daher zu Rabattpreisen angeboten werden. Er investiert gerne mit großer Sicherheitsmarge und fährt mit diesem auf Benjamin Graham fußenden Ansatz seit Jahrzehnten mit durchschnittlich 19% herausragende Renditen ein.

Im vierten Quartal fällt vor allem seine neue Position beim Internetaktionshaus Ebay [WKN: 916529] ins Auge, wo aktivistische Investoren unter der Führung von Paul Singer vom Hedge Fonds Elliott Management auf einen Verkauf der Randaktivitäten um die Ebay Kleinanzeigen und die Online-Ticketbörse Stubhub drängen. Im Erfolgsfalle könnten hier Erlöse von mehr als 10 Milliarden Dollar winken und mit Axel Springer [WKN: 550135] scheint es auch schon ernsthafte Interessenten zu geben.

Für Seth Klarman ist es übrigens nicht das erste Ebay-Engagement; schon bei der Abspaltung von PayPal [WKN: A14R7U] Ende 2015 hat er einen schönen Schnitt gemacht. Und das würde er gerne wiederholen...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Ich habe Axel Springer und PayPal auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 21. März 2019

Hornbach Baumarkt liefert einfach nicht (mehr)...

Die Hornbach Baumarkt AG [WKN. 608440] habe ich drei Jahre lang auf meiner Beobachtungsliste und als Aktionär begleitet und Mitte Oktober 2018 dann mit einem mickrigen Ergebnis von 8% die Reißleine gezogen. Dafür gab es kräftig Kritik, weil ich das Geschäftsmodell nicht verstanden und die "krasse Unterbewertung" aufgrund des vorhandenen Immobilienvermögens nicht erkannt hätte. Beides ist durchaus möglich, das streite ich gar nicht ab. Fakt ist allerdings, dass das Unternehmen seitdem seine Prognosen senken musste und diese erst im Dezember zusammengestrichenen Ziele dann auch noch meilenweit verfehlt hat. Anstelle der rund 25 Euro bei meinem Ausstieg taucht der Kurs heute folgerichtig auf deutlich unter 17 Euro ab und hat damit weitere mehr als satte 30% an Kursverlusten eingefahren in den letzten sechs Monaten. Und die Frage bleibt: wo soll da Besserung herkommen?

Mittwoch, 20. März 2019

Bewertungsquickcheck: Navigator Equity (nur) noch mit Verdopplungspotenzial. Echt jetzt?

In meinem letzten Wochenrückblick habe ich auch meine Einschätzung zu den jüngsten Entwicklungen bei der Beteiligungsgesellschaft Navigator Equity Solutions [WKN: A1CUJD] und ihrer größten Beteiligung IT Competence Group [WKN: A0M530] angegeben und eine aktualisierte Berechnung des fairen Werts vorgenommen. In der Zwischenzeit habe ich einige weitere bzw. neue Informationen zusammengetragen, die in gleich mehreren Wertansätzen zu teilweise nicht unerheblichen Abweichungen führen. Ob dies zu einer anderen Einschätzung gegenüber der Aktie führt, und ob das Pendel hierbei dann eher in die positive oder negative Richtung ausschlägt, kann und muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber seht selbst...

Dienstag, 19. März 2019

Benjamin Graham lehrt: Geduld ist die oberste Tugend des Investors!

Beim Kauf von Aktien das richtige Timing zu erwischen, ist fast unmöglich. Daher sollte man es gar nicht erst versuchen. Ist man von einem Unternehmen überzeugt und bekommt man die Aktien zu einem guten Preis, sollte man zugreifen. Und die Aktien halten, auch wenn der Kurs erst einmal fallen sollte.

Denn sobald man Aktien erworben hat, ist man darauf angewiesen, dass andere ihren Wert erkennen und ebenfalls kaufen. Sonst steigen die Aktienkurse ja nicht, denn sie basieren auf Angebot und Nachfrage. Man kann aber nicht beeinflussen, ob und wann andere Anleger den wahren Wert des Unternehmens erkennen und dessen Aktien kaufen. Daher sollte man seine eigene Einschätzung nicht vom Aktienkurs abhängig machen und auch nicht nervös werden, wenn der Kurs einige Zeit - manchmal Jahre - benötigt, um auf seinen fairen Wert zu steigen.

»Geduld ist die oberste Tugend des Investors.«
(Benjamin Graham)

Der üblichste Fehler der Anleger ist es, heißen Nachrichten und anspringenden Kursen hinterherzulaufen. Aber das funktioniert nicht, denn damit bezahlt man nur die Kursgewinne der anderen. Denn nachdem der Kurs einen Luftsprung gemacht hat, konsolidiert er meist eine Weile. Und die Anleger, die nur wegen der heißen Nachrichten in die Aktien gestürmt sind, kriegen kalte Füße, sobald die Kurse nicht weiter ansteigen und verkaufen wieder. Nicht selten mit Verlust.

Montag, 18. März 2019

Börsenweisheit der Woche 11/2019

"Ich habe bei meinen Börsenspekulationen nie zu den Dummköpfen gehört, die immer wieder den unmöglichen Versuch machen, nur zum niedrigsten Kurs zu kaufen und zum höchsten zu verkaufen."
(Amschel Mayer Rothschild)

Sonntag, 17. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 11/2019 im Rückspiegel mit Adobe, Hercules Capital, MBB, Naspers, Navigator Equity, IT Competence, PNE

Die zurückliegenden Börsenwoche war von Entspannung gekennzeichnet und sowohl DAX als auch DOW Jones verzeichneten leichte Zugewinne.

Der Don und China scheinen sich weiter anzunähern im Handelsstreit und das treibt die Börsen vorsichtig an. Ansonsten haben die Briten sich brutalstmöglich blamiert mit einem Abstimmungsmarathon, der nur eines gezeigt hat: ihre Unfähigkeit. Die Börse und der Rest der Welt nimmt es nur noch schulterzuckend zur Kenntnis, wird aber wohl bei jedem Großmachtgehabe der Briten künftig nur noch peinlich berührt sein wegen dieser krassen Fehleinschätzung zwischen Anspruch (Empire) und Realität (Bananenrepublik ohne Bananen).

An den Börsen selbst läuft noch die Berichtssaison und die ersten Dividendentermine rücken ins Blickfeld. Das ist mal eine erfreulicherer Abwechslung...

Donnerstag, 14. März 2019

(M)ein Ende mit Schrecken bei Hercules Capital

Eins meiner Investments in meinem Dividendendepot ist war die Business Development Company Hercules Capital [HTGC, WKN: A0ERTZ]. Ende letzten Jahres hatte sie sich sogar in die TOP 5 hochgeschoben, wie ich in meinem letzten Investor-Update beschrieben hatte. Seit vorgestern ist das nun Geschichte, denn ich habe die Position glattgestellt und mich verabschiedet. Das lag nicht am starken Kursverfall der letzten Tage, sondern am zugrunde liegenden Auslöser: dem College-Schmiergeld-Skandal in den USA...

MBB mit neuem Schub dank Aktienrückkauf und Übernahmeplänen

Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft MBB [WKN: A0ETBQ] habe ich ja schon seit vielen Jahren unter Beobachtung und der Kursverlauf ist geradezu atemberaubend. Natürlich nicht, auf die letzten anderthalb Jahre betrachtet, da war ist er die meiste Zeit über abgebröckelt, weil die (zu) hohen Erwartungen der Börse an die maßgebliche Tochter Aumann [WKN: A2DAM0] und an MBB selbst hinsichtlich neuer lukrativer Zukäufe nicht erfüllt werden konnten.

Nachdem MBB ziemlich gute vorläufige Zahlen für 2018 präsentiert hatte, kam man gestern mit einer Hammermeldung um die Ecke samt zweistelligem Kurssprung. Und das völlig zurecht...

Mittwoch, 13. März 2019

Für Warren Buffett liegt der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren darin, herauszufinden ob ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat und wie lange dieser anhalten wird

Unter einem "Economic Moat" (ökonomischen Burggraben) versteht man kein Bauwerk und keine Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr geht es um die Markteintrittshürden, den Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen, um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen. Diese Unternehmen bezeichnet Buffett als Festungen und hier liegt als Quality Investor sein Fokus beim Investieren...

Dienstag, 12. März 2019

Portfoliocheck: Chuck Akre investiert langfristig. Die "Baby-Berkshire" Markel hält er schon mehr als 20 Jahre!

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem siebenundzwanzigsten Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger und hält nichts von hektischer Betriebsamkeit; er denkt lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im vierten Quartal 2018 hat Akre an seinen Positionen kaum etwas verändert; es dominieren  mit einem Anteil von 47% weiterhin die Finanzwerte. Er setzt seit vielen Jahren auf die Markel Corp. [WKN: 885036], einen Versicherungskonzern mit einem ganz ähnlichen Business-Playbook wie Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2]. Auch deshalb gehört Markel neben MasterCard [WKN: A0F602], VISA [WKN: A0NC7B] und KKR & Co. [WKN: A2LQV6] zu Chuck Akres größten Depotwerten. Aus nachvollziehbaren Gründen...!?

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Berkshire Hathaway, KKR & Co. und MasterCard befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Deutschlands Vorzeige-Fintech Hypoport bleibt in der Erfolgsspur

Den Finanzdienstleister Hypoport [WKN: 549336] habe ich schon länger auf dem Schirm; seit genau drei Jahren ziert die Aktie meine Beobachtungsliste und konnte in dieser Zeit seinen Kurs verdreifachen.

Hypoport ist ein wachstumsstarkes und profitables FinTech-Unternehmen und als Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- und Immobilien- sowie Versicherungswirtschaft organisiert. Der Konzern besteht aus einem Netzwerk von autonomen Tochterunternehmen mit den vier Segmenten Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform.

Soeben hat man die vorläufigen Zahlen für 2018 vorgelegt und die können sich wieder einmal sehen lassen. Das Wachstum ist ungebrochen, die Gewinne steigen und auch die Investitionen in neue Zukunftsfelder werden weiter vorangetrieben. Und hier ergibt sich dann auch der einzige Schönheitsfehler abseits der durchaus sportlichen Bewertung...

Montag, 11. März 2019

Börsenweisheit der Woche 10/2019

"Der Reingewinn ist der Teil der Bilanz, den der Vorstand beim besten Willen nicht mehr vor den Aktionären verstecken kann."
(Carl Fürstenberg)

Samstag, 9. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 10/2019 im Rückspiegel mit Axel Springer, General Electric, Hypoport, Ringmetall, Salesforce

In der zurückliegenden Börsenwoche war Konsolidierung angesagt nach der starken Rallye der ersten beiden Monate. Der Dow Jones Index verlor an allen fünf Handelstagen und auch in Europa tendierten die Aktienmärkte eher abwärts.

Neben den bekannten Problemzonen wie Brexit und die US-Handelskriege tun sich neue Irritationen auf und zwar seitens der Notenbanken. Dabei ist weniger überraschend, was die Notenbanker aus Amiland und Eurozone tun, als vielmehr die Reaktion der Märkte darauf. Mit entsprechenden Ausschlägen der Indizes und einzelner Wertpapiere...

Donnerstag, 7. März 2019

Einfach gedacht: Hypoport sollte sich bei der EZB bedanken!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute verkündet, sie werde bis mindestens Ende 2019 die Zinsen nicht anheben. Das hat die Laune der Sparer und die Aktienkurse der Banken europaweit auf Talfahrt geschickt, vor allem die der deutschen Institute wie Deutsche Bank und Commerzbank. Zurecht, denn die Banken haben zunehmend Probleme, eine (halbwegs) auskömmliche Zinsmarge zu erwirtschaften und leiden massiv unter dem negativen Einlagenzins von -0,4%, den sie für ihre Mindestreserveguthaben bei der EZB bezahlen müssen.

Des Sparers Leid bringt allerdings für andere Leute Freude. So bleibt die Liquiditätsversorgung der Börsen weiterhin günstig und gesichert und auch die des Immobilienmarktes. Immobilienpreise und -aktien dürften daher weiter steigen. Und auch für Hypoport [WKN: 549336] sollte sich diese Entwicklung gleich doppelt auszahlen: günstige Zinsen verleiten mehr Kunden, Immobilien zu kaufen und zu finanzieren. Und der nicht nachlassende Druck auf die Banken zwingt diese dazu, immer stärker auf Onlineangebote zu setzen. Und Hypoport ist hier mit seiner Kreditplattform Europace sehr gut positioniert und gewinnt immer mehr Kunden, vor allem aus dem Sparkassen- und Genossenschaftsbankenbereich.

Meine Einschätzung: für Hypoport könnte das Umfeld kaum günstiger sein!

Disclaimer
Hypoport befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Portfoliocheck: Daniel Loeb liebt Spin-offs und kommt bei Danaher voll auf seine Kosten

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem sechsundzwanzigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die gewünschte Richtung zu treiben.

Im vierten Quartal hat er einige seiner größten Positionen komplett verkauft, darunter United Technologies [WKN: 852759], bei der er mit seiner schon länger geforderten Aufspaltung sein Ziel erreicht hat und nun Kasse machte. Eine seiner inzwischen größten Positionen ist das Industriekonglomerat Danaher [WKN: 866197], das nach der Abspaltung von Fortive [WKN: A2AJ0F] vor dem nächsten Spin-off steht: die Dentalsparte soll im dritten Quartal auf eigene Füße gestellt werden. Doch dazwischen kam die Meldung, dass Danaher von der angeschlagenen General Electric [WKN: 851144] die Biopharma-Sparte für 21,4 Mrd. Dollar übernimmt. Für Loeb sind das geradezu paradiesische Zustände...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Danaher und General Electric befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 6. März 2019

Versenkst Du auch viel Geld mit Rebalancing oder hast Du schon richtig Erfolg beim Investieren?

Investieren ist wie einen Baum zu pflanzen: man pflanzt und anfangs muss man sich ein bisschen drum kümmern, vielleicht düngen, ab und zu mal gießen. Dann der erste Spross, die Freude ist groß! Niemand würde doch jetzt das Bäumchen ausreißen, oder?

Man lässt ihn wachsen, bei Sonne, Sturm und Schnee. Ab und zu schaut man ihn sich mal an, erfreut sich an seinem Wachstum, bisweilen erstaunt darüber, wie groß er schon geworden ist. Man lässt ihn wachsen und manchmal denkt man sich, man könnte ihn fällen, Platz schaffen für einen anderen Baum. Oder das Holz verkaufen und damit Profite einstreichen.

»Heute sitzt jemand im Schatten, weil ein anderer vor langer Zeit einen Baum gepflanzt hat.«
(Warren Buffett)

Oder sollte man den Baum vielleicht doch lieber stehen und wachsen lassen? Das kann man jahrelang machen, jahrzehntelang. Und der Baum wächst und treibt Knospen aus und aus der einen oder anderen dieser "Dividenden" wird ein weiterer Baum, so dass der natürliche Zinsenszinseffekt unseren Investment-Wald mit weiteren Bäumen füllt. Und am Ende steht dort ein ganzer Wald voller kräftiger großer Bäume. Aber nur, weil man nicht nach den ersten Zentimetern des Wachstums und auch später nicht den Fehler gemacht hat, den Baum zu fällen.

»Du wirst Deine Ergebnisse nicht verbessern, indem du die Blumen ausreißt und das Unkraut gießt.«
(Peter Lynch)

So stellen wir fest, dass investieren letztlich nichts anderes ist, als den Baum zu pflanzen und ihn dann nicht daran zu hindern, zu wachsen, sich zu entwickeln, größer und stärker zu werden. Wir sollten uns um unseren Baum kümmern und ab und zu tote Triebe entfernen und auch Unkraut und Wildwuchs eindämmen, damit der Baum ungehindert wachsen kann. Doch gerade hierbei stellen sich die meisten Anleger ziemlich dumm an, sie "rebalancen" und das kostet sie richtig viel Geld...

Montag, 4. März 2019

Ken Fisher rät von Markt-Timing ab: "Time in the market beats timing the market"

Das Timing für den Einstieg in Aktien spielt in der Fachpresse und den Diskussionen eine große Rolle. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die Wahrscheinlichkeit, eine steigende Aktie zu erwischen,  in einem steigenden Markt größer ist, als in einem fallenden. Getreu dem Börsenmotto "the trend is your friend". Diese Überlegungen sind geradezu verführerisch, denn sie klingen so schlüssig, so plausibel. Trotzdem erzielt die Mehrzahl der Anleger schlechtere Renditen als der Gesamtmarkt und auch die große Mehrheit der Fondsmanager schafft es nicht, besser abzuschneiden als der Durchschnitt. Die Theorie ist das eine, die praktische Umsetzung das andere. Oder wie Yogi Berra mal treffend formulierte: "In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht".

Und weil so viele Anleger so schlechte Resultate erzielen, wird immer öfter zu passiven Anlageformen geraten, wie Indexfonds oder ETFs. Doch leider zeigt die Realität auch hier, dass die meisten Anleger selbst mit Indexfonds schlechter abschneiden als der Vergleichsindex. Was nicht verwundern kann, denn die Gründe liegen ziemlich klar auf der Hand...

Börsenweisheit der Woche 09/2019

"Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuerzahlen. Die Kenntnis häufig schon."
(Amschel Mayer Rothschild)

Samstag, 2. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 09/2019 im Rückspiegel mit 3U Holding, Aumann, General Electric, Genworth Financial, MBB, WashTec

Die vergangene Börsenwoche verlief eher ruhig, es gab nur das übliche politische Palaver, nichts Bewegendes.

"The Donald" hat den nordkoreanischen Diktator geherzt wie seinen Biggest Buddy, per Twitter der Welt große Ankündigungen versprochen, um am nächsten Tag unverrichteter Dinge vom Gipfel in Hanoi abdampfen zu müssen. Derweil zieht sich in den USA die Schlinge um seinen Kopf zunehmend enger zusammen, seit sein ehemaliger Anwalt Cohen öffentlich Aussagen muss darf. Wirklich beeindrucken tut das weder den Don noch den Rest der Welt. Dort richtet man die Augen weiterhin auf den Handelskonflikt USA vs. China und hofft auf so viel gesunden Menschenverstand, dass die es nicht total gegen die Wand fahren.

Und ebenso ergeht es uns EUlern mit den Briten und ihrem f*cking Brexit. Wenigstens scheint sich nun endlich mal substanzieller Widerstand in UK zu formieren, was zumindest einen No-Deal-Brexit unwahrscheinlicher macht. Ganz ehrlich Leute, das muss man schon alles als positive Nachrichten betrachten! Wirklich negative gab es übrigens auch nicht. Was nicht heißt, dass es nicht die eine oder andere Kursverwerfung gab, zumeist aufgrund vorgelegter Unternehmenszahlen...

Freitag, 1. März 2019

Portfoliocheck: Finanzwerte sind wieder en vogue und Primecap verdoppelt den Einsatz bei der Bank of America

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem fünfundzwanzigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Primecap Management, die nicht nur drei milliardenschwere Fonds für die Vanguard Group managen, sondern mit den Primecap Odyssey Fonds auch drei "Eigenproduktionen" am Start haben. Damit erzielten sie seit 1985 eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,4% und hängten den S&P 500 um 2% pro Jahr ab.

Bei ihren Anlageentscheidungen schauen die Macher von Primecap nicht nur auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens, sondern vor allem auch auf seine künftigen Entwicklungschancen und setzen auf einen Macher an der Unternehmensspitze anstelle eines Kollektivs.

Nachdem sie zuletzt bereits bei Wells Fargo [WKN: 857949] auf den frischen Wind eines neuen CEOs gesetzt haben, haben sie nun auch bei der zweitgrößten US-Bank, der Bank of America [WKN: 858388] ihre Position verdoppelt. Und folgen damit Warren Buffett, der ebenfalls stark und zunehmend auf US-Banken setzt...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Donnerstag, 28. Februar 2019

Warren Buffett rät: Ignoriere Quartalsergebnisse. Konzentriere Dich auf das Unternehmen und sein Business. Investiere langfristig!

Es ist Berichtssaison und die Wall Street wird heftig durchgeschüttelt, weil etliche Unternehmen mit ihren Quartalsergebnissen die Erwartungen des Marktes und/oder der Analysten nicht ganz erreichen bzw. teilweise auch recht deutlich verfehlen. Das muss ein schlechtes Zeichen sein, sollte man meinen.

Doch gerade langfristig orientierte Value-Anleger sollten sich der Worte Warren Buffetts erinnern und genau(er) hinsehen.

»Nimm eine Jahresbilanz nicht zu ernst. Schau lieber, was über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren geschieht.«
(Warren Buffett)

Damit meint das "Orakel von Omaha", dass Quartale zu kurze Zeitspannen sind, um die Entwicklung eines Unternehmens exakt zu planen und zu bewerten. Liegen ein paar Feiertage mehr auf Wochentagen in dem Quartal oder verschiebt sich ein größerer Zahlungseingang um wenige Tage, kann dies das Quartalsergebnis beeinflussen, ohne dass es für das Jahresergebnis wirklich Relevanz hätte. Und selbst der Blick von Jahr zu Jahr sei keine ausreichende Grundlage für langfristig orientierte Anleger, um die Entwicklung des Unternehmens wirklich solide einschätzen zu können. Dazu gehört schon etwas mehr...

Mittwoch, 27. Februar 2019

Charlie Munger rät zu Buy & Hold: Du machst kein Geld mit Traden, sondern mit abwarten!

Charles Thomas Munger ist der kongeniale Geschäftspartner von Warren Buffett und beide setzen bei ihren Investments seit jeher auf Buy & Hold. Diese Anlagestrategie zielt darauf ab, Wertpapiere langfristig zu halten, womit das Risiko durch die Schwankungen an den Märkten gesenkt und die Erfolgsaussichten auf außerordentliche Renditen steigen.

Historische Daten belegen für für den S&P 500 zwischen 1926 und 2010 eine durchschnittliche jährliche Aktienrendite von 9,7 Prozent, während Staatsanleihen nur 5,6 Prozent p.a. brachten. Dabei unterliegen die Kurse in einzelnen Jahren durchaus heftigen Schwankungen, die auch schon mal 50 Prozent und mehr ausmachen können. Auch in diesen Phasen kann und sollte man nicht panisch verkaufen und versuchen, den Markt zu timen. Mit Geduld und Ruhe hat man in den letzten 90 Jahren jedenfalls nichts falsch gemacht am Aktienmarkt. Denn die durchschnittliche Überrendite von 4 Prozent pro Jahr erzielte man durch Nichtstun.

Montag, 25. Februar 2019

Benjamin Graham rät: Kaufe eine Aktie, als würdest Du das ganze Unternehmen kaufen

Erfolgreiche Value Investoren wie Benjamin Graham und Warren Buffet legen großen Wert auf die langfristige Ausrichtung der Geldanlage, das langfristige Investieren in Unternehmen. Damit setzen sie sich ganz bewusst ab von der Vielzahl an Anleger, die zunehmend Aktien als Roulette-Chips missbrauchen, als Spekulationsobjekte. Weshalb ist aber diese Unterscheidung in Investieren und Spekulieren so entscheidend?

Das liegt vor allem an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Kurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler. Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine überragende Performance zu erzielen...

Börsenweisheit der Woche 08/2019

"Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat Pleite, sondern seine Bürger."
(Carl Fürstenberg)

Sonntag, 24. Februar 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 08/2019 im Rückspiegel mit Berkshire Hathaway, Corestate Capital, Kraft Heinz, The Trade Desk

Momentan herrscht (politische) Ruhe an den Börsen. Vielleicht ist es auch nur eine trügerische Ruhe, aber man ist gewillt, extremes Agieren zu unterlassen.

Das gilt für die Großwetterlage, bei einzelnen Unternehmen fallen die Kursausschläge durchaus noch extrem aus, wenn sie die Erwartungen nicht erfüllen. Oder übererfüllen, auch das geschieht durchaus.

Wenn zum Beispiel The Tradedesk einen Raketenstart von 30% hinlegt, weil die sowieso schon hohen Erwartungen geradezu vaporisiert wurden, dann ist das schon extrem, egal in welcher Börsenphase. Und auch ich habe meine Freude an dem Kurssprung, denn obwohl der Wert nicht auf meiner Beobachtungsliste steht, habe ich ihn doch im Depot - indirekt über Stefan Waldhausers High Tech Stock-Picking-Wiki, in dem ich investiert bin, denn dort ist es die größte Position.

Auf der anderen Seite hat Warren Buffetts Berkshire Hathaway enttäuschende Zahlen vorgelegt. Jedenfalls auf den ersten Blick. Und das hat nicht nur mit dem miesen Ergebnis von Kraft Heinz Co. zu tun, einer seiner größten Beteiligungen. Er hatte aber auch zuvor schon deutlich nachgegeben. Es trennt sich weiterhin die Spreu vom Weizen und man kann durchaus erkennen, dass es in einigen Sektoren weiterhin ausgezeichnet läuft, während andere ihren Absturz fortsetzen. Zu diesen gehören die Automobilwerte und ihre Zulieferer oder auch die Modebranche. Gerade hier häufen sich Verluste und Insolvenzen und die vermeintlichen Schnäppchen werden schnell zur finanziellen Todesfalle.

Auch bei den Turnaroundwerten muss man aufpassen und sollte stets Warren Buffetts weise Worte im Hinterkopf behalten: "Turnarounds seldom turn". Und während meine Turnaroundwetten wie Teva Pharmaceuticals oder Bausch Health in der letzten Woche auch keine Freunde bereiteten, geben die US-Technologiewerte weiterhin den Ton an und ziehen die Märkte - und mein Depot - wieder nach oben...

Freitag, 22. Februar 2019

Portfoliocheck: Tom Russo bevorzugt defensive Konsumwerte. Und stockt ausgerechnet bei Alphabet auf?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem vierundzwanzigsten Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von 15,2% einbrachte.

Auch im vierten Quartal 2018 war Tom Russo nur wenig aktiv und hat lediglich 0,3 Prozent seines Depots umgeschichtet; er setzt weiter auf die Schwächen und Vorlieben der Menschen, auf defensive Konsumwerte, Luxusgüter, und Spirituosenherstellern. Da er fast immer voll investiert ist, hat ihn der Börsenabschwung deutlich getroffen und er hat bei 19 seiner 20 größten Positionen leicht reduziert. Nur eine hat er aufgestockt und zwar den Google-Mutterkonzern Alphabet [WKN: A14Y6F]. Also ausgerechnet in einem Sektor, den er ansonsten gar nicht auf dem Schirm hat. Und das könnte durchaus einen genaueren Blick wert sein...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Alphabet befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Einstein mahnt: Wer den Zinseszinseffekt nutzt, verdient. Alle anderen bezahlen ihn...

Das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Anlage ist die erzielte Rendite. Diese kann aus Zinsen stammen, aus Dividenden oder aus Kursgewinnen. Während man Kursgewinne einfach laufen lassen kann, fließen Zinsen und Dividenden aufs Konto und können dann für andere Zwecke als das Investieren verwendet werden. Es zahlt sich aber aus, diese Ausschüttungen wieder zu investieren, damit sie selbst auch Renditen abwerfen. Das nennt man Zinseszinseffekt. Er besteht darin, dass Zinsen, die aufgrund einer verzinslichen Kapitalanlage am Ende eines bestimmten Zeitraums gutgeschrieben werden, ab Beginn der darauffolgenden Periode die Einlage erhöhen und sich somit in der Zukunft selbst verzinsen.

»Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.«
(Albert Einstein)

Beim Investieren wirkt das Prinzip des Zinseszinses in einer ähnlichen Art und Weise. Die von einem Investor erworbenen Vermögensgegenstände generieren Gewinne, werden reinvestiert und produzieren zukünftig mehr Gewinn. Und je mehr Zeit man dem Zinseszinseffekt gibt, desto gewaltiger wird seine Kraftentfaltung, denn das Zinseszinswachstum macht aus einem kleinen Betrag einen großen, ganz von alleine...

Mittwoch, 20. Februar 2019

Warren Buffett steht auf den unterschätzten Mehrwert von Aktienrückkäufen

"Einfallslos und langweilig" sind die nicht selten zu vernehmenden Einschätzungen, wenn Unternehmen Aktienrückkaufprogramme verkünden. Der freie Cashflow solle doch lieber im eigenen Unternehmen investiert werden, in die Entwicklung neuer Produkte oder gezielt in Zukäufe. Und diese Sichtweise hat durchaus etwas für sich, sofern das Unternehmen etwas Sinnvolles mit dem Geld anstellt.

Nicht selten werden aber Zukäufe getätigt, die sich dann als Rohrkrepierer erweisen und unter dem Strich das Geld der Aktionäre vernichten. Oder so teuer sind, dass sie in absehbarer Zeit eigentlich keine Rendite einfahren können. Abschreckende Beispiele gibt es zuhauf, wie die Time Warner Übernahme durch AOL oder das Skype-Experiment von Ebay, die Pleite von Rupert Murdochs News Corp. mit MySpace oder die gescheiterte Rover-Übernahme durch BMW. Ganz zu schweigen von dem traurigen Einkaufsmix, den sich Yahoo über die Jahre zusammenschustert und der nie zu einer erfolgreichen Strategie geführt hat. Konsequenz ist, dass man sein Stammgeschäft inzwischen an Verizon verkauft hat und dass Yahoo nur noch eine Holding für die Alibaba-Beteiligung und den Anteil an Yahoo Japan. Passend dazu ist neue Firmenname Altaba ist eine einfallslose Verquickung aus "Alternative" und "Alibaba". Was für ein Trauerspiel für diesen Internet-Pionier, der die Internetsuche noch vor Google beherrschte - und sich dann die Butter vom Brot nehmen ließ, weil man sein Kerngeschäft zugunsten vermeintlicher Wunderideen vernachlässigte.

Wie man anhand dieser Beispiele sehen kann, fahren Aktionäre unter Umständen besser, wenn die liquiden Mittel des Unternehmens in die eigenen Aktien investiert werden, als irgendetwas Dummes mit dem Geld anzustellen. Doch auch Aktienrückkäufe sind kein Selbstgänger, die immer Mehrwert für Aktionäre schaffen. Es kommt eben drauf an...

Dienstag, 19. Februar 2019

Was ist... ein Dividendenaristokrat?

Viele börsennotierte Unternehmen beteiligen ihre Aktionäre am Erfolg durch Zahlung einer Dividende. Die Dividendenrendite spielt daher für die Anlageentscheidung eine wichtige Rolle.

Doch kann sie auch künstlich hochgehalten werden, um das Unternehmen attraktiver aussehen zu lassen, als es auf den zweiten Blick wirklich ist. Dann werden zum Beispiel 10 Cents je Aktie als Dividende ausgeschüttet, während im Geschäftsjahr nur 5 Cents verdient wurden oder sogar ein Verlust anfiel. In diesem Fall geht die Ausschüttung zulasten der Substanz des Unternehmens und wenn dies mehrmals passiert, ist das Unternehmen irgendwann ausgezehrt und die optisch attraktive Dividendenrendite kann den Kursverfall dann auch nicht mehr aufhalten. Die sog. "Dividendenaristokraten" sollen hier Abhilfe schaffen...

Montag, 18. Februar 2019

Portfoliocheck: Ken Fisher stockt Technologiewerte auf. Vor allem Cloudspezialist Salesforce

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem dreiundzwanzigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Er wähnt uns "in der letzten Phase eines Bullenmarktes" und sah den Crash Ende letzten Jahres als vorübergehende Übertreibung an. Fisher setzte auf die "Macht des V", also den schnellen, starken Wiederanstieg nach einem Ausverkauf - und lag damit goldrichtig.

Aber Ken Fisher redete nicht nur, er handelte auch entsprechend. Und so hat er auch im vierten Quartal 2018 vor allem im Technologiebereich zugekauft, der inzwischen 22% seines Depot ausmacht. Vor allem seine Position bei Adobe Systems [WKN: 871981] hat er vervierfacht und auch seinen Bestand am Cloud-Spezialisten SalesForce.com [WKN: A0B87V] annähernd verdreifacht. Aus nachvollziehbaren Gründen...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Adobe Systems und Salesforce befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 07/2019

"Viele Value Investoren äußern ihre Frustration darüber, dass heute nicht mehr funktioniert, was sie vor 20 Jahren getan haben. Aber ich denke, das war schon immer der Fall."
(Bill Nygren)

Sonntag, 17. Februar 2019

Technotrans: Mein Investmentcase zieht nicht mehr so richtig

Zu Zeiten des Neuen Marktes war Technotrans [WKN: A0XYGA] ein reiner Zulieferer für die Druckindustrie und die existenzbedrohende Krise der Branche und insbesondere der beiden Weltmarktführer und Technotrans-Kunden König & Bauer [WKN: 719350] und Heidelberger Druck [WKN: 731400] mutete auch für Technotrans zum Überlebenskampf aus. Den man gewann und durch Diversifikation in andere Bereiche konnte man sich breiter und sehr erfolgreich aufstellen. Vor allem dank wertstiftender Zukäufe hat man sich im Bereich der Kühltechnik erfolgreich etabliert, die nicht nur in der Druckmaschinenbranche nötig ist, sondern auch beim Thema Batterien und somit bei der Elektromobilität eine ganz entscheidende Rolle spielen wird.

Hierauf habe ich vor etwas mehr als zwei Jahren meinen Investmentcase aufgebaut und sowohl die operative Entwicklung, als auch die des Aktienkurses gaben mir recht. Doch beides hat sich nun eingetrübt und die Vorlage der vorläufigen 2018er Zahlen erfordert einen Abgleich mit meinen bisherigen Überlegungen und Erwartungen. Und da hat sich einiges verändert...

Samstag, 16. Februar 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 07/2019 im Rückspiegel mit Arista, Aumann, Corning, IT Competence Group, MBB, McCormick, Navigator Equity, Teva, TTL Beteiligung

Es dominieren weiterhin Entspannungstendenzen an den Börsen, auch was die Gefühlslage angeht. Die Berichtssaison läuft auf vollen Touren und Unternehmen, die (vermeintlich) die hohen Erwartungen nicht erfüllen, werden hart abgestraft.

So traf es meine Turnaround-Spekulation Teva Pharmaceuticals mit einem zweistelligen Kurseinbruch, nachdem man mit den 2018er Zahlen und dem Ausblick auf 2019 nicht punkten konnte. Und doch... auf Wochensicht verbleibt auf Eurobasis lediglich ein Minus von 1,1%. Man könnte daraus schließen, dass immer weniger Marktteilnehmer Instinkt getrieben agieren und stattdessen wieder mehr Ratio das Börsengeschehen bestimmt. Könnte man, aber der eine oder andere Punkt spricht doch dagegen, dass die Panikzeiten wirklich ernsthaft definitiv abschließend hinter uns liegen (hab ich da noch was vergessen? Oh ja, ultimativ!)...

Freitag, 15. Februar 2019

Benjamin Graham rät: Mit Spin-offs relativ einfach Extrarenditen einfahren

Als Spin-off bezeichnet man die Abspaltung eines Unternehmensteils. Eine Gesellschaft möchte sich einer Sparte entledigen und verkauft diese nicht, sondern formt aus ihr ein eigenständiges Unternehmen in Form einer Aktiengesellschaft und "verschenkt" diese Aktien an ihre Aktionäre. Die Aktionäre der Alt-AG bekommen also entweder die Aktien des neuen Unternehmens einfach in ihr Depot übertragen und sind dann an beiden Unternehmen beteiligt. Oder sie erhalten zumindest ein Bezugsrecht für die Aktien der Spinoff-AG. Und hieraus ergeben sich durchaus Chancen. Für alle Beteiligten...

Donnerstag, 14. Februar 2019

Portfoliockeck: Value-Altmeister Mario Gabelli punktet über IAC InterActiveCorp auch bei Match Group und Tinder

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem zweiundzwanzigsten Portfoliocheck befasse ich mich mit Mario Gabelli, einem Value Investor, der bei Roger Murray, Benjamin Grahams Nachfolger als Professor an der Columbia Universität, in die Lehre ging und eine ganz eigene Value Investing-Erfolgsformel kreiert hat: Er bestimmt den Marktwert eines Unternehmens aus Sicht eines strategischen Käufers. Hierzu ergänzt er den Zerschlagungswert eines Unternehmens um eine strategische Übernahmeprämie und erweitert das Ergebnis um eine Zeitkomponente, den Katalysator. Als Katalysator oder Trigger definiert Gabelli Ereignisse, die zu einem schnellen Anstieg des Marktpreises führen und so die Diskrepanz zwischen intrinsischen Unternehmenswert und Börsenpreis abbauen. Das können zum Beispiel Gesetzesänderungen sein, neue Technologien, der Einstieg aktivistischer Investoren oder der Spin-off von Unternehmenssparten.

Einen besonderen Blick verdient sein Portfoliowert IAC InterActiveCorp [WKN: A0Q8BY]. Diese Venture Capital- und Beteiligungsgesellschaft ist in Deutschland weitgehend unbekannt, doch ihre Töchter sind auch hierzulande aktiv und machen öfter mal Schlagzeilen. Dazu gehören u.a. ANGI Homeservice [WKN: A2H48X], Expedia [WKN: A1JRLJ], Match Group [WKN: A1424N] und Tinder...

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Disclaimer
IAC InterActive Corp. befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Was ist... eine Akquisitionswährung?

Firmenübernahmen nennt man auch Akquisitionen und dabei werden häufig Aktien zur Bezahlung des Kaufpreises eingesetzt, entweder alternativ oder als Ergänzung zur Bar-Komponente. Hier spricht man dann davon, dass diese Aktien als "Akquisitionswährung" eingesetzt werden.

Der Vorteil für das akquirierende Unternehmen ist, dass es verhältnismäßig günstig an diese "Währung" heran kommt, nämlich einfach durch die Ausgabe neuer, sog. "junger" Aktien. Oder es hatte noch eigen Aktien im Bestand, z.B. aufgrund eines zuvor durchgeführten Aktienrückkaufprogramms. Für die Verkäufer besteht der Vorteil darin, dass sie weiterhin an ihrem Unternehmen beteiligt bleiben, auch wenn dieses nun Teil eines Größeren ist bzw. ein Tochterunternehmen von diesem.

Das Bezahlen mit eigenen Aktien kann allerdings ein Nachteil für die bisherigen Aktionäre sein, denn durch diese Ausgabe verwässert sich ihr Anteil am Unternehmen, denn nun gibt es ja viel mehr Aktien als zuvor. Ebenso verhält es sich, wenn zuvor erworbene Aktien aus dem Aktienrückkaufprogramm eingesetzt werden, da diese bei der Verteilung des Unternehmensgewinns nicht mit berücksichtigt werden und der Gewinnanteil ausschließlich auf die "freien" Aktien verteilt wird. Werden die Aktien nun als Übernahmewährung wieder in Umlauf gebracht, entfällt auf sie auch wieder ein Gewinnanteil, eben so, als wären neue Aktien ausgegeben worden. Der Unternehmensgewinn wird also auf mehr Aktien verteilt und fällt dem entsprechend geringer aus.

Es sei denn... die hinzugekauften Unternehmensteile bzw. Töchter erzeugen selbst Gewinne, die erhöhen dann den Gewinnanteil für alle Aktien. Und im Idealfall weisen sie eine höhere Rendite auf, so dass der Gewinn stärker steigt als die Verwässerung durch die neuen Aktien wirkt. Darüber hinaus stellt das erworbene Gesellschaft selbst ja auch einen Wert dar, der ggf. den Buchwert des übernehmenden Unternehmens erhöht.

Dienstag, 12. Februar 2019

DIC Asset bestätigt die vorläufigen Zahlen für 2018. Mit ein paar Überraschungen...

Keine Sorge, ich entwickele keinen Fetisch für die Aktien der DIC Asset AG [WKN: A1X3XX]. ツ Dass ich in diesem Jahr bereits das dritte Mal über den Spezilaisten für Gewerbeimmobilien berichte, hat andere Gründe.

Zum Jahresstart hatte ich darauf aufmerksam gemacht, dass DIC Asset nicht nur in seinem Kerngeschäft sehr erfolgreich unterwegs ist, sondern dass man das Unternehmen beinahe schon als "Corporate Raider" einstufen könnte, nach dem heimlichen Einstieg bei WCM durch die Hintertür und dem anschließenden Verkauf der Position an TLG Immobilien - gegen Aktien der TLG, die sich nun ihrerseits mit einem Übernahmeversuch konfrontiert sehen, bei denen DIC Asset erneut den Steigbügel hält und dabei groß Kasse macht.

Und dann hatte DIC Asset vor zwei Wochen vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt und konnte durch die Bank überzeugen. Der Kurs zuckelt seitdem langsam aber stetig gen Norden und hat nun auch die 10-Euro-Marke hinter sich gelassen. Und nun präsentierte DIC Asset die Jahresergebnisse für das abgelaufene Jahr und diese bestätigen die Vorabmitteilung - und bergen doch einige beachtliche neue Erkenntnisse, die der Markt bisher nicht wirklich realisiert hat. Und die Analystenschar auch nicht...

Montag, 11. Februar 2019

Was ist... ein Squeeze-out?

Als Squeeze-out bezeichnet man das zwangsweise herausdrängen der Minderheitseigentümer aus einer Aktiengesellschaft. Diese muss nicht zwangsläufig börsennotiert sein.

Wenn der Haupteigentümer mehr als 95 Prozent der Anteile an einer Gesellschaft hält, darf er jederzeit die übrigen Mitgesellschafter gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung aus dem Unternehmen drängen.

Eine Besonderheit ergibt sich, wenn das Unternehmen auf ein anderes verschmolzen werden soll (sog. verschmelzungsspezifischer Squeeze-out). Hierbei reicht dem betreibenden Mehrheitsaktionär dann bereits ein Anteilsbesitz von mehr als 90 Prozent.

Die Abfindung darf ausschließlich als Barabfindung gezahlt werden, nicht z.B. in Form von eigenen Aktien des Haupteigentümers, falls dieser eine Aktiengesellschaft sein sollte. Die Höhe der Barabfindung hat sich an den wirtschaftlichen Verhältnissen des Unternehmens im Zeitpunkt der Beschlussfassung durch die Hauptversammlung zu orientieren und  der Verlust der Minderheitsaktionäre muss aufgrund der Eigentumsgarantie des Art. 14 Grundgesetz vollständig kompensiert werden. Zur Ermittlung der Höhe der Abfindung werden üblicherweise das Ertragswertverfahren oder neuerdings auch die Discounted-Cash-Flow-Methode. Als Untergrenze für eine angemessene Abfindung gilt der Durchschnittskurs der letzten drei Monate vor dem Squeeze-out-Beschluss.

Die Angemessenheit der Barabfindung kann, nachdem der Squeeze-out durchgeführt ist (Eintragung des Übertragungsbeschlusses in das Handelsregister), allerdings im Rahmen eines durch einen ehemaligen Aktionär zu beantragenden Spruchverfahrens gerichtlich überprüft werden. Und nicht selten kommt es hierbei zu Nachbesserungen der Barabfindung.

Squeeze-out: Mit langem Atem sicher Geld verdienen
▶ Squeeze-out - restlos ausgequetscht (ARD Börse)

Börsenweisheit der Woche 06/2019

"Börse ist, Nerven dort zu behalten, wo andere sie verlieren."
(Erhard Blanck)

Sonntag, 10. Februar 2019

Mein Lese-Tipp: "Die Lehr- und Wanderjahre eines Value-Investors" von Guy Spier

Guy Spier ist ein äußerst erfolgreicher Value Investor. Große Aufmerksamkeit erlangte er, als er Mitte 2008 gemeinsam mit Mohnish Pabrai ein Mittagessen mit Warren Buffett ersteigerte.

Der Brite wuchs in England auf und besuchte dort das Brasenose College an der Oxford University, wo er Kommilitone des späteren Premierministers David Cameron war.

Als seinen größten Fehler im Leben beschreibt er seinen Einstieg in die Finanzwelt, als er sich für eine windige Bude entschied, die an die Drückermethoden bekannt aus "Wolf of Wall Street" erinnert. Mit Value Investing hatte das nichts zu tun. Es dauerte eine ganze Zeit, bis Spier akzeptieren konnte, dass er den falschen Weg eingeschlagen hatte - und die Konsequenzen zog. Er nahm sich Warren Buffetts frühere Partnerships als Vorbild für seinen eigenen Aquamerine Fonds, in dem er seit vielen Jahren erfolgreich eigenes Geld und das seiner Kunden investiert. Mit überdurchschnittlichen Renditen...

Samstag, 9. Februar 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 06/2019 im Rückspiegel mit Aumann, Daimler, Leoni, MBB, Wirecard

Nach dem starken Januar kehrt nun Normalität und ein Stück weit auch Ernüchterung an den Börsen ein. Die alten Probleme sind nicht weg, sie wurden nur mal wieder vor sich her geschoben und poppen nun wieder hoch.

Trump erklärte erst, der Handelsdeal mit China werde toll, um einige Tage später zu poltern, er werde mit Chinas Staatspräsident Xi keinesfalls vor dem Ablauf der Deadline Ende März zusammenkommen. Natürlich alles via Twitter...

Es mehren sich die Stimmen in der FED, dass es 2019 wohl doch eher keine Zinsanhebungen geben wird. Das lässt die Pessimisten frohlocken, die nun von einer Rezession fabulieren. Andere sehen es positiv, weil das billige Geld, das die Börsen bisher (mit) angetrieben hat, länger im Markt bleibt.

Und dann steht der Brexit vor der Tür am 29. März. Realitätsverweigernd meint das britische Parlament, und die Premierministerin May, dass die EU den Brexit-Vertrag nochmal aufschnüren und nachverhandeln wird. Obwohl die anderen EU-Staaten dies kategorisch ausgeschlossen hatten. Irgendwie dreht es sich "nur" noch um die Frage Nordirland/Irland und da scheint man May einen Kompromiss anzubieten, der auf eine Zollunion hinausläuft. Was die Hardliner in London partout nicht wollen, aber Labour könnte diesen Weg vielleicht mitgehen. Letztlich würde man sich wieder nur Zeit erkaufen, um viele weitere Monate und Jahre die immer gleichen Themen diskutieren zu können. Aber in der Zwischenzeit stehen Wahlen in UK an und ggf. auch ein neues Brexit-Votum. Und man hätte sich über die Europawahl im Mai gerettet (UK hat ja wegen des anstehenden Brexit keine Wahlen eigener Abgeordneter vorbereitet). Also wäre Zeit wohl nicht das Schlechteste in diesem Szenario...

Freitag, 8. Februar 2019

Selfmade-Milliardär Stanley Druckenmiller setzt nur auf die Besten. Und daher jetzt auch auf Adobe Systems...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem einundzwanzigsten Portfoliocheck geht es um Stanley Druckenmiller. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als George Soros' rechte Hand 1992 die Bank of England und das britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren kein einziges Jahr mit Verlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit wenigen, ausgesuchten Werten; dabei machten im dritten Quartal Technologiewerte mehr als 50% seines Depot aus, allen voran Microsoft [WKN: A14Y6F] mit fast 20%, Salesforce [WKN: A0B87V] mit 12% sowie Amazon [WKN: 906866] und Alphabet [WKN: A14Y6F] mit jeweils 11%. Ganz neu und gleich mit 3% Depotanteil setzt er auf Adobe Systems [WKN: 871981], das Unternehmen mit dem wohl breitesten Burggraben der Softwarebranche...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Adobe, Alphabet, Amazon und Microsoft befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Alles klar bei Godewind Immobilien: Hedgefonds steigt aus, Ehlerdings ganz groß ein

Erst vor wenigen Tagen habe ich über Karl Ehlerdings neustes Gewerbe-Immobilien-Baby Godewind [WKN: A2G8XX] berichtet und nun gab es deutliche Verschiebungen im Aktionariat. Und ein genauer Blick auf die neuen Beteiligungsverhältnisse lohnt durchaus, denn bisher war man von Unternehmensseite hier eher zugeknöpft unterwegs.

Auf der Website der Godewind wird die Aktionärsstruktur wie folgt angegeben: Karl Philipp Ehlerding mit 8,27%, CEO Stavros Efremidis mit 5,75% und Karl Ehlerding mit 5,06%. In der Unternehmenspräsentation vom 4. Februar 2019 finden sich etwas andere, teilweise weiter führende Angaben, denn dort heißt es, CEO Stavros Efremidis halte 6% der Anteile sowie weitere 6% in Form von "Finanzinstrumenten", während "Friends & Family" insgesamt auf rund 30% kämen. Doch die heute veröffentlichten Stimmrechtsmitteilungen geben interessantere Aufschlüsse...

Donnerstag, 7. Februar 2019

Was ist... ein Short-Squeeze?

Ein Short-Squeeze ist eine besondere Form einer Käuferpanik an der Börse, die zu stark steigenden Kursen eines Wertpapiers führt. Dabei geht sie eigentlich auf die Annahme sinkender Aktienkurse zurück. Insbesondere in den USA ist es üblich, dass Langfristinvestoren ihre Aktien auf Zeit verleihen und dafür eine Gebühr einstreichen. Sie haben dann während der Laufzeit dieser Leihe keine Gelegenheit, die Aktien zu verkaufen. Der Ausleihende hingegen hat die Absicht, diese geliehenen Aktien sofort an der Börse zu verkaufen. Er muss sie jedoch spätestens zum Ende der leihe wieder zurückkaufen, um sie dem Verleiher zurückgeben zu können.

Short-Selling

Dieses Procedere macht daher nur dann Sinn, wenn der Ausleihende sich ziemlich sicher ist, dass die Aktien stark fallen werden. Denn dann verkauft er heute noch zu relativ hohen Kursen in der Annahme, sie zu einem späteren Zeitpunkt deutlich niedriger zurückkaufen zu können (sog. Short-Selling bzw. Leerverkaufen). Die Differenz ist sein Gewinn - abzüglich des Entgelt, das er für die Aktienleihe bezahlen musste.

Je näher das Ende Leihfrist rückt, desto risikoreicher wird es für den Short-Seller. Denn sollte der Aktienkurs zwischenzeitlich wider Erwarten steigen, würde sein potenzieller Gewinn dahinschmelzen und ggf. sogar in einen Verlust umschlagen. Und genau dies kann zu einem Short-Squeeze führen, einer Kaufpanik der Short-Seller. Wenn nämlich viele auf sinkende Kurse setzen, der Kurs jedoch stark ansteigt, wollen sich einige Leerverkäufer noch schnell mit den Aktien eindecken, bevor der Kurs noch weiter ansteigt und sie in Bedrängnis bringt. Doch genau diese zusätzliche Nachfrage bei einem ohnehin schon ansteigenden Aktienkurs führt zu einem weiteren Anheizen der Kaufseite und somit zu noch stärker steigenden Aktienkursen. Für den Leerverkäufer entsteht so ein Teufelskreis, eine Kaufpanik der Short-Seller. Für alle anderen Aktionäre ist es eine willkommene Kurssteigerung.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Portfoliocheck: Bill Nygren setzte mit US-Broker Charles Schwab auf volatile Märkte. Und damit genau auf's richtige Pferd...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem zwanzigsten Portfoliocheck geht es um Bill Nygren, den Portfolio Manager und CIO des Oakmark Funds, mit dem er seit dessen Gründung 1991 eine beeindruckende durchschnittliche jährliche Rendite von 13 Prozent vorweisen kann.

Bill Nygren fährt einen fokussierten Investmentstil mit wenigen, ausgesuchten Werten. Im dritten Quartal 2018 hat Bill Nygren kaum Depotveränderungen vorgenommen, allerdings durch die Bank Positionen etwas reduziert. Schwerpunkte legte er auf Finanzwerte (Depotanteil 28%), Technologie (19%) und Gesundheitswesen (15%). Ganz neu hinzugekommen ist der US-Onlinebroker Charles Schwab [WKN: 874171], mit dem Nygren auf Marktturbulenzen setzte und auf einen ganz besonderen Clou...

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Dienstag, 5. Februar 2019

André Kostolany lehrt: "Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld."

André Kostolany war ein erfolgreicher Börsenspekulant, Bonvivant und Autor und er wäre in diesem Monat 110 Jahre alt geworden. Zahlreiche Bücher hat er verfasst über seine große Leidenschaft, die Börse, und er war viele Jahre lang gern gesehener Gast in allen Fernsehtalkshows. Denn er schaffte es nicht nur erfolgreich sein Geld anzulegen, sondern auch das komplexe und verwirrende Börsengeschehen in kurzen, knackigen und sehr oft auch humoristischen Weisheiten und Anekdoten zusammenzufassen.

Sein Buch "Kostolanys Börsenseminar" war das erste Buch, das ich jemals über das Thema Börse gelesen habe. Und ich habe nicht nur viel über die Börse gelernt, sondern dieses Buch hat mich auch mit dem Börsenfieber angesteckt, das bis heute nicht abgeflaut ist. Über eine seiner vielen Weisheiten möchte ich heute sprechen, denn es geht um Kursverluste, den Umgang mit ihnen und dass sie nicht etwa es Ungewöhnliches an der Börse sind, sondern einfach dazugehören...

»Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.«
(André Kostolany)

Montag, 4. Februar 2019

Mein Investor-Update mit Amazon, Blue Cap, Funkwerk, IAC InterActiveCorp, MasterCard, MBB, Navigator Equity, PayPal, Texas Pacific Land Trust, TTL Beteiligung

Investor-Update zum 4. Quartal 2018

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende des Quartals auf die Entwicklungen in den vergangenen Monaten zurück und gebe aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben.

Darüber hinaus beschäftige ich mich auch mit Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden. Des Weiteren berichte ich über die Gewichtung der größten Werte in meinem Investmentdepot und in meinem Dividendendepot.

Mein Investmentdepot

Die größten Positionen in meinem Investmentdepot waren Ende 2018 Amazon [WKN: 906866], MasterCard [WKN: A0F602], MBB [WKN: A0ETBQ], Navigator Equity [WKN: A1CUJD], Funkwerk [WKN: 575314], TTL Beteiligung- und Grundbesitz [WKN: 750100] und PayPal [WKN: A14R7U]. Und damit gab es vier wesentliche Veränderungen, die nicht alleine auf die heftigen Schwankungen der Börsenkurse zurückzuführen sind...