Donnerstag, 31. Januar 2019

Was mir an den starken Quartalszahlen von Microsoft gefällt. Und was nicht...

Microsoft, das momentan wertvollste Unternehmen der Welt, hat Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal seines Geschäftsjahrs 2018/19 präsentiert und die kamen an der Börse nur bedingt gut an; die Aktien lagen in New York vorbörslich rund 3% im Minus und gaben damit ihre Vortagsgewinne fast vollständig wieder her.

Dabei konnte Microsoft [WKN: 870747] mit seinen Zahlen durchaus überzeugen, allerdings stimmt die Börsianer der etwas verhaltene Blick in die Zukunft traurig. Und noch ein weiterer Aspekt drückt auf die Stimmung...

Microsofts zweites Geschäftsquartal

Werfen wir zunächst den Blick auf die reinen Zahlen. Der Umsatz kletterte auf einen neuen Rekordwert von $32,5 Mrd. und der Nettogewinn ging mit $8,4 Mrd. durchs Ziel bzw. $1,10 je Aktie. Damit konnten die Redmonder die Analysten-Erwartungen toppen.

Beim Blick in die Segmente offenbaren sich allerdings Stärken und Schwächen. Das Brot- und Buttergeschäft von Microsoft ist das Windows-Betriebssystem, das als Plattform auch die Basis für den Erfolg einiger anderer Geschäftsbereiche legt. Das Lizenzgeschäft mit Business-Kunden ging um 5% zurück und im Privatkundengeschäft fielen die Einnahmen sogar um 11%. Einerseits lag der Absatz von PC-Verkäufen um 5% im Minus, so dass bei den Business-Kunden die Entwicklung hierauf zurückzuführen sein dürfte. Und bei den Privat-Kunden dürften die anhaltenden Erfolge der Macs und Chromebooks Microsoft zu schaffen machen sowie der Erfolg der Tablets insgesamt. Beim iPad hatte Apple gerade stark punkten können. Doch man sollte im Hinterkopf behalten, dass Windows 10 als SaaS-Produkt (Software-as-a-Servcie) noch gar nicht so lange auf dem Markt ist und erst vor kurzem auf Platz 1 der meistgenutzten Betriebssysteme vordringen konnte. Dabei verdrängte man Windows 7, das noch immer auf zig Millionen Geräten im Einsatz ist. Doch hier wird bald der Support auslaufen und dann dürfte es schnell(er) zum Wechsel auf Windows 10 kommen. Und dem entsprechend zu einem Nachfrageschub nach der neusten Windows-Version und einem entsprechenden Anstieg im Lizenzbereich.

Microsoft (Quelle: wallstreet-online.de)
Die Xbox-Verkäufe schwächelten und sanken ggü. dem Vorjahresquartal um 19%; allerdings steht bald der Launch einer neuen Generation der Xbox an und das dürfte der Grund für die aktuelle Kaufzurückhaltung der Kunden sein. Gaming-Software, Xbox-Live-Abonnements und Surface-Verkäufe entwickelten sich dagegen prächtig und verhalfen der Sparte zu einem Umsatzzuwachs auf $13 Mrd. (+7%).

Am interessantesten ist allerdings die Sparte "Intelligent Cloud", denn hier spielt die Zukunftsmusik. Und diese Sparte konnte erneut glänzen mit einem Wachstum von 21% auf $9,4 Mrd. Die Serversparte legte dabei um 24% zu, während das Cloud-Business Azur sogar um 76% wuchs. Nachdem das Wachstum hier im vergleichbaren Vorjahresquartal noch bei 98% gelegen hatte, zeigten sich die Anleger etwas verschnupft. Meiner Meinung nach ist diese Reaktion unverständlich, denn im Vorquartal hatte Azure ebenfalls "nur" um 76% zugelegt und damals löste dies Begeisterungsstürme aus. Immerhin liegt Microsoft mit einem Weltmarktanteil von 15% auf Platz zwei hinter Amazon (45%), deren Cloudsparte AWS aber mit Werten im mittleren 40er-Prozentbereich deutlich langsamer wächst. Und nicht so profitabel, denn Microsoft verdient hier die signifikant höheren Margen! Das Wachstum dürfte also weiter stark bleiben und die Gewinne weiter zulegen; zumal Microsoft sich kürzlich mehrere lukrative Cloud-Deals sichern konnte.


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Meine Einschätzung

Microsoft hat gute Zahlen präsentiert und wächst weiter rasant. Die eine oder andere Baustelle ist noch zu bearbeiten und man kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Die größeren Zukäufe in der letzten Zeit, wie das Karrierenetzwerk LinkedIn ($26,2 Mrd.) und die Open-Source-Plattform GitHub ($7,5 Mrd.) schlagen sich in steigenden Umsätzen nieder und erweitern das Business, so dass sich die Abhängigkeit von den Software-Flagschiffen Windows und Office weiter verringert.

Der enorme und weiter wachsende Cashflow speist weiterhin die Dividenden und Aktienrückkäufe bei Microsoft und Microsoft punktet vor allem in den Zukunftsbereichen wie Cloud und IaaS (Infrastructure-as-a-Service), so dass weiteres Wachstum vorprogrammiert ist. Im Kerngeschäft verfügt man über einen enormen ökonomischen Burggraben (Moat), an dem sich andere schon öfter die Zähne ausgebissen haben. Darüber hinaus zeigt Microsoft seit einiger Zeit, dass man sich sinnvoll durch Zukäufe verstärkt und daher bleibt die Aktie aus meiner Sicht ein aussichtsreiches Basisinvestment.

Disclaimer
Microsoft befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

1 Kommentar:

  1. Hallo,
    na die Zahlen für das Surface hören sich doch gut an! MS hat auch die Lizenzpreise vor kurzem erhöht und Office 365 wird sich auch weiter durchsetzen. Mich überzeugen die Zahlen.

    Gruß
    Joe

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