Donnerstag, 28. Februar 2019

Warren Buffett rät: Ignoriere Quartalsergebnisse. Konzentriere Dich auf das Unternehmen und sein Business. Investiere langfristig!

Es ist Berichtssaison und die Wall Street wird heftig durchgeschüttelt, weil etliche Unternehmen mit ihren Quartalsergebnissen die Erwartungen des Marktes und/oder der Analysten nicht ganz erreichen bzw. teilweise auch recht deutlich verfehlen. Das muss ein schlechtes Zeichen sein, sollte man meinen.

Doch gerade langfristig orientierte Value-Anleger sollten sich der Worte Warren Buffetts erinnern und genau(er) hinsehen.

»Nimm eine Jahresbilanz nicht zu ernst. Schau lieber, was über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren geschieht.«
(Warren Buffett)

Damit meint das "Orakel von Omaha", dass Quartale zu kurze Zeitspannen sind, um die Entwicklung eines Unternehmens exakt zu planen und zu bewerten. Liegen ein paar Feiertage mehr auf Wochentagen in dem Quartal oder verschiebt sich ein größerer Zahlungseingang um wenige Tage, kann dies das Quartalsergebnis beeinflussen, ohne dass es für das Jahresergebnis wirklich Relevanz hätte. Und selbst der Blick von Jahr zu Jahr sei keine ausreichende Grundlage für langfristig orientierte Anleger, um die Entwicklung des Unternehmens wirklich solide einschätzen zu können. Dazu gehört schon etwas mehr...

Mittwoch, 27. Februar 2019

Charlie Munger rät zu Buy & Hold: Du machst kein Geld mit Traden, sondern mit abwarten!

Charles Thomas Munger ist der kongeniale Geschäftspartner von Warren Buffett und beide setzen bei ihren Investments seit jeher auf Buy & Hold. Diese Anlagestrategie zielt darauf ab, Wertpapiere langfristig zu halten, womit das Risiko durch die Schwankungen an den Märkten gesenkt und die Erfolgsaussichten auf außerordentliche Renditen steigen.

Historische Daten belegen für für den S&P 500 zwischen 1926 und 2010 eine durchschnittliche jährliche Aktienrendite von 9,7 Prozent, während Staatsanleihen nur 5,6 Prozent p.a. brachten. Dabei unterliegen die Kurse in einzelnen Jahren durchaus heftigen Schwankungen, die auch schon mal 50 Prozent und mehr ausmachen können. Auch in diesen Phasen kann und sollte man nicht panisch verkaufen und versuchen, den Markt zu timen. Mit Geduld und Ruhe hat man in den letzten 90 Jahren jedenfalls nichts falsch gemacht am Aktienmarkt. Denn die durchschnittliche Überrendite von 4 Prozent pro Jahr erzielte man durch Nichtstun.

Montag, 25. Februar 2019

Benjamin Graham rät: Kaufe eine Aktie, als würdest Du das ganze Unternehmen kaufen

Erfolgreiche Value Investoren wie Benjamin Graham und Warren Buffet legen großen Wert auf die langfristige Ausrichtung der Geldanlage, das langfristige Investieren in Unternehmen. Damit setzen sie sich ganz bewusst ab von der Vielzahl an Anleger, die zunehmend Aktien als Roulette-Chips missbrauchen, als Spekulationsobjekte. Weshalb ist aber diese Unterscheidung in Investieren und Spekulieren so entscheidend?

Das liegt vor allem an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Kurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler. Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine überragende Performance zu erzielen...

Börsenweisheit der Woche 08/2019

"Wenn der Staat Pleite macht, geht natürlich nicht der Staat Pleite, sondern seine Bürger."
(Carl Fürstenberg)

Sonntag, 24. Februar 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 8. Börsenwoche im Rückspiegel mit Berkshire Hathaway, Corestate Capital, Kraft Heinz, The Trade Desk

Momentan herrscht (politische) Ruhe an den Börsen. Vielleicht ist es auch nur eine trügerische Ruhe, aber man ist gewillt, extremes Agieren zu unterlassen.

Das gilt für die Großwetterlage, bei einzelnen Unternehmen fallen die Kursausschläge durchaus noch extrem aus, wenn sie die Erwartungen nicht erfüllen. Oder übererfüllen, auch das geschieht durchaus.

Wenn zum Beispiel The Tradedesk einen Raketenstart von 30% hinlegt, weil die sowieso schon hohen Erwartungen geradezu vaporisiert wurden, dann ist das schon extrem, egal in welcher Börsenphase. Und auch ich habe meine Freude an dem Kurssprung, denn obwohl der Wert nicht auf meiner Beobachtungsliste steht, habe ich ihn doch im Depot - indirekt über Stefan Waldhausers High Tech Stock-Picking-Wiki, in dem ich investiert bin, denn dort ist es die größte Position.

Auf der anderen Seite hat Warren Buffetts Berkshire Hathaway enttäuschende Zahlen vorgelegt. Jedenfalls auf den ersten Blick. Und das hat nicht nur mit dem miesen Ergebnis von Kraft Heinz Co. zu tun, einer seiner größten Beteiligungen. Er hatte aber auch zuvor schon deutlich nachgegeben. Es trennt sich weiterhin die Spreu vom Weizen und man kann durchaus erkennen, dass es in einigen Sektoren weiterhin ausgezeichnet läuft, während andere ihren Absturz fortsetzen. Zu diesen gehören die Automobilwerte und ihre Zulieferer oder auch die Modebranche. Gerade hier häufen sich Verluste und Insolvenzen und die vermeintlichen Schnäppchen werden schnell zur finanziellen Todesfalle.

Auch bei den Turnaroundwerten muss man aufpassen und sollte stets Warren Buffetts weise Worte im Hinterkopf behalten: "Turnarounds seldom turn". Und während meine Turnaroundwetten wie Teva Pharmaceuticals oder Bausch Health in der letzten Woche auch keine Freunde bereiteten, geben die US-Technologiewerte weiterhin den Ton an und ziehen die Märkte - und mein Depot - wieder nach oben...

Freitag, 22. Februar 2019

Portfoliocheck: Tom Russo bevorzugt defensive Konsumwerte. Und stockt ausgerechnet bei Alphabet auf?

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 24. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von 15,2% einbrachte.

Auch im vierten Quartal 2018 war Tom Russo nur wenig aktiv und hat lediglich 0,3 Prozent seines Depots umgeschichtet; er setzt weiter auf die Schwächen und Vorlieben der Menschen, auf defensive Konsumwerte, Luxusgüter und Spirituosenhersteller. Da er fast immer voll investiert ist, hat ihn der Börsenabschwung deutlich getroffen und er hat bei 19 seiner 20 größten Positionen leicht reduziert. Nur eine hat er aufgestockt und zwar den Google-Mutterkonzern Alphabet. Also ausgerechnet in einem Sektor, den er ansonsten gar nicht auf dem Schirm hat. Und das könnte durchaus einen genaueren Blick wert sein...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Alphabet befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Einstein mahnt: Wer den Zinseszinseffekt nutzt, verdient. Alle anderen bezahlen ihn...

Das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Anlage ist die erzielte Rendite. Diese kann aus Zinsen stammen, aus Dividenden oder aus Kursgewinnen. Während man Kursgewinne einfach laufen lassen kann, fließen Zinsen und Dividenden aufs Konto und können dann für andere Zwecke als das Investieren verwendet werden. Es zahlt sich aber aus, diese Ausschüttungen wieder zu investieren, damit sie selbst auch Renditen abwerfen. Das nennt man Zinseszinseffekt. Er besteht darin, dass Zinsen, die aufgrund einer verzinslichen Kapitalanlage am Ende eines bestimmten Zeitraums gutgeschrieben werden, ab Beginn der darauffolgenden Periode die Einlage erhöhen und sich somit in der Zukunft selbst verzinsen.

»Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.«
(Albert Einstein)

Beim Investieren wirkt das Prinzip des Zinseszinses in einer ähnlichen Art und Weise. Die von einem Investor erworbenen Vermögensgegenstände generieren Gewinne, werden reinvestiert und produzieren zukünftig mehr Gewinn. Und je mehr Zeit man dem Zinseszinseffekt gibt, desto gewaltiger wird seine Kraftentfaltung, denn das Zinseszinswachstum macht aus einem kleinen Betrag einen großen, ganz von alleine...

Mittwoch, 20. Februar 2019

Warren Buffett steht auf den unterschätzten Mehrwert von Aktienrückkäufen

"Einfallslos und langweilig" sind die nicht selten zu vernehmenden Einschätzungen, wenn Unternehmen Aktienrückkaufprogramme verkünden. Der freie Cashflow solle doch lieber im eigenen Unternehmen investiert werden, in die Entwicklung neuer Produkte oder gezielt in Zukäufe. Und diese Sichtweise hat durchaus etwas für sich, sofern das Unternehmen etwas Sinnvolles mit dem Geld anstellt.

Nicht selten werden aber Zukäufe getätigt, die sich dann als Rohrkrepierer erweisen und unter dem Strich das Geld der Aktionäre vernichten. Oder so teuer sind, dass sie in absehbarer Zeit eigentlich keine Rendite einfahren können. Abschreckende Beispiele gibt es zuhauf, wie die Time Warner Übernahme durch AOL oder das Skype-Experiment von Ebay, die Pleite von Rupert Murdochs News Corp. mit MySpace oder die gescheiterte Rover-Übernahme durch BMW. Ganz zu schweigen von dem traurigen Einkaufsmix, den sich Yahoo über die Jahre zusammenschustert und der nie zu einer erfolgreichen Strategie geführt hat. Konsequenz ist, dass man sein Stammgeschäft inzwischen an Verizon verkauft hat und dass Yahoo nur noch eine Holding für die Alibaba-Beteiligung und den Anteil an Yahoo Japan. Passend dazu ist neue Firmenname Altaba ist eine einfallslose Verquickung aus "Alternative" und "Alibaba". Was für ein Trauerspiel für diesen Internet-Pionier, der die Internetsuche noch vor Google beherrschte - und sich dann die Butter vom Brot nehmen ließ, weil man sein Kerngeschäft zugunsten vermeintlicher Wunderideen vernachlässigte.

Wie man anhand dieser Beispiele sehen kann, fahren Aktionäre unter Umständen besser, wenn die liquiden Mittel des Unternehmens in die eigenen Aktien investiert werden, als irgendetwas Dummes mit dem Geld anzustellen. Doch auch Aktienrückkäufe sind kein Selbstgänger, die immer Mehrwert für Aktionäre schaffen. Es kommt eben drauf an...

Dienstag, 19. Februar 2019

Was ist... ein Dividendenaristokrat?

Viele börsennotierte Unternehmen beteiligen ihre Aktionäre am Erfolg durch Zahlung einer Dividende. Die Dividendenrendite spielt daher für die Anlageentscheidung eine wichtige Rolle.

Doch kann sie auch künstlich hochgehalten werden, um das Unternehmen attraktiver aussehen zu lassen, als es auf den zweiten Blick wirklich ist. Dann werden zum Beispiel 10 Cents je Aktie als Dividende ausgeschüttet, während im Geschäftsjahr nur 5 Cents verdient wurden oder sogar ein Verlust anfiel. In diesem Fall geht die Ausschüttung zulasten der Substanz des Unternehmens und wenn dies mehrmals passiert, ist das Unternehmen irgendwann ausgezehrt und die optisch attraktive Dividendenrendite kann den Kursverfall dann auch nicht mehr aufhalten. Die sog. "Dividendenaristokraten" sollen hier Abhilfe schaffen...

Montag, 18. Februar 2019

Portfoliocheck: Ken Fisher stockt Technologiewerte auf. Vor allem Cloudspezialist Salesforce

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 23. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Er wähnt uns "in der letzten Phase eines Bullenmarktes" und sah den Crash Ende letzten Jahres als vorübergehende Übertreibung an. Fisher setzte auf die "Macht des V", also den schnellen, starken Wiederanstieg nach einem Ausverkauf - und lag damit goldrichtig.

Aber Ken Fisher redete nicht nur, er handelte auch entsprechend. Und so hat er auch im vierten Quartal 2018 vor allem im Technologiebereich zugekauft, der inzwischen 22% seines Depots ausmacht. Vor allem seine Position bei Adobe Systems hat er vervierfacht und auch seinen Bestand am Cloud-Spezialisten SalesForce.com annähernd verdreifacht. Aus nachvollziehbaren Gründen...

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Disclaimer
Adobe Systems und Salesforce befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 07/2019

"Viele Value Investoren äußern ihre Frustration darüber, dass heute nicht mehr funktioniert, was sie vor 20 Jahren getan haben. Aber ich denke, das war schon immer der Fall."
(Bill Nygren)

Sonntag, 17. Februar 2019

Technotrans: Mein Investmentcase zieht nicht mehr so richtig

Zu Zeiten des Neuen Marktes war Technotrans  ein reiner Zulieferer für die Druckindustrie und die existenzbedrohende Krise der Branche und insbesondere der beiden Weltmarktführer und Technotrans-Kunden König & Bauer und Heidelberger Druck mutete auch für Technotrans zum Überlebenskampf aus. Den man gewann und durch Diversifikation in andere Bereiche konnte man sich breiter und sehr erfolgreich aufstellen. Vor allem dank Wert stiftender Zukäufe hat man sich im Bereich der Kühltechnik erfolgreich etabliert, die nicht nur in der Druckmaschinenbranche nötig ist, sondern auch beim Thema Batterien und somit bei der Elektromobilität eine ganz entscheidende Rolle spielen wird.

Hierauf habe ich vor etwas mehr als zwei Jahren meinen Investmentcase aufgebaut und sowohl die operative Entwicklung, als auch die des Aktienkurses gaben mir recht. Doch beides hat sich nun eingetrübt und die Vorlage der vorläufigen 2018er Zahlen erfordert einen Abgleich mit meinen bisherigen Überlegungen und Erwartungen. Und da hat sich einiges verändert...

Samstag, 16. Februar 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 7. Börsenwoche im Rückspiegel mit Arista, Aumann, Corning, IT Competence Group, MBB, McCormick, Navigator Equity, Teva, TTL Beteiligung

Es dominieren weiterhin Entspannungstendenzen an den Börsen, auch was die Gefühlslage angeht. Die Berichtssaison läuft auf vollen Touren und Unternehmen, die (vermeintlich) die hohen Erwartungen nicht erfüllen, werden hart abgestraft.

So traf es meine Turnaround-Spekulation Teva Pharmaceuticals mit einem zweistelligen Kurseinbruch, nachdem man mit den 2018er Zahlen und dem Ausblick auf 2019 nicht punkten konnte. Und doch... auf Wochensicht verbleibt auf Eurobasis lediglich ein Minus von 1,1%. Man könnte daraus schließen, dass immer weniger Marktteilnehmer Instinkt getrieben agieren und stattdessen wieder mehr Ratio das Börsengeschehen bestimmt. Könnte man, aber der eine oder andere Punkt spricht doch dagegen, dass die Panikzeiten wirklich ernsthaft definitiv abschließend hinter uns liegen (hab ich da noch was vergessen? Oh ja, ultimativ!)...

Freitag, 15. Februar 2019

Benjamin Graham rät: Mit Spin-offs relativ einfach Extrarenditen einfahren

Als Spin-off bezeichnet man die Abspaltung eines Unternehmensteils. Eine Gesellschaft möchte sich einer Sparte entledigen und verkauft diese nicht, sondern formt aus ihr ein eigenständiges Unternehmen in Form einer Aktiengesellschaft und "verschenkt" diese Aktien an ihre Aktionäre. Die Aktionäre der Alt-AG bekommen also entweder die Aktien des neuen Unternehmens einfach in ihr Depot übertragen und sind dann an beiden Unternehmen beteiligt. Oder sie erhalten zumindest ein Bezugsrecht für die Aktien der Spinoff-AG. Und hieraus ergeben sich durchaus Chancen. Für alle Beteiligten...

Donnerstag, 14. Februar 2019

Portfoliockeck: Value-Altmeister Mario Gabelli punktet über IAC InterActiveCorp auch bei Match Group und Tinder

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 22. Portfoliocheck befasse ich mich mit Mario Gabelli, einem Value Investor, der bei Roger Murray, Benjamin Grahams Nachfolger als Professor an der Columbia Universität, in die Lehre ging und eine ganz eigene Value Investing-Erfolgsformel kreiert hat: Er bestimmt den Marktwert eines Unternehmens aus Sicht eines strategischen Käufers. Hierzu ergänzt er den Zerschlagungswert eines Unternehmens um eine strategische Übernahmeprämie und erweitert das Ergebnis um eine Zeitkomponente, den Katalysator. Als Katalysator oder Trigger definiert Gabelli Ereignisse, die zu einem schnellen Anstieg des Marktpreises führen und so die Diskrepanz zwischen intrinsischen Unternehmenswert und Börsenpreis abbauen. Das können zum Beispiel Gesetzesänderungen sein, neue Technologien, der Einstieg aktivistischer Investoren oder der Spin-off von Unternehmenssparten.

Einen besonderen Blick verdient sein Portfoliowert IAC InterActiveCorp. Diese Venture Capital- und Beteiligungsgesellschaft ist in Deutschland weitgehend unbekannt, doch ihre Töchter sind auch hierzulande aktiv und machen öfter mal Schlagzeilen. Dazu gehören u.a. ANGI Homeservice, Expedia, Match Group und Tinder...

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IAC InterActive Corp. befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Was ist... eine Akquisitionswährung?

Firmenübernahmen nennt man auch Akquisitionen und dabei werden häufig Aktien zur Bezahlung des Kaufpreises eingesetzt, entweder alternativ oder als Ergänzung zur Bar-Komponente. Hier spricht man dann davon, dass diese Aktien als "Akquisitionswährung" eingesetzt werden.

Der Vorteil für das akquirierende Unternehmen ist, dass es verhältnismäßig günstig an diese "Währung" heran kommt, nämlich einfach durch die Ausgabe neuer, sog. "junger" Aktien. Oder es hatte noch eigen Aktien im Bestand, z.B. aufgrund eines zuvor durchgeführten Aktienrückkaufprogramms. Für die Verkäufer besteht der Vorteil darin, dass sie weiterhin an ihrem Unternehmen beteiligt bleiben, auch wenn dieses nun Teil eines Größeren ist bzw. ein Tochterunternehmen von diesem.

Das Bezahlen mit eigenen Aktien kann allerdings ein Nachteil für die bisherigen Aktionäre sein, denn durch diese Ausgabe verwässert sich ihr Anteil am Unternehmen, denn nun gibt es ja viel mehr Aktien als zuvor. Ebenso verhält es sich, wenn zuvor erworbene Aktien aus dem Aktienrückkaufprogramm eingesetzt werden, da diese bei der Verteilung des Unternehmensgewinns nicht mit berücksichtigt werden und der Gewinnanteil ausschließlich auf die "freien" Aktien verteilt wird. Werden die Aktien nun als Übernahmewährung wieder in Umlauf gebracht, entfällt auf sie auch wieder ein Gewinnanteil, eben so, als wären neue Aktien ausgegeben worden. Der Unternehmensgewinn wird also auf mehr Aktien verteilt und fällt dem entsprechend geringer aus.

Es sei denn... die hinzugekauften Unternehmensteile bzw. Töchter erzeugen selbst Gewinne, die erhöhen dann den Gewinnanteil für alle Aktien. Und im Idealfall weisen sie eine höhere Rendite auf, so dass der Gewinn stärker steigt als die Verwässerung durch die neuen Aktien wirkt. Darüber hinaus stellt das erworbene Gesellschaft selbst ja auch einen Wert dar, der ggf. den Buchwert des übernehmenden Unternehmens erhöht.

Dienstag, 12. Februar 2019

DIC Asset bestätigt die vorläufigen Zahlen für 2018. Mit ein paar Überraschungen...

Keine Sorge, ich entwickele keinen Fetisch für die Aktien der DIC Asset AG. ツ Dass ich in diesem Jahr bereits das dritte Mal über den Spezialisten für Gewerbeimmobilien berichte, hat andere Gründe.

Zum Jahresstart hatte ich darauf aufmerksam gemacht, dass DIC Asset nicht nur in seinem Kerngeschäft sehr erfolgreich unterwegs ist, sondern dass man das Unternehmen beinahe schon als "Corporate Raider" einstufen könnte, nach dem heimlichen Einstieg bei WCM durch die Hintertür und dem anschließenden Verkauf der Position an TLG Immobilien - gegen Aktien der TLG, die sich nun ihrerseits mit einem Übernahmeversuch konfrontiert sehen, bei denen DIC Asset erneut den Steigbügel hält und dabei groß Kasse macht.

Und dann hatte DIC Asset vor zwei Wochen vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt und konnte durch die Bank überzeugen. Der Kurs zuckelt seitdem langsam aber stetig gen Norden und hat nun auch die 10-Euro-Marke hinter sich gelassen. Und nun präsentierte DIC Asset die Jahresergebnisse für das abgelaufene Jahr und diese bestätigen die Vorabmitteilung - und bergen doch einige beachtliche neue Erkenntnisse, die der Markt bisher nicht wirklich realisiert hat. Und die Analystenschar auch nicht...

Montag, 11. Februar 2019

Was ist... ein Squeeze-out?

Als Squeeze-out bezeichnet man das zwangsweise herausdrängen der Minderheitseigentümer aus einer Aktiengesellschaft. Diese muss nicht zwangsläufig börsennotiert sein.

Wenn der Haupteigentümer mehr als 95 Prozent der Anteile an einer Gesellschaft hält, darf er jederzeit die übrigen Mitgesellschafter gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung aus dem Unternehmen drängen.

Eine Besonderheit ergibt sich, wenn das Unternehmen auf ein anderes verschmolzen werden soll (sog. verschmelzungsspezifischer Squeeze-out). Hierbei reicht dem betreibenden Mehrheitsaktionär dann bereits ein Anteilsbesitz von mehr als 90 Prozent.

Die Abfindung darf ausschließlich als Barabfindung gezahlt werden, nicht z.B. in Form von eigenen Aktien des Haupteigentümers, falls dieser eine Aktiengesellschaft sein sollte. Die Höhe der Barabfindung hat sich an den wirtschaftlichen Verhältnissen des Unternehmens im Zeitpunkt der Beschlussfassung durch die Hauptversammlung zu orientieren und  der Verlust der Minderheitsaktionäre muss aufgrund der Eigentumsgarantie des Art. 14 Grundgesetz vollständig kompensiert werden. Zur Ermittlung der Höhe der Abfindung werden üblicherweise das Ertragswertverfahren oder neuerdings auch die Discounted-Cash-Flow-Methode. Als Untergrenze für eine angemessene Abfindung gilt der Durchschnittskurs der letzten drei Monate vor dem Squeeze-out-Beschluss.

Die Angemessenheit der Barabfindung kann, nachdem der Squeeze-out durchgeführt ist (Eintragung des Übertragungsbeschlusses in das Handelsregister), allerdings im Rahmen eines durch einen ehemaligen Aktionär zu beantragenden Spruchverfahrens gerichtlich überprüft werden. Und nicht selten kommt es hierbei zu Nachbesserungen der Barabfindung.

Squeeze-out: Mit langem Atem sicher Geld verdienen
▶ Squeeze-out - restlos ausgequetscht (ARD Börse)

Börsenweisheit der Woche 06/2019

"Börse ist, Nerven dort zu behalten, wo andere sie verlieren."
(Erhard Blanck)

Sonntag, 10. Februar 2019

Mein Lese-Tipp: "Die Lehr- und Wanderjahre eines Value-Investors" von Guy Spier

Guy Spier ist ein äußerst erfolgreicher Value Investor. Große Aufmerksamkeit erlangte er, als er Mitte 2008 gemeinsam mit Mohnish Pabrai ein Mittagessen mit Warren Buffett ersteigerte.

Der Brite wuchs in England auf und besuchte dort das Brasenose College an der Oxford University, wo er Kommilitone des späteren Premierministers David Cameron war.

Als seinen größten Fehler im Leben beschreibt er seinen Einstieg in die Finanzwelt, als er sich für eine windige Bude entschied, die an die Drückermethoden bekannt aus "Wolf of Wall Street" erinnert. Mit Value Investing hatte das nichts zu tun. Es dauerte eine ganze Zeit, bis Spier akzeptieren konnte, dass er den falschen Weg eingeschlagen hatte - und die Konsequenzen zog. Er nahm sich Warren Buffetts frühere Partnerships als Vorbild für seinen eigenen Aquamerine Fonds, in dem er seit vielen Jahren erfolgreich eigenes Geld und das seiner Kunden investiert. Mit überdurchschnittlichen Renditen...

Samstag, 9. Februar 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 6. Börsenwoche im Rückspiegel mit Aumann, Daimler, Leoni, MBB, Wirecard

Nach dem starken Januar kehrt nun Normalität und ein Stück weit auch Ernüchterung an den Börsen ein. Die alten Probleme sind nicht weg, sie wurden nur mal wieder vor sich her geschoben und poppen nun wieder hoch.

Trump erklärte erst, der Handelsdeal mit China werde toll, um einige Tage später zu poltern, er werde mit Chinas Staatspräsident Xi keinesfalls vor dem Ablauf der Deadline Ende März zusammenkommen. Natürlich alles via Twitter...

Es mehren sich die Stimmen in der FED, dass es 2019 wohl doch eher keine Zinsanhebungen geben wird. Das lässt die Pessimisten frohlocken, die nun von einer Rezession fabulieren. Andere sehen es positiv, weil das billige Geld, das die Börsen bisher (mit) angetrieben hat, länger im Markt bleibt.

Und dann steht der Brexit vor der Tür am 29. März. Realitätsverweigernd meint das britische Parlament, und die Premierministerin May, dass die EU den Brexit-Vertrag nochmal aufschnüren und nachverhandeln wird. Obwohl die anderen EU-Staaten dies kategorisch ausgeschlossen hatten. Irgendwie dreht es sich "nur" noch um die Frage Nordirland/Irland und da scheint man May einen Kompromiss anzubieten, der auf eine Zollunion hinausläuft. Was die Hardliner in London partout nicht wollen, aber Labour könnte diesen Weg vielleicht mitgehen. Letztlich würde man sich wieder nur Zeit erkaufen, um viele weitere Monate und Jahre die immer gleichen Themen diskutieren zu können. Aber in der Zwischenzeit stehen Wahlen in UK an und ggf. auch ein neues Brexit-Votum. Und man hätte sich über die Europawahl im Mai gerettet (UK hat ja wegen des anstehenden Brexit keine Wahlen eigener Abgeordneter vorbereitet). Also wäre Zeit wohl nicht das Schlechteste in diesem Szenario...

Freitag, 8. Februar 2019

Selfmade-Milliardär Stanley Druckenmiller setzt nur auf die Besten. Und daher jetzt auch auf Adobe Systems...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 21. Portfoliocheck geht es um Stanley Druckenmiller. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als George Soros' rechte Hand 1992 die Bank of England und das britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren kein einziges Jahr mit Verlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit wenigen, ausgesuchten Werten; dabei machten im dritten Quartal Technologiewerte mehr als 50% seines Depot aus, allen voran Microsoft mit fast 20%, Salesforce mit 12% sowie Amazon und Alphabet mit jeweils 11%. Ganz neu und gleich mit 3% Depotanteil setzt er auf Adobe Systems, das Unternehmen mit dem wohl breitesten Burggraben der Softwarebranche...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Adobe, Alphabet, Amazon und Microsoft befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Alles klar bei Godewind Immobilien: Hedgefonds steigt aus, Ehlerdings ganz groß ein

Erst vor wenigen Tagen habe ich über Karl Ehlerdings neustes Gewerbe-Immobilien-Baby Godewind berichtet und nun gab es deutliche Verschiebungen im Aktionariat. Und ein genauer Blick auf die neuen Beteiligungsverhältnisse lohnt durchaus, denn bisher war man von Unternehmensseite hier eher zugeknöpft unterwegs.

Auf der Website der Godewind wird die Aktionärsstruktur wie folgt angegeben: Karl Philipp Ehlerding mit 8,27%, CEO Stavros Efremidis mit 5,75% und Karl Ehlerding mit 5,06%. In der Unternehmenspräsentation vom 4. Februar 2019 finden sich etwas andere, teilweise weiter führende Angaben, denn dort heißt es, CEO Stavros Efremidis halte 6% der Anteile sowie weitere 6% in Form von "Finanzinstrumenten", während "Friends & Family" insgesamt auf rund 30% kämen. Doch die heute veröffentlichten Stimmrechtsmitteilungen geben interessantere Aufschlüsse...

Donnerstag, 7. Februar 2019

Was ist... ein Short-Squeeze?

Ein Short-Squeeze ist eine besondere Form einer Käuferpanik an der Börse, die zu stark steigenden Kursen eines Wertpapiers führt. Dabei geht sie eigentlich auf die Annahme sinkender Aktienkurse zurück. Insbesondere in den USA ist es üblich, dass Langfristinvestoren ihre Aktien auf Zeit verleihen und dafür eine Gebühr einstreichen. Sie haben dann während der Laufzeit dieser Leihe keine Gelegenheit, die Aktien zu verkaufen. Der Ausleihende hingegen hat die Absicht, diese geliehenen Aktien sofort an der Börse zu verkaufen. Er muss sie jedoch spätestens zum Ende der leihe wieder zurückkaufen, um sie dem Verleiher zurückgeben zu können.

Short-Selling

Dieses Procedere macht daher nur dann Sinn, wenn der Ausleihende sich ziemlich sicher ist, dass die Aktien stark fallen werden. Denn dann verkauft er heute noch zu relativ hohen Kursen in der Annahme, sie zu einem späteren Zeitpunkt deutlich niedriger zurückkaufen zu können (sog. Short-Selling bzw. Leerverkaufen). Die Differenz ist sein Gewinn - abzüglich des Entgelt, das er für die Aktienleihe bezahlen musste.

Je näher das Ende Leihfrist rückt, desto risikoreicher wird es für den Short-Seller. Denn sollte der Aktienkurs zwischenzeitlich wider Erwarten steigen, würde sein potenzieller Gewinn dahinschmelzen und ggf. sogar in einen Verlust umschlagen. Und genau dies kann zu einem Short-Squeeze führen, einer Kaufpanik der Short-Seller. Wenn nämlich viele auf sinkende Kurse setzen, der Kurs jedoch stark ansteigt, wollen sich einige Leerverkäufer noch schnell mit den Aktien eindecken, bevor der Kurs noch weiter ansteigt und sie in Bedrängnis bringt. Doch genau diese zusätzliche Nachfrage bei einem ohnehin schon ansteigenden Aktienkurs führt zu einem weiteren Anheizen der Kaufseite und somit zu noch stärker steigenden Aktienkursen. Für den Leerverkäufer entsteht so ein Teufelskreis, eine Kaufpanik der Short-Seller. Für alle anderen Aktionäre ist es eine willkommene Kurssteigerung.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Portfoliocheck: Bill Nygren setzte mit US-Broker Charles Schwab auf volatile Märkte. Und damit genau auf's richtige Pferd...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 20. Portfoliocheck geht es um Bill Nygren, den Portfolio Manager und CIO des Oakmark Funds, mit dem er seit dessen Gründung 1991 eine beeindruckende durchschnittliche jährliche Rendite von 13 Prozent vorweisen kann.

Bill Nygren fährt einen fokussierten Investmentstil mit wenigen, ausgesuchten Werten. Im dritten Quartal 2018 hat Bill Nygren kaum Depotveränderungen vorgenommen, allerdings durch die Bank Positionen etwas reduziert. Schwerpunkte legte er auf Finanzwerte (Depotanteil 28%), Technologie (19%) und Gesundheitswesen (15%). Ganz neu hinzugekommen ist der US-Onlinebroker Charles Schwab, mit dem Nygren auf Marktturbulenzen setzte und auf einen ganz besonderen Clou...

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Dienstag, 5. Februar 2019

André Kostolany lehrt: "Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld."

André Kostolany war ein erfolgreicher Börsenspekulant, Bonvivant und Autor und er wäre in diesem Monat 110 Jahre alt geworden. Zahlreiche Bücher hat er verfasst über seine große Leidenschaft, die Börse, und er war viele Jahre lang gern gesehener Gast in allen Fernsehtalkshows. Denn er schaffte es nicht nur erfolgreich sein Geld anzulegen, sondern auch das komplexe und verwirrende Börsengeschehen in kurzen, knackigen und sehr oft auch humoristischen Weisheiten und Anekdoten zusammenzufassen.

Sein Buch "Kostolanys Börsenseminar" war das erste Buch, das ich jemals über das Thema Börse gelesen habe. Und ich habe nicht nur viel über die Börse gelernt, sondern dieses Buch hat mich auch mit dem Börsenfieber angesteckt, das bis heute nicht abgeflaut ist. Über eine seiner vielen Weisheiten möchte ich heute sprechen, denn es geht um Kursverluste, den Umgang mit ihnen und dass sie nicht etwa es Ungewöhnliches an der Börse sind, sondern einfach dazugehören...

»Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.«
(André Kostolany)

Montag, 4. Februar 2019

Mein Investor-Update mit Amazon, Blue Cap, Funkwerk, IAC InterActiveCorp, MasterCard, MBB, Navigator Equity, PayPal, Texas Pacific Land Trust, TTL Beteiligung

Investor-Update zum Ende des 4. Quartals 2018

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende des Quartals auf die Entwicklungen in den vergangenen Monaten zurück und gebe aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben.

Darüber hinaus beschäftige ich mich auch mit Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden. Des Weiteren berichte ich über die Gewichtung der größten Werte in meinem Investmentdepot und in meinem Dividendendepot.

Die größten Positionen in meinem Investmentdepot waren Ende 2018 Amazon, MasterCardMBB, Navigator Equity, FunkwerkTTL Beteiligung- und Grundbesitz und PayPal. Und damit gab es vier wesentliche Veränderungen, die nicht alleine auf die heftigen Schwankungen der Börsenkurse zurückzuführen sind...

Börsenweisheit der Woche 05/2019

"Von einem Fünftel der Börse leben die Spekulanten, von vier Fünftel die Brokerfirmen."
(André Kostolany)

Sonntag, 3. Februar 2019

1987 reloaded? Folgt dem besten Börsen-Januar seit 1987 auch wieder ein Oktober-Crash?

Der Januar 2019 hat die Kurse an den Börsen kräftig ansteigen lassen und mit 7,2% Zuwachs kann der Dow Jones Index die beste Performance seit 1987 vorweisen.

Der von mir sehr geschätzte Christian W. Röhl von "Dividenden Adel" erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass im Oktober 1987 dann der große Crash folgte. Da stellt sich doch die Frage, ob es in diesem Jahr auch zwangsläufig so kommen wird.

Mark Twain wies zurecht darauf hin, dass Prognosen schwierig seien, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Und obwohl ich davon ausgehe, Christian den Zusammenhang wohl eher wegen des Aha-Effekts gezogen hat und weniger auf Basis fundiert-skeptischen Hintergrundwissens, habe ich mir ein paar einfache Gedanken dazu gemacht. Und wie es nun mal so ist, verschone ich euch nicht damit...

Samstag, 2. Februar 2019

Was ist... der Super Bowl Indikator?

Der Super Bowl ist das größte Sportereignis der Welt mit rund einer Milliarde Zuschauern. Und natürlich ist er ein Wirtschaftsereignis größten Ausmaßes. Für Börsianer ist der Kampf um die "Vince Lombardi Trophäe" allerdings noch aus einem anderen Grund beachtenswert und der gehört in den Bereich der Börsenkuriositäten.

Die amerikanische National Football League (NFL) ist in zwei sogenannte Conferences aufgeteilt, die früher zwei eigenständige Footballverbände darstellten. Die National Football Conference (NFC) und die American Football Conference (AFC) mit ihren zusammen 32 Teams spielen jeweils ihren Sieger in den Playoffs aus und diese beiden treffen dann zum Showdown der Superlative im Super Bowl aufeinander. Dieser findet inzwischen regelmäßig am ersten Sonntag im Februar statt. Und hat irgendwie auch Relevanz für die Börsenkurse...

Kissigs Klookschieterei: Die 5. Börsenwoche im Rückspiegel

Die Lage an den Börsen normalisiert sich zunehmend und die Erholung nach dem Sell-off geht weiter; wenn auch weniger stark als in den Wochen zuvor. Ken Fisher hatte recht mit seinem Hinweis auf die V-Formation, auf den erwartbaren starken Rebound nach dem enormen Sell-off. Und so geht der Januar 2019 als der stärkste Börsenjanuar seit 1987 in die Geschichte ein, nachdem der Dezember der schlechteste Börsendezember seit 1931 gewesen war. Der S&P 500 legte im Januar 7.87% zu, der Dow 7.17% und die Technologiebörse Nasdaq sogar 9.74%. Wer sich den Pessimisten angeschlossen hat und Ende 2018 aus dem Aktienmarkt ausgestiegen ist, erschien damals als klug; doch aus heutiger Sicht, nur vier Wochen später, eher nicht (mehr). Den Markt richtig zu timen, schaffen nur die wenigsten!

Zeit, sich einiger weiser Worte von Sir John Templeton zu erinnern, dem Gründer des Pioneer Fonds, der den Grundstock seines Vermögens während der großen Depression in den 1930er Jahren an der Börse legte...

Freitag, 1. Februar 2019

Amazon: Starke Zahlen, starker Ausblick. Oder etwa nicht?

Gestern war es wieder mal soweit: Amazon hat seine Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsquartal vorgelegt und dabei die Erwartungen der Analysten klar getoppt. Nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Gewinn konnte Amazon neue Rekordwerte markieren. Beim Ausblick gibt man sich verhalten(er), als die Analysten es gerne hätten - und die Aktie bricht deutlich ein.

Dabei hatte Amazon-Chef Jeff Bezos mal erklärt, dass Amazons Planungen immer schon zwei Quartale weiter seien und man daher dem abgelaufenen Quartal wenig Beachtung schenke. Und man sollte stets bedenken, dass Amazon nicht Daten von Unternehmen und Kunden sammelt und diese in Geld umwandelt, sondern dass Amazon wohl am meisten über Amazon weiß, über seine Stärken, seine Schwächen und seinen Geschäftsverlauf. Und auf dieser fundierten Datenbasis gibt das Unternehmen seine Prognosen ab (die es fast immer erfüllt und sogar übertrifft), während dann die Analystenschar die Taschenrechner zückt und meint, schlauer zu sein - ohne auch nur ansatzweise vergleichbare Daten und Einblicke zu haben wie Amazon. Trotzdem messen die Anleger den Prognosen der Analysten, die nur selten stimmen, mehr Gewicht bei als denen von Amazon selbst.

»Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance.«
(Winston Churchill)

Vermutlich werden die gleichen Anleger, die nun Amazon aus dem Depot kegeln, in wenigen Tagen die Aktien wieder (teurer) zurückkaufen, wenn sie ein bisschen nachgedacht haben und sich wieder erinnern, weshalb sie überhaupt Aktionäre bei Amazon sind/waren. Die vorgelegten Zahlen und auch die Zukunftserwartungen geben jedenfalls so einiges Interessantes her...