Sonntag, 30. Juni 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 26. Börsenwoche im Rückspiegel mit 3U Holding, Aurelius, Dr. Hönle, Gesco, Global Fashion Group, Intershop, KAP AG, Naspers, Prosus, Rocket Internet, Shareholder Value Beteiligungen

Weiterhin gibt die Politik den Ton vor für die Börsen. Die Staatsführer der mächtigsten 20 Nationen der Welt haben sich im Japanischen Osaka zum G20-Gipfel versammelt - und die Erwartungen sind extrem niedrig. Zu verhärten sind die Positionen, vor allem die USA unter Donald Trump mauern bei wichtigen Themen, wie dem Umwelt.- und Klimaschutz oder dem Freihandel, und daher wird es allenfalls eine hauchdünne gemeinsame Abschlussnotiz geben, die nur zeigt, dass mit dem Donaldissio nicht zusammenzuarbeiten ist. "The Don" fordert Gehorsam ein, unbedingten Gehorsam, von seinen Vasallen, nicht mehr, nicht weniger. Bekommt er aber meistens nicht, daher knirscht es überall auf dem Globus.

Und doch gab es dann positiven Überraschungen. Zunächst verkündeten die USA und China, man werde "weiter verhandeln". So eine Selbstverständlichkeit in einer zivilisierten Welt wird schon als Erfolg verbucht, unfassbar. Naja, besser als die Alternative. Und dann trafen sich Trump und Kim spontan (?) an der innerkoreanischen Grenze und zwar auf nordkoreanischem Gebiet. Das noch kein US-Präsident betreten hatte. Also Bewegung im Atomstreit mit Nordkorea? Oder doch eher wieder nur ein kurzfristiges PR-Strohfeuer, um irgendeinen "Erfolg" vorweisen zu können? Und um von den anhaltenden Misserfolgen auf anderen Gebieten ablenken zu können? Wie es Zauberlehrlinge halt so machen...?

Samstag, 29. Juni 2019

Investor-Update | Mein Dividendendepot: Die neue große Leere...

In meinen Investor-Updates notiere ich in jeweils zum Ende eines Quartals aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Heute gibt es eine Sonderausgabe , in dem ich mich ausschließlich mit meinem Dividenden-Depot befasse. Darin habe hatte ich ausschließlich Business Development Companies (BDCs), die im Durchschnitt eine zweistellige Dividendenrendite aufzuweisen hatten.

»Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um dir eine zweite Einkommensquelle zu schaffen.«
(Warren Buffett)

Mein Ziel ist, durch den hohen Dividendenzufluss meinen privaten steuerlichen Freibetrag nicht verfallen zu lassen, denn mein Investmentdepot führe ich ja in meiner GmbH. Und die regelmäßigen, teilweise monatlichen Dividendenzahlungen erzeugten einen schönen zusätzlichen Einnahmestrom.

Doch seit Kurzem trübt sich das Chance-Risiko-Verhältnis kräftig ein, was ich vor einer Woche hier genauer dargelegt hatte: "Zinsen, Konjunktur: Was braut sich denn da für Business Development Companies zusammen?". Ich habe mir meine Argumentationen ein Woche lang durch den Kopf gehen lassen und "meine" BDCs im Hinblick auf meinen Investmentcase, die Chancen und Risiken hin abgeklopft. Am Ende hat mich das Ergebnis selbst überrascht...

Freitag, 28. Juni 2019

Für KAP kommt es knüppeldick: Brand, Unregelmäßigkeiten, Prognosesenkung

Die Beteiligungsgesellschaft KAP befindet befand sich auf einem guten Weg, nachdem der Finanzinvestor Carlyle Group das Ruder übernommen und das Unternehmen zu seinem "Trüffelschwein für den deutschen Mittelstand" positionierte. Daher kam Carlyles Ankündigung, sich von KAP trennen zu wollen, bei mir nicht wirklich gerade an. Und vor wenigen Tagen kam dann die Meldung, Carlyle werde seinen KAP-Anteil erstmal behalten - wegen des schwierigen Kapitalmarktumfelds. Naja, das klang schon sehr vorgeschoben. Und seit eben wissen wir, dass es das auch war.

Dass ich mich heute morgen von meinem KAP-Bestand getrennt habe, hatte allerdings andere Gründe. Und meine negativen Erwartungen wurden heute Mittag von KAP bestätigt, leider...

Solidus-Verkauf und Dividendenerhöhung: Bei Aurelius rollt der Rubel (jetzt doch noch)...

Beim Münchner Finanzinvestor Aurelius war zuletzt etwas die Luft raus: der Kurs steht immer noch dort, wo er auch schon vor einem halben Jahr lag. Und um die 40 Euro herum notiert der Aktienkurs weit unter dem Jahres- und Allzeithoch, das im Frühjahr 2018 bei 65 Euro erreicht wurde. Zieht man die zwischenzeitliche Bruttodividende von 5 Euro ab, notiert der Kurs momentan etwa ein Drittel unterhalb des um die Dividende bereinigten Höchstwertes von 60 Euro. Oder anders aufgedrückt: bis zum alten Höchststand hätte der Kurs knapp 50% Luft. Hätte...

Ich begleite Aurelius nun schon einige Jahre, als Aktionär und hier im Blog, und unterm Strich stehen nach rund sechs Jahren 430% Rendite oder durchschnittliche 28% pro Jahr. Damit konnte Aurelius überdurchschnittliche stark zulegen verglichen mit jährlichen Renditen zwischen 7% und 8%, die die Börse langfristig im Mittel abwirft.

Der heutige Kurshüpfer ist den jüngsten Nachrichten geschuldet, denn "endlich liefert" Aurelius die lang ersehnten Vollzugsmeldungen und das lässt die Herzen der Aktionäre höher schlagen. Auch die der Dividendenjäger...

Dienstag, 25. Juni 2019

Portfoliocheck: Mario Gabelli spielt den Megatrend Recycling mit Waste Management Inc.

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 40. Portfoliocheck befasse ich mich mit Mario Gabelli, einem Value Investor, der bei Roger Murray, Benjamin Grahams Nachfolger als Professor an der Columbia Universität, in die Lehre ging und eine ganz eigene Value Investing-Erfolgsformel kreiert hat: Er bestimmt den Marktwert eines Unternehmens aus Sicht eines strategischen Käufers. Hierzu ergänzt er den Zerschlagungswert eines Unternehmens um eine strategische Übernahmeprämie und erweitert das Ergebnis um eine Zeitkomponente, den Katalysator. Als Katalysator oder Trigger definiert Gabelli Ereignisse, die zu einem schnellen Anstieg des Marktpreises führen und so die Diskrepanz zwischen intrinsischen Unternehmenswert und Börsenpreis abbauen. Das können zum Beispiel Gesetzesänderungen sein, neue Technologien, der Einstieg aktivistischer Investoren oder der Spin-off von Unternehmenssparten.

Einen besonderen Blick verdient sein Portfoliowert Waste Management, denn Greta Thunbergs "Fridays for Future" bereitet den Weg zu verstärktem Umweltbewusstsein und die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere schreit geradezu nach Müllvermeidung, Recycling und "Urban Mining". Das spielt Waste Management als größtem Entsorgungsunternehmen der USA richtig in die Karten...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Waste Management befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 24. Juni 2019

Die 12 Investment-Gebote des Pioneer Fonds-Gründers und Buffett-Freundes Philip Carret

Philip Carret gründete den Pioneer Fonds und tauschte Investment-Ideen mit dem Vater von Warren Buffett, als "das Orakel von Omaha" noch in den Kinderschuhen steckte.

Durch seine Tätigkeit als Reporter beim US-Anlegermagazin Barron’s entdeckte Philip Carret seine Vorliebe für die Börse und das Value Investing. Insbesondere riet er, auf Unternehmen zu setzen, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen und die man auch versteht.

In Erinnerung bleibt besonders sein Buch "Die Kunst des Spekulierens", in der er seine goldenen Investment-Regeln niederschrieb, über Diversifikation und ständige Risikokontrolle...

Börsenweisheit der Woche 25/2019

"Was der Aktienkurs heute, morgen oder nächste Woche tut, ist nur Ablenkung."
(Peter Lynch)

Sonntag, 23. Juni 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 25. Börsenwoche im Rückspiegel mit Adobe, Jefferies Financial, KAP, MBB, msg life, PennantPark Investment, Rocket Internet, Softbank Group, Wirecard

Die vergangene Woche Stand unter dem Einfluss der Notenbanken. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi verkündet hatte, bei einem Konjunktureinbruch nicht nur die Zinsen zu senken, sondern auch wie Anleihekäufe aufzunehmen ("Quantative Easing"), wetterte US-Präsident Donald Trump via Twitter, die EZB verschaffe der Eurozone unlautere Wettbewerbsvorteile. Als dann die FED einige Tage später zusammentrat und die Zinsen nicht senkte, war nicht etwas dies das Thema, sondern Trumps angebliche Versuche, sich des FED-Chefs Jerome Powel zu entledigen. Denn der bzw. die FED verstünde nichts von seinem Job. Die Börsen haben den FED-Entscheidung dennoch positiv aufgenommen, denn die zugrundeliegende Problematik einer sich abschwächenden Welt- und US-Konjunktur ist ja nicht mehr wegzudiskutieren, aber die FED signalisiert ihre Bereitschaft, ebenfalls mit Zinssenkungen einzuschreiten. Und die Befürworter von Zinssenkungen innerhalb der FED gewinnen an Boden, so dass an der Börse inzwischen drei Zinssenkungen noch in 2019 "gespielt" werden. Und Zinssenkungen sind seit jeher eine enorme Triebfeder für die Aktienkurse...

Freitag, 21. Juni 2019

Portfoliocheck: Defensive Konsumwerte machten Tom Russo reich. Für alles andere hat er die MasterCard...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 39. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von gut 15% einbrachte.

Auch im ersten Quartal 2019 war Tom Russo nur wenig aktiv und hat sein Depot kaum umgeschichtet; er setzt weiter auf die Schwächen und Vorlieben der Menschen: Konsumwerte, Luxusgüter, Spirituosen. Dabei ist er fast immer voll investiert und setzt auf einige wenige ausgesuchte Aktien. Mit mehr als 13% Depotanteil ist der Zahlungsabwickler MasterCard seine größte Position, denn Mastercard ist einer der größten Profiteure des wachsenden Wohlstands in der Welt mit einhergehender steigender Konsumlust und der Abkehr von Bargeldzahlungen.

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
MasterCard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Christopher H. Browne mahnt: "Es ist so gut wie unmöglich, mit Markt-Timing zuverlässig Geld zu verdienen!"

Die Börsen schwanken heftig und die meisten Anleger starren gebannt auf die Aktienkurse. Sie denken, "hätte ich mal da bloß verkauft" oder "wäre ich zu dem Zeitpunkt mal eingestiegen".

Doch diese Gedanken sind müßig, weil sie sich mit der Vergangenheit beschäftigen und zeigen, dass wir es nicht mit einem Investor zu tun haben, sondern einem Zocker. Denn er betrachtet die Aktienkurse als Chance, schnell reich zu werden, die Kursschwankungen sind für ihn der Gradmesser. Dabei orientieren sich die erfolgreichen Value Investoren nicht am Kurs, sondern am Wert einer Aktie.

»Es ist so gut wie unmöglich, mit Markt-Timing zuverlässig Geld zu verdienen; es lohnt sich mehr, langfristig zu investieren und Unebenheiten auszuhalten.«
(Christopher H. Browne)

Donnerstag, 20. Juni 2019

Rocket Internet nähert sich seinem Börsenende. Wirklich? Und was springt dabei heraus?

Rocket Internet ist eine Startup-Schmiede und ein Venture Capital-Investor. Und auch ein bisschen Beteiligungsgesellschaft, Asset Manager und Vermögensverwaltung. Je nachdem, auf welches Geschäftsfeld man schaut und wie sich CEO, Gründer und Großaktionär Oliver Samwer gerade mal äußert. Denn in seiner noch recht kurzen Lebensgeschichte hat das Unternehmen schon einige Wechsel in der Geschäftspolitik er- und überlebt. Und nun könnte eine weitere Rochade anstehen, denn nach Berichten des Manager Magazins, das sich auf mit der Sache vertraute Personen beruft, verdichten sich die Anzeichen, dass Oli Samwer bei Rocket Internet wieder die Mehrheit erlangen möchte und das Unternehmen von der Börse nehmen will. Sollten sich diese Pläne konkretisieren, stellen sich für die übrigen Aktionäre einige Fragen; vor allem nach einem fairen Preis der Anteile und wie sie das Beste für sich selbst herausholen können...

Mittwoch, 19. Juni 2019

Adobe Systems hat es schon wieder getan - doch dieses Mal spielt der Kurs nicht richtig mit...

Adobe Systems ist ein Wachstumsunternehmen und entsprechend hoch bepreist. Gestern Abend nach Börsenschluss legte das Unternehmen Zahlen für sein zweites Geschäftsquartal 2019 vor und hat - wie üblich - seine eigenen Prognosen und die Erwartungen des Marktes übertroffen. Und der Kurs hat mit einem Freudensprung reagiert, was so gar nicht üblich ist. Denn bisher lief es eigentlich immer so, dass der Kurs nachgab nach hervorragenden Zahlen, weil man sich an dem verhaltenen Ausblick des Managements störte. Nach dem kurzen Absacker machte sich die Aktie dann in der Folgezeit immer wieder auf, neue Höhen zu erklimmen, denn Adobe übererfüllt seine Prognosen regelmäßig und üppig. Doch dieses Mal scheint es anders zu laufen...

Dienstag, 18. Juni 2019

TTL Beteiligung: Hohe Dividenden aus dem DIC Asset AG-Deal sorgen für Jubel. Aber ansonsten...

Die TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG hat heute ein erstes Lebenszeichen nach dem Ausstieg beim "Kronjuwel" GEG German Estate Group von sich gegeben. Der Verkauf der GEG an die DIC Asset AG hatte dem Kurs der TTL überhaupt nicht gut getan und für erhebliche Verunsicherung bei den TTL-Aktionären gesorgt, wie es denn nun künftig weitergehen soll mit dem Unternehmen.

Nun wurde eine Kooperation bekanntgegeben und eine außerordentliche Hauptversammlung soll einer Sonderdividende zustimmen. Damit nimmt TTL einige Weichenstellungen vor, die allerdings neue Fragen aufwerfen...

Montag, 17. Juni 2019

Börsenweisheit der Woche 24/2019

"Sparmaßnahmen muss man dann ergreifen, wenn man viel Geld verdient. Sobald man in den roten Zahlen ist, ist es zu spät."
(Jean Paul Getty)

Sonntag, 16. Juni 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 24. Börsenwoche im Rückspiegel mit Axel Springer, BDCs, Grenke, KKR, Softbank Group, UET United Electronic Technology, United Internet

Die Pfingstwoche war erstaunlich ruhig an den Börsen und es gab nur wenige Aufreger. Einer davon war die Attacke auf Schiffe im Golf von Oman, für die die USA sofort den Iran verantwortlich machten. Nicht erstaunlich. Durchaus erstaunlich fand ich allerdings die Reaktion des Ölpreises, denn der fiel. Und das, wo 40% der Welterdölförderung durch die Straße von Oman verschifft werden. Vielleicht hatte aber auch die neue Studie der IEA, der Internationalen Energie Agentur, größeren Einfluss, denn die prognostiziert für die Zukunft einen Rückgang des weltweiten Ölbedarfs. Dennoch bleibt Öl auf absehbare Zeit der wichtigste Energeilieferant auf unserem Globus und das Schmiermittel für unsere Wirtschaft.

Samstag, 15. Juni 2019

Zinsen, Konjunktur: Was braut sich denn da für Business Development Companies zusammen?

Business Development Companies habe ich als Anlageklasse schon länger auf dem Schirm und so einige ausgesuchte BDCs auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Dividendendepot und nutze mit ihnen den Turboeffekt des Zinseszinseffekts voll aus.

In unregelmäßigen Abständen berichte ich über deren Entwicklung und bis vor Kurzem agierten sie in ihrem eigenen Goldilocks-Umfeld aus robuster Konjunktur, niedrigen Steuern und moderat steigenden Zinsen. Doch diese besten aller Zeiten sind vorbei und es drängt sich die Frage auf, wie schlimm es kommen kann und wird - und ob BDCs noch eine gute Anlageform darstellen oder ggf. welche ein (zu) schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen...

Donnerstag, 13. Juni 2019

Portfoliocheck: Campbell Soup versalzt Daniel Loeb die Bilanz. Noch...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 38. Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die gewünschte Richtung zu treiben.

Im ersten Quartal 2019 hat er einige seiner Positionen, die er vor dem Jahresende im Kurzzeit-Crash glattgestellt hatte, wieder aufgebaut. Darunter United Technologies, Marathon Petroleum und Netflix. Nicht aktiv geworden ist Daniel Loeb hingegen bei seiner drittgrößten Position Campbell Soup, doch dort kommt der Turnaround unter dem neuen CEO Mark A. Clouse und etlichen Spartenverkäufen nun endlich so ins Laufen, wie sich Loeb das vorgestellt hatte. Naja, so in etwa...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Mittwoch, 12. Juni 2019

Anfang vom Ende: Finanzinvestor KKR macht bei Axel Springer jetzt Ernst mit der Übernahme

Die Aktie des früheren Verlagshauses und heutigen Content-Media-Unternehmens Axel Spinger litt längere Zeit unter einer schwierigen Lage im Printbereich und seine forcierten Umbau hin zu einem digitalen Media-Powerhouse. Denn dieser Umbau kostet viel Geld. Geld für Umstrukturierungen, Geld für Übernahmen. Zuletzt hatte der Aktienkurs aber einen (ersten) Freudensprung gemacht, nachdem der Medienkonzern Meldungen bestätigte, mit US-Finanzinvestor KKR & Co. über einen Einstieg zu verhandeln.

Heute dann folgte der nächste Kurssprung, denn KKR macht jetzt Nägel mit Köpfen und hat ein formales Angebot an die freien Axel Springer-Aktionäre unterbreitet. Doch das dürfte erst der Anfang gewesen sein für das Börsenende des MDAX-Konzerns...

Dienstag, 11. Juni 2019

Bill Nygren warnt: Wer auf Crash-Propheten hört, ist selbst schuld (an seinen Verlusten)

Bill Nygren ist als Portfolio Manager und CIO für drei Fonds der Oakmark-Familie verantwortlich und betreut ein Vermögen von knapp 25 Milliarden Dollar. Darunter ist auch der bekannte Oakmark Funds, der seit Gründung 1991 eine jährliche Performance von 13 Prozent vorzuweisen hat.

Nygren ist Value Investor durch und durch. Anhand der Discounted-Cash-Flow-Methode ermittelt er den fairen Wert eines Unternehmens und kauft dessen Aktien nur, wenn sie mit erheblichem Abschlag auf diesen Wert an der Börse zu bekommen sind. Er bezahlt nicht mehr als 60 Prozent des von ihm ermittelten Werts. Dieses Konzept der Sicherheitsmarge, das auf Benjamin Graham zurückgeht, ist quasi Teil von Nygrens Investment-DNA.

In seinem Markt-Kommentar zum ersten Quartal 2019 greift Nygren die Frage auf, weshalb er fast immer positiv gestimmt sei hinsichtlich des Börsengeschehens. Seine Antwort ist ganz einfach und dazu greift er auf einen Spielvergleich zurück: ausgerechnet Roulette...

Montag, 10. Juni 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 23. Börsenwoche im Rückspiegel mit Blue Cap, Datagroup, DIC Asset, Microsoft, Salesforce.com, Softbank Group, TTL Beteiligung, Western Digital

Die New York Stock Exchange (NYSE) ist die Welt-Leitbörse und an ihrem Wohl und Weh hängen die Kurse der übrigen Börsen der Welt. Ob Japan, China, London, Paris oder Frankfurt. Und US-Präsident Donald Trump ist der Taktgeber der US-Börsen und damit der Weltfinanzmärkte, selbst wenn er den Takt öfter wechselt, als andere Leute ihre Unterwäsche. Und musikalisch ist er auch nicht besonders. Trotzdem führt an ihm kein Weg vorbei und auch in der letzten Woche hat er wieder den Taktstock geschwungen und die Börsen in Atem gehalten; Moll und Dur im steten Wechselfieber...

Börsenweisheit der Woche 23/2019

"Dies ist einer der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren: Konzentriere dich auf die Unternehmen und nicht auf die Aktien."
(Peter Lynch)

Sonntag, 9. Juni 2019

Blue Cap-HV (fast) ohne Showdown aber mit Überraschungen und neuen Erkenntnissen

Bei der Münchner Beteiligungsgesellschaft Blue Cap fand kürzlich die Hauptversammlung statt und im Vordergrund stand nicht der Geschäftserfolg des Vorjahres, sondern vor allem war mit Spannung erwartet worden, wie sich der neue Großaktionär PartnerFonds verhalten würde, nachdem es im vergangenen halben Jahr ja zu harten Auseinandersetzungen gekommen war. Und auch, welchen Einfluss PartnerFonds neue Großaktionäre ausüben könnten. Und würden...

Vorab möchte ich feststellen, dass ich nicht persönlich an der Hauptversammlung teilgenommen habe. Allerdings liegen mir inzwischen mehrere Berichte über den Verlauf vor und die widersprechen sich kaum was die Vorgänge angeht, jedoch kommen die Berichterstatter zu teilweise konträren Einschätzungen. Auf Basis dieser "gesicherten Faktenlage aus erster Hand" rücke ich die Vorgänge und HV-Ergebnisse in mein Bild der Dinge ein und adjustiere meinen Investmentcase zur Blue Cap AG.

Freitag, 7. Juni 2019

Peter Lynch mahnt: Stop-Loss-Orders sind als Absicherung einfach unsinnig!

"Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen" lautet eine in korrigierenden Marktphasen gerne zitierte Börsenweisheit und sie klingt nicht nur sinnvoll, sie ist es auch. Schon Warren Buffetts Regel Nummer 1 lautet: "Niemals Geld verlieren", auch das klingt nur vernünftig.

Der Teufel liegt aber, wie so oft, im Detail. Oder genauer gesagt in der Anwendung. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass niemand weiß, wohin sich die Börsenkurse entwickeln werden, alles beruht alleine auf Annahmen und Einschätzungen. Und zwar nicht nur unsrer eigenen, sondern der von allen Marktteilnehmern.

Daher hat irgendjemand mal den Stop-Loss erfunden, eine automatisierte Verkaufsorder, die vor (weiteren) Kursverlusten schützen soll. Auch das klingt wieder vernünftig, ist aber beim zweiten Hinsehen eher eine Mogelpackung mit weiteren Nebeneffekten.

»Es ist ganz einfach unsinnig, sich auf Stop-Orders als Absicherung gegen Kursverfälle zu verlassen, ebenso wie auf künstlich gesetzte Kursziele in Aufwärtsphasen.«
(Peter Lynch)

Was bewirkt eine Stopp-Loss-Order eigentlich?
Der Durchschnittsanleger denkt, mittels einer Stop-Loss-Order würde er sich einen garantierten Mindestverkaufspreis für seine Aktien sichern. Fällt der Aktienkurs auf den Stop-Loss, wird automatisch verkauft. So weit, so klar. Oder eben unklar. Denn es wird nicht, wie gemeinhin angenommen, zu diesem Stop-Loss-Kurs verkauft! Es wird beim erreicht der Stop-Loss-Marke lediglich eine unlimitierte Verkaufsorder ausgelöst. Soll heißen: wenn die Aktien einbrechen und den Stop-Loss-Kurs erreichen, werden sie auf den Markt geschmissen, zu jedem Preis!

Mittwoch, 5. Juni 2019

Überraschung mit Folgen: DIC Asset AG übernimmt GEG von der TTL Beteiligungs AG und KKR

Im Bereich der Immobilien setze ich ja vor allem auf Gewerbeimmobilien und Asset Manager. Daher habe ich mit der DIC Asset AG, Godewind Immobilien, Patrizia und TTL Beteiligungs- und Grundbesitz vier Eisen im Feuer, die sich hervorragend ergänzen und das gesamte Spektrum abdecken. Bis jetzt. Denn heute morgen kamen DIC Asset und TTL mit echten Hammernews um die Ecke, die eine neue Einschätzung meiner Investmentcases und daran anschließend eine Neujustierung meiner Immobilieninvestments nötig mach(t)en...

Dienstag, 4. Juni 2019

Portfoliocheck: Selfmade-Milliardär Stanley Druckenmiller geht T-Mobile ins Netz

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 37. Portfoliocheck geht es um Stanley Druckenmiller. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als George Soros' rechte Hand 1992 die Bank of England und das britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren kein einziges Jahr mit Verlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit wenigen, ausgesuchten Werten. Im ersten Quartal 2019 hat Druckenmiller sein Portfolio kräftig aufgestockt, denn seine 100-Millionen-Put-Spekulation auf Tesla hat sich richtig ausgezahlt. Und auch Salesforce hat er nun komplett verkauft und so zusätzliche 8,5% Depotanteil für neue Investments freigeräumt. Hier setzt er neben einem weiteren Zukauf bei seiner mit Abstand größten Position Microsoft nun vor allem auf T-Mobile US, die Tochter der Deutschen Telekom, die sich vom Milliardengrab zur Cashcow gemausert hat und vor der Übernahme des Wettbewerbers Sprint steht, einer Tochter der Softbank Group...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Microsoft, Salesforce und Softbank Group befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 3. Juni 2019

Second Level Thinking: Denke nach. Nochmal. Weiter. Tiefer. Zweimal, dreimal. Ernsthaft!

Manchmal ist es kaum noch auszuhalten, so viel Blödsinn muss man lesen. Oberflächlichen Mist, flachgeistige Prognosen, minderbemittelte Einschätzungen ohne jeden Tiefgang und "Analysen", die man allenfalls noch als niedrigschwellige Perversion einer Analyse durchgehen lassen könnte.

Ein Trauerspiel und auch noch ein kostspieliges, was die Ressourcen Zeit und Geld angeht. Denn zumeist liest man nur oberflächliches Nachplappern des Mainstream-Gedankenguts, also genau das, was jedermann bei einer Nachricht als erstes durch den Kopf geht, die erste Schlussfolgerung - und was deshalb auch gar nicht als "Erkenntnis" weiter verbreitet werden müsste sollte. Der Mehrwert ist gleich Null.

Leider hören 95% der Menschen nach diesem ersten voltschwachen Gedankenblitz auf mit dem Denken und haben sich ihre abschließende Meinung  gebildet. Sie denken quasi genau von 12 Uhr bis Mittag und keine Sekunde weiter. Und nur wenige von ihnen sie danach noch bereit in der Lage, diese (vorgefasste) Meinung zu revidieren. Der perfekte Nährboden für latente Ignoranz. Und wenn dann die seichtgeistigen Ergüsse großer Teile der Finanzpresse auch noch die eigenen ebenso oberflächlichen Überlegungen bestätigen, dann geht es richtig ans Eingemachte: nämlich ans Geld.

Denke nach, denke weiter, denke richtig!

Doch es gibt auch diejenigen Wenigen, die bewusst oder unbewusst tiefschürfender nachdenken und sich nicht mit dem ersten mentalen Schnappreflex zufrieden geben. Star-Investor Howard Marks nennt dies "Second Level Thinking" und es ist genau jenes Denken, das uns die wirklichen Erkenntnisse über Chancen und Risiken bringt. Nicht nur bei Aktieninvestments, aber hierbei in besonderem Maße. Denn die (erste) Kursreaktion basiert fast immer und ausschließlich auf dem Mainstream-Schnappreflex und sie bietet dadurch nicht selten besondere Chancen für die "Weiterdenker". Beispiel gefällig?

Börsenweisheit der Woche 22/2019

"Reich ist man erst dann, wenn man sich in seiner Bilanz um einige Millionen Dollar irren kann, ohne dass es auffällt."
(Jean Paul Getty)

Sonntag, 2. Juni 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 22. Börsenwoche im Rückspiegel mit 3U Holding, Axel Springer, KKR & Co., Teva Pharmaceuticals

Ich kann Donald Trump nicht gerade gut leiden, weder sein Auftreten noch seinen Charakter. Allerdings hat er (damit) ziemlichen Erfolg und das nötigt mir schon Respekt ab. Dass ich hier im Blog in letzter zeit so regelmäßig über ihn berichte, liegt aber weniger an einem von mir entwickelten Fetisch, sondern leider an seinem immer unduldsameren Benehmen. "The Don" verhält sich immer öfter wie ein Mafia-Pate und auch wenn er sich bevorzugt als "Deal-Maker" hinstellt, ist er doch eher ein (Klein-) Krimineller, der mit Nötigung und Erpressung zu Werk geht. Denn unter seriösen Geschäftsleuten gilt die eiserne Regel, die schon aus der Römerzeit stammt: "Pacta sunt servanda": Verträge sind einzuhalten. Und diese Vertragstreue kümmert "The Don" nicht, er bricht Verträge, wie es ihm beliebt, er zwingt Partner, Verbündete, Freunde zu neuen Verträgen, die nicht in ihrem Interesse sind, weil er ihnen mit erheblichen Sanktionen droht, falls sie nicht nachgeben. Und wenn sie es dann tun und neue Verträge mit ihm schließen, hindert ihn das nicht daran, kurze Zeit später wegen eines anderen Sachverhalts mit den gleichen Drohungen zu agieren und sogar die gerade getroffenen Regelungen zu brechen - wie in den letzten Tagen mit Mexiko. Genau so hat es auch das Römische Imperium gemacht mit den ganzen germanischen Volksstämmen, die vor 1.500 Jahren an seine Grenzen gespült wurden. Und abseits der kurzfristigen "Erfolge" bei einzelnen Scharmützeln hat die Geschichte eindrucksvoll gezeigt, wie diese Strategie voll nach hinten losgeht: wenn sich nämlich genügend ihrer Opfer nicht mehr einschüchtern lassen, weil der Leidensdruck zu einem noch größeren Übel geworden ist, als ihnen ohnehin droht. Mit dem Ergebnis, dass die Germanen das Römische Imperium in den Staub getreten haben.

Man kann politisch von Donald Trump halten, was man will. Auch ich kann einigen seiner Überlegungen und Ziele einiges abgewinnen. Aber nicht seinen Methoden. Und ähnlich ergeht es der Börse, die von Trumps rüden Attacken ein ums andere Mal kalt erwischt wird. Daraus resultiert ein Klima der Angst, der Unsicherheit, und das ist seit jeher ein Feind der Wirtschaft und der Börsen. "Unsere Welt"...