Sonntag, 30. Juni 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 26. Börsenwoche im Rückspiegel mit 3U Holding, Aurelius, Dr. Hönle, Gesco, Global Fashion Group, Intershop, KAP AG, Naspers, Prosus, Rocket Internet, Shareholder Value Beteiligungen

Weiterhin gibt die Politik den Ton vor für die Börsen. Die Staatsführer der mächtigsten 20 Nationen der Welt haben sich im Japanischen Osaka zum G20-Gipfel versammelt - und die Erwartungen sind extrem niedrig. Zu verhärten sind die Positionen, vor allem die USA unter Donald Trump mauern bei wichtigen Themen, wie dem Umwelt.- und Klimaschutz oder dem Freihandel, und daher wird es allenfalls eine hauchdünne gemeinsame Abschlussnotiz geben, die nur zeigt, dass mit dem Donaldissio nicht zusammenzuarbeiten ist. "The Don" fordert Gehorsam ein, unbedingten Gehorsam, von seinen Vasallen, nicht mehr, nicht weniger. Bekommt er aber meistens nicht, daher knirscht es überall auf dem Globus.

Und doch gab es dann positiven Überraschungen. Zunächst verkündeten die USA und China, man werde "weiter verhandeln". So eine Selbstverständlichkeit in einer zivilisierten Welt wird schon als Erfolg verbucht, unfassbar. Naja, besser als die Alternative. Und dann trafen sich Trump und Kim spontan (?) an der innerkoreanischen Grenze und zwar auf nordkoreanischem Gebiet. Das noch kein US-Präsident betreten hatte. Also Bewegung im Atomstreit mit Nordkorea? Oder doch eher wieder nur ein kurzfristiges PR-Strohfeuer, um irgendeinen "Erfolg" vorweisen zu können? Und um von den anhaltenden Misserfolgen auf anderen Gebieten ablenken zu können? Wie es Zauberlehrlinge halt so machen...?


Börsentheater, 1. Akt: Die Politik


Unschöner Nebeneffekt des Waffenstillstands zwischen den USA und China ist, dass der Dnalidissimo nun wieder Zeit hat, auf Europa und Deutschland einzuprügeln. Die Strafzölle im Automobilsektor schweben wie eine kurz vor der Explosion stehende Splitterbombe über uns und besonders das Autoland Deutschland wäre massiv getroffen, wenn die Bombe platzt. Mit verheerenden Folgen weit über die Automobilindustrie hinaus. Und die Stimmung und der Absatz knickt auch so schon mächtig ein. Der Europäische Automobilverband hat letzte Woche seine Prognosen zurückgenommen und erwartet nun anstelle eine Wachstums von 1% einen Rückgang von 1% der Autoverkäufe in der EU. Es sieht nicht so aus, als würde sich dieser Trend schnell umkehren, sondern er dürfte sich eher noch beschleunigen, wenn die Spannungen weiter anhalten.

Bei den Tories läuft es wohl auf Boris Johnson hinaus als neuem Chef und damit Premierminister. Der Hard-Brexit ist damit "Programm". Allerdings wohl nur kurz, denn das Parlament hatten diesen ja per Beschluss ausgeschlossen und auch Boris Johnson muss sich daran halten. Zumal bereits mehrere "seiner" konservativen Abgeordneten angekündigt hatten, bei einem Misstrauensvotum gegen einen Premier Johnson zu stimmen - was Neuwahlen in Großbritannien zur Folge hätte. Während der allerallerletzteste Fristaufschub der EU Ende Oktober ausläuft. Der EU, die ebenfalls noch keine neue EU-Kommission hat, weil sich die großen Staatsführer nicht einigen können (oder wollen). Führungs- und führerlos schlingern beide Richtung... ja, was eigentlich? Nachverhandlungen? Wird die EU nicht machen. Und den Brexit-Beschluss könnten die Briten zwar zurücknehmen, aber damit wäre ja noch keine Lösung da für das "britische Problem". Dann eine neue Volksabstimmung über den Brexit? Mit einer erneuten 51% zu 49% Entscheidung? Und einem ebenso zerstrittenen Parlament und gleichermaßen intern zerstrittenen Parteien? An diesem gordischen Knoten wäre wohl selbst Alexander gescheitert und dann sähe die Weltgeschichte ganz anders aus...

Im Nahen Osten laufen die USA und Iran weiter auf einen "warmen" Krieg zu. Er scheint von den USA unbedingt gewollt, so wie damals der Krieg, den George W. Bush gegen Saddam Husseins Irak vom Zaun brach (völkerrechtswidrig und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen im UN-Sicherheitsrat - um die "offene Schuld der Schande" seines Vaters auszumerzen aus dem Irakkrieg "Desert Storm"). Der Ölpreis nimmt das noch immer erstaunlich gelassen und kann nicht profitieren. Mal sehen, ob die am Wochenende vereinbarte Verlängerung der Förderbeschränkungen seitens der OPEC hier Spuren hinterlässt.

In Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zweimal gezittert, doch die politischen Beobachter und die Medien haben sich inzwischen wieder eingekriegt.


Börsentheater, 2. Akt: Die Unternehmen


So, nun aber zum Eingemachten und einigen interessanten Meldungen zu aktuellen oder ehemaligen Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste.

Dabei ist mir klar, dass ich in letzter Zeit meine Beobachtungsliste kräftig ausgedünnt habe, während nur selten noch neue Unternehmen hinzu kommen. Tja, der Winter naht. Also der Konjunkturwinter. Und dem entsprechend trüben sich die Aussichten für zyklische Werte mehr und mehr ein.

"In einem steigenden Markt werden sich so viele Ihrer schlechten Ideen auszahlen, dass Sie nie verstehen werden, dass Sie weniger Ideen haben sollten."
(Daniel Kahneman)

Da wir uns in einem sehr reifen Stadium der Hausse befinden, werden nicht alle Unternehmen gleich unbeschadet durch die anstehende ruppige Zeit kommen. Und so mache ich mein Depot und meine Beobachtungsliste winterfest und trenne die Spreu vom Weizen. Ob ich dabei die richtige Auswahl treffe, muss sich allerdings erst noch zeigen...


3U Holding / weclapp

Das bestellte Gutachten zum Wert der 3U-Tochter weclapp brachte das erwartete Ergebnis: 70,3 Mio. Euro. Der darauf folgende Kurssprung verwundert schon etwas, denn es wurde nur bestätigt, was der Vorstand zuvor schon avisiert hatte. Aber vielleicht ist es auch die Erleichterung, den Wert von dritter Seite bestätigt bekommen zu haben. Oder man hatte vorher nicht hingehört.

Weclapp erhebt den Anspruch, "zu einem der führenden ERP-System in der Cloud zu werden". Bei einem 2018er Umsatz von 3 Mio. Euro und geplanten Erlösen für 2023 von 25,6 Mio. Euro ist das schon sehr großspurig formuliert und erfordert weiteres erhebliches Wachstum. Das finanziert werden muss. Entweder durch die Mutter 3U Holding, die 75% an weclapp hält, oder z.B. durch einen Börsengang von weclapp. Und genau dafür ist das Gutachten natürlich eine solide Basis. Andererseits darf nicht übersehen werden, dass man natürlich auch große Chancen aus der Hand geben könnte, wenn man seinen Anteil (wenn auch nur teilweise) an weclapp in einem zu frühen Stadium versilbert. Auf der anderen Hand wachsen die Zweifel, ob die Zeit für Börsengänge noch günstig (genug) ist.

Mein Investmentcase bei 3U Holding ist jedenfalls weiterhin intakt und ich schaue ruhig auf die weitere Entwicklung. Nachdem der Kurs Ende 2018 wieder von seinen Zwischenhochs zurückgekommen war und unter 1 Euro ins Jahr 2019 startete, hat die jüngste Rallye jetzt schon mehr als 40% Kurszuwachs auf den Tacho gebracht. Mal sehen, ob die nach Verfliegen der ersten Euphorie dieses Kursniveau über 1,40 Euro gehalten werden kann oder ob die "Zittrigen" doch wieder schnell versucht sind, erste Kursgewinne mitzunehmen. Der marktenge Nebenwert beliebt volatil und aussichtsreich. Und ich an Bord... ツ


Aurelius

Der Münchener Finanzinvestor kann den größten Unternehmensverkauf der Geschichte vermelden und dank des Solidus-Exits kurz vor Toresschluss kann die Hauptversammlung Mitte Juli nun über zusätzlich zur Basisdividende von 1,50 Euro noch über eine zusätzliche Partizipationsdividende von 1,50 Euro abstimmen.

Der Verkauf zeigt, dass das Geschäftsmodell von Aurelius weiterhin funktioniert und attraktive Gewinne abwirft. Des Weiteren wurden für die zweite Jahreshälfte weitere Exits und einige Zukäufe avisiert, was die Phantasie auch über den Dividendentermin hinaus nähren sollte.



Dr. Hönle

Das Unternehmen musste  vor einiger Zeit seine Prognosen kappen, weil die Sparte Klebetechnik schwer unter Druck ist. Auch andere Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, haben zu klagen und die Aussichten trüben sich weiter ein. Daher erwarte ich bei Dr. Hönle allenfalls ein Ergebnis am untersten Ende der gesenkten Prognose und streiche den (zu) Konjunktur sensiblen Wert von meiner Beobachtungsliste. Nach 9 Monaten bleibt ein Verlust von knapp 6%. Ich behalte das Unternehmen aber auf dem Schirm und werde es mir ggf. wieder vornehmen, wenn sich die Aussichten wieder bessern. Also nach Konjunkturwinter und Ende der US-Handelskriege...


Gesco

Die Industrieholding Gesco hat hervorragende Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegt und erhöht die Dividenden um 50% von 0,60 auf 0,90 Euro je Aktie. Dass der Kurs keinen Freudensprung gemacht hat, liegt am verhaltenen Ausblick, den man auf das laufen Geschäftsjahr gibt. Allerdings wird es nur noch ein Rumpfgeschäftsjahr, da Gesco seine Bilanzierungspraxis ändern muss. Man hat nämlich bisher ein abweichendes Geschäftsjahr von dem der ganzen Beteiligungen. Und das soll/muss gleichgezogen werden, so dass Gesco am 31.12.2019 einen Cut macht und künftig das Geschäftsjahr am 1.1. des Jahres beginnt. Für 2019 bleiben daher nur 9 Monate übrig.

Das Vorjahresergebnis war auch durch einen Sonderkonjunktureffekt in einer Sparte positiv beeinflusst, der künftig entfällt. Dennoch erwartet Gesco das Rumpfgeschäftsjahr in etwa auf Augenhöhe mit dem Vorjahr. Angesichts der zunehmenden konjunkturellen Unsicherheiten ist das schon mal 'ne Ansage, auch wenn es "nur" auf ein Übergangsjahr hinauslaufen dürfte.

Die Achillesferse bei Gesco ist die große Abhängigkeit von der Dörrenberg Gruppe, die 40% zum Umsatz beisteuert. Das will Gesco nun aktiv angehen mit seiner neuen "Next Level Strategie". und die sieht nicht etwa vor, Dörrenberg (zu jedem Preis) zu verkaufen, sondern in den nächsten Jahren 100 Mio. Euro an Umsatz zusätzlich zu generieren. Durch eigenes internes Wachstum und durch Zukäufe, die auch Add-ons bei bestehenden Töchtern beinhalten können.

Mir gefällt diese Strategie. Gesco ist auf dem Weg, von einem eher passiven Bestandshalter zu einem auf Zuwachs getrimmten Beteiligungsunternehmen zu werden. Dabei maßvoll und der Zeitpunkt könnte ja kaum besser sein, da immer mehr Unternehmen Nachfolgeprobleme haben und nach soliden Kaufinteressenten suchen, was die Preise drückt. Gleichzeitig schwächelt die Konjunktur immer mehr, was ebenfalls die Kaufpreise unter Druck setzt. Für Gesco kann sich die neue Strategie als Erfolg erweisen, wenn sie konsequent und gut umgesetzt wird. Davon gehe ich momentan aus und werde mir das genau ansehen. Daher bleibt Gesco als aussichtsreicher Wert auf meiner Beobachtungsliste, auch wenn die nächsten Monate sicherlich nicht einfach werden und die kurz- und mittelfristigen Kurschancen eher begrenzt sein dürften.


KAP

Der Einstieg des Finanzinvestors Carlye Group und die folgende Neuausrichtung von KAP war Grundlage meines Investmentcases, der mit der Ankündigung Carlyles, sein fast 50-prozentiges Paket verkaufen zu wollen, erstmals leicht ins Trudeln geriet. Nun ist er abgestürzt, nachdem Carlye seine Verkaufsabsichten zurückstellte und bei KAP eine Umsatz- und Gewinnwarnung platziert wurde. FÜr alles gibt es gute Gründe, aber die scheinen nicht die einzigen zu sein und kommen eher als "willkommene Gelegenheit" daher, die größeren Probleme nicht konkret benennen zu wollen. Das passt mir nicht und ich habe mich daher von der KAP AG verabschiedet.



Naspers / Prosus NV

Das Augenmerk bei der südafrikanischen Beteiligungsgesellschaft ist voll auf den Börsengang der neuen Tochter gerichtet. Prosus NV kann allerdings nicht wie geplant in den nächsten Tagen an der Euronext starten, da ein Dienstleister einen Fehler gemacht hat, so dass sich das Börsenlisting um drei Monate verzögert in den August. Das ist jetzt kein Beinbruch; die massive Unterbewertung von Naspers bleibt eben etwas länger "unsichtbar". Mit dem Börsengang von Prosus gibt Naspers 25% seines Anteils ab und durch das Listing in Amsterdam reduziert sich das enorme Gewicht, das Naspers an der Börse in Johannisburg hat. Was dort dem Kurs Auftrieb verleihen kann und sollte. Darüber hinaus vereinfachen sich die Strukturen und die Bewertung von Provus durch den aktuellen Börsenkurs macht die Einschätzung von Naspers leichter. Und natürlich ist mit der Entflechtung die Hoffnung verbunden, dass das Internet-Business von Naspers (zu dem vor allem der 31-Prozentanteil an Tencent zählt) nicht mehr mit einem solchen Abschlag bewertet wird. Die Chancen hierzu stehen gut, da auch die Unsicherheitskomponente des südafrikanischen Rand aus der Gleichung genommen wird, denn Prosus wird ja in Euro notieren. Aber warten wir es ab, im August werden wir sehen, ob und wie weit die Pläne Realität geworden sind.


Rocket Internet / Kinnevik / Global Fashion Group

Das jüngste IPO aus dem Hause Rocket Internet geriet zum -erwartbaren - Fehlschlag. Die Aktien der Global Fashion Group wollte kaum jemand zum Ausgabepreis haben, so dass die beiden Großaktionäre Kinnevik (37%) und Rocket Internet (20%) nicht den IPO-Preis massiv senken mussten, sondern auch noch knapp 60% der neu ausgegeben Aktien selbst übernommen haben. Ein absoluter Flop!

Die Platzierung von bis zu 44 Millionen Aktien erfolgte jetzt zu je 4,50 Euro und davon übernahm RI Papiere für 60 Mio. Euro. Rockets Anteil an der GFG wird entgegen ursprünglicher Planungen nun sogar leicht steigen, während Kinnevik trotz des massiven Zukaufs einen prozentual etwas geringeren Anteil halten wird. Und auch die GFG guckt in die Röhre, denn nun hat man deutlich weniger erlöst, als die ursprünglich erhofften 392 Mio. Euro.

Erstaunlich ist, dass sich überhaupt Abnehmer gefunden haben für die GFG-Aktien. Denn die letzten Börsengänge aus dem Hause Rocket Internet floppten ja eher heftig und bei Home24 hatte RI später seinen Aktienbestand ohne Rücksicht auf den einstürzenden Kurs gnadenlos in den Markt gedrückt. Man kann für alle beteiligten nur hoffen, dass dies nicht die Blaupause für die GFG-Aktie ist.

Das Positive an der Sache ist, dass die Verlust bringende Global Fashion Group nun (etwas) weniger abhängig ist von Finanzspritzen der Großaktionäre. Und RI konnte sich aufgrund seines sehr hohen Cash-Bestand von über 3 Mrd. Euro auch leisten, den Börsengang finanziell zu unterstützen.

Interessanter ist und bleibt, was RI mit dem ganzen Geld vor hat. Rückzug von der Börse, wieder massiv(er) in Startups investieren und/oder den neuen Bereich Immobilien mit der Finanz-Bazooka befeuern...


Shareholder Value Beteiligungen / Intershop

Die Shareholder Value Beteiligungen habe ich ja schon länger auf meiner Beobachtungsliste und ich schätze Frank Fischer und sein Team sehr. Beim Stada-Deal hat man große Erfolge gefeiert und der konsequente Value Investing-Ansatz und das Ausnutzen von aussichtsreichen Endspiel-Situationen bei Delistings und/oder Squeeze-outs gefällt mir weiterhin außerordentlich gut.

Dennoch habe ich mich nun aus dem Unternehmen verabschiedet. Grund ist ein anderes Investment, das wenig erfolgreich verläuft und aus meiner Sicht auch wenig Aussichten bietet, jemals zu einem Erfolg zu werden. Es geht um einen Pionier des Internethandels, die Intershop AG aus Jena. Frank Fischer ist hier bereits Großaktionär und hat das große Aktienpaket querbeet über seine börsennotierte Shareholder Value AG und seine von ihm betreuten Fonds verteilt. Und Intershop ist seit Jahren ein Garant für Erfolglosigkeit - obwohl man in einer Sparte aktiv ist, in der andere große Erfolge feiern. Und nun hat man wieder einmal so viel Geld verbrannt bei Intershop, dass eine erneute Kapitalerhöhung nötig wird. Und Frank Fischer greift mit beiden Händen zu und übernimmt alle jungen Aktien. Ob aus Überzeugung oder Verzweiflung, weil niemand anderes mehr zugreifen will, bleibt offen. Als Grund für die schlechten Geschäftsergebnis von Intershop wird nun übrigens der Umstieg vom Lizenz- auf das Abo-Modell angeführt. Mehr als 10 Jahre, nachdem andere (Adobe) diesen Weg gegangen sind. Alleine diese Verzögerung zeigt schon klar, wie der Hase in Jena läuft.

Mit ist dieses jetzt noch größere Exposure bei Intershop zu viel. Daher habe ich mich von meinen Aktien an der Shareholder Value Beteiligungen AG getrennt und nehme den Wert auch von der Beobachtungsliste. Nach gut drei Jahren bleiben 26% Gesamtrendite hängen. Nicht so schlecht.

Und ich wünsche Frank Fischer weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass er mit Intershop irgendwann einen Riesenerfolg landet!

BDCs: Apollo Investment und PennantPark Floating Rate Capital

Seit einiger Zeit trübt sich das Chance-Risiko-Verhältnis bei den Business Development Companies kräftig ein. Ich habe mir meine Argumentationen ein Woche lang durch den Kopf gehen lassen und "meine" BDCs im Hinblick auf meinen Investmentcase, die Chancen und Risiken hin abgeklopft. Dabei sind Apollo Investment (AINV) und PennantPark Floating Rate Capital (PFLT) durchs Raster gefallen und ich habe sie von meiner Beobachtungsliste gestrichen. Darüber hinaus hatte mein "Quick-Check" nicht unerhebliche Folgen für den Bestand (an BDCs) in meinem Dividendendepot...



Angst und Gier & Ups and Downs


Der Fear & Greed Index von CNN Money zeigte sich in der letzten Woche stabil und gab lediglich um bescheidene 2 auf glatte 50 Punkte ab. Fundamentale Daten spielen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle; politische Quengeleien, der G20-Gipfel und die Notenbanken bestimmen das Geschehen.

Mein "operativer Net Worth" hat sich in der letzten Woche um weitere knapp 1,5% verbessert auf 31% (YTD). Ein weiteres All-Time-High. Mit dem Ergebnis und dem Wochenverlauf bin ich überaus zufrieden. Mein langfristiges Ziel ist, durchschnittlich 15% pro Jahr an Rendite einzufahren und nach den annähernd 10% Minus im letzten Jahr bin ich dies bezüglich auf Sicht von 18 Monaten wieder "auf Spur". Und mein Investor-Update zum Quartalsende samt der Rangliste der TOP-Positionen in meinem Investmentdepot wird in den nächsten Tagen folgen.

Auf gut Börsengeschäfte. Es bleibt spannend...

Disclaimer
3U Holding, Apollo Investment, Aurelius, Dr. Hönle, Gesco, KAP, Naspers, PennantPark Floating Rate Capital, Rocket Internet, Shareholder Value Beteiligungen befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Vielen Dank! Erhöhst Du aufgrund der Konjunkturrisiken Deine Cash-Quote, oder bleibst Du investiert?

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    1. Nein, ich erhöhe meine Cash-Quote nicht. Ich habe aber die Mittelzuflüsse aus Aktienverkäufen und Dividenden überwiegend in Qualitätsunternehmen investiert, da ich mit diesen auch eine Wirtschaftsflaute gut durchstehen kann. Die sitzen auf hohen Geldreserven und erzeugen enorme Cashflows, so dass man hier relativ entspannt bleiben kann als Aktionär. Bei Nischen- und Nebenwerten muss man da schon deutlich vorsichtiger sein und viel näher am Geschehen, da der Spielraum für Fehler viel geringer ist.

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  2. Hypoport ist im Moment die "No 1 Top Position" im Kissingschen Investment-Kosmos - aber Apple wurde gar komplett von der Watchlist gestrichen? Versteh mal einer die Profis...
    Apple ist aus meiner (Laien-)Sicht eines der Top5 Unternehmen überhaupt, nur weils grad zw. Trump u. China knirscht geht da ja nu nicht pleite in drei Jahren, ich erwarte (bzw. spekuliere darauf) dass Apple emsig auch in innovative neue Produkte investiert, Berge von Cash sind ja da, um alles Mögliche auszutesten, was Machbar ist, und vieles davon auch nie auf die Strasse zu bringen. Apple komplett zu streichen erscheint mir da einfach recht "rigoros"...
    Vielleicht hast ja ein kurzes Statement, warum du dich dazu entschieden hast, von Apple mittelfristig die Finger zu lassen..
    Und von Hypoport werden Wunder erwartet? So von der Verhältnismässigkeit will es mir nicht so recht in den Kopf, manche halten Hypoport für sehr hoch bewertet.
    DANKE für eine Rückmeldung. Vielleicht hab ich ja auch was falsch verstanden, dann sorry.

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    1. Weshalb ich Hypoport für weiterhin aussichtsreich halte, habe ich ja mehrfach begründet. Das ist ein völlig anderes Business als das von Apple, daher kann ich den von Dir gezogenen direkten Vergleich nicht ganz nachvollziehen. Daimler ist auch optisch spottbillig, aber das hat keinen Bezug zu Hypoport oder Microsoft.

      Weshalb ich bei Apple nicht mehr an Bord bin, habe ich ebenfalls ausführlich dargelegt (und zwar hier). In dem Artikel habe ich auch meine früheren Entscheidungen zum Einstieg und zwischenzeitlichen Ausstieg verlinkt und dort jeweils meine Beweggründe detailliert vorgestellt. Da gerade Apple ein sehr emotionales Thema für viele ist (auch Dein Kommentar lässt ja darauf schließen), haben die Artikel auch zu einer Vielzahl von Kommentaren und angeregten Diskussionen geführt, wo Leser und ich unsere jeweiligen Ansichten und Argumente ausgetauscht haben. Ich möchte das daher ungern hier alles wiederholen, denn es ist dort ja zu lesen.

      Apple steht nicht schlecht da, aber wenn ich mir die Aussichten und die Probleme des Unternehmens ansehe und dies mit Amazon oder Microsoft vergleiche, dann ziehe ich die beiden letztgenannten eindeutig vor. Weil die stark wachsen (anders als Apple) und dabei ihre Cashflows und Gewinnen weiter rasant ausbauen (anders als Apple). Deshalb werden sie auch höher bewertet als Apple. Ob man auf ein stärkeres Wachstum und entsprechend höhere Bewertung setzt oder auf niedriges Wachstum mit niedriger Bewertung, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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  3. Dr. Hönle muss (leider schon wieder) seine Prognose nach unten anpassen, so wie ich befürchtet hatte. Seit meinem Ausstieg Ende Juni sind es mit dem heutigen Kurssturz nun satte 20% Kursverlust. Und ein Ende der schwierigen Phase ist (noch) nicht abzusehen...

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