Samstag, 31. August 2019

Mein letzter Aktienkauf: Texas Pacific Land Trust

Das sehr lesenswerte Blog "Bavarian Value" von Andreas Kuhn und Daniel Bleicher hat in diesem Sommer ein "Gaststar-Special" durchgeführt zum Thema "Mein letzter Aktienkauf" und gerne habe ich mich zu einem Gastartikel bereit erklärt.

Zum Artikel auf Bavarian Value

Es gibt Aktien, von denen hat man noch niemals etwas gehört und würde es auch nicht, wenn nicht Kollege Zufall seine Finger im Spiel hätte. Die Aktien von Texas Pacific Land Trust (TPL) sind dafür ein Beispiel, denn Immobilienspekulationen in den USA sind so gar nicht mein Investitionsfeld – und für ein solches Unternehmen hätte ich TPL dem Namen nach gehalten.

Über den Wert bin ich in irgendeiner Zeitung gestolpert, wo er in einer Randnotiz erwähnt wurde, nachdem sich der Kurs innerhalb kurzer Zeit vervielfacht hatte. Und nach Lesen der anderthalb Absätze, war mein Interesse geweckt. Denn TPL ist kein normales Immobilienunternehmen, kein Real Investment Trust, sondern es steckt eine Geschichte von Gier, Pioniergeist, Eisenbahn, Bankrott, Rettungsmission und Öl dahinter. Und jeder Menge Geld…

Freitag, 30. August 2019

Mein Lese-Tipp: "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten"

Der Journalist Roger Lowenstein hat mit seinem Werk "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten" eine Biographie über den wohl besten und erfolgreichsten Investoren aller Zeiten geschrieben. Dabei gab ihm Warren Buffett, Chef von Berkshire Hathaway, selbst keine Interviews, aber er unternahm auch keine Versuche, die Menschen, mit denen Lowenstein sprach, in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Die vielen Quellen sind Freunde, Familienangehörige, Angestellte, Partner, Konkurrenten von Warren Buffett und Lowenstein gelingt es, aus diesen vielen Ansichten eine bemerkenswerte Charakterstudie Buffetts zu zeichnen, eines sympathischen Genies, der in der Sache stur und konsequent bleibt, aber sich auch durch Herzensgüte und Mitgefühl auszeichnet.

Ein rundum gelungenes Buch, das nicht mit Weisheiten Warren Buffetts spart und viele Einblicke in seine (Investment-) Philosophie gibt. Dabei wird auch klar, dass er seinen Anlagestil mehrfach angepasst hat, ohne dabei jedoch seinen Grundsätzen untreu zu werden. Benjamin Graham, Philip A. Fisher und Charlie Munger haben hieran den größten Anteil und insbesondere Munger war ein steter Quell bei der Entstehung dieses hervorragenden Buches über einen außergewöhnlichen Menschen und absoluten Ausnahmeinvestor.

Buch hier ordern

Titel: "Buffett. Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten"
Autor: Roger Lowenstein
Verlag: Börsenmedien AG
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3864706424
Neupreis: 24,99 Euro, Gebundene Ausgabe

Portfoliocheck: Ken Fisher setzt weiter auf Technologie und immer stärker auf Softbank Group

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 50. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Er wähnt uns im Schlussakkord eines Bullenmarktes und sah den Crash Ende letzten Jahres als vorübergehende Übertreibung an, in dem Technologiewerte am besten performen.

Aber Ken Fisher redet nicht nur, er handelt auch entsprechend und so hat er auch im zweiten Quartal 2019 vor allem weiter im Technologiebereich zugekauft, der inzwischen gut 23% seines Depots ausmacht. Falls sich jemand wundert, weshalb Salesforce.com nach dem Ausverkauf im Vorquartal wieder in seinem Depot gelandet ist, die hat er im Tausch für die übernommenen Tableau Software-Aktien erhalten. Ansonsten hat er insbesondere seine Schwergewichte weiter aufgestockt, also Apple, Microsoft, VISA, Amazon, Adobe, Cisco, Alphabet, Netflix - und Softbank Group. Dieses Unternehmen wandelt sich gerade vom Telekomkonzern zum Venture Capital-Powerhouse und unter dem Dach der Holding finden sich inzwischen mehr als 1.000 Tochtergesellschaften, die überwiegend in den vier Geschäftsbereichen Mobilfunk, Internet, Robotik und Energie tätig sind.

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Adobe Systems, Alphabet, Amazon, Cisco Systems, Microsoft und Softbank Group befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 28. August 2019

Kolbe-Aus bei PartnerFonds: Nutzt der Blue Cap-Kurs jetzt sein Verdopplungspotenzial?

Die PartnerFonds AG ist seit einiger Zeit Großaktionär bei der Münchner Industrieholding Blue Cap AG und hatte versucht, unter ihrem CEO Oliver Kolbe und ihrem Aktienpaket von knapp 46% Zugriff auf die Perlen im Blue Cap-Portfolio zu bekommen. Der Machtkampf mit dem Gründer und ehemaligen Großaktionär Dr. Schubert eskalierte und fand sich vor Gericht wieder - bis mit der Schweizer Eveco ein neuer Großaktionär bei der PartnerFonds AG einstieg und - gemeinsam mit Dr. Schubert - wiederum dort die Gremien unter Druck setzte. In der Folge rüsteten beide Seiten ab und suchten eine einvernehmliche Lösung zum Wohle aller Beteiligten.

Der Burgfrieden hielt nicht lange, denn soeben teilte die PartnerFonds AG lapidar mit, dass Oliver Kolbe als CEO zum Jahresende ausscheiden werde. Er wolle sich neuen Aufgaben widmen, da "einer mit dem heutigen Tag eingeleiteten reinen Abwicklung der Gesellschaft nicht zur Verfügung" stehe. Und das ist die zweite Hammermeldung, die hat eine noch größere Bedeutung - auch und gerade für den dahinsiechenden Aktienkurs der Blue Cap AG...

Andere Ansichten zu Opera Ltd. und dem (nötigen?) Tritt auf die Euphoriebremse

Den norwegischen Browserspezialisten und aufstrebenden Payment-Anbieter in Afrika Opera Ltd. habe ich ja noch recht frisch auf dem Radar und nun hat Stefan Waldhauser eine aktuelle Einschätzung zu dem Unternehmen abgegeben.

Dabei geht er ausführlich auf die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2019 ein, mit der Opera die Erwartungen des Marktes klar toppen konnte, und nun seine Prognosen für das Gesamtjahr angehoben hat. Stefan Waldhauser zeigt aber auch die mit der (neuen) Strategie und dem noch stärker zulegenden Wachstum verbundenen Risiken auf. Denn hohe Investitionen knabbern ab einem gewissen Grad auch an einem eigentlich hohen Cash-Bestand und können ggf. irgendwann eine Zufuhr frischen Geldes nötig machen, wenn die Wachstums- und Investitionsraten über längere zeit unverändert hoch bleiben.

Darüber hinaus widmet sich Stefan Waldhauser jedoch auch den neuen Geschäftsfeldern OPay und OKash, wobei insbesondere bei letzterem auch die Frage aufwirft, inwieweit Zinsen von 1% pro Tag moralisch-ethisch gerechtfertigt sind. Hier stellt Stefan den Zusammenhang mit dem hohen Ausfallrisiko von knapp 30% im Bereich Microlending her. Bei OPay erfreut die jüngste Entwicklung in Nigeria, wo die Bündel-App ORide, die mehrere Angebote wie OPay und OFood zusammenfasst, auf Platz Eins der Download-Charts im Bereich Finance hochgeschnellt ist.

Meine Einschätzung

Der Artikel ist ein Must-Read für jeden, der Aktien von Opera Ltd. hält oder sich zumindest mit dem Gedanken trägt, sich an diesem Unternehmen zu beteiligen.

▶ "Opera - Ein Tritt auf die Euphoriebremse"

Disclaimer
Ich habe Opera Ltd. auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 27. August 2019

Überraschende Wendung: PNE vor Übernahme durch Morgan Stanley Infrastructure Partners?

Beim Windparkentwickler PNE gab es gestern nachbörslich eine Überraschung: das Unternehmen bestätigte Marktgerüchte, wonach ein Infrastruktur-Fonds der US-Investmentbank Morgan Stanley, der Morgan Stanley Infrastructure Partners, Interesse an einer Übernahme von PNE habe. Man sei in Gesprächen und MSIP habe ein unverbindliches Angebot abgegeben über €3,50 bis €3,80 je PNE-Aktie, was PNE mit €268 bis €290 Mio. bewerten würde.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern; vielmehr stünden Ausgang und Zeitplan der Gespräche stehen noch nicht fest, da unter anderem noch eine eingehende Unternehmensprüfung ausstehe. Daher sei es noch völlig offen, ob es tatsächlich zu einer Übernahme kommen werde. Hm, wirklich...?

Montag, 26. August 2019

Funkwerk: Umsatz, Aufträge, Gewinnprognose hoch. Geht jetzt auch der Kurs wieder ab?

Funkwerk ist meine erfolgreichste Turnaround-Spekulation und hat sich in den vergangenen Jahren dank neuem Management und neuer Strategie aus einem tiefen Tal der Tränen zurück auf den Erfolgsgipfel heraufgearbeitet. Nach noch nicht einmal dreieinhalb Jahren liegt der Wert nun 700% im Plus und da stellt sich die Frage, ob das so weiter gehen kann man nicht lieber Gewinne mitnehmen sollte.

Heute hat Funkwerk seine Halbjahreszahlen vorgelegt und damit hat sich die Frage (mal wieder) eindeutig beantwortet. Denn Funkwerk hat den Turnaround schon längst erfolgreich hinter sich gebracht und steht heute wieder als ein erfolgreiches Unternehmen mit grundsolider Bilanz dar. Und zeigt eine profitable Wachstumsdynamik, die umso mehr erstaunt, weil man die Aktien für unfassbare €17 geradezu hinterher geschmissen kriegt. Wirklich unfassbar angesichts der operativen Entwicklungen...

Portfoliocheck: Billy Nygren liebt es antizyklisch und kauft sich gleich bei drei Öl-Explorern ein

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 49. Portfoliocheck geht es um Bill Nygren, den Portfolio Manager und CIO des Oakmark Funds, mit dem er seit dessen Gründung 1991 eine beeindruckende durchschnittliche jährliche Rendite von 13 Prozent vorweisen kann.

Bill Nygren fährt einen fokussierten Investmentstil mit einigen wenigen, ausgesuchten Werten. Im zweiten Quartal wurde in seinem Portfolio der Energiesektor, insbesondere aufgrund der Übernahme von Anadarko Petroleum durch Occidental Petroleum. Nygren hat all seine Andarko-Aktien angedient und das Geld zu fast gleichen Teilen in gleich drei neue Werte aus dem Sektor Öl- und Gasexploration investiert: Concho Resources, Diamondback Energy und EOG Resources. Dort ergänzen sie Ölfeld-Ausrüster Halliburton, den er bereits im ersten Quartal neu ins Depot genommen hatte...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 34/2019

"Erfolgreiche Menschen sind erfolgreich, weil sie das tun, was andere Menschen nicht tun."
(Henry Ford)

Sonntag, 25. August 2019

Die 34. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit DIC Asset, Intuit, MBB, Opera Ltd., Salesforce, Square, TTL Beteiligung

Es war eine Woche der Entspannung, der Erholung und bis Freitagmittag liefen die Börsen prächtig. Nachdem am Donnerstag bereits absehbar war, dass die FED am Freitag wohl keine neuen Impulse setzen wird, begann US-Präsident Trump mit seinem Gestänkere gegen die FED und ihren Chef Jerome Powell.

Dann traten die Chinesen auf den Plan und abweichend von Trumps Beteuerungen, es würde "bald" zu einem Deal kommen, setzte China Strafzölle gegen US-Importe nach oben. Trump twitterte sich in Rage und ließ die Antwort des USA folgen, die nun ihrerseits die Strafzölle für China-Importe deutlich nach oben setzten, so dass im Ergebnis sich die beiden weltweit führenden Handelsnationen gegenseitig mit Sanktionen bombardieren. Und die Kurse gingen entsetzt in die Knie, als die Anleger alle Hoffnung fahren ließen...

Freitag, 23. August 2019

Bist du auch in Alibaba investiert, obwohl du die Aktien gar nicht im Depot hast?

Der chinesische Internet-Gigant Alibaba dümpelt seit einem Jahr vor sich hin, obwohl er operativ von Erfolg zu Erfolg eilt. Gerade erst hat er herausragende Zahlen zum abgelaufenen Quartal berichtet, wie man in diesem interessanten Artikel des Digital Leaders Funds nachlesen kann: "Alibaba: Welcher Handelskrieg?".

Ich bin ja bei China-Investments sehr zurückhaltend, nicht nur dank der ganzen "China-Buden", die in den letzten Jahren deutschen Anlegern das Geld aus der Tasche gezogen haben, aber an Alibaba bin dennoch beteiligt. Nicht direkt, aber "einfach gedacht" doch schon signifikant bezogen auf mein Portfolio. Und zwar so...

Portfoliocheck: Dieser Fahrdienstleister hat Selfmade-Milliardär Stanley Druckenmiller Uber-zeugt

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 48. Portfoliocheck geht es um Stanley Druckenmiller. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als George Soros' rechte Hand 1992 die Bank of England und das britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren kein einziges Jahr mit Verlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit nur einigen wenigen, ausgesuchten Werten. Im zweiten Quartal 2019 hat Druckenmiller sein stark fokussiertes Portfolio erneut erheblich umgekrempelt und kam auf eine Turnoverrate von 22%. Unter den 61 Werten finden sich gleich 19 neue Aktien - darunter auch wieder Salesforce.com, die er erst im Vorquartal vollständig verkauft hatte. Microsoft, seine mit Abstand größte Position, hat er nochmals leicht aufgestockt auf nun fast 21% Depotanteil und ganz neu hat er sich beim Fahrdienstleister Uber eingekauft, der mit Milliardensummen vom Vision Funds der Softbank Group finanziert wird.

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Microsoft, Salesforce und Softbank Group befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 22. August 2019

Mein Lese-Tipp: "Der Börse einen Schritt voraus" von Peter Lynch

Peter Lynch war der erfolgreichste Fondsmanager der 1980er Jahre und das wurde er mit dem Value Investment-Ansatz, den auch Benjamin Graham und Warren Buffett verfolgen. 1977 übernahm Lynch bei Fidelity den damals recht unbekannten "Magellan Fonds" mit einem Volumen von gerade einmal 18 Millionen Dollar. Als Peter Lynch 1990 seine Karriere als Fondsmanager beendete, lag das verwaltete Fondsvolumen bei mehr als 14 Milliarden Dollar und er hatte für seine Anleger eine durchschnittliche Jahresrendite von 29,6% erzielt.

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Aber weshalb sollte man nun sein Buch "Der Börse einen Schritt voraus" lesen? Ganz einfach, dieses Buch ist anders, erfrischend anders...

Dienstag, 20. August 2019

Buffetts bester Rat? Mach es einfach statt kompliziert, suche nachvollziehbare Geschäftsmodelle, die Bestand haben werden!

Value Investoren können weitgehend ohne komplizierte mathematische Formeln auskommen, indem die Anhänger des Wert orientierten Investierens einfach auf den gesunden Menschenverstand setzen. Und auf Geduld.

Je einfacher und langweiliger das Geschäftsmodell ist, desto interessanter ist es grundsätzlich für Value Investoren. Man kauft Anteile an soliden Unternehmen, die von ehrlichen und fähigen Leuten geführt werden und das zu einem Kurs, der unterhalb des fairen Wertes liegt, also das Gewinnpotenzial des Unternehmens (noch) nicht widerspiegelt...

Montag, 19. August 2019

Softbank Group im News-Flash. Und (fast) alle sind positiv. Aber der Kurs...

Der japanische Venture Capital-Spezialist Softbank Group ist zurzeit täglich in den Schlagzeilen und anders als bei vielen Click-Bait-Hülsen dreht es sich ganz überwiegend um relevante Informationen zum Unternehmern oder seinen Beteiligungen. Bzw. denen aus seinen beiden mehr als 100 Mrd. Dollar schweren Venture Capital Fonds, den sog. Vision Funds 1 und 2.

Dem Kurs sieht man die Nachrichtenflut momentan nicht wirklich an, der muss dem starken Anstieg seit Jahresanfang Tribut zollen und natürlich dem US-China-Handelskrieg und den schwächelnden Konjunkturdaten rund um den Globus. Aber Aktienkurs und Unternehmensentwicklung gehen nicht immer Hand in Hand, sondern können sich auch eine ganze Weile entgegengesetzt entwickeln. Was entweder Chance oder Risiken birgt für Anleger...

Börsenweisheit der Woche 33/2019

"Ein Mann, der sowohl Geld ausgibt als auch Geld spart, ist der zufriedenste Mann, denn er hat beide Vergnügen."
(Samuel Johnson)

Sonntag, 18. August 2019

Die 33. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit Cisco, Intuit, Wirecard

Heftige Schwankungen bleiben den Börsen wohl erhalten; die Nerven liegen blank und die Stimmung trübt sich weiter ein. Die Konjunkturdaten stimmen wenig froh und wir Menschen neigen dazu, aktuelle Gegebenheiten in die Zukunft fortzuschreiben.

Donald Trump beherrschte zur Abwechslung mal nicht die Schlagzeilen, auch wenn Ende der Woche die Börsen zu einer Erleichterungsrallye ansetzten, nachdem der Donaldissimo twitterte, er erwarte, dass die Chinesen einen Deal machen wollten. Ansonsten haben wir viel mehr über Greta erfahren, als wir jemals wissen wollten. Aber der Showdown steht bevor, denn Greta ist nun per Segelschiff auf dem Weg zum Don. Das wird bestimmt toll...

Samstag, 17. August 2019

Mobilität der Zukunft: Weshalb ich nicht auf Wasserstoff setze. Noch nicht...

Wie wird die Antriebstechnologie der Zukunft aussehen? Eine Zeit lang schien der Elektro-Motor die Nase vorn zu haben, doch zuletzt witterten die Anhänger von mit Wasserstoff betriebenen Antrieben wieder Morgenluft und auch die Anhänger der "typischen" Verbrennungsmotoren mit Benzin- oder Dieselantrieb suchen nach Unterstützung. Für die Autohersteller ein Problem, denn kaum einer kann es sich leisten, langfristig so viele verschiedene Antriebsarten in Produktion zu halten und auch noch für alle Modelle. Und auch die Zulieferer wissen nicht, auf welchen Trend sie setzen und sich einrichten sollen, genauso wenig die Tankstellen-Ketten und/oder Anbieter von E-Ladesäulen (zu denen auch Stadtwerke und Energiekonzerne gehören).

Ich habe mal wieder "einfach gedacht" und mir ein paar Gedanken gemacht zu dem Thema - um es vorweg zu nehmen: ich weiß nicht, welcher Antrieb sich durchsetzen wird. Aber ich kann trotzdem Schlüsse ziehen, auf welchen Trend ich als Anleger und Investor nicht setzen werde. Zumindest noch nicht, denn wie John Maynard Keynes uns lehrte: "Wenn sich die Fakten ändern, ändere ich meine Meinung". Und im "Spiel der Antrieb" ändert sich die Faktenlage beinahe täglich. Nun ja, zumindest die Stimmungslage...

Freitag, 16. August 2019

Crash-Szenario "Hindenburg-Omen"? Führ mich zum Schotter!

Es gibt schon skurrile Börsenmuster, die für Kauf- oder Verkaufentscheidungen herhalten müssen. Eines davon ist das sog. "Hindenburg-Omen", das aus fünf teilweise komplizierten charttechnischen Bedingungen besteht. Und an dieser Stelle kann der konsequente Value Investor sich bereits entspannt zurücklehnen, da er ja aufgrund fundamentaler Daten in Unternehmen investiert und nicht wegen zufälliger Kurven(ver)wirrungen des Aktienkurses.

Das Auftreten des Hindenburg-Omens - und es geistert die letzten Tage wieder einmal durch die Medien - soll eine Phase deutlicher Kursabschläge hervorsagen und es hat interessante Treffer zu verzeichnen. So tauchte es vor den Crashs 1987 und 2007/2008 teilweise mehrfach auf und daraus speist sich sein Nimbus. Allerdings ist es keine besonders seltene Erscheinung und wer sich stets auf diesen ominösen Propheten verlassen hat, hat einige langanhaltende Hausse-Phasen verpasst - so im August 2010 oder im Juni 2012. Ärgerlich und teuer, wenn man diese Phasen steigender Kurse nur vom Spielfeldrand aus betrachten konnte...

Donnerstag, 15. August 2019

Peter Lynch rät: Teile Aktien in Kategorien ein, um sie richtig bewerten zu können

Wer sein Geld in Unternehmen investieren will, möchte (Kurs-) Gewinne erzielen. Dies gelingt zumeist nur, wenn das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet und zwar dauerhaft. Bei der Betrachtung der Gewinne kennt man allerdings nur die Vergangenheit, während die zukünftigen Aussichten/Erträge geschätzt werden müssen. Das macht die Bewertung schwierig.

Um diese Einschätzung erfolgreich vornehmen zu können, schlägt Peter Lynch in seinem lesenswerten Bestseller "Der Börse einen Schritt voraus" (hier zu meiner Kurzrezension) deren Einteilung in sechs Kategorien vor.

»Unterteile Aktien in Kategorien und bewerte sie entsprechend. Wenn du Aktien in Kategorien teilst, weißt du besser, was du von ihnen erwarten kannst.«
(Peter Lynch)

Mittwoch, 14. August 2019

Gastartikel: Über den Boulevard in den Papierkorb - Ein Essay über die Gegenwart und Zukunft der deutschen Finanzpresse

Heute betreten wir Neuland, denn zum ersten Mal veröffentliche ich auf diesem Blog einen Gastartikel. Er stammt nicht aus meiner Feder und für den Inhalt ist alleine der Autor Stephan Gemke verantwortlich. Da ich die grundsätzliche kritische Richtung des Essays teile, musste ich nicht lange überlegen, diesen Artikel auf meinem Blog zu veröffentlichen und hier(mit) eine konstruktive Diskussion anzustoßen.

Nachdem Stephan Gemke bei High-Growth-Investing seinen Skalierungsfaktor vorstellte, widmet er sich hier dem Börsen- und Finanzjournalismus in Deutschland. Dieser sei in einem beklagenswerten Zustand und ein Ausbruch aus dem Gefangenen-Dilemma könne am ehesten bzw. am nachhaltigsten gelingen mit Paid-Content. Aber lest selbst...

Kurzübersicht

  • Finanz-/Börsenpresse ist in der Hand weniger Anbieter
  • Nahezu keine eigenständigen und aufwendigen Analysen, schon gar nicht zu Fundamentaldaten
  • Zu viel (Kurs-) Spekulation und Sensationsstil, zu wenig Sachlichkeit
  • Leser sind die Ware, nicht die Kunden
  • Freemium-Modell gescheitert
  • Es braucht endlich Zahlungsbereitschaft auf beiden Seiten

Dienstag, 13. August 2019

Genworth Financial: Weshalb der 12. Anlauf im Übernahmepoker jetzt (relativ) sicher 25% Rendite einbringen wird

Der US-Versicherungskonzern Genworth Financial ist Lesern meines Blogs nicht ganz unbekannt: ich hatte die ausgebombten Aktien Anfang 2016 als Turnaround-Spekulation billig eingesammelt und mich kurze Zeit später über eine annähernde Kursverdreifachung gefreut. Dann funkte mir eine Übernahmevereinbarung dazwischen, denn China Oceanwide wollte Genworth Financial übernehmen und das fand auch die Zustimmung des Genworth Financial-Vorstands - obwohl die Übernahmeprämie mit 5% äußerst mickrig ausfiel.

Das war 2017 und seitdem tat sich... nichts. Oder fast nichts. Die letzten Genehmigungen stehen noch immer aus und zwar die aus Kanada und China. Oceanwide und Genworth haben soeben die sage und schreibe zwölfte (!) Verlängerung ihrer Übernahmevereinbarung unterzeichnet; die soll nun bis 31.12.2019 endgültig abgeschlossen sein.

Also wieder man Murmeltiertage bei Genworth Financial, doch dieses Mal könnte alles ganz anders kommen. Wirklich...

Montag, 12. August 2019

Börsenweisheit der Woche 32/2019

"Wir brauchen mehr Macher, weniger Beobachter."
(Joe Kaeser)

Sonntag, 11. August 2019

Die 32. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit Aurelius, Ebay, IAC InterActiveCorp., Match Group, MercadoLibre, Scherzer & Co.

Die Börsen waren auch in der letzten Woche wieder sehr volatil und werden maßgeblich von Twitter beherrscht. Nicht auf Unternehmensebene, sondern weil "POTUS" dort sein Unwesen treibt und eine politische Salve nach der anderen abfeuert. Und - man erstaune - der Rest der Welt reagiert auf Trump, so dass dieser mit seinem Aktionismus und Radikalismus nicht seine gewünschten Ziele erreicht. Es hat schon seinen Grund, weshalb er ständig neues Spitzenpersonal braucht, denn wer nicht sklavisch die Trump-Meinung vertritt, muss gehen. Was dazu führt, dass Trump nur das zu hören bekommt, was er hören will. Da "The Don" aber nun mal leider der Präsident der USA ist, ist sein verengter Tunnelblick nicht folgenlos und wird immer mehr Grund zu Sorge. Was auch die Aktienmärkte belastet.

Samstag, 10. August 2019

Am Scheideweg: Steht eBay vor seinem Nadella-Moment?

"3, 2, 1... meins" lautete der Werbeslogan des Internet-Auktionshauses eBay und seit Kurzem gilt er auch (wieder) für mich, denn ich habe nach fast 20 Jahren wieder eBay-Aktien gekauft.

Das Unternehmen hat die "New Economy" überlebt und sich längst vom einstigen Erfolgsmodell des Online-Flohmarkts für Privatleute verabschiedet. Klar, auch dieses Thema bedient man noch, aber eigentlich bereits seit Einführung des "Sofort Kaufen"-Buttons wurde eBay zu einer Verkaufsplattform für professionelle Händler. Das machte eBay schnell profitabel, aber der ursprüngliche Charme blieb dabei auf der Strecke. Und später auch das Gespür für die relevanten Trends, denn der überaus erfolgreiche Bezahldienst PayPal gehörte einst zum Unternehmen und man war viele Jahre lang bei Südamerikas aufstrebendem Online-Marktplatz MercadoLibre beteiligt - bis man seine Anteile 2016 für $1.05 Mrd. verkaufte und damit die anschließende Wertsteigerung um weitere $4 Mrd. verpasste.

Schaut man auf die aktuellen Börsenbewertungen, bringt es PayPal auf $123 Mrd., MercadoLibre auf $49 Mrd. und eBay lediglich auf $37 Mrd. Dabei steht auch die eBay-Aktie auf Allzeithoch, doch der Blick auf die Bewertungen zeigt, dass eBay nicht (mehr) wie ein Wachstumsunternehmen bepreist wird, sondern wie ein ein Value Investment. Zu Recht! Ein KGV von 14 klingt nicht zu billig für ein Unternehmen, das seit drei Jahren kein Umsatzwachstum mehr erzielt. Doch es gibt Hoffnung auf bessere Zeiten und die beruhen nicht nur auf den Gewinnsteigerungen und üppigen Aktienrückkäufen. Nein, es geht einmal mehr darum, dass Ebay weitere Töchter und Sparten abspalten könnte und dadurch für die Aktionäre eine fette Rendite winken könnte. Und für eBay selbst wieder erfolgreichere Zeiten dank einer neuen Strategie...

Donnerstag, 8. August 2019

Portfoliocheck: Bei Pharmagroßhändler McKesson kauft Seth Klarman gerne ein

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 47. Portfoliocheck schaue ich Seth Klarman über die Schulter. Der Deep Value Investor kauft gerne Unternehmen, die von der Börse verschmäht und daher zu Rabattpreisen angeboten werden. Er investiert gerne mit großer Sicherheitsmarge und fährt mit diesem auf Benjamin Graham fußenden Ansatz seit Jahrzehnten mit durchschnittlich 19% herausragende Renditen ein.

Kräftig aufgestockt hat er seinen Aktienbestand beim Pharmagroßhändler McKesson, der mit mehr als 78.000 Mitarbeitern weltweit zu den größten Unternehmen zählt und 2018 mehr als 208 Mrd. Dollar umsetzte. Der anhaltende Kostendruck und die Unsicherheiten über mögliche anstehende Reformen im US-Gesundheitswesen belasten den Kurs schon länger. Aber nicht (mehr) die Ergebnisse. Und Seth Klarmann wittert seine Chance auf ein Comeback...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Montag, 5. August 2019

Warren Buffett rät Anlegern zum Diversifizieren. Aber nicht zu sehr...

Die Börse lebt von Extremen, Langeweile und Ruhe sind ihr zuwider. Und damit befriedigt sie die Bedürfnisse des Menschen nach Abwechslung, nach Aufregung - und seine Gier. Investoren sollten sich bei ihren Investmententscheidungen dieser Gefühle entledigen und sie vielmehr für ihre eigenen Vorteile nutzen. Denn wenn Panik herrscht, werden auch die besten Aktien zu Ausverkaufspreisen auf den Markt geworfen und wenn Gier vorherrscht, erzielen auch Ramsch-Titel ungeahnte Preise.

»Die Märkte können länger irrational bleiben, als du solvent.«
(John Maynard Keynes)

Die Börse ist alles, nur nicht rational. Und da Übertreibungen auch lange anhalten können, sind sie auch dazu geeignet, Anlegers Geldbörse stark zu schrumpfen. Daher ist es wichtig, seine Anlagen zu streuen, um das Risiko eines Totalverlusts zu verringern. Denn man sollte nicht zuerst nach den Chancen sehen, sondern zuvorderst die Risiken bedenken.

Börsenweisheit der Woche 31/2019

"Der Reichtum gleicht dem Seewasser: je mehr man davon trinkt, umso durstiger wird man."
(Arthur Schopenhauer)

Sonntag, 4. August 2019

Die 31. Börsenwoche im Rückspiegel: Kissigs Klookschieterei mit DIC Asset, Gesco, Grenke, Shopify

Während die US-Berichtssaison auf Hochtouren lief und die eine oder andere Überraschung mit sich brachte, übernahm wieder die Politik das Zepter - Donald Trump trat eine neue Strafzollaktion gegen China los und damit stürzte er die Börsen in ein Jammertal.

"Politische Börsen haben kurze Beine" lautet ein bekanntes Börsenzitat und es hat nichts an Aktualität oder Gültigkeit eingebüßt. Das gilt umso mehr in Zeiten, in denen wichtige Politiker wie "The Don" via Twitter im Stakkatostil ihre Meinungen in den Äther ballern und damit Bewegungen an den Märkten auslösen können. In beide Richtungen. Und es ist nicht so, dass Trump sich dessen nicht bewusst wäre und einfach nur unbedarft jegliche Konvention über Bord wirft, die jahrzehntelang die US-Politik ein Stück weit berechenbar(er) gemacht hat. Nein, Trump weiß um die Wirkungen und Auswirkungen seiner Tweets und er genießt sie geradezu, die anscheinende Allmacht, dass alle Welt an seinen Lippen hängt. Es ist das gleiche Spiel wie das Hofhalten eines mittelalterlichen Despoten - oder eines Mafia-Bosses, wenn man denn Mario Puzos Beschreibungen folgt. Trump liebt dieses Allmachtsgehabe mehr als die Wirkung, die er damit erzielt. Das sah man deutlich, als er die Einigung der EU und der USA bzgl. des künftigen US-Rindfleischexports bekanntgab und am Rande einen (schlechten) Scherz über Strafzölle machte, die er trotzdem noch über die europäischen Autoimporte in die USA verhängen könnte. Ganz im Stil eines Sonnenkönigs. Die Welt und in ihrem Gefolge die Wirtschaft und die Börsen haben darunter zu leiden, doch der Donaldissimo verfolgt damit eine offensichtliche Strategie...

Freitag, 2. August 2019

Portfoliocheck: Tiger Cup Andreas Halvorsen setzt lieber auf "Lateinamerikas Amazon" MercadoLibre

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 46. Portfoliocheck schaue ich erstmals Andreas Halvorsen ins Depot, einem der sog. Tiger Cups, den Tigerwelpen. Diese Bezeichnung geht zurück auf den legendären Hedgefonds-Manager Julian Robertson, der mit einem durchschnittlichen ROI von über 30% seiner Tiger Management Group zu den erfolgreichsten Fondsmanagern des letzten Jahrhunderts gehört. Und die Performance von Halvorsens Viking Global Fonds mit durchschnittlichen 10% über die letzten 19 Jahre ist ebenfalls überragend.

Im ersten Quartal hat Andreas Halvorsen Im ersten Quartal hat Andreas Halvorsen sein Portfolio ordentlich durcheinander gewirbelt und brachte es auf eine Turnoverrate von stattlichen 26%. Dabei baute er vor allem bei einigen Platzhirschen ab, wie Amazon, Alibaba und VISA und setzt stattdessen auf deren agilere Konkurrenten, wie JD.com und... MercadoLibre.

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

DIC Asset muss die Prognosen anpassen. War ja klar...

Der Super-Juli brachte nicht nur Hitzerekorde, sondern auch bei DIC Asset, dem Spezialisten für Gewerbeimmobilien, laufen die Geschäfte auf vollen Touren.

Anfang Juli konnte man den Vollzug der Übernahme der GEG German Estate Group verkünden, die nun vollständig zu Umsatz, Gewinn und FFO des DIC-Konzern beitragen wird. Dabei wurde am Rande auch mitgeteilt, dass die GEG zwei weitere lukrative Objekte an Land gezogen hat: das Palazzo Fiorentino in Frankfurt-Sachsenhausen und die Fashion Mall Munich in der Parkstadt Schwabing in München.

Die GEG-Übernahme wirkt sich sehr deutlich und positiv auf die Bilanz der DIC Asset AG aus und folgerichtig musste das Unternehmen nun seine bisherigen Jahresprognosen überarbeiten. Eigentlich keine große Überraschung...