Samstag, 30. November 2019

Match Group ist die am meisten geshortete Aktie im Russel 1000. Zeit für Panikattacken?

Die Match Group [WKN: A1424N] ist der führende Anbieter von Dating-Plattformen und -Apps. Man hat knapp 45 im Bestand, darunter 20 Eigengründungen, während 25 zugekauft wurden. Zu den bekanntesten gehören Zu den Angeboten gehören heute neben Match.com, OKCupid, Plenty of Fish, neu.de, LoveScout24 und Tinder. Relativ frisch an Bord ist Hinge, eine App, die als „Anti-Tinder“ gilt, da sie nicht auf Seitensprünge spezialisiert ist, sondern sich ganz klar für dauerhafte Partnerschaften positioniert hat. Und dieser Trend zur Spezialisierung trägt weitere Blüten. So gibt es BlackPeopleMeet für Afroamerikaner, Chispa für Latinos oder OurTime für Menschen ab 50.

In einem aktuellen Artikel über die 30 am stärksten geshorteten Aktien im Russel 1000-Index führt Andreas Haslinger auf aktien-mag.de die Match Group mit einer Short Interest-Rate von 58,8% auf und Anleger sollten sich schon Gedanken machen, was dies für Folgen haben kann - und wird...

Freitag, 29. November 2019

Mein Lese-Tipp: "So macht es Warren Buffett. 24 einfache Anlagestrategien des weltweit erfolgreichsten Value Investors" von James Pardoe

In seinem Werk "So macht es Warren Buffett" stellt James Pardoe 24 einfache Anlagestrategien des weltweit erfolgreichsten Value Investors vor und erläutert diese ausführlich. Und zwar auf eine eingängige Weise, dass sie für jeden verständlich sind, insbesondere auch für Neulinge in der Materie des Investierens und Bewertens von Unternehmen.

Pardoes Schreibstil ist umgänglich und kommt das ganze Buch über weitgehend ohne Fachchinesisch aus. Und ohne Zahlen! Auf Kennzahlen oder Bilanzen wird nur sehr allgemein eingegangen, was auf den ersten Blick verwundert. Doch erklärt sich dies aus der Absicht des Autors, das besondere Augenmerk auf die Strategie des Value Investings zu legen und anhand von Warren Buffetts Herangehensweise das Verständnis für diesen Investmentansatz beim Leser zu verankern. Zu diesem Zweck werden zentrale Kernbotschaften öfter wiederholt, ohne dass dies störend wirken würde. Wie ein Mantra, das Mantra des Value Investings.

Mein Fazit: ein einfaches aber sehr effektives Handlungskonzept, das auch für Anfänger leicht verständlich ist. Pflichtlektüre!

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Titel: "So macht es Warren Buffett"
Autor: James Pardoe
Seiten: 167, Gebundene Ausgabe
Verlag: Linde, Wien
1. Auflage (Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3709303478
Neupreis: 19,90 Euro

Gastartikel: Und weiter geht's... über den Boulevard in den Papierkorb - Eine Fortsetzung des Essays über die Gegenwart und Zukunft der deutschen Finanzpresse

Vor einigen Wochen betrat dieses Blog Neuland, denn zum ersten Mal veröffentliche ich hier einen Gastartikel, der nicht aus meiner Feder stammte.

Heute findet der Artikel "Über den Boulevard in den Papierkorb - Ein Essay über die Gegenwart und Zukunft der deutschen Finanzpresse" seine Fortsetzung und erneut ist für den Inhalt alleine der Autor Stephan Gemke verantwortlich.

Hierin widmet er sich insbesondere der medialen Berichterstattung zu Wirecard und greift erneut die Frage nach "Paid Content" auf bzw. den zunehmenden Anspruchsdenken, alles jederzeit zu bekommen und einfordern zu können. Und das - selbstverständlich - immer kostenlos. Ein Plädoyer im Sinne von "darf sich Leistung auch wieder lohnen?" und gegen die in unserer Konsumgeilgesellschaft immer weiter um sich greifende "Geiz-dich-dumm-Mentalität".

Da ich die grundsätzliche kritische Richtung des Essays teile, musste ich nicht lange überlegen, diesen Artikel auf meinem Blog zu veröffentlichen und hier(mit) die konstruktive Diskussion weiterzuführen.

Portfoliocheck: Occidental Petroleum ist Buffetts jüngster Kauf und irgendwie auch seine älteste Aktienliebe

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 63. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Warren Buffetts Performance ist atemberaubend. Er konnte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20 Prozent pro Jahr hinlegen und den S&P 500 fast in jedem einzelnen Jahr schlagen. „Das Orakel von Omaha“, wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Im dritten Quartal hat Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] nur wenige Aktienpositionen verändert und nur zwei neue Positionen aufgenommen. Zum einen Restoration Hardware, ein Einrichtungshaus der gehobenen Preiskategorie und zum anderen Occidental Petroleum [WKN: 851921]. Was auf den ersten Blick als eine Kompensation für sein auslaufendes Phillips 66-Engagement [WKN: A1JWQU] aussehen könnte, offenbart auf den zweiten Blick einige interessante Aspekte - und ein 77 Jahre zurückliegendes "Kindheitstrauma" Buffetts...

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Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 27. November 2019

Verisk Analytics macht mit gut kalkulierten Risiken anderer die besten Geschäfte

Verisk Analytics [WKN: A0YA2M] ist ein Vorreiter der digitalen Revolution. Insurance Services Office Inc., wie das Unternehmen damals hieß, wurde 1971 als Non-Profit-Organisation von einer Vereinigung von Versicherern gegründet. Ziel war die Aufbereitung statistischer Daten für versicherungsmathematische Auswertungen und die Entwicklung von Analyse-Software für die Versicherungswirtschaft. Das war vor 40 Jahren eine ganz andere Herausforderung als heute, denn Daten waren damals zwar verfügbar, aber sie wurden nicht zentral in einer Datenbank gespeichert, sondern in irgendwelchen endlosen Computerlisten abgelegt. Zumeist in staubigen Keller- und Lagerräumen. Jedes Unternehmen hatte seinen eigenen Datenbestand und sein eigenes Ablagesystem und auch eine individuellen Herangehensweise, was es mit seinen Daten anfing.

Inzwischen arbeiten wir mit PCs, Notebooks, Tablets und Daten werden über Cloud-Anwendungen gespeichert, abgerufen und zur Verfügung gestellt. Und die exponenziell wachsenden Datenmengen müssen analysiert werden, was immer häufiger durch Künstliche Intelligenz geschieht. Versik Analytics als Spezialist für die Datenanalyse für Versicherungen ist hier in einer Vorreiterrolle und einer fast einzigartigen Marktstellung. Klingt interessant? Aber natürlich...

Mein Lese-Tipp: "Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht" von Jason Zweig

Jason Zweig ist einer der renommiertesten Finanz- und Wirtschaftsjournalist der USA und erlangte durch Buchveröffentlichungen zu den Themen Value Investing, Verhaltens- und Neuroökonomie weltweit Bekanntheit. Und natürlich mit seiner regelmäßigen Kolumne für das Wall Street Journal.

Dieses Buch ist der Hammer und absolut lesenswert! Auch wenn der reißerische Obertitel "Gier" der deutschen Ausgabe eher abschreckend wirkt - er ist alleine der Gier des Verlags geschuldet; wer darüber hinwegsehen kann, wird mit einem Buch der Extraklasse zum Thema Behavioral Finance belohnt.

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Denn das Buch erläutert ausführlich, weshalb wir keine guten und schon gar keine besseren Anleger sind, warum wir die dummen Fehler begehen, die wir rational immer ausschließen würden. "Neuroökonomie" nennt sich das noch recht neue Forschungsgebiet, bei dem Wissenschaftler dem Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem (überwiegend schlechten) Umgang mit Geld und Geldanlagen nachgehen. Und was uns Statistiken und Erfahrung schon gelehrt hat, wird schonungslos belegt: wir Menschen und unser Gehirn sind nicht für die Finanzmärkte geschaffen. Wir können uns nur schlecht Fehler ein gestehen und daher halten wir zu lange an den falschen Aktien fest. Andererseits neigen wir zu Selbstüberschätzung und wenn wir denn ein paar Erfolge vorzuweisen haben, schreiben wir das unserem außergewöhnlichen Können zu und halten uns schnell für unfehlbar. Mit oft fatalen Auswirkungen bei unseren Börseninvestments.

Dienstag, 26. November 2019

HSBC verdoppelt Kursziel: Steht DIC Asset jetzt vor einer kompletten Neubewertung?

Die britische Investmentbank HSBC hat die Aktien des Gewerbeimmobilien-Spezialisten DIC Asset [WKN: A1X3XX] von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von €11 auf €20 Euro annähernd verdoppelt.

Diese Kurszielverdopplung ist für sich alleine schon bemerkenswert, aber die Begründung sollte allen zu denken geben, die das Unternehmen bisher eher stiefmütterlich behandelt und als reinen Bestandshalter von Immobilien (ab-)klassifiziert haben. Denn Analyst Thomas Martin ließ nicht nur deutlich erhöhte Schätzungen für das operative Ergebnis bzw. die FFO (Funds from Operations) aufgrund der Übernahme der German Estate Group in sein Bewertungsmodell einfließen, sondern er bewertet in seinem Studien-Update erstmals separat das Geschäft mit Immobilienfonds für institutionelle Investoren ("Institutional Business") - und das alleine ergäbe einen zusätzlichen Wertbeitrag von €6 je Aktie.

Dies könnte der Auftakt zu der längst fälligen Neubewertung der DIC Asset-Aktie an der Börse sein, denn erstmals hat ein Analyst das wachstumsstarke und hoch profitable Fondsgeschäft mit seinen stetigen Erträgen in seine Bewertung mit einbezogen, während es bisher niemand auf dem Radar gehabt hat. Ich freue mich hierüber insofern, als dass ich genau auf diesen Umstand schon länger hinweise und er ja auch ein Teil meines Investmentcases für die DIC Asset ist. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch andere Analysten diesen Aspekt aufgreifen und ihre Wertansätze deutlich erhöhen werden (müssen). Eine Neubewertung der Aktie ist eigentlich unvermeidlich - und die üppigen Insider-Käufe geben dem Kursauftrieb noch zusätzliche Nahrung...

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DIC Asset befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 25. November 2019

eBay mit Teilerfolg: StubHub-Verkauf bringt die ersten Milliarden ein

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert". Was für ein blöder Spruch von einem blöden Charakter in einer blöden B-Serie. Aber nichtsdestotrotz stimmt er.

Bei eBay [WKN: 9165299] stimmt seit einiger Zeit nicht mehr wirklich viel, denn der einstige Internetpionier hat die Zeichen der Zeit verpennt und wird gnadenlos ausbeschleunigt von seinen Mitbewerbern; nicht nur hinsichtlich der Kursentwicklung, sondern vor allem im operativen Geschäft. Gerade Online-Gigant Amazon [WKN: 906866] lässt eBay immer weniger Raum zum Atmen. Deshalb haben sich einige aktivistische Investoren bei eBay eingekauft und drängen das Unternehmen, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren und vernachlässigte und vermeintlich unterbewertete Randaktivitäten Wert schöpfend zu verkaufen. Und dabei scheint eBay nun einen ansehnlichen Teilerfolg verzeichnen zu können, der Lust auf mehr macht. Viel mehr...

Ist die Exceet Group nach der Rekorddividende jetzt (noch) ein Schnäppchen?

Die in Luxemburg beheimatete exceet Group [WKN: A0YF5P] ist eine Beteiligungsgesellschaft. Ihr "Fokus ist das Halten von Beteiligungen in strukturell wachsenden Märkten, wie Gesundheit, Software und Technologie" und dabei "entwickelt und investiert exceet in bestehende Aktivitäten und beteiligt sich opportunistisch in neuen oder angrenzenden Geschäftsfeldern". Soweit die Selbstdarstellung und -wahrnehmung des Unternehmens, das 2006 gegründet und 2010 an die Börse geführt worden war.

Wer auf den Langfristchart blickt, sieht den enormen Absturz, der Mitte 2011 einsetzte, als sich alles gegen das Unternehmen wandte, aber auch den seit 2017 eingesetzten Turnaround. Der allerdings vor allem durch das Übernahmeangebot durch den heute bestimmenden Großaktionär Active Ownership (AOC) getrieben wurde und wird. Zählt man die Anteile von deren Investmentvehikel "White Elephant" und die von Klaus Röhrig, Gründungspartner von AOC und Vorsitzender des Exceet-Verwaltungsrats zusammen, liegt AOC inzwischen wohl deutlich über 70% der Anteile. Daneben gesellen sich weitere Großaktionäre, u.a. die zur Deutschen Balaton AG gehörende Heidelberger Beteiligungen AG, so dass der Streubesitz nur noch magere 13% ausmachen dürfte. "Markteng" ist der Nebenwert also allemal. Aber auch interessant?

Ist McDonald's nicht gerade jetzt ein Investment wert?

McDonald's [WKN: 856958] kennt wohl jeder, jedermann hat schon das knallgelbe M gesehen, dieses Firmenlogo, das Pommes nachempfunden ist und jeder hat schon vom Bic Mac oder McRib gehört. Warren Buffett ist einer der treusten Kunden; jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit kauft er bei Mc Donald's sein Frühstück - für exakt $3,17, Tag für Tag.

Nun erreichte mich diese Leserfrage von Marc B.: "Ich würde gerne wissen, warum Sie bisher nicht in McDonalds investiert sind? Eine solide Aktie, die sich doch gerade jetzt nach dem Rausschmiss des CEO und dem Kursrücksetzer zum (Nach-)Kauf empfehlen würde."

Wer meine Beobachtungsliste betrachtet, erkennt mit schnellem Blick, dass sich keine einzige Aktie aus dem Bereich Systemgastronomie darauf findet - und die berechtigte Frage ist, weshalb nicht...?

Börsenweisheit der Woche 47/2019

"Wenn sich die Story ändert und man anfängt, eine Position zu verkaufen, muss man konsequent bleiben. Sobald die Überzeugung weg ist, wenn das Vertrauen verloren ist, ist es weg. Verschwende keine mentale Energie, indem du Positionen hältst, an die du nicht glaubst. Schau nach dem Verkauf nicht mehr zurück. Blick nach vorne."
(Ian Cassel)

Sonntag, 24. November 2019

Turnaround-Spekulationen als Value Investment? Ernsthaft?

Spricht man an der Börse von einem Turnaround, hat man es mit einem Unternehmen zu tun, das in erheblichen Schwierigkeiten steckt. Das kommt gar nicht so selten vor und Peter Lynch klassifiziert deshalb in seinem Klassiker "Der Börse einen Schritt voraus" Turnaround-Werte gar als eigene Aktienkategorie. Bei diesen wankenden Unternehmen hat sich der Aktienkurs zumeist entsprechend negativ entwickelt und ist entweder stetig oder plötzlich deutlich zurückgegangen. Die Unternehmen reagieren überwiegend mit den selben Maßnahmen darauf: Stilllegung von Fabriken, Freisetzung von Personal, Veräußerung von Randbereichen, radikale Kostenreduzierung, Konzentration auf das Kerngeschäft.

Wenn Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen und ihr Börsenkurs abstürzt, kann dies eine lukrative Chance für Anleger sein. Und zwar nicht nur für Spekulanten, die der Nervenkitzel reizt, sondern auch für langfristig orientierte Value-Investoren...

Samstag, 23. November 2019

Intuit: Endlich an Steuern richtig mitverdienen!

Intuit [WKN: 886053], ein führender Anbieter von Buchführungs- und Steuersoftware, hat Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vorgelegt und die Erwartungen des Marktes zum fünften Mal in Folge deutlich übertroffen. Und der Kurs fiel fast 5%. Was war passiert? Der Ausblick auf das vierte Quartal war dem Markt zu verhalten, zu konservativ, und daher gab es einen kleinen Sell-off. Und das passiert nicht zum ersten Mal, denn Intuit prognostiziert regelmäßig eher zurückhaltend, um am Ende nicht zurückrudern zu müssen, sondern lieber überzuerfüllen. Mir gefällt das, das Unternehmen, die Art des Managements, das Business und die Aktie. Und die Aussichten sehen weiterhin prächtig aus, wenn man genauer hinsieht...

Blue Cap ohne Dr. Schubert? Kann das wirklich sein? Vielleicht...

Nach den Querelen mit dem Großaktionär PartnerFonds und dem Rausschmiss von deren CEO Oliver Kolbe war zuletzt wieder etwas Ruhe eingekehrt bei der Münchener Beteiligungsholding Blue Cap [WKN: A0JM2M]. Deren CEO und ehemaliger Großaktionär Dr. Hannspeter Schubert hatte zwar seinen Rückzug vom Amt des CEOs zum Jahresende 2019 erklärt, aber viele Aktionäre hatten gehofft, dass die vom neuen Aufsichtsrat eingeleitete Suche nach geeigneten Nachfolgern doch noch zu einem guten Ende führen würde. Das hat es nun, doch Dr. Schubert wird dem Vorstand ab 1.1.2020 nicht mehr angehören, so viel steht ab heute fest. Denn Blue Cap hat gleich drei neue Vorstände benannt. Doch damit muss das Kapital Dr. Schubert bei Blue Cap noch nicht beendet sein...

Freitag, 22. November 2019

Portfoliocheck: Brookfield Asset Management bewegt nun auch Chuck Akres Depot

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 62. Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger: hektische Betriebsamkeit ist ihm fremd; er denkt er lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im dritten Quartal hat Chuck Akre nur wenig in seinem Depot verändert; es dominieren mit einem Anteil von 47% die Finanzwerte vor Immobilienwerten mit 21,5% und zyklischen Konsumwerten mit 13%.

Nachdem Akre sich vor einiger Zeit bereits bei Finanzinvestor KKR & Co. eingekauft hatte, erwarb er in annähernd gleicher Größe nun Aktien von Brookfield Asset Management, die einen ganz besonderen Fokus auf Infrastrukturinvestments legen. Und das aus gutem Grund...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

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KKR & Co. befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Großaktionär stockt bei DIC Asset auf und kündigt weitere Aktienkäufe an

Seit mehr als drei Jahren begleite ich den Spezialisten für Gewerbeimmobilien DIC Asset AG [WKN: A1X3XX] nun bereits und inkl. Dividenden stehen aktuell rund 85% Rendite zu Buche - vor einem halben Jahr waren es noch 15% und dazwischen liegen Welten, nicht nur was die Kursentwicklung angeht.

Mein ursprünglicher Investmentcase war, mich auf eine "lohnende Substanzwertspekulation" einzulassen, denn damals wie heute glänzt die DIC Asset-Aktie mit einem erheblichen Discount auf ihren Vermögenswert, den NAV. Bei allen operativen Fortschritten war es doch der unterjährige Kauf der GEG German Estate Group von der TTL Beteiligungs- und Grundbesitz AG [WKN: 750100], der die Entwicklung massiv beschleunigte und bei der DIC Asset inzwischen sogar zu einer Prognoseanhebung für das laufende Geschäftsjahr führte. Die TTL Beteiligung wiederum schüttete den Erlös aus dem GEG-Verkauf als üppige Sonderdividende an ihre Aktionäre aus und mit dem Rest des vielen Geldes geht sie seitdem auf Aktienkauf: vor allem bei der DIC Asset. Und dahinter steckt deren Großaktionär, der anscheinend noch Größeres vorhat...

Donnerstag, 21. November 2019

Jubiläum: Seit acht Jahren wird hier intelligent investiert

Vor genau acht Jahren, am 21.11.2011, habe ich das Blog "Intelligent investieren" ins Leben gerufen. Und ich habe es bisher (fast) keinen Tag lang bereut, denn ich schreibe über ein Thema, mit dem ich mich ohnehin viel befasse, weil es inzwischen mein Beruf ist: die Börse. Naja, eigentlich eher Berufung, denn es ist kein "Job", sondern es ist mir vor sechs Jahren gelungen, mein liebstes Hobby zu meinem Beruf machen zu können und daran habe ich nach wie vor viel Freude.
»Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.«
(Karl Lagerfeld)
Besser als Karl Lagerfeld kann ich es gar nicht ausdrücken, wie ich das Börsengeschehen und meine Möglichkeit, mich "rund um die Uhr" damit zu beschäftigen, empfinde. Und dieses Blog ist zu einem ganz wichtigen Teil dessen geworden, was ich an positiven Assoziationen mit dem Börsengeschehen verbinde und dazu trage natürlich nicht allein bei, sondern dahinter steckt wesentlich mehr...

Bausch Health: Shortseller Citron wechselt die Seiten und sieht erhebliches Kurspotenzial

Bausch Health [WKN: A2JQ1X] hieß früher Valeant Pharmaceuticals und wurde von Hedgefonds-Manager Bill Ackmann mal als "die neue Berkshire Hathaway" tituliert. Er setze einen zweistelligen Milliardenbetrag auf das kanadische Unternehmen und dabei fast alles in den Sand. Ich habe das Unternehmen seit Anfang 2017 als Turnaround-Spekulation im Depot und der Kurs lag in diesen fast drei Jahren bereits um die 50% im Minus, aber auch schon um die 50% im Plus. In den letzten Wochen scheint sich die Turnaround-Spekulation nun aber endlich richtig Fahrt aufzunehmen und bei Kursen um €25 liege ich rund 70% im Plus. Und das dürfte noch nicht das Ende gewesen sein. Noch nicht einmal das Ende des Anfangs...

Mittwoch, 20. November 2019

Wirecard? Die muss man jetzt doch kaufen, oder nicht!?

Ach ja, die "daily dose" Wirecard [WKN: 747206]... Als ich gestern Abend den Handelsblatt-Artikel "Weitere Unregelmäßigkeiten bei Singapur-Tochter von Wirecard" gelesen habe, war mein erster Gedanke "Prima Nachkaufkurse bei Wirecard".

Doch der Reihe nach... Das Handelsblatt berichtet, dass der Wirecard-Wirtschaftsprüfer Ernst & Young das Testat für den Jahresabschluss 2017 der Wirecard-Tochter in Singapur verweigert hätte. Alarmsirene quengelt! Das Testat sei verweigert worden, weil Unterlagen nicht vorgelegt worden wären und sich die Prüfer daher keinen ausreichenden Blick auf die Geschäftsvorgänge hätten verschaffen können und ihre Fragen nicht beantwortet wären. Alarmsirene wird schrill! Und diese Aussagen stünden im Widerspruch zu der von Wirecard, man habe von Ernst & Young ein uneingeschränktes Testat für den Konzern-Jahresabschluss von Wirecard erhalten. Alarmsirene kollabiert fast!

Bis hierhin sieht es so aus, als würde das Handelsblatt auf den Spuren der Financial Times wandern und nun hätte sich eine zweite renommierte Finanzzeitung in Wirecard verbissen, so dass an den bisher von der FT erhobenen Vorwürfen wohl doch mehr dran sein müsse, als bisher vermutet. Doch ist das wirklich so?

Dienstag, 19. November 2019

Niedrigzinsen fressen Vermögen auf. Nur richtig sparen bringt noch Rendite!

Seit mehr als einem Jahrzehnt wählen die Notenbanken gegen jedes Problem nur ein Mittel: mehr Geld. Ob Finanzkrise, Bankenkrise, Wirtschaftsflaute, Euro-Problemzonen oder Crash-Tendenzen, stets wird noch mehr Geld gedruckt und zwar Unmengen davon. Üblicherweise führt ein starkes - und auch noch globales - Geldmengenwachstum nach der klassischen Lehre zu Inflation, denn wenn (zu) viel Geld im Umlauf ist, sind Preissteigerungen leichter durchzusetzen und Inflation ruft steigende Zinsen seitens der Notenbanken hervor, um die Preissteigerungen wieder in den Griff zu bekommen.

Doch diesmal scheint alles anders zu sein, das Geld fließt nicht direkt in die Wirtschaft, sodnern in Assets wie Immobilien und Aktien. Daher ist in den führenden Wirtschaftszonen der Welt trotz des vielen zusätzlich verfügbaren Geldes die Inflation weit unter den Zielwerten der Notenbanken und dem entsprechend sinken die Zinsen auf neue Rekordniedrigststände. Nachdem die Strafzölle im US-China-Handelsstreit tiefe Bremsspuren in der globalen Konjunktur hinterlassen und gerade Deutschland mit seinem starken Exposure in den Sektoren Automobil und Maschinenbau kräftig schlingert, haben sich die Notenbanken weltweit auf eine neue Zinssenkungsrunde eingelassen. Das viele billige Geld verleitet zu noch ungebremsterem Schuldenmachen, auch wenn in Deutschland der Staat seit einiger Zeit Schuldenabbau praktiziert - und dafür heftig kritisiert wird. Andernorts wird weiter fleißig drauf gesattelt.

Das dauerhafte Niedrigzinsniveau in der Euro-Zone ruft mehrere Effekte hervor und die Gekniffenen sind vor allem die Sparer. Denen entgeht die Rendite, doch damit fängt ihr Leiden gerade erst so richtig an.

Montag, 18. November 2019

Börsenweisheit der Woche 46/2019

"Mit der Zeit bin ich immer mehr davon überzeugt, dass die richtige Investitionsmethode darin besteht, ziemlich große Summen in Unternehmen zu stecken, von denen man glaubt, etwas zu wissen und von deren Management man zutiefst überzeugt ist. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass man das Risiko begrenzt, indem man sein Geld auf möglichst viele Unternehmen verteilt, von denen man wenig weiß und keinen Grund zu besonderem Vertrauen hat. (...) Das eigene Wissen und die Erfahrung sind definitiv begrenzt und es gibt selten mehr als zwei oder drei Unternehmen zur gleichen Zeit, in die ich gerechtfertigt volles Vertrauen setzen kann."
(John Maynard Keynes)

Sonntag, 17. November 2019

Ist Aurelius unterbewertet? Sollte man die Aktie halten oder doch lieber verkaufen?

Die Aktie der Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA habe ich seit sieben Jahre auf meiner Beobachtungsliste und im Depot und inkl. der üppigen Dividendenzahlungen hat sich mein Einsatz seitdem verfünffacht. Das ergibt eine durchschnittliche Jahresrendite von 25,5% - ziemlich fett. Auf Sicht der letzten zwei Jahre ist der Kursverlauf allerdings enttäuschend und Blogleserin Isabelle fragte mich nun nach meiner Einschätzung zu Aurelius und die teile ich gerne mit euch.

"Hallo Michael,ich möchte nochmal auf Aurelius zurückkommen. Nicht nur der Kursverlauf seit ca. 4 Jahren, auch die nicht sehr üppigen Umsätze, die geringe Beachtung von Analysten, die fehlende Kursreaktion auf gute Nachrichten gefallen mir schon länger überhaupt nicht. Ich "hoffe" nur auf einen günstigen Ausstiegszeitpunkt für mich. 

Was mich aber wirklich interessiert ist, warum hältst du die Aktie weiterhin? Sie hat dir in den ersten Jahren enorme Gewinne gebracht, nur deswegen sieht die durchschnittliche Jahresrendite bei dir immer noch gut aus. Aber konntest du in den letzten 4 Jahren wirklich gut schlafen mit dieser Aktie? Bist du so optimistisch für die Zukunft, dass sich die lange Durststrecke lohnt? Kannst du die Geschäftstätigkeit von Aurelius so gut einschätzen, dass du die Aktie für stark unterbewertet hältst zur Zeit?"

Samstag, 16. November 2019

Split-Off: Danaher will seine Dental-Tochter Envista ganz loswerden - an seine Aktionäre

Die Danaher Corp. [WKN: 866197] ist ein global tätiges Beteiligungsunternehmen mit weltweit mehr als 20 operativ tätigen Tochterfirmen aus den Bereichen Diagnostik, Biowissenschaften, Umwelt- und Anwendungslösungen. In seiner langen Unternehmensgeschichte erzielte das Danaher-Business-System überragende Erfolge und trimmte neu zugekaufte Tochterunternehmen schnell auf Rendite. Und mit über 19,2% Zuwachs p.a. über 30 Jahre stellt man selbst Dauerrenner wie Buffetts Berkshire Hathaway [WKN: A0YJQ2] in den Schatten.

Als die Struktur zu komplex wurde, spaltete Danaher einen Teil ab und konzentrierte in der Fortive Corp. [WKN: A2AJ0F] sein klassisches Industriegeschäft, wie Tankstellenausrüstung, Telematik, Automation und brachte dies separat an die Börse. Und das Neustrukturieren geht munter weiter, nachdem man für $21,4 Mrd. das Biopharma-Geschäft von General Electric [WKN: 851144] übernommen hat (die Sparte heißt zukünftig Cytiva), möchte man sich nun von der Dental-Sparte trennen.

Freitag, 15. November 2019

Portfoliocheck: Tom Russo profitiert von Buffetts Renaissance - und der von Apple

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 61. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von gut 15% einbrachte.

Russo ist fast immer voll investiert und als Anhänger des Focus Investing setzt auf einige wenige Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben ("Moat"). Dabei bevorzugt er die Schwächen und Vorlieben der Menschen und investiert gerne in defensive Konsumwerte, Luxusgüter, Spirituosen.

Auch im dritten Quartal 2019 war Tom Russo nur mäßig aktiv und es gab kaum Bewegung in seinem Depot. Nach Mastercard hat Russo am meisten Geld in Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway investiert und das hat weitergehende Gründe als seine Verehrung für den wohl besten Investor aller Zeiten und dessen Vorliebe für Apple...

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Berkshire Hathaway und Mastercard befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

An der Börse kriegt man nichts geschenkt. Auch Gratisaktien nicht!

Wenn Unternehmen ihre Aktien splitten, hat dies real keine Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens; dieser verteilt sich nur auf mehr Anteile und dem entsprechend ist jeder dieser Anteile weniger wert. Dennoch erfreut sich die Ausgabe von Berichtigungsaktien (auch Gratisaktien genannt) bei Unternehmen als auch bei Anlegern großer Beliebtheit. Vor allem in den USA. Aber auch zunehmend in Deutschland, wo sich manche Kritiker (ungern) an den Hype am Neuen Markt erinnern, als den damals rasanten Kursanstiegen sehr schnell Aktiensplits folgten, um die Aktien optisch wieder "billiger" zu machen.  Und viele Anleger dachten, dass eine Aktie, die zuvor von 20 auf 100 DM gestiegen und nach dem Split wieder für 20 DM zu bekommen war, erneut auf 100 DM steigen würde. Oder gar müsste. Eine geradezu wundersame Geldvermehrung also, wie bei einem Schneeballsystem. Dabei sind Aktiensplits weder Zaubermittel noch Teufelszeug...

Donnerstag, 14. November 2019

Christopher H. Browne rät, auf Insider-Käufe zu achten. Aber welchen Informationswert bieten Insider-Trades wirklich?

Allgemein nimmt man an, Insider hätten einen besseren Durchblick bei ihrem Unternehmen als Außenstehende. Und bzgl. des Vorstands sollte man sogar darauf hoffen! Wenn nun diese Insider, also Vorstände oder Aufsichtsräte und ihre engen Familienmitglieder, Aktien des eigenen Unternehmens handeln, sollte man hellhörig werden. Denn dahinter kann mehr stecken, als die bloße Entscheidung eines Anlegers. Muss aber nicht...

Mittwoch, 13. November 2019

Die beiden letzten Zukäufe eröffnen MBB ganz neue Perspektiven. Auch (für) Aumann...

Die Inhaber geführte Industrieholding MBB ist eine wahre Erfolgsstory, die ich bereits seit 2012 als Aktionär und hier im Blog begleite. Der Glanz hat in den letzten anderthalb Jahren allerdings reichlich Patina angesetzt, denn nach dem durchschlagenden Erfolg mit der Automotive-Tochter Aumann zog die Krise in der Automobil- und Zuliefererindustrie auch Aumann und in deren Folge MBB mit in den Keller. Sowohl im operativen Geschäft als auch hinsichtlich des Aktienkurses.

Aumann ist aussichtsreich im Bereich der E-Mobilität positioniert, aber die Wachstumsraten und Gewinne dieser Sparte reichen (noch) nicht aus, um die Tristesse im klassischen Bereich abzufangen oder gar zu kompensieren. Bei allen Fortschritten ist und bleibt Aumann daher auch eine Wette auf eine nachhaltige Erholung im Automobilsektor.

MBB hat den heftigen Kursrückgang bei Aumann nicht zum Wiederaufstocken seiner Position genutzt (38%), sondern hat zuletzt zwei große Zukäufe in einem völlig anderen Segment vermeldet, das nicht nur aussichtsreich erscheint, sondern MBB ganz neue Möglichkeiten verschafft. Auch in Bezug auf Aumann...

Dienstag, 12. November 2019

Godewind Immoblien übertrifft sich selbst. Und keiner merkt's...

Godewind Immobilien, Spezialist für deutsche Büroimmobilien, sah anfangs nicht nach einer Erfolgsstory aus, auch wenn die Voraussetzungen recht günstig schienen. Das Duo Karl Ehlerding und Stavros Efremidis hatte sich nach der Kommunalen Wohnen AG und der WCM 3.0 erneut zusammengefunden, um einen weiteren Milliarden schweren Immobilienkonzern aus dem Nichts aufzubauen und hatten im Rahmen eines IPOs €375 Mio. in einem vormals leeren Aktienmantel eingesammelt: die Godewind Immobilien AG war geboren. Doch dann folgten holprige Börsenmonate um im Schlussquartal 2018 sackte der Börsenkurs vom Emissionspreis €4 auf unter €3 ab. Anfang 2019 sah ich die Chance gekommen und stieg bei Godewind ein. Ausführlich ist es hier nachzulesen: "Godewind: WCM re-reloadad oder Karl Ehlerdings nächster (genialer?) Immobilienstreich".

Meine ursprüngliche Frage kann man heute klar beantworten, denn Godewind hat auf die großen Ankündigungen noch größere Taten folgen lassen und der Aktienkurs hat sich wieder auf deutlich über €4 erholt. Das Plus seit Jahresanfang summiert sich auf fast 50%. Völlig zu Recht, wie die gerade vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal eindrucksvoll belegen. Doch was zwischen den Zahlen steht, das scheint der Markt übersehen zu haben. Noch!?

Montag, 11. November 2019

Mutares: Lohnt der Sanierungsexperte (doch wieder) einen zweiten Blick?

Mit Mutares verbindet mich als Aktionär eine wechselhafte Beziehung. Vor drei Jahren stieg ich bei €11 ein und begleitete das Unternehmen etwas mehr als ein Jahr. Nur. Denn eigentlich investiere ich langfristig in ausgesuchte Unternehmen, doch bei Mutares hatte sich vieles schlechter entwickelt als gedacht. Und so entschied ich mich Anfang 2018, dem Unternehmen den Rücken zu kehren - die erzielte Rendite von 78% war mehr als erfreulich und ich denke, die darauf folgende Entwicklung über die letzten anderthalb Jahre hat mir weitgehend Recht gegeben mit meiner ziemlich pessimistischen Einschätzung.

Doch nun bin ich wieder bei der Mutares SE & Co. KGaA investiert. Und das, obwohl nicht alle meine früheren Kritikpunkte restlos ausgemerzt sind; doch das Unternehmen und sein Management haben deutliche Fortschritte in mehreren Bereichen erzielt und angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten sich für einen Sanierungsexperten momentan interessante Perspektiven. Daher erscheint mir Mutares auf dem gegenwärtigen Kursniveau und wieder aussichtsreich (genug) zu sein. Trotz einiger Stolpersteine...

Börsenweisheit der Woche 45/2019

"Anleger sollten peinlich genau darauf achten, nicht die meisten, sondern die besten Aktien zu halten. Bei Aktien kann Masse niemals mehr als schwacher Ersatz für Klasse sein."
(Philip A. Fisher)

Samstag, 9. November 2019

Risikovermeidung geht vor Renditemaximierung: Benjamin Grahams sieben Kriterien für erfolgreiches Investieren

Benjamin Graham war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor. Er gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value Investing.

Geprägt von ruinierenden Kursverlusten während der Weltwirtschaftskrise stand für Graham zeitlebens immer der Kapitalerhalt und das Minimieren von Risiken an erster Stelle noch vor dem Erzielen einer Rendite. Wenn man bedenkt, dass nur etwas mehr als die Hälfte aller Investments auch positive Resultate erzielen, dann führt das Vermeiden von größeren Verlusten fast zwangsläufig zu überdurchschnittlichen Renditen.
»Wenn die Verluste minimiert werden, erzeugen durchschnittliche Gewinne überdurchschnittliche Ergebnisse.«
(Benjamin Graham)
Die Risiken zu begrenzen und ausschließlich auf sichere Investments zu setzen, darin wurde Benjamin Graham zum Experten. Der Lehrer und Mentor Warren Buffetts veröffentlichte 1934 gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel der Value Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis". Hierin benannte Graham die sieben Kriterien für erfolgreiches Investieren für den privaten Investor.

Freitag, 8. November 2019

Portfoliocheck: Zahlt sich Andreas Halvorsens "big Bet" auf Adaptive Biotechnologies aus?

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 60. Portfoliocheck schaue ich Andreas Halvorsen ins Depot, einem der sog. Tigerwelpen (Tiger Cups). Diese Bezeichnung geht zurück auf den legendären Hedgefonds-Manager Julian Robertson, der mit einem durchschnittlichen ROI von über 30% seiner Tiger Management Group zu den erfolgreichsten Fondsmanagern des letzten Jahrhunderts gehört. Und die Performance von Halvorsens Viking Global Fonds mit durchschnittlichen 20% über die letzten 19 Jahre ist ebenfalls überragend.

Im zweiten Quartal hat Andreas Halvorsen sein Portfolio kräftig umgekrempelt und brachte es auf eine Turnoverrate von 49%. Amazon und Facebook stockte er wieder massiv auf, während er Alibaba und VISA inzwischen beinahe komplett aussortierte. Den größten Eindruck auf sein Portfolio machte jedoch Neueinsteiger Adaptive Biotechnologies, der sich nach seinem erfolgreichen IPO gleich an die Spitze von Halvorsens Depots katapultierte - und wo Halvorsen mit mehr als 30% größter Aktionär ist.

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon und Facebook befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 6. November 2019

Showdown bei Wirecard? Bläst Goldman Sachs jetzt zum Angriff auf die Shortseller?

Schon mehrmals gab es in den letzten Jahren Shortattacken gegen den deutschen Zahlungsabwickler Wirecard, die von negativen "Enthüllungsberichten" der Financial Times los getreten und von Shortsellern dankend aufgegriffen wurden. Es stehen sogar Anschuldigungen im Raum, Shortseller hätten vor der Veröffentlichung von Artikeln von diesen Kenntnis erhalten - die Anschuldigungen, Enthüllungen, Vorwürfe in beide Richtungen blieben bisher weitgehend unbelegt.

Nun weist der DAX-Konzern eine signifikante Short-Quote von inzwischen 15,8% aller Aktien auf und nicht wenige der Meldungen erfolgten nach dem jüngsten Kurseinbruch - und das ist ja nur so zu interpretieren, dass die Shortseller auf unterhalb von €120 weiteres signifikantes Abwärtspotenzial sehen. Die Analysten sind überwiegend positiv gestimmt mit Kurszielen deutlich über dem aktuellen Kurs. Baader und Goldman Sachs stechen hier mit Kurszielen von €230 deutlich bullish heraus und gerade Goldman ist jetzt hervorzuheben, denn die lassen den Worten auch Taten folgen. Und das möglicherweise mit ernsten Folgen - für die Shorties...

Andere Ansichten zu Arista Networks und wie es nach dem Kursrutsch weiter geht

Der Netzwerkausrüster Arista Networks hatte jüngst überragende Geschäftszahlen für das dritte Quartal abgeliefert und sämtliche Erwartungen übertroffen. Der Ausblick auf das vierte Quartal überraschte dann extrem negativ und auch die Perspektiven bis ins Jahr 2021 hinein wurden deutlich reduziert, woraufhin der Kurs um 25% abschmierte - und ich mich von meinem Arista-Bestand bis auf Weiteres verabschiedet habe.

Heute hat nun Stefan Waldhauser vom High-Tech Stock Picking-Wiki seine sehr informative Einschätzung zu Arista Networks abgegeben, die sich sich weitgehend mit meinen Überlegungen deckt - aber eben nicht in allen Bereichen...

Montag, 4. November 2019

Portfoliocheck: Costco Wholesale lässt auch Joel Greenblatts Konsumträume wahr werden

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 59. Portfoliocheck blicke ich Joel Greenblatt über die Schulter. Er ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine „Börsenzauberformel“. Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40% und verwaltet heute mehr als sechs Milliarden Dollar.

Greenblatt diversifiziert breit und im zweiten Quartal 2019 hatte Gotham Capital 1.115 Werte mit einem Gesamtwert von $6,27 Mrd. im Portfolio, darunter 204 Neuaufnahmen. Seine Turnover-Rate lag bei aktiven 29%. Dabei setzt er u.a. auf spezielle Konsumwerte, wie Costco Wholesale, eines von Charlie Mungers Lieblingsunternehmen, aber auch auf Billiganbieter wie Dollar General und neuerdings Dollar Tree...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Costco befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 44/2019

"In meiner Anfangszeit freute ich mich, wenn die Märkte stiegen. Dann las ich Ben Grahams „The Intelligent Investor“ und in Kapitel 8 geht es darum, wie Anleger Schwankungen der Aktienkurse betrachten sollten. Seitdem sind niedrige Preise mein Freund. Dieses Buch auszuwählen war der glücklichste Moment in meinem Leben."
(Warren Buffett)

Samstag, 2. November 2019

Arista Networks: Das war's ja dann wohl erstmal...

Arista Networks ist ein Netzwerkausrüster und setzt mit seinen leistungsfähigen Hochgeschwindigkeits-Netzwerk-Switches vor allem auf Cloud-Anwendungen und Echtzeit-Computing. Hier hat man Platzhirsch Cisco Systems jahrelang die Butter vom Brot nehmen können und enorme Wachstumsraten hingelegt - profitables Wachstum wohlgemerkt.

Nun hat Arista starke Quartalszahlen hingelegt, aber mit seinen Aussagen zu einem zu erwartenden heftigen Einbruch im vierten Quartal die Anleger in Panik versetzt und den Aktienkurs um 25% in die Tiefe rauschen lassen. Aber ist das schon das Ende des Elends?