Freitag, 15. November 2019

Portfoliocheck: Tom Russo profitiert von Buffetts Renaissance - und der von Apple

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 61. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von gut 15% einbrachte.

Russo ist fast immer voll investiert und als Anhänger des Focus Investing setzt auf einige wenige Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben ("Moat"). Dabei bevorzugt er die Schwächen und Vorlieben der Menschen und investiert gerne in defensive Konsumwerte, Luxusgüter, Spirituosen.

Auch im dritten Quartal 2019 war Tom Russo nur mäßig aktiv und es gab kaum Bewegung in seinem Depot. Nach Mastercard hat Russo am meisten Geld in Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway investiert und das hat weitergehende Gründe als seine Verehrung für den wohl besten Investor aller Zeiten und dessen Vorliebe für Apple...

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Disclaimer
Berkshire Hathaway und Mastercard befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

An der Börse kriegt man nichts geschenkt. Auch Gratisaktien nicht!

Wenn Unternehmen ihre Aktien splitten, hat dies real keine Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens; dieser verteilt sich nur auf mehr Anteile und dem entsprechend ist jeder dieser Anteile weniger wert. Dennoch erfreut sich die Ausgabe von Berichtigungsaktien (auch Gratisaktien genannt) bei Unternehmen als auch bei Anlegern großer Beliebtheit. Vor allem in den USA. Aber auch zunehmend in Deutschland, wo sich manche Kritiker (ungern) an den Hype am Neuen Markt erinnern, als den damals rasanten Kursanstiegen sehr schnell Aktiensplits folgten, um die Aktien optisch wieder "billiger" zu machen.  Und viele Anleger dachten, dass eine Aktie, die zuvor von 20 auf 100 DM gestiegen und nach dem Split wieder für 20 DM zu bekommen war, erneut auf 100 DM steigen würde. Oder gar müsste. Eine geradezu wundersame Geldvermehrung also, wie bei einem Schneeballsystem. Dabei sind Aktiensplits weder Zaubermittel noch Teufelszeug...

Donnerstag, 14. November 2019

Christopher H. Browne rät, auf Insider-Käufe zu achten. Aber welchen Informationswert bieten Insider-Trades wirklich?

Allgemein nimmt man an, Insider hätten einen besseren Durchblick bei ihrem Unternehmen als Außenstehende. Und bzgl. des Vorstands sollte man sogar darauf hoffen! Wenn nun diese Insider, also Vorstände oder Aufsichtsräte und ihre engen Familienmitglieder, Aktien des eigenen Unternehmens handeln, sollte man hellhörig werden. Denn dahinter kann mehr stecken, als die bloße Entscheidung eines Anlegers. Muss aber nicht...

Mittwoch, 13. November 2019

Die beiden letzten Zukäufe eröffnen MBB ganz neue Perspektiven. Auch (für) Aumann...

Die Inhaber geführte Industrieholding MBB ist eine wahre Erfolgsstory, die ich bereits seit 2012 als Aktionär und hier im Blog begleite. Der Glanz hat in den letzten anderthalb Jahren allerdings reichlich Patina angesetzt, denn nach dem durchschlagenden Erfolg mit der Automotive-Tochter Aumann zog die Krise in der Automobil- und Zuliefererindustrie auch Aumann und in deren Folge MBB mit in den Keller. Sowohl im operativen Geschäft als auch hinsichtlich des Aktienkurses.

Aumann ist aussichtsreich im Bereich der E-Mobilität positioniert, aber die Wachstumsraten und Gewinne dieser Sparte reichen (noch) nicht aus, um die Tristesse im klassischen Bereich abzufangen oder gar zu kompensieren. Bei allen Fortschritten ist und bleibt Aumann daher auch eine Wette auf eine nachhaltige Erholung im Automobilsektor.

MBB hat den heftigen Kursrückgang bei Aumann nicht zum Wiederaufstocken seiner Position genutzt (38%), sondern hat zuletzt zwei große Zukäufe in einem völlig anderen Segment vermeldet, das nicht nur aussichtsreich erscheint, sondern MBB ganz neue Möglichkeiten verschafft. Auch in Bezug auf Aumann...

Dienstag, 12. November 2019

Godewind Immoblien übertrifft sich selbst. Und keiner merkt's...

Godewind Immobilien, Spezialist für deutsche Büroimmobilien, sah anfangs nicht nach einer Erfolgsstory aus, auch wenn die Voraussetzungen recht günstig schienen. Das Duo Karl Ehlerding und Stavros Efremidis hatte sich nach der Kommunalen Wohnen AG und der WCM 3.0 erneut zusammengefunden, um einen weiteren Milliarden schweren Immobilienkonzern aus dem Nichts aufzubauen und hatten im Rahmen eines IPOs €375 Mio. in einem vormals leeren Aktienmantel eingesammelt: die Godewind Immobilien AG war geboren. Doch dann folgten holprige Börsenmonate um im Schlussquartal 2018 sackte der Börsenkurs vom Emissionspreis €4 auf unter €3 ab. Anfang 2019 sah ich die Chance gekommen und stieg bei Godewind ein. Ausführlich ist es hier nachzulesen: "Godewind: WCM re-reloadad oder Karl Ehlerdings nächster (genialer?) Immobilienstreich".

Meine ursprüngliche Frage kann man heute klar beantworten, denn Godewind hat auf die großen Ankündigungen noch größere Taten folgen lassen und der Aktienkurs hat sich wieder auf deutlich über €4 erholt. Das Plus seit Jahresanfang summiert sich auf fast 50%. Völlig zu Recht, wie die gerade vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal eindrucksvoll belegen. Doch was zwischen den Zahlen steht, das scheint der Markt übersehen zu haben. Noch!?

Montag, 11. November 2019

Mutares: Lohnt der Sanierungsexperte (doch wieder) einen zweiten Blick?

Mit Mutares verbindet mich als Aktionär eine wechselhafte Beziehung. Vor drei Jahren stieg ich bei €11 ein und begleitete das Unternehmen etwas mehr als ein Jahr. Nur. Denn eigentlich investiere ich langfristig in ausgesuchte Unternehmen, doch bei Mutares hatte sich vieles schlechter entwickelt als gedacht. Und so entschied ich mich Anfang 2018, dem Unternehmen den Rücken zu kehren - die erzielte Rendite von 78% war mehr als erfreulich und ich denke, die darauf folgende Entwicklung über die letzten anderthalb Jahre hat mir weitgehend Recht gegeben mit meiner ziemlich pessimistischen Einschätzung.

Doch nun bin ich wieder bei der Mutares SE & Co. KGaA investiert. Und das, obwohl nicht alle meine früheren Kritikpunkte restlos ausgemerzt sind; doch das Unternehmen und sein Management haben deutliche Fortschritte in mehreren Bereichen erzielt und angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten sich für einen Sanierungsexperten momentan interessante Perspektiven. Daher erscheint mir Mutares auf dem gegenwärtigen Kursniveau und wieder aussichtsreich (genug) zu sein. Trotz einiger Stolpersteine...

Börsenweisheit der Woche 45/2019

"Anleger sollten peinlich genau darauf achten, nicht die meisten, sondern die besten Aktien zu halten. Bei Aktien kann Masse niemals mehr als schwacher Ersatz für Klasse sein."
(Philip A. Fisher)

Samstag, 9. November 2019

Risikovermeidung geht vor Renditemaximierung: Benjamin Grahams sieben Kriterien für erfolgreiches Investieren

Benjamin Graham war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor. Er gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value Investing.

Geprägt von ruinierenden Kursverlusten während der Weltwirtschaftskrise stand für Graham zeitlebens immer der Kapitalerhalt und das Minimieren von Risiken an erster Stelle noch vor dem Erzielen einer Rendite. Wenn man bedenkt, dass nur etwas mehr als die Hälfte aller Investments auch positive Resultate erzielen, dann führt das Vermeiden von größeren Verlusten fast zwangsläufig zu überdurchschnittlichen Renditen.

»Wenn die Verluste minimiert werden, erzeugen durchschnittliche Gewinne überdurchschnittliche Ergebnisse.«
(Benjamin Graham)

Die Risiken zu begrenzen und ausschließlich auf sichere Investments zu setzen, darin wurde Benjamin Graham zum Experten. Der Lehrer und Mentor Warren Buffetts veröffentlichte 1934 gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel der Value Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis". Hierin benannte Graham die sieben Kriterien für erfolgreiches Investieren für den privaten Investor.

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste




















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 8. November 2019

Portfoliocheck: Zahlt sich Andreas Halvorsens "big Bet" auf Adaptive Biotechnologies aus?

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 60. Portfoliocheck schaue ich Andreas Halvorsen ins Depot, einem der sog. Tigerwelpen (Tiger Cups). Diese Bezeichnung geht zurück auf den legendären Hedgefonds-Manager Julian Robertson, der mit einem durchschnittlichen ROI von über 30% seiner Tiger Management Group zu den erfolgreichsten Fondsmanagern des letzten Jahrhunderts gehört. Und die Performance von Halvorsens Viking Global Fonds mit durchschnittlichen 20% über die letzten 19 Jahre ist ebenfalls überragend.

Im zweiten Quartal hat Andreas Halvorsen sein Portfolio kräftig umgekrempelt und brachte es auf eine Turnoverrate von 49%. Amazon und Facebook stockte er wieder massiv auf, während er Alibaba und VISA inzwischen beinahe komplett aussortierte. Den größten Eindruck auf sein Portfolio machte jedoch Neueinsteiger Adaptive Biotechnologies, der sich nach seinem erfolgreichen IPO gleich an die Spitze von Halvorsens Depots katapultierte - und wo Halvorsen mit mehr als 30% größter Aktionär ist.

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Disclaimer
Amazon und Facebook befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 6. November 2019

Showdown bei Wirecard? Bläst Goldman Sachs jetzt zum Angriff auf die Shortseller?

Schon mehrmals gab es in den letzten Jahren Shortattacken gegen den deutschen Zahlungsabwickler Wirecard, die von negativen "Enthüllungsberichten" der Financial Times los getreten und von Shortsellern dankend aufgegriffen wurden. Es stehen sogar Anschuldigungen im Raum, Shortseller hätte vor der Veröffentlichung weiterer FT-Artikel von diesen Kenntnis erhalten - die Anschuldigungen, Enthüllungen, Vorwürfe in beide Richtungen sind bisher weitgehend unbelegt geblieben.

Nun weist der DAX-Konzern eine signifikante Short-Quote von inzwischen 15,8% aller Aktien auf und nicht wenige der Meldungen erfolgten nach dem jüngsten Kurseinbruch - und das ist ja nur so zu interpretieren, dass die Shortseller auf unterhalb von €120 weiteres signifikantes Abwärtspotenzial sehen. Die Analysten sind überwiegend positiv gestimmt mit Kurszielen deutlich über dem aktuellen Kurs. Baader und Goldman Sachs stechen hier mit Kurszielen von €230 deutlich bullish heraus und gerade Goldman ist jetzt hervorzuheben, denn die lassen den Worten auch Taten folgen. Und das möglicherweise mit ernsten Folgen - für die Shorties...

Andere Ansichten zu Arista Networks und wie es nach dem Kursrutsch weiter geht

Der Netzwerkausrüster Arista Networks hatte jüngst überragende Geschäftszahlen für das dritte Quartal abgeliefert und sämtliche Erwartungen übertroffen. Der Ausblick auf das vierte Quartal überraschte dann extrem negativ und auch die Perspektiven bis ins Jahr 2021 hinein wurden deutlich reduziert, woraufhin der Kurs um 25% abschmierte - und ich mich von meinem Arista-Bestand bis auf Weiteres verabschiedet habe.

Heute hat nun Stefan Waldhauser vom High-Tech Stock Picking-Wiki seine sehr informative Einschätzung zu Arista Networks abgegeben, die sich sich weitgehend mit meinen Überlegungen deckt - aber eben nicht in allen Bereichen...

Montag, 4. November 2019

Portfoliocheck: Costco Wholesale lässt auch Joel Greenblatts Konsumträume wahr werden

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 59. Portfoliocheck blicke ich Joel Greenblatt über die Schulter. Er ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine „Börsenzauberformel“. Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40% und verwaltet heute mehr als sechs Milliarden Dollar.

Greenblatt diversifiziert breit und im zweiten Quartal 2019 hatte Gotham Capital 1.115 Werte mit einem Gesamtwert von $6,27 Mrd. im Portfolio, darunter 204 Neuaufnahmen. Seine Turnover-Rate lag bei aktiven 29%. Dabei setzt er u.a. auf spezielle Konsumwerte, wie Costco Wholesale, eines von Charlie Mungers Lieblingsunternehmen, aber auch auf Billiganbieter wie Dollar General und neuerdings Dollar Tree...

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Disclaimer
Costco befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Börsenweisheit der Woche 44/2019

"In meiner Anfangszeit freute ich mich, wenn die Märkte stiegen. Dann las ich Ben Grahams „The Intelligent Investor“ und in Kapitel 8 geht es darum, wie Anleger Schwankungen der Aktienkurse betrachten sollten. Seitdem sind niedrige Preise mein Freund. Dieses Buch auszuwählen war der glücklichste Moment in meinem Leben."
(Warren Buffett)

Samstag, 2. November 2019

Arista Networks: Das war's ja dann wohl erstmal...

Arista Networks ist ein Netzwerkausrüster und setzt mit seinen leistungsfähigen Hochgeschwindigkeits-Netzwerk-Switches vor allem auf Cloud-Anwendungen und Echtzeit-Computing. Hier hat man Platzhirsch Cisco Systems jahrelang die Butter vom Brot nehmen können und enorme Wachstumsraten hingelegt - profitables Wachstum wohlgemerkt.

Nun hat Arista starke Quartalszahlen hingelegt, aber mit seinen Aussagen zu einem zu erwartenden heftigen Einbruch im vierten Quartal die Anleger in Panik versetzt und den Aktienkurs um 25% in die Tiefe rauschen lassen. Aber ist das schon das Ende des Elends?