Montag, 9. Dezember 2019

Mein Lese-Tipp: "Aktien für die Ewigkeit" von Jeremy Siegel

Über "Stocks For The Long Run" von Jeremy J. Siegel, wie "Aktien für die Ewigkeit" im Original heißt, schreibt die Washington Post, es sei eines der 10 besten Investmentbücher aller Zeiten". Inzwischen liegt es in der 5. Auflage vor und anders als oft üblich wurden nicht nur ein paar Kommata anders gesetzt und einige Rechtschreibfehler korrigiert, sondern Siegel schreibt sein Werk konsequent fort und bindet neue Erkenntnisse und empirische Daten mit ein.

Jeremy Siegel ist Professor an der Wharton School und Kolumnist für das Wall Street Journal, Barron's und die Financial Times. Darüber hinaus ist er Senior Investment Strategy Advisor bei Wisdom Tree Investments. Er kennt das Investieren sowohl aus der theoretischen Sicht als Professor, als auch als Praktiker und Investor. Sein Buch kann ohne Zweifel als Standardwerk bezeichnet werden und weist den Weg für die richtige Portfoliostrategie und kontinuierliche Renditen...

Der Ansatz des Buches ist bekannt von Sir Arthur Conan Doyles Ermittler "Sherlock Holmes". Dessen Überzeugung war: "Wenn Du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist". Und auch Jeremy Siegel kommt gewissermaßen über das Ausschlussverfahren zum Ziel, zur erfolgversprechendsten Anlagephilosophie.

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Zunächst beleuchtet er die Geschichte der Börse, genauer gesagt die Aktienrenditen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dabei setzt er die historischen Fakten in den Kontrast zur medialen Fiktion. Mit interessanten Ergebnissen. Obwohl wir wissen, dass negative Schlagzeilen die Menschen viel stärker interessieren und emotional aufwühlen, ignorieren wir gerne, wie sie uns selbst beeinflussen, uns eine negative Sicht auf die Entwicklungen geben. Die objektiv betrachtet aber zumeist deutlich positiver verlaufen sind.

So ist es auch mit den Börsencrashs. Sie belasten die Menschen emotional extrem, weil sie Existenzängste so real, so greifbar machen, und sie verankern sich deshalb viel stärker in unseren Erinnerungen als Erfolge und erzielte Kursgewinne. Daber sind Crash-Phasen zumeist vergleichsweise kurze Episoden und die Kurseinbrüche werden fast immer in relativ kurzer Zeit wieder aufgeholt.

Siegel widmet sich ausgiebig der großen Finanzkrise von 2008 und beleuchtet ihre Ursachen und die begangenen Fehler der wichtigsten Akteure. Er macht die Geschehnisse greifbar, erlebbar, real, und es gelingt ihm, den Leser in diese Zeit mitzunehmen und ihm das Gefühl zu geben, als würden die Ereignisse gerade jetzt geschehen. Auch die Fehlentscheidungen werden begründet und in den kausalen Zusammenhang der damaligen Ereignisse gestellt, so dass Siegels Blick alles andere als der eines zurückblickenden Klugscheißers ist, der über andere urteilt, weil er das (für diese zukünftige und nicht unbedingt absehbare) Ergebnis kennt. Doch Siegel blickt auch nach vorne und widmet sich der Frage, wie die Aktienmärkte von der alternden Gesellschaft tangiert werden.

Im zweiten Teil des Buches folgt "das Urteil der Geschichte". Hier geht Siegel auf die historischen Aktienrenditen ein und zieht Vergleiche mit anderen Anlageformen. Darüber hinaus gibt er dem Thema Risiko der Aktienanlage angemessenen Raum und beleuchtet den Gedanken des Shareholder Values und von Dividenden für die Aktienkursentwicklung.

Der dritte Teil seines Buches ist dem wirtschaftlichen Umfeld gewidmet, das die Unternehmen und ihre Aktienkurse beeinflusst. Gold, Geld und Inflation gehören dazu und dem entsprechend die Politik der Notenbanken, aber auch Konjunkturzyklen und weltbewegende Ereignisse.

Anschließend nimmt Siegel die kurzfristigen Aktienschwankungen genauer unter die Lupe und geht auf die Marktvolatilität ein, auch gerade während der Crashs 1987 oder während des Flash-Crashs am 6. Mai 2010. Dabei widmet er ein ganzes Kapital den Exchange Traded Funds (ETFs), Aktienindex-Futures und Optionen und streift auch die technische Analyse und Trendfolgestrategien. Nachdem kalendarische Besonderheiten beleuchtet wurden, als Teil der statistischen Analyse, kommt Siegel auf das noch relativ neue Feld der "Behavioral Finance" und die Psyochologie des Investierens zu sprechen.

Am Ende des Buches wurden dem Leser umfassend die wesentlichen Aspekte des Investierens präsentiert und ihre Vor- und Nachteile, ihre Stärken und Schwächen dargelegt. Doch dabei belässt es Siegel nicht, sondern widmet den Schlussakkord seines Buches der entscheidenden Frage: dem Vermögensaufbau mit Aktien und der Strukturierung eines Portfolios für langfristigen Wachstum.

Meine Einschätzung

Dieses Buch ist jeden einzelnen Euro wert! Es ist ein Muss für jeden Anleger, der sein Geld in Aktien investieren und überdurchschnittliche Renditen erzielen will. Dieses Buch ist einen Art Aktienbibel, die Aussagen werden mit historischen und empirischen Daten unterfüttert und die Erkenntnisse sind plausibel und nachvollziehbar. Der Leser wird auf eine Reise mitgenommen, die ihm das Wesen der Aktienmarktes und des Investierens anschaulich nahe bringt und ihm am Ende zwangsläufig die beste Art zu Investieren offen legt. Siegels eigene Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse für die praktische Umsetzung hätte es fast nicht mehr gebraucht, der Leser hat diese Erkenntnisse Seite für Seite aufgesogen. Ich habe selten ein Börsenbuch gelesen, das seinen Lesern so viel Mehrwert bietet.

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Titel: "Aktien für die Ewigkeit"
Autoren: Jeremy J. Siegel
Seiten: 400, Gebundenes Buch
Verlag: FinanzBuch Verlag
Auflage: 5 (12. September 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898799786
Neupreis: 49,99 Euro

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