Freitag, 4. Dezember 2020

Dividendenwachstum: American Tower erhöht schon wieder die Quartalsausschüttung

American Tower hat es schon wieder getan: der Tower-REIT erhöht seien Quartalsdividende und wird seinem Ruf als Dividendenwachstumswert gerecht.

Konkret erhalten die Aktionäre am 2. Februar 2021 $1,21 je Aktie gutgeschrieben und damit 7 US-Cents bzw. 6,0% mehr als zuletzt; Record-Day ist der 28.12.2020.

In absoluten Zahlen betrachtet kann das Unternehmen mit einer auf das Jahr hochgerechneten Ausschüttung von $4,84 nicht für Aufsehen sorgen, denn hieraus ergäbe sich eine aktuelle Dividendenrendite von 2,15%. Allerdings passt American Tower seine Dividende schon seit langer Zeit in jedem Quartal nach oben an und unter der Annahme, dass dieses Muster beibehalten wird, würde sich die Dividendenrendite beim heutigen Kauf der Aktien auf Jahressicht noch erhöhen.

Disclaimer: Habe American Tower auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

Kommentare:

  1. Hallo Micheal, was hältst Du von Data Center REITs als Ergänzung zum American Tower? Die kombiniert ja auch - ähnlich wie American Tower - eine Immo und eine Technologie Komponente.

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    1. Ich hatte die Frage kürzlich mal andernorts beantwortet und wiederhole mich daher hier "nur", okay?

      Ich bin bei Data Center REITs (Digital Reality, Equinix) letztlich Peter Lynchs Rat gefolgt, der sagte: "Wenn Sie in eine Firma investieren wollen, sollten Sie in der Lage sein zu erklären, warum. Und zwar in einer einfachen Sprache, die ein Fünftklässler verstehen könnte, und schnell genug, damit der Fünftklässler sich nicht langweilt."

      Eigentlich klingt das Geschäftsmodell auf den ersten Blick sehr erfolgversprechend: die Cloudnachfrage boomt, Digital Reality stellt die Immobilien für die Cloudfarmen zur Verfügung. Aber... es ist eben mehr als nur Steine und Boden. Es geht auch um die digitale Infrastruktur in den Gebäuden und immer, wenn ich mir das angesehen habe und versucht habe, das zu verstehen, die Chancen und vor allem die Risiken, bin ich gescheitert. Ich habe nicht wirklich verstanden, was die genau machen, wie die genau ihr Geld verdienen, was sie den Cloudbetreibern an Leistungen anbieten und was diese selbst übernehmen.

      Und gemäß Lynchs Ratschlag habe ich die Finger davon gelassen und investiere lieber in Bereichen, die ich eher/besser verstehe und weiß, was die Unternehmen tun und wie sie ihr Geld verdienen.

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  2. Hallo Michael, wie bewertest du die "Gefahr" das Mobilfunknetz könnte in Zukunft von Satelliten gestellt werden und den Burggraben von AMT gefährden?

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    1. Als Vodafone vor 20 Jahren in Deutschland zuschlug und Mannesmann ("D2") übernahm, verkauften sie danach einen Teil wieder. Vodafone war ausschließlich am zweitgrößten Mobilfunknetz- und betreiber D2 interessiert und die Festnetzsparte Arcor wurde verscherbelt. Der Gedanke war, dass man kein Festnetz braucht, weil man ja Mobilfunkanbieter ist. Tja, irgendwann erkannte man, dass es den Daten egal ist, wie sie übertragen werden. Alle Anbieter setzten auf eine Kombination aus Mobilfunk, Kabelfernsehnetz und Festnetz. Es war klar, dass Handys/Smartphones eine Mobilfunksendestation brauchen, mit der sie kommunizieren können. Aber ob die Daten von da an über Funk an weitere Sendestationen (Masten) weitergegeben werden, oder vom Mobilfunkmast ins Glasfaserkabelnetz eingespeist werden, ist unerheblich. Ne, sogar besser, wenn beides vorhanden ist. Denn ist das eine Netz gerade an der Überlastungsgrenze, kann man die Daten über das anderen Netz trotzdem weiterleiten.

      Mit Satelliten sehe ich es genauso: die werden eine Ergänzung sein, kein vollständiger Ersatz.

      Sieht man auf 5G dann ist das Thema Latenz entscheidend, also kleinere Funkzellen, die eine schnellere Kommunikation ermöglichen. Wenn sich z.B. die Anwendung autonomes Fahren durchsetzt, dann kann dies nur funktionieren, wenn es ein lückenloses Netz gibt. Gerade in Großstädten stehen da aber viele Hindernisse im Weg, Häuser/Bauwerke aus Stahl und Beton. Je weiter Weg ein Sendemast, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Empfängergerät erreicht. Also muss es eine Vielzahl von Sende- und Empfangsstationen geben, um überall und zu jeder Zeit eine flächendeckende Netzabdeckung zu gewährleisten. Im Idealfall sogar überlappende Funkzellen als Sicherheit, falls ein Sende-Empfangsteil ausfällt.

      Wenn ein weltweites Satellitennetz gespannt wird, dann ist das meines Erachtens eher eine zusätzliche Netzabdeckung, aber keine vollständige Alternative. "Latenz" wird durch eine tausende Kilometer lange Verbindung in den Orbit nicht reduziert, sondern das Problem eher verstärkt. Für die Anbindung der Smartphones/Tablets an das Datennetz sind ortsnahe Sende- und Empfangsgeräte für mich unverzichtbar. Und damit Sendemasten/- stationen. Von wo aus und wie dann die Daten weitertransportiert werden, ob per Funk zum nächsten Sendemast oder über Glasfaserkabel oder via Satellit, ist dann ja eine andere Frage.

      Ein existenzielles Risiko für das Geschäftsmodell der Sendemastenbetreiber wie AMT, CCI, SBA sehe ich in den Orbit-Bestrebungen von Musk, Bezoz, Zuckerberg nicht.

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  3. Moin,

    danke für das kurze update und deine weiteren Gedanken in den Kommentaren zu AMT.
    Ich hatte es bereits in einem der vorherigen, größeren Artikel zu AMT geschrieben: AMT ist "teuer", egal ob ich oldschool bewerte oder deine cashflow-Herangehensweise wähle. Der Einstieg will also wohl überlegt sein, zumal der Kurs seit Monaten sinkt. Hier würde mich deine Markteinschätzung interessieren, denn mehrere (Tech)-Reits scheinen aktuell dieses Schicksal zu teilen.

    Ebenso ist die Verschuldung hoch, wobei ich hier deiner Argumentation folge und das ja auch bei vielen anderen Immo-Reits der Fall ist.

    Dass du ausgerechnet die Dividendenerhöhung als Update-Anlass nimmst, wundert mich damals wie heute: Eine Dividende kann gekürzt oder gestrichen werden und sollte eigentlich kein Kaufkriterium sein. Zumal die Dividende hier echt niedrig ist mit unter 2%. Selbst WENN die JEDES QUARTAL weiter um 6% erhöht werden sollte, - und dass zu glauben gibt weder der Ausblick noch die Historie Anlass - sind wir nach zwei Jahren noch immer nicht bei 3% Dividendenrendite. Schwaches Argument, wenn man die Dividende als Kaufgrund anführt, und auch ein schwacher Wert für einen Reit.

    Gekauft habe ich die Aktie damals, weil ich glaube, dass man hier noch einige Jahre einen sicheren Hafen hat. Mobilfunknetze werden mittelfristig nach wie vor gebraucht werden, und sie werden kurzfristig verstärkt gebraucht werden. Aber die Dividende ist gering, die Verschuldung und der Preis sind hoch, das sollte man bedenken.

    Besten Dank wie immer für deine Zeit und deinen Blog !

    Gruß
    Roland

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    1. REITs sind als Anlageklasse zumeist deshalb attraktiv, weil sie einen Großteil ihrer Gewinne ausschütten müssen und daher Dividendenjäger hier auf ihre Kosten kommen. Bei AMT ist das nicht der Fall, weil die das meiste Geld sofort wieder ins Wachstum investieren und Sendemasten errichten oder kleinere Tower-Firmen aufkaufen. Aus Dividendensicht ist AMT also nicht interessant - es sei denn man schaut auf die Dividendensteigerungen. Diese sind durchaus spektakulär und machen die absolut betrachtet mickrige Dividendenrendite erträglich(er). Wobei mein Fokus mehr auf dem Wachstum und den Perspektiven liegt. Und die hohe Verschuldung kratzt mich nicht (in diesem Fall), weil Zinsen billig sind und die Kreditzinsen sowie die Einnahmen, die sie "verdienen" müssen beide extrem gut planbar sind bei AMTs Business. AMTs Einnahmen fließen aus stetigen Zahlungen wie bei einer SaaS-Firma. Das ist anders als bei einem Unternehmen, das Produkte herstellt und das Risiko hat, darauf sitzen zu bleiben. Die Mobilfunkanbieter bezahlen ihre Rechnungen bei AMT. Immer. Sonst dreht AMT denen einfach den Saft ab und die Mobilfunkkunden haben keinen Empfang mehr. Die Zahlungen an AMT sind also das letzte, was T-Mobile oder Verizon nicht bezahlen würden, weil ihr Business dann sofort "tot" wäre.

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    2. Da sind wir so weit einer Meinung :>
      Wie sieht es aus mit deiner Einschätzung zum Kursverlauf? Warum wird nicht nur AMT, sondern der (Tech)-Reit-Sektor weiter abverkauft?
      Solche Bewegungen über mehrere Monate machen mir immer dann Sorgen, wenn ich sie mir nicht erklären kann - da hat man das Gefühl, etwas übersehen zu haben.

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    3. Tower- und Datacenter-REITs sind aus Corona-Perspektive weder Fisch noch Fleisch. Sie sind keine eindeutigen Corona-Profiteure, aber auch keine Corona-Loser. Grundsätzlich steigt die Nachfrage nach ihren Diensten an, aber durch Corona waren ihren wichtigsten Kunden erstmal andere Dinge wichtiger, als in Datencenter- und Cloudinfrastruktur oder 5G zu investieren. Der 5G-Aufbau verzögert sich um einige Monate und die großen Anbieter von Cloud-Hardware (Cisco, Arista) hatten mit geringerer Nachfrage seitens ihrer großen Kunden zu kämpfen. Diese etwas lethargische Phase dürfte sich nun aber ihrem Ende nähern; 5G wird zunehmend von den Kunden nachgefragt und der Netzausbau wird seitens der Carrier forciert. Und die Nachfrage nach Clouddiensten boomt ungebrochen, da sind die vorhandenen Ausbaureserven irgendwann erschöpft - entweder man baut wieder zusätzliche auf, oder man weist Kunden ab. Letzteres kann ich mir nicht vorstellen, zumal die Cloudanbieter ja genügend Geld haben (Amazon, Microsoft, Google, Alibaba, IBM). AMT wird wieder (mehr) sexy.

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  4. Hallo Michael, ich habe letzte Woche eine kleine Position in American Tower gekauft, ich schreibe also nicht, um die Investment Thesis grundsätzlich infrage zu stellen, aber wie kritisch würdest Du folgende Aspekte werten in diesem Zusammenhang?

    Einerseits steigt ja ständig die Dividende um ca 20% p.a. Andererseits sehe ich, dass die Shareholder Equity seit Jahren am Fallen ist: -2,12% (6,83Mrd) in 2017, -13,6% (5,9 Mrd) in 2018, -6,94% (5,5 Mrd) in 2019, und bisher -27,71 (!) (4,189 Mrd) in 2020.

    Darüber hinaus, sehe ich eine ROIC dauerhaft unter 11% - wenn ich mich richtig erinnere war die Empfehlung von Lynch an dieser Stelle nach ROIC > 20% zu suchen.

    Grüße
    Konstantin

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    1. AMT steckt jeden verfügbaren Dollar in weiteres Wachstum. Da die Zinsen weiter fallen, können sie alte Schulden in neue tauschen und dabei ihr Zinsergebnis verbessern bzw. für die gleiche Zinszahlung mehr Fremdkapital aufnehmen. Auf der anderen Seite muss man die Qualität der Einnahmeseite betrachten. AMT verkauft keine Schuhe, wo der Absatz einfach mal einbrechen könnte, weil das Desing nicht mehr angesagt ist oder die Leute sparen müssen. AMT vermietet den Platz, wo die Mobilfunkcarrier ihre Sende-/Empfangsstationen platzieren, ohne die sie ihren Kunden keinen Mobilfunk anbieten können. Sie können also nicht einfach die Zahlungen aussetzen! Daher sind die Einnahmen für AMT nicht nur hervorragend planbar, sondern die Erlöse sind auch weitestgehend sicher - wie bei einer Softwarefirma (SaaS). Diese höhere Qualität der Einnahmen lässt eine höhere Fremdkapitalquote zu und auch eine höhere Bewertung verglichen mit einer "normalen" Firma.

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    2. Die höheren Schulden erklären aber nicht unbedingt, warum auch das Eigenkapital gleichzeitig fällt?

      Bei Fortsetzung dieses Trends wäre in wenigen Jahren das Eigenkapital negativ.

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  5. Hallo Michael,

    die Aktie sieht jetzt wieder ganz interessant aus. Zumindest charttechnisch ist eine Umkehrbewegung zu erwarten da MACD und RSI Kaufsignale liefern. Aber die Gewinnrendite liegt nur bei ca. 2,4%
    Was meinst Du?

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