Dienstag, 12. Januar 2021

Good News bei... Steico: Starkes Wachstum, etwas ausgebremst, Prognose angehoben

Steico hat erste Ergebnisse zum vierten Quartal 2020 vorgelegt und die konnten erneut beeindrucken. Sie zeigen aber auch ein Dilemma auf, mit dem Steico zu kämpfen hat, denn das Unternehmen ist - mal wieder - an seine Wachstumsgrenzen gestoßen und muss seine Kapazitäten erweitern, um der großen Nachfrage Herr zu werden. Aber in Corona-Zeiten sind das wohl Probleme, die andere sich wünschen würden...

Konzernweit verzeichnete Steico weiterhin einen ungebrochenen Anstieg der Nachfrage; sowohl bei Holzfaser-Dämmstoffen also auch bei Konstruktionsprodukten setzte sich der positive Jahrestrend fort. Dank der dynamischen Nachfrage in den Kernmärkten, insbesondere in Deutschland, ist es Steico möglich, die Entwicklung in schwächeren Märkten wie z.B. Großbritannien mehr als zu kompensieren.

Quelle: wallstreet-online.de
Die bisherige Entwicklung lässt bereits erste Schlüsse über das Gesamtjahr 2020 zu. Auf aktuellem Buchungsstand erhöht Steico die Umsatzprognose auf rund €307 Mio. bis €308 Mio., was einem Umsatzwachstum von etwa 9,5% entspricht. Beim Ergebnis werden die bisherigen Erwartungen mit einer EBIT-Quote zwischen 10,5% und 11,5% bestätigt (in Bezug auf die Gesamtleistung). 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass es aufgrund der hohen Nachfrage bereits seit dem dritten Quartal zum Aufbau von Lieferzeiten über nahezu alle Produktgruppen kam, die über das komplette vierte Quartal 2020 andauerten und sich bis jetzt noch nicht reduziert haben. Die hohe Nachfrage brachte Steico also an die Kapazitätsgrenzen.

Der hohe Auftragsbestands und der dynamische Auftragseingang lassen eine anhaltend starke Nachfrage erwarten und entsprechend positiv blickt Steico auf das Jahr 2021. Bereits durchgeführte Kapazitätserweiterungen bei bestehenden Anlagen sowie der begonnene Aufbau neuer Produktionskapazitäten sollen dabei sicherstellen, dass sowohl kurz- wie auch langfristig der bisherige Wachstumspfad fortgeführt werden kann.

Meine Einschätzung

Der Brexit als Unsicherheitsbelastung ist endlich vom Tisch und Steico zählt zu den Gewinnern gleich zweier Entwicklungen. Corona hat den Trend zum Heimwerken befeuert, das Cocooning treibt die Nachfrage an. Gleichzeitig spielt das Thema Wärmedämmung eine immer größere Rolle und da Styropor weiter in Ungnade ist (und bleibt), kann Steico hier mit seinen ökologischen Dämmmaterialien punkten.

Wasser in den ein kippt alleine die inzwischen sehr üppige Bewertung, die nach den starken Kursanstiegen in 2020 und nochmals in den letzten Tagen schon sehr viel der positiven Erwartungen vorwegnimmt.

Disclaimer: Habe Steico auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

3 Kommentare:

  1. Klasse Unternehmen, aber bei dem Kurs für mich kein Kauf. Meine ersten Anteile habe ich für 18€ gekauft, irre wie sich die AKtie seitdem entwickelt hat. 9% Wachstum für dieses Jahr (KGV 40?! 2021), das passt mit dem Kursverlauf einfach nicht zusammen. Und mittel- bis langfristig sehe ich die Baubranche rückläufig, das ist einfach eine mathematische Gewissheit. Der Bevölkerungsbaum mit dem dicken babyboomer-Bauch wird sich langsam auswachsen, und die Wohnungen werden leer stehen. Bis dahin ist natürlich noch Zeit, und das Unternehmen wird sich weiter gut entwickeln. Für Nachkäufe braucht es für mich aber einen saftigen Kurseinbruch. Momentan wird Steico einfach nur in den Topf mit den ganzen Greendeal/CO2/ESG/Trendaktien geworfen, und dann wird gekauft was der Geldbeutel hergibt.

    So wie "der Markt" grad agiert, kommt die Chance zum günstiger kaufen ja vielleicht schon bald. Und wenn nicht, ist auch ok. :)

    Gruß
    Roland

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    1. Ja, ich habe auch Bauchscherzen mit der zu üppigen Bewertung. Montega hat heute ein Kursziel von €44 ausgegeben und rät zum Verkauf. Obwohl man weiterhin vom Unternehmen überzeugt ist.

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    2. nanu, das habe ich ja noch nie von dir gehört, dass eine Aktie zu hoch bewertet ist :>
      Dann muss wohl was dran sein ! Auf die Analysten könnte man auch gut verzichten, da haben deine Beiträge deutlich mehr Gehalt. Ich schaue aber mal rein, wenn du es schon zitierst. 40€ wäre auch der Bereich, wo die Aktie für einen Nachkauf wieder interessant wäre. Mal schauen, wo wir in einem Jahr stehen.

      Gruß
      ROland

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