Blackstone ist der weltgrößte Alternative Asset Manager. Das Geschäftsmodell ist dabei rein auf das Vermögensmanagement ausgerichtet und damit ein "Asset-light-Business", denn Investments mit eigenem Geld tätigt man nicht. Das von Investoren eingeworbene Kapital investiert Blackstone in jede erdenkliche Gelegenheit, überwiegend aber in Unternehmen, Immobilien und "Private Credit". So generiert man einen Strom aus Provisionseinnahmen, der zu einen aus stetigen Managementprovisionen besteht für das Verwalten der inzwischen rund 1,3 Billionen Dollar an Assets under Management (AuM) sowie an Erfolgsprovisionen, also einer Beteiligung an Verkaufsgewinnen. Doch während die Managementprovisionen stetig und steigend sprudeln, stottert der Gewinnmotor bei Exits schon seit dem Boomjahr 2021. Und so verlegt sich Blackstone immer öfter auf Börsengänge seiner Beteiligungen und auf... Sekundärtransaktionen?!
Dabei gelten diese Sekundärtransaktionen als Verlegenheitslösung und Kritiker behaupten, es handele sich um ein Links-Tasche-rechte-Tasche-Spiel, bei dem ein Fonds dem anderen (zu überhöhten) Preisen Assets abnimmt und so Erfolge simuliert, die real gar nicht erzielt wurden.
Doch diese Kritik greift zu kurz, denn auch wenn auf beiden Seiten des Deals derselbe Akteur steht, sind es doch unterschiedliche Investoren. Denn wenn Blackstones Equity-Fonds nach Jahren seinen Anteil an der XYZ Corp. an einen Secundary-Fonds von Blackstone verkauft, dann stehen hinter beiden Fonds unterschiedliche Kapitalgeber - und für beide Seiten muss der Deal preislich Sinn ergeben.
Die Investoren in Blackstones Secundary-Fonds haben das verstanden und stellen bereitwilligen Kapital zur Verfügung, wie Blackstone-Präsident Jon Gray während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 mitteilte.
So hat das Sekundär-Business von Blackstone im ersten Quartal die Marke von 100 Mrd. Dollar an verwaltetem Vermögen überschritten und damit seine Position als einer der größten Akteure auf dem schnell wachsenden Markt für gebrauchte Private-Equity-Beteiligungen gefestigt. Allein der Flaggschiff-Secondary-Fonds nahm in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres weitere 6 Mrd. Dollar ein, wodurch sich das für diesen Fonds eingeworbene Gesamtkapital auf 11 Mrd. Dollar summierte.
Blackstones als "Strategic Partners" bekannte und von Verdun Perry geleitete Sekundärmarktplattform hat bis heute mehr als 2.350 Transaktionen abgewickelt. Zu ihren Aktivitäten gehören der Erwerb von Portfolios, die von Kommanditisten in Private-Equity-Fonds verkauft werden, sowie die Beteiligung an von Managern initiierten Sekundärmarkttransaktionen. Zu den bemerkenswerten Transaktionen des vergangenen Jahres gehörte der Kauf eines 5-Milliarden-Dollar-Portfolios an Private-Equity-Vermögenswerten vom New Yorker Rentensystem – einer der größten Sekundärmarktverkäufe, die jemals verzeichnet wurden.
Blackstone soll zudem als Investor an einem von EQT AB gegründeten 2,4-Milliarden-Dollar-Fonds beteiligt sein, der den Rechenzentrumsbetreiber EdgeConneX für einen längeren Anlagezeitraum hält. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme zu der Transaktion ab.
Und Blackstone fährt mit der Strategie für seine Investoren ordentliche Renditen ein - und für sich damit attraktive Provisionserlöse: So hat der 22,2 Mrd. Dollar schwere Fonds "Strategic Partners VIII" von Blackstone bis März eine interne Rendite von rund 18% erzielt.
Der Sekundärmarkt ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen, wobei das weltweite Transaktionsvolumen laut Daten von Jefferies stark angestiegen ist und 2025 einen Rekordwert von 240 Mrd. Dollar erreichen wird.
Meine Einschätzung
Blackstone hat also auch aus der verstopften Exit-Pipeline eine weitere Erlösquelle geschaffen. Frei nach der Bibel: "Und es werde Geld..." Kein Wunder, dass auch andere Private Equity-Giganten Blackstone nacheifern und fleißig Investorenkapital für ihre eigenen Secundary-Fonds einwerben. Erfolg generiert schnell Nachahmer.
Disclaimer: Habe Blackstone auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Nur die Kursreaktion auf die gestrigen Zahlen war wie so oft schwer zu verstehen. Entgegen der allgemeinen Erwartung scheint auch bei Private Credit die Welt nicht unterzugehen, wie beim Earnings Call zu erfahren war. Gruß Mario
AntwortenLöschenMoin Mario,
Löschendie Börse sucht momentan nach jedem negativen Kieselsteinchen, aus dem sie sich einen Problemfelsblock meißeln kann. Und natürlich ist das die Exit-Flaute im Bereich Private Equity und dann die Redemptions bei Private Credit. Das anhaltende Wachstum bei den AuM (unterm Strich) geht da unter, die wachsenden Managementprovisionen ebenso. Auf lange Sicht erweisen sich solche Phasen mit überbordendem bearischen Sentiment meistens als tolle Gelegenheiten, die auch jeder erkennt - in der Rückschau. Und manche eben schon vorher... ;-)
Schade, dass es jetzt auch auf Intelligent-investieren eines dieser nervigen Kästchen gibt (rechts oben), die ständig wechselnde Inhalte bieten und von dem ablenken, was man eigentlich lesen will. Dass machen ja fast alle Seiten so. Aber: Multitasking funktioniert nicht und Ablenkung stört die Konzentration und damit die Performance. Daher habe ich mir alle möglichen Kartons zurechtgeschnittn, mit denen ich diesen Unsinn abdecke, damit ich mich wieder auf die Beiträge konzentrieren kann.
AntwortenLöschenMoin Georg,
Löschendanke für dein Feedback. Ich freue ich mich natürlich, dass dir meine Beiträge diesen Aufwand wert sind und hoffe, dass du mir als Leser noch lange erhalten bleibst; auch wenn dich mein Button etwas nervt.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
MiK