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Dienstag, 5. Mai 2026

[Earnings Quickcheck Q1/26] KKR legt einfach noch eine Schippe obendrauf

Finanzinvestor KKR & Co. hat besser als erwartete Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt, wobei sowohl die provisionsbezogenen Erträge, das operative Gesamtergebnis und das bereinigte Ergebnis je Aktie im Jahresvergleich jeweils um rund 20% gestiegen sind. Die Aktie wirkt deutlich unterbewertet angesichts des weiterhin hohen und profitablen Wachstums.

Der Kurs spielt hingegen (noch) nicht (wieder) mit. Seit seinem Allzeithoch Ende Januar 2025 bei rund 167 Dollar ging es in Wellen bergab und Mitte März konnte er mich Ach und Krach die Marke von 85 Dollar verteidigen. Seitdem kämpft er sich wider in die Höhe, aber so richtig kraftvoll durchziehen konnte er bisher noch nicht. Aber das liegt nicht an der geschäftlichen Entwicklung - die brummt nämlich beinahe unbeirrt...

Die Aktie notiert aktuell knapp 40% unter ihrem Höchststand, aber das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass KKR weit überdurchschnittlich erfolgreich ist. Das Business wächst seit Jahren und Jahrzehnten mit rund 20% und auch die Aktie hängt den S&P auf lange Sicht deutlich ab. Ich bin im Mai 2018 zum zweiten Mal hier eingestiegen und seitdem liegt die durchschnittliche Jahresperformance bei 22,5% - trotz des heftigen Kursrücksetzers in den letzten 15 Monaten.

Starke Quartalsergebnisse

Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag im ersten Quartal bei 1,39 Dollar. Es stieg gegenüber 1,12 Dollar im vierten Quartal 2025 und 1,15 Dollar im ersten Quartal des Vorjahres.

Die gebührenbezogenen Erträge in Höhe von 1,02 Milliarden Dollar stiegen gegenüber 972,0 Millionen Dollar im Vorquartal und 822,6 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Das operative Gesamtergebnis belief sich auf 1,33 Milliarden Dollar gegenüber 1,28 Milliarden Dollar im vierten Quartal und 1,11 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2025.

Diese Zahlen belegen, dass es für KKR richtig rund läuft. Sie zeigen aber auch das bekannte Muster, dass das erste Quartal traditionell zu den schwächeren gehört, während das vierte besonders stark ausfällt. Der vergleichsweise verhaltene Zuwachs im Vergleich mit dem vierten Quartal 2025 ist also isoliert betrachtet kein Warnsignal, sondern eher "business as usal".
"Vor dem Hintergrund volatiler Marktbedingungen haben sich die Monetarisierungsaktivitäten beschleunigt, und in den letzten 12 Monaten haben wir im Auftrag unserer Kunden mehr Kapital investiert als jemals zuvor in unserer Unternehmensgeschichte."
(Joseph Y. Bae und Scott C. Nuttall, KKR Co-CEOs, Mai 2026)
Die Assets under Management belief sich auf 758 Milliarden Dollar und stieg damit von 744 Milliarden Dollar zum Ende des dritten Quartals an. Das Unternehmen nahm im Quartal 28 Mil-liarden Dollar ein, gegenüber 28 Milliarden Dollar im Vorquartal, und investierte 22 Milliarden Dollar gegenüber 32 Milliarden Dollar im vierten Quartal.

Die nicht abgerufenen Zusagen, also das "Dry Powder", beliefen sich auf 124,9 Milliarden Dollar gegenüber 118,4 Milliarden Dollar zum 31. Dezember 2025.

Meine Einschätzung zu KKR

KKR verzeichnete ein herausragendes erstes Quartal 2026 und stellte damit die Widerstandsfähigkeit seiner Vermögensakquisitionsmaschine in einem unruhigen makroökonomischen Umfeld unter Beweis.

Das verwaltete Vermögen stieg auf 758 Milliarden Dollar, wodurch die gebührenbezogenen Erträge (FRE) im Jahresvergleich um 24% auf 1,0 Milliarden Dollar zunahmen. Während die Schlagzeilen von Ausstiegsszenarien geprägt waren, nahm KKR 28 Milliarden Dollar an neuem Kapital auf und schloss die strategische Übernahme von Arctos Partners ab.

Das Gesamtbetriebsergebnis (TOE) stieg im Jahresvergleich um 19% und spiegelte damit eine bewusste Verlagerung hin zu dauerhaften, wiederkehrenden Cashflows wider, die nun 85% des gesamten Segmentergebnisses ausmachen.

Der einzige wirkliche Schwachpunkt? Die realisierten Anlageerträge gingen zurück – ein Hinweis darauf, dass die Bilanz nicht völlig immun gegen Marktschwankungen ist. Aber das Szenario kennen wir seit dem Rekordjahr 2021, denn seitdem herrscht auf der Exit-Seite Ebbe. Kritiker werten das als Stottern des Gewinnerzielungsmotors, ich sehe darin das Druckaufbauen auf dem Gewinnkessel, der sich in den nächsten Jahren gewaltig entladen wird.

Bis dahin billigt die Börse dem Aktienkurs nicht seinen wahren Wert zu und langfristig orientierte Anleger können sich hier zu vergleichsweise günstigen Kursen in eine absolute Gewinnmaschine einkaufen.

Disclaimer: Habe KKR auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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