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Sonntag, 10. Mai 2026

Wochenrückblick 19/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Rocket Lab, Texas Pacific Land, Rheinmetall, Almonty, Pfisterer - (nicht) einfach enttäuschend...

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich... ツ

Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:

📈 Rocket Lab +27,5%
📈 Comfort Systems +5,5%
📈 Alphabet +3,7%
📉 Deutsche Rohstoff AG -3,9%
📉 Vincorion -4,4%
📉 ESCO Technologies -6,5%
📉 Pfisterer Holding -7,1%
📉 Almonty Industries -9,6%
📉 Rheinmetall -10,8%
📉 Texas Pacific Land -11,5%

Es war eine weitere volatile Börsenwoche, in der der S&P 500 und NASDAQ am Ende deutliche Kurszuwächse verzeichneten und neue Allzeithochs markierten. Soweit die Parallele zur Vorwoche doch in meinem Depot ging es deutlich abwärts. Hier hatten einige Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt und diese - bwz. der Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf - kam überwiegend nicht so gut an und/oder enttäusche die Erwartungen des Marktes. Meine nicht, aber das spielt für die Kursentwicklung ja kaum eine Rolle. Und so haben meine Unternehmen ordentlich abgeliefert, aber die Börsen meinem Depot dennoch einen Tritt in den Mors verpasst. Aber der Reihe nach...

Am Golf wird weiterhin Frieden gespielt in einer kriegslüsternen Atmosphäre. Die USA kapern und torpedieren iranische (leere) Öl-Tanker, die die US-Blockade umgehen wollen, die Iraner attackieren US-Kriegsschiffe und dann Handelsschiffe anderer Nationen, die unter dem neuen Geleitschutz der US-Marine, den Golf passieren wollen und die USA fliegen Luftangriffe gegen iranische Ziele. Derweil betonen beide Seiten der Waffenstillstand halte und man verhandle. Natürlich sehen alle Beteiligten immer wieder "große Fortschritt", vor allem die US-Administration. Doch diesen Standpunkt vertritt sie bei den Gesprächen über einen Frieden in der Ukraine auch seit dreieinhalb Jahren und im Libanon auch.

Die "Energiemangellage" zeichnet sich immer deutlicher am Horizont ab und es wird immer klarer, dass dies keine Fata Morgana ist/bleibt. Saudi Aramco gab gerade die Einschätzung heraus, wonach infolge der Iran-Kriegs dem Weltmarkt in den vergangenen zwei Monaten bereits 1 Milliarde Barrel entzogen wurde. Und selbst, wenn die Lieferungen wieder anlaufen würden, würde es länger dauern, bis sich die Energiemärkte stabilisieren würden. Saudi Aramco sucht daher nach alternativen Vertriebswegen. Wörtlich erklärte Saudi Aramco-Chef Amin Nasser: "Unsere Ost-West-Pipeline, die ihre maximale Kapazität von 7 Millionen Barrel pro Tag erreicht hat, hat sich als entscheidende Versorgungsader erwiesen und hilft dabei, die Auswirkungen eines weltweiten Energieschocks abzumildern". Abzumildern, nicht zu verhindern! Das ist der entscheiden Punkt der Formulierung und genau das, was als Schockwellen auf uns zurollt.

Dem wirkt bisher der überraschend hohe Anstieg der US-Öl-Verschiffungen um 3,8 m/b/d in den letzten 30 Tagen entgegen sowie die massive Freigabe von Öl-Reserven überall auf der Welt wirkt dem aktuell noch entgegen, aber der Aufprall wird erfolgen.

Bloomberg kommentiert: "Die Welt hat ihre Öllagerbestände in Rekordgeschwindigkeit aufgebraucht, da der Iran-Krieg die Lieferungen aus dem Persischen Golf drosselt… Die rapide schwindenden Vorräte bedeuten, dass das Risiko noch extremerer Preisspitzen und Engpässe immer näher rückt, wodurch Regierungen und Industrie immer weniger Möglichkeiten haben, die Auswirkungen des Verlusts von mehr als einer Milliarde Barrel an Liefermengen abzufedern – zwei Monate nach der fast vollständigen Sperrung der Straße von Hormus."

Der Aufprall wird also kommen. Das Wann ist ziemlich leicht absehbar: im Herbst wird es richtig ungemütlich. Das Wo bleibt abzuwarten. Denn bereits 2022 konnte sich Europa der drohenden Energiemangellage entziehen, weil man zu jedem Preis die Weltmärkte leerkaufte. Die eigentlichen asiatischen Abnehmer standen ohne Öl da und stürzten in Krisen ab. Doch ungeschoren kam Europa nicht davon, nur weil das (sauteure) Öl und LNG weiterfloss - die Deindistrialisierung mit den Tausenden von Arbeitsplätzen, die verloren gingen und gehen in der Chemiebranche, der Stahlbranche, der Automobilbranche, nimmt von Tag weiter an Fahrt auf. Deutschlands größte Wirtschaftsbranchen waren bis 2022 Chemie und Automobile. Dass Deutschland am Stock geht, insbesondere wegen der hohen Energiepreise, kann und darf niemanden verwundern. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Leider.

Nun der kurze Blick über den Teich: Die US-Earnings Season hat definitiv ihren Höhepunkt überschritten und nachdem noch mal ein ordentlicher Schwung an Unternehmensmeldungen veröffentlicht wurde, schwächt sich der Strom nun ab. Inzwischen haben rund 80% der Unternehmen berichtet und 80% schlugen die Erwartungen mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 21,7%. Beeindruckend! Von "meinen" Unternehmen waren eine Reihe dabei und daher wenden wir uns denen nun gleich zu.

Der Fear-and-Greed-Index ist in der letzten Woche unverändert bei 67 Punkten geblieben und signalisiert damit weiterhin "Gier". Der Zinsauftrieb dämpft die Stimmung und trotz Haussesegen trauen einige Anleger dem Braten nicht so richtig. Die totale Euphorie ist also noch (?) nicht ausgebrochen.


Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche einen Einbruch erlebte.

Energielosigkeit mit Deutsche Rohstoff und Texas Pacific Land

Der mögliche Friedensschluss im Iran-Krieg, so unwahrscheinlich er auch sein mag, hat den Ölpreis unter Druck gesetzt und damit auch die Kurse im Energiesektor. Die Deutsche Rohstoff AG hat dabei kursseitig relativ wenig abbekommen, aber Texas Pacific Land kam ordentlich unter die Räder. Das lag wohl auch an den vorgelegten Zahlen und dem Ausblick des Unternehmens. Jedenfalls ist das meine Vermutung, denn schlecht war keines vorn beidem

Das erste Quartal 2026 lief bei Texas Pacific Land weitgehend im Rahmen der Erwartungen - und endete mit einem Rekordergebnis: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21% auf 236,8 Millionen Dollar und der Nettogewinn legte um 18% auf 142,9 Millionen Dollar zu. Das ausgewiesene Gewinnwachstum wurde jedoch durch einen einmaligen Grundstücksverkauf im Wert von 20,9 Millionen Dollar im Zusammenhang mit einem neuen Rechenzentrumsprojekt positiv verzerrt.

Die von TPL ausgewiesene bereinigte EBITDA-Marge sank im ersten Quartal 2026 überraschend auf 77% und lag damit deutlich unter den 86% des Vorjahres. Dabei handelt es sich jedoch größtenteils um eine optische Verzerrung aufgrund von buchhalterischen Mechanismen. Das Management zieht den Grundstücksverkauf in Höhe von 20,9 Millionen Dollar vom Zähler des bereinigten EBITDA ab, berücksichtigt ihn jedoch weiterhin im Nenner des Gesamtumsatzes. Ohne Berücksichtigung des Grundstücksverkaufs im Umsatz lag die bereinigte EBITDA-Kernmarge bei rund 84% - obwohl sie im Vergleich zum Vorquartal stabil blieb, ist sie im Jahresvergleich aufgrund steigender Verwaltungs- und Wasserversorgungskosten immer noch leicht rückläufig.

Der freie Cashflow ist auf 136,4 Millionen Dollar angestiegen und lag damit 7,7% höher als vor einem Jahr und 14,7% über dem Wert aus dem 4. Quartal 2025. Dies entspricht einer sehr soliden FCF-Marge von 58% und unterstreicht die kapitalarme Struktur von TPL (von verdient an der Royalties, bohrt aber nicht selbst nach Öl und Gas). Die in diesem Quartal getätigten Investitionen in Höhe von 7,3 Millionen Dollar werden von der Cash-Generierung weiterhin deutlich übertroffen.

Die Lizenzgebühren aus dem Kerngeschäft Öl und Gas zeigten trotz eines Rückgangs der realisierten Preise im Vergleich zum Vorjahr Widerstandsfähigkeit, gestützt durch eine Volumensteigerung von 19%. Höhere Fördermengen überkompensierten also niedrigere Preise.

Trotz eines Rückgangs der realisierten Äquivalentpreise um 11% im Jahresvergleich stiegen die gesamten Lizenzgebühren aus Öl und Gas im Jahresvergleich um 6% auf 118,2 Millionen Dollar. Dies ist auf einen robusten Anstieg der Fördermengen um 19% im Jahresvergleich auf 37,1 MBoe/d zurückzuführen. Mit 20,7 Nettobohrlöchern in der kurzfristigen Pipeline ist die künftige Förderung gut abgesichert.

Umgekehrt verlangsamte sich das zyklische Wasser-Segment, das sowohl bei den Mengen als auch bei den Preisen einen starken Rückgang gegenüber dem Vorquartal verzeichnet.

Im Gegensatz zum aggressiven Wachstumstrend Ende letzten Jahres sank das Absatzvolumen bei Wasserverkäufen im Vergleich zum Vorquartal um 18% auf 819 MBbl/d. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorquartal um 13,9 Millionen Dollar zurück, was das Management auf einen gleichzeitigen Rückgang sowohl des Absatzvolumens als auch der Preise zurückführte. Da die Wasserverkäufe in hohem Maße mit den aktuellen Bohraktivitäten korrelieren, könnte dies ein Frühindikator für eine lokale Abschwächung bei den wichtigsten Betreibern auf den TPL-Flächen sein. Dies adressierte das Management und erklärte, man sehe trotz der deutlich erhöhten Ölpreise keine Ausweitung der Bohraktivitäten, weil die Ölförderer dem Braten (noch) nicht trauen. Sie haben aus der Vergangenheit gelernt und rennen nicht jedem Preisanstieg sofort hinterher. Hält sich der Ölpreis auf erhöhtem Niveau, und gibt es keine Angebotsschwemme (durch Venezuela, Iran, VAE) dürften die Aktivitäten aber schnell und stark hochgeschraubt werden.

Des Weiteren tragen Technologische Innovationen erste Früchte. TPL gab bekannt, dass seine Forschungs- und Entwicklungs-Testanlage zur Entsalzung von Produktionswasser mit einer Kapazität von 10.000 Barrel pro Tag in Orla, Texas, kurz vor der Fertigstellung steht. Die ersten Barrel an Zuflusswasser werden in den kommenden Wochen erwartet. Bei Erfolg eröffnet diese fraktionierte Gefrier-Entsalzungstechnologie ein riesiges neues Geschäftsmodell für den Umgang mit dem Problem der rund 25 Millionen Barrel Produktionswasser pro Tag im Permbecken und schafft gleichzeitig Süßwasser als Rohstoff für die Kühlung benachbarter Rechenzentren.

Und dann gibt es da noch TPLs "Next-Gen-Strategie", also die Monetarisierung von Grundstücken für Energie- und KI-Infrastruktur. Und die trägt nun offiziell zum Umsatz bei, was ein hervorragendes langfristiges Signal ist, allerdings muss dabei die Verringerung der Kernmarge im Blick behalten werden.

Konkret verkaufte das Unternehmen Grundstücke im Gesamtwert von 42,5 Millionen Dollar, wovon 20,9 Millionen Dollar sofort verbucht wurden und der Rest durch TPL finanziert wurde, so dass hier über 20 Jahre ein Zahlungsstrom entsteht. Käufer ist ein Bauträger, der ein gasbetriebenes Kraftwerk für Rechenzentren errichtet. Details des Deals wurden nicht bekanntgegeben, aber es handelt sich nicht um Bolt Data, mit denen man an einem anderen Projekt arbeitet. Allerdings...

gibt es bei Chevron interessantes aus zu lesen: Der Energiemulti gab den Abschluss einer Vereinbarung mit einem Entwickler eines Kraftwerks zur Unterstützung des Rechenzentrumsbetriebs bekannt, und in diesem Zusammenhang habe man Grundstücke für eine Gesamtgegenleistung von 42,5 Millionen Dollar im Rahmen einer Finanzierungsvereinbarung erworben, was zur sofortigen Erfassung von 20,9 Millionen Dollar führte. Zusätzlich, erklärte Chevron, habe man eine separate Vereinbarung zur Lieferung von Wasser für das Projekt abgeschlossen. Hintergrund: Chevron und Microsoft sind gerade in finalen Verhandlungen über ein KI-Rechenzentrumsprojekt in der Gegend, also ergeben die einzelnen Details doch ein ziemlich gelungenes Bild. 

Für TPL attraktiv ist neben dem Verkaufserlös der langfristige Wasserliefervertrag für das Projekt. Dies beschleunigt den Wandel von TPL von einem reinen Energieunternehmen zu einem diversifizierten Anbieter kritischer Infrastruktur.

Meine Einschätzung zu Texas Pacific Land
Der Rückgang bei den Wasserverkäufen ist zwar ein Wermutstropfen, doch TPL hat seine enorme Flexibilität eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Umwandlung von Landrechten in sofortige Barmittel und einen 20 Jahre währenden stetigen Cashflow sowie langfristige Wasserverträge für das Rechenzentrumsprojekt erschließt einen strukturellen, nicht rohstoffabhängigen weiteren Wachstumspfad.

Darüber hinaus dürften sich die erhöhten Ölpreise auch im zweiten Quartal sehr positiv auf die Geschäftsergebnisse auswirken, selbst wenn die Fördermengen (der Ölfirmen auf TPLs Grundstücken) nicht signifikant ansteigen.

Die Aktie wird mit dem 40-fachen des Gewinns bepreist, was im Energiesektor schon sehr hoch ist. Aber... TPL weist eine Nettogewinnmarge von rund 60% auf (basierend auf den Zahlen für 2025), ist schuldenfrei und hat keine nennenswerten Investitionsausgaben. Man ist eben kein Energieunternehmen, sondern ein Grundstückseigentümer, der andere auf seinem Land nach Öl- und Gas suchen und sie es dann fördern lässt, ihnen dazu noch die nötige Wasserinfrastruktur zur Verfügung stellt und sich das alles fürstlich vergüten lässt in Form von Royalties. Ein Superbusiness!

Rüstung ist nicht mehr sexy genug, zeigen Rheinmetall und Vincorion. Wirklich?

Der Rüstungssektor erlebte eine schwache Woche und Rheinmetall traf es besonders hart. Vorläufige Zahlen hatte man kürzlich schon veröffentlicht und die nahm die Börse gelassen hin. Dann folgte einige Tage später die offizielle Quartalsmeldung und der Kurs ging auf Tauchstation - wohl vor allem wegen einer deutlichen Abstufung durch JPMorgan, die ihr Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro senkten und von "overweigth" auf "neutral" umschwenkten. Dabei lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen und an den mittel- und langfristigen positiven Aussichten aufgrund des Rüstungs-Superzyklus hat sich nichts verändert. Die Rheinmetall-Aktie verarbeitet eben die Kursvervielfachung der letzten drei Jahre und das bietet für Neueinsteiger neue Chancen.

Auch Vincorion hat seine vollständigen Quartalszahlen vorgelegt und die sind echt beeindruckend. Auch hier gab es eine Abstufung durch JPMorgan, die den Daumen nach dem Erreichen ihres Kursziels von 23,50 Euro von "Overweight" auf "Hold", während die Privatbank Berenberg ihre Einstufung auf "Buy" mit Kursziel 26 Euro belassen hat. 

Private Credit erhitzt weiter die Gemüter, doch KKR liefert einfach stur ab - wie zu erwarten

Mein Favorit unter den Finanzinvestoren ist ja KKR & Co. und die Quartalszahlen haben gehalten, was ich mir von ihnen versprochen habe. Die Stimmung im Sektor ist dermaßen negativ, dass ausschließlich auf negative Nuancen geachtet und daher die Aktie und ihre Bewertung deutlich unter ihren Möglichkeiten gehandelt wird. Diese kurzfristigen Schmerzen sind auszuhalten und sollten ausgehalten werden, weil sich Ertragskraft am Ende (wieder) durchsetzen wird und dann der aufgestaute Bewertungsdruck sich wie ein Vulkan entlädt. Der Yellowstone wird wieder ausbrechen und es wird gewaltig - nur wann, das steht noch in den Sternen. Ich habe mir jedenfalls Tickets in der ersten Reihe gekauft (also KKR-Aktien) und stelle schon mal das Popcorn warm...

ESCO Technologie hat geliefert, aber die Börse mis(t)interpretiert da was falsch

ESCO hat starke Quartalszahlen vorgelegt, doch die Börse strafte die Aktie erstmal ab. "Priced for perfection" nennt man das, denn die Aktie hat in den letzten Wochen kräftig zugelegt und auch mein Depot mit nach oben gezogen. So ganz ohne Salz in der Suppe kam aber auch ESCO jetzt nicht aus und zeigte neben viel Licht auch ein wenig Schatten. Die Sonnenseite präsentierte sich einladen, aber vor allem habe ich meinen Fokus natürlich auf die "dark Side oft the Boom" gelegt - und Interessantes entdeckt, aber nichts Erschütterndes.

Rocket Lab: To the Moon und einfach weiter

Die Rakete schoss aber mein Weltraumabenteuer Rocket Lab ab. Hier wurden die Quartalszahlen von einigen interessanten Meldungen flankiert. 

Im ersten Quartal 2026 setzte Rocket Lab seine rasante Expansion fort und verbuchte einen Rekordumsatz von 200,3 Millionen Dollar (+63,5% im Jahresvergleich), womit alle Prognosen pulverisiert wurden. Das Startgeschäft läuft auf Hochtouren: Im ersten Quartal wurden bereits mehr Aufträge (31 Electron/HASTE, 5 Neutron) an Land gezogen als im gesamten Jahr 2025, es gab einen starken Beitrag des Bereichs Space Systems durch Verträge der SDA-Tranchen II und III sowie Wachstum im Komponentengeschäft, insbesondere im Solarbereich.

Die GAAP-Bruttomarge erreichte einen Rekordwert von 38,2 %, die Non-GAAP-Bruttomarge lag bei 43%. Die Margenausweitung im Vergleich zum Vorjahr wurde durch eine bessere Absorption der Fixkosten für Electron aufgrund der steigenden Startfrequenz und der höheren durchschnittlichen Verkaufspreise getrieben. Das Ergebnis je Aktie lag bei -0,07 Dollar und übertraf damit die Schätzung von (0,08) sowie das Ergebnis von (0,09) im 4. Quartal 2025.

Doch während die Umsatzentwicklung und der neue Auftragsbestand von 2,2 Milliarden Dollar hervorragend sind, gerät die Rentabilität unter Druck. So deutet nach Quartalen stetiger Margenausweitung die Prognose für das zweite Quartal auf eine Trendwende hin, denn die bereinigten EBITDA-Verluste sollen sich auf einen Mittelwert von 23 Millionen Dollar ausweiten, und die Bruttomargen dürften im Vergleich zum Vorquartal um rund 400 Basispunkte sinken.

Auf der Kostenseite stiegen die Gesamtbetriebskosten nach GAAP von 119,3 Millionen Dollar im vierten Quartal auf 132,5 Millionen Dollar, was in erster Linie auf eine einmalige Stornierung von RSU zurückzuführen ist, die zu einer hohen SBC-Belastung führte. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) stiegen auf 80,5 Millionen Dollar, da die Investitionen in Neutron zunehmen und die Lohnnebenkosten saisonbedingt steigen. Der bereinigte EBITDA-Verlust verbesserte sich gegenüber dem Vorquartal um 5,6 Millionen Dollar auf -11,8 Millionen Dollar, was auf höhere Umsätze und einen stärkeren Bruttogewinn zurückzuführen ist. Der freie Cashflow belief sich auf -77,4 Millionen Dollar und verbesserte sich damit deutlich gegenüber -114,2 Millionen Dollar im vierten Quartal 2025. Die liquiden Mittel belaufen sich auf 1,48 Milliarden Dollar, wobei insgesamt eine Liquidität von rund 2 Milliarden Dollar zur Verfügung steht.

Die Zahlen selbst lösen keine wirklichen Jubelstürme aus, aber der Ausblick über das nächste Quartal hinaus heizt die Fantasie weiter und schneller an. Allein im ersten Quartal wurden 31 neue Electron- und HASTE-Missionen gebucht und damit so viele wie noch nie in einem einzigen Quartal in der Geschichte von Rocket Lab. Im gesamten Jahr 2025 führte das Unternehmen "nur" 21 Missionen durch. Rocket Lab hat nun mehr als 70 Starts in seinem Auftragsbestand – ein Allzeitrekord – und seit Jahresbeginn acht erfolgreiche Starts. Der 100. Start von Rocket Lab ist für dieses Jahr auf Kurs und wird voraussichtlich so schnell wie noch nie in der Geschichte der kommerziellen Raumfahrt erreicht werden.

Im Verteidigungsbereich unterzeichnete das US-Verteidigungsministerium einen Block-Kaufvertrag über 190 Millionen Dollar für MACH-TB 2.0, der 20 Starts umfasst und damit den größten jemals vergebenen Einzelvertrag für HASTE darstellt. Dies festigt die Position von HASTE als das bevorzugte Testfahrzeug für Verteidigungs- und Hyperschallanwendungen des Pentagons, mit einer 100-prozentigen Missionserfolgsquote bei allen bisherigen HASTE-Starts.

Unabhängig davon wurde Anduril Industries der erste direkte kommerzielle Partner für HASTE und unterzeichnete einen Vertrag über drei Starts, die innerhalb von 12 Monaten erfolgen sollen. Rocket Lab und Anduril werden gemeinsam neue Hyperschallfähigkeiten für die nationale Sicherheit der USA bereitstellen.

In nur vier Monaten hat Rocket Lab durch Übernahmen und interne Entwicklungen sieben neue hochwertige Produkte und Kompetenzen hinzugewonnen und damit seinen vertikal integrierten Technologie-Stack erheblich erweitert. Die Übernahme von Mynaric ist nun abgeschlossen und verschafft Rocket Lab eine erste Präsenz in Europa sowie Zugang zu den laseroptischen Kommunikationsterminals von Mynaric. Der Fokus liegt künftig auf der Skalierung der Mynaric-Produkte, um den Anforderungen der nationalen Sicherheit sowie der kommerziellen Nachfrage in Europa und weltweit gerecht zu werden.

Rocket Lab gab zudem die Übernahme von Motiv Space Systems bekannt und erweitert damit sein Portfolio um auf dem Mars bewährte Robotik und Präzisionsmechanismen. Der Roboterarm von Motiv wurde für den NASA-Rover "Perseverance" entwickelt. Durch diese Ergänzung kann Rocket Lab nun kommerzielle Mars-Probenrückführungen, Operationen auf dem Mond und anderen Planetenoberflächen, Andockvorgänge im Orbit und die Wartung von Raumfahrzeugen sowie optische Systeme abdecken. Entscheidend ist, dass die interne Fertigung von Solararray-Antriebsbaugruppen (SADAs) und anderen Präzisionsmechanismen die vertikale Integration stärkt, Kosten senkt und die Produktionszeiten verkürzt.

Auf der Produktseite stellte Rocket Lab "Gauss" vor (benannt nach dem deutschen Mathematiker Carl Gauus, der für seine Gauss'sche Normalverteilungskurse berühmt wurde und jahrelang die 10-DM-Scheine zierte), einen neuen, selbst entwickelten elektrischen Antrieb, der für die Serienfertigung konzipiert ist. Der elektrische Antrieb stellt seit langem einen Engpass in der Lieferkette für Betreiber kommerzieller und nationaler Sicherheitskonstellationen dar. Mit einer bereits etablierten Produktionslinie für mehr als 200 Einheiten geht "Gauss" dieses Problem direkt an und dürfte im Laufe der Zeit sowohl den Umsatz als auch die Margen steigern.

Im Bereich der nationalen Sicherheit wurde Rocket Lab gemeinsam mit Raytheon (einer RTX-Tocher) ausgewählt, um fortschrittliche Fähigkeiten für das "Golden Dome Space-Based Interceptor"-Programm der US-Weltraumstreitkräfte zu demonstrieren – ein entscheidender Schritt zur Stärkung der nationalen Raketenabwehrfähigkeiten.

Und natürlich heizt jeder neue Hype um den SpaceX-Börsengang auch die Euphorie beim (viel) kleineren Wettbewerber Rocket Lab kräftig an.

Meine Einschätzung zu Rocket Lab
Die Bewertung ist abgehoben und beinahe schon galaktisch. Es handelt sich hier keinesfalls um ein Investment, so viel ist mal sicher. Ich habe die Aktien im Depot, weil ich hier bewusst ein Risiko eingehe: eine Spekulation in einem Bereich, der nicht in meinen Kompetenzkreis fällt - auch als ausgewiesener Fan von Star Trek und Star Wars fehlt mir in technischen Dingen oft die nötige Erleuchtung. Und somit setze ich nicht auf die Bewertung und/oder einzelne Quartalsergebnisse, sondern auf das Big Picture. SpaceX ist momentan das Maß aller Dinge, aber jede Regierung dieser Welt und jeder Space-Kunde wird sich Alternativen wünschen - und das liegt nicht nur an Elon Musk selbst. (Auch deshalb) hat Rocket Lab keine Schwierigkeiten, sich nötigenfalls frische Gelder zu besorgen - und man hat einen soliden Cashbestand, der eine ziemlich lange zeit reicht.

Damit kann man den Rekordauftragsbestand locker abarbeiten und noch mehr. Der Gesamtauftragsbestand belief sich zum Ende des ersten Quartals auf 2,2 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 20,2% gegenüber dem Vorquartal bzw. einem Zuwachs von 372 Millionen Dollar entspricht. Doch die Zusammensetzung hat sich erheblich verändert, denn der Bereich "Launch" macht nun 42% des Auftragsbestands aus, gegenüber 26% im Vorquartal, was auf den Blockkauf von 20 Starts im Rahmen des HASTE-Programms und den Auftrag für Neutron zurückzuführen ist. Das Verhältnis zwischen kommerziellen und staatlichen Kunden ist nun beinahe ausgeglichen (51% kommerziell zu 49% staatlich), verglichen mit 35:65 im vierten Quartal 2025, was die wachsende kommerzielle Nachfrage widerspiegelt. Dabei  wird erwartet, dass 36% des Auftragsbestands innerhalb der nächsten 12 Monate realisiert werden.

Rocket Lab ist raketengetriebene Dynamik pur - auch für mein Depot!


Mein Vermögen hatte schnell und stark auf +10% zugelegt, doch nach einigen heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5%. Nach vier starken Wochen in Folge gab es nun ein deftigen Rücksetzer mit einem Wochenminus von -3,0%. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +9% (YTD).

Meine Cashquote liegt bei für mich unüblichen 20% 10% 7,5% und meine Gründe dafür habe ich inzwischen ja mehrfach erläutert. Zuletzt und sehr ausführlich in meinem aktuellen Investor-Update.

Mein Investor-Update zum Q1/2026 - brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.

Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.

Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

13 Kommentare:

  1. Konstantin10.05.26, 18:08

    Hallo Michael, bei Rheinmetall bin ich hin- und hergerissen. Ich frage mich, ob du hier nicht etwas zu optimistisch bist, dass der aktuelle Kurs für Neueinsteiger neue Chancen bietet. Das aktuelle Wachstum ist ja vor allem durch einen Nachhol- und Kapazitätsaufbauzyklus geprägt. Solche Zyklen sind jedoch nicht unbegrenzt fortschreibbar. Sobald Bestände aufgefüllt und Kapazitätslücken geschlossen sind, verschiebt sich die Nachfrage zunehmend von Neubeschaffung hin zu Ersatz, Wartung und Modernisierung.

    Ab ca. 2040 dürfte der heutige Aufrüstungsschub weitgehend abgearbeitet sein. Weiteres Wachstum müsste dann stärker aus nominalem BIP-Wachstum, Inflation, Ersatzgeschäft, neuen Bedrohungslagen oder zusätzlichen Technologiemärkten kommen.

    Damit der aktuelle Kurs gerechtfertigt ist, müsste Rheinmetall aus meiner Sicht ab 2030 nachhaltig etwa €4,5–5,0 Mrd. Free Cashflow erzielen — bei rund €10 Mrd. EBIT. Das entspräche ungefähr dem Vierfachen des Free Cashflows von 2025.

    Operativ bleibt die Wachstumsstory intakt. Bewertungstechnisch setzt der aktuelle Kurs in meinen Augen aber bereits heute einen sehr erfolgreichen Übergang von der aktuellen Aufrüstungswelle zu dauerhaft hohem Cashflow voraus. Dafür müsste in den kommenden 15 Jahren sehr viel sehr gut laufen.

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  2. Hallo Michael, das klingt ja nach einem ziemlichen Abgesang auf Europa und speziell Deutschland im wirtschaftlichen Sinne. Gibt es denn auch Dinge, die dies positiv stimmen oder wo du Hoffnung hast, dass es wieder bergauf geht? Deutschland ist ja beispielsweise drittstärkstes Land nach BIP. Indien wird aufgrund der Menschenmassen uns natürlich früher oder später überholen, aber insgesamt ist das doch eine Leistung und ich frage mich, wo das denn herkommt, wenn überall immer alles schlecht ist.

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    1. Die hohen Energiepreise killen das Geschäftsmodell "Made in Germany" und die "Energiewende" bringt global gesehen so gut wie gar nichts. Während Deutschland klimamäßig abgerüstet hat und runtergerockt wurde, hat China das Zehnfache an CO2-Ausstoß oben draufgepackt. Einfach nur dumm!

      Wir haben zu niedrige Geburtenraten, um unsere sozialen Sicherungssysteme am Laufen zu halten, vor allem die gesetzliche Rentenversicherung wird schlicht unbezahlbar. Immer weniger Beitragszahler sollen immer mehr Rentner und für viel länger durchfüttern - das kann nicht aufgehen. Die "Lösung" sieht bisher so aus, dass man das Problem ignoriert und einfach staatliche Zuschüsse aus Steuergeldern in die Rentenkasse schiebt. Vollidiotie!

      Hier gibt es relativ einfache Lösungen, die aber niemand will - weil sich zu viele Leute es sich zu bequem im bestehenden System gemacht haben und auf ihre Pfründe nicht verzichten wollen.

      Eine wirklich "interessante" Entwicklung wird KI und Humanoide Robotik mit sich bringen. Während Behörden und Unternehmen zunehmend kein qualifiziertes Personal mehr finden, fall nun immer mehr dieser Jobs einfach weg und werden durch KI und/oder Roboter ersetzt. Das wird für viele eine Umstellung - aber auf der anderen Seite auch eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt. Denn seit den 1960er haben die Industrieländer Millionen von Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe usw. verloren, weil es in den Entwicklungs- und Schwellenländern so viel günstigere Personalkosten gibt. Und dagegen kann man auf dem Weltmarkt kaum bestehen. Aber nun... werden das bald Roboter erledigen und dann fällt der Kostenfaktor Personal in der Fertigung weg. Dann könnten Textilien wieder in Deutschland produziert werden, weil der Roboter gleich teuer produziert (und 24/7), ob er nun in Bangladesch fertigt oder in Köln.

      Bleiben (leider) wieder die Energiekosten, die ja ein weiterer ganz maßgeblicher Kostenfaktor sind. Wenn man in Afrika, USA, Asien viel weniger für Energie bezahlt als bei uns, ist und bleibt das ein gewaltiger Standortnachteil. Hier muss sich also etwas tun, so oder so. Bisher sehe ich aber nicht den politischen Willen und Mut, hieran etwas sinnvoll (!) zu ändern.

      Der totale Abgesang? Jein. Die Welt ist im Wandel und der Wandel vollzieht sich immer schneller. Und hierzulande setzen zu viele Leute auf zementierte Besitzstände, egal, wie marode die Fundamente inzwischen auch sind. Wenn sich hieran etwas ändert, der "Ruck" also von den Sonntagsreden den Sprung in den Alltag schafft, dann wird vieles wieder möglich. Auch in Deutschland.

      Doch bis dahin werden nur ausgesuchte Branchen prosperieren, während wir allgemein am Stock gehen. So sieht es aus meiner Sicht leider aus. Und ich bin nicht froh darüber, das kannste mir glauben.

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    2. Eine Ergänzung zum Thema Rente: Im gleichen Atemzug muss auch über die ungedeckten Besmtenpensionen gesprochen werden. Hier ist noch richtig Zündstoff und solange die Kameralistik und das Alimentationsprinzip jede Diskussion killt, Muss auf diese Gruppe ebenfalls geschaut werden.

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    3. Damit haste vollkommen Recht, denn die Beamtenpensionen werden ja aus dem laufenden Haushalt und damit Steuergeldern bezahlt. In Schleswig-Holstein hat die frühere Ministerpräsidentin Heide Simonis das mal ändern wollen, ist aber nach kurzer Zeit wieder zurückgerudert - denn die Beamten einfach in die gesetzl. Rente zu überführen, funktioniert natürlich nicht. Die heutigen Kosten für Rentenbeiträge kriegt man einfach nicht im Haushalt untergebracht, weil man da ja bisher 0,- Euro für zahlt. Es ist ein Verschiebebahnhof von enormen Kosten in die Zukunft - aber da regiert dann ja jemand anderes, der sich bitte, bitte dann mit dem Problem herumschlagen muss. Ignorierte "Generationengerechtigkeitslücke"...

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    4. Das ist so nicht korrekt. Für jeden seit 2009 neu eingestellten Bundesbeamten wird seitens des Dienstherrn jährlich ein Beitrag in einen Versorgungsfond eingezahlt, welcher die Gelder anlegt und verwaltet. Zudem werden seit Jahren jeweils 0,2 % jeder Besoldungserhöhung abgezogen und in eine Versorgungsrücklage überführt. Aus beiden sollen künftige Beamtenpensionen vollständig gezahlt werden. Also wird die Versorgung hier schrittweise auf eine Kapitaldeckung umgestellt. Auch gibt es bei den einzelnen Bundesländern solche Regelungen.

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    5. Übrigens, nach kurzer Rechereche:
      ~ 5% Deckung, ein Witz…

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    6. Vielen Dank für deine Antwort!

      Ja, da hast du Recht. Die Probleme werden leider ausgesessen und keine wirklichen Veränderungen herbeigebracht. Aber verständlich, wenn man wiedergewählt werden möchte. Da du in der CDU bist(?), fände ich das noch viel frustrierend, wenn die eigene Partei alles verschlägt. Oder bist du als Parteimitglied nur auf kommunaler Ebene unterwegs?

      Der Punkt mit der Robotik ist interessant und den hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Aber der stimmt natürlich.
      Ja, die offenkundigen Lösungen wie Speicherlösungen und Netzausbau wurden eindeutig vernachlässigt. Auch das Merrit-Order-System sollte reformiert werden. Aber das sind die gleichen Probleme wie oben. Zu viele Leute wollen in ihren Stühlen sitzen bleiben.

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    7. Ja, ich bin seit fast 30 Jahren CDU-Mitglied. Aktiv bin/war ich allerdings nur auf kommunaler Ebene in Stadt und Kreis. Wobei ich früher durchaus viele Gespräche mit Ministerpräsidenten, Ministern, Staatssekretären, Landtags- und Bundestagsabgeordneten geführt habe. Ich würde aber nicht soweit gehen, dass meine Ansichten bei denen zu tiefgreifenden neuen Ansichten oder gar Änderungen in ihrer Politik geführt haben. Mein diesbezüglicher Größenwahn hielt und hält sich absolut in vertretbaren Grenzen. ;-)

      Das Merrit-Order-System erzeugt enorme negative Begleiterscheinungen und sollte so nicht fortgeführt werden. Eine Lösung habe ich aber hier nicht anzubieten. Grundsätzlich bin ich ein großer Freund davon, klare Leitplanken zu ziehen, aber weit gefasst, und ansonsten dem Markt, den Bürger, den Unternehmen mit ihren Eigeninteressen möglichst viel Freiraum zu geben, damit sie sich entfalten können. Über die Besteuerung partizipiert der Staat an deren Erfolgen mit und je weniger der Staat in Umverteilung und Alimentierung von Nichtleistenden steckt, umso größer werden die Freiräume für die leistungsträger. Und dann steigt auch der Druck und das Bedürfnis, selbst (wieder) zu den Leistungsträgern zu gehören. Win-win. Aber kaum/schwer vermittelbar in unserem linksbelasteten Land. =(

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  3. Über die Masseneinwanderung in die Sozialsysteme als Ursache für deren Zusammenbruch darf hier anscheinend nicht gesprochen werden. Kann es daran liegen, dass es die Partei des Blogbetreibers war, die die Grenzen geöffnet hat? Nebenbei war es auch die Partei des Blogbetreibers, die uns die Energiewende beschert hat, über die jetzt hier gejammert wird.

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    1. Die "Masseneinwanderung" ist natürlich nicht der Grund für den Zusammenbruch unserer sozialen Sicherungssysteme, was für eine maßlose Übertreibung. Aber sie unterstützt die ohnehin negativ wirkenden Kräfte (Überalterung, höhere Lebensalter, teurere Gesundheitsversorgung usw.).

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    2. Maßlose Übertreibung also? Das sagt Kollege Stephan Mayer aus der Schwesterpartei CSU:

      „Einwanderung in den Sozialstaat bedroht den Zusammenhalt! Immer mehr Zuwanderer drängen in unser Sozialsystem – und bringen das System an die Belastungsgrenze und an den Rand des Kollapses.“

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    3. Der "Kollege" Trump würde es wahrscheinlich noch "griffiger" formulieren. Im Zweifel ist der mündige Bürger gut beraten, sich die einschlägigen Statistiken selbst anzuschauen. Die Lügen nicht, irren auch nicht. Siehe z.B.: https://de.statista.com/themen/4727/migration-und-integration/#statisticChapter

      Ergebnis: Es gibt keine Masseneinwanderung in die Sozialsysteme.

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