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Dienstag, 10. Mai 2022

FS KKR Capital steigert Gewinn, NAV und Dividende in Q1/22 - Dividendenrendite 13 %

Business Development Companies haben einen festen Platz in dividendenorientierten Depots. Neben der Dividendenrendite ist dabei auch immer die Kursentwicklung im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite des Investments ergibt. Auf den Kursverlauf hat man als Anleger kaum Einfluss, sehr wohl aber auf die Auswahl der Aktien mit den besten Kursaussichten. Grundsätzlich gilt: Wenn das Business floriert, wird der Kurs letztlich folgen.

In meinen BDC-Earnings-Reports richte ich meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen einer BDC, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite.

FS KKR Capital Corp. Earnings-Report Q1/2022

FS KKR Capital (FSK) lieferte überzeugende Zahlen für das 1. Quartal ab. Das bereinigte Net Investment Income (NII) lag bei 0,72 USD je Aktie und damit deutlich über den 0,65 USD aus Q4/21. Das Total Investment Income von 396 Mio. USD hat sich ggü. den 163 Mio. USD aus Q4/21 mehr als verdoppelt und liegt auch meilenweit vor den 151 Mio. USD aus dem Vorjahresquartal (Q1/21). Der Gesamtmarktwert der Investitionen (Total Fair Value) belief sich am 31. März 2022 auf 16,6 Mrd. USD gegenüber 16,1 Mrd. am 31. Dezember und der Nettoinventarwert (NAV) konnte auf 27,33 USD je Aktie weiter zulegen (Q4/21: 27,17). Aber das ist noch nicht alles...

FSK hatte ich euch kürzlich im Rahmen meines Investor-Updates zum Ende des 1. Quartals erstmals vorgestellt. Der Kurs ist in den letzten Tagen im Zuge des allgemeinen Abverkaufs an den Börsen ebenfalls unter Druck geraten und ich habe gestern Abend und damit unmittelbar vor der nachbörslichen Vorlage der Quartalszahlen meinen Bestand aufgestockt, so dass FSK nun einen signifikanten Beitrag zu meinen Dividendeneinnahmen leistet.

▶ FS KKR Capital Corp.

FS KKR Capital ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 6,0 Mrd. USD die zweitgrößte börsennotierte Business Development Company. FSK investiert in erster Linie in vorrangig besicherte Schuldtitel und in geringerem Umfang in nachrangige Schuldtitel von Unternehmen des privaten Mittelstands.

KKR & Co. hatte zwei weniger gut laufende BDCs übernommen, wieder auf Kurs gebracht und diese beiden in FSK Capital Corp. I und FSK Capital Corp. II umbenannten BDCs im Juni 2021 dann zu einer schlagkräftigen BDC fusioniert. Das Ergebnis ist die FSK Capital Corp. mit dem Kürzel FSK. Sie hat kein eigenes Management, sondern wird extern gemanagt von FS/KKR Advisor, LLC, einer Partnerschaft zwischen FS Investments und KKR Credit, einer Tochter von KKR. Daher ist beim Vergleich mit den Vorjahreszahlen oft von "bereinigten" Zahlen die Rede, weil Kosten aus der Fusion herausgerechnet werden, um die Vergleichbarkeit zu erhöhen.

Finanzielle und operative Highlights im 1. Quartal 2022

  • Net Investment Income (NII) von 0,77 USD je Aktie (Q4/21: 0,66 USD)
  • Bereinigtes NII von 0,72 USD je Aktie (Q4/21: 0,65 USD)
  • Gesamter realisierter und nicht realisierter Nettogewinn von 0,02 USD je Aktie (Q4/21: 0,02 USD)
  • Bereinigter realisierter und nicht realisierter Nettogewinn von 0,07 USD je Aktie, (Q4/21: 0,03 USD)
  • Käufe in Höhe von insgesamt 2,1 Mrd. USD gegenüber Verkäufen und Rückzahlungen in Höhe von 1,7 Mrd. USD, einschließlich Verkäufe in Höhe von 0,6 Mrd. USD an das Joint Venture Credit Opportunities Partners JV, LLC
  • Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital(3) lag zum 31. März 2022 bei 112%, verglichen mit 107% zum 31. Dezember 2021
  • Dividendenausschüttung an die Aktionäre in Höhe von 0,63 USD je Aktie wird auf 0,68 erhöht
  • Nettoinventarwert (NAV) von 27,33 USD je Aktie (Q4/21: 27,17 USD)
Gerade der NAV verdient besondere Beachtung, denn die Vorgänger BDCs hatte hier so ihre Probleme. Einige BDCs mit besonders hohe Dividendenrendite erkaufen sich die hohen Erträge mit risikoreicheren Kreditausleihungen. Das führt zu erhöhten Kreditausfällen, was wiederum zulasten des NAV geht. In der Folge sinken die Erträge und die Dividenden und wegen des sinkenden NAVs auch der Aktienkurs.

Seit KKR die Regie übernommen hat, hat man konsequent an der Kreditqualität gearbeitet und den NAV stabilisiert. Er ist, abgesehen von der Coronaphase, auch regelmäßig angestiegen. Hier bestanden und bestehen aus der Historie heraus noch immer Zweifel bei den Anlegern, ob diese Entwicklung auch nachhaltig ist. Und deshalb notiert FSK deutlich unterhalb des NAV.

Doch die NAV-Verluste gehören der Vergangenheit an und dieser Abschlag von rund 20 % auf den NAV ist nicht mehr gerechtfertigt. Hierin besteht nun eine zusätzliche Chance, denn der Aktienkurs sollte verdientermaßen zu pari, also 100% des NAV notieren. Entweder man erkennt hierin eine Aufholchance oder aber eine Sicherheitsmarge. So oder so bietet sich ordentlich Kurspotenzial, weil die Geschäfte hervorragend laufen und die steigenden Zinsen die Einnahmen weiter erhöhen werden.

FSK hat den Großteil seiner Kredite variabel verzinst ausgegeben. Jede Zinsanpassung nach oben spült ihnen also mehr Geld in die Kassen - solange die Unternehmen die Kreditlast noch tragen können und nicht zum "default" werden, also die Zahlungsunfähigkeit abdriften. KKR ist einer der versiertesten Finanzmanager der Welt und kennt sich auch mit Sanierungen und Restrukturierungen aus.

Zum 31. März 2022 machten die notleidenden Kapitalanlagen 1,5 % des Kapitalanlageportfolios bezogen auf den Zeitwert bzw. 3,2 % auf die Anschaffungskosten aus, verglichen mit 1,9 % bzw. 3,9 % zum 31. Dezember 2021. Das zeigt die hohe Qualität der Kredite und dass man in der Lage ist, Problemfälle wieder in die Spur zu bringen.

FSK findet also (inzwischen) das richtige Maß zwischen Kreditrisiken und Zinschancen. Daher dürften die Einnahmen, das NIO und das NII, perspektivisch weiter steigen und auch der NAV. Und die Dividenden.

Für das 1. Quartal hat FSK nun eine Dividende von 0,68 USD je Aktie vorgeschlagen, eine Erhöhung um 7,9 % gegenüber der vorherigen Dividende von 0,63 USD. Sie wird am am 5. Juli gezahlt an eingetragene Aktionäre per 15. Juni; Ex-Dividendentag ist der 14. Juni. Bezogen auf das bereinigte Net Investment Income ergibt sich eine Ausschüttungsquote von 94,4 % - FSK lebt also nicht über seine Verhältnisse. Und trotzdem ergibt sich bei einem Kurs von 21 USD eine annualisierte Dividendenrendite von 12,95 %.

Meine Einschätzung

Quelle: wallstreet-online.de
Zweifel gegenüber FS KKR Capital sind längst nicht mehr angebracht und der deutliche Kursabschlag auf den NAV von rund 20 % ist ein unverdientes Misstrauensvotum. FSK liefert seit der Übernahme durch KKR regelmäßig solide Ergebnisse ab. Die Kreditqualität hat sich sehr verbessert, die Kreditausfälle sind auf ein sehr geringes Niveau gesunken - und wird einmal ein Kredit "notleidend", dann restrukturiert KKR die Finanzierung und stellt ihn wieder auf solide Füße. Der Manager Alternativer Assets ist darin seit Jahrzehnten erfahren und stellt als Manager der BDC ein eigenes, zusätzliches Asset dar, über das nur wenige Wettbewerber verfügen.

Kurzum: Bei FSK ist das Geld der Anleger gut angelegt. Die steigenden Zinsen werden die Erträge und damit die Dividenden weiter erhöhen, während mögliche Probleme der kreditnehmenden Firmen wegen der angespannteren Wirtschaftslage bei KKR in besten Händen sind und daher ist das Ausfallrisiko gering(er).

Neben der überaus attraktiven Dividendenrendite von 13 % winken Kursgewinne, wenn der Aktienkurs sich dem NAV annähert. Was er mit der Zeit (fast) sicher tun wird. Aufgrund der überzeugenden operativen Performance und der gut bis sehr guten Aussichten wäre sogar ein Aufschlag auf den NAV gerechtfertigt. Denn FSK hat sich aus zwei ehemaligen "Lotter-BDCs" zu einer Quality-BDC gemausert. Dank KKR...

Disclaimer: Habe FS KKR Capital, KKR auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot/Wiki.

20 Kommentare:

  1. Hi Michael, vielen Dank für diesen Beitrag! Ich freue mich sehr, dass du nach längerer Pause hier nun auch wieder Business Development Companies besprichst. Ich hoffe sehr, das findet demnächst eine Fortsetzung?
    Beste Grüße, Tom

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    1. Wir werden sehen, Tom. Habe bereits die Rückmeldung bekommen, dass man die Aktie von FSK wohl nicht bei der ING ordern kann. Diese Probleme tauchen bei BDCs und REITs ja leider immer noch und immer wieder auf, das ist echt frustrierend...

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    2. Eine Lanze für deutsche Banken: Gestern habe ich FSK bei der ing.de gekauft. Da geht noch was.

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  2. Da bleibe ich doch lieber bei Mutares. Geschlossene Fonds löst bei mir immer wieder schlechter Erinnerungen aus. Developen kann auch anders gehen. die Div-Rendite war doch für dich nie das ausschlaggebende Kriterium?!
    Kann man so gesehen dann nicht einfach wenn man Teilhaber werden will in die KKR an sich gehen, sind das nicht 2 getrennte Shares?

    Grüße

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    1. Was meinste mit "geschlossenen Fonds"? Business Development Companies sind doch normale Unternehmen, nur dass die ihre gewinne steuerfrei erzielen, solange sie den Großteil dieser Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten (also ähnlich wie REITs). Ich habe in diesem Artikel sehr ausführlich das Geschäftsmodell der BDCs vorgestellt.

      Richtig ist, dass die Dividendenrendite alleine für mich kein Kriterium ist. Es ist die Gesamtrendite, die am Ende herauskommt, also Kursgewinn und Dividenden. Ich strebe hier 15 % pro Jahr an mit all meinen Investments, wobei dies der langjährige Durchschnittswert ist und nicht sklavisch in jedem Jahr exakt so eintrudeln muss. Sofern die potenzielle Gesamtrendite aber unter 10 % liegt, lasse ich die Finger davon. Bei FS KKR Capital ist die Dividendenrendite schon sehr attraktiv - aber eben auch, weil der Kurs do deutlich unterhalb des NAV notiert. Sollte er endlich (und verdientermaßen) diesen Abschlag abbauen, sinkt auch die Dividendenrendite, obwohl die absoluten Dividenden weiter steigen sollten.

      FS KKR Capital ist eine besonders reizvolle BDC. KKR gehört zu meinen bevorzugten Investments und ich habe sie zuletzt wieder aufgestockt (neben Apollo Global und Blackstone). Ich sehe FS KKR Capital als interessante Ergänzung zu den Alternativen Asset Managern, nicht als "Entweder-Oder-Investment".

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  3. Leider kann man FS KKR auch nicht bei der DKB kaufen. Wo kann man diese kaufen?

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  4. Bei der Commerzbank und der comdirect (da habe ich meine Depots und konnte das checken bzw. die Orders ausführen). Des Weiteren wurde mir gesagt bei degiro und Captrader, aber das kann ich nicht überprüfen.

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    1. Bei Onvista (Tochter der Comdirect) geht die Order auch. Was mich an den über ein deutsches Depot gekauft BDCs stört, ist, dass zumindest einige, wie die FS KKR, als Fonds geführt werden. Damit unterliegen diese dem gleichen Besteuerungsregime wie z. B. ETFs: Teilfreistellung etc. Ergo: ich kaufe BDC nur über mein Depot bei IB Brokers (Irland). Dort werden diese wie normale Aktien besteuert. Ich habe nur im Rahmen der Einkommensteuererklärung entsprechend etwas mehr Arbeit, um die Dividenden richtig zu versteuern.

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  5. Bei Degiro geht es nur über Tradegate (FS5A), bei Interactive direkt in USA (FSK).

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  6. Bei der ING diBa geht's auch.

    Den _großen_ Nachteil bei der Besteuerung sehe ich nicht. Gewinne sind immer zu versteuern. Egal ob ETF oder Aktien. Bei ETFs kommt halt nur die jährliche Besteuerung auf "Kursgewinne" dazu. Müßtest Du vermutlich bei CapTrader eigentlich auch machen, wenn es vom dt. Fiskus nicht als Firma angesehen wird. Außer unsere Broker sehen das falsch.

    Gruß Konrad

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    1. Echt wie? Bei mir gehts nicht. Es erscheint eine Meldung, dass der Handel nicht möglich ist, wegen einem fehlenden Basisinformationsblattes.

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    2. Bei der ING soll es über die APP funktionieren mit Börsenplatz München.

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    3. Besten Dank, ja München klappt :)

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  7. Bei Flatex funktioniert die Order auch.

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  8. Auch bei Scalable soll man FS KKR Capital problemlos ordern können.

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  9. Was für ein Gemurkse. Auslöser ist übrigens die zweite europäische Finanzmarktrichtlinie (MiFID II), die am 3.1.2018 in Kraft getreten ist. Seitdem irrlichtern Banken und Broker bei BDCs, REITs, MLPs herum, stufen sie teilweise (eigenmächtig) als AIFs ein (Alternative Investment Fonds) oder erklären, es würden irgendwelche zwingend benötigten Unterlagen fehlen. Daher sind solche Aktien bei einigen Brokern/Banken handelbar, bei anderen nicht. Oder nur unter erschwerten Bedingungen.

    Bei der Dividendenbehandlung kann dann die nächste Verwirrung aufkommen, wenn die dann von den jeweiligen Banken/Brokern unterschiedlich behandelt und verbucht werden. Was ggf. zu unterschiedlicher Behandlung in der eigenen Einkommensteuererklärung führt.

    Das Ganze ist ein absolutes Armutszeugnis für den Finanzstandort Deutschland, da gibt es nichts zu beschönigen. Und unter Sparbuchkanzler Scholz wird es da auch keine Besserung geben, da schon mal gar kein Verständnis für die Problematik vorhanden ist. Peinlich. Und Ätzend. =(

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  10. Hat jemand Erfahrungen wie das steuerlich bei Onvista läuft mit diesem BDC? Die Quellensteuer USA sind ja 30 %. Bei "normalen" Aktien bekomme ich 15 % angerechnet und die restlichen 15 % werden aufgrund eines Abkommens mit den US-Steuerbehörden nicht einbehalten. Alles gut also. Läuft das bei diesem BDC jetzt anders und ich bekomme 30 % Quellensteuer + 25 % deutsche Abgeltungssteuer abgezogen?

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    1. Bei Onvista gilt der erste von dir beschriebene Fall, also keine Doppelbesteuerung.

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  11. Hallo Herr Kissig,

    welche sind denn Ihre BDC Favoriten im Moment außer FS KKR? Die gleiche Frage würde ich gerne in Bezug REITs anschließen; ist ja bei beiden essentiell die faulen Eier rauszufiltern...

    Beste Grüße
    Bill

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    1. Moin Bill,
      bei REITs bin ich nicht so aktiv; ich habe da eigentlich nur die beiden Tower-REITS American Tower und Crown Castle auf dem Schirm. Data Center-REITs finde ich auch noch interessant, aber da halte ich meinen Zeh nicht ins Wasser. Mein Favorit AMT hat ja vor einiger Zeit angefangen, in diesem Bereich zu expandieren, das reicht mir. Des Weiteren läuft bei mir auf der Watchlist auch der Bereich Self Storage mit und hier vor allem Marktführer Public Storage. Die waren mir aber deutlich zu teuer geworden und auch der jüngste Kursrutsch bepreist die Aktie noch sehr optimistisch. Bin hier aber auf der Lauer.

      Bei BDCs bin ich ja schon länger raus aus dem Business. Mit FS KKR Capital habe ich mich mal wieder an das Thema herangewagt, aber eben auch, weil KKR dort das Management führt. Insofern sehe ich gerade bei FSK hohe Kompetenz, attraktives Geschäftsfeld und attraktive Bewertung zusammenkommen und habe zugegriffen.

      Zu meinen früheren Favoriten im Sektor gehörten die qualitativ höherwertigen BDCs MAIN (Main Street Capital war immer schon sehr hoch bewertet), GAIN (Gladstone Investment) und TSLX (heißen jetzt Sixth Street Speciality Lending). Ich kann aber zu den dreien keine fundierte Meinung abgeben, weil ich mir die Unternehmen schon länger nicht mehr angesehen habe.

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