Freitag, 27. Januar 2012

Was ist... die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen. Dividenden sind der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. In Deutschland erfolgt dies üblicherweise einmal im Jahr, in den USA sind auch halb- oder vierteljährliche Dividendenausschüttungen gängige Praxis. Dort schwanken die Dividendenhöhen auch stärker als in Deutschland, weil hierzulande einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik der Vorzug gegeben wird. Deshalb werden in besonders erfolgreichen Jahren auch zuweilen einmalige Boni gezahlt und als solche gekennzeichnet, um nicht im nächsten Jahr die Dividenden wieder senken zu müssen.

Die Dividende wird von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands festgelegt und beträgt zumeist zwischen 40% und 60% des Jahresgewinns des Unternehmens. Der Rest verbleibt im Unternehmen und erhöht so nicht nur den Unternehmenswert, sondern stellt der Firma auch Investitionsmittel zur Verfügung.

Am Tag der Dividendenzahlung wird die Bruttodividende vom Börsenkurs abgezogen (sog. Dividendenabschlag), so dass dieser zumeist ein deutliches Minus aufweist. Nicht selten fängt sich der Kurs aber ziemlich schnell, da Anleger auf dem verbilligten Niveau gerne zugreifen. Denn die Dividendenzahlung muss ja von Privatpersonen pauschal versteuert werden ("Abgeltungssteuer"), während Kapitalgesellschaften erhaltene Dividendenzahlungen zumeist steuerfrei vereinnahmen können.

Je nach Höhe des Börsenkurses, ergibt sich in Verbindung mit der Nettodividende eine Dividendenrendite. Sie errechnet sich wie folgt:

Dividendenrendite  = Dividende : Aktienkurs x 100.

Je höher die Dividendenrendite, desto attraktiver ist die Aktie im Vergleich mit anderen Anlageformen, wie Festgeld, Pfandbriefen oder Obligationen.

Die Dividende ist also aus Sicht des Aktionärs die Verzinsung auf das von ihm eingesetzte Eigenkapital. Dabei ist eine hohe Dividendenrendite attraktiver als eine niedrigere, denn sie konkurriert mit anderen Anlageformen, wie Festgeld, Schatzbriefen oder Anleihen. Und dabei ist nicht sicher, ob und in welcher Höhe die Dividenden anfallen, denn sie sind ja stark davon abhängig, wie gut die Geschäfte des Unternehmens im vergangenen Jahr verliefen. Neben der Rendite selbst gehört zur Einschätzung also auch, ob das Unternehmen weiterhin auf gleichem oder besser noch erhöhtem Niveau Gewinne erwirtschaften kann. Zwar können einzelne schlechtere Jahre mal durch die Verwendung von Rücklagen aufgefangen werden, aber eine sich nachhaltig verschlechternde Ertragslage wirkt sich zwangsläufig auch auf die Höhe der Dividende und den Börsenkurs aus.

Dividenden sind nur ein Faktor bei der Bewertung von Unternehmen für die Aktienanlage. Allerdings kann man mit ihnen auch ein "zweites Einkommen" generieren, indem man gezielt Aktien mit hohen Dividendenrenditen für seine langfristige Aktienanlage auswählt und dabei auch berücksichtigt, wann die jeweiligen Ausschüttungen erfolgen. Die meisten Unternehmen halten zwischen Mai und August ihre Hauptversammlungen ab und schütten dem entsprechend die Dividenden aus.

Für Anleger, die ihren Fokus besonders auf hohe und nachhaltige Dividendenausschüttungen legen, gibt es spezielle Dividendenstrategien, wie die "Dogs of the Dow", die "Low-Five" oder die "Foolish Four". Fester Bestandteil solcher Strategien sind die sog. Dividendenaristorkraten, also Unternehmen, die bereits seit Jahrzehnten konstante oder gar steigende Dividenden auskehren.

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