Sonntag, 5. März 2017

Was ist... eine Business Development Company (BDC)?

Eine Business Development Company (BDC) ist ein in den USA tätiger Finanzinvestor für kleine und mittlere nicht-börsennotierte Unternehmen. BDCs stellen etablierten Unternehmen sowie Startups Kapital zur Verfügung, entweder in Form von Eigenkapital, so dass die BDC Miteigentümerin wird, oder durch Fremdkapitalhingabe als nachrangige Kredittitel mit niedrigerem Investment-Grade ("Private Debt") oder als sog. Collateralized Loan Obligations (CLOs), also verbriefte Unternehmenskredite.

BDCs vergeben ihre Mittel traditionell an kleine, weniger beachtete Unternehmen, die eine niedrigere Bonität aufweisen und daher auch höhere Finanzierungskosten akzeptieren (müssen).

Ein wesentliches Merkmal einer BDC ist, dass sie selbst börsennotiert ist und somit Anlegern die Möglichkeit bietet, sich über den Kauf von Aktien der BDC an dem ansonsten eher schwer zugänglichen Markt der privaten Unternehmenskredite und Venture Capital Finanzierungen zu beteiligen. Und das, ohne sich an einem illiquiden, geschlossenen Fonds zu beteiligen, bei dem man als Anleger erst durch Verkauf der Assets bzw. Auflösung des Fonds wieder an sein Geld kommt.

BDCs unterliegen strengen Regularien; sie müssen sich als BDC registrieren lassen und dazu ist erforderlich, dass sie die Voraussetzungen des Investment Company Act von 1940 erfüllen bzw. einer speziell für BDCs im Jahr 1980 geschaffenen Ergänzung. Der US-Kongress wollte nämlich jungen, aufstrebenden Firmen dabei helfen, die nötigen Finanzmittel zu erhalten.

Die meisten BDCs wählen aus steuerlichen Gründen die Form der "Regulierten Investment Company" (RIC) und eine Konsequenz hieraus ist, dass sie mindestens 90% ihrer steuerrelevanten Gewinne ("Taxable Income") an ihre Anteilseigner ausschütten müssen. Hier sind sie mit den inzwischen auch in Deutschland bekannten REITs (Real-Investment-Trust) vergleichbar. BDCs weisen daher nicht selten zweistellige Dividendenrenditen aus und werden insbesondere von Dividendeninvestoren hoch geschätzt.

Weitere Beschränkungen aufgrund des RIC-Status resultieren aus einer gewollten breiten Diversifikation der Investments. So dürfen BDCs nicht mehr als 5% ihres Kapitals in eine Anlage stecken, sie dürfen nicht mehr als 10% der Anteile an einem Asset erwerben und sie dürfen nicht mehr 25 ihres Kapitals in der selben Branche investieren. Durch diese Einschränkungen sollen Risiken verteilt und BDC-Aktionäre geschützt werden.

Eine Besonderheit gibt es noch bei den BDCs, die sie in zwei Gruppen teilt: die einen verwalten ihre Assets selbst, andere bedienen sich externer Manager und zahlen hierfür in der Regel eine Vergütung von durchschnittlich 1,5% auf die Asset-Summe. KCAP Financial Inc. hat z.B. zwei Tochterunternehmen, die KCAPs eigene Assets verwalten und auch für andere die Verwaltung gegen Entgelt übernehmen. TICC Capital Corp. hingegen setzt auf externe Manager.

Über Chancen, Risiken und Dividendenrenditen
Die hohe Dividendenrendite ist für Investoren nur die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite ist das überdurchschnittliche Risiko, das in der Art des Geschäfts begründet ist. BDCs reagieren daher äußerst sensibel auf veränderte Konjunkturbedingungen und Veränderungen des Zinsumfelds. Die hohen Dividendenrenditen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern müssen von den BDCs durch Zinsen, Dividenden und/oder Managementgebühren erst verdient werden. Anleger sollten die üppigen Dividenden, die zumeist quartalsweise oder sogar monatlich ausgeschüttet werden, nicht als alleiniges Investmentkriterium heranziehen, sondern sich mit den einzelnen Anlagen der BDCs beschäftigen. Welcher Art diese Assets sind, wie die Bonität der Schuldner einzustufen ist, wie die BDC selbst mit ggf. nötigen Abwertungen ihrer Assets umgeht. Denn dass BDCs mit Abschlägen auf ihren Nettoinventarwert (NAV) an der Börse gehandelt werden, ist üblich und kein Indiz für ein besonderes Schnäppchen. Denn 20 prozentige Abschläge sind hierbei keine Seltenheit.

Eine Liste von BDCs (nach Marktkapitalisierung per 01.12.2014, ohne Anspruch auf Vollständigkeit; Quelle: Forbes):

TickerNameBörsenbewertung Börsengang
ARCCAres Capital Corp.5,058.7 Mio. $ 05.10.2004
ACASAmerican Capital, Ltd.3,916.2 Mio. $ 28.08.1997
PSECProspect Capital Corp.3,325.1 Mio. $ 27.07.2004
FSICFS Investment Corp.2,479.0 Mio. $ 16.04.2014
AINVApollo Investment Corp.1,901.0 Mio. $ 06.04.2004
MAINMain Street Capital Corp.1,376.3 Mio. $ 05.10.2007
FSCFifth Street Finance Corp.1,338.4 Mio. $ 12.06.2008
HTGCHercules Technology Growth Capital, Inc.958.9 Mio. $ 09.06.2005
TSLXTPG Specialty Lending Inc.888.4 Mio. $ 20.03.2014
PNNTPennantPark Investment Corp.810.3 Mio. $ 19.04.2007
GBDCGolub Capital BDC, Inc.792.1 Mio. $ 05.04.2010
SLRCSolar Capital Ltd.787.3 Mio. $ 09.02.2010
NMFCNew Mountain Finance Corp.783.0 Mio. $ 20.05.2011
TCAPTriangle Capital Corp.708.8 Mio. $ 15.02.2007
TCPCTCP Capital Corp.666.9 Mio. $ 04.04.2012
MCCMedley Capital Corp.676.7 Mio. $ 20.01.2011
BKCCBlackrock Kelso Capital Corp.643.4 Mio. $ 26.06.2007
CSWCCapital Southwest Corp.558.7 Mio. $ 01.07.1961
TICCTICC Capital Corp.520.1 Mio. $ 21.11.2003
TCRDTHL Credit, Inc.439.4 Mio. $ 21.04.2010
FSFRFifth Street Senior Floating Rate Corp.328.0 Mio. $ 11.07.2013
TAXIMedallion Financial Corp.285.6 Mio. $ 22.05.1996
KCAPKCAP Financial, Inc.274.7 Mio. $ 11.12.2006
MVCMVC Capital, Inc.255.4 Mio. $ 27.04.2000
GARSGarrison Capital Inc.243.3 Mio. $ 26.03.2013
CPTACapitala Finance Corp.238.7 Mio. $ 25.09.2013
FDUSFidus Investment Corp.232.8 Mio. $ 21.06.2011
SVVCFirsthand Technology Value Fund, Inc.227.4 Mio. $ 04.08.2011
PFLTPennantPark Floating Rate Capital Ltd.207.2 Mio. $ 08.04.2011
WHFWhiteHorse Finance, Inc.200.2 Mio. $ 04.12.2012
GSVCGSV Capital Corp.194.2 Mio. $ 28.04.2011
GAINGladstone Investment Corp.194.1 Mio. $ 02.10.2012
GLADGladstone Capital Corp.188.0 Mio. $ 27.08.2001
SUNSSolar Senior Capital Ltd.178.4 Mio. $ 24.02.2011
SCMStellus Capital Investment Corp.169.5 Mio. $ 07.11.2012
MCGCMCG Capital Corp.167.6 Mio. $ 29.11.2001
ABDCAlcentra Capital Corp.166.4 Mio. $ 08.05.2014
CMFNCM Finance Inc.165.4 Mio. $ 05.02.2014
TPVGTriplePoint Venture Growth BDC Corp.139.2 Mio. $ 06.03.2014
HRZNHorizon Technology Finance Corp.134.0 Mio. $ 28.10.2010
OHAI *)OHA Investment Corp.133.2 Mio. $ 09.11.2004
ACSFAmerican Capital Senior Floating, Ltd.131.2 Mio. $ 15.01.2014
MRCCMonroe Capital Corp.130.3 Mio. $ 24.10.2012
OFSOFS Capital Corporation110.2 Mio. $ 07.11.2012
TINYHarris & Harris Group, Inc.86.6 Mio. $ 01.01.1983
SARSaratoga Investment Corp.82.9 Mio. $ 23.03.2007
HCAPHarvest Capital Credit Corp.77.2 Mio. $ 02.05.2013
FULLFull Circle Capital Corp.71.8 Mio. $ 31.08.2010
BDCVBDCA Venture Advisor, LLC46.5 Mio. $ 26.05.2010
EQSEquus Total Return, Inc.26.5 Mio. $ 16.08.1991
RANDRand Capital Corp.20.0 Mio. $ 01.01.2001

*) Ehemals NGPC (NGP Capital Resources Company)

Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    sehr interessante Zusammenfassung der BDCs. Eine Frage die sich mir allerdings noch stellt ist die Form der Dividende. Zum Beispiel die von dir erwähnte KCAP Financial, Inc. gibt an, einem DRIP zu unterliegen. Hast du hier Erfahrungen, insbesondere wie schwierig es ist die Dividenden als deutscher Investor in Cash zu erhalten? Und unterliegen alle/viele BDCs einem DRIP?

    "We have adopted a Dividend Reinvestment Plan ("DRIP") that provides for reinvestment of our distributions on behalf of our stockholders, unless a stockholder elects to receive cash. As a result, if we declare a cash distribution, our stockholders who have not "opted out" of our DRIP will have their cash distributions automatically reinvested in additional shares of our common stock, rather than receiving cash. Please contact your broker or other financial intermediary for more information regarding the DRIP. Distributions may include net investment income, capital gains and/or return of capital. The tax status of distributions will be determined at the end of the taxable year."

    Quelle: Press Release, KCAP Financial, Inc. Announces Second Quarter 2015 Distribution of $0.21 Per Share

    MfG, Tim W.

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    1. Moin Tim,
      in der Tat, KCAP Financial hat die grundsätzliche Regelung, dass die Dividenden in einem Aktiendividendenprogramm in Form von Aktien ausgeschüttet werden. Abhilfe kann man schaffen, indem man "seinen Broker" beauftragt, einen Bardividende auszuschütten. Inwieweit dies auch bei anderen BDCs der Fall ist, müsste man jeweils einzeln klären.

      Die praktische Umsetzung kann ich noch nicht berichten, denn meine erste BDC, KCAP Financial, habe ich unmittelbar nach dem letzten Dividendenabschlag gekauft. Allerdings habe ich mit meine "Broker", der Commerzbank, die Thematik besprochen. Mehrfach. Und die Commerzbank teilte mir mit, dass sie als meine Bestandsverwalter von KCAP Financial eine Bardividende erhalte und diese ggf. als Aktienkauf ausführen müsste/würde. Die Commerzbank bietet diese Dienstleistung aber gar nicht an, sondern sie zahlt immer die Bardividende aus. Auf meine weitere Nachfrage hin wurde mir mitgeteilt, dass deutschlandweit alle Kunden, die bei der letzten Dividendenzahlung Ende August KCAP Financial in ihrem Commerzbank-Depot gehabt hätten, eine Bardividende auf ihr Girokonto gutgeschrieben bekommen hätten von der Commerzbank.

      Da ich an einer Bardividende interessiert bin, habe ich mit dieser Erläuterung - und der Zusicherung, dass ich eine Bardividende gutgeschrieben bekomme - zufrieden gegeben. Ich muss an dieser Stelle aber nochmals erwähnen, dass ich meinen Aktienbestand in einer GmbH halte (daher auch keiner der typischen Direktbroker, die ja zumeist ausschließlich Privatkunden annehmen).

      Insofern würde mich schon interessieren, ob jemand bei seinem Broker eine anderslautende Information erhalten würde. Ansonsten warte ich mal ab, wie es mit der ersten Dividende von KCAP Financial läuft.

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    2. Hallo Tim,

      für mich hört sich das einfach so an, dass die Voreinstellung bei der Kapitalmaßnahme eben Stockdividende ist. Bei Lynx bekomme ich dann eine Nachricht, dass eine Wahl bei einer Kapitalmaßnahme getroffen werden muss bis zum Ablaufdatum. Da gibt es dann eine Textfeld, wo man die gewünschte Art der Dividende anklicken muss. Bei der KCAP muss man dann eben immer bei jeder Dividende Cash anklicken (wenn man es anders will), und auf wie viele der vorhanden Aktien das anzuwenden ist.Das kommt auch bei anderen Werten so vor. Erinnere mich gerade an BP oder Santander Bank. Bei denen ist dann aber nur manchmal Stockdividende die Voreinstellung.

      Grüße
      MS

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  2. Hallo Michael,
    ich habe die Pennant im Depot und bekam letztens auch eine Dividendenankündigung seitens meiner Bank. Bei Pennant verhält es sich ähnlich. Man kann sich von der Firma aus die Dividende in Cash oder als Aktie auszahlen lassen. Meine Bank schrieb mir aber gleich, dass sie auf Cash optiert hat und ich diesen bekommen würde.
    Desweiteren bin ich gespannt inwieweit hier Steuern eingezogen werden. Beim Verkauf von Blackstone Aktien wurde mir der Gewinn/Verlust nicht gegen meinen Steuertopf gerechnet. Bei diesen Finanzkonstrukten scheinen andere Hebel zu greifen?!. Zumindestens bei Blackstone. Ich denke das hängt mit deren Gesellschaftsform zusammen (LP, limited partnership).

    Im Übrigen wollte ich mir heute ein paar TICCs ins Depot legen. Klappte nicht. Bei meiner Bank ist diese Aktie als Fond geführt (AIF - alternativer Investmentfond).
    -->
    "Den Handel von AIF-Fonds können wir, zum Schutz unsere Kunden, bis auf weiteres für Privatanleger nicht gestatten. Wir bitten Sie daher um Verständnis, das Sie den von Ihnen angefragten Fonds derzeit nicht über die XY Bank erwerben können."

    Mal was neues.

    ;-)

    Grüße
    Sven

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    1. Moin Sven,
      Blackstone ist eine L.P., eine Limited Partnership, und die unterliegt in Deutschland nicht der Abgeltungssteuer - man muss die Kursgewinne also in seiner Einkommensteuer separat erklären. So ist mein Kenntnisstand. Auch hier kann ich aus praktischer Erfahrung nicht wirklich berichten, da ja meine Aktien in einer GmbH liegen und dort keine Steuern beim Verkauf abgezogen werden - einen erzielten Gewinn muss die GmbH am Jahresende dann aber ggf. versteuern (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer).

      Deine Erfahrung mit TICC finde ich krass. Hast Du die richtige WKN (A0M86M) verwendet?

      Hattest Du übrigens wegen der KCAP-Dividende was von Deinem Broker erfahren? Wir hatten uns doch dies bezüglich mal per Mail ausgetauscht?

      Die PennantPark gefällt mir nicht so, weil sie recht stark im Öl- und Gasbereich exponiert sind, ebenso wie Apollo Investment. Da habe ich dann schnell das miese Gefühl, dass dort noch Abwertungsbedarf bei den Assets schlummern könnte, eine Diskussion die ja auch bei Prospect Capital regelmäßig für schlechte Stimmung sorgt.

      KCAP ist hier wenig bis gar nicht exponiert und TICC sowie Triangle auch nicht. Oder New Mountain Finance. Anders als KCAP notieren diese aber nicht deutlich unterhalb des NAV und haben "nur" Dividendenrenditen von knapp unter 10%. Da muss man dann abwägen, ob man auf eine BDC setzen will oder doch lieber auf die Finanzinvestoren Blackstone Group und KKR & Co. Denn beide haben Dividendenrenditen von gut 9%, sind aber viel breiter aufgestellt als BDCs, was die Assets angeht.

      Bei KCAP Financial scheint man allerdings ans Ende des Wachstums gestoßen zu sein, weil BDCs ja nur begrenzt Fremdkapital einsetzen dürfen und KCAP hier nicht mehr viel Spielraum für neue Investments hat. Daher auch der Wunsch nach mehr Eigenkapital (in Form der Aktiendividenden). KCAP Financial ist bei den BDCs bisher mein Favorit.

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  3. Hallo Sven,

    wenn man schwerpunktmäßig in Amerika anlegen will, dann lohnt sich ein Wechsel zu einem anderen Broker, der nicht den deutschen Beschränkungen unterliegt. Man sollte sich da emanzipieren. Die Ableger von IB (Interactive Brokers) sind zwar deutsch geführt, rechtlich aber in GB angesiedelt. So ist es zumindest bei meinem Lynxbroker. Da gibt es noch günstiger inzwischen: Banx und CapTrader ... DeGiro wird auch als Alternative oft genannt.
    Man muss sich zwar am Jahresende selbst um die Nachversteuerung per Anlage KAP kümmern, aber das im Gegenzug offene Anlageuniversum macht das wett. Man fühlt sich nicht so dämlich wie Du es da beschreibst. Gerade die vielen MLPs, LLCs usw. Es gibt so viele Anlagemöglichkeiten, die man unter deutschen Regularien nicht, oder nur beschränkt nutzen kann.

    Guten Erfolg
    MS

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  4. Ich habe gerade auch mal versucht, einen Kauf für TCAP zu beauftragen.
    Genau das gleiche Spiel: kein Weiterkommen. Schon kurios.
    Bzgl. KCAP habe ich nichts in Erfahrung bringen können, ich lass mich da jetzt einfach mal überraschen.
    Die nächste Dividendenkündigung sollte ja Anfang Oktober ins Haus stehen, dann weiß ich mehr und lasse es dich wissen falls du nicht schon eher informiert bist.
    Grüße
    Sven

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    1. Hast Du denn als Börse Frankfurt gewählt (natürlich nur zwischen 8:00 und 20:00), Sven? Da werden die Aktien von TICC, TCAP und KCAP ja gehandelt und ich konnte sie dort jeweils ordern.

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  5. Moin,
    ja. Klar.
    Dies ist das Statement welches mir meine Bank dann einblendet:

    "Aufgrund der Regelungen im Kapitalanlagegesetzbuch (Kurz: KAGB) wird seit Dezember 2013 bei Investmentfonds zwischen "Organismus für gemeinsame Anlage in Wertpapieren" (Kurz: OGAW) und "alternative Investmentfonds" (Kurz: AIF) unterschieden.

    Den Handel von AIF-Fonds können wir, zum Schutz unsere Kunden, bis auf weiteres für Privatanleger nicht gestatten. Wir bitten Sie daher um Verständnis, das Sie den von Ihnen angefragten Fonds derzeit nicht über die DKB AG erwerben können."

    Keine Ahnung warum die Bank diese Aktie als Fond behandelt.
    Werde mal nachfragen demnächst.

    Gruß
    Sven

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    1. Das klingt nach einen DKB-internen Problem und ist ja sehr hinderlich, wenn es eine ganze Reihe/Klasse von Aktien betrifft. Aber KCAP wiederum nicht? Dann musste halt mehr von denen kaufen, Sven... ;-)

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    2. Warum eine Aktie als Fonds behandelt wird, habe ich mir als österreichischer BDC-Investor auch nicht erklären können.
      Da es sich um die Umsetzung einer EU-Richtlinie handelt, werden ähnliche Bestimmungen auch in Deutschland gelten.
      Die steuerliche Behandlung ist allerdings anders.
      Da in Österreich auch der thesaurierte Substanzgewinn
      (z.B. ein Aktienfonds verkauft Aktien mit Gewinn)
      jährlich versteuert werden muss, müssen Fonds Ihre Steuerdaten melden.
      Tun sie das nicht, schlägt die nachfolgend beschriebene Steuerkeule voll zu.
      In Deutschland müssen Substanzgewinne(ausserordendliche Erträge) nur dann
      versteuert werden, wenn sie ausgeschüttet werden, bzw. beim Verkauf des Fonds.
      (http://www.franklintempleton.de/de_DE/privatanleger/fondswissen/fondsbesteuerung)

      Hier nun die Info, die ich von meinem Broker erhalten habe:
      Mit Jahresende 2015 wurden aufgrund des AIFMG (Alternative Investmentfonds Manager-Gesetz),
      teilweise auch solche Wertpapiere der Pauschal-KESt nach
      Investmentfondsgesetz 2011 unterworfen, welche nicht als Investmentfonds begeben wurden.
      Es handelt sich um ein aufsichtsrechtliches bzw.
      meldetechnisches Thema der Einstufung der Produkte durch den Emittent und
      nicht durch die depotführende Bank. Jeder Emittent muss seine begebenen Wertpapiere selbst deklarieren.
      Auf die zivilrechtliche Ausgestaltung des Wertpapiers kommt es hierbei nicht an.
      So können auch Zertifikate, Aktien oder Genussscheine gemäß AIFMG als
      Alternative Investment Fonds (AIF) eingestuft werden.
      Eine Einstufung als AIF hat zur Folge, dass diese Titel steuerlich als
      Investmentfonds zu behandeln sind. Da eine Vielzahl an nunmehr als AIF
      eingestufte Titel keine transparenten Steuerdaten liefern (können), sind die
      zum KESt-Abzug verpflichteten Banken verpflichtet die Pauschalbesteuerung
      für intransparente Fonds abzuführen. Die Pauschalbesteuerungsregelung gemäß
      § 186 Abs 2 Z 3 InvFG 2011 sieht vor, dass 90% des positiven
      Unterschiedsbetrags oder mindestens 10 % des letzten Preises/Rechenwerts der
      KESt unterworfen wird.

      Da kann man nur froh sein, wenn man in Deutschland steuerpflichtig ist!!!

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  6. Ich habe neben Reits schon seit längerem BDC's im Depot und bekomme immer problemlos die Dividende in bar ausgezahlt. Käufe über comdirekt wurden immer ohne Beanstandungen ausgeführt.
    Meine BDC's im Depot sind ARCC, MAIN, TSLX, HTGC, PFLT.

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    1. Ich vermute mal, dass die automatischen Aktienrückkaufprogramme vor allem/nur amerikanische Aktionäre betreffen. Deutsche Banken machen es sich einfach und geben die Bardividende, die sie erhalten, an die Aktionäre weiter. Ist für sie der geringste Aufwand.

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  7. hallo
    ich habe PSEC im Depot und bekomme jeden Monat ein Schriben wo ich zwischen Aktien oder
    Bar wählen kann habe das auch einmal gemacht
    die Stücke wurden Problemlos eingebucht
    Tschü

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    1. Okay, ich denke, es hängt von der depotführenden Bank in Deutschland ab, ob die diese Option anbieten. Die Commerzbank und die DKB jedenfalls nicht, hier wird ausschließlich eine Bardividende ausgeschüttet.

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  8. Hallo,

    ich habe ebenfalls das Problem, dass meine Bank mir nicht erlaubt AIF's speziell PSEC zu erwerben. Hat mit dem seit 2013 in Kraft getretenem KASG Gesetz zu tun.

    Kann das Problem umgangen werden, in dem man zum Beispiel einen britischen Broker wählt? Hat jemamd Erfahrungen damit und kann mir einen empfehlen? Wichtig sind mir keine Gebühren auf Dividenzahlungen. Ich danke euch.

    Finde dieses Gesetz übrigens ziemlich Dreist. Das Anlageberater eingeschränkt werden risikoreiche Produkte zu empfehlen wäre ja in Ordnung aber ich möchte doch gern selbst entscheiden, was ich mit meinem Geld mache und was nicht.

    Grüße
    Sebastian

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  9. Wissenslücke?

    Hallo Hr. Kissig,

    mir ist speziell bei KCAP und auch Fifth Street Finance aufgefallen, dass die NAV´s praktisch ständig fallen.

    Gibt es dafür einen Grund, der in den BDC´s selbst liegt oder ist dies, wie bei anderen Unternehmen auch, eher ein schlechtes Zeichen?

    Danke für eine Antwort!

    Stefan Remmel

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    1. Moin Herr Remmel,

      wenn der NAV fällt, also der Buchwert, dann ist das oft ein schlechtes Zeichen. Entweder das Unternehmen hat etwas verkauft, dann müsste ja ein entsprechender Geldbetrag eingegangen sein und das Ergebnis wäre neutral. Oder aber man hat mit Verlust verkauft, dann war der Wert zuvor zu hoch angesetzt. Entsprechend verhält es sich mit Wertberichtigungen bzw. Abschreibungen. Da gibt es noch keinen Verkauf, aber man setzt vorsichtshalber den Wert schon einmal herunter, weil der volle Wert wohl nicht mehr zu erzielen wäre.

      Fifth Strret habe ich nicht auf dem Schirm, aber bzgl. KCAP Financial hatte ich mich ja vor einiger Zeit sehr kritisch zur Unternehmenspolitik geäußert.

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    2. Guten Morgen, Hr. Kissig,

      danke für Ihre Antwort.

      Bei Gladstone ist der NAV ja die letzten Jahre auch immer weiter gefallen. Gleichzeitig war dies ja auch bei den Banken der Fall, weil sie durch die immer weiter fallenden Zinsen fast nichts mehr verdient haben, oder Verluste einfuhren.

      Wäre dies dann eine Begründung für den gefallenen NAV bei Gladstone und im Umkehrschluß zu erwarten, dass bei wieder steigenen Zinsen sich auch der NAV von Gladstone wieder steigert? Oder ist diese Vermutung aus Ihrer Sicht falsch?

      Gruß

      Stefan Remmel

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    3. Moin Herr Remmel,

      die meisten BDCs haben Vertragsbestimmungen gewählt, die ihnen die Möglichkeit geben, bei steigenden Zinsen auch ihre Konditionen nach oben anzupassen; BDCs gelten daher eher als Nutznießer einer Zinswende.

      Es sind zuletzt alle Kurse unter Druck geraten, der Fear-and-Greed-Index von CNN Money hat auf einer Skala von 0 bis 100 inzwischen die 16 erreicht und befindet sich im Panik-Terrain, während gleichzeitig die Ölpreise nachgeben. Da BDCs in die kleinen und mittleren Unternehmen investieren bzw. diesen Geld leihen, und u.a. auch die US-Öl-und Gasindustrie und deren Zulieferer in den Portfolios haben, reagieren die Aktienkurse der BDCs hier schon sensibel. Man muss nur zum Jahresanfang 2016 zurückblicken, als es am BDC-Markt zu wahren Ausverkaufskursen kam. Man muss auch bedenken, dass die von den BDCs finanzierten Unternehmen eine eher mittlere bis unterdurchschnittliche Bonität aufweisen, sonst würden sie ja bei den Banken selbst Kredite bekommen und müssten nicht die hohen Zinsen bei den BDCs akzeptieren. Die hohen Gewinne bei MAIN, GLAD, TCAP und anderen und die daraus resultierenden üppigen Dividendenrenditen speisen sich ja aus diesen hohen Zinseinnahmen - und getreu dem Gesetz von Angebot und Nachfrage muss der hohe Zinsen zahlen, der weniger solvent ist, während der gut Situierte weniger Zinsen zahlen muss. Weil sein Risikoprofil niedriger veranschlagt wird. BDCs sind ja explizit zur Mittelstandsfinanzierung "erschaffen" worden, gerade weil die Banken hier strengere Kreditvergabevorschriften haben.

      Zum NAV... der fällt, weil nicht alle Unternehmen, die von den BDCs finanziert werden, immer vollumfänglich ihre Schulden bedienen können. Irgendwer kann immer mal seine Zinsen nicht zahlen oder benötigt eine Umstrukturierung. Die ihnen zugrundeliegenden Kreditengagements bzw. Geschäftsanteile werden daher von den BDCs entsprechend bewertet und das führt zu Wertberichtigungen und Abschreibungen. Wenn dann, wie zuletzt bei MAIN geschehen, ein Vertrag vorzeitig abgelöst wird, kann es auch zu außerordentlichen Erträgen kommen. Das aber nicht während der vereinbarten Laufzeit, da gibt es nur den Abschreibungsbedarf, sofern die Geschäfte denn irgendwo schlechter laufen. Müssen sie ja nicht unbedingt.

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