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Freitag, 31. März 2023

Kissigs Portfoliocheck: Akre Capital setzt mit Roper Technologies auf die Berkshire Hathaway des Softwaresektors

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 221. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal bei Akre Capital Management. Value Investor Charles T. Akre hatte sie bis zu seinem Ausscheiden Ende 2020 geleitete und seitdem führen Chris Cerrone und John Neff die Geschäfte. Doch Akres Erfolgsprinzipien bleiben weiterhin die Basis der Entscheidungen. Die nötige Sicherheitsmarge bestand für Akre nicht zuvorderst in einem niedrigen Einkaufspreis, sondern er suchte nach Unternehmen mit bestimmten Kriterien: Gutes Management mit nachgewiesenen Erfolgen, wesentliche und dauerhaften Wettbewerbsvorteilen (ökonomischer Burggraben), langfristigen Wachstums- und Reinvestitionsmöglichkeiten, attraktivem Kaufpreis im Verhältnis zu den vom Unternehmen generierten Cashflows. Chuck Akre strebte nach einer hohen Kapitalrendite, indem er den Free Cashflow ins Verhältnis setzt mit dem eingesetzten Kapital. Dabei investierte Akre stets nach derselben Maxime wie Charlie Munger: ohne hektische Betriebsamkeit, lieber zweimal nachdenken, bevor man nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Im 4. Quartal 2022 agierte Akre Capital mit einer Turnoverrate von lediglich 1 % erneut mit ruhiger Hand. Man hält lediglich 21 Positionen in dem fokussierten Portfolio und darunter findet sich lediglich eine Neuerwerbung; der Portfoliowert sank leicht von 11,34 auf 11,06 Mrd. USD. Wie Buffett und Munger fand Akre stets großen Gefallen an Finanzwerten. Diese machten zum Ende des Quartals mit 54,4 % mehr die Hälfte seines Portfolios aus, gefolgt von Immobilienwerten mit 18,9 %, zyklischen Konsumwerten mit 11,9 %, Industriewerten mit 6,5 %, Gesundheitsunternehmen mit 4,3 % und Technologiewerten mit 3,9 %.

Mastercard bleibt auf der Poleposition im Depot und bringt es inzwischen auf 18,4 % Gewichtung. Es folgt die Ratingagentur Moody’s mit 14,4 %, an der Akre inzwischen mehr als 3 % der Anteile hält. Auf den dritten Rang zurückgefallen ist inzwischen der ehemalige Spitzenreiter American Tower, auf Platz vier rangiert weiterhin Visa mit einer Gewichtung von 9,2 % und rotz des Teilverkaufs konnte O’Reilly Automotive mit gut 9 % den fünften Platz halten. In Summe stellen diese fünf größten Positionen knapp zwei Drittel des Akre-Portfolios.

Auf Platz sechs liegt Roper Technologies mit knapp 6,5 % Gewichtung, eine Beteiligungsgesellschaft mit Schwerpunkt auf strak positionierten kleinen und mittleren Softwarefirmen. Akres Einstieg erfolgte 2014, als das Unternehmen seinen Fokus vom bis dahin dominierenden Industriesektor auf Software verschob und so über die Jahre die Kapitalintensität deutlich senkte und im Gegenzug die Margen kräftig ausbaute. Roper wird inzwischen oft als Berkshire Hathaway der Softwarebranche bezeichnet - und das nicht ohne Grund...


Disclaimer: Habe Adobe, American Tower, KKR, Moody's, Roper Technologies, Verisk Analytics auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

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