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Dienstag, 2. Juni 2026

[Guru Investing] Berkshires große KI-Wette ist jetzt... Alphabet

Greg Abel hat Warren Buffett als CEO von Berkshire Hathaway beerbt und ist seit dem Jahresanfang für alle Investmententscheidungen verantwortlich. Im ersten Quartal überwogen die Verkäufe klar die Käufe, so dass Berkshires Cashberg auf atemberaubende 393 Milliarden Dollar angewachsen war – und Sorgen nährte, auch Greg Abel würde keine geeigneten Investmentziele finden. Irrtum!

Allerdings hatte Abel unter anderem sämtliche Position glattgestellt, die der zu JPMorgan gewechselte Todd Combs verantwortet hatte, während er Buffetts fünf "Japan Bets" auf jeweils über 10% an deren Kapital erhöhte hatte und bei Alphabet Berkshires Position mehr als verdreifachte auf 6,3% des Berkshire-Portfolios.
Die Beteiligung an der Google-Mutter war Ende März rund 17 Milliarden Dollar schwer und ist durch Kursgewinne seitdem auf knapp 20 Milliarden Dollar angewachsen. Und nun kommen weitere 10 Milliarden Dollar hinzu, so dass Abel Berkshires Position um ein weiteres Drittel erhöht.

Samstag, 16. Mai 2026

[Guru Investing] Greg Abel kickt die Hälfte von Buffetts Aktien aus dem Berkshire-Depot

Warren Buffetts Portfolio studiere ich schon seit viel Jahren und habe bei vielen seiner neuen und ganz alten Investments seine Beweggründe und Investmentstorys genau angesehen. Ende 2026 ging der beste Investor aller Zeiten in den verdienten Ruhestand und seitdem hat Greg Abel als sein Nachfolger nicht nur den Chefposten bei Berkshire Hathaway übernommen, sondern ist auch für das mehrere hundert Milliarden Dollar schwere Investmentportfolio zuständig.

Nun hat Berkshire sein 13F bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und die Depotveränderungen per 31.03.2026 offenbaren viel Interessantes. Vor allem scheint Greg Abel Tabula Rasa zu machen und reihenweise Positionen zu veräußern, die Buffett teilweise schon vor Jahrzehnten gekauft und dort enorme Kursgewinne und Dividendenzahlungen angehäuft hat.

Diese Entwicklungen und auch der noch einmal deutlich angewachsene Cashberg von um weitere 24 auf inzwischen über 393 Milliarden Dollar wirft einige Fragen auf...

Freitag, 15. Mai 2026

[Guru Investing] Bill Ackmanns neue Magnificent 7-Liebe ist... ausgerechnet Microsoft?!

Bill Ackman ist ein aktivistischer Investor, der sich (immer noch) gerne in börsennotierte Unternehmen einkauft, um dann deren Management öffentlichkeitswirksam zu Änderungen zu drängen, damit die unterbewerteten Qualitäten des Unternehmens gehoben werden können.

Vor einigen Jahren erweiterte Bill Ackman seinen Investorenwerkzeugkasten um neue Strategien und kauft sich inzwischen überwiegend in großartige Unternehmen ein, die über solide Cashflows und einen enormen ökonomischen Burggraben verfügen. Dabei ist sein Portfolio extrem fokussiert auf nur die aussichtsreichsten Qualitätsunternehmen, auf die er dann große Summen setzt. Und wenn er sich irrt, schmeißt er diese Aktien schnell und konsequent wieder aus dem Depot seines Hedgefonds Pershing Square.

Und auch wenn Ackmann nicht immer richtig liegt mit seinen Investments, fährt er doch insgesamt überzeugende Renditen ein. Daher lohnt ein Blick auf seine Positionsveränderungen und seine dahintersteckenden Motive allemal...

Mittwoch, 22. April 2026

[Guru Investing] Starinvestor Daniel Loeb über den "Nebel des Krieges" und wie er sich vor dem aufziehenden (Energie-Disruptions-) Sturm wappnet

Daniel Loeb
ist ein Star in der Investmentszene und man kann ihn mit vielen Attributen versehen: sympathisch, eloquent, durchsetzungsstark, erfolgreich. Und Letzteres über viele Jahre, was ihn von so manchem gefallenem Star unterscheidet, der nach kurzen, Aufsehen erregenden Erfolgen eher mit teuren Fehlgriffen auf sich aufmerksam machte.

Seit 1995 ist Loeb mit seiner eigenen Investmentfirma Third Point auf Beutejagd und sein charismatisches und freundliches Auftreten sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass er als aktivistischer Investor klare Vorstellungen hat und diese auch durchzusetzen weiß.
In seinem Investorenbrief zum 1. Quartal 2026 ging er explizit auf den Iran-Krieg und die absehbaren Folgen der "Energie-Disruption" ein - und was dagegen zu tun gedenkt und was nicht...

Donnerstag, 19. Februar 2026

Last Order: Das Ende der Portfoliochecks

Dies ist mal wieder ein Beitrag in eigener Sache; leider aus einem traurigen Anlass. Seit September 2015 schreibe ich für das damals frisch ins Leben gerufene "Aktien Magazin" von Traderfox und drei Jahre später übernahm ich auch die Kolumne "Portfoliocheck", um über die Veränderungen in den Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit zu berichten. Dazu habe ich mir auch die Investorenbriefe angesehen, in denen die "Börsengurus" ihre Einschätzung zu den Unternehmen abgegeben haben. Das bedeutete immer viel Aufwand, aber vor allem Freude und interessanten Einsichten. Doch damit ist jetzt Schluss!

Nach siebeneinhalb Jahren teilte mir Traderfox-Chef Simon Betschinger nun mit, dass die Portfoliochecks keine hohen Abrufzahlen auf der Website aufweisen und die gemessenen Seitenverweildauern zu gering seien.

Kurz gesagt: der Portfoliocheck überzeugt nicht mehr und wird daher eingestellt.

Montag, 16. Februar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Prem Watsa setzt mit Orla Mining den Goldstandard

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 322. Portfoliocheck schaue ich wieder in das Depot von Prem Watsa, einem der erfolgreichsten Value Investoren der Welt, von dem die meisten Menschen noch nie gehört haben. Er gilt als der 'kanadische Warren Buffett' und kann auf spektakuläre Renditen verweisen: auf Sicht von 35 Jahren erzielte Watsa durchschnittlich 15,7 % pro Jahr.

Fairfax Financial ist eine Holdinggesellschaft, die über ihre Tochtergesellschaften im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung und Rückversicherung sowie der damit verbundenen Anlageverwaltung tätig ist. Die vierteljährlich über das 13F-Formular an die US-Börsenaufsicht SEC zu meldenden US-Aktienpositionen geben dabei nur einen kleinen Teil der gesamten Vermögenswerte von Fairfax Financial wider. Der Gesamtwert des Vermögens von Fairfax Financial belief sich allerdings am 30.9.2025 auf 73,3 Mrd. USD wovon 11,8 Mrd. USD auf Barmittel und kurzfristige Positionen entfielen. Drei Monate zuvor waren es noch 70,3 Mrd. und 10 Mrd. USD gewesen. Watsa hatte also erneut ein sehr erfolgreiches Quartal zu verbuchen. Zu den bedeutenden Anlagen, die nicht im 13F-Bericht enthalten sind, gehören Investitionen in Griechenland und Indien, wobei die griechischen Investments hauptsächlich aus einer 32%igen Beteiligung an der Eurobank bestehen. Weitere wichtige Beteiligungen sind ein Anteil von 27 % an Thomas Cook India, 54 % an Bangalore International Airport Limited, 31 % an Quess Corp Limited, sowie der bestimmende Anteil an Fairfax India.

Doch auch der Blick in sein Aktien-Portfolio im 3. Quartal 2025 ist interessant: Das Portfolio von Fairfax Financial legte von 1,87 auf 2,06 Mrd. USD ordentlich zu. Watsas Turnoverrate sank von 5 % auf 1 % und näherte sich der Inaktivität. Unter den nun 29 Positionen befinden sich drei Neuzugänge.

Beim früheren Smartphone-Giganten und heutigen Security-Softwareanbieter BlackBerry ist Watsa schon viele Jahre an Bord und begleitete das Unternehmen durch Dick und Dünn. Seit einiger Zeit reduziert er allerdings seine Position und auch zuletzt gab er erneut 13 % seiner Anteile ab. Vollständig getrennt hat er sich von Autohome und Lifeway Foods. Auf der Kaufseite taucht das Modelabel Lululemon Athletica neu auf und auch Dollar Tree, die beide zu den größten Verlierern der letzten Jahre gehörten. Watsa setzt hier wohl auf einen erfolgreichen Turnaround. Zudem hat Watsa seine Position an Kraft Heinz moderat aufgestockt und agiert damit gegensätzlich zu Warren Buffett, der die anstehende Aufspaltung des Konzerns öffentlich kritisiert hat

In Prem Watsas Aktiendepot dominieren Rohstoffwerte mit einem Anteil von 38,5 % vor Energiewerten mit 15 % und dem Gesundheitssektor mit 12,5 %. Knapp dahinter liegen Technologiewerte mit 9,6 % und defensive Konsumwerte mit 9,5 % Gewichtung. Orla Mining sucht nach Gold-, Silber-, Zink-, Blei- und Kupferlagerstätten und ist mit einem Anteil von knapp 30 % Prem Watsas mit Abstand größte Position im Depot. Watsa begann im 3. Quartal 2022 mit seinen Käufen, als die Aktie zwischen 2,40 und 3,70 USD notierte, und stockte bei steigenden Kursen mehrfach deutich seine Position auf. Die erhöhte Aktienanzahl sowie der auf inzwischen über 17 USD gestiegene Kurs machen Orla Mining zum größten und einem der profitabelsten Investment von Prem Watsa in den letzten Jahren – und das liegt nicht alleine am deutlichen Anstieg des Goldpreises. Insgesamt gehören Watsa inzwischen rund 16,75 % an dem Minenunternehmen. Und Watsa sieht hier noch reichlich Potenzial...

-▶ zum Artikel auf aktienmagazin.de

Disclaimer: Habe Fairfax Financial auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Dienstag, 10. Februar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Mason Hawkins trennt sich von PayPal – ein bisschen und wohl zu spät…

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 333. Portfoliocheck blicke ich mal wieder in das Depot von Value Investor Mason Hawkins. Flaggschiff der von Hawkins 1975 gegründeter Southeastern Asset Management ist der Hedge-Fonds "Longleaf Partners Funds". Hawkins Anlagestil erinnert stark an den von Warren Buffett und Charlie Munger: er fokussiert sich auf eine überschaubare Zahl von Werten und hält seine Positionen zumeist viele Jahre lang. Dabei machen seine Top-10-Positionen oft mehr als die Hälfte des Portfolios aus und er investiert gern antizyklisch, setzt also auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht angesagt sind an der Wall Street. Oder auf Unternehmen, die nicht als die großen Profiteure von Megatrends wahrgenommen werden und daher nicht auf dem Radar des Marktes auftauchen. Daher finden sich in seinem Portfolio nur selten Aktien aus dem Hochtechnologiebereich, sondern eher Werte aus den klassischen Sektoren der "Old Economy".

Im 3. Quartal 2025 lag Mason Hawkins Turnoverrate mit 19 % wieder atypisch hoch. Unter seinen aktuell 49 Depotwerten finden sich sechs Neuzugänge. Der Wert seines stark fokussierten Portfolios sank im Quartal marginal von 1,98 auf 1,96 Mrd. USD. Die drei größten Beteiligungen machen rund 21 % aus, während es die fünf Schwergewichte auf gut 30 % bringen. An der Spitze von Hawkins Portfolio halten sich zyklischen Konsumwerte mit einer Gewichtung von 21,5 % vor defensiven Konsumwerten mit 14 %, Immobilienunternehmen mit 13 %, Kommunikationsdiensten mit 11,5 % und dem Gesundheitssektor mit 11 %. Es schließen sich Industriewerte mit 9,5 % an vor Energieunternehmen, die es noch auf 8 % bringen nach zuvor 11 %. Schlusslichter bilden Technologiewerte mit 6 %, Finanzunternehmen mit 5 % und Rohstoffwerte mit 1 %.

Neu eingestiegen ist Hawkins bei Rayonier, die über 2 Mio. Morgen Waldfläche in den Vereinigten Staaten besitzen und verwalten. Damit ist das Unternehmen einer der größten privaten Grundbesitzer in Nordamerika und da Rayonier als Real Investment Trust (REIT) organisiert ist, muss es keine Bundessteuern auf Erträge aus Holzernteaktivitäten zahlen. Ebenfalls ganz neu im Portfolio ist Avantor, ein Anbieter von Produkten und Dienstleistungen im Bereich Biopharma, Gesundheitswesen, Bildung und Behörden. Beim Zahlungsdino PayPal stutzte Mason Hawkins nur ganz moderat. Das Unternehmen steht schon länger unter Druck, weil das Wachstum stagniert und man technologisch den Anschluss verpasst zu haben scheint. Vor zweieinhalb Jahren wurde mit Alex Chriss ein neuer CEO ernannt und der krempelte das Unternehmen völlig um. Der Fokus lag wieder auf Innovation, Profitabilität und Kundenerfahrung, doch die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück und die jüngsten Quartalszahlen sorgten für einen ohrenbetäubenden Aufschrei. Mit Folgen...

An der Spitze des Portfolios bleibt unangefochten das Erdgasunternehmen CNX Resources, an dem Hawkins über 3,5 % der Anteile hält. Auf Rang zwei folgt erneut Mattel und neuer Drittplatzierter ist die Neuerwebung Rayonier vor Ketchup-König Kraft Heinz und dem auf den fünften Rang durchgereichten Incubator IAC.


Disclaimer: Habe IAC, PayPal auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 2. Februar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Joel Greenblatt verdoppelt seinen Einsatz bei Corning. Glasklar...

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 332. Portfoliocheck blicke ich wieder Joel Greenblatt über die Schulter. Er bevorzugt günstige und gute Unternehmen, die im Idealfall einen Katalysator aufweisen, damit absehbare Erfolge möglichst zeitnah eintreten. Auch deshalb setzt er gerne auf Sondersituationen, wie zum Beispiel Spin-offs. Greenblatt ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine "Börsenzauberformel". Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40 %.

Zum Ende des 3. Quartals 2025 hatte Joel Greenblatts Portfolio von Gotham Capital einen Wert von 23,0 Mrd. Dollar nach 16,7 Mrd. im Vorquartal. Er hielt 1.678 Werte, darunter 186 Neuaufnahmen und seine Turnover-Rate ist mit 27 % weiterhin überdurchschnittlich hoch. Der erneute starke Zuwachs im Anlagevolumen dürfte auch wieder auf einen signifikanten Zufluss neuer Investorengelder zurückzuführen sein.

Der erneute starke Zuwachs im Anlagevolumen dürfte auch wieder auf einen signifikanten Zufluss neuer Investorengelder zurückzuführen sein. Amedisys und Ansys haben sein Depot verlassen, da beide Unternehmen übernommen und anschließend delisted wurden. Amedisys wurde von Optum übernommen, einer Tochter des US-Krankenversicherungsriesen UnitedHealth, und Ansys wurde von Synopsys aufgekauft. Abgesehen hiervon dominieren die Käufe bei Greenblatts Transaktionen. Dabei setzt er neben Einzelwerten auch weiterhin auf einen breiten Marktaufschwung und hat dem entsprechend seine bevorzugten S&P 500-ETFs weiter aufgestockt. Parallel dazu erhöhte er auch das Engagement bei Apple, Nvidia und Amazon. Alle drei Werte gehören zu den sogenannten "Magnificent 7" und dominieren mit ihrer hohen Gewichtung den S&P 500 Index, so dass Greenblatt hier sein Engagement gleich doppelt hochgefahren hat. Nicht zum ersten Mal und bisher hat er damit ein ziemlich gutes Näschen bewiesen.

In Greenblatts breit gestreutem Portfolio führen weiterhin Technologiewerte mit 18 % vor Industriewerten, die es auf eine Gewichtung von 11,3 % bringen, und zyklischen Konsumwerten mit 10 %. Der Gesundheitssektor folgt mit 8 %, dahinter liegen die Finanzwerte mit 5,5 % vor Kommunikationsdiensten und defensiven Konsumwerten mit jeweils rund 4 % Gewichtung.

Die fünf größten Positionen in Greenblatts Portfolio haben sich erneut nicht verändert und bringen es zusammen auf annähernd ein Viertel seines Anlagevolumens. Neben seinen drei bevorzugten ETFs finden sich hier auch die beliebten Technologierschwergewichte Nvidia und Apple wieder, doch der SPDR S&P 500 ETF mit mehr als 16 % Anteil die mit großem Abstand gewichtigste Beteiligung dar. 

Die Aktie von Corning rangiert nicht unter den Top-Werten in Greenblatts Portfolio. Dabei ist sie mit inzwischen 85 Mrd. USD Börsengewichtung kein kleiner Brocken mehr und nachdem sich der Kurs auf Sicht von 12 Monaten mehr als verdoppelt hat, gewinnt das Unternehmen zunehmend an Aufmerksamkeit. Und das zu Recht. Denn das bereits 1851 gegründete Unternehmen ist bekannt für sein Spezialglas, die es in verschiedenen Zukunftsbranchen wie optischer Kommunikation, Displaytechnologien, Umwelttechnologien, Spezialmaterialien und Biowissenschaften einsetzt. So richtig geht es aber im Bereich KI-Rechenzentren ab, wo Cornings eigens hierfür entwickeltes Glasfaserkabel "Contour" ganz neue Maßstäbe setzt. Und der jüngste Megadeal mit Meta entfacht noch mehr Fantasie...


Disclaimer: Habe Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Nvidia auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 26. Januar 2026

Kissigs Portfoliocheck: SaaS ist sowas von out - und doch investiert Akre gerade jetzt in CCC Intelligent Solutions

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 331. Portfoliocheck schaue ich wieder einmal bei Akre Capital Management. Value Investor Charles T. Akre hatte sie bis zu seinem Ausscheiden Ende 2020 geleitete und seitdem führen Chris Cerrone und John Neff die Geschäfte. Doch Akres Erfolgsprinzipien bleiben weiterhin die Basis der Entscheidungen. Die nötige Sicherheitsmarge bestand für Akre nicht zuvorderst in einem niedrigen Einkaufspreis, sondern er suchte nach Unternehmen mit bestimmten Kriterien: Gutes Management mit nachgewiesenen Erfolgen, wesentliche und dauerhaften Wettbewerbsvorteilen (ökonomischer Burggraben), langfristigen Wachstums- und Reinvestitionsmöglichkeiten, attraktivem Kaufpreis im Verhältnis zu den vom Unternehmen generierten Cashflows. Neudeutsch formuliert setzte Chuck Akre bevorzugt auf 'Compounding Machines'. Chuck Akre strebte nach einer hohen Kapitalrendite, indem er den Free Cashflow ins Verhältnis setzt mit dem eingesetzten Kapital. Dabei investierte Akre stets nach derselben Maxime wie Charlie Munger: ohne hektische Betriebsamkeit, lieber zweimal nachdenken, bevor man nichts tut. Und als Anhänger des 'Focus Investing' konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Im 3. Quartal 2025 agierte Akre erneut mit der bekannten ruhigen Hand, wenngleich die Turnoverrate auf 5 % anstieg. Beim Medizintechnikspezialisten Danaher halbierte Akre seine Position, doch mit den zwischenzeitlich erfolgten Spin-offs von Fortive, Envista und Veralto ist Danaher eines der erfolgreichsten Investments - obwohl der Kurs noch immer weit unterhalb seiner Höchststände aus dem Corona-Boom 2021 liegt. Ebenso stark baute Akre seinen Bestand an American Tower ab, doch bei seiner ehemals größten Position ist er schon seit einiger Zeit auf der Verkäuferseite. Des Weiteren stieß Akre erneut Aktien des Serial Acquirers Roper Technologies ab zum drei- bis vierfachen des EInstandskurses. Im Gegenzug wurde die im Vorquartal neu etablierte Position an Fair Isaac massiv erhöht, die den sogenannten FICO-Score ermitteln, was mit unserer Schufa vergleichbar ist. Und dann ist da noch CCC Intelligent Solutions, wo Akre seit Anfang 2024 investiert ist und die Position bei fallenden Kursen immer weiter aufstockt. CCC ist auf die Schaden- und Unfallversicherungsbranche spezialisiert und hauptsächlich in den USA und China tätig und bietet eine cloudbasierte Plattform für den Versicherungssektor, die komplexe Prozesse und Interaktionen digitalisiert und mithilfe künstlicher Intelligenz Arbeitsabläufe wie die Erkennung von Fahrzeugschäden, die Reparaturkalkulation und die Abwicklung von Schadenfällen optimiert. Inzwischen zählen bereits über 35.000 Unternehmen zu CCCs Netzwerk, darunter mehr als 300 Versicherer und 30.500 Reparaturbetriebe sowie zahlreiche Automobilhersteller, Zulieferer und Kreditgeber. Und genau dieses Netzwerk weckt Akres Interesse, denn der Netzwerkeffekt ist einer der wichtigsten Burggrabeneffekte überhaupt.

Akre Capitals Portfoliowert sank in diesem Quartal erneut leicht auf 10 Mrd. USD. Das fokussierte Portfolio enthält unverändert 19 Positionen und es erfolgten dementsprechend keine Neuerwerbungen. Wie Buffett und Munger fand Akre stets großen Gefallen an Finanzwerten und diese machen nun mit 63 % beinahe zwei Drittel des Portfolios aus. Dahinter folgen zyklische Konsumtitel mit 13,5 % Gewichtung vor Technologiewerten mit 11,1 %, Immobilienwerten mit 8,7 %, Gesundheitswerten mit 3,6 % und Industriewerten mit 1,9 %.

Die fünf größten Positionen Mastercard, Brookfield, KKR, VISA und Moody's bringen es zusammen auf 62 % Gewichtung. Dieses Finanz-Quintett führt schon länger Akres Portfolio an, doch nun haben VISA und Moody’s zumindest mal die Plätze getauscht. Die überschaubare Restposition an American Tower ist inzwischen aus Akres Top 10 gefallen, während sich CCC Intelligent Solutions auf Schlagdistanz herangearbeitet hat.


Disclaimer: Habe Brookfield, KKR, Mastercard, Moody's auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 19. Januar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Buffett im (Un-)Ruhestand – und was wird jetzt aus Berkshire?

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 330. Portfoliocheck blicke ich wieder Warren Buffett über die Schulter. Seine Performance ist atemberaubend: über mehr als 50 Jahre hinweg legte er eine Rendite von fast 20 % pro Jahr hin und schlug den S&P 500 in den meisten Jahren. Das "Orakel von Omaha", wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch ehrfurchtsvoll genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Ende des 3. Quartals 2025 hatte Buffett 41 Aktienpositionen im Depot, darunter eine Neuaufnahme, während der Gesamtwert seines Aktienportfolios leicht auf 267,3 Mrd. USD anwuchs. Sein Portfolio bleibt stark fokussiert, denn die drei größten Positionen stellen mehr als die Hälfte des Gesamtwerts und die fünf größten Positionen bringen es auf mehr als zwei Drittel Gewichtung. Mit einer Turnoverrate von 2 % war er etwas aktiver als zuvor, aber insgesamt gewohnt passiv. Er hat Aktien im Wert von 7,1 Mrd. USD gekauft, aber im Gegenzug Verkäufe im Volumen von 11,6 Mrd. USD getätigt. Er war also erneut Nettoverkäufe von Aktien und Berkshires Aktienquote sank mit 267,3 Mrd. USD auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren – auch wenn der Depotwert sich dank steigender Börsenkurse um knapp 10 Mrd. USD erhöht hat.

Spitzenreiter bei der Sektorgewichtung bleiben weiterhin die Finanzwerte mit wieder deutlich erhöhtem Anteil von 41 %, während die dahinter liegenden Technologiewerte 23,6 % auf die Waage bringen. Defensive Konsumwerte sanken leicht auf 15,0 %, halten sich aber vor dem Energiesektor mit 11,8 % und den Kommunikationswerten, die ihren Anteil auf 3,5 % annähernd verdoppelt haben und damit die Gesundheitsbranche überholten, die weiter nachgab auf 2,3 %.

Nach einer vorübergehenden Pause hat Buffett nun zum zweiten Mal wieder Apple-Aktien verkauft. Er trennte sich von 14,8 Mio. Anteilen bzw. knapp 15 % seines Bestands. Und auch bei der Bank of America blieb er auf der Verkäuferseite und stieß weitere 6 % seiner Position ab, während er bei VeriSign sogar ein Drittel seiner Position verkauft hat.

Erneut aufgestockt hat Buffett seine Position am Spezialversicherer Chubb Ltd., SiriusXM und an Domino's Pizza. Besonders bemerkenswert ist allerdings Buffetts Einstieg bei der Google-Mutter Alphabet. Den Zug hatte er immer wieder verpasst und im Jahr 2017 angemerkt, dass er Google schon vor Jahren hätte kaufen sollen.

Und doch ist dies alles nur Begleitmusik, denn die eigentliche Geschichte spielt sich woanders ab: nach 60 Jahren auf dem Chefposten ist Warren Buffett ins zweite Glied zurückgetreten und hat den Staffelstab an Greg Abel übergeben. Operativ liefen die Geschäfte bei Berkshire hervorragend, aber der Kurs preist schon länger den "Buffett-Faktor" aus und hinkt der Börsenentwicklung hinterher. Doch Buffett hat seine Entscheidung für Abel nicht aus der Not heraus getroffen, sondern aus Überzeugung! Und zeigte er sich überzeugt, dass Berkshire auch in hundert Jahren noch bestehe und erfolgreich sei - aber kann das wirklich wahr sein?


Disclaimer: Habe Alphabet, Apple, Berkshire, Domino's auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Dienstag, 6. Januar 2026

Kissigs Portfoliocheck: Der wahre Star im Depot von Bill Ackman ist… Brookfield

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 329. Portfoliocheck schaue ich wieder Bill Ackman über die Schulter, einem aktivistischer Investor, der bevorzugt Stammaktien börsennotierter Unternehmen kauft und dann das Management öffentlichkeitswirksam zu Änderungen drängt, damit der Markt den wahren Wert der Unternehmen erkennen kann.

Vor einigen Jahren erweiterte seinen Investorenwerkzeugkasten um neue Strategien und kauft sich heute überwiegend in großartige Unternehmen ein, die über solide Cashflows und einen enormen ökonomischen Burggraben verfügen. Dabei ist sein Portfolio extrem fokussiert auf nur die aussichtsreichsten Qualitätsunternehmen, auf die er dann große Summen setzt. Und wenn er sich irrt, schmeißt er diese Aktien schnell und konsequent aus dem Depot.

Ende des 3. Quartals 2025 hat sich seine Turnoverrate vom dem hohen Level des Vorquartals auf quasi 0 % reduziert, während der Wert seines Aktiendepots deutlich von 13,7 Mrd. auf 14,65 Mrd. USD zulegte. Auf den ersten Blick dominiert hier Langeweile, doch hinter den Kulissen sieht das anders aus. Am Ende des Quartals hielt er 11 bzw. 13 Positionen, darunter eine Neuerwerbung. Bei Nike hatte er im 1. Quartal 2025 seinen Aktienbestand in Call-Optionen getauscht, um so mit weniger Kapitaleinsatz einen größeren Hebel zu erzeugen. Diese hat er im 4. Quartal allerdings restlos verkauft, weil der Turnaround nicht wirklich in die Gänge kommt. Und auch bei Chipotle stieg er inzwischen komplett aus. Doch er machte bereits Andeutungen über ein neues gewichtiges Engagement.

An der Sektorgewichtung hat sich nicht viel verändert. Mit einem Anteil von 29,9 % dominieren weiterhin die zyklischen Konsumwerte vor Technologiewerten mit 20,3 % und der Finanzbranche mit 19,2 %. Dahinter folgen Kommunikationsdienste mit 18,6 %, Immobilienwerte mit 11,4 % und Industrieunternehmen mit weniger als 1 %.

Die größte Position mit gut 20 % Gewichtung ist Ride-Sharing-Anbieter Uber, den Ackman als "eines der am besten geführten und hochwertigsten Unternehmen der Welt" bezeichnete. Dahinter folgt unverändert der kanadische Finanzinvestor Brookfield, der zu den weltweit führenden alternativen Vermögensverwaltern zählt und inzwischen Assets im Volumen von deutlich mehr als 1 Billion Dollar verwaltet - und zu dem inzwischen auch Oaktree gehört, die Vermögensverwaltungsgesellschaft von Starinvestor Howard Stanley Marks. Kürzlich gab es einen Aktiensplit und der Aktienkurs notiert auf Allzeithochniveau, sodass Ackman hier allen Grund zur Freude hat, zumal es gute Argumente für eine Fortsetzung dieser Entwicklung gibt. Das gilt auch für die Google-Mutter Alphabet; kombiniert bringen es die A- und die C-Aktien auf rund 18,5 % Gewichtung in Ackmans Depot. Und dann schließt sich Howard Hughes Holdings an, bei der Bill Ackman inzwischen das Ruder übernommen hat, um aus dem Immobilienentwickler eine "moderne Berkshire" zu formen.

Aber Ackmans 13F offenbart nur seine börsennotierten US-Beteiligungen. Gewichtige Investments hält er auch an Universal Music Group sowie den beiden gestrauchelten Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac. Und (auch) hier geraten die Dinge in Bewegung...


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Mittwoch, 24. Dezember 2025

Kissigs Portfoliocheck: Amphenol ist Steve Mandels neuer Wachstumsstar

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Mein 328. Portfoliocheck führt mich erneut zu Steve Mandel, einem der erfolgreichste Hedgefonds-Manager unserer Zeit. Er gehört zu den sogenannten "Tiger Cubs", den Tigerwelpen. Die Bezeichnung geht zurück auf Julian Robertson, der mit seiner Tiger Management Group zu den erfolgreichsten Fondsmanagern des letzten Jahrhunderts gehört. Mit seinem Fokus auf Wachstumsunternehmen erzielte Mandel seit der Lone Pipe-Gründung 1997 über viele Jahre hinweg eine durchschnittliche Rendite von über 20 % pro Jahr. 2019 schied er aus dem aktiven Management aus und fungiert seitdem als Managing Director des Unternehmens. Mit dem Börseneinbruch Ende 2021 und dem Ausverkauf im Technologiesektor dank der stark gestiegenen Notenbankzinsen ging auch Lone Pines Erfolgsserie zu Ende. Die aggressive Strategie wurde überdacht. Man setzt zwar weiterhin auf stark wachsende Unternehmen, jedoch wird nun viel mehr Wert auf Profitabilität und Marktdominanz gelegt - und diese angepasste Strategie zahlt sich aus.

Steve Mandel pflegt einen aktiven und fokussierten Investmentstil. Im 3. Quartal 2025 mit 28 % erneut sehr hoch und lag auf dem Niveau des Vorquartals. Unter den 28 Werten in seinem Portfolio finden sich acht Neuaufnahmen. Mit Intuit, Salesforce und ASML hat er drei prominente Unternehmen vollständig verkauft und auch beim wankenden Krankenkassenunternehmen UnitedHealth zog er den Stecker. Darüber hinaus reduzierte er seine Position bei Amazon um knapp 45 %. Im Gegenzug ging eine Reihe neuer Engagements ein. So initiierte er eine Position bei Broadcom, engagierte sich beim brasilianischen FinTech Nu Holdings und nahm mit Amphenol einen weltweit führenden Herstellern von Verbindungs-, Sensor- und Antennentechnologien auf.

Lone Pines Portfoliowert sank in diesem Quartal von 14,1 auf 13,7 Mrd. USD. Neuer Spitzenreiter sind zyklische Konsumwerte mit einem Anteil von 24,2 % vor Finanztiteln mit 21,3 % und den bisher führen Technologiewerten mit 19,3 %. Es folgen Kommunikationsdienste mit 12,9 % vor Versorgern mit 10,4 %, bevor sich defensive Konsumwerte mit 5,5 %, Energieunternehmen mit 3,3 % und Rohstofffirmen mit 3,1 % anschließen. Den Gesundheitssektor hat Mandel komplett rausrotiert.

An der Spitze haben Meta Platforms und Vistra die Plätze getauscht, während Amazon und Microsoft durch die Teilverkäufe einige Plätze verloren haben. Und so ist Taiwan Semiconductor nun neuer Drittplatzierter vor AppLovin und LPL Financial. Die drei Top-Werte bringen es zusammen auf rund 20 % Gewichtung und die Top 5 auf über 30 %. Auch dahinter gab es einige Bewegung und so präsentiert sich Steve Mandels Portfolio als fokussiert, aber dennoch branchendiversifiziert. Eine durchaus gelungene Mischung...


Disclaimer: Habe Amazon, Amphenol, Broadcom, Intuit, Meta auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 15. Dezember 2025

Kissigs Portfoliocheck: SpaceX will an der Börse durchstarten und Starinvestor Ron Baron hebt milliardenschwer mit ab

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 327. Portfoliocheck schaue ich erstmals Ron Baron über die Schulter, der seinen Fokus auf Aktien von kleinen und mittleren Wachstumsunternehmen richtet, die über ein weiteres großes Wachstumspotenzial verfügen und sich in gut zu verteidigenden Nischenmärkten bewegen. Sie müssen über einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil aufweisen, wie zum Beispiel eine etablierte starke Marke mit hoher Kundentreue. In diese Unternehmen investiert Baron, wenn sie zu einem attraktiven Preis zu kaufen sind und und er eine Wertverdopplung innerhalb der nächsten fünf oder sechs Jahre für wahrscheinlich hält. Einen Verkauf zieht er hingegen nur dann in Betracht, wenn sich die Aussichten nach seiner Einschätzung negativ verändert haben und seine Favoriten kein ausreichendes langfristiges Wachstumspotenzial mehr aufweisen. Er übt sich also in der Kunst, nicht zu verkaufen, während er seinen Wachstumsunternehmen die nötige Zeit gibt, ihre Potenziale voll zu entfalten. Dabei konzentriert er sein Portfolio auf die aussichtsreichsten Unternehmen, streut aber gerne über mehrere Branchen. (Branchen-) Diversifikation trotz Fokussierung auf einige wenige Unternehmen ist einer der Schlüssel zu Ron Baron anhaltendem überdurchschnittlichen Erfolg. Und der kann sich sehen lassen: der Baron Partner Funds erzielte zwischen 1996 und 2020 eine herausragende Rendite von 15,6 % pro Jahr.

Im 3. Quartal 2025 lag Ron Barons Portfoliowert mit 37,7 Mrd. Dollar leicht über den 36,9 Mrd. aus dem Vorquartal und verteilte sich auf 330 Positionen. Ron Baron initiierte 37 Neuaufnahmen, doch seine Turnoverrate lag bei überschaubaren 5 %. Die fünf Top-Werte stehen für rund 30 % seines Depots und haben ihre Gewichtung damit um zwei Prozentpunkte ausgebaut. (Branchen-) Diversifikation trotz Fokussierung auf einige wenige Unternehmen ist einer der Schlüssel zu Ron Barons anhaltendem überdurchschnittlichem Erfolg. Die im letzten Quartal eher verhaltene Ausbeute erklärte Ron Baron mit seiner Aktienauswahl im Bereich IT- und Kommunikationsdienstleistungen, die für etwa drei Viertel der Underperformance in diesem Zeitraum verantwortlich war.

Bei seinem Top-Wert Tesla nahm Ron Baron erneut Gewinne mit und reduzierte seine Position um 8,2 %. Chart Industries verkaufte er komplett und Iridium Communications steht mit einer Positionsverringerung um 92 % wohl ebenso vor dem Exitus wie Dayforce, wo er 78 % seiner Anteile abstieß. Während die Verkäufe überwogen, nahm Ron Baron auch leichte Aufstockungen vor, vor allem bei Gartner und MSCI.

In Ron Barons Portfolio liegen weiterhin die zyklischen Konsumwerte mit einem Anteil von 30,9 % an der Spitze, vor den zweitplatzierten Finanzwerten mit 20,2 %, die ihren Abstand auf die Technologiewerte mit 18,6 % Gewichtung nochmals leicht ausbauen konnten. Dahinter folgen Immobilienwerte mit 8,9 % vor Gesundheitswerten mit 8,4 %, bevor sich Industrieunternehmen mit 7,8 % Gewichtung anschließen und Kommunikationsdienste mit 4,0 %. Die Reihenfolge hat sich nicht verändert und die Gewichtungen verschoben sich nur in geringem Umfang.

Tesla hält sich an der Spitze und trotz des erneuten Teilverkaufs konnte die Gewichtung dank eines Kurszuwachses im Quartal von rund 40 % sogar von 11,2 auf 14,1 % zulegen. Auf dem zweiten Rang hält sich Spezialversicherer Arch Capital und dahinter folgt weiterhin die Costar Group. Am interessantesten scheint allerdings ein Unternehmen zu sein, das weder bei Ron Barons Transaktionen noch in seiner Portfolio-Übersicht auftaucht: SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk ist bisher nicht börsennotiert – noch nicht. Denn genau das könnte sich bald ändern...


Disclaimer: Habe keines der Unternehmen auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Freitag, 12. Dezember 2025

Kissigs Portfoliocheck: Mit Coterra Energy will Chris Davis vom wachsenden Energiebedarf profitieren

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 326. Portfoliocheck beschäftige ich mich wieder mit Chris Davis, dessen familiengeführte Investmentfirma Davis Advisors seit ihrer Gründung vor 50 Jahren stets ein und dieselbe bewährte Anlagephilosophie verfolgt: man versteht Aktien als Eigentumsanteile an realen Unternehmen und nicht als Wettscheine auf Kursschwankungen. Daher investiert Davis Advisors viel Zeit und Ressourcen in gründliche fundamentale Analysen der Unternehmen und setzt den Schwerpunkt auf dem Konzept der "Owners Earnings", das auch Warren Buffett bei der Auswahl von Aktien für Berkshire Hathaway bevorzugt. Im Gegensatz zum Free Cashflow berücksichtigen die Owners Earnings also nur Positionen, die sich auf den Gewinnanteil der Eigentümer auswirken.
"Wir suchen nach Unternehmen mit dauerhaften Wettbewerbsvorteilen in Verbindung mit einem kompetenten und ehrlichen Management, die zu einem Abschlag auf ihren inneren Wert gehandelt werden. (…) Wir versuchen nicht, ein Portfolio auf der Grundlage einer bestimmten spekulativen Prognose aufzubauen, indem wir beispielsweise versuchen, die Entwicklung der Zinssätze oder der Wirtschaft vorherzusagen."
(Chris Davis)
Im 3. Quartal 2025 kam Chris Davis auf eine Turnoverrate von 5 % und agierte damit wieder ruhiger als zuletzt. Im Bestand befanden sich nun 107 Unternehmen, darunter drei Neuaufnahmen. Der Portfoliowert von Davis Advisors stieg dabei erneut deutlich von 18,70 Mrd. auf 19,15 Mrd. Dollar an.

Komplett ausgestiegen ist Chris Davis bei Coupang, Südkoreas größte E-Commerce-Plattform. Zudem hat er seine Position an Gesundheitsdienstleister Humana um gut drei Viertel gekürzt, nachdem er zuvor bereits etwa ein Drittel seiner Anteile abgestoßen hatte, und auch bei Microsoft warf er rund drei Viertel seiner Aktien aus dem Depot. Ganz frisch eingestiegen ist Chris Davis im Gegenzug bei Pinterest und bei Applied Materials stockte er um 12 % auf und bei Coterra Energy sogar um satte 113 %, nachdem er hier im Vorquartal frisch eingestiegen war.

Trotz erneuter Verkäufe blieb der Finanzsektor mit einer Gewichtung von 33,2 % unangefochten an der Spitze von Chris Davis‘ Portfolio, auch wenn dies knapp 1,5 % weniger sind als zuvor. Ihm folgen weiterhin Gesundheitswerte mit einer Gewichtung von 15,1 %, die um gut 1 % zurückgingen, vor Kommunikationsdienstleistern mit 14 %, zyklischen Konsumtiteln mit 11,5 % sowie Technologiewerten mit 9,9 % Gewichtung.

Die ersten vier Ränge in Chris Davis' Portfolio blieben unverändert, mit Capital One auf der Spitzenposition vor Meta Platforms, Applied Materials und U.S. Bancorp. Nicht unter den größten Positionen von Chris Davis zu finden ist Coterra Energy, aber dennoch nicht minder interessant – nicht nur wegen der erneuten deutlichen Positionsaufstockung...

-▶ zum Artikel auf aktienmagazin.de

Disclaimer: Habe Meta, Microsoft auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 1. Dezember 2025

Kissigs Portfoliocheck: Alphabet dominiert auch das Depot von Value Investor Bill Nygren

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 325. Portfoliocheck beschäftige ich mich mal wieder mit Bill Nygren, Portfolio Manager und CIO des Oakmark Funds, mit dem er seit dessen Gründung 1991 eine beeindruckende durchschnittliche jährliche Rendite von 13 % vorweisen kann.

Zum Ende des 3. Quartals 2025 hatte Nygren 55 Werte in seinem Oakmark Funds Depot, darunter zwei Neuaufnahmen. Seine Turnoverrate schwächte sich wieder auf 9 % ab, einen für Nygren dennoch weiterhin atypisch hohen Wert. Dazu hatte er bereits vor einiger Zeit erklärt, er nutze die höhere Volatilität an den Märkten, um bei höher bewerteten Aktien Positionen glattzustellen und sich auf solidere und niedrig bewertete Aktien zu fokussieren. Das führe zu einer erhöhten Handelstätigkeit in seinem Portfolio.

Vollständig getrennt hat sich Billy Nygren von Krankenversicherer Centene nachdem dieser seine Gewinnprognose für 2025 deutlich reduziert hatte. Dies wurde durch den Kostendruck in den Geschäftsbereichen Medicaid und Marketplace des Unternehmens verursacht und dürfte auf strukturelle Probleme zurückzuführen sein. Daneben trennte sich Nygren auch vom weltgrößten Vermögensverwalter BlackRock. Ganz neu eingestiegen ist er bei Targa Resources, einem führenden Midstream-Unternehmen für Erdgas und Erdgasflüssigkeiten, sowie bei Union Pacific, der größten und profitabelsten Klasse-I-Eisenbahn in den USA.

In Bill Nygrens mit 23,7 Mrd. um weitere knapp 900 Mio. USD angewachsenem Oakmark-Funds-Portfolio blieb der Finanzsektor mit 34,9 Gewichtung unangefochtener Spitzenreiter. Energiewerte haben sich mit 12,3 % auf den zweiten Platz verbessert und liegen nun vor den Industriewerten, die sich mit einem Anteil von 10,8 % ebenfalls am Gesundheitssektor vorbeigeschoben haben, der es nur noch auf 10,5 % bringt. Kommunikationsdienste schließen sich mit 10,1 % an, vor zyklischen Konsumwerten mit 9,5 %, Technologieaktien mit 5,8 % und defensiven Konsumwerten mit 3,2 %, bevor Rohstoffunternehmen mit 1,6 % und Immobilienwerte mit 1,4 % Gewichtung sein Portfolio abrunden.

Alphabet bleibt Nygrens größte Position, trotz eines Teilverkaufs. Dank des starken Kursanstiegs bleibt der Depotanteil jedoch in etwa gleich - und inzwischen werden Googles Erfolge im Bereich KI und eigener Hochleistungschips immer sichtbarer, was den Kurs auf ein neues Allzeithoch trieb. Auf Platz zwei liegt weiterhin die Citibank vor dem neuen Drittplatzierten Philips 66, einem konzernunabhängigen Raffineriebetreiber. Es schließt sich Online-Broker-King Charles Schwab an vor Willis Towers Watson, einem führenden Versicherungsmakler und Personaldienstleister. Die fünf Top-Werte bringen es gemeinsam auf über 16 % Gewichtung. Aber das ist noch nicht alles...


Disclaimer: Habe Alphabet, BlackRock auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 24. November 2025

KIssigs Portfoliocheck: Seth Klarman setzt jetzt auf die Schiene – mit Union Pacific

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 324. Portfoliocheck schaue ich wieder Seth Klarman über die Schulter. Der Deep Value Investor kauft gerne Unternehmen, die von der Börse verschmäht und daher zu Rabattpreisen angeboten werden. Er investiert gerne mit großer Sicherheitsmarge und erzielt mit diesem Ansatz seit Jahrzehnten mit durchschnittlich 19 % überragende Renditen. Zudem investiert er sehr fokussiert und so stehen seine drei Top-Positionen für knapp 35 % seines Portfolios, während es die Top 5 auf gut 51 % bringen. Beachtenswert ist allerdings, dass seit der Gründung 1982 der Anteil der im 13F-Formular ausgewiesenen Aktieninvestments immer lediglich einen Anteil zwischen 2,5 % und 15 % der gesamten verwalteten Vermögenswerte (AuM) der Baupost Group ausgemacht haben. Die aktuelle Aktien-Allokation an den gesamten Assets under Management liegt eher am oberen Ende dieser Spanne, während sich der Rest auf Barmittel, Schuldtitel, Immobilien und Absicherungsgeschäfte verteilt. Dabei hielt der Fonds in den letzten 10 Jahren durchschnittlich rund 25 % Cash.

Im 3. Quartal 2025 schichtete Klarman erneut gewaltige 24 % seines Depots um und hielt am Quartalsende noch 20 Werte, unter denen sich drei Neuaufnahmen finden. Der Wert seines Portfolios stieg dabei deutlich von 4,11 auf 4,76 Mrd. USD. Mit 19,6 % sind nun die Industriewerte am höchsten gewichtet in Klarmans Aktiendepot. Sie haben sich an den lange Zeit dührenden Communication Services vorbeigeschoben, die sich mit um 4,5 % reduzierten 16,1 % nur noch knapp vor die drittplatzierten zyklischen Konsumwerte mit 15,2 % halten können. Dahinter folgt die Gesundheitsbranche mit 9 % Gewichtung vor dem Rohstoffsektor mit 13,1 %, Technologiewerten mit 10,8 %, Finanzunternehmen mit 7,9 % und defensiven Konsumwerten mit 7,2 %. Klassische und zyklische Sektoren sind also nun Klarmans Wahl der Stunde und damit positioniert er sich gegen den vorherrschenden Börsentrend der KI- und Wachstumswerte.

Ganz frisch eingestiegen ist er bei der führenden Frachteisenbahn der USA, der Union Pacific Corp. und mit Genuine Parts setzt er ab sofort auch auf einen führenden Autoersatzteilhändler. Zudem verdoppelte Klarman seine bestehenden Positionen bei Restaurant Brands und Elevance Health. Das nötige Kleingeld hierfür besorgte er sich durch den vollständigen Verkauf seiner Position an Viasat. Zudem hatte er bei Alphabet im 2. Quartal einen guten Riecher bewiesen, als er seine während des heftigen Kurseinbruchs seine Alphabet-Position um rund ein Viertel aufgestockt hatte, doch der annähernd ebenso große Anteilsverkauf im 3. Quartal kostete ihn einige Renditepunkte. Denn die Google-Mutter hat soeben ihr neues KI-Modell Gemini 3 ausgerollt und der Kurs daraufhin ein neues Allzeithoch markiert.

Viele der größten Positionen in Klarmans Aktienportfolio sind alte Bekannte, aber die Gewichtungen haben sich teilweise deutlich verschoben. Neuer Spitzenreiter ist Restaurant Brands, eine der größten Restaurantunternehmen der Welt und u.a. Mutter von Burger King und Tim Hortons. Den Spitzenplatz räumen musste Alphabet, während der neue Drittplatzierte Elevance Health satte sieben Plätze gutmachen konnte. Neuerwerbung Union Pacific stieg zum Start gleich auf dem sechsten Platz ein mit einer Gewichtung von 7,4 %. Während Wirtschaft und Stimmung auf den Kurs drücken wittert Seth Klarman hier seine große Chance mit einem seiner typischen antizyklischen Investments - die laufenden Übernahme von Wettbewerber Norfolk Southern ist dabei nur einer der Treiber...

 
Disclaimer: Habe Alphabet auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Mittwoch, 19. November 2025

Kissigs Portfoliocheck: Ken Fisher setzt auf sechs der Magnificent 7 – und Banken?!

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 323. Portfoliocheck nehme ich wieder das Depot von Ken Fisher vor, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Fisher ist dabei grundsätzlich ein Bulle und setzt vor allem auf die großen Technologiewerte sowie auf Wachstumsaktien. Einer Umkehr der grundsätzlichen Überrenditen bei den Growth-Aktien, die wir seit Ende der Finanzkrise 2009 beobachten können, zugunsten von Konjunkturzyklikern und Value-Aktien, wie sie von vielen Marktkommentatoren ausgerufen wird, widerspricht Ken Fisher bisher deutlich.

Im 3. Quartal 2025 stieg das von Fisher investierte Vermögen im letzten Quartal um über 9 % auf 276 Mrd. USD und verteilte sich auf 1.105 Aktien, von denen 107 neu ins Depot aufgenommen wurden. Die Turnoverrate hat sich dabei weiter auf 3 % entspannt. Mittelfristige Unternehmensanleihen hat Ken Fisher längere Zeit gerne als stabile Einnahmequelle genutzt, doch nun reduzierte er seinen Bestand am Vanguard Intermediate-Term Corporate Bond ETF um mehr als ein Fünftel. Zudem verringerte er bei Inuit seine Position um knapp 9 % und bei Adobe um gut 7 %. Stärker war der Anteilsverkauf bei Canadian Natural Resources mit knapp 14 %, aber dies ist weder eine Abkehr von Energiewerten per se noch eine von kanadischen. Denn im Gegenzug stockte er den kanadischen Ölsand-Wäscher Suncor Energy um 85 % auf.

In Fishers Depot dominieren weiterhin die Technologieaktien mit einem Anteil von 26,4 % und damit erneut 1 % mehr als zuvor. Auf dem zweiten Rang behauptete sich der Finanzsektor mit stabilen 18,6 %, während sich dahinter die Industriebranche mit 9,3 % erneut knapp vor den Gesundheitswerten mit 8,6 % halten konnte. Es folgen Kommunikationsdienste mit 6,8 %, zyklische Konsumwerte mit 6,1 %, Energieunternehmen mit 5,9 % und defensive Konsumwerte mit 4,5 %.

Nachdem Nvidia im Vorquartal erstmals die Spitze erklomm, setzt sich der KI-Chip-Dominator weiter vom Rest des Feldes ab und bringt es nun bereits auf 5,7 % Gewichtung. Dahinter haben Apple und Microsoft wieder die Plätze getauscht und es schließt sich die Google-Mutter Alphabet sowie der US-Staatsanleihen-ETF an, die beide jeweils zwei Plätze gutgemacht haben. Fishers drei Top-Positionen bringen zusammen gut 15 % auf die Waage, die Top 5 sogar mehr als 21 %.

Mit Goldman Sachs und JPMorgan Chase gehören auch zwei der größten US-Banken zu Fishers Top-Werten. Fisher spekuliert auf sinkende Zinsen in den USA und das kommt üblicherweise Technologiewerten zugute. Gerade in Zeiten, in denen massive Investitionen in KI-Rechenzentren erfolgen und diese auch zu erheblichen Teilen fremdfinanziert werden (müssen) hat das Zinsniveau einen gewichten Einfluss auf das Finanzergebnis und damit auf die Unternehmensgewinne. Banken wiederum profitieren eher von einem höheren Zinsniveau. Ihre entscheidende Stellschraube hierbei ist die Zinsmarge und spätestens hier wird es interessant...


Disclaimer: Habe Adobe, Alphabet, Apple, Intuit, Microsoft, Nvidia, auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Montag, 10. November 2025

Kissigs Portfoliocheck: Prem Watsa geht beim strauchelnden Immobilienprofi Kennedy-Wilson jetzt all in

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 322. Portfoliocheck schaue ich wieder in das Depot von Prem Watsa, einem der erfolgreichsten Value Investoren der Welt, von dem die meisten Menschen noch nie gehört haben. Er gilt als der 'kanadische Warren Buffett' und kann auf spektakuläre Renditen verweisen: auf Sicht von 35 Jahren erzielte Watsa durchschnittlich 15,7 % pro Jahr.

Fairfax Financial ist eine Holdinggesellschaft, die über ihre Tochtergesellschaften im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung und Rückversicherung sowie der damit verbundenen Anlageverwaltung tätig ist. Die vierteljährlich über das 13F-Formular an die US-Börsenaufsicht SEC zu meldenden US-Aktienpositionen geben dabei nur einen kleinen Teil der gesamten Vermögenswerte von Fairfax Financial wider. Der Gesamtwert belief sich Ende 2024 auf rund 66 Mrd. USD, wovon knapp 7,6 Mrd. USD auf Barmittel und kurzfristige Positionen entfielen. Das Aktienportfolio steht lediglich für einen kleinen Teil. Zu den bedeutenden Anlagen, die nicht im 13F-Bericht enthalten sind, gehören Investitionen in Griechenland und Indien, wobei die griechischen Investments hauptsächlich aus einer 32%igen Beteiligung an der Eurobank bestehen. Weitere wichtige Beteiligungen sind ein 27%iger Anteil an Thomas Cook India, 54 % an Bangalore International Airport Limited, 31 % an Quess Corp Limited, sowie der bestimmenden Anteil an Fairfax India.

Doch auch der Blick in sein Aktien-Portfolio im 2. Quartal 2025 ist interessant: Das Portfolio von Fairfax Financial legte von 1,84 auf 1,87 Mrd. USD nur leicht zu. Watsas Turnoverrate lag bei niedrigen 5 % und unter den nun 28 Positionen befinden sich zwei Neuzugänge.

Watsa größtes neues Engagement betraf den US-Gesamtmarkt, den er sich mit dem Vanguard S&P 500 ETF ins Portfolio legte. Zudem stieg er neu beim kriselnden Sportwettenanbieter Penn Entertainment ein. Massiv aufgestockt hat er zudem bei The Kraft Heinz Co., während er beim früheren Smartphone-Giganten BlackBerry seine Position erneute reduzierte. Und beim Rauchmelderhersteller Gentex sowie beim Hotel- und Casinobetreiber MGM Resorts stieg Watsa komplett aus.

In Prem Watsas Aktiendepot dominieren Rohstoffwerte mit einem Anteil von 36,1 % vor Energiewerten mit 14,4 % und dem Gesundheitssektor mit 12,2 %. Knapp dahinter liegen Technologiewerte mit 11,1 % und defensive Konsumwerte mit 9,9 % Gewichtung. Orla Mining ist mit einem Anteil von knapp 29 % Watsas mit Abstand größte Position. Der frühere Depotspitzenreiter Occidental Petroleum ist nur noch Watsas zweitgrößte Beteiligung und stellt rund 16 % des Portfolios, Drittplatzierter ist der strauchelnde Gesundheitsdienstleister CVS Health. Und zu Watsa weiteren gewichtigen Position zählt auch der strauchelnde Nahrungsmittelriese Kraft Heinz. Die größten drei Positionen bringen es zusammen auf gut 54 % der Depotgewichtung und die ersten fünf Positionen bringen sogar gemeinsam 70 % auf die Waage.

Zu Watsas Top-Werten gehört auch Kennedy-Wilson Holdings. Erstmals eingestiegen war er bei dem Immobilienkonzern bereits 2010 und bringt es auf 9,66 % der Anteile, doch daneben hält er auch Optionsscheine, womit er auf rund 20 % kommt - und zusammen mit deren CEO William McMorrow kontrolliert Watsa sogar rund 31 % des Immobilienkonzerns. Das ist insofern von Bedeutung, weil Fairfax Financial und McMorrow kürzlich ein gemeinsames Übernahmeangebot für Kennedy-Wilson Holdings veröffentlicht haben...

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Montag, 3. November 2025

Kissigs Portfoliocheck: Mason Hawkins sucht Krisengewinner und findet ausgerechnet... Clearwater Paper!?

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 321. Portfoliocheck blicke ich mal wieder in das Depot von Value Investor Mason Hawkins. Flaggschiff der von Hawkins 1975 gegründeter Southeastern Asset Management ist der Hedge-Fonds "Longleaf Partners Funds". Hawkins Anlagestil erinnert stark an den von Warren Buffett und Charlie Munger: er fokussiert sich auf eine überschaubare Zahl von Werten und hält seine Positionen zumeist viele Jahre lang. Dabei machen seine Top-10-Positionen oft mehr als die Hälfte des Portfolios aus und er investiert gern antizyklisch, setzt also auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht angesagt sind an der Wall Street. Oder auf Unternehmen, die nicht als die großen Profiteure von Megatrends wahrgenommen werden und daher nicht auf dem Radar des Marktes auftauchen. Daher finden sich in seinem Portfolio nur selten Aktien aus dem Hochtechnologiebereich, sondern eher Werte aus den klassischen Sektoren der "Old Economy".

Im 2. Quartal 2025 lag Mason Hawkins Turnoverrate mit 19 % wieder atypisch hoch. Unter seinen aktuell 49 Depotwerten finden sich sieben Neuzugänge. Der Wert seines stark fokussierten Portfolios stieg im Quartal von 1,88 auf 1,98 Mrd. USD. Die drei größten Beteiligungen machen rund 20 % aus, während es die fünf Schwergewichte auf gut 30 % bringen. An der Spitze von Hawkins Portfolio halten sich zyklische Konsumwerte mit einer Gewichtung von 25,4 % vor Kommunikationsdiensten, die sich mit einer Gewichtung von 14,2 % knapp an den defensiven Konsumwerten mit 14,1 % vorbeigeschoben haben. Nur noch Viertplatzierter sind die Energiewerte mit 11,2 % vor Industrietiteln mit 9,6 %, Gesundheitsaktien mit 9,3 % und Technologiewerten mit 6,1 %. Dahinter folgen der Immobiliensektor und Finanzunternehmen mit je 4,3 % vor Rohstoffwerten mit 1,3 %.

Die stärkste Auswirkung hatte der annähernde Komplettverkauf bei Affiliated Managers Group, nachdem im Vorquartal bereits knapp ein Drittel der Anteile abgestoßen worden waren. Beim Supermarktbetreiber Albertsons nahm Hawkins knapp ein Drittel seiner Anteile vom Tisch, stockten seine Position aber im Verlauf des dritten Quartals aufgrund der Schwäche wieder auf. Zudem stieß er bei Fidelity National Information Services etwas mehr als ein Viertel seiner Anteile ab; Wettbewerber Fiserv hatte kürzlich die Märkte mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung geschockt, so dass sich sein Aktienkurs halbierte. Im Gegenzug stockte Hawkins bei PVH Corp um mehr als 125 % auf auch bei Kraft Heinz, wo Warren Buffett der größte Aktionär ist. Und dann hat sich Mason Hawkins noch antizyklisch bei der Clearwater Paper Corporation eingekauft, einem führenden Hersteller und Lieferanten von gebleichtem Karton. Man sieht sich seit Jahren mit einem branchenweiten Überangebot konfrontiert, das zu einem Preisverfall und Druck auf die Margen geführt hat. Und hier witter Mason Hawkins seine Chance...

An der Spitze von Mason Hawkins Portfolio bleibt unangefochten CNX Resources. Nach dem leichten Aufstocken im Vorquartal hat Hawkins seine Position zuletzt wieder etwas reduziert, hält aber weiterhin über 3 % an dem Erdgasunternehmen. Auf Rang zwei folgt erneut Mattel, doch mit dem Kinderspielzeughersteller war auch im zweiten Quartal kein Blumentopf zu gewinnen. Neuer Drittplatzierter ist Inkubator IAC, die drei Ränge gutmachen konnte.


Disclaimer: Habe Fidelity National Info Services, IAC auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Mittwoch, 29. Oktober 2025

Kissigs Portfoliocheck: Vertiv beschert Joel Greenblatt einfach coole Gewinne

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 320. Portfoliocheck blicke ich wieder Joel Greenblatt über die Schulter. Er bevorzugt günstige und gute Unternehmen, die im Idealfall einen Katalysator aufweisen, damit absehbare Erfolge möglichst zeitnah eintreten. Auch deshalb setzt er gerne auf Sondersituationen, wie zum Beispiel Spin-offs. Greenblatt ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine "Börsenzauberformel". Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40 %.

Zum Ende des 2. Quartals 2025 hatte Joel Greenblatts Portfolio von Gotham Capital einen Wert von 16,7 Mrd. Dollar nach 12,0 Mrd. im Vorquartal. Er hielt 1.655 Werte, darunter 224 Neuaufnahmen, und seine Turnover-Rate ist mit 26 % weiterhin überdurchschnittlich hoch.

Der erneute starke Zuwachs im Anlagevolumen dürfte auch wieder auf einen signifikanten Zufluss neuer Investorengelder zurückzuführen sein. Zu dieser Überlegung passt auch, dass Greenblatt den von ihm ohnehin hoch gewichteten S&P 500 ETF um weitere 32 % aufgestockt hat nach bereits 32 % und 29 % in den beiden Vorquartalen. Zudem hat er auch den Vanguard S&P 500 ETF um fast 90 % aufgestockt, womit er seine sehr positive Einschätzung des US-Aktienmarkts erneut unterstrichen hat. Greenblatt griff aber auch bei Einzelwerten beherzt zu. So stockte er beim Erdgasförderunternehmen EQT um satte 3.500 % auf und bei Amkor Technology stockte Greenblatt seine Position um 850 % auf. Amkor ist auf die Auslagerung von Packaging- und Testdienstleistungen für integrierte Schaltkreise spezialisiert und ein strategischer Fertigungspartner für Halbleiterunternehmen, Gießereien und Erstausrüster in der Elektronikindustrie.

In Greenblatts breit gestreutem Portfolio führen weiterhin Technologiewerte mit 18 % vor Industriewerten, die es auf eine Gewichtung von 11,3 % bringen, und zyklischen Konsumwerten mit 10 %. Der Gesundheitssektor folgt mit 8 %, dahinter liegen die Finanzwerte mit 5,5 % vor Kommunikationsdiensten und defensiven Konsumwerten mit jeweils rund 4 % Gewichtung.

Die fünf größten Positionen in Greenblatts Portfolio haben sich erneut nicht verändert und bringen es zusammen auf annähernd ein Viertel seines Anlagevolumens. Neben seinen drei bevorzugten ETFs finden sich hier auch die beliebten Technologierschwergewichte Nvidia und Apple wieder, doch der SPDR S&P 500 ETF stellt mit mehr als 16 % Anteil die mit großem Abstand gewichtigste Beteiligung dar. Auf Rang sechs folgt unverändert Amazon, doch dahinter haben Snowflake und Microsoft die Plätze getauscht.

Vertiv Holdings Systems findet sich weder unter Greenblatts größten Positionen noch unter seinen gewichtigsten Transaktionen. Dabei ist das Unternehmen mehr als einen Blick wert, denn auch Vertiv treibt den KI-Boom an und wird von ihm angetrieben. Denn das US-Unternehmen mit Sitz in Westerville, Ohio, bietet weltweit Lösungen für kritische digitale Infrastrukturen an und verbindet dabei Hardware-, Service- und Software-Kompetenzen in einem Geschäftsmodell, das auf die Stabilität und Effizienz von Hochleistungsrechenzentren ausgelegt ist. Vertivs Produkte und Dienstleistungen sind essenziell für den Betrieb moderner Rechenzentren, Telekommunikationsnetze, Industrieanlagen und Energieinfrastrukturen und befindet sich daher mitten drin im boomenden KI-Rechenzentrumswettrennen...


Disclaimer: Habe Alphabet, Amazon, Apple, Broadcom, Microsoft, Vertiv auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.