Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.
Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich...
Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:
📈 Vincorion SE +11,9% (IPO)
📈 KKR & Co. +2,9%
📉 Pfisterer Holding -2,1%
📉 ESCO Technologies -2,6%
📉 Texas Pacific Land -3,1%
📉 Waste Management -4,2%
📉 Costco -4,8%
📉 SoFi Technologies -5,1%
📉 Rheinmetall -5,5%
📉 Almonty Industries -18,6%
Es war eine weitere sehr volatile Börsenwoche, doch diesmal ging es heftig abwärts. Der Nahost-Krieg entgleitet dem planlosen Donald Trump immer mehr und jeder US/Israel-Attacke folgt ein Angriff des Iran auf die ÖL- und Gasinfrastruktur seiner arabischen Nachbarstaaten. Mit inzwischen erheblichen und teilweise mehrere Jahre anhaltenden Einschränkungen der Energieversorgung der Welt. Die Sperrung der Straße von Hormus ist dabei ein erheblicher Störfaktor, aber längst nicht mehr der einzige. Doch während die USA energieautark sind und nur an erhöhten Preisen zu knabbern haben, steht das rohstoffarme Europa mit runtergelassenen Hosen da - mal wieder. Daher haben sich die Gaspreise in den USA wieder entspannt, während sie in Europa weiter kräftig zulegen.
Inflation killt Zinssenkungen
Und das bringt auch einen schon fast totgeglaubten alten Feind ins Spiel: die Inflation. Die steigenden Energiepreise wirken sich nicht nur beim Heizen und Duschen negativ aus und an der Zapfsäule, sondern sie verteuern mit einigem Verzug so gut wie jedes Produkt. Diese Mehrkosten müssen und werden die Unternehmen an die Verbraucher weitergeben und damit einen Preisschub auslösen. Mehrere aufeinanderfolgende, um genau zu sein. Die Prognosen gehen inzwischen von einem Anstieg der Inflationsrate Richtung 5% aus und damit können wir jegliche Zinssenkungsfantasie zu den Akten legen. Kapitalintensive Branchen, vor allem auch Immobilien, werden darunter leiden, denn sie sind seit jeher stark fremdfinanziert und werden die höhere und steigende Zinslast schnell in ihren Finanzergebnissen zu spüren bekommen.
"Die besten Unternehmen während hoher Inflation sind in der Regel Unternehmen, die man einmal kauft und in die man später nicht mehr investieren muss. Sie stehen nicht vor dem Problem der ständigen Reinvestitionen, die aufgrund der Inflation immer mehr Geld kosten."(Warren Buffett, 2015)
Und das in einer Zeit, wo viele Geschäftsmodelle ohnehin auf dem Prüfstand stehen wegen des übermächtigen Hammerschlags durch Künstliche Intelligenz. Die Bonität sinkt also aus mehreren Gründen und damit steigt der individuelle Zinssatz für die Unternehmen aus gleich mehreren Gründen. Und das gilt grundsätzlich auch für Privatpersonen auf der Suche nach Kredit. Die höheren Zinsen reduzieren das Budget und damit die Kaufkraft der Bürger, was wiederum die Unternehmen zu spüren bekommen. Die sinkenden Nachfrage führt dort zu Einsparungen, was meistens zu Entlassungen führt - und das Einkommen der Betroffenen reduziert und damit deren Kaufkraft und die Kaufkraft insgesamt.
"Inflation ist, wenn man 15 Dollar für einen 10-Dollar-Haarschnitt bezahlt, den man früher für 5 Dollar bekam, als man noch Haare hatte."(Sam Ewing)
Inflation kann sich zu einer Todesspirale entwickeln, daher ist ihre Bekämpfung eine der wichtigsten Aufgaben der Notenbanken.
"Die Inflation ist eine Steuer, die nicht vom Parlament verabschiedet zu werden braucht."(Milton Friedman)
Donald Trumps Zustimmungswerte sind ohnehin schon im Keller und dürften weiter fallen. Er ist angetreten mit dem Versprechen von Steuersenkungen und niedrigeren Preisen - in der Realität ist es aber genau seine verfehlte Politik, die das Gegenteil bewirkt. Erst seine Zollkriege gegen den Rest der Welt, der dem Staat fette Einnahmen bringt, aber letztlich zu rund 90% von den US-Verbrauchern bezahlt wird. Zölle wirken wie eine Steuer! Und nun heizt Trumps Kriegslust die Energiepreise an und damit die Inflation. Auch die wirkt wie eine Steuer. Trump ist also der Präsident der Steuererhöhungen! Und immer mehr Bürger verstehen die Zusammenhänge - und wenn nicht, dann merken sie in ihrem Portmonee, das ihr oberster Führer die Sache nicht im Griff hat.
Das wird sicherlich Auswirkungen auf die Zwischenwahlen zum Kongress im Herbst haben und mit etwas Glück die Mehrheit der Republikaner dort kippen, so dass Trump keine weniger Alleingänge starten kann und endlich mal durch das Parlament kontrolliert und an die kurze kürzere Leine genommen wird. Aber bis dahin ist noch ein langer Weg und die Piste wird immer holpriger.
"Der beste Inflationsschutz ist die Investition in ein gutes Unternehmen. Wenn man an einem guten Unternehmen beteiligt ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Kaufkraft erhalten bleibt, egal was mit der Währung passiert."(Warren Buffett)
Anleger stehen vor der nächsten Wahl: neben dem KI-Impact müssen sie nun auch noch die Zinssensitivität der Unternehmen berücksichtigen. Und darüber hinaus droht eine Rezession, so dass zyklische Unternehmen spürbar(er) leiden werden. Im schlimmsten Fall paaren sich wirtschaftliche Stagnation und Inflation zu Stagflation. Aber soweit wird es wohl nicht kommen, auch wenn die crash-Propheten dieses Szenario natürlich heute schon in blutrünstigen Farben ausmalen. Als Optimist suche ich nach Chancen, nicht nur nach Risiken. Aber die Risken muss man dennoch im Blick behalten, denn für Sorglosigkeit bezahlt man immer einen Preis. Immer!
Erinnerungen an 2022 werden wach. Zwar gibt es Parallelen, aber nicht alle Faktoren sind gleich. Deshalb sind die aus 2022 gezogenen Schlussfolgerungen heute nicht zwangsläufig die richtigen. Auch wenn dies natürlich einfach erscheint. Das ist ein bekanntes Verhaltensmuster, das mir bereits während meines Jurastudiums über den Weg lief: die Suche nach dem bekannten Fall. Frische Studenten kennen sich noch nicht wirklich aus und wenn sie mal einen Straftatbestand bis zu Ende durchgeprüft haben, erliegen sie oft der Versuchung, bei ähnlichen Fällen die gleichen Lösungswege einzuschlagen. Was meistens nicht zu den richtigen Ergebnissen führt, weil eben nicht alle Faktoren gleich sind - und damit entscheidende Parameter andere Ergebnisse bringen (müssen). Und so ist es auch an der Börse: 2022 gab es einen Energieschock mit steigender Inflation gefolgt von Rezession und Börseneinbrüchen. Also wird es 2026 wieder so sein. Wirklich? Kann passieren, muss aber nicht. KI spielte 2022 nämlich noch keine Rolle!
"Es wird zu viel Wert auf die Makroökonomie und zu wenig auf die Mikroökonomie gelegt. Die Menschen liegen in der Makroökonomie oft falsch, weil das System, das sie verstehen wollen, extrem komplex ist. (...) Mikroökonomie ist das, womit wir arbeiten, und Makroökonomie ist das, was wir erdulden."
Klar ist zumindest, dass die Energiepreise steigen, dass die Inflation zurückkehrt und damit die Zinsen nicht weiter gesenkt und ggf. sogar erhöht werden. Anleger sollten daher die absehbar heftig betroffenen Branchen und Unternehmen eher meiden. Aber ob sie deshalb der Börse und Aktien ganz den Rücken kehren sollten? Ich werde das jedenfalls nicht tun. Denn ich bin an Unternehmen beteiligt; ich spekuliere nicht auf Kursschwankungen. Und wer auf 2022 zurückblickt, sieht, dass dies eine unerfreuliche Börsenzeit war mit Kursverlusten - aber wer den Wiedereinstieg verpasst hat, hat auch die anschließende Hausse verpasst. Und damit sehr viel Geld verspielt. Und wenn er 2022 einfach ausgesessen hat, liegt er heute meilenweit im Plus.
"Die Auswirkungen von 'Noise' auf die Welt und auf unsere Sicht auf die Welt sind tiefgreifend. Dieses Rauschen im Sinne einer großen Anzahl kleiner Ereignisse ist oft ein weitaus stärkerer ursächlicher Faktor, als es eine kleine Anzahl großer Ereignisse sein kann. Rauschen ermöglicht den Handel an den Finanzmärkten und erlaubt es uns somit, die Preise für Finanzanlagen zu beobachten. Rauschen führt dazu, dass Märkte in gewisser Weise ineffizient sind, hindert uns jedoch oft daran, diese Ineffizienzen auszunutzen. Rauschen in Form von Unsicherheit über zukünftige Präferenzen und Technologien in den einzelnen Sektoren verursacht Konjunkturzyklen und macht diese äußerst widerstandsfähig gegenüber Verbesserungen durch staatliche Eingriffe. Rauschen ermöglicht Finanzmärkte, macht sie aber auch unvollkommen."(Fischer Sheffey Black, 1986 - gefunden bei Ben Carlson)
Statistisch gesehen könnte sogar jetzt bereits das Schlimmste hinter uns liegen. Der S&P 500 liegt knapp 5% im Minus seit Start des Iran-Krieges und das war vor 15 Tagen. Nimmt man die 30 größten geopolitischen Schocks seit 1939, dann markierten US-Aktien im Durchschnitt um den 15. Tag herum ihren Tiefpunkt. Der aktuelle Ausverkauf verläuft weitgehend im Einklang mit diesem historischen Erfahrungswerten. Und was kam kommt dann? Nach dem Tiefpunkt dauerte die durchschnittliche Erholung rund 40 Handelstage und die Aktien übertrafen dabei zumeist das Niveau, das sie vor dem Ereignis markiert hatten.
"Jeder künftige Markteinbruch fühlt sich wie ein Risiko an; jeder vorangegangene Markteinbruch sieht nach einer Chance aus."(Tom Gardner, The Motley Fool)
Der Fear-and-Greed-Index ist von 20 auf 13 weiter eingebrochen und signalisiert "extreme Angst". Auch das war in der Vergangenheit oft ein guter Zeitpunkt für Käufe. Wobei die Stimmung noch weiter fallen und länger anhalten kann. "An der Börse ist alles möglich. auch das Gegenteil", mahnte einst Börsenlegende André Kostolany.
Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche kräftig Federn lassen musste und die Gewinne der Vorwochen wieder abgegeben hat. Viele Werte leiden unter dem stark gestiegenen Ölpreis und der daraus resultierenden Angst eines Ölpreisschocks für die Wirtschaft. Bisher haben einige Werte dies ausgeglichen, aber nun zählte auch Almonty zu den Verlierern, ebenso Rheinmetall, Costco und Texas Pacific Land. Und damit (fast) alle meine Depotschwergewichte, aber nicht nur die...
Bei Almonty Industries gab es Zahlen und der ausgewiesene Verlust sorgte für Panik und einen Sell-off. Der im vierten Quartal 2025 erzielte Umsatz stieg um 39% auf 8,7 Mio. USD und für das gesamte am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 13% auf 32,5 Mio. USD. Der Zuwachs war auf einen deutlichen Anstieg des Spotpreises für Wolfram-APT zurückzuführen, wobei der durchschnittliche APT-Preis der letzten 12 Monate zum 13. März 2026 um 534% auf 2.250 USD pro MTU stieg.
Die allgemeinen und Verwaltungskosten beliefen sich im vierten Quartal 2025 auf insgesamt 9,4 Mio. USD, verglichen mit 1,8 Mio. USD im Vorjahresquartal. Für das gesamte am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr beliefen sich die allgemeinen und Verwaltungskosten auf 20,5 Mio. USD, verglichen mit 6,2 Mio. USD im Vorjahr. Der Anstieg war in erster Linie auf zusätzliche Rechtskosten und Aufwendungen im Zusammenhang mit laufenden Unternehmens- und Regulierungsaktivitäten zurückzuführen, darunter Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang im Dezember 2025, der außerordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens am 29. September 2025 und dem geplanten Umwandlungsprozess des Unternehmens in eine US-amerikanische Gesellschaft.
Der "Hammer" war der Nettoverlust: im vierten Quartal 2025 belief dieser sich auf 102,3 Mio. USD, verglichen mit einem Verlust von 5,4 Mio. USD im Vorjahresquartal. Für das gesamte am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr betrug der Nettoverlust 161,9 Mio. USD, verglichen mit einem Verlust von 16,3 Mio. USD im Vorjahr.
Und diese Zahl schockte die Anleger und ließ den Kurs um rund 20% einbrechen. Dabei ist natürlich das Kleingedruckte wichtig, also der Grund für diese enorme Verlustausweitung. Und diese Veränderung war in erster Linie auf einen nicht zahlungswirksamen Verlust in Höhe von 87,3 Mio. USD aus der Neubewertung eingebetteter derivativer Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Wandelanleihen im vierten Quartal 2025 zurückzuführen, der durch den erheblichen Anstieg des Aktienkurses von Almonty im Laufe des Jahres von 1,36 CAD am 31. Dezember 2024 auf 12,07 CAD am 31. Dezember 2025. Diese nicht zahlungswirksame bilanzielle Belastung hat keine Auswirkungen auf die operative Leistung, den Cashflow oder die Liquiditätslage des Unternehmens.
Meine Erläuterung zu Nettoverlust: Diese Wandelanleihen bieten den Anleihegläubigern die Möglichkeit, sich ihr Kapital in Geld oder in Aktien zurückzahlen zu lassen. Und die werden ganz sicher alle (!) in Aktien umgetauscht, denn der Wandlungskurs war bei Ausgabe der Anleihen festgelegt worden anhand des damaligen Kursniveaus. weit unterhalb des aktuellen Kursniveaus stattfinden kann/wird, muss Almonty dann (!) neue Aktien "drucken" - das wird teuer, denn Almonty bekommt dann z.B. 1 CAD und muss gleichzeitig dafür eine Aktie für 10 oder 20 CAD rausrücken. Das verwässert dann die Altaktionäre, muss aber heute (!) schon in der Bilanz berücksichtigt werden auf Basis des aktuellen Aktienkurses (per 31.12.2025). Fazit: Da werden einige Leute also sehr viel Geld verdienen - aber die haben Almonty aber auch viele Jahre lang über die mageren Zeiten hinweg finanziert. Dafür winkt ihnen bald die fette Ernte. Absolut verdient! Wichtig(er) für das Hier und Heute ist allerdings, dass diese bilanzielle Verarbeitung nichts (!) mit dem operativen Geschäft von Almonty zu tun hat.
Finanzvorstand Brian Fox erklärte hinzu: "Unsere Ergebnisse für das vierte Quartal spiegeln die Auswirkungen erheblicher nicht zahlungswirksamer bilanzieller Aufwendungen wider, die durch den Anstieg unseres Aktienkurses im Jahr 2025 verursacht wurden und eine Neubewertung bestimmter Finanzinstrumente gemäß IFRS erforderlich machten. Ohne diese nicht zahlungswirksamen Aufwendungen aus der Neubewertung von Derivaten entsprachen unsere operativen Ergebnisse den Erwartungen, da die Panasqueira-Mine dank des sich festigenden APT-Preisumfelds weiterhin ein stetiges Umsatzwachstum verzeichnete. Darüber hinaus wurden aufgrund des Zeitpunkts der Konzentratlieferungen Umsätze in Höhe von 3,1 Mio. USD auf das erste Quartal 2026 abgegrenzt, was unserer Ansicht nach die zugrunde liegende operative Leistung des Quartals besser widerspiegelt."
Das bereinigte EBITDA belief sich im vierten Quartal 2025 auf -6,2 Mio. CAD, verglichen mit -2,0 Mio. CAD im Vorjahresquartal. Für das gesamte am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr betrug das bereinigte EBITDA -17,1 Mio. CAD, verglichen mit -3,1 Mio. CAD im Vorjahr. Die liquiden Mittel beliefen sich zum 31. Dezember 2025 auf insgesamt 268,4 Mio. USD, verglichen mit 7,8 Mio. USD zum 31. Dezember 2024. Der Anstieg resultierte in erster Linie aus dem Eingang der Bruttoerlöse aus zwei im Jahr 2025 abgeschlossenen öffentlichen Emissionen, also dem Börsengang an die NASDAQ im Juli 2025 (90 Mio. USD) und der Emission im Dezember 2025 (129,4 Mio. USD).
Lewis Black, Vorsitzender, Präsident und CEO, erklärte: "Das vierte Quartal war für Almonty ein entscheidender Meilenstein, da die erste Erzlieferung auf die Aufbereitungsplattform in Sangdong erfolgte und wir damit von der Erschließungsphase in den aktiven Bergbaubetrieb übergingen – an einem Standort, von dem wir erwarten, dass er sich zu einer der größten Wolframminen der westlichen Welt entwickeln wird. In Verbindung mit einem Jahr voller Veränderungen auf den Kapitalmärkten, das unsere Bilanz mit über 268 Millionen US-Dollar an Barmitteln gestärkt hat, der fortgesetzten Produktion in Panasqueira und den Fortschritten in Sangdong auf dem Weg zur Inbetriebnahme ist das Unternehmen der Ansicht, dass es für seine nächste Wachstumsphase gut aufgestellt ist."
Der Blick nach vorn: "Mit Blick auf die Zukunft konzentrieren wir uns darauf, die Inbetriebnahme in Sangdong abzuschließen und den Durchsatz zu optimieren, um die steigende Nachfrage westlicher Regierungen und Verteidigungskunden zu befriedigen, die eine sichere, langfristige Wolframversorgung anstreben. Angesichts von APT-Preisen, die Rekordhöhen von über 2.200 US-Dollar pro MTU erreichen, und einem sich voraussichtlich verschärfenden strukturellen Versorgungsdefizit ist Almonty bereit, in den kommenden Jahrzehnten eine zentrale Rolle bei der Neugestaltung der Wolfram-Handelsströme der Alliierten zu spielen."
Wenige Tage später erklärte Almonty die Phase 1 der Sangdong-Mine für beendet, die nun in Betrieb genommen worden ist und produziert; die Aufbereitungsanlage ist für die Verarbeitung von etwa 640.000 Tonnen Erz pro Jahr ausgelegt und liefert jährlich rund 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat. Die geplante Erweiterung der Phase 2, die voraussichtlich 2027 in Betrieb gehen wird, soll die Verarbeitungskapazität auf etwa 1,2 Mio. Tonnen Erz pro Jahr erhöhen und die Wolframproduktion auf rund 4.600 Tonnen pro Jahr verdoppeln. Bei voller Kapazität wird erwartet, dass Sangdong etwa 40 % des weltweiten Wolframbedarfs außerhalb Chinas decken wird.
Und das in in einer Zeit, wo China einerseits strikte Exportkontrollen für Seltene Erden und Wolfram eingeführt hat und darüber hinaus rigorose Kontrollen von deutlich verschärften Umweltauflagen durchführt - die zu vielen Minenschließungen geführt haben und so das globale Angebot verknappen, ohne auf Exportbeschränkungen zurückgreifen zu müssen (Quelle). Zudem sinken die Erzgehalte in den chinesischen Minen, so dass mehr Erz zur Gewinnung von Wolfram verarbeitet werden muss - die Produktionskosten steigen also, was Produzenten in anderen Ländern zugute kommt. Chinas Dominanz ist die größte Schwachstelle für die globalen Lieferketten, denn auf das Reich der Mitte entfielen im vergangenen Jahr rund 79% der weltweit produzierten 85.000 Tonnen. Als die Exportvorschriften verschärft wurden, waren die Auswirkungen unmittelbar und gravierend; so gingen die Lieferungen der betroffenen Produkte aus China im vergangenen Jahr um etwa 40% zurück - mit weiter fallender Tendenz in 2026. Dadurch entstand ein strukturelles Defizit, das die Käufer nun verzweifelt zu decken versuchen, ohne dass eine große Pipeline an neuen Projekten zur Entlastung der Lage zur Verfügung stünde.
Während also die Preise für Wolfram explodieren und die Nachfrage weltweit weiter zunimmt, steigt die Produktion bei Almonty rapide an. Der Aktienkurs hat die letzten 18 Monate schon mal vorgefeiert, aber die Party ist längst noch nicht vorbei. Oder wie Winston Churchill es formulieren würde: "Dies ist nicht das Ende. Es ist noch nicht einmal das Ende des Anfangs". Meine Turnaround-Spekulation läuft weiterhin hervorragend, auch wenn der Kursrücksetzer in der letzten Woche natürlich das Depot nach unten gezogen hat. Andererseits stabilisierte er es in den Vorwochen und sorgte insgesamt für Zuwächse. Almonty hat inzwischen eine ziemlich hohe Depotgewichtung, weil der Kurs seit Spekulationsbeginn um 1.500% zugelegt hat. Dem entsprechend ist auch die Volatilität des Gesamtdepots angestiegen.
An Palantir Technologies scheiden sich die Geister. Die Aktie ist sehr hoch bewertet, liefert aber mindestens ebenso stark ab. Das Wachstum beschleunigt sich, da man nicht nur rasant neue Kunden gewinnt, sondern die bestehenden Kunden immer schneller immer mehr Angebote von Palantir nutzen; diese Upgrades verursachen natürlich deutlich geringere Kosten, da man die Kunden nicht erst gewinnen muss - und je stärker sich ein Kunde auf Palantir einlässt, desto stärker wird Palantirs Burggraben aus dieser Beziehung, da die potenziellen Wechselkosten für den Kunden immer größer werden.
- Zuletzt verkündete Palantir eine mehrjährige Ausweitung seiner Partnerschaft mit GE Aerospace bekannt, um "die Transformation der Einsatzbereitschaft der US-Luftwaffe sowie der Abläufe im gesamten Produktionssystem von GE Aerospace zu beschleunigen".
- Mit Ondas wurde eine neue Partnerschaft bekannt gegeben, um "integrierte Informations- und Sensorlösungen mit einheitlicher Führung und Kontrolle für dauerhafte ISR-Missionen zu liefern".
- Centrus Energy wird künftig "Palantirs KI-gesteuerte Softwaretools zur Unterstützung von Centrus’ milliardenschwerer Erweiterung seiner Urananreicherungskapazitäten einsetzen".
- Mit NVIDIA bietet Palantir künftig eine "gemeinsame Referenzarchitektur für ein souveränes KI-Betriebssystem, das Kunden ein schlüsselfertiges KI-Rechenzentrum bietet von der Hardwarebeschaffung bis zur Anwendungsbereitstellung."
- Das US-Verteidigungsministerium will KI ins Zentrum seiner Strategie zu rücken und setzt dazu auf die langfristige Nutzung von Palantirs Technologie "Maven" zur Zielerfassung im gesamten US-Militär. "Maven" ist eine Softwareplattform, die riesige Mengen an Schlachtfelddaten von Satelliten, Drohnen und Sensoren analysiert, um mithilfe von KI potenzielle Ziele wie feindliche Fahrzeuge oder Waffenlager zu identifizieren. Es ist bereits heute das wichtigste KI-Betriebssystem der US-Streitkräfte, doch die Einstufung als Standardsystem hebt diese Kooperation - dauerhaft - auf ein neues Level.
Ich bin bei Palantir erst seit kurzer Zeit an Bord, weil mich die enorme Bewertung immer abgeschreckt hat. Inzwischen ist diese aber auf ein vertretbares Maß geschrumpft, weil der Aktienkurs gefallen ist, während das profitable Wachstum sich weiterhin enorm beschleunigt.
Aber... das Investment wird sich nur auszahlen, wenn Palantir dieses profitable Wachstum auch mehrere Jahre lang aufrechterhalten kann. Die Chancen stehen gut, aber sicher ist es nicht.
Rocket Lab hat sie Börse mit einer massiven Kapitalerhöhung vergrätzt; es sollen junge Stammaktien im Volumen bis zu 1 Mrd. USD ausgegeben werden. Das verwässert die Altaktionäre und drückt Preis und Stimmung. Doch der Kurs hat sich schnell stabilisiert, weil Rocket Lab umgehend aufzeigen konnte, wofür es die frischen Gelder benötigt: lukrative Rüstungsaufträge. So unterzeichnete man einen Vertrag über 190 Mio. USD für 20 Hyperschall-Testflüge, die mit der modifizierten HASTE-Trägerrakete im Rahmen des MACH-TB 2.0 Programms des US-Verteidigungsministeriums in Partnerschaft mit Kratos Defense durchgeführt werden sollen. Die HASTE-Rakete weist in bisherigen Testflügen (Mach 5+) für das MACH-TB-Programm seit 2023 eine Erfolgsquote von 100 % auf und dieser neue Auftrag baut Rocket Labs starke operative Erfolgsbilanz weiter aus.
Letzte Woche gab es zwei Starts (Nr. 82 und 83): einen in Neuseeland und den zweiten für das US-Verteidigungsministerium, wo man erfolgreich ein australisches Scramjet-Flugzeug auf Hyperschallgeschwindigkeit brachte und damit den zweiten Hyperschallflug innerhalb von nur drei Monaten absolvierte. Mit der makellosen Erfolgsquote etabliert sich Rocket Lab zunehmend als unverzichtbare Testplattform für das US-Militär. RocketLab läuft also auf Hochtouren und sackt immer mehr Aufträge ein, während man das Angebotsspektrum erweitert. Der Auftragsbestand für die Electron-Raketen wuchs inzwischen auf 1,85 Mrd. USD an. Aber...
Alle warten auf die Neutron-Rakete. Und hier gibt es Verzögerungen. Das Management hat den Jungfernflug in die zweite Jahreshälfte verschoben, weil zuvor bei Test ein Sicherheitsproblem aufgetreten ist. Dabei ging es um ein Teil eines Zulieferers und das Management von Rocket Lab hat daher entschieden, dieses lieber in Eigenregie zu fertigen. Das sorgt für zeitlichen Verzug, erhöht aber die Sicherheit. Und die ist entscheidend! RocketLab hat eine makellose Bilanz mit seiner Electron-Rakete und will hieran nahtlos anknüpfen mit seiner Zukunftsrate Neutron. Hier soll alles klappen, denn die Zukunft und damit auch bereits die aktuelle Bewertung basiert auf einem Erfolg von Neutron. Während sich Rocket Lab von einem Unternehmen für kleine Weltraumstarts zu einem Rüstungsunternehmen im Dienste der nationalen Sicherheit der USA entwickelt, bleibt mein Space-Engagement höchst spekulativ - und langfristig ausgerichtet.
Neu im Depot ist Vincorion. Ich habe nicht beim IPO zugegriffen, wo letztlich allen Privatanlegern lediglich 10 Aktien zugeteilt wurden, weil die Nachfrage so gewaltig war, sondern im ersten Kursabsacker, der auf den Zeichnungsgewinn folgte.
Ich habe mal einen Zeh ins Wasser getaucht und mir eine kleine Position an Vincorion gegönnt als Ergänzung zu meinem Sektorfavoriten Rheinmetall. Ich plane, das Unternehmen langfristig zu begleiten und "Skin in the Game" macht ggf. den Unterschied. Klar ist aber auch, dass erst die nächsten Quartale zeigen werden, ob der von mir bezahlte Preis gerechtfertigt war, oder ob auch dieses IPO deren schlechten Ruf verdient hat ("it's probably overpriced").
Ebenfalls neu im Depot habe ich Waste Management, den führenden US-Abfallentsorger. Das Unternehmen habe ich schon lange auf meiner Beobachtungsliste (nach neun Jahren stehen inkl. Dividenden 233% zubuche, also starke 14,4% Durchschnittsrendite pro Jahr). Und war auch schon mal erfolgreich investiert. Doch steigende Zinsen und operative Fehlentscheidungen haben mich seinerzeit mein Engagement beenden lassen. Nun also ein neuer Anlauf bei diesem Spezialisten für "Urban Mining", der kaum negativ von KI betroffen sein wird. Meinen Investmentcase lege ich demnächst noch ausführlich dar.
Mein Vermögen hatte nach den beiden ersten vollen Handelswochen des Jahres ein sattes Plus von 10,0% verbucht. Anschließend ging es sukzessive abwärts und alle Gewinne wurden bis Mitte Februar wieder weggefressen. Seitdem ging es wieder sukzessive aufwärts, bis die letzte Woche für einen kräftigen Einbruch von -4% sorgte. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +2,5 (YTD).
Die von Trump bewusst lancierte Dollarschwäche belastet US-Werte auf Euro-Basis im Jahr 2025 mit rund 12 %. Ich gehe davon aus, dass diese Tendenz auch in 2026 anhalten wird, wenngleich nicht derselben Größenordnung. Da ich einen hohen Anteil an US-Werten im Depot halte (knapp 75%), wirkt sich die Dollarschwäche natürlich entsprechend negativ auf meine Performance aus.
Mein Investor-Update zum Q4/2025 - nicht mehr ganz brandneu, aber in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.
Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.
Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ
Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.


Lieber Michael,
AntwortenLöschenich habe den Rücksetzer bei Almonty zum Nachkaufen genutzt und denke, dass wir noch lange nicht die Höchstkurse gesehen haben. Neben der Sangdong-Mine hat Almonty ja auch noch die Panasqueira-Mine in Portugal und das Gentung-Browns-Lake-Projekt in der Pipeline und die Nachfrage düfte den Wolframpreis weiter in die Höhe treiben, zumal wenn Trump und Hegseth sämtliche Munitionsbestände im Iran verpulvern.
Hast Du Dich schon mal mit Antimony Resources beschäftigt, dass gewisse Parallelen zur Almonty-Story aufweist?
Herzliche Grüße von Georg
Moin Georg,
Löschenmit Rohstoff-Spekulationen habe ich eher wenig Erfolg und lasse da meistens die Finger von; bei Almonty bin ich schon ziemlich lange (passiv) im Thema, weil die Deutsche Rohstoff AG dort seit vielen Jahren engagiert ist und ich deshalb immer wieder auch Almonty auf dem Radar hatte. Vor allem die elendigen Verzögerungen waren eine Geduldsprobe. Daher konnte ich aus meiner Sicht recht gut einschätzen, ob sich Ende 2024 nun endlich eine Spekulation lohnt - derartige Preisexplosionen bei Wolfram hatte ich da natürlich nicht auf dem Schirm und auch nicht, dass Almonty sich innerhalb eines Jahres zum Tenbagger und mehr mausert. "Multibagger-Potenzial" hatte ich Almonty durchaus zugebilligt, aber nicht in einem so kurzen Zeitraum. Aber ich will mich da keinesfalls beklagen... ;-)