Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.
Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich... ツ
Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:
📈 Texas Pacific Land +12,0%
📉 Comfort Systems -5,9%
📉 KKR & Co. -6,6%
📉 Vincorion -7,0%
📉 Alphabet -7,2%
📉 2G Energy -7,5%
📉 Deutsche Rohstoff AG -7,7%
📉 Almonty Industries -12,4%
📉 Rocket Lab -19,9%
📉 Rheinmetall - 21,9%
Es war eine weitere heftige Börsenwoche, in der die Märkte den totalen Frieden im Nahen Osten, eine völlige Entspannung bei den Lieferketten für Öl und Gas ebenso einpreisten wie ein Abflauen bei KI-Investitionen und zudem auch die Lust auf Weltraumabenteuer verloren. Kurzum: mein Depot fing sich gleich mehrere Breitseiten aus unterschiedlichen Richtungen - und verspielte die verbliebenen bisherigen Jahresgewinne.
Was der Markt hier spielt, ist natürlich fern jeder Realität. Aber es ist nicht Mr. Markets Aufgabe realistisch zu sein! Dieser manisch depressive Typ ruft ständig neue Preise auf und mal kann er seine Kauflaune kaum zügeln, während er an anderen Tagen zu jedem Kurs verkaufsbereit zu sein scheint.
Und in den letzten Wochen, ganz besonders in den letzten Tagen, wollte er "meine" Sektoren loswerden, also Energie, Rüstung, Finanzen, Space, um lieber auf Medizintechnik umzusatteln. (Fast) ganz was Neues.
Der Fear-and-Greed-Index ist in der letzten Woche von 37 auf 25 Punkte eingebrochen und setzt damit seinen Absturz nach kurzer Pause weiter fort. Er zeigt damit nun erstmals seit längerem wieder "extreme Angst" in den Augen der Börsianer - und bis zur Panik ist es dann auch nicht mehr weit...
Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche ziemlich heftig unter Druck kam und kaum noch Lebenszeichen von sich gab. Ich habe mir natürlich mehrfach meine Werte angesehen und überprüft, ob und ggf. wo ich falsch liege. Tja, was soll ich sagen: es ist alles weitgehend perfekt. Ich bin mit allen meinen Investments, also allen meinen Unternehmensbeteiligungen zufrieden und fühle mich in allen gut aufgehoben. Das bedeutet nicht, dass ich kurzfristig wieder steigende Kurse erwarte; es bedeutet "nur", dass ich mittel- und langfristig aussichtsreiche Werte im Depot habe. Anders formuliert: ich habe die richtigen Unternehmen im Depot, aber möglicherweise momentan nicht die richtigen Aktien. ツ
Beginnen wir mit dem Highlight: Texas Pacific Land hat einen starken Deal eingetütet: Der Energieriese Chevron hat einen 20-Jahres-Vertrag mit Microsoft über die Lieferung von erdgasbasiertem Strom für das Projekt Kilby unterzeichnet, einen KI-Rechenzentrumskomplex in West-Texas im Wert von rund 7 Mrd. Dollar. Das Projekt soll ab 2028 Strom produzieren und seine Leistung im Laufe der Zeit auf 2,67 GW steigern. Microsoft hat angekündigt, seine Rechenzentrumsfläche in den nächsten zwei Jahren zu verdoppeln, und die Partnerschaft mit Chevron soll die großen Mengen an zuverlässigem Strom liefern, die für die energieintensiven KI-Modelle benötigt werden.
Der von Chevron ausgewählte Standort befindet sich in der Nähe der Stadt Pecos, unweit der Grenze zwischen Texas und New Mexico im Herzen des Perm-Beckens, dem größten Ölfördergebiet der USA - und gehört Texas Pacific Land, die sich bereit erklärten, Chevron dafür Grundstücke und Brackwasserressourcen für das Großkraftwerk zur Verfügung zu stellen.
Texas Pacific Land teilte mit, dass es Oberflächenflächen im Austausch gegen eine Barzahlung und das Exklusivrecht zur Entnahme von Grundwasser für das Kraftwerk sowie für andere damit verbundene Aspekte des Projekts bereitgestellt habe. Die Bereitstellung von brackigem Grundwasser trägt dazu bei, den Bedarf an gemeinsam genutzten Süßwasserressourcen zu senken und die Aufbereitung und Wiederverwendung von Brauchwasser reduziert den Bedarf an Frischwasser. Beim Fracking wird etwas die dreifache Menge an Brauchwasser "produziert" im Vergleich zu den Öl-Einheiten und je älter die Quelle wird, umso stärker steigt der Wasseranteil an.
Die Energieriesen sind aber keine Wasserspezialisten und daher überlassen sie diese zwingend nötige Ressource anderen. Texas Pacific Land wiederum baut seit einigen Jahren auf seinen Ländereien ein Pipelinesystem auf zur Versorgung von Bohrplätzen mit Frisch- bzw. Grundwasser und dem Abpumpen des Brauchwassers. Zudem baut man die Kapazitäten zum Wasserrecycling massiv aus.
Chevron wiederum ist Pächter von TPL-Flächen und bohrt dort nach Öl (und Gas), während TPL dafür Royalties erhält. Denn genau das ist das Business von TPL: es stellt anderen seine Flächen zur Verfügung und verdient daran ordentlich Geld.
Das Projekt Kilby dürfte nur das erste von einer Reihe weiterer solcher KI-Rechenzentrumsprojekte in West-Texas sein, denn in vielen US-Bundesstaaten regt sich gegen den Auf- und Ausbau der Rechenzentren Widerstand. Die treiben nicht nur die Strompreise für Unternehmen und Bevölkerung stark in die Höhe, sondern sorgen auch für immer häufigere Stromausfälle aufgrund von Netzüberlastungen und teilweise auch Rationierungen von Strom. Darüber hinaus ist der Netzausbau kostspielig und muss am Ende auch von den Kunden getragen werden. In West-Texas hingegen wohnen nur wenige Menschen, es gibt reichlich Platz, es gibt Energie zur Stromerzeugung en masse (ÖL und Gas) und es gibt Wasser. Hauptproblem ist das viele verschmutzte Wasser - und Texas Pacific Land hat auf seinen Ländereien genau die richtigen Antworten parat...
Auch LandBridge, mein zweiter Royalty-Play in diesem Sektor, konnte letzte Woche im Zuge der positiven Nachrichten um gut 3,5% zulegen. Aber bei all den eingebrochenen Werten in meinem Depot reichte dieser Zugewinn nicht für die Top 10.
Und damit kommen wir zu den Renditekillern. Mit der Deutschen Rohstoff AG bleiben wir im Energiebereich. Nach dem Kurseinbruch um 20% in der Vorwoche ging es nun weitere knapp 8% in den Keller. Und ein Rücksetzer um knapp 30% bei einer meiner größten Positionen reißt natürlich kräftig Löcher in den Schiffsrumpf meines Depots.
Vor einigen Tagen fand die Hauptversammlung statt und da gab das Management einige interessante Einblicke – und dazu gehört nicht nur, dass inzwischen bereits gut 10% der Aktionäre aus den USA stammen. Der Break-Even für die Öl-Förderung liegt bei rund 45 Dollar je Barrel und unter Einbeziehung der Gasförderung sind es eher 40 Dollar. Bei Ölpreisen (WTI) von 50 bis 60 Dollar kommt man gut klar, bei 60 bis 70 Dollar wird ordentlich Geld verdient und über 70 Dollar strömt das Geld nur so in die Kassen. Aktuell liegt WTI bei 73 Dollar – und auch wenn das natürlich deutlich weniger ist als die 100 Dollar von vor einigen Wochen so verdient die DRAG doch richtig Geld.
Bei meiner Wolfram-Spekulation Almonty Industries hat sich nicht viel bewegt, außer dem Kurs, der in den letzten Tagen mal wieder abgetaucht ist. Auch hierzu gab es ein Update auf der DRAG-HV: Bei einem Almonty-Kurs von 18,50 Dollar und einem Euro-Wechselkurs von 1,14 taxiert der Vorstand der Deutschen Rohstoff AG den Wert der Beteiligung auf rund 230 Mio Euro. Wohlgemerkt nach dem Teilverkauf im ersten Quartal, wo ein Gewinn von etwa 100 Mio. Dollar realisiert wurde, der das ausgeweitete Bohrprogramm finanziert.
Man muss klar feststellen, dass ich den möglichen Rückgang des Ölpreises unterschätzt habe und vor allem die daraus resultierenden potenziellen Kurseinbrüche für die Energiewerte insgesamt; darunter litten zuletzt auch die Werte aus dem GreenEnergy-Sektor (wie Energiekontor und mein Depotwert 2G Energy). Aber... operativ sind deren Geschäfte weniger stark von dem Ölpreisrückgang betroffen, so dass mein Investmentcase in keinem Fall abgesoffen ist oder absaufen wird. So jedenfalls der aktuelle Stand. Aber bei Rohstoffpreisen - und Trump - kann man nie wissen und muss immer wachsam bleiben. Und wenn nötig auch eine liebgewonnene Position ändern.
Nach einer Woche mit wieder aufgepepptem Risikoappetit, schlugen die Gefühle wieder um und Anleger wechselten zurück in den Risk-off-Modus. Dem entsprechend gaben die KI-Werte und die KI-Schaufelverkäufer ihre Gewinne aus der Vorwoche wieder ab. In meinem Depot kamen dabei Alphabet ebenso unter die Räder wie Comfort Systems und Quanta Services - und 2G Energy.
Bei der Google-Mutter gab es noch interessante Neuigkeiten, denn Alphabet wird in den Dow Jones Industrial Average Index aufgenommen und wird dort ab sofort die Aktie von Verizon ersetzen, was die Gewichtung von Mega-Cap-Technologieunternehmen in dem weltweit am meisten beachteten Blue-Chip-Index weiter erhöht. Diese Indexaufnahme ist vor allem ein symbolischer Ritterschlag, der den Status des Konzerns als etablierter Standardwert der US-Wirtschaft dokumentiert. Für die Aktie ergeben sich daraus jedoch einige bemerkenswerte Effekte:
- Index-Nachfrage (Flow-Effekt): Da der Dow Jones zu den bekanntesten Indizes weltweit gehört, müssen ETFs und institutionelle Fonds, die den Index abbilden, ihre Portfolios anpassen und Alphabet-Aktien kaufen. Dies kann kurzfristig für eine erhöhte Nachfrage und Stabilität sorgen.
- Höhere Gewichtung: Der Dow Jones ist ein preisgewichteter Index (der Kurs der Aktie bestimmt die Gewichtung, nicht die Unternehmensgröße). Mit einem Kurs von über 300 Dollar wird Alphabet dort direkt zu einem der am stärksten gewichteten Werte und verdrängt das deutlich günstigere Papier von Verizon, das kaum Einfluss auf die Indexbewegung hatte.
- Technologisierung des Leitindex: Der Einzug von Alphabet als fünfte Aktie der "Magnificent Seven" in den Dow Jones zeigt, dass der Indexbetreiber S&P Dow Jones Indices künftig deutlich stärker auf Zukunftsthemen wie Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Computing und digitales Marketing setzt.
Meine Einschätzung: Die Indexaufnahme ist ein Gewinn für beide, denn Alphabet profitiert durch eine noch höhere Reputation und eine erhöhte Nachfrage nach seiner Aktie, während der Dow Jones Index eines der solidesten und wachstumsstärksten Unternehmen aufnimmt, das auch künftig starke Renditen verspricht.
Rüstungswerte gaben die vorherigen zugewinne wieder ab, die durch die in Paris stattfindende Rüstungsmesse Eurosatory beflügelt worden waren. Vincorion büßte entsprechend ein, aber Rheinmetall wurde geradezu auf die Schlachtbank geführt. Deren noch junges Segment Naval Systems war durch die Übernahme der Marine-Sparte von Lürssen entstanden und damit ist Rheinmetall nun auch auf den Weltmeeren ein Mittelschwergewicht. Der Start-Auftragsbestand von 5,5 Mrd. Euro im maritimen Bereich sichert die Sparte ab und nach nur einem Monat Konsolidierung fährt man operativ bereits erste Gewinne ein. Und dann passierte Pistorius...
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat einen fetten Torpedo auf Rheinmetall abgeschossen, indem er das größte Marineprojekt der Geschichte (die Fregatte F126) gestoppt hat - und damit die Aktie von Rheinmetall auf Talfahrt. Das Projekt wurde ursprünglich vom niederländischen Konzern Damen geführt, der aber nicht viel auf die Reihe bekam. Und so gab es immer wieder Verzögerungen, Kostensteigerungen und weitere Verzögerungen. Ende 2025 übergab Pistorius dann den Generalauftrag an Naval Systems, die bis dahin lediglich Teile zum Gesamtprojekt besteuerten, und die aktualisierten Zahlen und Milliardenerhöhungen sorgen seitdem für Aufregung. Pistorius hat nun die Reißleine gezogen und anstelle der sechs F126-Fregatten sollen nun acht MEKO-Fregatten A-200 beschafft werden – von Wettbewerber TKMS. Autsch!
Rheinmetalls ehrgeizige Pläne, auch im Marinebereich zu einem echten Champion zu werden, erscheinen nun erstmal etwas zu überambitioniert. Und natürlich hat das Ganze finanzielle Auswirkungen. Negative Auswirkungen auf Umsätze und Gewinne des laufenden Jahres sind nicht großartig zu erwarten, aber die erhofften zusätzlichen Aufträge für die nächsten Jahre im Volumen von rund 10 Mrd. Euro fallen nun ins Wasser. Dem entsprechend stehen zumindest hinter den 2026er Jahreszielen beim Auftragseingang Fragezeichen.
Das schickt die Rheinmetall-Aktie auf Tauchstation und sorgt sogar für ein Unterschreiten der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Euro. Aber ein derartiger heftiger Kurseinbruch erscheint kaum gerechtfertigt!
Unbestritten, es ist ein Rückschlag für Rheinmetalls Ambitionen und auch finanziell gibt es wohl einige Blessuren. Doch am grundsätzlichen Kurs und an den starken Wachstumschancen im Rüstungssektor ändert sich nicht viel. Rheinmetall will insbesondere seine Marine-Sparte weiter stärken und geht im Bereich Drohnen und Drohnenabwehr über mehrere Joint Ventures in die Vollen.
Die Auftragsbücher füllen sich schnell und der Auftragsbestand sichert die Umsätze für mehrere Jahre ab. Die Marinesparte sorgt hier nun für einen Dämpfer, aber nicht für eine Havarie. Und positiv betrachtet hat Rheinmetall nun ein Großprojekt von der Backe, das sich über Jahre alleine durch Planungsfehler und Pannen ausgezeichnet hat – man kann sich nun voll auf eigene Projekte konzentrieren und erfolgversprechende(re) Aufträge. Und ein frühzeitiges Scheitern kurz nach der Übernahme ist auf jeden Fall besser, als ein jahrelanges Durchwursteln mit möglichen weiteren Pannen und Problemen.
Mein Fazit: Rheinmetall hat eine Breitseite kassiert, aber die kann der Rüstungschampion wegstecken. An vielen anderen Fronten laufen die Entwicklungen und Geschäfte hervorragend und das bisher schon ambitionierte Wachstumstempo dürfte in den nächsten Jahren noch weiter zulegen – und ebenso die Umsätze und Gewinne. Rheinmetall bleibt der Top-Pick im Rüstungssektor und wer es wagt, kann in die Schwäche hinein zugreifen und sich die Stärke von morgen ins Depot legen. So wie ich, denn ich habe meine Rheinmetall-Position um 50% aufgestockt.
Und dann ist da noch mein Weltraumabenteuer Rocket Lab, das seit Montag Mitglied im NASDAQ 100 ist - und gleich mal dessen Abverkauf live und in Farbe mitgemacht hat. Vermutlich ist aber das Entfleuchen der Euphorie aus dem SpaceX-Kurs eher der Grund für den Kurseinbruch, denn alle Werte im Space-Sektor litten gehörig. Dabei wird SpaceX nun in den NASDAQ 100 aufgenommen und damit müssen alle entsprechenden Indexfonds die Aktie kaufen. Das dürfte dem Kurs erstmal wieder Rückenwind geben.
Ach ja, Neuigkeiten gab es auch noch: am Freitagabend hat RocketLab einen weiteren erfolgreichen Start aufs Parkett gelegt: Der Start von "Ten Owl Of Ten" war der 12. Electron-Start im Jahr 2026, die 91. Electron-Mission insgesamt, die 10. Aussetzung eines StriX-Satelliten (es stehen noch weitere 17 aus) und - am wichtigsten - es bleibt bei 100 % Missionserfolg bei allen Synspective-Missionen. Läuft Fliegt...
Bei KKR dreht sich gerade viel um OHB, denn der Bremer Satellitenspezialist drängt zurück an die Börse. Erst vor zwei Jahren war KKR hier im Wege eines "Going Private" eingestiegen und hält seitdem mit der Gründerfamilie Fuchs die Mehrheit; KKR bezahlte damals 44 Euro je Aktie und hält seitdem 28,6% der Anteile.
Nun hat OHB die Ausgabe von 1.605.388 neuen Aktien (entsprechend 8,35% des Grundkapitals) gegen Bareinlagen beschlossen als erste von zwei Tranchen zur Kapitalerhöhung. Platzierungspreis war 300 Euro je Aktie; Gründer-Familie Fuchs und KKR haben auf die Ausübung ihrer Bezugsrechte verzichtet, so dass sich ihr Anteil am Unternehmen verringert und sich der Streubesitz von bisher 5,7% auf bis zu 19,2% erhöht. Die zweite Tranche der Kapitalerhöhung, und damit bis zu 97.092 neue Aktien, wird den übrigen Aktionären während der Bezugsfrist vom 25. Juni bis zum 8. Juli 2026 zum Bezug zum Bezugspreis von ebenfalls 300 Euro je neuer Aktie angeboten.
Vom Gesamtemissionserlös entfallen 510 Mio. Euro auf neue Aktien, die von OHB ausgegeben werden. Mit dem Geld will das Unternehmen Übernahmen und Investitionen im Zuge einer Konsolidierung des europäischen Raumfahrtmarkts stemmen. Die restliche Summe von rund 368 Mio. Euro geht an Finanzinvestor KKR, der auf diese Weise seinen geplanten Teilausstieg bei OHB realisiert. Zum Vergleich: KKR legte bei seinem Einstieg für das Gesamtpaket 338 Mio. Euro auf den Tisch und hat damit seinen Einsatz bereits verdient – zusätzlich hält man auch künftig ein üppiges Anteilspaket an OHB und wird vom Boom im Raumfahrtsektor profitieren.
Zudem gab KKR soeben bekannt, dass im zweiten Quartal bislang Veräußerungserlöse in Höhe von mehr als 900 Mio. Dollar erzielt zu haben und damit noch mehr als die im ersten Quartal gemeldeten 878 Mio. Dollar. Und auch gegenüber dem durchschnittlichen Quartalsniveau der letzten drei Jahre verbucht KKR hier einen Anstieg von 66%, was auf eine anhaltende Erholung der Exit-Aktivitäten im Private-Equity-Bereich nach mehreren Jahren verhaltener Transaktionsaktivität hindeutet. Zu den jüngsten Exits von KKR gehörte der Börsengang des Rettungsdienstleisters GMR im Mai, der mit einer Bewertung von rund 3 Mrd. Dollar an der New Yorker Börse debütierte - OHB spielt dabei in absoluten Zahlen nur eine untergeordnete Rolle (und wird zudem erst im nächsten Quartal in die Zahlen einfließen).
Die Aktie notiert rund 50% unter ihrem Allzeithoch, obwohl die Geschäfte weiterhin überwiegend rund laufen. KKR bleibt mein Top-Pick im Finanzinvestorenbusiness und sollte auch beim Aktienkurs irgendwann weder die Kurve kriegen. Doch momentan überwiegen die negativen Schlagzeilen und die (auch daraus resultierende) negative Stimmung das Geschehen, so dass mit der KKR-Aktie schon seit einiger Zeit kein Blumentopf zu gewinnen ist.
Mein Vermögen hatte 2026 anfangs schnell auf +10% zugelegt, doch nach einigen heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5%. Nach vier starken Wochen im April zeigt sich der Mai eher durchwachsen bis launisch und der Juni kostet bisher ordentlich Rendite - nach mehreren moderaten Rückgängen gab es in dieser Woche nun den flächendeckend Einbruch um -6,75% und damit drehte meine Jahresperformance wieder ins negative Terrain ab - wie schon Ende des ersten Quartals. Déjà-vu?!
Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei -1,75% (YTD).
Meine Cashquote liegt bei für mich unüblichen 20% 10% 7,5% 2,5% und meine Gründe dafür habe ich inzwischen ja mehrfach erläutert. Zuletzt und sehr ausführlich in meinem aktuellen Investor-Update.
Mein Investor-Update zum Q1/2026 - (nicht mehr ganz) brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.
Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.
Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ
Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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