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Samstag, 18. Juli 2026

Kissigs Rückblick 29/2026: Die Kurstreiber in meinem Depot waren Almonty, Rocket Lab, Frequency Electronics, Vincorion und Texas Pacific Land - mit blutrotem Ende

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich... ツ

Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:

📈 Frequency Electronics +14,9%
📈 Texas Pacific Land +4,2%
📈 KKR & Co. +3,6%
📈 Costco +2,5%
📉 2G Energy -1,7%
📉 Quanta Services -4,8%
📉 Comfort Systems -5,0%
📉 Vincorion -8,7%
📉 Rocket Lab -16,6%
📉 Almonty Industries -17,2%

Es war eine heftige Börsenwoche, die 
ganz im Zeichen eines abrupten Stimmungswechsels stand: Was zunächst wie eine Fortsetzung der von Technologie- und KI-Aktien getragenen Rally aussah, endete in den USA und Deutschland mit deutlichen Verlusten. Im Mittelpunkt standen dabei drei Faktoren, die sich gegenseitig verstärkten: die Neubewertung hoch bewerteter Halbleiter- und KI-Aktien, die anhaltenden geopolitischen Risiken im Nahen Osten mit entsprechend steigenden Ölpreisen sowie die Frage, wie sich die Inflation auf den weiteren Kurs der US-Geldpolitik auswirken wird. Hinzu kam der Beginn der Berichtssaison für das zweite Quartal, die nun zunehmend Hinweise darauf liefern muss, ob die hohen Aktienbewertungen tatsächlich durch entsprechend starke Unternehmensgewinne gerechtfertigt sind.

An der Wall Street begann die Woche noch ausgesprochen freundlich. Der Dow Jones Industrial Average überschritt am Montag erstmals die Marke von 53.000 Punkten, während der S&P 500 und der NASDAQ ebenfalls zulegten. Dahinter stand zunächst die Hoffnung, dass die starke Entwicklung der US-Unternehmen und insbesondere die Investitionen in künstliche Intelligenz den Aktienmarkt weiter tragen könnten. Vor allem große Technologiekonzerne profitierten von der anhaltenden Fantasie rund um KI-Infrastruktur und steigende Produktivität. Gleichzeitig richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die anlaufende Earnings Season. Die Erwartungen sind hoch: Für die Unternehmen des S&P 500 werden für das zweite Quartal weiterhin kräftige Gewinnzuwächse erwartet, was grundsätzlich eine wichtige Stütze für die Aktienmärkte darstellt. Und die traditionell früh berichtenden US-Großbanken legten stark vor, auch Netflix und andere konnten überzeugen - eigentlich. Denn beim Ausblick gab es Enttäuschungen, die Banken schrauben ihre Risikovorsorge weiter hoch und IBMs Umsätze implodierten im Juni geradezu, was die Aktie um mehr als 20% in den Keller rauschen ließ. Operative Schwäche wird gnadenlos mit Kursschwäche bestraft.

Im weiteren Wochenverlauf kippte die Stimmung immer stärker und besonders stark gerieten erneut Halbleiterwerte unter Druck. Die Anleger begannen zunehmend zu hinterfragen, ob die Kurssteigerungen der vergangenen Monate bei Chip- und KI-Aktien durch die tatsächlichen Gewinnperspektiven gedeckt sind oder ob sich in Teilen des Marktes eine spekulative Übertreibung gebildet hat. Gerade bei Unternehmen, deren Geschäftsmodelle stark vom Ausbau der KI-Infrastruktur abhängen, reicht bereits eine leichte Veränderung der Wachstumserwartungen aus, um hohe Kursverluste auszulösen. Die Verkäufe bei den Technologiewerten entwickelten sich deshalb zu einer globalen Belastungsprobe. Reuters sprach am Freitag von einem weltweiten Ausverkauf bei Chipaktien, der die wichtigsten Aktienindizes nach unten zog. Insbesondere in Südkorea ging das Chip-Blutbad weiter - wohl auch, weil so stark wie nie zuvor Aktien auf Kredit gekauft worden waren und nun bereits mehr als 1 Mio. Südkoreaner Margin Calls der Wertpapierbanken erhalten haben sollen. Was zu entsprechenden weiteren Verkäufen führte und damit die Börsenkurse noch weiter in die Tiefe trieb. Soweit nichts Neues, denn das Szenario greift schon seit einigen Wochen und belastet die Börsen rund um den Globus. Denn auf die zuvor gehypten Chipwerte hatten ja auch viele ausländische Anleger spekuliert und zahlen nun die Zeche.
Gier friss Hirn. Oder wie Warren Buffett es eloquenter formulierte: "Geliehenes Geld hat keinen Platz im Investoren-Werkzeugkasten. An den Märkten kann jederzeit alles passieren. (...) Kredit ist wie Sauerstoff. Ist er vorhanden, bleibt seine Anwesenheit unbemerkt. Fehlt er, ist das alles, was bemerkt wird. (...) Wenn Du schlau bist, musst Du keinen Kredithebel für deine Investments nutzen und wenn Du dumm bist, solltest Du keinen nutzen."

Der Freitag brachte schließlich den deutlichsten Rückschlag und die Korrektur zeigt auch, wie empfindlich der Markt inzwischen auf Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms reagiert. Eine wichtige Rolle spielte daneben die Geldpolitik. Die US-Inflationsdaten und die Kommunikation der Fed blieben für die Finanzmärkte ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Dabei ging die Inflation deutlich niedriger als erwartet durchs Ziel und vor allem bei der Kerninflation (also ohne Energiepreise) gab es ein Verschnaufen. Doch das könnte sich bald wieder ändern.

Denn die Ölpreise legen schon seit zwei Wochen wieder deutlich zu und haben sich insgesamt gut 20% hochgeschraubt. Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht zwar perspektivisch eher einen Angebotsüberhang bei Öl wegen der Förderausweitungen der OPEC+ und der reduzierten Nachfrage in Asien, aber dem stehen wesentliche Faktoren entgegen: die Freigabe strategischer Notfallreserven haben den Preisanstieg stark gedämpft, aber inzwischen sind sie so niedrig, dass sie nicht weiter gesenkt werden können. Das zwingend erforderliche Wiederauffüllen der "geopferten" strategischen Ölreserven in den USA, Europa und China wird erheblichen Kaufdruck auslösen und das, wo die erneute Sperrung der Straße von Hormuz das Angebot erheblich verknappt. Es fällt erneut ein erheblicher Teil der Versorgung aus und so ist in den nächsten Wochen mit signifikanten Preissteigerungen bei Öl (und Gas) zu rechnen. Das bremst die Konjunktur, heizt aber gleichzeitig die Inflation an.

Der Krieg im Nahen Ost ist wieder in voller Stärke entbrannt und Trump macht keine Anstalten, sich zu mäßigen; vielmehr scheint er verzweifelt die Flucht nach vorn anzutreten. Die geopolitische Entwicklung wirkt somit über zwei Kanäle auf die Börse: sie belastet unmittelbar die Risikobereitschaft und verschärft zugleich die Sorgen über die Inflationsentwicklung.

Für den deutschen Aktienmarkt ist die Entwicklung besonders relevant, weil der DAX stark von zyklischen Unternehmen und exportorientierten Konzernen geprägt ist. Diese reagieren empfindlich auf Veränderungen der globalen Konjunkturerwartungen, der Energiepreise und der internationalen Handelsbedingungen. Ein länger anhaltender Anstieg der Ölpreise könnte die deutsche Wirtschaft stärker belasten als die US-Wirtschaft, da Deutschland in besonderem Maße von Energieimporten und der industriellen Produktion abhängt. Gleichzeitig bleiben die Aussichten für die exportorientierte deutsche Wirtschaft von der Entwicklung der Weltwirtschaft und von handelspolitischen Risiken abhängig. Die jüngste Korrektur bei Technologieaktien zeigt zudem, dass auch der DAX nicht unabhängig von den Bewertungsbewegungen an der Wall Street ist.

In einigen Monaten stehen die US-Zwischenwahlen an und wie Ken Fisher erklärte, geht es in solchen Jahren über den Sommer statisch gesehen ruppig zu, doch nach den Wahlen startet regelmäßig eine Erleichterungsrally - die besonders stark ausfällt, wenn der Präsident seine Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verliert und damit die politische Kontrolle extreme Entscheidungen ausbremst. Und die Umfragewerte deuten auf genau so eine Entwicklung hin...

Doch bis zum Wahltermin fließen noch viel Blut, Schweiß und Tränen die Wall Street hinab.

Der Fear-and-Greed-Index ist in der letzten Woche wieder auf 37 Punkte abgesackt und signalisiert nach einem kurzen Gastspiel im neutralen Terrain wieder "Angst".


Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche erneut kräftig Federn lassen musste. Mein Weltraumabenteuer Rocket Lab ist zum zweiten Mal in Folge deutlich zweistellig eingebrochen und belastet meine Performance ziemlich stark. Es ist nur eine kleine spekulative Position, hoch bewertet und sehr spekulativ. Ich habe meinen Bestand etwas aufgestockt.

Fett abwärts ging es auch bei meiner Wolfram-Spekulation Almonty Industries. Die jüngste und sehr üppige Kapitalerhöhung sorgt bisher für wenig Begeisterung, denn sie bringt eine deutliche Verwässerung der Altaktionäre mit sich (sofern die Anleihe am Ende der Laufzeit in Aktien gewandelt wird). Mit dem frischen Geld werden alte, ziemlich teurere Kredite abgelöst und damit das Finanzergebnis verbessert. Zudem plant CEO Lewis Black eine Übernahme – hier gibt es aber bisher nur Spekulationen.

Nun wurde die bestehende Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders LLC, die zur österreichischen Plansee-Gruppe gehört, von 15 auf 21 Jahre verlängert, das vertraglich vereinbarte Gesamtvolumen um 40% auf 4,41 Mio. MTU erhöht sowie der Preis für alle vertraglich vereinbarten Mengen um etwa 6,3% angehoben. Starke News, aber die Börse reagiert enttäuscht. Für mich unverständlich!

Denn die Vereinbarung deckt etwa 90% der Wolframkonzentrat-Produktion der Phase I aus dem Bergwerk Sangdong ab. Die Vertragsänderung folgt auf die am 1. Juli 2026 angekündigte Inbetriebnahme der Aufbereitungsanlage in Sangdong, während das Bergwerk auf die volle Kapazität der Phase I hochgefahren wird.

Almonty sichert sich also einen Mindestpreis für sein Wolframkonzentrat und damit für zwei Jahrzehnte sichere Umsätze und Cashflows. Wichtig ist dabei, dass sich die Vereinbarung ausschließlich auf die Produktion der Phase I in Sangdong bezieht. Sie umfasst damit weder die vom Unternehmen geplante Erweiterung der Phase II, durch die sich die jährliche Verarbeitungskapazität der Mine voraussichtlich etwa verdoppeln wird, noch die Produktion aus den anderen Betrieben von Almonty. 

Die Aktivitäten in Portugal, Spanien und den USA und vor allem Sangdong II und das angrenzende Molybdän-Projekt bleiben von der Abnahmevereinbarung unberührt und Almonty kann deren Produktion frei am Weltmarkt verkaufen. Zu Rekordpreisen, denn ein Ende der Mangellage ist nicht abzusehen, weil China als der mit Abstand größte Produzent seine Kapazitäten bewusst deutlich reduziert und darüber hinaus Exportbeschränkungen verhängt hat.

Der Deal ist aber auch aus einem strategischen Grund so bedeutsam, denn GTP ist einer der größten westlichen Hersteller von Wolframpulvern und ein wichtiger Lieferant für die Verteidigungs- und Industrielieferketten der USA. Und dort gilt ab 2017 ein striktes Importverbot für chinesisches und russisches Wolfram! Da China weltweit über 80% der Vorkommen kontrolliert, reagieren die USA mit eigenen Projekten und staatlichen Förderungen, um die Abhängigkeit zu brechen und die heimische Versorgung der Rüstungsindustrie zu sichern. Und Almonty spielt hierbei eine Schlüsselrolle als führender Anbieter außerhalb Chinas!

Mein Fazit: Die verbesserte Abnahmevereinbarung sichert Almonty zusätzliche Abnahmemengen und höhere Preise, ohne die Chancen zu beschneiden. Die üppige Kapitalausstattung dürfte demnächst zu einer Übernahme führen, wobei CEO Black klargestellt hat, dass Almonty Wolfram treu bleiben und nicht in andere Rohstoffebereiche expandieren wird. Gut möglich ist aber, dass Black die Verarbeitung des Konzentrats ins Visier genommen hat, um die Fertigungstiefe von Almonty zu stärken und den Konzern breiter aufzustellen.

Die Almonty-Aktie ist hoch bewertet, weil die Umsätze und der Cashflow erst zunehmend aus der Sangdong-Mine gespeist werden. Nach dem erfolgreichen Ramp-up werden sich die Bewertungsrelationen aber ganz schnell deutlich verbessern. Ich habe meine Position um ein Viertel aufgestockt und damit meinen durchschnittlichen Einstandskurs auf gut 4 Euro annähernd verdoppelt.

Für die Deutsche Rohstoff AG spielt Almonty ebenfalls eine Rolle, denn man ist nach einem Teilverkauf vor einigen Monaten, der rund 100 Mio. Euro an Kursgewinnen eingespielt hat, noch mit 4,9% an dem Wolfram-Spezialisten beteiligt. Und trotz der deutlichen Kursschwäche der letzten Wochen liegt der Almonty-Kurs noch immer gut 1.700% höher als vor zwei Jahren. In der DRAG-Bilanz schlummert also noch ein weiterer dreistelliger Millionenschatz, der irgendwann gehoben wird.

Doch den Ton gibt bei der DRAG klar das US-Öl- und Gasbusiness an. Und trotz der deutlich gestiegenen Ölpreise konnte der Kurs seinen Verlust aus der Vorwoche nur teilweise wieder ausgleichen. Die Aktie der DRAG ist sehr günstig bewertet und sie hängt vor allem am Ölpreis ab, der wiederum stark von der aktuellen Stimmungslage beeinflusst wird. Ich gehe ja von deutlich steigenden Ölpreisen aus für die nächsten Wochen und das sollte auch dem Kurs der DRAG wieder neue Power verschaffen. Zudem stehen bald die Zahlen zum zweiten Quartal an und da hier die Ölpreise deutlich über den Planannahmen der DRAG notierten, sollte es fette Übergewinne gegeben haben. Ich rechne also mit einer weiteren Prognoseanhebung im Jahresverlauf - und steigenden Umsätzen, Gewinnen und Kursen.

Meine optimistische Öl-Prognose würde sich entsprechend positiv auch auf Texas Pacific Land auswirken und nachgelagert ebenso auf LandBridge und auf 2G Energy, die zuletzt alle unter den eingestampften Hoffnungen im Bereich der KI-Rechenzentren gelitten haben.

Vincorion profitiert weiterhin kräftig von den höheren Wehrausgaben westlicher Staaten. Nun hat der  Rüstungszulieferer vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal präsentiert und konnte im Jahresvergleich dem Umsatz um annähernd 45% auf 81,2 Mio. Euro steigern und damit im ersten Halbjahr insgesamt 150,2 Mio. Euro an Umsätzen einfahren. Die Jahresziele wurden bestätigt und damit erwartet der SDAX-Konzern für 2026 einen Konzernumsatz zwischen 280 und 320 Mio. Euro sowie eine um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern zwischen 18% und 19%. Die kompletten Halbjahreszahlen will Vincorion am 13. August veröffentlichen.

Die Aktie zeigt sich seit de erfolgreichen Börsenstart sehr volatil. Der Zeitpunkt für das IPO war hervorragend getimt, denn inzwischen hat sich die Stimmung im Rüstungssektor insgesamt deutlich abgekühlt. Große Impulse für den Kurs erwarte ich daher erstmal nicht. Operativ läuft alles nach Plan und mein Investmentcase fliegt dem entsprechend solide.

Frequency Electronics hat mit den Zahlen zu seinem vierten Geschäftsquartal einen kurzfristigen Schock ausgelöst, denn der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23% auf 15,4 Mio. Dollar zurück, und die Bruttomarge brach auf 1,0% ein. Allerdings handelte es sich hierbei um ein bewusst so gestaltetes "Alles-voll-unter-Wasser-Quartal". Das Management hat nämlich Restrukturierungskosten, Lagerwertberichtigungen und hohe Personalkosten für Neueinstellungen in das vierte Quartal verbucht, um den Weg für zukünftiges Wachstum frei zu machen.

Die positive Seite der Story erzählt der der Auftragsbestand, der gegenüber dem Vorquartal um 34% auf einen Rekordwert von 111 Mio. Dollar gestiegen ist. Gestützt hierauf gab das Management eine ziemlich aggressive Prognose für das Geschäftsjahr 2029 ab von 150 Mio. Dollar Umsatz (eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 34% pro Jahr) und eine operative Marge von 30%.

Der Aktienkurs erholte sich von seinem heftigen Einbruch - ich habe allerdings meine Position aufgelöst, weil ich den Restrukturierungsaufwand bereits im Vorquartal als "Entschuldigung" für verhaltene Quartalszahlen herangezogen hatte und von dem nun viel heftigeren Cut negativ überrascht worden bin. Ich bin ja noch nicht Lange im Thema und an Bord und daher will ich mir nun erstmal von außen einen Blick auf die Entwicklung leisten, bevor ich über ein (erneutes) Investment entscheide.

Costco hatte bereits in der Vorwoche seine Umsatzzahlen für den Einzelhandelsmonat Juni bekanntgegeben: Der Nettoumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,6% auf rund 29,2 Mrd. Dollar für die fünf Wochen bis zum 5. Juli. Der vergleichbare Umsatz in den USA, also in den Filialen, die seit mindestens einem Jahr bestehen, kletterte um 10,6% und der digitale vergleichbare Umsatz sprang um fast 21% in die Höhe.

Rechnet man den Einfluss der Energiepreise und Währungsschwankungen heraus, stiegen auf dieser bereinigten Basis die vergleichbaren Umsätze in den USA im Jahresvergleich um 7,6% und die vergleichbaren Umsätze des Gesamtunternehmens um 7%. Die Zahlen kamen nicht wirklich gut an, da sich Wachstum zuletzt leicht schwächer entwickelt, denn der bereinigte vergleichbare Gesamtumsatz von Costco war im April noch um 7,8% und im Mai um 8% gestiegen.

Aus meiner Sicht läuft alles wie am Schnürchen, einzelne monatliche Wasserstandsmeldungen sind nicht mein Maßstab. Interessant(er) wird, wie Costco die erste Welle der Strafzollrückerstattungen durch die US-Regierung (bisher bereits insgesamt 81 Mrd. Dollar) an seine Mitglieder auskehren will und wie sich das ggf. auf die Mitgliederzahlen auswirkt.

So, Neues gab es auch: Ich habe mir den iShares NASDAQ US Biotechnology UCITS ETF gekauft. Ich glaube, dass der Einsatz von KI im Bereich der Medikamentenforschung erhebliche Spareffekte (finanziell und zeitlich) erzeugen und auch beim bürokratischen Aufwand bei der Zulassung deutliche Vorteile mit sich bringen wird. Das wird die Kosten erheblich senken, ohne die Ertragspotenziale zu beschneiden. Allerdings bin ich kein BioTech-Experte und meine Expertise im Bereich Pharma bzw. Medikamente ist auch nichts berauschend - dem entsprechend habe ich in diesem Bereich bisher noch nie wirklich Geld verdient mit meinen Ausflügen. Ich maße mir also nicht (noch einmal) an, hier die geeigneten und am besten positionierten Unternehmen zu finden. Die großen Chancen will ich mir aber auch nicht entgehen lassen und deshalb setze ich auf einen ETF, der die Branchengrößen abdeckt und von der von mir erwarteten Entwicklung in den nächsten Jahren profitieren sollte. So ist jedenfalls mein Plan...

Darüber hinaus habe ich mir Apollo Global Management wieder ins Depot geholt als Ergänzung zu meinem Branchenfavoriten KKR & Co. An KKR gefällt mir, dass der Finanzinvestor aggressiv in Infrastruktur investiert, bei Apollo läuft es genau anders herum. Apollo treibt seinen Wandel von einer traditionellen Private-Equity-Gesellschaft zu einem der weltweit größten Anbieter privater Kredite voran und nutzt dabei seine versicherungsgestützte Kapitalbasis (Athene), um bei großvolumigen Unternehmensfinanzierungsmandaten direkt mit großen Investmentbanken zu konkurrieren.

Im Jahr 2025 vergab Apollo Kredite in Rekordhöhe von 309 Mrd. Dollar und hat seine Rolle bei der Finanzierung von Kreditnehmern mit Investment-Grade-Rating weiter ausgebaut. Apollo nutzt seine Versicherungstochter Athene, deren Rentengeschäft eine kräftig sprudelnde Quelle für dauerhaftes Kapital bietet, das ohne die regulatorische Beschränkungen, denen traditionelle Banken unterliegen, in private Kreditinvestitionen fließen kann. Dieses Modell hat es Apollo ermöglicht, sich an immer komplexeren Finanzierungen zu beteiligen, darunter ein kürzlich angekündigtes privates Kreditpaket in Höhe von 35 Mrd. Dollar zur Unterstützung von KI-bezogenen Investitionen von Broadcom und Anthropic – eine der bislang größten abgeschlossenen Transaktionen im Bereich von Private Credit.

Aber Apollo vergibt nicht einfach bloß Kredite, sondern konzentriert sich zunehmend auf maßgeschneiderte Finanzierungsstrukturen, die es Unternehmenskreditnehmern ermöglichen, Kapital zu beschaffen und gleichzeitig die Auswirkungen auf ihre Bilanzen zu begrenzen sowie ihre Investment-Grade-Ratings zu erhalten.

Diese Strategie kam erstmals im Jahr 2022 bei einer Transaktion mit Intel im Wert von 11,2 Mrd. Dollar zum Tragen, bei der Apollo eine 49-prozentige Beteiligung an einem Joint Venture erwarb, das die Halbleiterfertigungsanlage des Chipherstellers in Irland kontrolliert. Die Struktur ermöglichte es Intel, das beschaffte Kapital als Eigenkapital statt als herkömmliche Fremdfinanzierung zu behandeln und so Druck auf sein Kreditrating zu vermeiden. Seitdem hat Apollo Dutzende ähnlich strukturierter Finanzierungen im Wert von mehr als 100 Mrd. Dollar abgeschlossen, darunter Transaktionen mit Unternehmen wie Anheuser-Busch InBev, Air France-KLM und BP.

Apollo setzt also bewusst einen anderen Schwerpunkt als KKR und damit werden beide noch mehr zu idealen Ergänzungen im Bereich der Alternativen Asset Manager. Des Weiteren hellt sich allgemein die Lage deutlich auf: bisher dominierten die Rückzahlungswünsche von Privatkunden die Schlagzeilen und haben den gesamten Sektor gestresst - vor allem die Aktienkurse. Während es gefühlt deutliche Mittelabflüsse gibt und damit Risse in den ehrgeizigen Wachstumsplänen, sieht die Realität anderes aus: Denn die Kapitalbeschaffung im Bereich Private-Equity zeigt deutliche Anzeichen einer Erholung. So belief sich weltweit das im ersten Halbjahr 2026 im Private-Equity-Bereich eingeworbene Kapital auf über 260 Mrd. Dollar und damit dürfte die Branche im Gesamtjahr rund 17% mehr Mittel einwerben können als im Jahr 2025. 

Aber... von diesem Aufschwung profitieren vor allem und zunehmend die größten Akteure der Branche. Gleichzeitig geht die Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Fonds stark zurück. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wurden etwa 310 Fonds endgültig geschlossen, womit für 2026 insgesamt rund 620 Fondsschließungen zu erwarten sind – ein Rückgang gegenüber den 830 im Vorjahr und deutlich weniger als die mehr als 1.000 jährlichen Schließungen, die in weiten Teilen des vergangenen Jahrzehnts verzeichnet wurden. Diese Zahlen verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen etablierten Unternehmen und kleineren Fondsmanagern. Fonds mit einem Zielvolumen von mehr als 1 Milliarde Dollar haben bisher in diesem Jahr mehr als 80% des eingeworbenen Kapitals auf sich vereint – der höchste Anteil seit mehr als einem Jahrzehnt.

Kleine Wettbewerber fallen also deutlich zurück, während die großen Player an Attraktivität und Masse zulegen. Die Kleinen werden unrentabler und viele müssen sogar aufgeben, was den Trend noch beschleunigt. Oder sie werden von den Großen übernommen, die hier günstig Assets under Management einkaufen und Kundenbeziehungen. So oder so, Apollo und KKR spielt diese Entwicklung voll in die Karten und auch deshalb erwarte ich erneut starke Quartalszahlen. Die Aktienkurse liegen weiterhin deutlich unter ihren Allzeithochs von vor 18 Monaten, aber hier baut sich immer mehr Kurspotenzial auf. Sicher, die hohen Bewertungsmultiples von Ende 2024 dürften kaum wieder angepeilt werden, denn das war ein kurzes, schneller Hype, aber die letzte Monate waren die Bewertungsniveaus unter Stress, so dass alleine schon eine "Rückkehr zum Mittelwert" zweistellige Renditen generieren würde. Dem entsprechend habe ich nur geringe Mittel von KKR in Apollo umgeschichtet, sondern mein Exposure hier insgesamt wieder deutlich aufgestockt und auf rund 15% Depotgewichtung annähernd verdoppelt.


Mein Vermögen hatte 2026 anfangs schnell auf +10% zugelegt, doch nach einigen heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5%. Nach einem starken Start ins 2. Quartal kosteten der Juni wieder kräftig Rendite und so schloss das 1. Halbjahr am Ende mit einem moderatem Plus ab. Und der Juli macht genau so weiter, so dass die letzten beiden Wochen zusammen ein Minus von -7% ergaben, davon -3,25% in der letzten Woche.

Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei -3,75% (YTD) und meine Cashquote bei rund 1,0%.


Mein Investor-Update zum Q2/2026 - brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.

Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.

Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

2 Kommentare:

  1. Hallo Herr Kissig,

    vielen Dank für Ihren- wie immer - interessanten Bericht. Der hat mir letzte Woche echt gefehlt...

    Haben Sie etwa Rheinmetall verkauft? Hier hatten Sie doch erst kürzlich aufgegestockt...

    Wünsche allseits ein schönes Wochenende!

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    1. Nein, Rheinmetall habe ich nach wie vor im Depot. Hatte diese Woche nur nicht wirklich was Interessantes zu berichten.

      Schönes Wochenende auch dir!

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