Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.
Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich...
Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:
📈 Almonty Industries +30,5%
📈 Rocket Lab +24,1%
📈 Pfisterer Holding +20,0%
📈 Palantir Technologies +13,9%
📈 KKR & Co. +13,1%
📈 Alphabet +7,3%
📈 Vincorion +3,6%
📈 Comfort Systems +3,1%
📈 Rheinmetall +2,9%
📉 Deutsche Rohstoff AG -8,1%
Es war eine weitere volatile Börsenwoche, in der der S&P 500 die Marke von 7000 Punkten überschritt und ein neues Allzeithoch markierte. Dabei hält der Nahost-Krieg die Welt (-wirtschaft) weiterhin in Atem - zuletzt mit versöhnlichen Schwingungen. Nachdem Israel die Kämpfe im Libanon eingestellt hat, nutzt das iranische Regime die Möglichkeit, sich dem Druck von Trumps Blockade der Straße von Hormus zu beugen, ohne dabei das Gesicht zu verlieren und erklärt seinerseits die Öffnung der Straße von Hormus "während des Waffenstillstands im Libanon". Der Druck Chinas dürfte massiv gewesen sein und so werden die Schiffe wieder Fahrt aufnehmen. Naja, einige. Denn Trump erklärte, "seine" Blockade bleibe in Kraft - nachvollziehbar, denn immerhin hat er damit nun ein echtes Druckmittel gefunden, um den Iran (und China) wirklich weh zu tun und zu ernsthaften Verhandlungen zu zwingen.
Kurzfristig rutschten die Ölpreise massiv ab, weil die Versorgung Asiens (und Europas) nun wieder gesichert scheint. Aber die Sache hat doch einige Haken: (1.) Gibt es keinen wirklichen Frieden, denn die USA und der Iran verhandeln noch. Und zwar über nicht unwesentliche Aspekte wie das Atomprogramm des Iran. Und solange man hier keine endgültige Einigung erzielt hat (und wie man Trump kennt auch danach), kann jederzeit alles passieren. Und dann sind da (2.) noch die dauerhaften Schäden an der Energieinfrastruktur des Iran und seiner arabischen Nachbarn, die monate- und wochenlang anhalten werden. Die hieraus resultierenden Probleme, wie Energiemangellage, Preisschub, hochschnellende Inflation, entmannte Zinssenkungsfantasie usw. bleiben bestehen und rollen auf uns zu.
Die Börsen feiern trotzdem, die Musik spielt - und erinnert schon ein wenig an die Titanic. Allerdings wird das Ende nicht so katastrophal ausfallen, sondern "nur" erschütternd. Aber das interessiert aktuell niemanden. Also erfreuen wir uns an den bisher recht passablen Ergebnissen aus der gerade anlaufenden US-Berichtssaison.
Der Fear-and-Greed-Index ist von 38 auf 68 nochmals kräftig gestiegen und ist in nur zwei Wochen von "extremer Angst" über "Angst" auf "Gier" umgesprungen. So schnell kann es gehen mit der Stimmung - aber das funktioniert in beide Richtungen!
(Erneute) Rolle rückwärts: Der Iran erklärte Samstagmittag, die Straße von Hormus wieder zu sperren, solange die USA die Blockade gegen iranische und von iranischen Häfen aus operierende Schiffe aufrechterhalten würden. Undtäglichstündlich grüßt das Murmeltier...
Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche fulminant nach oben geschossen ist - trotz erhöhter Cashquote. Die habe ich übrigens ein bisschen abgebaut...
...mit dem Wiedereinstieg bei der Deutschen Rohstoff AG
Die Deutschen Rohstoff AG hatte vor 14 Tagen ein Update vorgelegt und dabei ihre Jahresprognosen kräftig angehoben - nun drückt der eingebrochene Ölpreis auf die Stimmung und den Kurs, aber das grundsätzlich erhöhte Ölpreisniveau dürfte uns länger erhalten bleiben und auch die erhöhte Nachfrage nach US-Öl und US-Gas. Gut für die DRAG und ihre Geschäfte.
Ursächlich für die Prognoseanpassung waren zwei wesentliche Faktoren. (1.) hat die DRAG den Höhenflug der Almonty-Aktie genutzt und einen Teilverkauf von 38% ihrer Anteile vorgenommen, woraus sie einen Ertrag von knapp 100 Mio. Euro generiert. Und (2.) wird sie diesen, auch wegen der stark gestiegenen Ölpreise, die Ausweitung des Bohrprogramms der US-Tochter 1876 Resources stecken.
1876 Resources hatte sein Bohrprogramm 2026 Ende Februar mit einem Bohrgerät begonnen und im Zuge der gestiegenen Ölpreise Mitte März durch ein zweites Bohrgerät beschleunigt. Kürzlich konnte 1876 Resources ein drittes Bohrgerät in Betrieb nehmen. Durch den parallelen Einsatz von drei Bohrgeräten können bis zur Jahresmitte rund 20 Bohrungen abgeteuft und bis Ende des 3. Geschäftsquartals sukzessive in die Produktion gebracht werden. Im Anschluss folgen weitere Bohrungen, die im 4. Geschäftsquartal mit der Förderung beginnen sollen.
Die DRAG weist darauf hin, dass die weitere Gestaltung des Bohrprogramms auch von der Entwicklung des aktuell volatilen Marktumfelds abhänge. Aufgrund der hohen Flexibilität bestehe die Möglichkeit einen Teil der Bohrgeräte auch längerfristig unter Vertrag zu nehmen und entsprechend auch mehr als die aktuell geplanten 26 Bohrungen abzuteufen. Gleichzeitig würden die Ölpreis-Absicherungen im Konzern kontinuierlich ausgebaut.
Durch den Einsatz eines größeren Bohrgerätes werden erstmalig auch bis zu fünf Niobrara-Bohrungen mit einer Länge von drei Meilen (4,8 Kilometern; bislang Zwei-Meilen-Bohrungen mit einer Länge von 3,2 Kilometern) auf den östlichen und westlichen Flächen im Powder River Basin niedergebracht und dadurch weitere Steigerungen der Kosteneffizienz erwartet. Das Investitionsvolumen wird sich auf rund 220 bis 230 Mio. Euro belaufen (bisher rund 90 bis 100 Mio. Euro). Davon wird der wesentliche Teil in neue Bohrungen investiert und durch den Ausbau der Wasserinfrastruktur im Powder River Basin sowie in weitere Flächenakquisitionen der US-Tochterfirmen ergänzt.
Nebenwertespezialist Gereon Kruse kommentierte die Entwicklung auf boersengefluester.de so: "Am Ende wird das operative Ergebnis im laufenden Jahr also höher als der Umsatz sein. Im erhöhten Szenario könnte das EBITDA für 2026 sogar in den Bereich zwischen 320 und 340 Mio. Euro vordringen".
Durch den "Pseudo-Waffenstillstand" im Golf geriet am Freitag der Ölpreis nach einen Einbruch bereits zum Wochenstart nochmals massiv unter Druck und gab über die ganze Woche rund 20% ab. Das belastete auch die Öl-Aktien (wenngleich sich Texas Pacific Land sogar mit einem Plus aus der Woche verabschiedete) und der Kurs der zuvor haussierenden DRAG brach zeitweilig zweistellig ein - ich hatte meine Aktien viel zu früh verkauft und habe nun die Gelegenheit genutzt, mich bei diesem "spottbilligen" Energiewert neu zu engagieren (meine Position hat also nicht die volle Kursrutsche mitgemacht, sondern liegt "nur" mit -1,5% im Minus). Die Bewertung ist so niedrig, wie sie kaum irgendwo anders auf dem Kurszettel zu finden ist. Aber Vorsicht: zyklische Werte sind am Top immer spottbillig und wenn der zyklische Abschwung beginnt, kollabieren die Gewinne und dann der Aktienkurs.
"Der Kauf einer zyklischen Aktie, zum Beispiel Rohstoffe, nach mehreren Jahren mit Rekordgewinnen und wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis einen Tiefpunkt erreicht hat, ist eine bewährte Methode, um die Hälfte seines Geldes in kurzer Zeit zu verlieren."
Von der Bewertung sollte man sich also nicht verleiten lassen - ich setze auf ein erhöhtes Inflationsszenario mit Energieknappheit (wegen der massiven Schäden an der Energieinfrastruktur im Golf) und deshalb auf weiterhin stark laufende Geschäfte bei der DRAG. Zumal der Ölpreis nun wieder im "optimalen" Bereich notiert, also sehr auskömmlich, aber nicht zu hoch für die Verbraucher.
Almonty zieht um - und davon
Zu Almonty Industries selbst gibt es offensichtlich auch kursbewegende News. Denn die Verlegung des Firmensitzes vom kanadischen Toronto in die USA ist vollbracht und Almonty ist ab sofort in Dillon, Montana, beheimatet. Mit dem Umzug wird aus Almonty ein US-Unternehmen mit entsprechend leichterem Zugang zu US-Investoren. Zudem gelten ab dem kommenden Jahr neue Regeln in der US-Militärindustrie, denn ab dem 1. Januar 2027 dürfen US-Rüstungskonzerne Wolfram und andere "seltene" Metalle ausschließlich von Lieferanten außerhalb der chinesischen Lieferkette beziehen - und Almonty entwickelt sich gerade zum größten Wolfram-Produzenten außerhalb Chinas. Darüber hinaus erhält Almonty eine Zollbefreiung für Wolframprodukte und kann daher auch Nicht-US-Kunden bedienen. Und diese Konstellation prallt auf Begrenzung der Produktion und des Verkaufs von Wolfram und anderer "seltener" Erden seitens der chinesischen Regierung, was die Weltmarktpreise hochtreibt und hochhält. Ein echtes Traumszenario für Almonty und so hat der neuerliche Kursschub die Aktie meiner "kleinen Turnaround-Spekulation", die ich Ende 2024 gestartet habe, inzwischen sogar (trotz zwei zwischenzeitlicher und aus heutiger Sicht verfrühter Teilverkäufe) an die Spitze meines Depots geführt.
Almonty, Texas Pacific Land und die Deutsche Rohstoff AG stellen nun meine drei größten Depotwerte und insgesamt 33% meines investierten Kapitals. Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal eine so hohe Quote bei Rohstoffwerten gefahren zu haben. Wir werden sehen, wie (gut) das ausgeht...
ESCO zündet den Wachstumsturbo!
Ordentlich glänzen konnte ESCO Technologies mit einer Übernahme: so will man für 2,35 Mrd. USD die Megger Group kaufen, einen globalen Anbieter von Prüf-, Überwachungs- und datengestützten Lösungen für Energieversorger und kritische elektrische Infrastruktur. Dabei adressiert Megger vor allem Endmärkte in den Bereichen Industrie, Verkehr, Rechenzentren und erneuerbare Energien. Megger wird Teil von ESCOs Segments "Utility Solution Group", in der bisher Doble den Ton angibt.
Bevor wir uns Megger genauer ansehen und die Chancen und Risiken der Übernahme für ESCO, blicken wir mal auf die absoluten Dimensionen: ESCO notiert bei einem Kurs von 300,00 USD und bringt damit rund 8,00 Mrd. USD auf die Börsenwaage. Ein Zukauf im Volumen von 2,35 Mrd. USD ist also ein großer Bissen! Umsatzseitig wirkt sich das ebenfalls entsprechend aus: ESCO plant bisher für 2026 mit 1,29 bis 1,33 Mrd. USD und nun kommen mit Megger gut 590 Mio. USD hinzu, also etwa 45% zusätzlich.
Der Kaufpreis erfolgt zu einer Bewertung des 14-fachen EBITDA und wird durch 900 Mio. USD in Cash bezahlt sowie 2,4 Mrd. USD in ESCO-Aktien (zu 280 USD je Aktie). Und hier wird es schon mal interessant, denn die Barkomponente wird durch vorhandenes Cash bezahlt und durch die Aufnahme von zusätzlichen Krediten. Damit wird der Verschuldungsgrad von ESCO auf den Faktor 2,5 (bezogen auf das EBITDA) ansteigen und das Management wird sich anschließend schnell um die Reduzierung kümmern, so dass der Verschuldungsgrad innerhalb von 12 Monaten wieder auf 2,0 gesenkt werden soll.
Die Aktienkomponente führt zu einer erheblichen Verwässerung der bestehenden ESCO-Aktionäre, denn der bisherige Megger-Eigentümer TBG wird künftig 14% an ESCO halten und das Recht haben, einen Board-Sitz zu benennen. ESCO gewinnt also einen neuen Ankeraktionär hinzu und erhält natürlich die Megger Group als Gegenleistung für die neuen Aktien und den Cashanteil. Die Verwässerung sollte daher nicht lange für Unmut sorgen.
Megger ist profitabel und ESCO geht davon aus, dass in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Transaktion Kostensynergien in Höhe von rund 60 Mio. USD erzielt werden, was zu einer Steigerung der bereinigten EBITDA-Marge um 300 Basispunkte führen soll. Diese Einsparungen sollen in erster Linie durch die Optimierung der Produktionsstandorte und die Möglichkeit der Eigenfertigung einiger Produkte von Doble, Synergien bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, sowie Gemeinkosten im Bereich der Vertriebs- und Verwaltungskosten erzielt werden.
Nach dem Verkauf der Tochter VACCO macht das A&D-Segment (Aerospace & Defense) derzeit etwa 50% von ESCOs Gesamtportfolio aus, während USG (Utility Solution Group) 30% und Test 20% beisteuern. Durch das Hinzufügen von Megger würde der USG-Umsatz auf etwas mehr als die Hälfte des Unternehmensumsatzes steigen, wobei A&D etwa ein Drittel ausmachen und Test auf 14% zurückgehen würde.
Die Übernahme von Megger stellt damit den nächsten Schritt in der Umgestaltung des Portfolios dar und stärkt ESCOs Position auf dem Markt für Versorgungslösungen; künftig werden 85% des Umsatzes auf die A&D- und Versorgungsmärkte entfallen.
Doch was macht Megger so interessant für ESCO?
Das Management erklärte hierzu, man habe das Unternehmen bereits seit einer Dekade ganz oben auf seiner Wunschliste. Zu den Produkten und Dienstleistungen von Megger gehören Prüfgeräte für Batterien, Kabel, Leistungsschalter, Relais, Transformatoren und Motoren, Online-Überwachungslösungen sowie Datenanalysen für Netz- und Stromversorgungsanlagen.
Die Übernahme von Megger erweitert ESCOs Technologieportfolio, erschließt Märkte mit langfristigen Wachstumsaussichten, schafft bedeutende Synergiepotenziale und wird das Wachstum im Segment "Utility Solutions" beschleunigen. Megger blickt auf eine 130-jährige Geschichte als Marktführer im Bereich elektrischer Prüf- und Messgeräte zurück. Das Unternehmen ist ein globaler Anbieter von Lösungen für Energieversorger mit starker Präsenz in Europa und Großbritannien und wird ESCOs geografische Reichweite erheblich erweitern. Megger verfügt über sieben Hauptproduktionsstätten und bietet eine breite Palette an Produkten, Software und Dienstleistungen an, die das Produkt- und Dienstleistungsangebot von Doble hervorragend ergänzen. So wird das Portfolio an Prüfgeräten für Niederspannungsbatterien, Kabel, Wasserleckageerkennung und Leistungsschalter ebenso erweitert wie das Angebot an Software- und Schulungsprodukten. Megger und Doble werden gemeinsam den gesamten Wartungszyklus von Energieversorgungsunternehmen abdecken, von der reaktiven bis hin zur vorausschauenden Wartung. Die Unternehmen verfügen über ein umfangreiches und sich ergänzendes Kernangebot an Prüf- und Messprodukten.
Ein besonders positiver Effekt ist, dass Megger über freie Produktionskapazitäten in den USA und Europa verfügt, angefangen bei der Leiterplattenherstellung über SMT-Linien bis hin zu weiteren Bereichen. Die meisten Produkte von Doble, mit Ausnahme der DGA-Analysatoren, werden von externen Auftragsfertigern hergestellt. Daher bieten sich hier erhebliche Chancen durch die Aufnahme von Eigenfertigung und damit Kosteneinsparungen und eine Vertiefung der Wertschöpfungskette.
Als weiteren betont das ESCO-Management den Bereich Software und Analyse als einen "der spannendsten Aspekte dieses Deals". Letztes Jahr hat Megger die Übernahme eines Unternehmens namens IPS abgeschlossen. Doble verfügt über eine starke Produktlinie für die Zustandsüberwachung, während IPS eine integrierte Softwarelösung für das Lebenszyklusmanagement von Anlagen, die Unterstützung des Netzbetriebs sowie Schutz- und Anlagentests bietet, die auf die Bedürfnisse von Versorgungsunternehmen weltweit zugeschnitten werden können. Die Kombination birgt enorme Chancen: so sollen die IPS-Tools und -Kompetenzen auf die Kerndaten aus den Doble-Zustandsüberwachungstools und seiner traditionellen Testdatenbank losgelassen werden. Im Ergebnis werden die Kunden dann Informationen und Möglichkeiten erhalten, die sie für ihr Business benötigen und die sie sonst nirgendwo bekommen können. Durch IPS kann die umfassende Doble-Datenbank (erst so) richtig genutzt werden!
Positiver Ausblick
Aber auch abseits der Übernahme läuft es bei ESCO ziemlich rund. Im Bereich USG sehen sich Energieversorger mit einem Strombedarf konfrontiert, der sich Prognosen zufolge bis 2050 verdoppeln wird; weltweit wird ein ähnliches Wachstum erwartet, das durch den Ausbau der KI-Infrastruktur, Wärmepumpen, Reshoring, das Laden von Elektrofahrzeugen und die Elektrifizierung aller Bereiche vorangetrieben wird. ESCOs Diagnoselösungen helfen Energieversorgern dabei, mehr Strom durch das bestehende Netz zu leiten, in dem das Durchschnittsalter großer Leistungstransformatoren über 40 Jahre beträgt. Darüber hinaus sieht man sich gut positioniert, um Energieversorger bei ihren Investitionen in erneuerbare Energien und die dafür erforderliche Netzinfrastruktur sowie bei der digitalen Transformation zu unterstützen, die zur Verbesserung von Effizienz, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit notwendig ist.
Im Bereich Luft- und Raumfahrt (A&D) sind OEMs der zivilen Luftfahrt bestrebt, ihre Produktionsraten zu steigern, um die langfristige Nachfrage der Fluggesellschaften zu decken, während geopolitische Spannungen zu höheren Verteidigungsbudgets führen, was den Ausgaben für die militärische Luft- und Raumfahrt sowie die Marine zugutekommt. U-Boot-Programme haben in den USA höchste Priorität, und die Marine schließt derzeit ein mehrjähriges Beschaffungsprogramm für U-Boote ab, das darauf abzielt, die Lieferantenbasis zu stärken, während die Produktionsraten gesteigert werden. In Großbritannien entwickelt die Regierung ihr Schnellangriffs-U-Boot der nächsten Generation zur Unterstützung des AUKUS-Programms und ESCO sieht sich im wachsenden Markt für unbemannte Unterwasserfahrzeuge gut positioniert.
Und so korrigierte ESCO seine Prognose für das zweite Quartal nach oben und rechnet nun mit einem bereinigten Gewinn von 1,91 USD je Aktie und einem Umsatz von 309 Mio. USD - und zwar ohne Effekte aus der Megger-Übernahme, die in 2027 abgeschlossen werden soll.
Mein Fazit zu ESCO
Mit einer Marktkapitalisierung von 8 Mrd. USD würde ESCO im oberen Drittel des MDAX notieren, aber für US-amerikanische Verhältnisse handelt es sich um einen Nebenwert. Die Megger-Übernahme zeigt die Wachstumsambitionen von ESCO, die auch durch Zukäufe gefüttert werden sollen - wenn Preis und Perspektiven stimmen.
Mit der Megger-Übernahme ist ESCO hier ein großer Wurf gelungen, der die ambitionierten Wachstumspläne zusätzlich unterstützt. Die Aktie notiert nahe dem Allzeithoch und ist nach dem strammen Kursschub der letzten Monate inzwischen ambitioniert bewertet - daran hat auch der Rücksetzer nach der Übernahme-Meldung nichts geändert. Ein Neueinstieg auf diesem Niveau oder eine Aufstockung drängt sich nicht auf, aber bei einem Kursrücksetzer würde sich Interessierten ein attraktiver Einstiegspunkt bieten, um sich an dieser erfolgreichen Wachstumsstory zu beteiligen.
Pfisterer Holding brummt ordentlich
Die Pfisterer Holding hat abschließende Zahlen für 2025 vorgelegt: Der Umsatz erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 um 17,4% auf 449,9 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem erwarteten Marktwachstum. Das um IPO-bedingte Personalaufwendungen bereinigte EBITDA stieg überproportional um 24,0% auf 80,1 Mio. Euro und damit die bereinigte EBITDA-Marge auf 17,8% nach 16,9% im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern verzeichnete ein nochmals stärkeres Wachstum und erhöhte sich um 53,2% auf 51,7 Mio. Euro.
Auch die Auftragslage entwickelte sich sehr positiv: Der Auftragseingang stieg um 29,6% auf 548,6 Mio. Euro, während der Auftragsbestand um 42,4% auf 334,4 Mio. Euro zunahm. Damit verfügt Pfisterer über eine solide Basis für weiteres Wachstum in den kommenden Jahren und belegt eindrucksvoll, dass man zu den "versteckten" Profiteuren des Megatrends Ausbau der Energieinfrastruktur gehört.
Die Investitionen wurden 2025 deutlich auf 38,8 Mio. Euro erhöht (Vorjahr: 17,9 Mio. Euro), wobei die Schwerpunkte Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung, der Bau des HVDC-Qualifizierungszentrums sowie die vollständige Übernahme von Power CSL bildeten. Die Eigenkapitalbasis wurde durch das positive Konzernergebnis sowie die Erlöse aus dem Börsengang im Mai 2025 signifikant gestärkt und so stieg das Eigenkapital von 83,7 Mio. Euro auf 205,2 Mio. Euro an und die Eigenkapitalquote erhöhte sich entsprechend von 34,5% auf 57,8%. Die Nettoliquidität belief sich zum Jahresende 2025 auf 19,2 Mio. Euro.
Starker Ausblick und Dividendenanhebung
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Pfisterer ein Umsatzwachstum von mindestens 12% sowie eine Book-to-Bill-Ratio von über 1 - es sollen also noch mehr Aufträge reinkommen, als abgearbeitet werden, wobei die Auftragseingänge auf dem hohen Vorjahresniveau erwartet werden. Vor dem Hintergrund eines strukturell attraktiven Marktumfelds geht das Unternehmen davon aus, auch künftig stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen. Bis zum Jahr 2030 sollen die Umsätze auf 800 Mio. bis 900 Mio. Euro steigen. Für die bereinigte EBITDA-Marge wird weiterhin ein Niveau im hohen Zehner- bis niedrigen Zwanzigerprozentbereich angestrebt.
Im Fokus der weiteren Entwicklung stehen der Ausbau des Produktportfolios sowie die Erweiterung der Produktionskapazitäten. So plant Pfisterer unter anderem den Erwerb zusätzlicher Flächen am Standort Kadan (Tschechien) zur Erweiterung der Fertigungskapazitäten. Zudem soll die internationale Präsenz weiter gestärkt werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Hochspannungs-Gleichstromtechnologie (HVDC). Der Bau des HVDC-Qualifizierungszentrums am Hauptsitz in Winterbach verläuft planmäßig; die Aufnahme des operativen Betriebs ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Der Hauptversammlung am 11. Juni 2026 soll eine Dividende von 0,85 Euro (Vorjahr: 0,80 EUR) je Aktie vorgeschlagen werden und damit rund 30% des Konzernergebnisses ausgeschüttet werden.
Vorstandssprecher Johannes Linden brachte es treffend auf den Punkt: "Pfisterer ist im Geschäftsjahr 2025 erneut deutlich stärker als der Markt gewachsen und hat gleichzeitig seine Profitabilität weiter gesteigert. Wir haben wichtige strategische Weichen für die Zukunft gestellt und sehen uns sehr gut positioniert, um von globalen Megatrends wie der Energiewende und der Dekarbonisierung zu profitieren. Mit dem Aufbau unseres HVDC-Qualifizierungszentrums schaffen wir die Grundlage für die nächste Wachstumsphase."
Ein aussichtsreiches Investment, das ich seit etwa einem halben Jahr als Aktionär begleite. Und es spricht wenig dafür, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern sollte. Gewinne(r) lässt man einfach laufen...
Die Erholung im Bereich "Private Credit" setzt sich fort und es scheint inzwischen einigen Marktteilnehmern klar geworden zu sein, dass die - nicht völlig unberechtigten - Ängste zu überzogenen negativen Kurseinbrüchen im Sektor geführt hat. Nicht nur mein Sektorfavorit KKR & Co. hat sich in den letzten Wochen von den Tiefstständen deutlich erholt, was auch meinem Depot ganz gut getan hat.
Mein Vermögen hatte nach den beiden ersten vollen Handelswochen des Jahres ein sattes Plus von 10% verbucht, doch nach zwei heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5%. Nach zwei eher unbewegten Wochen gab es jetzt einen massiven Rebound mit +7,5%. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +6,5% (YTD).
Meine Cashquote liegt bei für mich unüblichen 20% 10% und meine Gründe dafür habe ich inzwischen ja mehrfach erläutert. Zuletzt und sehr ausführlich in meinem aktuellen Investor-Update.
Mein Investor-Update zum Q1/2026 - brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.
Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.
Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ
Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Moin Michael, welche Auswirkungen auf die AAM erwartest Du aufgrund der derzeitigen Deregulierung bei den US-Banken? Vermutlich wird ein Teil des Geschäfts zurück zu den Banken gehen einschließlich sinkender Margen im Kreditgeschäft. Oder ist das zu kurz gedacht? Gruß Mario
AntwortenLöschenMoin Mario,
Löschendie USA wollen die Eigenkapitalvorschriften für Banken etwas lockern, wodurch diese mehr Geld zur Verfügung hätten. Die Regierung hofft darauf, dass sie damit mehr US-Staatsanleihen kaufen, Kritiker wenden ein, dass das Geld wohl eher in Hedgefonds und/oder Private Equity fließen dürfte auf der Suche nach Rendite. Dass es zu großflächiger Ausweitung von Konsumenten- und/oder Hypothekenkrediten kommen wird, ist eher anzuzweifeln. Denn die aufziehende Rezession mit Inflationsszenario und ggf. eher steigenden Zinsen lässt auch die Kreditausfallwahrscheinlichkeiten steigen und daher müssen die Banken (1.) bei neuen Krediten deutlich höhere CECL-Rückstellungen bilden und sie werden vermehrt bei Kreditengagements Wertberichtigungen und Abschreibungen vornehmen müssen.
Dass die US-Banken künftig mit Wucht (zurück) in den Bereich Private Credit vordringen werden, wage ich unter diesen Gesichtspunkten ebenfalls zu bezweifeln. Zumal sie sich ja, allen Jammergeschichten von JPMorgan-CEO Jamie Dimon zum Trotz, dort bereits seit einigen Jahren "durch die Hintertür" engagiert haben. Nicht direkt über die eigene Bilanz, sondern über Joint Ventures, "Finanzbeteiligungen" und/oder eigen BDCs und ähnliche Vehikel.
Eine große und zunehmende Konkurrenz für Finanzinvestoren wir KKR seitens der Banken sehe ich aufgrund der neuen Regularien also nicht. Zumal auch die flexiblere und kundenorientiertere Bearbeitung von Kreditanfragen sowie die unternehmerische Ausrichtung für die Alternativen Asset Manager spricht.