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Montag, 3. April 2023

Kissigs Investor-Update Q1/23 mit Costco, Blackstone, Roper Technologies, Apollo Global Management, Airbnb, Thermo Fisher, KKR, Danaher, GE Healthcare, Nynomic

Mein Investor-Update zum Ende des 1. Quartals '23

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere die Top-Werte meines Investmentdepots; es ist in gewisser Weise 'mein persönliches 13F'. Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mal mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

'Investor-Update reloaded' | Ausgabe 19

Meine Investor-Updates zum Quartalsende machen mir jedes Mal viel Arbeit, aber auch eine Menge Spaß, wie ich gerne zugebe. Und sie sind für mich auch immer ein willkommener Anlass, die letzten drei Monate Revue passieren zu lassen.

▶ Zur Marktlage

In 2022 haben sich die Parameter in atemberaubender Geschwindigkeit verschoben und das in unterschiedliche Richtungen, so dass man kaum folgen konnte. Meine Versuche, mein Depot an die neuen Herausforderungen anzupassen, sind nicht immer gelungen. Doch ich bemühe mich vor allem, die zunehmenden Risiken im Blick zu behalten und erst in zweiter Linie an Chancen zu denken. Dennoch ging es 2022 schlussendlich deutlich abwärts mit einem geradezu verheerenden Dezembereinbruch.

Nun liegt das 1. Quartal 2023 hinter uns: Auf den schlechtesten Börsen-Dezember seit über 90 Jahren folgte im Januar ein saustarker Rebound mit zweistelligem Kursplus, während der Februar und der März leicht abwärts tendierten - jeweils unter erheblichen Schwankungen. Inflation, Zinserhöhungen, Ukraine-Krieg und Rezessionsängste bleiben bestimmende Themen, zudem gab es in den USA mehrere Bankpleiten, die in Bankruns und damit in eine 'kleine Finanzkrise' ausuferten. Die Notenbanken agierten schnell und fluteten den Markt mit Geld. Sie sind damit ein immer größer werdender Teil des Problems - und der Lösung. Wer Interesse hat, wie es den Börsen, meinem Depot und meinen Wikis in den drei vergangenen Monaten ergangen ist, kann das in meinen monatlichen Performance-Updates nachlesen.


Die Corona-Pandemie spielt fast keine Rolle mehr; aus der Pandemie ist eine Endemie geworden und das Virus wird inzwischen als ähnlich gefährlich eingestuft wie saisonale Grippewellen. Als Erkenntnis bleibt, dass Pandemien neuerdings reale Szenarien sind und die Welt wird sich auf weitere Pandemien vorbereiten. Dem entsprechend dürfte künftig mehr und viel Geld in den Gesundheitssektor fließen (müssen), sowohl in die Entwicklung neuer Wirkstoffe, aber auch in Infrastruktur, Produktion, Krankenhäuser und Medizintechnik. Ebenso wird ein neuer Fokus auf Lieferkettenmanagement gelegt werden und die Produktion wichtiger Grund- und Basisstoffe 'vor Ort'; das betrifft insbesondere aber nicht nur Chips und Arzneimittel. Des Weiteren werden die Themen Energiesicherheit und Rohstoffversorgung im rohstoffarmen Europa ganz oben auf der Agenda bleiben.

Höhere Ausgaben im Bereich Rüstung und Verteidigung werden ebenfalls zum neuen Normal, während Luft- und Raumfahrt ebenfalls an Gewicht gewinnen wird. In diesen Sektoren bin ich bisher noch immer unterinvestiert, möchte dieses aber perspektivisch ändern.

Stock-Picking bleibt der Schlüssel zum nachhaltigen Börsenerfolg. Jedenfalls in meiner Welt jenseits der ETFs, Edelmetalle und Kryptowährungen - aber auch diese Assetklassen haben sich ja nicht gerade als Alternativen oder sichere Häfen für den Bärenmarkt erwiesen. Also konzentriere ich mich lieber auf die Unternehmen, nicht auf ihren Aktienkurs oder gar den Gesamtmarkt.

»Spiele werden von denen gewonnen, die auf das Spielfeld achten und nicht auf die Anzeigetafel.«

Dennoch werfe ich jetzt mal einen Blick auf meine persönliche Anzeigetafel: In den letzten Wochen hat sich mein Depot insgesamt sehr gut geschlagen, wenngleich hierfür vor allem der starke Januar verantwortlich war. Meine hohe Gewichtung bei Finanzwerten kostete bisher Rendite - aber das sollte sich bald umkehren, davon bin ich überzeugt. Energieunternehmen spielen aktuell nur eine untergeordnete Rolle in meinem Depot, dafür setze ich wieder stärker auf Technologiewerte mit starker Marktpositionierung. Und natürlich Costo... ツ

»Erfolgreiches Investieren bedeutet, dass andere deine Meinung teilen – später.«
(James Grant)

▶ Meine Investmentstrategie

Ich fahre einen gemischten Bottom-Up-Top-Down-Ansatz, bei dem ich einerseits auf makroökonomische Trends setze, andererseits mir innerhalb dieser Trends dann die am besten positionierten und/oder bewerteten Unternehmen herauspicke. Soweit der Plan...

»In der Theorie gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. In der Praxis schon.«
(Yogi Berra)

Zudem folge ich dem Ansatz des Focus Investing und setze nur auf die besten Unternehmen, anstatt blind breit zu streuen. Dabei bin ich gerne voll investiert, weil sich nach meiner Erfahrung sich eine hohe Cashquote nur in der Theorie auszahlt (für günstige Nachkäufe), in der Praxis aber auf lange Sicht Rendite kostet (die sich bietenden Nachkaufchancen nutzt man dann doch nicht und somit verschimmelt das Geld dauerhaft und unnötig unrentabel auf dem Konto). Dem entsprechend habe ich die Abstürze 2018, 2020 und 2022 voll mitgemacht, dann aber auch den anschließenden Erholungsrallyes nicht nur hinterhergeschaut.

»Ich halte niemals Barmittel, denn Barmittel aufzubauen würde bedeuten, aus dem Markt auszusteigen. Meine Vorstellung ist es, für immer im Markt zu bleiben und Aktien abhängig von der fundamentalen Lage umzuschichten.«
(Peter Lynch)

Bei meinen Investments setze ich vor allem auf Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben und das führt zu soliden und meistens überdurchschnittlichen Ergebnissen.

»Wir denken über zwei Dinge nach: Qualität und Preis. Aber wir denken über Qualität nach, bevor wir über den Preis nachdenken. Wir versuchen, hervorragende Unternehmen zu kaufen, die von hervorragenden Managern geführt werden.«
(Chris Bloomstran)

Neben den Quality Investments liegt mein Interessenschwerpunkt weiterhin auf Deutschen Nebenwerten und abgerundet wird das Ganze mit einigen aussichtsreichen Turnaround-Spekulationen. Wenngleich mit den 'heißen Wetten' natürlich größere Kursgewinne eingefahren werden können, jedenfalls für eine gewisse Zeit und durch ein viel höheres Risiko erkauft. Daher nehmen solche spekulativeren Werte nur kleine Positionen in meinem Depot ein; dazu zählen Turnaround-Spekulationen wie auch potenzielle Tenbagger - für beide braucht man viel Geduld.

»Um einen Multibagger im Portfolio zu bekommen, muss man einen Multibagger im Portfolio halten. Halten kann qualvoll sein. Besonders Gewinner.«
(Ian Cassel)

▶ Mein Investmentdepot

Investmentdepot inkl. Cash per 31.03.2023
Nun kommen wir aber zu den wesentlichen Veränderungen und Positionen in meinem Investmentportfolio:

Am Ende des Quartals waren meine größten Positionen Costco Wholesale, Blackstone Group, Roper Technologies, Apollo Global Management, Airbnb, Thermo Fisher, KKR & Co, Danaher, GE Healthcare und Nynomic. Damit gibt es fünf neue Werte in meiner Top 10 und einige Verschiebungen bei der Gewichtung.



Die Gewichtung meiner Top 10-Werte hat sich weiter erhöht; sie liegt nun bei 70 % nach zuvor 64 % und bei den Top 5-Werten sind es 45,0 % gegenüber zuvor 39,5 %. Mein Depot ist nicht nur hinsichtlich der Einzelwerte stark fokussiert, sondern ich habe in manchen Branchen 'Cluster' gebildet und meine Investments auf die zwei oder drei aussichtsreichsten und am besten positionierten Unternehmen verteilt.

Costco Wholesale ist weiterhin meine größte Depotposition. Das Unternehmen erweist sich mit seinem fast einzigartigen Geschäftsmodell als weitestgehend resilient in jeder Wirtschaftslage und bleibt der Top-Pick im Einzelhandel - online wie offline. Es gab in den letzten Wochen hier und da schwache Tage mit deutlichen Kursrücksetzern, ab das war kein Grund zu Panik und kein Grund zum Zweifeln. Ich habe meine Position nochmals aufgestockt.

Cluster: Alternative Asset Manager (21,5 %)

Alternative Asset Manager stehen bei mir weiterhin hoch im Kurs; das hat sich auch in diesem Quartal nicht ausgezahlt. Blackstone behauptet Platz 2, während KKR auf den siebten abgerutscht ist; die Gewichtung im Depot ist jeweils annähernd gleich geblieben. Blackstone leidet als weltgrößer Immobilieneigentümer unter den aktuellen Bedingungen am Immobilienmarkt, KKR mit seinem Schwerpunkt auf Merger and Acquisitions (M&A) unter der schwierigen Börsenlage, während sich Apollo Global Management bis vor Kurzem sehr gut behaupten konnte. Doch die 'kleine Finanzkrise' hat auch im Versicherungsbereich zu deutlichen Kurseinbrüchen gesorgt und gerade hier ist APO besonders stark vertreten. Ich habe den heftigen Kurseinbruch genutzt, um meine APO-Position wieder deutlich aufzustocken und damit hat mein Asset Manager-Cluster" nun eine Gewichtung von beinahe 21,5 %.

Grundsätzlich rechne ich bei den Alternativen Asset Managern weiterhin mit positiven operativen Ergebnissen bzgl. Provisionsaufkommen, Mittelzuflüssen, Investitionen - aber auch mit vorübergehend niedrigeren Ergebnissen (je Aktie). Denn hier fließen die Kursverluste und schwächelnden Bewertungen voll mit ein, auch wenn sie nicht realisiert wurden und daher meiner Meinung nach nichts in der Gewinn- und Verlustrechnung zu suchen haben. Aber die internationalen Accounting-Standards sehen etwas anderes vor.


Cluster: Medizintechnik (15,5 %)

Zwei führende MedTech-Unternehmen habe ich schon länger parallel im Depot: Danaher und Thermo Fisher. Anfang 2023 erfolgte bei General Electric der Spin-off von GE HealthCare; ich habe mich hier ordentlich engagiert und auch bei meinen beiden Bestandswerten etwas aufgestockt, so dass die drei MedTechs nun mehr als 15,5 % auf die Waage bringen und damit zusammen auf Augenhöhe mit Costco liegen.


Neue Positionen in meiner Top 10 gibt es auch. Roper Technologies habe ich kräftig aufgestockt und die Beteiligungsholding mit ihren vielen Nischenmarktführern im Softwarebereich rangiert nun auf dem 3. Platz in meinem Depot. Die Parallelen zu Warren Buffetts Berkshire Hathaway sind kaum zu übersehen und ich verspreche mir hier noch einiges - obwohl die Bewertung der Aktie eher fair als günstig ist.


Mit Airbnb ist ein Technologiewert in meine Top 10 aufgestiegen, der erst Ende 2020 an die Börse kam und dort bisher nicht überzeugen konnte. Die Folgen der Corona-Pandemie sitzen dem Unternehmen noch in den Knochen, doch man hat kräftig Kosten eingespart und konzentriert sich auf die aussichtsreichsten Märkte. Die Technologieplattform weist ordentliches Wachstum auf, der Touristikmarkt erholt sich und Airbnb ist inzwischen profitabel. Künftig werden die Skalierungseffekte die Ergebnisse deutlich stärker antreiben als der Umsatz wächst. Teuer aber hoch profitabel und wachstumsstark - da wird die hohe Bewertung bald durch operative Fortschritte 'ausgepreist', während der ökonomische Burggraben das Business schützt.

Und dann hat es mit Nynomic ein alter Bekannter zurück in die Top 10 geschafft. Die Positionsgröße habe ich nicht verändert, aber der Kurs hat sich zuletzt recht stabil gezeigt, während andere Werte mit ähnlich hoher Gewichtung Federn gelassen haben und somit aus meiner Top 10 gefallen sind. Aber das kann sich in den nächsten Wochen durchaus wieder ändern...


Zuletzt noch eine Anmerkung zu einem Wert, den ich bisher noch nicht erwähnt habe und der auch noch nicht in meiner Top 10 auftaucht: Opendoor Technologies. In meinen Performance-Updates habe ich den iBuying-Spezialisten seit meinem Einstieg am 10. Januar regelmäßig erwähnt und auch, dass ich meine Position in jedem Monat und bei deutlicher Kursschwäche weiter aufgestockt habe (im Turnaround-Wiki ist Opendoor ja auch entsprechend prominent vertreten). Ich habe den Wert aber auch im Depot als Turnaround-Spekulation auf eine Bodenbildung und anschließende Erholung am Immobilienmarkt. Nach meinem Erstkauf zu rund 1,18 Euro ist die Aktie raketengleich in die Höhe geschossen, dann habe ich mir krankheitsbedingt eine mehrwöchige Auszeit genommen, während der Kurs wieder deutlich zurückgekommen ist. Ich habe die Hälfte meiner Position mit ordentlichem Gewinn glattgestellt, um meinen Investmentcase nochmal zu überprüfen - und habe im Anschluss dann die Restposition verdreifacht. Ich habe nun also mehr Aktien im Bestand als vorher und mein gemischter Einstandskurs liegt nun bei rund 1,40 Euro. Ende 2021 lag der Kurs schon mal über 20 Euro, aber das ist nicht der Maßstab. Die Zinswende hat uns in eine völlig 'andere Welt' katapultiert - aber dennoch sehe ich in Opendoor Multibagger-Potenzial, wenn sich der Algorithmus als praxistauglich erweist, der Einsparkurs als effizient und der Immobilienmarkt seinen heftigen Absturz beendet oder zumindest deutlich bremst. Dann dürfte Opendoor bald wieder richtig gute Geschäfte machen und der Aktienkurs entsprechend und nachhaltig seine Klettertour beginnen. Soviel zu meinem Plan... ツ

▶ Meine Wikifolios

Inzwischen können Anleger nun neben 'Kissigs Quality Investments' und 'Kissigs Nebenwerte Champions' auch in 'Kissigs Turnaround-Spekulationen' investieren. In meinen 'Performance-Updates' halte ich euch jeweils zum Monatsende über die Entwicklung der Börsenindizes und meiner Wikis auf dem Laufenden oder ihr schaut einfach mal bei meinem Wikifolio-Profil rein.

▶ Meine Cash-Quote

Ich habe vor einiger Zeit (endlich) erkannt, dass eine hohe Cash-Quote langfristig mehr Rendite kostet, als wenn man annähernd voll investiert ist - auch wenn man dann bei Kursabstürzen voll aufs Brett kriegt. Man muss dann eben 'nur' die Ruhe bewahren. Meine Cash-Quote lag Ende des Quartals bei für mich üblichen 2 %.

▶ Mein 'operativer Net Worth'

"Das Endergebnis aller Investitionen ist die Rendite" schrieb Value Investor Chuck Akre uns Anlegern ins Stammbuch. Ende März lag mein 'operativer Net Worth' bei +8,75 % und konnte damit gut die Hälfte des 2022er Verlusts von -16,75 % wieder aufholen.

Anmerkung: Bei meinem 'Operativen Net Worth' ist zu berücksichtigen, dass in diesen Wert auch meine unternehmerischen Aktivitäten mit einfließen und es deshalb zu Abweichungen insbesondere gegenüber den Wikis kommen kann. So fließt z.B. die Performancegebühr für die erfolgreiche Entwicklung der Wikis aus diesen ab, aber in meinen 'operativen Net Worth' als Zufluss ein. Je besser die Wikis laufen und je mehr Geld in die Wikis investiert ist, desto größer ist dieser Effekt (in 2022 gab es da für mich nicht viel zu holen). Des Weiteren erzeugt die Inanspruchnahme eines Wertpapierkredits einen Hebeleffekt (in beide Richtungen), der die Vergleichbarkeit zusätzlich einschränkt.

Meine angepeilte durchschnittliche Jahresperformance liegt bei 15 % und die habe ich 2022 massiv verfehlt. 2023 läuft hier wieder deutlich besser. In den letzten 8 Jahren habe ich 6 Jahre mit Renditen zwischen 22 % und 37 % abgeschlossen, während 2018 mir knapp 10 % Verlust einbrachte. 2022 toppte dies mit -16,75 % deutlich.




Mein Lieblingshobby Börse macht mir immer noch viel Spaß und ich schreibe auch immer noch gerne darüber. Auch wenn ich inzwischen doch viel Arbeit in bezahlte Börsenartikel stecke und mir dabei meine Themen nicht immer so frei aussuchen kann, wie das früher der Fall war, als ich ausschließlich dieses Blog bespielt habe. Aber ich will mich nicht beschweren, sondern bin sogar dankbar, dass ich als 'ungelernter' Schreiberling eine so tolle Beschäftigung gefunden habe, die mir so viel Freude bereitet - neben dem Investieren selbst.

So, nun muss ich aber langsam (oder lieber schnell!) wirklich das Ende finden. Geschafft. Ich bin - wie immer - gespannt auf eure Anmerkungen und eure Kritik zu meinem Quartalsbericht. Möge die Rendite mit euch sein! ツ

Disclaimer: Die meisten Werte befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

9 Kommentare:

  1. Hallo Michael, lese deine Investment-Quartalsberichte immer wieder gerne. Schon interessant, wenn und weil man es mit der eigenen Performance und Überlegungen vergleichen kann.
    Wo is eigentlich Mutares abgeblieben und warum? Das würde mir in dem Bericht noch fehlen. Hattest du doch ne hohe Conviction!?
    Und noch eine Frage bisschen abseits deiner speziellen Unternehmen: Mich würde deine Erklärung/Analyse interessieren, wieso der DAX so rennt wie bescheuert. Einfach, weil er so billig war, von wegen Super-Value? Euro-Schwäche? Oä? Ich begreife es angesichts der Situation global und in Europa mit Krieg, Inflation usw. usf. und angesichts der Old-School-Unternehmensstruktur des Index vor dem Hintergrund der digitalen Revolution in allen möglichen wirtschaftlichen Feldern nicht wirklich.
    Danke und einen schönen Gruß! Marc

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    1. Moin Marc,
      Mutares habe ich weiterhin im Depot; sie liegt nun bei rund 4 % Depotgewichtung und ist damit knapp aus meiner Top 10 gefallen. Ich habe meine Position etwas gestutzt, weil ich Geld für mein Apollo-Engagement benötigte. Und Mutares steuert auf die Dividendenzahlung zu und im Anschluss schwächelt der Kurs regelmäßig. Ich kann mir also gut vorstellen, meinen bestand nach der Dividendenzahlung wieder aufzustocken. Dann dürften sich die konjunkturellen Sorgen auch weiter verflüchtigt haben, zumal die letzten Stimmungsbilder aus dem Automotive-Sektor ja eher positiv waren und Mutares sich vor allem hier immer stärker engagiert hat.

      Zum DAX... schon seit dem Jahreswechsel haben viele internationale Investoren die großen deutschen Werte im Fokus und aus US-Werten hierhin Gelder verschoben. Nicht weil es in Deutschland so toll läuft, sondern weil deutsche Aktien in 2022 besonders schlecht performten und das Sentiment für Deutschland (und Europa) besonders schlecht war. Ich würde es also eher als technische Reaktion werten, als relative günstigere Bewertung mit entsprechendem Nachholpotenzial. Und mal ehrlich, Russland/Putin blamieren sich in der Ukraine, das hätte wohl niemand so erwartet. Es ist ein Abnutzungskrieg, in dem die Ukraine Boden gutmacht. Sollte dieser Krieg enden und/oder es einen Waffenstillstand und Verhandlungen geben, würden europäische und vor allem deutsche Unternehmen am meisten profitieren. Vermutlich ist dies eine Triebfeder und US-Anleger kaufen eher die großen Unternehmen als deutsche Nebenwerte.

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    2. Hallo Michael, vielen Dank für die ausführlichen Antworten zu Mutares und DAX. So in die Richtung interpretierte ich das ja auch beim DAX, aber du hattest da ja auch noch paar kluge Sachen ergänzt.
      Erstaunlich dennoch für mich angesichts der politischen und wirtschaftlichen Probleme vor und in denen D und seine Unternehmen stehen. Allein die wirtschaftsfeindliche Politik von Rot und Grün (man google nur mal die Aussagen des Evonik-Chefs zur Politik, Stichwort: Koala-Bärchen), aber das ist ja bei Weitem nicht alles.
      Danke dir und viele Grüße! Marc

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  2. Wo ist Lending Club geblieben? Bleibst du bei deiner positiven Einschätzung aus dem letzten Jahr? Du warst ja ziemlich überzeugt vom LC Geschäftsmodell und dessen Aussichten.

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    1. LendingClub habe ich weiterhin im Depot und ich bin noch immer von dem Unternehmen und seinem Geschäftsmodell überzeugt. Bisher hat sich das nicht ausgezahlt, weil der Markt dies (noch?) anders sieht und der Aktienkurs ist entsprechend stark gesunken. Ich denke, dass der operative Geschäft von LC völlig unterschätzt wird und sich diese Unterbewertung sehr deutlich zeigen wird, sobald der wirtschaftliche Ausblick nicht mehr auf Rezession steht - dann muss/kann LC, wie andere Banken auch, die ganzen Drohverlustrückstellungen auflösen, die seit einigen Quartalen den Gewinn so drücken.

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  3. Die Hauptversammlung von Mutares ist ja erst in 3 Monaten am 10.07 bis dahin dürfte es wenn noch die zu erwarteten Exits gemeldet werden und die Dividende gegen 2 Euro geht auf gut 24 Euro steigen denke ich

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  4. Hallo Michael,
    nutzt du weiterhin in gleicher Höhe deinen Wertpapierkredit?
    Die Zinsen dafür sind enorm gewachsen, annähernd verdoppelt nehme ich an.

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    1. Ja, ich nutze meinen Wertpapierkredit noch und der Zinssatz hat sich in mehreren Schritten von 3,00 % auf 5,3 % erhöht. In 2022 hat der WP-Kredite mich gehebelt Rendite gekostet und beim jetzigen Zinssatz wird das Konstrukt annähernd unattraktiv; ich hinterfrage das Ganze also durchaus.

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  5. Mein "MedTech-Cluster" aus Danaher, GE Healthcare und Thermo Fisher hat diese Woche ja ganz schon was auf die Mütze gekriegt. Dass die COVID-bezogenen Umsätze weiter abnehmen, vor allem im Vergleich zum Vorjahr, ist schon lange bekannt. Die Quartalszahlen waren allesamt besser als erwartet, aber der Ausblick ist den Börsianern wohl nicht spektakulär genug. Ich denke, jeweils knapp zweistellige Kurseinbrüche sind übertrieben...

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