Freitag, 13. April 2018

Für Warren Buffett liegt der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren darin, herauszufinden ob ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat und wie lange dieser anhalten wird

Warren Buffett setzt auf Unternehmen mit einem starken Moat, er ist ein Quality Investor. Unter einem "Economic Moat" (ökonomischen Burggraben) versteht man kein Bauwerk und keine Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr geht es um die Markteintrittshürden, den die Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen. Es geht also um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen. Diese Unternehmen bezeichnet Warren Buffett als Festungen.

Derartige wirtschaftliche Trutzburgen sind Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen

  • in den Augen der Verbraucher konkurrenz- und alternativlos sind,
  • benötigt und gewünscht werden,
  • nicht übermäßig kapitalintensiv sind,
  • nicht staatlich beaufsichtigt werden.

Beispiele sind Microsoft, die 20 Jahre lang mit Windows und Office zwei Produkte im Angebot hatten, an die sich so gut wie jeder Konkurrent die Zähne ausgebissen hat. Oder Alphabet, das mit seiner Suchmaschine Google den Suchmaschinenmarkt dominiert und quasi ein Monopol im Online-Werbeanzeigenmarkt einnimmt, dem nur das Soziale Netzwerk Facebook etwas entgegenhalten kann - und das selbst wieder ein Quasi-Monopol darstellt. Und natürlich der Onlinegigant Amazon, der bereits mehr al 50% der Onlineumsätze in den USA generiert und in immer mehr Branchen vordringt.

»Der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren liegt nicht in der Frage, wie sehr eine Industrie die Gesellschaft beeinflusst oder ob sie wachsen wird, sondern darin, herauszufinden ob ein bestimmtes Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat, und wenn ja, wie lange dieser anhalten wird
(Warren Buffett)

Buffett sucht Unternehmen mit einem hohen "Goodwill", also einem quasi unantastbaren Markennamen und -standing. Deshalb hat er sich bei Coca Cola engagiert, bei See's Candies - und zuletzt massiv bei Apple, trotz seiner weltbekannten Abneigung gegen Technologiewerte. Doch Apple verfügt über hohe und stetige Erträge und langfristige Kundenbeziehungen, weil sich die Kunden nur unter erheblichem Aufwand aus dem Apple-Universum trennen können. Es ist also für Konkurrenten nicht so einfach, in diese Festungen einzudringen und daher betrachtet es Apple heute eher als Konsumwert.

»Es ist besser, ein hervorragendes Unternehmen zu einem guten Preis zu kaufen, als ein gutes Unternehmen zu einem hervorragenden Preis
(Warren Buffett)

Und Buffett ist bereit, für den Moat höhere Kaufpreises für seine Investments zu akzeptieren, denn durch ihre starke Marktstellung haben sie die Preissetzungsmacht und starke Kundenbindungen, die sie auch Krisenzeiten besser überstehen lassen. Und sie erzielen die attraktiveren Margen und damit die höheren Renditen. Die Kernelemente der Quality Investing Strategie...

Kommentare:

  1. Die von Dir beschriebene Finanzstrategie, in Unternehmen mit hohem Burggrabeneffekt zu investieren, halte ich für sehr nachhaltig. Sowohl hinsichtlich Preisstrategie als auch hinsichtlich Wettbewerbsumfeld sehen sich diese Unternehmen Rahmenbedingungen gegenüber, die sowohl ein rentables Wachstum ermöglichen als auch eine nachhaltige Entwicklung unterstützen. Dies kann dann auch erhöhten Einstiegs-Unternehmenswerte rechtfertigen.
    Viele Grüße
    Andreas
    DerFinanzstratege

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    1. Leider ist auch der Burggrabenstatus volatiler und fragiler geworden, da heutzutage durch den immer schnelleren Zyklus technischer Neuerungen etablierte Geschäftsmodelle immer weniger zeit zur Anpassung haben. Die Disruption, z.B. durch Amazon, greift ja immer schneller um sich. Denkt man z.B. an Immobilien-REITS mit Ausrichtung auf Einzelhandelsimmobilien und/oder Malls, dann war das über Jahrzehnte eine sichere Sache. Hoher Kapitaleinsatz, gute Renditen, hohe Dividendenausschüttungen. Nur brechen jetzt reihenweise die Mieter weg und damit die Einnahmen. Und die Immobilien verlieren damit auch an Wert, was zu erheblichen Abschreibungen führt. Letztlich muss ein Investor heutzutage auch bei Burggrabenaktien genauer und öfter hinsehen, ob dieser Burggraben noch ausreichend mit Wasser gefüllt ist, oder ob er nicht stellenweise bereits versandet und die Burg/das Business entsprechend angreifbar geworden ist.

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