Der Juli war erneut vergleichsweise entspannt und stand im Zeichen der Zoll-Deals. Trump hat sich an vielen Stellen durchgesetzt und mit wichtigen Handelspartnern der USA Zoll-Deals geschlossen - die allesamt zulasten der Partner gehen. Zumeist 15 % müssen die EU, Japan oder Südkorea zahlen, während US-Exporte in diese Staaten zollfrei bleiben, von einigen Ausnahmen mal abgesehen. Zudem gewähren einige Staaten den USA erstmal weitgehend freien Zugang zu ihren Märkten und/oder versprechen hohe Investitionen in den USA und/oder erhebliche Käufe von US-Produkten/Waren.
Damit kaufen sich die Handelspartner der USA von den ansonsten viel höheren Strafzöllen frei, die Trump willkürlich verhängt. Brasilien trifft es besonders hart, weil Trump dessen Vorgehen gegen den Ex-Präsidenten und Beinahe-Putschisten Bolsonaro sanktioniert - einer seiner Buddys. Mit Mexiko wird noch verhandelt, da gibt es eine weitere Schonfrist, ebenso mit China. Andere bekommen gerade wieder Drohbriefe von Trump mit erhöhten Steuersätzen, weil sie sich noch nicht unterworfen haben - wie die Schweiz.
Die Details müssen noch ausverhandelt werden und es auch gar nicht klar, wie belastbar die Deals am Ende sind, denn Trump setzt Strafzölle als alltägliche Waffe ein, um ihm unliebsame Politik überall auf der Welt zu bestrafen. Im Mittelalter nannte man das Raubrittertum und Wegelagerei, später Schutzgelderpressung. Denn nichts anderes ist es. Im Ergebnis wird der freie Welthandel belastet, während die USA einen dreistelligen Milliardenbetrag an zusätzlichen Staatseinnahmen generieren - ohne etwas dafür tun zu müssen. Doch bezahlen tun den vor allem die US-Bürger, denn die leiden unter den erhöhten Preisen in den USA. Ob dadurch wirklich viele neue Arbeitsplätze in den USA geschaffen werden von Unternehmen, die den Zöllen entgehen wollen, bleibt abzuwarten. Denn der Rest der Welt sucht sich alternative Handelspartner, losgelöst von den USA. Und so dürfte Trump die USA am Ende massiv geschwächt und stärker isoliert haben. Vom Vertrauensverlust in die USA mal ganz abgesehen.
Die Börsen feiern jedenfalls. Verständlich, denn sie hassen Unsicherheit und mit den Zoll-Deals kehrt Verlässlichkeit ein. Vermutlich. Und so richten sich die Augen auf die laufen Earnings Season und dort können die meisten US-Unternehmen positiv überraschen...
