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Samstag, 30. Mai 2026

Wochenrückblick 22/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren 2G Energy, LandBridge, Frequency Electronics, Costco, Rheinmetall - was für eine Achterbahnfahrt

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich... ツ

Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:

📈 2G Energy +21,3%
📈 Frequency Electronics +10,7%
📈 Rheinmetall +5,6%
📈 Rocket Lab +5,1% 
📈 Almonty Industries +4,9%
📈 Vincorion +3,7%
📈 Pfisterer Holding +3,1%
📉 Texas Pacific Land -2,7%
📉 Costco -7,5%
📉 LandBridge -11,0%

Es war eine weitere volatile Börsenwoche, in der sich die US-Börsen an neuen Allzeithochs versuchten, während die (Nicht-) Ergebnisse in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran die Kursentwicklung dominieren. Der angeblich kurz vor dem Abschluss stehende "Iran-Deal" kommt weiterhin nicht zustande, weil beide Seiten auf ihren Maximalforderungen beharren und darauf, dass ja die andere Seite den Deal unbedingt brauche, während man selbst keinen Handlungsdruck habe. Derweil wirft der Gesundheitszustand von Donald Trump, sowohl körperlich als auch geistig, immer größere Fragen auf, die Ausfälle häufen sich und seine Schimpftiraden werden immer aggressiver. Entspannung hat die Welt also leider nicht zu erwarten.

Wesentlicher Bestandteil eines möglichen Deals ist die Straße von Hormuz, durch die früher bis zu 25% des globalen mit Schiffen transportierten Öl-Transfers lief. Vor dem Iran-Krieg war sie für alle ohne Einschränkungen und unentgeltlich passierbar, doch inzwischen blockiert der Iran den internationalen Seeweg, verlangt die Passage durch seine Gewässer und erhebt hohe "Mautgebühren". Dahinter schließt sich die US-Blockade an, so dass es keine freie Passage gibt. Der Iran will auf diese neue Einnahmequelle nicht verzichten (oder entsprechend entschädigt werden), während die USA sie nicht akzeptieren wollen - im Grunde will Trump genau den Zustand mit seinem Deal erreichen, der vor seinem (und Israels) Angriff auf den Iran herrschte - "The Art of the Deal" a la Trump eben und eine Lösung dieses Gordischen Knoten ist nicht wirklich in Sicht.

Doch seitdem über einen Deal gesprochen wird, verhalten sich die Börsen so, als wäre die Öffnung bereits Realität. Ist sie aber nicht. Inzwischen passieren zwar Schiffe die Straße von Hormuz, aber dabei sprechen wir über etwa 5% des Normalniveaus - also praktisch nichts! Vor dem Konflikt entfielen auf diese Ströme schätzungsweise 20 Mio. Barrel pro Tag der gesamten Ölexporte bzw. rund 25% des weltweiten Ölhandels auf dem Seeweg.

Die Internationale Energieagentur IEA bezifferte das weltweite Ölangebot im Dezember 2025 auf 107,4 Mio. Barrel pro Tag, wobei für dieses Jahr ein Anstieg des weltweiten Angebots um 2,5 Mio. Barrel pro Tag auf 108,7 Mio. Barrel pro Tag prognostiziert wurde. Die IEA schätzt nun, dass der Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain im April gemeinsam 10,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus der Produktion genommen haben, und sie erwarten, dass die Produktionsdrosselungen im Mai einen Höchststand von fast 10,8 Mio. Barrel pro Tag erreichen werden, da die Lagerbestände ihre Höchstgrenzen erreichen.

Die Nachfrage liegt bei rund 104 Mio. Barrel pro Tag und das Angebot liegt aktuell mehr als 5 Barrel darunter. Jeden Tag erhöht sich also die Angebotslücke und die weltweiten Öllagerbestände kompensieren das - bisher. Denn sie gehen inzwischen zur Neige.

Und nun kommt das Problem: selbst wenn die Straße von Hormuz ab sofort wieder uneingeschränkt passierbar wäre, würde es Wochen oder gar Monate brauchen, bis sich die Lage dort wieder normalisieren würde. Denn die dort "gestrandeten" Schiffe könnten zwar wieder fahren, aber viele andere sind auf alternativen, viel längeren Routen unterwegs. Und die durch Beschuss beschädigten oder gar zerstörten Energieanlagen in vielen arabischen Ländern fallen weiterhin aus. Die Öl-Mangellage spitzt sich also weiter zu. Und das wird die Ölpreise hoch halten, wenngleich sie zuletzt ihre Hochs deutlich verlassen haben.

Die energieautarken USA sind der große Gewinner dieser Situation, während die arabischen Staaten angezählt sind und Asien noch viel stärker als Europa der Leidtragende ist. Mittel- und langfristig werden diese Regionen jetzt noch viel stärker auf alternative Energiequellen setzen (müssen), weil die bisher als sicher geltenden globalen Lieferketten der Energieversorgung sich als störanfällig erwiesen haben. Und es ist sehr viel leichter, Infrastruktur zu zerstören, als sie (wieder) aufzubauen.

Die Inflation nimmt weiter Fahrt auf - diese Aussage von mir ist nicht neu und ich werde sie wohl noch längere Zeit wiederholen können müssen. Die US-Inflation liegt bereits bei 4%, wobei Öl (WTI) im Jahresvergleich um 40% zugelegt hat und in der Folge die Benzinpreise um 28% hochtrieb. Aber auch andere Preise legten signifikant zu, wie Tomaten um 40%, Flüge um 21%, Kaffee um 18%, Rindfleisch um 16%, Hot Dogs um 11%, oder Hotels um 4%. Die viel beachtete Kerninflation liegt bei 3,3%, während die Verbraucherstimmung auf 49,8 eingebrochen ist und das Lohnwachstum mit 3% die Kostenexplosion kaum auffangen kann.

Dabei nimmt die Inflation gerade erst so richtig Anlauf, doch bisher werden die damit einhergehenden Probleme vom Markt ignoriert und zeigt sich immer nur wieder überrascht und geschockt, wenn entsprechende Konjunkturdaten herausgegeben werden und/oder Unternehmen von den negativen Auswirkungen berichten. Aber das "Big Picture" wird dann aber schnell wieder ausgeblendet  auch weil noch immer viel Liquidität in die Märkte strömt.

Der Fear-and-Greed-Index ist in der letzten Woche von 58 auf 60 Punkte gestiegen und damit bleibt die Börsenstimmung weiterhin eher entspannt und der F&G signalisiert weiterhin "Gier".


Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche moderat Federn lassen musste trotz starker Zuwächse bei einzelnen Werten.

Explosive Weltraumabenteuer mit Rocket Lab und nun auch Frequency Electronics

Der anstehende Börsengang von SpaceX kocht die Emotionen weiter hoch und die Kurse aller irgendwie am Weltraumabenteuer beteiligten Unternehmen. Bis Freitag jedenfalls, dann gab es einen heftigen Einbruch. Ausgelöst wurde dieser von der Explosion der "New Glenn" Rakete von Blue Origin, dem Space-Unternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Beim Test vor dem geplanten vierten Start der "New Glenn" sollten die Triebwerke gezündet werden, die Rakete aber am Boden bleiben, doch dann habe es eine "Unregelmäßigkeit" gegeben und die Rakete sei explodiert. Und das hat alle Aktien im Sektor kräftig in die Knie gezwungen. Unterm Strich konnte mein Weltraumabenteuer Rocket Lab jedoch einen kleinen Gewinn ins Wochenende retten.

Und ich hatte mir kürzlich mit Frequency Electronics eine Ergänzung ins Depot gelegt. Mit einer Börsenkapitalisierung von gerade einmal 750 Mio. Dollar fliegt der US-Nebenwert unter dem Radar der meisten Anleger - und war bisher auch nicht gerade ein Überflieger, denn das Unternehmen wurde immerhin bereits 1961 gegründet. Es produziert keine Satelliten, keine Raketen, kein GPS, keine militärische Kommunikation – es liefert einfach die unsichtbaren Schlüsselkomponenten, die all das erst möglich macht. 

Frequency Electronics ist in der Konzeption, Entwicklung, Herstellung, Vermarktung und dem Vertrieb von Präzisionsprodukten und -komponenten zur Zeit- und Frequenzsteuerung für Anwendungen mit integrierten Mikrowellenschaltungen tätig.

Das Unternehmen ist in zwei Segmenten tätig: FEI-NY bietet Präzisionsprodukte zur Zeit- und Frequenzsteuerung für Kommunikationssatelliten, terrestrische Mobilfunkstationen oder andere bodengestützte Telekommunikationsstationen sowie weitere Komponenten und Systeme für das US-Militär an. Dieses Segment bietet zudem Design- und technischen Support für das Satellitengeschäft. Und das Segment FEI-Zyfer bietet GPS-Technologien für Systeme und Subsysteme zur sicheren Kommunikation, für staatliche und kommerzielle Zwecke sowie für andere Ortungsanwendungen an und ist im Vertrieb und Support von Produkten für die drahtgebundene Telekommunikation, einschließlich US5G, tätig.

Ohne diese Präzisionskomponenten wären schon die Apollo-Flüge in den 1960er Jahren nicht möglich gewesen und heute würden keine Satelliten ins All fliegen und dort ihre Dienste verrichten können. Dabei ist es für Frequency Electronics nicht wichtig, wer das Space-Rennen gewinnt, sondern nur, dass es boomt und immer mehr Wettbewerber immer mehr Raketen und Satelliten ins All schießen - und in einigen Jahren wohl auch KI-Rechenzentren.

Frequency Electronics entwickelt sich also von einem Nischenanbieter für Zeitgebungslösungen zu einem Unternehmen, dessen Erfolg auf der Umsetzung des Auftragsbestands und der operativen Hebelwirkung beruht – gestützt durch einen Rekordauftragsbestand im Wert von 83 Mio. Dollar und neuen Satellitenaufträgen im Umfang von rund 45 Mio. Dollar, die gerade eingesackt wurden. Der Auftragsbestand übersteigt nun das 1,7-Fache des Neunmonatsumsatzes und fast das 5-Fache des Quartalsumsatzes, was für ein Unternehmen dieser Größe eine ungewöhnlich solide Zukunftsaussicht bietet.

Kurzfristig erscheinen die Geschäftszahlen nicht zu einem Wachstumsunternehmen zu passen. Der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 belief sich auf 16,9 Mio. Dollar, nach 18,9 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum, während das Betriebsergebnis von 3,5 Mio. Dollar auf 1,3 Mio. Dollar sank. Der Umsatz in den ersten neun Monaten lag bei 47,8 Mio. Dollar gegenüber 49,8 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum, und der Gewinn nach Steuern sank von 20,5 Mio. Dollar auf 4,0 Mio. Dollar - allerdings profitierte man im Vorjahreszeitraum von einem hohen Steuervorteil, der das ausgewiesene Ergebnis aufbesserte.

Der Kick kommt später: Der finanzierte Auftragsbestand stieg von 70 Mio. Dollar zum Ende des Geschäftsjahres 2025 auf einen Rekordwert von 83 Mio. Dollar und das Management sieht das Unternehmen auf dem besten Weg, die Marke von 100 Mio. Dollar an finanzierten Aufträgen zu überschreiten.

Das Management hat das Ziel ausgegeben, bis zum Geschäftsjahr 2029 einen Jahresumsatz von mindestens 150 Mio. Dollar zu erreichen, was auf ein deutlich größeres Geschäftsvolumen hindeutet, sofern der Auftragsbestand weiterhin in Umsatz umgewandelt wird. Die Erreichung dieses Ziels würde in den nächsten drei Jahren auf eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von +32% hinauslaufen. Das ist zwar ein ehrgeiziges Ziel, aber angesichts des aktuellen Auftragsbestands, der jüngsten Auftragserfolge und der Aussagen des Managements, die auf eine anhaltende Stärke im Kerngeschäft sowie weitere Auftragsgewinne im Laufe des Kalenderjahres 2026 hindeuten, nicht unrealistisch.

Wo ist der Burggraben?

Die Produkte von Frequency Electronics klingen nicht gerade aufregend und werden daher leicht unterschätzt. Das Unternehmen entwickelt hochpräzise Produkte für Zeitmessung, Frequenzerzeugung, Synchronisation und HF-Steuerung, die in Satellitennutzlasten und Verteidigungssystemen zum Einsatz kommen, darunter C4ISR, elektronische Kriegsführung, Raketen, UAVs, Flugzeuge, GPS und sichere Kommunikation. In diesen Anwendungen ist Zeitmessung keine Massenware. Sie beeinflusst Synchronisation, Signalintegrität, Navigationsstabilität und Systemleistung in Umgebungen, in denen ein Ausfall eine gesamte Mission gefährden kann.

In der Luft- und Raumfahrt sowie im Verteidigungsbereich muss ein Zulieferer oft seine Leistungsfähigkeit durch jahrelange Tests, Umweltqualifizierung und Einsatzhistorie unter Beweis stellen, bevor er für flugkritische oder missionskritische Programme als vertrauenswürdig gilt. Sobald dieses Vertrauen gewonnen ist, nimmt das Risiko eines Lieferantenwechsels deutlich ab, da ein Wechsel des Lieferanten neue Tests, neue Qualifizierungsarbeiten und neue Programmrisiken mit sich bringen kann. Der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens basiert auf Qualifikationsbarrieren, missionskritischer Zuverlässigkeit und fest verankerten Beziehungen in der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie, die auch für größere Branchenakteure von strategischem Wert sein könnten. Es geht also um technologische Glaubwürdigkeit, Kundenvertrauen und eine langjährigen Programmhistorie.

Skalierung ist der (neue) Treiber

Der Grund für weiteres erhebliches Aufwärtspotenzial liegt darin, dass die Gewinne schneller steigen könnten als der Umsatz. Im letzten Quartal belief sich der Bruttogewinn auf 6,6 Mio. Dollar bei einem Umsatz von 16,9 Mio. Dollar, was einer Marge von rund 39% entspricht, gegenüber 8,3 Mio. Dollar bei einem Umsatz von 18,9 Mio. Dollar bzw. einer Marge von etwa 44 % im Vorjahresquartal. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten beliefen sich im Quartal auf 3,6 Mio. Dollar, die Forschungs- und Entwicklungskosten auf 1,8 Mio. Dollar, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen bereits über eine solide Betriebsstruktur verfügt.

Doch eine größere Umsatzbasis bringt nicht zwangsläufig einen gleichstarken Anstieg der Betriebskosten mit sich. Das Management erklärte ausdrücklich, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren einen bedeutenden operativen Hebeleffekt in der Gewinn- und Verlustrechnung verzeichnen dürfte, da sich die jüngsten Erfolge auf frühere Investitionen stützen. Sollte man also die operative Margen im mittleren Zehnerbereich bei einem Jahresumsatz von fast 150 Mio. Dollar erzielen können, würde sich die daraus resultierende Ertragskraft erheblich von der aktuellen Basis unterscheiden, die durch das eher schwache Geschäftsjahr 2026 impliziert wird.

Die eigentliche Chance liegt also in der Kombination aus Umsatzwachstum, Normalisierung der Bruttomarge in den Kernprogrammen und Überkompensation der Fixkosten, also Skalierung. Und deshalb habe ich mir diesen Nebenwert als - überschaubare - Spekulation und Ergänzung zu RocketLab ins Depot gelegt. Möglicherweise wird Frequency Electronis auch zu einem Übernahmekandidaten für einen seiner größeren Wettbewerber. Es bleibt wird spannend.

2G Energy goes USA - mit dezentraler Stromversorgung für KI-Rechenzentren

Den Blockheizkraft- und Biogasanlagenspezialisten 2G Energy habe ich schon öfter präsentiert, aber nach einem kurzen und erfolgreichen Auftritt in meinem Depot, der schon mehr als 10 Jahre zurückliegt, habe ich mich nie für eine neues Investment erwärmen können. Auch nicht, als das Management vollmundig die großen Chancen in bunten Farben ausmalte, die man in den USA wittert im Bereich der dezentralen Stromversorgung für KI-Rechenzentren.
Klang für mich erstmal wie ein "me too", um sich attraktiver dazustellen als man ist. Bis jetzt. Denn 2G Energy zieht's wirklich durch und hat einen Großauftrag zur Energieversorgung von Rechenzentren in Nordamerika erhalten und damit den größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte. Geliefert werden containerisierte Energieversorgungsanlagen und das über mehrere Jahre hinweg. Und mit der Stromversorgung moderner Rechenzentren positioniert sich 2G Energy direkt im Flaschenhals der KI-Revolution.

Während ständig neue KI-Rechenzentrumsprojekte verkündet werden und alle Welt über die Finanzierung und den Cashflow aus diesen Investitionen spricht, ist die größte Herausforderung die Stromversorgung. Denn die Stromnetze sind gar nicht für solche Höchstleistungen ausgelegt und die Stromerzeugung kann die benötigte Leistung gar nicht liefern. Zwei Widerstände,  die nicht einfach zu überwinden sind. Zumal die Kosten auch auf die privaten Stromkunden abgewälzt werden, die höhere Netzentgelte, deutliche steigende Stromkosten und immer öfter auch Stromrationierungen zu beklagen haben. Der Widerstand gegen KI-Rechenzentren wächst also und ist längst zu einem politischen Brandthema geworden.

Gerade erst hat Mark Zuckerberg, der Chef von Meta Platforms (die Mutter von Facebook, Instagram und WhatsApp) öffentlich erklärt, dass nur 17% der verkündeten neuen Rechenzentrumsprojekte ihre Stromversorgung gesichert hätten. 83% können also (noch) nicht umgesetzt werden!

Während der Rechenzentrumsboom vor allem die USA betrifft, ist Deutschland weltweit das Land mit den zweitmeisten KI-Rechenzentren. Ups... Energieversorgung, oder genauer gesagt Stromversorgung,  ist ein weltweites Problem geworden, nicht zuletzt durch den KI-Boom. Denn die großen Hyperscaler benötigen für KI-Cluster immer größere Energiemengen, gleichzeitig dauert der Ausbau klassischer Stromnetze oft viele Jahre. Gasturbinen sind vielfach ausverkauft und Netzanschlüsse fehlen. Deshalb entstehen zunehmend Übergangslösungen auf Basis modularer dezentraler Stromsysteme - und genau hier setzt 2G Energy nun an.

2G liefert containerisierte modulare Energieversorgungssysteme. Diese lassen sich deutlich schneller installieren als klassische Großkraftwerke oder neue Netzanschlüsse. Während Nvidia die GPUs liefert, braucht die Branche gleichzeitig Unternehmen, die überhaupt genug Strom bereitstellen können. Genau deshalb entstehen aktuell neue Märkte für dezentrale Energieversorgung modulare Kraftwerkslösungen und private Übergangs-Stromnetze.

Mit dem (ersten) Großauftrag aus Nordamerika positioniert sich 2G Energy nun mitten in diesem neuen Milliardenmarkt. Doch die eigentliche Überraschung liegt dabei weniger in dem Auftrag selbst als in den deutlich angehobenen Wachstumsperspektiven für 2027. Für 2026 wurde die Prognose bestätigt, aber "am oberen Rand". Und für 2027 erwartet der Vorstand nun ein 20-prozentiges Wachstum auf 570 bis 620 Mio. Euro Umsatz (bisher 537 Mio.) bei einer EBIT-Marge von 11%.

Aus dem "klassischen Maschinenbauer" wird auf einmal ein echtes Wachstumsunternehmen. Und dabei dürfte es sich nicht um meine Eintagsfliege handeln. In den USA ist man noch in weiteren finalen Ausschreibungen für dezentrale Rechenzenten-Stromversorgungsauträge engagiert und das Management erwartet kurzfristig einen weiteren großen Auftrag. Die mittel- und langfristigen Perspektiven wachsen hier gerade enorm. Nun hat man ein Referenzprojekt und überschreitet damit eine wichtige Schwelle. Und das gleiche Thema spielt auch in Deutschland und Europa eine zunehmende Rolle, wenn auch noch auf kleinerer Flamme.

Zudem verschleiert der kurzfristige Blick etwas die mittelfristige Perspektive und zwar bei Margen und Gewinn. Denn die Kosten für den US-Großauftrag fallen schnell an, während die Lieferung zwar noch in 2026 startet, aber dann über mehrere Jahre erfolgt. Die Margen werden also ab 2027 wieder steigen und wenn noch mehr Aufträge in diesem neuen Bereich an Land gezogen werden können, greifen die Skalierungsmechanismen und erhöhen damit Margen und Gewinne weiter.

Der Kurssprung ist nachvollziehbar und ich habe relativ zeitnah nach der Meldung zugegriffen. Daher habe ich nur einen Teil des Freudensprungs als Aktionär miterlebt und beim Abflauen der ersten Euphorie am Freitag meine Position noch etwas aufgestockt. Mein erstes Engagement im Energiesektor seit vielen Jahren (ansonsten bin ich ja bei einigen Rohstoffwerten am Start).

Texas Pacific Land und LandBridge leiden unter dem eingebrochenen Ölpreis

Im Rohstoffsektor hat der Ölpreiseinbruch für Katerstimmung gesorgt. Während der Aktienkurs der Deutschen Rhstoff AG moderat zulegte, kamen meine Royalty-Plays Texas Pacific Land leicht und LandBridge sogar zweistellig unter dir Räder. Grund zur Panik besteht nicht, denn auch bei einem niedrigeren Ölpreis machen alle drei hervorragende Geschäfte. Ich habe den Einbruch bei LandBridge dazu genutzt, meine Position deutlich aufzustocken.

Costco läuft wie am Schnürchen - nur der Kurs spielte nicht wirklich mit

Costco hat die erwartet starken Quartalszahlen abgeliefert, aber die Börse zeigte sich dennoch enttäuscht. Wovon weiß ich ehrlich gesagt nicht wirklich. Ob es an den etwas gesunkenen Margen lieg? Hier investiert Costco aggressiv in Wachstum und Marktanteilsgewinne. Oder an der allgemeinen schlechten Stimmung im Retailsegment? Hier ist Costco mit am besten positioniert für ein Umfeld mit erhöhter Inflation, wie 2022 eindrucksvoll bewiesen hat.
Der Kurs tauchte jedenfalls ordentlich ab, aber ich befasse mich mit der fundamentalen Entwicklung und nicht mit der Kursdeutung. Die Bewertung ist nach wie vor sportlich, aber dafür gibt es aus meiner Sicht ja sehr gute Gründe. Auch wenn Costco heute wegen des Kurseinbruchs aus meiner Top 3 gerutscht ist, bleibt es einer meiner am höchsten gewichteten Werte. Aufstocken werde ich aber nicht weiter, denn meine Position ist groß genug. Aber grundsätzlich sollten sich Kaufkurse um die 800 Euro als langfristig tolle Kaufgelegenheiten für diesen Ausnahme-Compounder herausstellen.

Almonty Industries joins the Russel 1000 (and the Russel 3000)

(Nächster) Ritterschlag für Almonty Industries. Meine Wolfram-Spekulation wird Ende Juni in den Russel 1000 aufgenommen und rückt damit noch stärker in den Fokus institutioneller Investoren. Alle auf den Russel 100 (und 3000) ausgerichteten Fonds und ETFs müssen die Aktie nun kaufen und reduzieren damit die frei verfügbaren Stücke am Markt. Zudem ist die Indexaufnahme natürlich auch eine Art Qualitätssiegel für das Unternehmen, das vor zwei Jahren noch ein kanadischer Rohstoff-Explorer war und sich nun als ernstzunehmendes Minen- und Rohstoffunternehmen mit Sitz in den USA und Lieferant kritischer Mineralien für die Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie präsentiert.

Ich lasse meine Spekulation weiterlaufen, auch wenn aus der Spekulation gerade ein Investment zu werden "droht". ;-)

KKR muss FS KKR Capital auf Vordermann bringen

KKR hat Probleme mit seiner Business Development Company FS KKR Capital, die ich vor anderthalb Jahren wegen der üppigen Dividendenrendite ja auch mal im Depot hatte, dann aber doch lieber aussortiert habe. Das damalige Kursniveau von 20 Dollar hielt die Aktie noch längere Zeit und versuchte sich sogar noch an der 25er-Marke, bevor es ab Anfang 2025 steil bergab ging. Aktuell bezahlt man nicht einmal mehr 11 Dollar und die Dividende musste bereits zweimal gekürzt werden. Eine echte Value Trap, denn FSK setzte bisher überwiegend auf nachrangig besicherte Kredite und das mit erhöhtem Software-Exposure sowie höherem Kredithebel als andere BDCs. Alle drei Faktoren belasten den gesamten Bereich von "Private Credit" seit Monaten und diese Mixtur flieg FSK gerade komplett um die Ohren.

Die jüngsten Quartalszahlen von FS KKR Capital waren katastrophal: Der Nettoinventarwert pro Aktie sank von 20,89 Dollar zum Jahresende auf 18,83 Dollar, während der Verlust je Aktie von 0,41 Dollar in Q5/25 auf 1,57 Dollar hochschnellte. Dabei verschlechterte sich die Kreditqualität erheblich: Der Anteil der nicht verzinslichen Vermögenswerte (non-accrual assets) stieg auf 4,2% des beizulegenden Zeitwerts, gegenüber 3,4% Ende Dezember. Dieser Anstieg ist auf eine Kombination aus neu unter Druck geratenen Positionen, Wertberichtigungen bei bestehenden Beständen und einer allgemeinen Ausweitung der Spreads an den Märkten für fremdfinanzierte Kredite zurückzuführen. 

Nun greift KKR ein und gibt FS KKR Capital eine neue Kapitalzusage in Höhe von 300 Millionen Dollar. Im Rahmen der Vereinbarungen wird KKR 150 Millionen Dollar durch die Ausgabe von wandelbaren unbefristeten Vorzugsaktien bereitstellen und separat ein Übernahmeangebot zum Erwerb von Stammaktien im Wert von bis zu 150 Millionen Dollar unterbreiten. Der Angebotspreis wurde auf 11 Dollar je Aktie festgelegt, obwohl der Finanzinvestor darauf hinwies, dass der zugrunde liegende Portfoliowert seiner Ansicht nach weiterhin über den aktuellen Handelsniveaus liegt. Darüber hinaus hat FS KKR Capital eine Aktienrückkaufinitiative in Höhe von 300 Millionen Dollar genehmigt.

Für KKR kann sich das Engagement am Ende sogar auszahlen, denn man beteiligt sich an FSK zu 11 Dollar je Aktie bei einem ausgewiesenen NAV von über 18 Dollar. Da ist eine Menge Sicherheitsmarge enthalten und da KKR das Managementteam von FSK (mit) stellt, wissen die genau, was sie tun können und was nicht. Am Ende könnte sich diese Rettungsaktion für beide Unternehmen ordentlich auszahlen - für KKR vermutlich sogar deutlich mehr. Aber Zeit wird das Ganze sehr wohl in Anspruch nehmen, zumal sich die Makrobedingungen ja gerade noch weiter verschlechtern.

KKRs Co-CEO Scott Nuttall erläuterte diese Woche auf einer Branchenkonferenz das Engagement des alternativen Vermögensverwalters im Bereich Private Credit sowie dessen Beziehung zu FS KKR Capital. Etwa 300 Mrd. Dollar des rund 750 Mrd. Dollar von KKR verwalteten Vermögens seien Kreditengagements und davon etwa 149 Mrd. Dollar in Private Credit. Der Anteil an privaten Krediten setze sich aus 92 Mrd. Dollar an wertpapierbasierten Finanzierungen und 39 Mrd. Dollar an Direktkrediten zusammen.

Von diesen 39 Mrd. Dollar entfallen wiederum etwa 12 bis 13 Mrd. Dollar auf FS KKR Capital, die zuletzt mit Performance-Problemen bei einigen Beteiligungen in ihrem Portfolio von sich Reden machte und einen Teil ihres Nettovermögenswerts abschreiben musste. Diese Abschreibung bezog sich "insbesondere auf einige Transaktionen im Jahr 2021", erklärte Nuttal, also einen Zeitraum hoher Euphorie nach der Corona-Pandemie. Damals floss branchenweit zu viel Geld in zu risikounterschätze Engagements.

Die Entwicklung bei FS KKR Capital ist für sich genommen eine Herausforderung, aber für KKR keine große Sache. Nuttall wies darauf hin, dass der Nettoinventarwert (NAV) von FSK lediglich ein Drittel der 5% des von KKR in diesem Bereich investierten Mittel ausmache. "Es gibt kaum Überschneidungen zwischen diesem Vehikel, das über ein breiteres Mandat verfügt, und unseren institutionellen Fonds", fügte er hinzu.

Auch wenn die Stimmung unter den Anlegern in letzter Zeit gedrückt war (wie auch KKRs Aktienkurs mit einem Einbruch vom Allzeithoch von rund 50% zeigt), laufe das Geschäft von KKR stark, sagte Nuttall: "Aus unserer Sicht fühlt es sich überhaupt nicht wie ein schwieriges Umfeld an. In den letzten 12 Monaten haben wir Rekordgewinne aus Gebühren und einen Rekord-Nettogewinn verzeichnet; unsere Verwaltungsgebühren sind in den letzten 12 Monaten um 23% gestiegen." Darüber hinaus verwies er auf den Anstieg der monetarisierungsbezogenen Erlöse um 50% im ersten Quartal. "Und alle unsere operativen Kennzahlen sind im ersten Quartal um 20% oder mehr gestiegen, aber alle sind in Bezug auf alles negativ gestimmt".

Und genau hierin liegt die große Chance für risikoaffine Anleger. KKRs Aktienkurs hat sich in gut 15 Jahren annähernd verzehnfacht, inklusive aller Kursrückgänge. Der Einbruch um 50% seit dem Allzeithoch von Anfang 2025 markiert dabei die fünfte Phase in diesem Zeitraum, wo die Aktie mehr als 40% verliert - ein Grund zur Panik war das nie, sondern immer eine gute Gelegenheit!

Ich bin hoch investiert In KKR und bleibe es. Es ist aktuell meine viertgrößte Position und hätte sich der Aktienkurs nicht halbiert, wäre es weitem Abstand meine größte. Mal sehen, wann der nächste Bullenritt die Aktie wieder in die Offensive bringt...


Mein Vermögen hatte schnell und stark auf +10% zugelegt, doch nach einigen heftigen Rücksetzern lag es zum Ende des 1. Quartals bei -1,5%. Nach vier starken Wochen im April zeigt sich der Mai eher durchwachsen bis launisch. Unterm Strich ging er nun mit einem Wochenminus von -0,5% aus dem Rennen. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +9,75% (YTD).

Meine Cashquote liegt bei für mich unüblichen 20% 10% 7,5% und meine Gründe dafür habe ich inzwischen ja mehrfach erläutert. Zuletzt und sehr ausführlich in meinem aktuellen Investor-Update.

Mein Investor-Update zum Q1/2026 - brandneu und in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15% pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20%, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20% pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.

Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10% pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.

Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position.
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ

Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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